Ausgabe Dezember 2013 - Druckservice Weiß

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Ausgabe Dezember 2013 - Druckservice Weiß

s‘ BÜRGERBLADL • 12/2013

Um euch an meinen Erlebnissen so gut es geht teilhaben zu lassen,

möchte ich deshalb mit meiner Ankunft beginnen, auch wenn diese

schon wieder einige Zeit hinter mir liegt. Nach einem 11stündigen

Flug mit Zwischenstopp in Neu-Delhi sind wir endlich hundemüde

auf dem Flughafen in Vishakapatnam angekommen. Vishakapatem

ist eine der größten Städte des Bundesstaats Andhra Pradesh und

circa zweieinhalb Stunden von unserem Wohnort entfernt. Vom

ruhigen Flughafen gings dann raus in die Hitze und wir tauchten erst

einmal ins Getümmel ein. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Zwei Schwestern holten uns mit dem Maxicab (eine Art Auto mit

Platz für 15 Personen) der Schule ab (hier haben sehr wenige Leute

ein eigenes Auto) und wir stürzten uns erst einmal in den indischen

Verkehr. Man muss dazu wissen, dass sich hier das Leben auf den

Straßen abspielt. Hier stehen neben den kleinen Garküchen auch

die typisch indischen Stände, die eigentlich alles verkaufen. Von

Shampoo, über Süßigkeiten bis zu Zündhölzer gibt es eigentlich

alles für den täglichen Bedarf. Nun ja, nun wirklich zum Verkehr. Es

sind Unmengen von Maxicabs, bunt bemalten LKWs, Motorrädern,

Rollern, Motorrischkas, manchmal auch Ochsenkarren, Traktoren,

Autos, Fußgänger und Radler unterwegs. Ich muss mich jeden Tag

von neuem darüber wundern, wie „wild“ es zugeht. Es wird ständig

gehupt und überholt (manchmal sogar in der zweiten Reihe und

haarscharf, auch wenn auf der Gegenfahrbahn ein anderes Gefährt

komm). Im Kloster angekommen, heißt es dann sich erst einmal an

das Leben gewöhnen. Bezüglich des Essens: Es wird hier im Allgemeinen

von Metalltellern und auch –bechern getrunken, sowie mit

den Händen gegessen, was anfangs ein bisschen komisch ist. Aber

wir lieben es inzwischen und mein lang gehegter Kindheitstraum

von einem „Fingeressertag“ wird endlich erfüllt und das sogar nun

jeden Tag.

So, nun sollte ich vielleicht auch endlich etwas zu meiner Aufgabe,

meiner Unterkunft und der Umgebung erzählen. Meine Aufgabe

hier besteht darin, mit einer Schwester die LKG-Klasse (Lower-

Kindergarten-Grade) zu unterrichten. Insgesamt sind es 48 Kinder

und obwohl wir zu zweit in der Klasse sind, ist es super anstrengend.

Meine Schüler sind im Alter von 3-5 Jahren und das Lernziel am Ende

des Jahres besteht darin, das ganze ABC in Groß- und Kleinbuchstaben,

die Zahlen von 1-100 sowie zahlreiche Reime und die englischen

Begriffe für beispielsweise Obst, Gemüse und Tiere zu beherrschen.

Hier bewundere ich die Kleinen sehr, die trotz ihres Alters ja eine

komplett neue Sprache lernen und dies auch recht geschickt angehen.

Überhaupt werden die Schüler angehalten, auf dem gesamten

Schulgelände Englisch zu sprechen. Für uns Ausländer, die bis jetzt

noch wenig Telugu (die Sprache, die hier im Bundesstaat Andhra

Pradesh gesprochen wird) können, ist es auch von Vorteil, dass die

meisten Leute hier Englisch beherrschen (auch mit einem sehr indischen

Akzent, der mir anfangs ziemliches Kopfzerbrechen bereitete).

Fortsetzung in der nächsten Ausgabe!

Ich bedanke mich für das erwiesene Vertrauen und wünsche allen

Bürgerinnen und Bürgern ein frohes Weihnachtsfest

und ein gesundes und zufriedenes Jahr 2014!

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