KINDERN CHANCEN ERÖFFNEN GESCHENKE EINMAL ANDERS BENEFIZ ...

andherihilfe

KINDERN CHANCEN ERÖFFNEN GESCHENKE EINMAL ANDERS BENEFIZ ...

NR. 04/13 · NOVEMBER 2013 · G 10458

HILFE ZUR SELBSTHILFE IN INDIEN UND BANGLADESCH

KINDERN CHANCEN ERÖFFNEN

Berichte aus unseren Projekten

GESCHENKE EINMAL ANDERS

Mit Wertscheinen Zukunft sichern

BENEFIZ-VERANSTALTUNGEN

Mit Freude für den guten Zweck


AKTUELLES

Zu Weihnachten auch an Andere denken

„Jedes Jahr locken alle Kaufhäuser ihre Kunden schon ab

Oktober in die Weihnachtsgeschenke-Abteilung. Konsum,

Konsum, Konsum - und alle drehen sich nur um sich selbst.

Ich verzichte gerne auf Geschenke und würde mich freuen,

wenn sich meine Familie in diesem Jahr über ein Geschenk

an die Andheri-Hilfe freut!“, so eine Spenderin.

Jahr für Jahr wächst das Interesse an unserer Aktion „Spenden

statt Geschenke“. Wir freuen uns auch in diesem Jahr

wieder über Ihre Wertscheinbestellungen – Teilen Sie zu

Weihnachten Ihr Glück mit den Menschen in unseren Projekten.

Mit folgenden Wertscheinen können Sie unsere

Arbeit unterstützen:

10 € für die Anlage eines Küchengartens

20 € für die Kinder der Musahar (Rattenfänger)

40 € für eine Blindenheilung

50 € für den Kauf einer Solarlampe

53 € für ein Ferien-Bildungscamp für 10 Kinder

80 € für den Bau einer Toilette mit Waschraum

100 € für die Unterstützung einer Kleinbauernfamilie

100 € für einen Kleinkredit, mit dem sich eine Frau eine

neue Existenzgrundlage aufbauen kann

Schenken Sie doch zu Weihnachten z.B. 10 Kindern die

Möglichkeit ein Ferien-Bildungscamp zu besuchen. In

Tamil Nadu setzen wir uns gemeinsam mit unserer Partnerorganisation

HELP für die Rechte der Ureinwohner des

Stammes der Irular ein. Dank des engagierten Einsatzes

unserer Partnerorganisation geht nun die erste Generation

Pause im Bildungscamp

der Irular-Kinder in die Schule. Für die Kinder werden

in den Sommerferien Camps veranstaltet, um ihre Bildungschancen

und ihr Interesse an Schulbildung zu

stärken. Sie sollen es einmal besser haben als ihre Eltern,

die oftmals noch als Schuldknechte reicher Landbesitzer

in deren Reismühlen oder Ziegeleien arbeiten.

Schenken Sie mit der Bestellung Ihres Weihnachtswertscheins

Freude weit über das Fest hinaus! Rufen Sie uns

an (0228-926525-0) oder schreiben Sie uns eine E-Mail

an helga.krickl@andheri-hilfe.org

Wir sind uns sicher, auch Ihre Familie und Freunde freuen

sich über dieses sinnvolle Geschenk!

Helfen durch Basare – alter Zopf oder lohnt es sich?

Junges Leben auf „altem“ Basar

Auch in diesem Jahr „basart“ es überall

für unsere Andheri-Hilfe, und das

weit über die Region Bonn hinaus.

Um Allerheiligen begann es mit den

ersten vorweihnachtlichen Basaren

und Mitte Dezember gehen diese

Veranstaltungen zu Ende. Wie viele

es sind? Wir wissen es selbst nicht genau,

denn von vielen Basaren erfahren

wir erst dann, wenn der Erlös auf unserem

Spendenkonto eingeht. Soweit

sie uns vorher gemeldet wurden, sind

sie auf unserer Homepage aufgeführt.

Und wie viele Menschen, jung und alt,

da mitmachen, ist ebenso unbekannt:

Es sind sicher viele Hunderte.

Was da für kleine und für große vorweihnachtliche

Verkaufsausstellungen

an Zeit, an Ideen und an Fertigkeiten

bereitgestellt wird - vom Essbaren

bis zum Kunsthandwerklichen, vom

Praktischen bis zum Geschenkartikel -

versetzt den Besucher immer wieder

in Erstaunen. Dazu kommen die guten

Erlöse zu Gunsten ausgewählter

Andheri-Projekte, weil das Material

für die verschiedenartigsten Basteleien

und Handarbeiten von den wahren

„Künstlern“ selbst gestellt wird und

weil prachtvolle Kuchen, die fürwahr

mit dem besten Konditor in Wettstreit

treten könnten, gestiftet werden. So

verschieden und vielseitig die Andheri-Basare

auch sind, gemeinsam

ist ihnen allen die frohe Atmosphäre,

denn Helfen macht Freude!

Wer das Jahr für Jahr in den vielen

beeindruckenden Andheri-Basaren erlebt,

wird nie mehr auf den Gedanken

kommen, vom Basar als „alten Zopf“

zu sprechen. Und das nicht nur, weil

sich zu den „alten“ Aktiven immer wieder

und immer mehr junge Menschen

gesellen. So lebt die Tradition weiter

– an manchen Orten schon seit 40 Jahren

und mehr.

Noch ist es nicht zu spät: Besuchen

Sie diese Basare, die so bunt und verschieden

sind wie ihre Veranstalter.

Rosi Gollmann

Foto Titelseite: Hoffnungsvolle Blicke in die Zukunft. Indore, Nord-Indien. Fotografiert von Malin Muser.


Mit den besten Wünschen für eine frohe Advents- und Weihnachtszeit

vom gesamten Andheri-Team

BEGRÜSSUNG

Liebe Mitglieder und Freunde,

vor wenigen Tagen erst bin ich wieder aus Indien zurückgekehrt: Selten hat

mich eine Reise gleichzeitig so beglückt und zutiefst schockiert. In Madhya Pradesh,

im Herzen Indiens, waren wir vor Jahren sehr besorgt über den schlechten

Gesundheitszustand vieler Kinder: Unter- und Fehlernährung, durch verunreinigtes

Wasser bedingte Erkrankungen, fehlende medizinische Versorgung

– alles kam zusammen. Jetzt war ich gespannt zu sehen, wie sich die Situation

entwickelt hat: In Chhitapal und anderen Dörfern sind jetzt von ganz wenigen

Ausnahmen abgesehen alle Kinder ausreichend ernährt und sie gehen alle zur

Schule – Mädchen wie Jungen! Ganze Gruppen von Mädchen radeln zur weiterführenden

Schule in den nächstgrößeren Ort: Bildung statt Kinderarbeit und

früher Heirat. Welch’ eine Veränderung!

Doch das Schicksal der Musahar, der Rattenfänger, lässt mich nicht mehr los:

Die Menschen gelten als so „unrein“, dass sie nicht einmal als Tagelöhner auf

den Feldern arbeiten dürfen. So leben sie von Ratten und den Kornvorräten, die

die Tiere sich in ihren Höhlen angelegt haben. Täglich sterben Kinder an Hunger bzw. an Krankheiten, gegen die ihre

geschwächten Körper sich nicht wehren können. So viel Elend, so viel Hoffnungslosigkeit!

Doch wir haben jetzt einen Weg gefunden, diesen Kindern, diesen Familien zu helfen (s. Bericht S. 6 in diesem FORUM).

Diese Reise hat mich wieder einmal bestärkt: Unser gemeinsamer Einsatz ist so wichtig – und er lohnt sich! Hier in diesem

FORUM lesen Sie viele Beispiele von großer Not, aber vor allem von positiver Veränderung.

Im Namen des gesamten Andheri-Teams sage ich Ihnen von Herzen DANKE, dass Sie dazu beitragen, Kindern eine Zukunft

zu schenken.

Elvira Greiner, 1. Vorsitzende

Kinder schuften – Kinder sterben – millionenfach!

Über einen der größten Menschenrechtsskandale der Welt

In Bangladesch stirbt alle 4 Minuten ähnlich wie in Bangladesch.

ein Neugeborenes. In den vergangenen

zwei Jahrzehnten sind in Indien des Bewusstsein für die Bedeutung

Die Gründe sind vielfältig: mangeln-

mindestens 40 Millionen Kinder verhungert

oder an Krankheiten wie Zugang zu Schulen und vor allem die

von Bildung bei den Eltern, fehlender

Durchfall, Masern oder Erkältung große Armut der Familien. Weltweit

gestorben, weil ihre geschwächten sind es immer noch geschätzte 168

Körper nicht dagegen ankämpfen Millionen Mädchen und Jungen, die

konnten. Ein Skandal! Doch wo bleibt arbeiten müssen, um das Überleben

der weltweite Aufschrei???

für sich und ihre Familien zu sichern.

Vielleicht müssen wir uns schützen Davon schuften ca. 85 Millionen in

vor der Grausamkeit dieser Wahrheit; Minen, Steinbrüchen, auf Plantagen

vielleicht sind es die nüchternen Zahlen,

die es uns erlauben, nicht wirklich Bedingungen, die ihre Gesundheit,

mit giftigen Pestiziden, d.h. unter

mitzufühlen mit diesen Kindern und Sicherheit und Entwicklung massiv gefährden.

Hierzu gehört übrigens auch

ihren Eltern:

80 % der Schwangeren leiden unter die sklavenähnliche Beschäftigung in

Anämie. In Bangladesch sind 40 % der Haushalten, oftmals verbunden mit

Mütter nicht einmal 18 Jahre alt, wenn Misshandlungen und Missbrauch.

sie das erste Kind zur Welt bringen. Wer ist verantwortlich für diesen

Kein Wunder, dass jeder dritte Säugling

bei der Geburt untergewichtig ist. Was muss geschehen, um dieses him-

Skandal?

Ein Drittel aller weltweit unterernährten

Kinder lebt in Indien.

Selbstverständlich müssen sich die

melschreiende Elend zu beenden?

Hier gehen auch mehr als 7 Millionen

Kinder nicht zur Schule und von mit Nachdruck für die Verbesserung

Regierungen der jeweiligen Länder

den übrigen brechen über 50 % den der Situation der Kinder einsetzen.

Schulbesuch in der Grundschule ab, Auch die Nichtregierungsorganisationen

spielen eine wichtige Rolle bei der

Aufklärung über Kinderrechte und bei

deren Einforderung. Hierfür brauchen

sie hoch motivierte und fachlich geschulte

Mitarbeiter. Hier können wir

ganz gezielt Hilfestellung geben. Bei

allen Planungen sollte daran gedacht

werden, die Kinder selbst aktiv mit

einzubeziehen.

Und wir haben noch eine Chance,

ganz konkret gegen Kinderarbeit zu

kämpfen: Wir können beim Einkauf

von Waren aus den entsprechenden

Ländern dezidiert nachfragen, wieweit

und wie intensiv kontrolliert wird, ob

Kinderarbeit involviert ist.

Wir müssen dem Sterben der Kinder

nicht hilflos zusehen.

Jeder kann etwas tun!

Elvira Greiner

Das Deutsche

Zentralinstitut

für soziale

Fragen (DZI)

bescheinigt:

Ihre Spende

kommt an!


BERICHTE AUS UNSEREN PROJEKTEN

Spielerisch leicht gesund

Wir sind unterwegs mitten im Herzen Indiens: im Bundesstaat Madhya Pradesh. Auf Straßen, die wir nicht als solche bezeichnen

würden. Von Schlagloch zu Schlagloch holpern wir gespannt unserem Ziel entgegen: dem Dorf Dobhi. Dieses

Dorf wurde mit zwei weiteren Dörfern vor zwei Jahren von unserer Partnerorganisation WOTR ausgewählt, um hier ein

Projekt zur Verbesserung der Ernährungs- und Gesundheitssituation von Kindern durchzuführen. In dieser Gegend leben

viele Adivasi, die indischen Ureinwohner, die in der Gesellschaft einen geringen Stellenwert haben und häufig von der

restlichen Bevölkerung diskriminiert werden.

Nach mehrstündiger Fahrt durch

eine abwechslungsreiche Landschaft

kommen wir an, empfangen von einem

lauten Trommelwirbel – auf

traditionellen Musikinstrumenten

wird ein Willkommenslied für uns

gespielt. Gleich umringen uns die farbenfroh

gekleideten Dorfbewohner

und heißen uns auf typische Weise

willkommen: Rotes Puder wird als Segensgruß

auf unsere Stirn getupft und

bunte Blumengirlanden werden uns

umgehangen - welch herzlicher Empfang!

Wir versammeln uns auf dem Dorfplatz,

der von den Bewohnern für

unser Treffen vorbereitet wurde. Zusammen

sitzen wir in einer Runde

auf dem Boden und hören gespannt

den aktuellen Berichten zur Situation

im Dorf zu. Viel konnte bereits

erreicht werden, z.B. die Anlage von

Küchengärten hinter den Häusern der

Familien, die ganz erheblich zu einer

gesunden Ernährung beitragen.

Auf unserem Rundgang durch das

Dorf können wir uns mit eigenen

Augen vergewissern: Hier werden

lokale Gemüsesorten angebaut,

die dank verschiedener Methoden

der Wasser- und Bodenkonservierung

prächtig gedeihen. Ihr Konsum

kommt vor allem den heranwachsenden

Kindern zugute. Bei der Aufzucht

des Gemüses wird ausschließlich organischer

Dünger (u. a. Kompost)

verwendet, ebenso wie auf den umliegenden

Feldern. So kommt es weder

zu einer Belastung der Anbaufrüchte

noch zur Verschmutzung des Grundwassers

durch chemische Substanzen;

die Umwelt und die Gesundheit der

Menschen werden geschützt.

Dann erreichen wir die Schule. Als

wir durch einen Torbogen in den Innenhof

treten, werden wir mit einem

lauten Hallo begrüßt: Ringsum haben

sich die Schulklassen versammelt.

Von überall strahlen uns die Kinder

entgegen. Nachdem wir uns vorgestellt

haben, zeigen uns die Kinder,

wie sie auf spielerische Art und Weise

ihre eigene Hygiene verbessern. Dazu

gehört unter anderem das Händewaschen:

Der selbstbewusste Prakash

führt uns vor, wie er und auch die an-

deren Kinder sich früher wuschen und

wie uneffektiv dies war. Dazu wäscht

er sich die angeblich schon sauberen

Hände in einer Schale mit Wasser,

welches er daraufhin in eine Plastikflasche

füllt. Er hält sie gegen das Licht,

ebenso wie eine Wasserflasche, in

welcher sich unbenutztes Wasser befindet.

Leicht ist der Unterschied zu

sehen: Das Wasser, womit er sich die

Hände wusch, ist ganz schmutzig.

Prakash, der „Hygiene-Held“

Dann führt er gemeinsam mit den

anderen Kindern vor, wie sie gelernt

haben, sich heute zu waschen: Jeder

einzelne Finger sowie die Zwischenräume

werden eingeseift und der

Schmutz unter den Nägeln hervorgeholt.

Dabei singen die Kinder ein Lied,

das die einzelnen Schritte beschreibt

– auf spielerische Art und Weise lernt

es sich doch gleich viel besser! Was für

uns so simpel klingen mag, verhindert

Krankheiten – in der Vergangenheit

kam es durch unhygienisches Verhalten

häufig zur Verbreitung von

Bakterien und damit zusammenhängenden

Krankheiten.

Doch nicht nur vor dem gemeinsamen

Mittagessen (dieses sogenannte „Midday

meal“ ist ein von der indischen

Regierung finanziertes Programm,

das die Ernährungssituation von Kindern

aus besonders armen Familien

verbessern soll) werden sich nun ordentlich

die Hände gewaschen – die

Kinder teilen das erlernte Wissen auch

zuhause. So hören wir von dem Jungen

Pradeep, der seine Mutter dabei

beobachtete, wie sie während der Zubereitung

des Abendessens seinem

kleinen Bruder den Po säuberte, sich

danach aber nicht die Hände wusch,

sondern sich gleich wieder dem Kochen

widmete. Daraufhin weigerte er

sich, die Mahlzeit zu sich zu nehmen,

und erklärte seiner Mutter den Grund

– seitdem sorgt die ganze Familie für

hygienischere Zustände.

Die Kinder sind stolz, dass auch sie

einmal den Erwachsenen etwas beibringen

können! Wir verlassen das

Dorf zuversichtlich, dass Jung und Alt

sich gemeinsam für eine bessere Zukunft

einsetzen. Janine Langer

Neben

Rechnen und

Schreiben

erlernen die

Schüler auch

eine gesunde

Lebensweise


In Bildung investieren!

Priyanka Sarker, sechs Jahre alt, ist ein

lebenslustiges, neugieriges Mädchen.

Mit ihren wachen Augen mustert sie

jeden und alles. Das Dorf, in dem sie

wohnt, steht stellvertretend für tausende

Dörfer in Bangladesch.

In der Regenzeit braucht es oft Stunden,

bis die nächstgelegene größere

Stadt erreicht wird. Im Dorf leben die

Menschen von dem, was sie anbauen.

In der landwirtschaftlichen

Nebensaison ziehen die Männer in

die umliegenden Städte, manchmal

sogar nach Dhaka oder in andere

Großstädte, um als Rikschafahrer oder

Hilfsarbeiter am Bau das zum Überleben

notwendige Geld zu verdienen.

Priyankas Familie ist arm, sehr arm

sogar. Es reicht nicht immer für drei

Mahlzeiten am Tag und bei einer

Krankheit stellt sich die Frage, ob

ein Besuch beim Arzt oder ein Medikament

überhaupt bezahlbar ist.

Schulbildung erscheint hier wie ein

verzichtbarer Luxus.

DMSS ist eine Partnerorganisation der

Andheri-Hilfe in Joypurhat im Nordwesten

Bangladeschs. Sie hilft armen

Menschen aus der Armut herauszukommen.

Zu den Maßnahmen gehört

auch die Vorschulerziehung, denn

bereits hier werden wichtige Grundlagen

für das weitere Leben geschaffen.

Priyankas Mutter ist im vergangenen

Jahr Mitglied einer Selbsthilfegruppe

geworden, die von DMSS ins Leben

gerufen wurde. Schnell wurde ihr klar,

wie wichtig Schulbildung ist. Priyanka

durfte die Vorschule des Partners

besuchen. Ihr Vater hielt aber einen

weiteren Schulbesuch für Zeitverschwendung.

Es brauchte Zeit, bis

Mitarbeiter von DMSS und Priyankas

Mutter ihn vom Gegenteil überzeugen

konnten. Nun besucht Priyanka

die Grundschule und ihre Mutter ist

felsenfest davon überzeugt, dass sie

bis zum höheren Sekundarabschluss

in der Schule bleiben wird. Sie wird

ihre Tochter nicht wie sonst üblich

bereits als Kind oder Jugendliche

verheiraten, sondern in ihre Bildung

investieren. Auch der Vater nickt -

und lächelt!

M. P. Houscht

BERICHTE AUS UNSEREN PROJEKTEN

Ein Schulbuch - so einfach kann Glück sein

Investieren auch Sie in Bildung!

Bildungsmaterialien für eine Vorschule

(mit 30 Kindern) kosten

jährlich 190 Euro (Andheri-Hilfe Anteil).

Mit 20 Euro monatlich kann die

Schulverpflegung in einer Vorschule

finanziert werden. Spenden Sie unter

dem Stichwort „Vorschulen“.

Frauengruppen machen Bildungschancen möglich

Dhanabagyam und ihr Mann Palani,

Kleinstbauern im Dorf Kolapakkam im

südindischen Tamil Nadu, haben fünf

Töchter. Ein tamilisches Sprichwort

sagt: „Ein König, der fünf Töchter hat,

wird als Bettler enden“. Die Tradition

der Mitgift ist dafür verantwortlich.

Dhanbagyam hat sich bewusst dafür

entschieden, für eine gute Ausbildung

ihrer Töchter zu sorgen, damit diese

einmal auf eigenen wirtschaftlichen

Füßen stehen können. Hierbei wird sie

von ihrer Frauengruppe und der Frauenbank

„Nambikai“ unterstützt. Neun

Frauengruppen aus ihrem Dorf haben

ihre eigene kleine Milchkooperative

gegründet. Auch sie bekam einen Kredit

und konnte sich eine Kuh kaufen.

Die Ernährung ihrer Mädchen wird

durch die frische Milch verbessert.

Mit dem zusätzlichen Einkommen

aus dem Verkauf der restlichen Milch

kann sie die Schulkosten für ihre

Töchter bestreiten. Die 17-jährige Maheswari,

ihre älteste Tochter, erhält

ein Stipendium für ihre Ausbildung,

bereitgestellt von unserer Partnerorganisation

„Rural People Education

and Development Centre“. In 70 Gemeinden

im südindischen Distrikt

Villupuram setzt sich die kleine Dalit-

Frauenorganisation für die Stärkung

der Frauen in wirtschaftlichen, sozialen

und politischen Angelegenheiten

ein. Schwerpunkt der Arbeit liegt in

der Förderung von 315 Frauengruppen

mit über 6000 Mitgliedern und

der von den armen Frauen gegründeten

Frauenbank. In diesen Gruppen

wird Solidarität mit den ärmsten Mitgliedern

gelebt. Die landlose Witwe

Palani kann ihrer Tochter Priya eine

Ausbildung als Krankenschwester ermöglichen

statt mit ihr gemeinsam

als Tagelöhnerin auf fremden Feldern

zu arbeiten. Und sogar nach dem Tod

eines Mitglieds endet die Unterstützung

nicht. Die 20-jährige Megala

war nach dem plötzlichen Tod ihrer

Mutter völlig verzweifelt. Die Frauengruppe

nahm sie statt ihrer Mutter

auf und gab ihr einen Kredit, damit sie

ihre Ausbildung fortsetzen kann. Sie

sagt: „Die Frauengruppe ist jetzt wie

eine Mutter für mich, die mich tröstet,

meine Ausbildung unterstützt, mich

ermutigt und mir Vertrauen für die

Zukunft gibt!“

Barbara von Hillebrandt-Jung

Die Frauen sind voller Stolz über ihre Ersparnisse

Die Andheri-Hilfe unterstützt die

Frauen u.a. beim Aufbau ihrer

eigenen Bank „Nambikai“. Im

Durchschnitt 114 € erhält eine Frau

als Kredit, um sich eine kleine eigene

Existenz aufzubauen oder die

Ausbildung ihrer Tochter zu finanzieren.

Hierfür bitten wir um Ihren

Beitrag unter dem Stichwort „Kleinkredite

für Bildung“!


BERICHTE AUS UNSEREN PROJEKTEN

Das tägliche Sterben von Kindern muss ein Ende haben

Selten war ich so schockiert! Bei meiner

Projektreise im Oktober treffe ich

Reeta Kaushik und sie erzählt von der

Situation der „Musahar“, der Rattenfänger,

in Uttar Pradesh im Norden

Indiens, nahe der Grenze zu Nepal.

Sie gelten als so „unrein“, dass sie nicht

einmal als Tagelöhner auf den Feldern

arbeiten dürfen: Sie würden sonst die

Ernte „verunreinigen“. So sieht man

sie erst auf den abgeernteten Stoppelfeldern:

Sie graben die Rattenlöcher

auf, töten die Tiere, um sie zu essen,

und nehmen die Kornvorräte, die die

Ratten sich in ihren Höhlen angelegt

haben, um daraus ihre Fladenbrote zu

backen. Viele Erwachsene sind immer

wieder monatelang unterwegs in der

Hoffnung, irgendwo auf einer Baustelle

oder weit entfernt, wo niemand sie

kennt und von ihrer Herkunft weiß, auf

dem Feld zu arbeiten. Derweil sterben

daheim immer wieder Kinder an Hunger

bzw. an Krankheiten, gegen die

ihre geschwächten Körper sich nicht

wehren können.

Obwohl ich die Dörfer selbst noch

nicht besucht habe, lassen mich die

Schilderungen und die Fotos der Kinder

nicht mehr los: kaum bekleidet,

sichtlich schlecht ernährt, katastrophale

hygienische Zustände, ärmlichste

Wohnverhältnisse. Der Kinderhandel

blüht: Immer wieder werden junge

Mädchen in die Bordelle nach Delhi

oder Mumbai verschleppt.

So viel Elend, so viel Hoffnungslosigkeit!

Doch wir haben in Reeta Kaushik

jetzt eine überaus engagierte Partnerin

gefunden, mit der gemeinsam wir

diesen Menschen helfen wollen. „Ich

selbst bin eine Kastenlose“, erzählt sie

mir bei unserem Treffen, „und habe viel

an Diskriminierung am eigenen Leib

erfahren, selbst in einer Entwicklungshilfeorganisation.

Da habe ich mich

entschlossen eine eigene Organisation

zu gründen, um den Allerärmsten eine

Chance zu geben, endlich menschenwürdig

zu leben.“ Elvira Greiner

Haben diese Kinder eine Zukunft?

Wir wollen ab dem 1. Januar 2014

gemeinsam mit Reeta und ihrem

Team Tausenden von Musahar-

Familien eine Zukunftsperspektive

eröffnen und ihnen ein Leben in

menschlicher Würde ermöglichen.

Dazu braucht Reeta eine Starthilfe

von ca. 20.000 Euro für ein

Jahr. Und deshalb brauchen wir

IHRE Hilfe. DANKE von Herzen für

Ihre Spenden unter dem Stichwort

„Musahar“. Sie schenken damit

Kindern in allergrößter Not neue

Lebenschancen!

„Vom Glück zu sehen“

So nannte vor Jahren der Journalist

Franz Alt seinen eindrucksvollen TV-

Film. Er brachte das unvorstellbare

Glück der einmillionsten Operierten,

der vierzehnjährigen Hasna aus Bangladesch,

in unsere Wohnzimmer.

Vor einigen Monaten durfte ich selbst

wieder Zeuge sein ‚vom Glück zu sehen’.

Es war in Mymensingh, in einem

unserer Basis-Augenhospitäler. In der

Feierstunde zu Ehren des deutschen

Gastes erwartete ich die üblichen Ansprachen

honoriger Personen. Aber

es kam anders: Unser Partner hatte

die sechzig zuletzt augenoperierten

Kinder eingeladen. Kinder nahmen

also das Mikrofon in die Hand. Sie

erzählten von ihrer Welt, zunächst

von der dunklen Welt ihrer Blindheit:

„Ich kannte nicht das Gesicht

meiner Mutter und wusste nicht, wie

mein Vater aussah…“. „Wenn meine

Geschwister und Freunde spielten,

saß ich nur immer traurig abseits…“.

Und dann überboten sie sich im Bericht

von ihrer neuen Welt, von ihrem

Glück zu sehen: „Alles ist hell geworden

rings um mich, mein ganzes

Leben…“. „Ich bin so glücklich, sehend

mitten in meiner Familie zu leben, sie

alle sehen zu können...“. „Nun kann

ich spielen, wie die anderen Kinder

Jetzt können sie sehen

und mit ihnen…“. „Könnt Ihr mein großes

Glück verstehen, dass ich jetzt zur

Schule gehen kann und lernen darf...?“

Tief berührt saß ich bald mitten unter

den geheilten Kindern und erlebte

hautnah ihr ganzes ‚Glück zu sehen’.

Rosi Gollmann

Wollen Sie 40 € einsetzen für die

Licht bringende Operation eines Erwachsenen?

Auch er erlebt das Glück

zu sehen, wenn er „zum ersten Mal

seine Enkelkinder sehen kann“. Oder

100 € für den operativen Eingriff

eines Kindes (teurer, weil es einer

Vollnarkose bedarf). In jedem Fall

verhelfen Sie zum ‚Glück zu sehen’.

Vielen Dank für Ihre Spenden unter

dem Stichwort „Augenlicht retten“.

Veranstaltungshinweise

04.12., 18:30 h: „Als Göttin verehrt,

als Frau missbraucht“. Vortrag von

Elvira Greiner. Im Netanya-Saal, Altes

Schloss, Brandplatz, Giessen.

05.12.: Deutscher Engagementspreis

in Berlin.

06.12., 18:00 h: Nikolaus-Brunch

mit Lesung von Rosi Gollmann.

Restaurant Zunftwirtschaft, Arminiusstr.

2, Berlin.

14.12., 19:30 h: Benefiz-Veranstaltung

„Kleine Schritte zum großen

Glück“. Lesung von Rosi Gollmann

aus ihrer Autobiografie und indischer

Schmuckbasar. Ab 22:30 Uhr

Frauendisco. Im Bürgerzentrum,

Venloer Str. 429, Köln-Ehrenfeld.

15.12., 18:00 h: Weihnachts-

Konzert des MultiKultiChors Bonn

zugunsten unseres Projekts „Augenlicht

retten in Bangladesch“. In

der Stiftskirche, Kölnstr. 31, Bonn.

Eintrittskarten für die Benefiz-Veranstaltungen

erhalten Sie vorab in

unserer Geschäftsstelle sowie an

der Abendkasse.


NEUIGKEITEN UND ROSI-GOLLMANN-ANDHERI-STIFTUNG

Ein Buch und seine Folgen

Das hatte ich keineswegs erwartet,

als ich dem ständigen Drängen vieler

Freunde nachgab, mein Leben

einmal aufzuschreiben. Und so entstand

kein wissenschaftliches Buch:

Ich habe nur mit Hilfe alter vergilbter

Papiere aus der „Mottenkiste“, aus

Tagebüchern, Reisebeschreibungen,

Berichten usw. auf fast 400 Seiten als

„Einfach Mensch“ über das Unmögliche

erzählt, das es zu wagen galt für

unsere Welt. Die erste Auflage dieser

Autobiografie war bald vergriffen.

Eine Neuauflage folgte. Das Buch wurde

zum Bestseller. Und wenige Tage

vor Weihnachten wird es als Taschenbuch

in den Buchhandlungen stehen.

Eine Hörbuchausgabe und die Übersetzung

ins Englische werden zur Zeit

diskutiert.

Das Interesse der Medien wurde geweckt.

Und die alte 86-jährige Frau

wird nun quer durch Deutschland zu

Buchlesungen gebeten. Aber ich ge-

stehe: Das ist immer ein beglückendes

Erlebnis für mich, denn es sind keine

„Vor“-lesungen im eigentlichen Sinne:

Es sind die menschlichen Begegnungen,

die ich so sehr liebe. Und die

Menschen „lieben“ die Botschaft, dass

sich etwas verändern lässt. Sie fragen

nach ihrer eigenen Aufgabe, ihrer

Sendung, nach ihren Möglichkeiten.

Wie sehr gerade junge Menschen ihr

eigenes Denken und Tun hinterfragen,

zeigen z.B. diese Rückmeldungen

nach einer Lesung:

„Ich habe heute für mich erkannt, wie

ich meinen stark ausgeprägten Sinn

für Gerechtigkeit in Zukunft in positive

Energie und Hilfe umwandeln kann …

und nie den Glauben an etwas zu verlieren.

Danke!“

„Ich werde mehr anpacken, einfach

tun – mehr für andere Menschen tun!“

Immer wieder stellte man mir die Frage:

„Was kann ich tun?“

Auf unserer Homepage haben wir

manche Möglichkeit

aufgeführt,

die Sie auch gern

mit Ihren eigenen

Ideen ergänzen

können. Machen

Sie mit! Es lohnt

sich, „das Unmögliche

zu wagen für

unsere Welt.“

Für das kommende Jahr sind bereits

weitere Lesetermine geplant.

Fest steht bis jetzt:

24.3.2014: Bornheim-Merten,

Kirchengemeinde

6.4.2014: Mechernich im Rahmen des

Misereor-Sonntags.

Im deutschen Norden stehen bereits

Hamburg, Kiel, Sylt usw. auf dem Plan.

Eine andere Tour wird mich nach Regensburg,

Nürnberg, München usw.

führen. Genaue Termine sind zeitnah

auf unserer Homepage zu finden.

Neues von der

Rosi-Gollmann-Andheri-Stiftung (RGASt)

Wem hilft die Stiftung?

Allgemein hilft die RGASt entsprechend

ihrer Satzung der Andheri-Hilfe

Bonn bei der Beschaffung von Mitteln

für die materielle und finanzielle

Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen

in unterentwickelten Gebieten

Südasiens.

Konkret fördert sie gezielt ausgewählte

Projekte unter besonderer Berücksichtigung

der Zweckbestimmung ihrer z.

Zt. elf Treuhandstiftungen.

Welche Projekte fördert die Stiftung?

Zur Zeit werden mit den Erträgen,

Zinsen usw. folgende AHB-Projekte

gefördert:

--

Blindheit heilen – Neuerblindungen

vermeiden. Darum geht es im

Zentrum zur augenmedizinischen

Grundversorgung der ländlichen

Bevölkerung in Mohanjanj, Bangladesch,

von der RGASt voll finanziert.

--

Um durch Ressourcenschutz die Lebensbedingungen

von 5.000 armen

Familien im indischen Staat Karnataka

zu verbessern, beteiligt sich

die RGASt wieder mit Zuschüssen

an diesem vom BMZ kofinanzierten

Projekt.

--

Für den erfolgreichen Kampf gegen

extrem hohe Kinder- und Müttersterblichkeit

in 100 zentralindischen

Dörfern bedarf es seitens der Stiftung

noch der Finanzierung einer

letzten Konsolidierungsphase, bis

das Projekt in die Hände der örtlichen

Bevölkerung übergeben

werden kann.

--

Aus den Erträgen einer unserer

Treuhandstiftungen wird auch in

diesem Jahr die so dringend notwendige

gemeinschaftsorientierte

Grundversorgung von HIV/AIDS

betroffenen Frauen und Kindern

aus 60 Slums im Gebiet von Madurai,

Indien voll finanziert.

--

Die ‚Family Unit’ für elternlose Kinder

und Jugendliche in Südindien

ist noch auf die Hilfe der Stiftung

angewiesen, bis diese jungen Menschen

auf eigenen Füßen stehen.

--

Chancenlose junge Menschen in

Bangladesch sind bei der RGASt

nicht vergessen. 100 von ihnen finanziert

sie auch in diesem Jahr die

mobile handwerkliche Berufsausbildung.

--

Und als neues Projekt beteiligt sich

in diesem Jahr unsere RGASt an

der Finanzierung von Maßnahmen

zur Förderung unterprivilegierter

Bewohner von 20 Slums in Hyderabad.

Es geht um menschenwürdige

Lebensbedingungen durch Stärkung

ihrer Rechte.

Andheri-Hilfe Bonn e.V. und Rosi-

Gollmann-Andheri-Stiftung: Zwei

rechtlich getrennte Institutionen mit

eigenen Konten und eigener Verwaltung.

Und doch zeigt die oben

vorgestellte Projektskala in aller Deutlichkeit:

Beide Einrichtungen sind eng

miteinander verbunden durch die

Verwirklichung des gemeinsamen

Zieles: „Gemeinsam für mehr Menschlichkeit!“

Rosi Gollmann

Sie wollen mehr erfahren?

Schreiben Sie uns:

Rosi-Gollmann-Andheri-Stiftung,

Mackestr. 53, 53119 Bonn.

Tel. 0228-92 65 25 36

E-Mail: info@rgast.de

Oder besuchen Sie unsere Homepage:

www.rosi-gollmann-andheri-stiftung.

de


HELFEN SIE MIT

Manojs Traum...

Die Zahl der arbeitenden Kinder ist

zwar seit dem Jahr 2000 um etwa ein

Drittel zurückgegangen, doch noch

immer müssen weltweit 168 Millionen

Mädchen und Jungen arbeiten,

um das Überleben für sich und ihre

Familien zu sichern. 85 Millionen

Minderjährige davon arbeiten unter

Bedingungen, die ihre Gesundheit,

Sicherheit und Entwicklung gefährden.

So die aktuellsten Zahlen, die auf

der Weltkonferenz zur Kinderarbeit in

Brasilien veröffentlicht wurden.

Auch Manoj aus dem Dorf Bahi Ghatiya

in Rajasthan musste das harte Leben

als Kinderarbeiter kennenlernen. Die

Menschen in seinem Heimatdorf

können als Tagelöhner in der Landwirtschaft

nur mit Müh und Not ihre

Existenz sichern. Durch eine Erkrankung

seiner Mutter ist die Situation

seiner Familie besonders schwierig.

Manoj fühlte sich als der zweitälteste

von fünf Brüdern dafür verantwortlich,

seinem Vater bei der Versorgung

der Familie zu helfen. Einige seiner

Freunde hatten die Schule bereits

verlassen, um auf den Baumwollfeldern

im Nachbarstaat Gujarat Geld zu

verdienen, und auch Manoj überlegte

nun gemeinsam mit einem Schulkameraden

diesen Weg zu gehen. Eines

Nachts liefen die beiden 12-jährigen

von zuhause fort und nahmen einen

Bus nach Gujarat. Als sie die Endstation

erreichten, war die Dunkelheit

bereits hereingebrochen. Ohne Geld

oder Freunde in der Nähe wussten

die Jungen nicht, wohin sie sich wenden

sollten, und schliefen in dieser

Nacht an der Bushaltestelle. Am nächsten

Tag zog Manoj durch die Stadt

und wurde auf einer Baustelle angeworben.

100 Rupien (1,25 €) sollte er

täglich erhalten. Dafür sollte er den

ganzen Tag lang schwere Steine für

den Maurer schleppen. Am Ende des

Tages dann die böse Überraschung:

Da er zu langsam gearbeitet habe, bekam

Manoj nur 60 Rupien Lohn. Ein

Mann, der dies beobachtete,

kam auf den Jungen zu

und versprach ihm einen

besseren Job. Nach einer

Nacht auf einer Parkbank

begann Manoj seine Arbeit

auf einem Baumwollfeld.

Gemeinsam mit vielen anderen Kindern

musste er nun die Pflanzen mit Pestiziden

besprühen.

Da er schon bald Atemprobleme bekam

und ihm von den Giften schlecht

wurde, verließ Manoj diese Arbeit wieder

und fand einen neuen Job in einem

Imbiss. Der Besitzer bot ihm 800 Rupien

(10 €) pro Monat sowie freie Kost

und Logis. Manoj war glücklich. Doch

schon am nächsten Tag holte ihn die

Realität wieder ein. Der Imbissbesitzer

behandelte ihn wie einen Sklaven,

weckte ihn schon früh am Morgen und

gab ihm erst spät am Abend einige

Essensreste. Während Manojs Körper

immer schwächer wurde, wurde sein

Heimweh immer größer. War es die

richtige Entscheidung gewesen sein

Heimatdorf zu verlassen? Währenddessen

machte sich Manojs Vater auf

die Suche nach seinem Sohn. Auch er

reiste mit dem Bus an die Endstation

an der Staatsgrenze zu Gujarat und

konnte dank der Hilfe der Stadtbewohner

seinen Sohn finden. Zurück

in seinem Heimatdorf wurde Manoj

von seiner Mutter und seinen

Brüdern überglücklich willkommen

geheißen. Einige Tage später sah er

einer Gruppe von Kindern beim Spielen

zu. Ein Junge kam zu ihm und

erklärte ihm, dass sie ein Kinderparlament

gegründet haben und sich

regelmäßig zum Spielen und Lernen

treffen. Manoj war begeistert. Tagsüber

unterstützte er nun seinen Vater

bei der Arbeit und abends traf er sich

mit den Kindern oder las. Traurig

hörte er zu, wie die anderen Kinder

vom Schulunterricht erzählten. Als

ein Mitarbeiter unserer Partnerorganisation

von seinem Schicksal hörte,

führte er ein langes Gespräch mit Manojs

Eltern. Schließlich willigten diese

ein, ihren Jungen wieder zur Schule

zu schicken. Um sein Einkommen

zu verbessern, will Manojs Vater an

den von unserer Partnerorganisation

angebotenen Fortbildungskursen

teilnehmen. Manoj lernt nun wieder

fleißig in der Schule und wirkt aktiv

im Kinderparlament mit. Er erzählt

seine Geschichte anderen Jungen

und Mädchen, um ihnen ein ähnliches

Schicksal zu ersparen.

Bibi Sabina Ollig

Helfen Sie uns Kindern Chancen zu geben und Familien so zu stärken,

dass sie nicht länger auf die Mitarbeit ihrer Kinder angewiesen sind.

Spenden Sie unter dem Stichwort „Chancen für Kinderarbeiter“!

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