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Depesche

Historische Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen e.V.

Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen

Depesche

Jahresrückblick

Jahrgang 1 - Ausgabe 1

Jahresrückblick 2013

2013

IN DIESER AUSGABE

BÜRGERMILITÄR

der Stadt Villingen

HISTORIE

„Der Bürgerwehrler“

Bereits in den

90ern gab es eine

Vereinszeitschrift für

die Vereinsmitglieder.

BILDER

des Jahres 2013

UND VIELES MEHR!

DER HÖHEPUNKT DES JAHRES

200 Jahre

Völkerschlacht

1


Depesche

Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen

Jahresrückblick 2013

Depesche

Liebe Kameradinnen,

liebe Kameraden,

Freunde und Förderer unserer

Historischen Bürgerwehr

und Trachtengruppe

REDAKTIONSLEITUNG

Dominik Schaaf

REDAKTION

Hans-Joachim Böhm, Dominik

Schaaf, Karl-Heinz Schwert

AUTOREN DIESER AUSGABE

Hans-Joachim Böhm, Dominik

Schaaf, Karl-Heinz Schwert, Jürgen

Spormann

VERANTWORTLICH IM SINNE

DES PRESSERECHTS

Hans-Joachim Böhm

BILDNACHWEIS

Falls nicht anders angegeben:

Hist. Bürgerwehr und

Trachtengruppe e.V.

Villa Ida: Leipziger Medienstiftung

LAYOUT

Dietmar Engler

AUFLAGE

300 Exemplare

Sie halten die erste Ausgabe unserer „Depesche“ in der Hand. Mit diesem

Medium wollen wir alle aktiven und passiven Mitglieder, sowie Freunde und

Förderer unseres Vereins bis zu drei mal im Jahr über aktuelle Entwicklungen

und Vorhaben informieren.

Aber auch der historische Rückblick wird seinen Platz haben. So sollen z.B. die

Herkunft und jetziges Aussehen unserer Uniformen und Trachten erläutert

und dargestellt werden. Grundsätzliches soll genauso Platz finden wie

Aktuelles.

Die Beantwortung der Fragen “Wo kommen wir her? Wo stehen wir? Wo gehen

wir hin?” soll dazu beitragen, Identität zu schaffen und die Gemeinschaft zu

stärken.

Ich bin gespannt, wie sich die „Depesche“ entwickeln wird. Möglicherweise ist

die nächste Ausgabe nicht ganz so umfangreich. Ich bedanke mich bei allen

die mitgeholfen haben, dass die erste Ausgabe erscheinen konnte.

Insbesondere bedanke ich mich bei Dominik Schaaf und Dietmar Engler für

ihren tollen Einsatz. Jürgen Spormann sei gedankt für den ersten Beitrag über

die Herkunft unserer Uniformen.

Sehr gerne nehme ich Anregungen für die nächste Ausgabe entgegen.

Ich verbleibe mit den besten Grüßen

Hajo Böhm

Kommandant und 1. Vorstand

2


Depesche

Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen

Jahresrückblick 2013

10

DAS BÜRGERMILITÄR

DER STADT VILLINGEN

12

200 JAHRE VÖLKERSCHLACHT

Das Highlight des Vereinsjahres: die beiden

Großen Zapfenstreiche in Leipzig

15

DIE BILDER DES

VEREINSJAHRES 2013

INHALT

Vorstandschaft .........................................................4-5

Vorstellung der Abteilungen .............................6-9

Das Bürgermilitär der Stadt Villingen ......10-11

200 Jahre Völkerschlacht Leipzig .............12-13

14

VILLINGER

ADVENTSFENSTER

Villinger Adventsfenster ........................................14

Die Bilder des Vereinsjahres 2013 ....................15

Wirteteam .....................................................................16

Vereinsheft 1991: “Der Bürgerwehrler” ..........17

Ehrungen anläßlich des Käsvesper .................18

Nachruf ..........................................................................19

17

DER BÜRGERWEHRLER

AUS DEM JAHRE 1991

3


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Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen

Jahresrückblick 2013

Vorstandschaft der

Bürgerwehr und

Trachtengruppe

1. Vorstand und Kommandant

Hans Joachim Böhm

Tel. 0171 / 2021935

Liebe Mitglieder , liebe Freunde

des Vereins

In einem Verein wie der historischen

Bürgerwehr und Trachtengruppe

kennt man sich.

Oder?

Die meisten Gesichter kennt

man, schließlich war man ja

schon viel miteinander unterwegs.

Aber wie hieß der eine

nun noch mal? Wer war noch

mal für die Kleiderkammer

zuständig? Wer verwaltet die

Mitglieder?

1. Kassier

Hans- Joachim Richter

Tel. 07721 / 54189

2. Vorstand und 2. Kassier

Werner Mauch

Tel. 07721 / 59291

All diese Fragen möchten wir

Ihnen heute beantworten!

Daher erhalten Sie hier einen

aktuellen Überblick über unsere

Vorstandschaft mit allen Vertretern.

1. Schriftführer / Mitgliederverw.

Karl- Heinz Schwert

Tel. 07721 / 54373

Somit können Sie zukünftig

zielsicher auf unsere Vorstandschaft

zu gehen und wissen

nun auch jeden Namen.

Die Mitglieder der Vorstandschaft

stehen Ihnen gerne mit

Rat und Tat zur Seite wenn es

Fragen gibt.

4

Trauen Sie sich!

Ehrenkommandant

Major Manfred Riegger

Tel. 0172 / 7447921


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Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen

Jahresrückblick 2013

Kavallerie

Rittmeister Ernst Maier

Tel. 0176 / 8427003

Stellvertreter

Leutnant Alfred Strohmeier

Tel. 07726 / 7540

Infanterie

Hauptmann Gerd Laun

Tel. 07721 / 73187

Stellvertreter

Oberleutnant Manfred Krümmer

Tel. 07706 / 1025

Miliz

Hauptmann Hansjörg Fehrenbach

Tel. 07721/ 71755

Stellvertreter

Leutnant Gerhard Ächtner

Tel. 07721 / 1842

1. Vertreterin Trachtengruppe

Ruth Leute

Tel. 0176 / 52528567

2. Vertreterin / Kleiderkammer

Brigitte Baier

Tel. 07721 / 51479

5


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Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen

Jahresrückblick 2013

Kavallerie

Bereits 1810, als Villingen dem Direktorium des

Donaukreises zugesprochen wurde,

bildete man aus den ersten Bürgern der Stadt ein 26

Mann starkes neu uniformiertes berittenes Korps

6

Der Anfang der Kavallerie in Villingen war 1806 als

“mehrere bessere Bürger zu Pferde“ den Kommissar

des Großherzogtum Baden in Villingen empfangen

hatten. Bereits 1810, als Villingen dem Direktorium des

Donaukreises zugesprochen wurde, bildete man aus

den ersten Bürgern der Stadt ein 26 Mann starkes neu

uniformiertes berittenes Korps. Dies sollte hauptsächlich

für repräsentative Zwecke, jedoch auch zu Wachund

Streifendienst , wie das gesamte neu gegründete

Bürgermilitär eingesetzt werden.

Der Zweck, die Funktion und auch die Uniformierung

des Bürgermilitär wurden 1818 in der vom

Stadtrat genehmigten Bürgermilitärordnung geregelt.

Auf drängen des Rittmeister Ummenhofer wurde

1828 das Kavalleriekorps neu organisiert und bestand

danach aus 26 Mann mit einer 6 jährigen Dienstverpflichtung.

Bereits 2 Jahre später erfolgte eine erneute

Umbildung zu einem Eskadron Dragoner mit 8 Offizieren,

5 Unteroffizieren und 22 Mann Dragoner.

Nach der Auflösung des gesamten Bürgermilitär

anno 1848 trat die Bürgerkavallerie erstmalig

wieder 1899 anlässlich des historischen Festzuges 900

Jahre Stadt Villingen auf, damals jedoch nur als Zeuge

einer Zeitepoche (1810 – 1848).

Es sollte über 30 Jahre dauern bis zur Wiedergründung

der Bürgerkavallerie in Villingen. Bei

den Heimattagen im August 1930 ritten drei Villinger

Kavalleristen vor der Bürgermiliz beim großen Festzug

in Karlsruhe. Bereits drei Jahre später waren es schon

acht Kavalleristen, welche am Festzug des Bürgerwehren-

und Milizentreffen in Villingen teilnahmen.

Seither ist die Abteilung Kavallerie ein fester Bestandteil

der Villinger Bürgerwehr und führt auch

diese bei zahlreichen Festzügen an. Ebenso bildet

auch die Kavallerie jährlich die Spitze der Festumzüge

an der bekannten Villinger Fasnet.


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Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen

Infanterie

Jahresrückblick 2013

In der 1818 ausführlich verfassten

Bürgermilitärordnung werden neben dem

Cavalleriecorps und dem Musikcorps auch eine

Grenadiercompanie genannt.

Das 1810 in Villingen neu gegründete

Bürgermilitär ersetzte die bereits 1774

aufgestellte zwei Kompanien Infanterie der

Bürgermiliz. Ihre Aufgabe war hauptsächlich der Wachund

Kontrolldienst innerhalb der Stadt. Zusätzlich

hatte das Bürgeraufgebot auch bei kirchlichen und

weltlichen Festen und Empfängen die Stadt durch

Aufmärsche und Paraden zu vertreten.

In der 1818 ausführlich verfassten

Bürgermilitärordnung werden neben dem

Cavalleriecorps und dem Musikcorps auch eine

Grenadiercompanie sowie ein Füsiliercorps genannt.

Ebenso wurden auch die Uniformen dieser Corps

beschrieben.

Nach einer Neuordnung des Bürgermilitärs anno

1830 entfiel die Grenadiercompanie, so dass

die Infanterie danach aus einer Füsilierkompanie mit

23 Chargierten und 80 Soldaten bestand. Infolge der

Revolution in Baden wurden das gesamte Villinger

Bürgermilitär und damit auch die Infanterie 1848

aufgelöst.

Über 50 Jahre später, 1899, traten die Infanterie

und die Musik in neu angefertigten Uniformen

als Umzugsgruppe beim historischen Umzug zur 900

jährigen Feier der Verleihung des Markt-, Münz- und

Zollrechtes durch Kaiser Otto III. an Villingen, auf.

Es sollte nochmals mehr als 50 Jahre dauern, bis

der Kommandant der Villinger Bürgerwehr, Franz

Kornwachs, 1951 eine Abteilung Infanterie nach

dem historischen Vorbild von 1830 gründete. Damit

entsprach die Villinger Bürgerwehr dem historischen

Vorbild, dem Bürgermilitär, zu Beginn des 19.

Jahrhunderts.

Die heutige Bürgerwehrordnung sieht für die

Bürgerinfanterie ein Hauptmann, ein Leutnant,

ein Fähnrich, ein Feldwebel, zwei Sappeure, vier

Tambouren und die Mannschaften vor.

7


Depesche

Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen

Jahresrückblick 2013

Bürgermiliz

Als an Fastnacht 1928 ein großer Festumzug mit dem

Titel „ Die Villinger Zünfte der letzten Jahrhunderte“

veranstaltet wurde, erinnerte man sich auch

an die Bürgermiliz des 18. Jahrhunderts

8

Die Miliz setzt die Tradition der Bürgersoldaten

fort, deren Wurzeln bereits im 13. Jahrhundert

sind, als die Handwerkszünfte die Träger der Stadtverteidigung

waren. Dieser Dienst wurde bis ins 18.

Jahrhundert beibehalten und endete erst mit der

Wegnahme der Geschütze und des gesamten Kriegsgerätes

anno 1745.

Für die Bürgermiliz gab es nur noch die Aufgabe

die Ordnung und Sicherheit innerhalb der Stadt

zu erhalten und zusätzlich kamen noch repräsentative

Aufgaben bei kirchlichen und weltlichen Festen und

Empfängen der Stadt hinzu. So wurde zum Beispiel

1777 den anwesenden Kommissaren des Habsburgerreiches

eine ansehnliche Parade mit 2 Kompanien und

300 Milizsoldaten geboten in diesem Zusammenhang

wurde auch Kaiser Karl VI. gehuldigt. Diese Aufgaben

wurden dann 1810 von dem neu gegründeten Bürgermilitär

übernommen.

Als an Fastnacht 1928 ein großer Festumzug mit

dem Titel „ Die Villinger Zünfte der letzten Jahrhunderte“

veranstaltet wurde, erinnerte man sich auch

an die Bürgermiliz des18. Jahrhunderts. Auf Initiative

des Zunftmeisters der Narrozunft Albert Fischer wurde

im Spätjahr 1928 barocke Uniformen angeschafft und

seither nimmt die Bürgermiliz nicht nur an zahlreichen

Veranstaltungen während des Jahres sondern auch,

wie die Kavallerie, an des Festumzügen während der

Villinger Fastnacht teil.

Nach der heutigen Bürgerwehrordnung setzt sich

die Bürgermiliz wie folgt zusammen: ein Hauptmann,

ein Leutnant, ein Fähnrich, zwei Feldwebel, drei

Unteroffiziere und die Mannschaften.


Depesche

Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen

Trachtengruppe

Jahresrückblick 2013

Sucht man nach frühen Zeugnisse der Villinger

Tracht so stößt man auf zahlreiche Portraitgemälde

von Bürgersfrauen mit Trachtenhaube und vornehmen

Gewand, welche sich im Franziskanermuseum

und auch im Villinger Privatbesitz befinden.

Zeitlich kann die Entstehung der Tracht in die Zeit

des Spät-Rokoko also um 1770 eingegliedert

werden. Das spezifische Merkmal der Villinger Tracht

ist die Radhaube, welche die Trachtenträgerin auf dem

Kopf trägt. Diese Radhaube wird auch heute noch im

Bodenseegebiet, Oberschwaben u. Allgäu sowie in

Vorarlberg getragen. Dies deutet auf die gemeinsame

Zugehörigkeit zum Habsburgerreich, zu dem Villingen

fast 500 Jahre gehörte, hin.

Um 1840 wurde die Tracht abgelegt, das heißt sie

wurde nicht mehr getragen und verschwand

in den Truhen der Bürgerschaft. Aber bereits rund 50

Jahre später erinnerte man sich wieder an die schöne

Tracht mit den schwarzen und goldenen Radhauben ,

als man bei der damals noch jungen Narrozunft nach

einer geeigneten Begleiterin für den stolzen Narro

suchte. Ebenso entdeckte man die Werbewirksamkeit

der Tracht für die aufstrebende Fremden- verkehrsstadt

Villingen. Man nannte zukünftig die Trachtenträgerin

„Alt-Villingerin“.

Im Zuge der Trachtenerneuerungsbewegung , die

in Villingen bereits zu Beginn des20. Jahrhunderts

einsetzte, wurden wieder vielfach neue Radhauben

und die dazugehörende Kleidung mit seidenem Schultertuch

angeschafft und somit stieg auch die Zahl der

Trachtenträgerinen stetig.

Im Jahr 1926 wurde in Villingen ein Volkstrachtenverein

gegründet und in den nächsten Jahren besuchte

man viele Trachtenfeste im ganzen badischen

Land und auch darüber hinaus.

Zu diesen Festen während des Jahres wurde der

Alt-Villingerin ein männlicher Begleiter zur Seite

gestellt. Dieser Trachtenträger trug die Kleidung der

Zunftmeister um 1760, als Vorlage dienten die Zunfttafeln

im Museum.

1949 wurde die Trachtengruppe von Franz Kornwachs

neu organisiert und der Bürgerwehr

angeschlossen. Von da an bis heute besuchen die Alt-

Villingerinen gemeinsam mit den Trachtenträgern und

den militärischen Abteilungen der Bürgerwehr Trachtenfeste,

Bürgerwehrtreffen und sonstige historische

Feste im In- und auch im Ausland. Dabei erregen sie

besondere Aufmerksamkeit mit ihren schönen dezentfarbigen

Trachten und den prächtigen Radhauben und

repräsentieren damit die Stadt Villingen hervorragend.

9


Depesche

Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen

Jahresrückblick 2013

Das Bürgermilitär

der Stadt Villingen

10

Von Jürgen Spormann

Wenn wir uns mit

der Geschichte

und dem Aussehen des

Bürgermilitärs beschäftigen,

so stehen uns einige

Quellen zur Verfügung.

Dies sind als Primärquellen:

ii

ii

ii

die Akten im städtischen

Archiv unter

Reg Nr. IX 63 bis IX

84 bzw. deren Übertragung

durch Kurt

Breithaupt als Sekundärquelle

die beiden Lithographien

von Kuth in den

Magazinen des Museums

im Franziskaner,

sowie andere bildliche

Darstellungen in Privatbesitz

oder Magazinen

verschiedene Realstücke

in den o.g.

Magazinen oder in

Privatbesitz

Als Sekundärquellen:

ii

uniformkundliche

Literatur, insbesondere

über das Militär

im Großherzogtum

Baden zwischen 1810

und 1848

Studiert man die

Akten betreffend des

Bürgermilitärs, so fällt

einem eine Veränderung

der Uniformierung mit

jeder Neuordnung auf.

Vergleicht man diese

Entwicklung mit der Entwicklung

des regulären

badischen Militärs, ergibt

sich eine ständige Anpassung

des Bürgermilitärs

an die modischen Entwicklungen

des regulären

Militärs und der Garden.

Dies ist wichtig um bei

etwaigen Unklarheiten

bezüglich des Bürgermilitärs

über Vergleiche mit

dem regulären Militär

zu einer Problemlösung

oder Rekonstruktion zu

gelangen.

Vergleicht man nun

also die Uniform, wie

sie heute vom Bürgermilitär

Villingen getragen

wird, mit den bekannten

Lithographien und den

Dieses Bürgermilitär

ist

historisch als

ein Ganzes zu

betrachten

Akten, so ergibt sich die

größte Schnittmenge

für das Jahr 1830. Die

Lithographien lassen

sich außerdem ihrerseits

wiederum auf Grund

der darauf hinterlegten

Namen beim Vergleich

mit den in den Akten zu

findenden Namen der höheren

Chargen genau auf

Kavallerie 1830

Infanterie 1899

das Jahr 1830 datieren.

Das Bürgermilitär

im Jahre 1830

In diesem Jahr wurden

die Statuten des

„Bürgermilitärs der Stadt

Villingen“ erneuert und in

diesem Zuge die Grenadierabteilung,

welche

ebenfalls blaue Uniformen

trug, aufgelöst, so

dass das Bürgermilitär

nur noch aus den Abteilungen

Infanterie (Füseliere),

Kavallerie (Dragoner)

und Musik bestand.

Ebenfalls in diesem Jahr

wurde die Musik, welche

bis dahin in grüne Uniformen,

vermutlich im

damals gebräuchlichen

russischen oder flaschengrün,

mit einem sogenannten

„Preußischen

Hut“, einem Zweispitz, gekleidet

war, passend zum

Rest des Bürgermilitärs

mit blauen Uniformen

und Tschakos ausgerüstet

1 . Die Musik, war somit

die einzige Einheit des

Bürgermilitärs, welche jemals

grün gekleidet war.

Dieses Bürgermilitär ist

historisch als ein Ganzes

zu betrachten und zu

benennen, welches aus

den einzelnen Gliedern:

Musik, Infanterie und

1 Reg. Nr. IX 68, S.166 ff,

vom 20. Juni 1830


Depesche

Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen

Kavallerie 1899

Bürgermilitär oder

doch Bürgerwehr?

Eigentlich nennt sich der Verein „Historische

Bürgerwehr und Trachtengruppe

Villingen e.V.“, jedoch ist dies historisch nicht

korrekt und zudem verwirrend. Sowohl in

den entsprechenden Akten, als auch auf den

zwei Lithographien ist immer unmissverständlich

vom Bürgermilitär die Rede.

Diese Unterscheidung ist umso wichtiger,

als dass das Bürgermilitär, als

eine von der großherzoglichen Regierung

genehmigte Einrichtung, 1848 aufgelöst

wurde und die Waffen desselben der neu

aufzustellenden Bürgerwehr, dem bewaffneten

Organ der Revolution des Jahres 1848,

übergeben werden mussten. Bei korrekter

Bezeichnung entfällt auch eine allfällige

Verwechslung mit den heute manchmal

diskutierten, und in der öffentlichen Meinung

meist im politischen Spektrum rechts

angeordneten „Bürgerwehren“ als nachbarschaftlichen

Wachen.

Jahresrückblick 2013

Infanterie 1830

Kavallerie besteht. Damit

entfallen auch die peinlichen

Ansagen, wie: „...die

Stadt- und Bürgerwehr mit

ihrer Musik...“ o.ä.

Warum nun aber nur

größte Schnittmenge

bei den Uniformdetails

und nicht vollständige

Übereinstimmung?

Zum einen können bei

der Wiedergründung

der einzelnen Abteilungen

aus Unwissenheit Fehler

gemacht worden sein, sei es,

dass man sich ausschließlich

an Abbildungen orientierte,

die evtl. nicht aus der entsprechenden

Zeit stammten

oder sei es, dass auf diesen

nicht alle Details erkennbar

sind oder falsch interpretiert

wurden. Zum anderen

könnten auch Kostenfragen

eine Rolle gespielt haben.

Zum dritten haben sich im

Laufe der Jahrzehnte, die

die einzelnen Abteilungen

nun schon wieder existieren,

auf Grund fehlender

schriftlicher oder bildlicher

Vorgaben in der Vereinssatzung

einfach Abweichungen

eingeschlichen. In den

nächsten Folgen werden

wir solche Abweichungen

erkennen und sie auch zu

erklären versuchen.

Leutnant A. Steiger, 1839

11


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Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen

Jahresrückblick 2013

Von Dominik Schaaf

Unvergessliche Eindrücke sammelten alle Abteilungen sowie die Stadt- und Bürgerwehrmusik

Villingen und eine Abordnung der Feuerwehr Villingen, die vom 18. bis 21. Oktober 2013 bei den

Gedenkfeierlichkeiten „200 Jahre Völkerschlacht zu Leipzig, 100 Jahre Völkerschlachtdenkmal“ zu Gast

waren.

Anlässlich dieses großen Jubiläums hatten wir die Ehre den „Großen Zapfenstreich“ gleich zweimal

aufzuführen. Einmal vor dem gesamten europäischen Adel in der Leipziger „Villa Ida“ und zum Abschluss

der Feierlichkeiten auf dem Marktplatz in Leipzig. Das uns Villingern diese Ehre zu teil wurde, ist der

„Union Europäischen Wehrhistorischen Gruppen“

und den guten Kontakten des heutigen

Ehrenkommandanten Manfred Riegger zu

200 Jahre Völkerverdanken.

schlacht, 100 Jahre

Ausgesprochen feierlich war die Atmosphäre

am Samstagabend vor der Leipziger “Villa Ida“.

Vor hochrangigem Publikum aus Politik und

Wirtschaft, insbesondere aber den Nachfahren

Völkerschlacht-

der großen Adelsfamilien die vor 200 Jahren

in führender Position an der Völkerschlacht

beteiligt waren, zelebrierte die Stadt- u.

Bürgerwehrmusik mit Spielmannszug und den

militärischen Abteilungen den Zapfenstreich

unter der Leitung von Stadtmusikdirektor Markus

Färber in “Perfektion”. Führer des Großen Zapfenstreiches war der Kommandant unserer Historischen

Bürgerwehr Major Hajo Böhm.

denkmal in Leipzig

„Glücklich die Stadt, die eine solche Bürgerwehr und Stadtmusik als Botschafter auftreten lassen kann“,

betonte anschließend Stephan Seeger von der Leipziger Medienstiftung, die den Auftritt der beiden

Villinger wehrhistorischen Gruppen arrangiert hatte.

Liebertwolkwitz, ein Dorf im Jahre 1813

Die Gedenkfeierlichkeiten beschränkten sich allerdings nicht nur auf die Stadt Leipzig. Liebertwolkwitz,

ein Dorf vor den Toren Leipzig, erinnerte an die Zeit anno 1813 und verwandelte das komplette kleine

Dorf in lebendige Geschichte. Der ganze Ort, alle Bewohner stellten das das Leben von damals in

historischen Kleidern und perfekter Kulisse nach.

In unmittelbarer Nähe, gleich neben

einem historischen Biwak mit

unzähligen Soldaten, wurden auf dem

“Schlachtfeld” zivile und militärische

Nachstellungen gezeigt. Die

Kavallerie und die Trachtengruppe

Villingen waren in dieses Ereignis

am Samstagnachmittag mit

eingebunden.

12

Aufmarsch Marktplatz Leipzig

„Als wir am Sonntag Schlag 18.13 Uhr

– zu diesem Zeitpunkt endete vor 200

Jahren die Völkerschlacht – zum 2.


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Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen

Jahresrückblick 2013

Großer Zapfenstreich Campus Villa Ida.

Bild: Leipziger Medienstiftung

„Großen Zapfenstreich“ auf den Leipziger Marktplatz marschiert sind, gab es frenetischen Applaus von den

rund 2500 Besuchern. Das kann man kaum in Worte fassen. Eine Stimmung wie im Fußballstadion, wenn

die Heimmannschaft in Führung geht. Gänsehaut-

Feeling pur „, schwärmte unser Kommandant Hans

Joachim Böhm.

175 Mitwirkende, darunter 25 Feuerwehrleute und

70 Mitglieder der Bürgerwehr, umfasste die Villinger

Delegation. Für alle Abteilungen waren diese vier Tage

sicherlich einer der Höhepunkte in unserem Vereinsjahr.

Wir waren ein perfekter Werbeträger für unsere Stadt!

An dieser Stelle sei allen Akteuren noch mal herzlich für

Ihren Einsatz gedankt!

Ein besonderes Dankeschön geht aber an unsere

Freunde der Feuerwehr Villingen unter ihrem

Kommandanten Ralf Hofmann für die wunderbare

Unterstützung!

Unser Kamerad der Bürgerwehr Hüfingen Major

Helmut Vogel in Mannschaftsuniform

13


Depesche

Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen

Jahresrückblick 2013

VILLINGER ADVENTSFENSTER

14

Seit

letztem

Jahr

wird die

Adventszeit

in der Villinger

Innenstadt durch

eine neue Aktion

begleitet. Die Villinger

AdventsFenster !

Unser Mitglied der der Trachtengruppe

Dominik Schaaf, hat

diese Aktion gemeinsam mit Katja

Hall von der KTVS ins Leben gerufen

und organisiert sie auch in diesem Jahr

mit Unterstützung von Margot Schaumann

und Rainer Böck vom Villinger Handel.

Aber was genau ist nun ein Adventsfenster?

• Jedem Abend ab dem ersten Advent soll sich in der

Villinger Innenstadt ein Fenster öffnen an dem etwas

Weihnachtliches Dargeboten wird.

• Diese Fenster sollen sich in den vier Hauptstraßen sowie

den umliegenden Gassen abspielen.

• Die jeweiligen Beteiligten bekommen ein Fensterschild mit der

entsprechenden Zahl von den Organisatoren gestellt. Dieses sollte

den kompletten Advent über sichtbar am besten unterhalb des Fensterbrettes

angebracht werden.

• Die weitere Dekoration ist dem Teilnehmer überlassen.

• Die Teilnehmer werden in einem Flyer welcher gestellt wird, abgebildet.

• Der Medienpartner SÜDKURIER unterstützt diese Aktion und gibt die jeweiligen

Teilnehmer einen Tag vorher in der Presse bekannt.

Die Historische Bürgerwehr und Trachtengruppe findet dies eine rund um schöne Sache

und beteiligt sich in diesem Jahr mit einem AdventsFenster am Vereinslokal „Elisabethenturm“

im Villinger Spitalgarten.

Am Freitag, den 20.12.2013 um 18.00 Uhr öffnet sich das AdventsFenster am Elisabethenturm!

Seien Sie dabei! Wir freuen uns über viele Besucher!

Foto: Colourbox.com


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Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen

Das Vereinsjahr 2013 in Bildern

Jahresrückblick 2013

15


Depesche

Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen

Jahresrückblick 2013

AUFBAU EINES NEUEN WIRTETEAMS

Liebe Mitglieder unserer Hist. Bürgerwehr

und Trachtengruppe

Wie Ihr sicher wisst, hat Jeanette zum 01. September

die Bewirtung in unserem Vereinsheim abgegeben.

Jeanette gilt der Dank der gesamten Vorstandschaft. Gerd

hatte sich spontan bereit erklärt, übergangsweise die Bewirtung

zu übernehmen, auch hierfür nochmals vielen Dank an

Gerd.

Nun wollen wir ein „WirteTEAM“ bilden, das die Bewirtung im Turm

übernimmt.

Conny Seifried hat sich bereit erklärt, die Organisation und die Leitung des

„WirteTEAMS“ zu übernehmen.

Wer also Lust hat, sich zukünftig hier mit einzubringen, melde sich doch einfach bei

unserer Conny!

per E-Mail: cornelia.seifried@t-online.de

per Tel.: 0175 / 560 5730

16


Depesche

Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen

„Der Bürgerwehrler“ einst, die

DEPESCHE

heute

Jahresrückblick 2013

Die neuen Vereinsnachrichten hatten

einen Vorgänger

Als der Redaktion der Gedanke kam, die Mitglieder

und Freunde des Vereines zukünftig regelmäßig

durch die neue Vereinszeitschrift „DEPESCHE“

über allen wichtigen Aktivitäten des Vereines zu

informieren, dachte keiner daran, dass diese Idee

bereits 1991 schon einmal aufgegriffen wurde.

Brigitte Beier war es, die darauf stieß. „ Des hond

mir scho mol ghätt, aber es isch leider wieder

iigschlofe“ meinte Sie lachend und suchte sogleich

die drei Hefte in Din A5 heraus.

„Der Bürgerwehrler“ erschien genau dreimal, also

bis 1993 und stand damals unter der Redaktion

von Hartmut Kersten, Dieter und Brigitte König.

Es ist erstaunlich. Der Grundgedanke und Umsetzung

entspricht der Idee der jetzigen Redaktion.

So sind auch hier alle wichtigen Informationen,

kleine historische Geschichten über Stadt und Bürgerwehr

vertreten. Und bereits damals, aufwendig

gestaltet und hergestellt.

Ein kleiner Leckerbissen ist sicherlich das „ Villinger

Heimatlied“ geschrieben von Franz und Karl

Kornwachs. Dies haben wir in der ersten Ausgabe

gefunden.

Der Redaktion war dieses Lied neu. Wer kennt es

noch? Wer kann etwas zur Melodie sagen?

Wir freuen uns auf weitere Informationen über

dieses kleine Lied.

Warum der „Bürgerwehrler“ wieder eingestellt

wurde, konnte leider auf die schnelle nicht in Erfahrung

gebracht werden.

Villinger Heimatlied

Text: Franz Kornwachs, Musik: Karl Kornwachs

1) O Schwarzwald mit deiner Zauberpracht,

wo heilig ist die Erde.

Wo fest verwurzelt die herrliche Tracht,

wo Brauchtum und Sitte gewähret.

Da liegt ein Städtlein Schmuck und fein

in sonnigen Höhen und Wiesen,

und Goldhauben tragen Mägdelein,

weil immer es so gewesen.

Villingen, meine Vaterstadt, mit deinen Türmen

und Toren,

hast tausend Jahr schon getragen die Last und bist

nie müde geworden.

Drum Vaterland, wir rufen es laut, dir schwören wir

aufs neu.

Gott möge beschützen was aufgebaut, drum

bleiben wir immer dir treu.

2) O meine Heimat, du Zähringerstadt,

mit Mauern und Türmen umgeben.

Zu dir zieht’s mich hin mit unendlicher Macht,

wie ausströmt von dir reicher Segen.

Wie blühe das Handwerk immerdar,

im Städtchen herrlich reges Leben.

Die Vögelein singen im Sonnenstrahl,

die Heimatglocken ertönen.

Villingen, meine Vaterstadt … usw.

17


Depesche

Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen

Jahresrückblick 2013

10

Jahre Mitgliedschaft

ii

Bauer Dirk (Miliz)

ii

Beck Ingrid (Trachten)

ii

Becker Hannah (Trachten)

ii

Becker Paul (Trachten)

ii

Böhm Hans- Joachim (Kavallerie)

ii

Degen Andreas (Musik)

ii

Grießhaber Stephanie (Trachten)

ii

Strohmeier Alfred (Kavallerie)

ii

Wernicke Marion (Trachten)

Ehrungen

anläßlich des

Käsvespers 2013

für langjährige

Mitglieder

20

Jahre Mitgliedschaft

ii

Elsäßer Susanne (Trachten)

25 Jahre (Landesverband)

ii

Ächtner Gerhard (Miliz)

ii

Adamik Ulrich (Musik)

ii

Bermel Ewald (Musik)

ii

Brugger Annette (Musik)

ii

Krüger Irene (Musik)

ii

Rosenfelder Roswitha (Musik)

Beförderungen

Jahre Mitgliedschaft

ii

Milizgefreiter Josef Prummer wird zum

Unteroffizier befördert

30

Jahre Mitgliedschaft

ii

Haas Frank (Infanterie)

40

Landesverband + Bürgerw.

ii

Kammerer Detlef (Musik)

ii

Wöhrle Ingrid (Trachten)

50

Landesverband + Bürgerw.

18

ii

Strohmaier Manfred (Musik)


Depesche

Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen

Jahresrückblick 2013

19


Depesche

Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen

Jahresrückblick 2013

Depesche

Historische Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen e.V.

Brunnenstr. 31

78050 VS-Villingen

Tel: 0 77 21 – 80 78 115

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E-Mail: info@buergerwehr-villingen.de

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