2014-2018 100 Jahre Erster Weltkrieg. - Hypotheses

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Soldatenfriedhöfe

in Flandern

In Flandern gibt es zahlreiche Soldatenfriedhöfe.

Bei den meisten handelt es sich um britische Friedhöfe,

da britische Truppen den südlichen Abschnitt

der belgischen Front verteidigt hatten. Nach dem

Krieg beschloss die Regierung Großbritanniens, die

Toten nicht zu repatriieren, sondern an Ort und Stelle

Soldatenfriedhöfe anzulegen. Die Friedhöfe, die von

der Commonwealth War Graves Commission (CWGC)

verwaltet werden, sind durch lange Reihen weißer

Grabsteine auf weiten, grünen Rasenflächen gekennzeichnet.

Und auf allen gibt es ein Cross of Sacrifice

und einen Stone of Remembrance. In ihrem Schatten

liegen Soldaten aus allen Teilen des Commonwealth:

Briten, Neuseeländer, Australier, Kanadier, aber auch

Soldaten aus Indien und von den Karibischen Inseln.

Auf den Grabsteinen der Soldaten, deren Identität

bekannt ist, sind deren Glaubenszugehörigkeit, ihr

Regiment und militärischer Rang sowie ihr Todesdatum

vermerkt. Auf denen der anonymen Gräber

steht der berühmte, von Rudyard Kipling stammende

Grabspruch „Known unto God“. Die CWGC veranstaltet

immer wieder Feierstunden auf den Friedhöfen,

die von Ehrenamtlichen gepflegt werden.

schlanken Obelisken sowie Grabsteine, die mit einer

Darstellung der belgischen Trikolore geschmückt sind.

Die meisten belgischen Toten fielen während der Yserschlacht

und der blutigen letzten Offensive von 1918.

Einige wurden auch auf die Friedhöfe ihres Heimatdorfs

oder ihrer Heimatstadt überführt.

So unterschiedlich die Soldatenfriedhöfe der einzelnen

Nationen auch sind – gemein ist ihnen, dass die

schreckliche Vergangenheit längst durch eine friedliche

Stille eingeholt wurde.

Die deutschen Soldaten liegen auf vier großen Friedhöfen

in Flandern, die vom Volksbund Deutsche

Kriegsgräberfürsorge verwaltet werden. Auf den Friedhöfen

in der Westhoek gibt es auch Gemeinschaftsgräber

mit flachen Grabsteinen. In Vladslo steht die

ergreifende Skulpturengruppe „Trauerndes Elternpaar“,

das die deutsche expressionistische Künstlerin Käthe

Kollwitz zum Gedenken an ihren Sohn Peter schuf,

der sich freiwillig an die Front gemeldet hatte und im

Alter von 18 Jahren in Flandern fiel.

Nur vergleichsweise wenige Franzosen kämpften auf

flämischem Boden. Dennoch gibt es in Westflandern

auch französische Soldatenfriedhöfe. Dort liegen neben

Franzosen auch algerische Zouaven und marokkanische

Goumiers. Die Monumente und die weißen

Kreuze erinnern an den einzigen amerikanischen

Soldatenfriedhof des Ersten Weltkriegs in Belgien. Er

wird von der American Battle Monuments Commission

verwaltet. Präsident Wilson hatte sich vergeblich

dafür eingesetzt, die gefallenen amerikanischen Soldaten

zu repatriieren und ihnen in der Heimat eine

letzte Ruhestätte zu bereiten.

In der ganzen Region gibt es belgische Soldatenfriedhöfe.

Auf vielen liegen aber auch Soldaten aus

anderen Ländern. Typisch für diese Friedhöfe sind die

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