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Einleitung 14

1.2.2 Aufgabe und Funktion von Peritubulärzellen

Peritubulärzellen sind konzentrisch um die Tubuli angeordnete Myofibroblasten mesenchymaler

Herkunft. Im menschlichen Testis bilden die Zellen bis zu 6 Lagen um den

Tubulus. Bei den meisten Säugetieren kommen nur 2-4 Schichten vor, beim Nager sind

die Myofibroblasten einschichtig angeordnet. Durch die Produktion von Faktoren wie

Panaktin, Desmin, Gelsolin, glattem Muskelfasermyosin und –aktin sind die Peritubulärzellen

zu Kontraktionen fähig (Weinbauer et al., 2009). Bei Ratten konnten peristaltische

Kontraktionen des Samenkanälchens nachgewiesen werden, die Tubulusflüssigkeit

und Samenfäden distal transportieren (Harris und Nicholson, 1998). Weiter bilden sie

Bestandteile der extrazellulären Matrix und verschiedene Wachstums- und Differenzierungfaktoren.

Hier wären unter anderen IGF-1 (Insulin-like-Growth Factor), TGF-β

(Transforming Growth Factor β) und Pmod-S (peritubular cell factor that modulates

Sertoli cell function), das modulierend auf die Sertolizellfunktionen wirkt, zu nennen

(Skinner et al., 1989; Skinner und Moses, 1989; Norton et al., 1994; Gnessi et al.,

1997). Die Proliferation von Peritubulärzellen im Rattentestis nimmt bereits kurz nach

der Geburt rapide ab (Palombi et al., 1992).

Die polygonalen Zellen besitzen ausgestreckte Zytoplasmaausläufer und bilden in Kultur

flache Monolayer (Anthony und Skinner, 1989).

1.2.3 Endokrine Steuerung der Hodenfunktion

Die Funktion des Testis unterliegt neben dem bereits vorgestellten umfangreichen lokalen

Steuerungssystem entscheidend einer systemischen, endokrinen Regulation über das

Hypothalamus-Hypophysensystem. Das im Hypothalamus gebildete Gonadotropin releasing

hormon (GnRH) löst in der Adenohypophyse die Sekretion des follikelstimulierenden

Hormons (FSH) und des luteinisierenden Hormons (LH) aus. FSH stimuliert

verschiedene Sertolizellfunktionen und wirkt so indirekt auf die Spermatogenese ein.

LH stimuliert Leydigzellen zur Produktion des Sexualhormons Testosteron. Das Testosteron

löst vielfältige systemische Effekte aus und übt durch Interaktion mit Sertolizellen

einen indirekten Einfluss auf die Spermiogenese aus. Über negative Feedbackschleifen

Pharmakologie, Signaltransduktion und physiologische Bedeutung von Kininrezeptoren in Peritubulärzellen

des Rattenhodens

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