Ochsenrennen in Hofheim-Spatzenhausen und ... - Animal 2000

animal2000

Ochsenrennen in Hofheim-Spatzenhausen und ... - Animal 2000

Ausgabe Sommer 2013

BLICKPUNKT

... denn Mitleid ist zu wenig!

Wahlen im Herbst

Rüsselheim e.V.

REACH-Erfolg

Weihnachtscircus

Rodeo

Affengehege Ulm

Ochsenrennen

Projekt „Tierschutz macht Spaß!“


Inhalt

02 Inhalt + Impressum

03 Vorwort

04 REACH-Erfolg

05 Zeitleiste des Vegetarismus

06 Kreativ-Wettbewerb

07 Wahlen im Herbst

08 Auszüge aus den Wahlprogrammen

10 Paten gesucht – Rüsselheim e.V.

11 Nachruf

12 Protest gegen Ochsenrennen

13 Rodeo

Infostände

14 Tierversuche in der Kosmetik

Umzug der Igelstation

15 Zwei Engel für Rhodos

16 Projekt „Tierschutz macht Spaß!“

18 Buchtipp Kiewert

19 Affen im Tiergarten Ulm

20 Gyula 2013

21 LKW-Plane

22 Ulmer Weihnachtscircus

Impressum

02

Herausgeber/V.i.S.d.P. animal2ooo -

Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Landesverband gegen Tierversuche,

Intensivtierhaltung und sonstige Formen

der Ausbeutung von Tieren

Anschrift:

Netzegaustr. 1

81377 München

Telefon: 089/5469050

Redaktion:

P. Adrian, S. Westermaier

Gestaltung:

Mitglieder von animal2ooo

Blickpunkt ist die Mitgliederzeitung von

animal2ooo - Menschen für Tierrechte

Bayern e.V.

www.animal2000.de

Druck:

Stangl Druck GmbH, Fürstenfeldbruck

Auflage: 1.000 Stück

Bezugspreis:

im Mitgliedsbeitrag enthalten

Erscheinungsweise: 2 mal jährlich

Mitglied bei:

Menschen für Tierrechte Bundesverband

der Tierversuchsgegner e.V.


Vorwort

Liebe Mitglieder und Freunde,

„Wir sind Papst!“ mag sich der Eine oder die Andere von

Ihnen gedacht haben, als vor einiger Zeit ein neuer Papst gewählt

wurde und sich dieser den Namen des Schutzpatrons

der Tiere „Franziskus“ gab. Aber nein, wir sind nicht Papst

geworden und auch der neue Pontifex hat bisher – zumindest

äußerlich – keine Anstalten gemacht, sich in irgendeiner

Weise mit den Tieren zu beschäftigen. Ich denke, wir sind

alle gefordert, den neuen Papst anzuschreiben und ihn mit

dem nötigen Respekt auf unsere Erwartung hinzuweisen,

entsprechend der Weltanschauung des Hl. Franziskus auch

für die Tiere einzutreten. Er muss ja nicht mit den Tieren

sprechen, aber es wäre doch sehr gut, wenn er, z.B. am 4.

Oktober, dem Tag des Hl. Franziskus, für die Tiere sprechen

würde. Bitte schreiben Sie ihm das.

Im September wird es Wahlen sowohl für den Bayerischen

Landtag als auch für den Bundestag geben. Jetzt ist die Zeit,

in der Politiker einem am ehesten zuhören. Jetzt ist die Zeit,

in der wir die Wichtigkeit des Tierschutzes in der Wahrnehmung

der Kandidaten erhöhen können. Sie finden Ihre örtlichen

Kandidaten z.B. am Samstag in der Fußgängerzone

in Ihrer Nähe. Gehen Sie auf sie zu und erzählen Sie ihnen,

dass Ihnen der Tierschutz wichtig ist. Fragen Sie, was die

jeweilige Partei zur Verbesserung der Situation der Tiere zu

tun gedenkt. Tun Sie das bitte so, dass es sich möglichst

bei den Kandidaten einprägt. „Belästigen“ Sie die Kandidaten

gewissermaßen!

Aus persönlichen Gründen habe ich mich dazu entschlossen,

mit Ablauf des 31. Mai 2013 als erster Vorsitzender aus dem

Vorstand auszuscheiden. Ich bedanke mich für Ihre Treue

in der langen Zeit, in der ich den Verband geleitet habe und

wünsche Ihnen auch weiterhin alles Gute.

gez. Dr. Pedro de la Fuente

Nach langjähriger vertrauensvoller gemeinsamer Arbeit haben

sich Dr. Pedro de la Fuente und Sarah Westermaier aus

dem Vorstand von animal2ooo verabschiedet. Wir wünschen

ihnen für ihre Zukunft – privat sowie im Tierschutz – alles

Gute und freuen uns jedoch weiterhin im Rahmen der Vereinsaufgaben

auf eine gute Zusammenarbeit. Wir schätzen

die Energie sehr, die in diesen Jahren in unsere Tierschutzarbeit

geflossen ist und möchten uns sehr herzlich für alle

Arbeit und Mühen bedanken. Kommissarisch haben nun Melanie

Reiner und Philipp Adrian bis zur nächsten Vorstandswahl

im Jahr 2014 den Posten des ersten Vorsitzenden übernommen

und werden mit viel Engagement, Ideen und Umsetzungskraft

die Arbeit des Vereines weiterführen. Mit ihnen

an unserer Seite freuen wir uns auf erfolgreiche Aktionen

für die Tiere!

03


REACH-Erfolg! 120 Kaninchen vor Chemikaliengifttod bewahrt

Ein grausamer 90-Tage Giftigkeitstest an 120 Kaninchen,

den ein Chemieunternehmen im Rahmen der EU-Richtlinie

REACH vornehmen sollte, muss doch nicht durchgeführt

werden. Die Firma hatte gegen die Auflage, Kaninchen ein

Kühlmittel einatmen zu lassen, Beschwerde eingelegt und

nun Recht bekommen. Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche

und ihr Dachverband, die Europäische Koalition

zur Beendigung von Tierversuchen (ECEAE), hatte den Einspruch

durch eigene Gutachten und Stellungnahmen unterstützt.

Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche freut sich

mit seinen europäischen Partnern über diesen Erfolg. In ihrer

Begründung führte die Beschwerdekammer der Chemikalienbehörde

ECHA ausdrücklich einige juristische und toxikologische

Argumente an, die die ECEAE vorgetragen hatte.

Das toxikologische Gutachten hatte Dr. Wolfgang Stengel,

der bei der Ärztevereinigung für das REACH-Projekt zuständig

ist, zusammen mit einem Kollegen aus Großbritannien

erstellt.

Die ECEAE hatte der Beschwerdekammer bereits im Jahr

2011 ihre Stellungnahme vorgelegt, die die Unzuverlässigkeit

des geforderten Tierversuchs belegt, und war durch Dr.

Katy Taylor, wissenschaftliche Mitarbeiterin der ECEAE, bei

der Anhörung zu diesem Fall vertreten.

Die Firma Honeywell sollte nach dem Willen der ECHA für ein

Kühlmittel, das in Klimaanlagen von Autos verwendet wird,

einen 90-Tage-Inhalationstest an 120 Kaninchen durchführen.

Honeywell hatte bereits alle standardmäßig geforderten

Daten vorgelegt, darunter eine 90-Tage-Studie an Ratten

und auch Daten aus Versuchen an schwangeren Kaninchen.

Da hierbei einige Kaninchen starben, ordnete die ECHA zur

weiteren Untersuchung einen 90-Tage Test an. Gemeinsam

mit der Firma DuPont, die das Kühlmittel ebenfalls herstellen

möchte, hat Honeywell mit Unterstützung der ECEAE Beschwerde

gegen die von der ECHA geforderten Tierversuche

eingelegt.

adäquat zu prüfen, ob die Versuche geeignet sind, relevante

Erkenntnisse zu liefern. So gibt es bislang nur sieben 90-Tage-

Inhalationsstudien an Kaninchen, die in den letzten 20 Jahren

durchgeführt worden sind. Zudem gilt dieser Test als besonders

grausam. Die Tiere werden in Röhren fixiert und müssen

täglich mehrere Stunden lang das Gas zwangsweise einatmen.

Dies und die fehlenden Erfahrungswerte hielten die

ECHA jedoch nicht davon ab, einen 90-Tage-Inhalationstest

an Kaninchen zu fordern.

Die Entscheidung der Beschwerdekammer, einen von der

ECHA geforderten Tierversuch als nicht zulässig zu beurteilen,

ist bislang die erste dieser Art und ist voraussichtlich

wegweisend für künftige Fälle. Die ECHA muss nun eine

Neubewertung unter Berücksichtigung der Vorgaben der

Beschwerdekammer vornehmen.

Die Ärztevereinigung bedauert, dass die für das Kühlmittel

zuvor durchgeführten Tierversuche nicht verhindert werden

konnten, ist aber froh über den Erfolg, 120 Kaninchen einen

qualvollen Gifttod erspart zu haben. Der Verein wird gemeinsam

mit seinem europäischen Dachverband weiterhin darauf

hinarbeiten, Tiere vor grausamen und wissenschaftlich unsinnigen

Giftigkeitstests zu bewahren.

Die EU-Chemikalien-Verordnung REACH fordert die Nachtestung

tausender Altchemikalien, die schon lange im Umlauf

sind. Bis 2018 sollen diese auf ihre Giftigkeit überprüft

werden, größtenteils in Tierversuchen.

Wir freuen uns über diesen Erfolg, den Dr. Stengel, der im

letzten halben Jahr von animal2ooo bezahlt wurde, möglich

gemacht hat.

Die Beschwerdekammer kam zu dem Ergebnis, dass die

ECHA die Grundprinzipien von REACH verletzt hat, welche

Tierversuche nur als letzte Möglichkeit zulassen, und die

Entscheidung somit unverhältnismäßig war. Die vorhandenen

Informationen ergäben keinen Hinweis auf den von

der ECHA zunächst vorgebrachten Verdacht, das Mittel könne

möglicherweise die Fortpflanzung schädigen oder Krebs

auslösen. Die ECHA habe weiterhin unter anderem versäumt,

04


Zeitleiste des Vegetarismus

8. Jh.

v. Chr.

6. Jh.

v. Chr.

Im Norden Indiens bildet sich ein Vorläufer des Hinduismus

heraus. Viele seiner Anhänger leben vegetarisch.

„Des Beseelten enthalte dich!“, fordert der griechische Philosoph

Pythagoras. Er glaubt an die Seelenwanderung und

lehnt daher Tieropfer sowie den Genuss von Fleisch und

Eiern ab. Seinen Schülern verbietet er auch, Wolle zu tragen.

Er gilt als Begründer des westlichen Vegetarismus.

1867

1889

Der 1848er-Revolutionär Eduard Baltzer gründet in Nordhausen

Deutschlands erste Vegetarier-Organisation, den

„Verein für natürliche Lebensweise“.

Deutsche Einwanderer eröffnen in Zürich ein „Vegetarierheim

und Abstinenzcafé“. Unter dem Namen „Hiltl“ ist es

heute das älteste vegetarische Restaurant der westlichen

Welt. Website: www.hiltl.ch

Antike

Renaissance

1762

Viele Denker wie Platon und Dichter wie Ovid wenden

sich gegen den Fleischverzehr. Der Schriftsteller Plutarch

schreibt im ersten Jahrhundert nach Christus: „Für ein

kleines Stückchen Fleisch nehmen wir den Tieren die Seele

sowie Sonnenlicht und Lebenszeit.“ Im Mittelalter wird es

still um das Thema Vegetarismus.

Der Theologe Erasmus von Rotterdam sowie die Juristen

Thomas Morus und Michel de Montaigne verfassen bewegende

Schriften über die Leidensfähigkeit der Tiere. Das

Universalgenie Leonardo da Vinci (1452-1519) lebt konsequent

vegetarisch.

Jean-Jacques Rousseau veröffentlicht das Buch „Emile oder

über die Erziehung“, in dem er auf die Vorzüge von Pythagoras

Lebensweise hinweist.

1892

1904

1908

Die beiden größten deutschen Vegetariervereine verschmelzen

in Leipzig zum „Deutschen Vegetarier-Bund“.

Mit einer Unterbrechung während der Nazizeit ist er der

Vorläufer des heutigen Vegetarierbunds Deutschland.

Der Arzt und Vollwertkost-Pionier Maximilian Bircher-Benner

eröffnet am Zürichberg das Sanatorium „Lebendige Kraft“,

wo er bis in die 30er- Jahre über 10.000 Kranke mit pflanzlicher

Rohkost behandelt – darunter Thomas Mann und

Hermann Hesse. Er entwickelt das berühmte Bircher Müsli.

Eine Handvoll Abgesandter aus Deutschland, Großbritannien,

den Niederlanden und Norwegen trifft sich in Dresden zum

ersten Weltvegetarierkongress, um sich „über die trennenden

Berge und Meere hinweg die Hände zum Bunde zu

reichen“.

1821

1833

In Großbritannien erscheint das weltweit erste vegetarische

Kochbuch, Titel: „Ein neues System der Gemüsekochkunst,

mit einer Einführung, welche die Abstinenz von tierischer

Nahrung und berauschenden Spirituosen empfiehlt“.

Der badische Rechtsanwalt Gustav Struve verfasst mit

dem Roman „Mandaras Wanderungen“ die erste deutsche

Streitschrift für Pflanzenkost. Er wird zum Begründer der

vegetarischen Bewegung in Deutschland.

1933-45

1944

Die Nazis propagieren Tierliebe und machen zugleich Jagd

auf Menschen. Adolf Hitler wird zum Vegetarier stilisiert,

obwohl er hin und wieder Fleisch isst. Der Vegetarismus

bleibt vielen Deutschen bis weit nach Kriegsende suspekt.

Der britische Kriegsdienstverweigerer Donald Watson und

sechs weitere „milchfreie Vegetarier“ heben die weltweit erste

„Vegan Society“ aus der Taufe. Watson erfindet den Begriff

vegan als Verkürzung von vegetarian.

1847

1860

Nachdem britische Bibelchristen sich im Jahr 1809 zum

ersten vegetarischen Verein der Welt zusammengefunden

hatten, gründen sie die bis heute bestehende „Vegetarian

Society“. Ihr Name verhilft dem Begriff „vegetarisch“

zum Durchbruch. In den Jahrhunderten zuvor wurde eine

fleischlose Ernährung „Pythagoräismus“ genannt.

Meyers Neues Konversationslexikon vermerkt erstmals das

Stichwort „Vegetarianer“. Es handele sich um „eine Sekte

aus England, welche in der Praxis wie in der Lehre den

Genuß thierischer Nahrung verwirft, überhaupt das Tödten

eines Thiers verbietet und den Menschen einzig und allein

auf die Nahrung aus dem Pflanzenreich angewiesen wissen

will.“ 1812 habe es schon 100 Vegetarianer gegeben.

2013

McDonald´s will in Indien zwei vegetarische Filialen eröffnen

in dem Land, in dem hunderte Millionen Vegetarier leben,

Hindus heilige Kühe verschmähen und Moslems Schwein

meiden, ist die Tofubulette kleinster gemeinsamer Nenner.

Mit freundlicher Genehmigung des Greenpeace Magazins

(Ausgabe 02.13) | Website: www.greenpeace-magazin.de

05


Die Wahlen im Herbst

Am 15. September wird in Bayern die Landtags- und am 22.

September in ganz Deutschland die Bundestagswahl stattfinden.

Wir sind parteipolitisch neutral und werden unseren

Mitgliedern selbstverständlich keine Wahlempfehlung geben.

Was wir allerdings dürfen und wollen ist darauf hinweisen,

worauf bei den einzelnen Parteien zu achten ist, wenn es um

Tierschutz geht.

Zum Zeitpunkt, in dem dieser Artikel geschrieben wird (Anfang

Mai) scheint die Wahl in Bayern gelaufen zu sein. Es ist

kaum davon auszugehen, dass noch ein politischer Skandal

zu einer erdrutschartigen Machtverschiebung im Maximilianeum

führt. Das einzig Positive ist, dass Frau Aigner in der

nächsten Legislaturperiode wohl nicht mehr Bundesministerin

in Berlin sein wird, weil sie in die bayerische Politik muss/

darf.

Obwohl die Wahl wohl schon entschieden ist, halten wir es

für sinnvoll, die CSU-Politiker auf die Notwendigkeit einer

Tierschutz-Verbandsklage hinzuweisen, damit auch Tierschutzverbände

im Namen der Tiere vor Gericht ziehen können.

Steter Tropfen höhlt den Stein.

Für die Bundestagswahl sagen die Demoskopen ein Kopfan-Kopf-Rennen

von „schwarz-gelb“ und „rot-grün“ voraus.

Allerdings ist es aus heutiger Sicht fraglich, ob eine dieser

Koalitionen überhaupt die Mehrheit schafft. Wenn nicht,

bekämen wir sicherlich wieder eine große Koalition, also

eine Regierung mit Angela Merkel und Peer Steinbrück an

der Spitze – einem Duo, das in der Vergangenheit schon

ganz gut zusammengearbeitet hat (obwohl Steinbrück dies

kategorisch ausschließt). Um einzuschätzen, wie sich das

Wahlergebnis auf den Tierschutz in Deutschland auswirken

könnte, seien die jetzigen Fraktionen im Bundestag näher

beleuchtet.

CDU/CSU:

Ein verabschiedetes Wahlprogramm gibt es bei der Union

noch nicht. Das ist in diesem Fall auch nicht nötig, denn

wir kennen die Politik der letzten vier Jahre und die wird

sich auch nicht ändern. Im Bereich der sog. Nutztierhaltung

versucht man, den Export zu steigern, was bei unserem

Lohnniveau nur durch weitere Intensivierung der Tierhaltung

möglich ist. Auf Betreiben von Guido Westerwelle und Ursula

von der Leyen bleiben (im Gegensatz zu ursprünglichen

Vorschlägen Aigners) der Schenkelbrand von Pferden und

die betäubungslose Kastration von Ferkeln bis 2019 erlaubt.

Auch bei den Tierversuchen haben wir keine positive Entwicklung

zu verzeichnen: Die Versuchstierzahlen steigen und

steigen und in Brüssel hat sich Frau (Dr. h.c.) Annette Schavan

für eine deutliche Verschlechterung der Tierversuchsrichtlinien

zu Lasten der Tiere eingesetzt.

SPD:

Die SPD hat zwischenzeitlich ein Wahlprogramm verabschiedet.

Die Passagen zum Tierschutz sind u.E. kurz, aber

„ordentlich“ (siehe Folgeseite). Besonders gefallen hat uns

das Bekenntnis der SPD zur Tierschutz-Verbandsklage. Es

stellt sich allerdings die Frage, wie sehr sich die SPD bei evtl.

Koalitionsverhandlungen mit der CDU/CSU an die eigenen

Aussagen erinnert.

Bündnis 90/Die Grünen:

Obwohl nicht ihr Ur-Anliegen, hat diese Partei sehr umfangreiche

und erfreuliche Texte zum Tierschutz in ihr Bundestagswahlprogramm

aufgenommen. Aus Platzgründen können

wir nur einen Teil zitieren (siehe Folgeseite). Die Grünen

treten u.a. für Verbesserungen in der Tierhaltung, für ein

Klagerecht für Tierschutzverbände, für eine konsequente

Reduzierung von Tierversuchen mit dem Ziel ihrer kompletten

Ersetzung und für ein Wildtierverbot in Zirkussen ein.

FDP:

Die Ausführungen im Programm der FDP zum Tierschutz finden

wir dagegen enttäuschend. Gleich an zwei Stellen geht

es darum, Tierschutz und Wirtschaftlichkeit in Einklang zu

bringen. Dass damit nichts Gutes für die Tiere gemeint ist,

kann man sich vorstellen. Immerhin tritt die FDP für den verstärkten

Einsatz von Alternativmethoden zu Tierversuchen

ein.

DIE LINKE:

Der Vollständigkeit halber seien noch die Aussagen von DIE

LINKE erwähnt, obwohl sie politisch ohne jegliche Bedeutung

sind. Sie tritt für die vollständige Ablösung von Tierversuchen

zur Erprobung von Arzneimitteln und Kosmetika

ein. Außerdem fordert sie eine bodengebundene und tiergerechte

Nutztierhaltung sowie zur besseren Durchsetzung

des Tierschutzrechts eine bessere Ausstattung der Behörden

sowie das Klagerecht und weitere Rechte für Tierschutzverbände.

Die Wahlentscheidung können wir Ihnen nun nicht abnehmen.

Hinsichtlich des Tierschutzes bzw. der Versprechungen

zum Tierschutz gibt es relativ deutliche Unterschiede. In früheren

Jahren gab es zwischen den Parteien hinsichtlich der

anderen Themen größere Unterschiede, die bei einer Wahlentscheidung

zu berücksichtigen waren. Dieses Jahr unterscheiden

sich die großen Parteien bei anderen wichtigen

Themen kaum. So heißt es z.B. bei der einen Partei „Lohn-

Untergrenze“ und bei der anderen „Mindestlohn“. Auch beim

Atom-Ausstieg unterscheiden sich die Parteien kaum. So

liegt es u.E. nahe, sich eher am Tierschutz zu orientieren.

07


Auszüge aus den Wahlprogrammen

Bündnis 90/Die Grünen:

5. Massentierhaltung – Nein Danke!

In der Massentierhaltung werden billiges Fleisch, Milchprodukte

und Eier durch millionenfaches Tierleid und den

massiven Einsatz von Antibiotika erkauft. Massentierhaltung

fördert Artensterben und Klimawandel, weil für den großflächigen

Anbau von Futtermitteln Regenwald gerodet und

Grünland umgebrochen wird. Fast ein Drittel der Weltgetreideernte

landet im Futtertrog. Zur Erzeugung von einem Kilogramm

Rindfleisch werden zudem 15.000 Liter Süßwasser

verbraucht. (…)

Wir Grüne halten dieses System der Massentierhaltung für

nicht verantwortbar. Deshalb wollen wir die Errichtung neuer

Riesenställe und Megamastanlagen stoppen. Die Tierzucht

ist auf Gesundheit und Lebensleistung auszurichten und

nicht als Qualzucht auf immer mehr Milchleistung, Fleischansatz,

Eier- oder Ferkelzahl ohne Rücksicht auf die physiologischen

Grenzen des Lebewesens. (…)

Unsere Konsumentscheidungen prägen die Welt. Das zeigt

sich besonders beim Thema Fleischkonsum. Pro Kopf und

Jahr essen wir Deutsche rund 60 Kilo Fleisch. Dieser hohe

Fleischverbrauch birgt nicht nur gesundheitliche Risiken. Er

erzwingt auch eine Massentierhaltung, die auf Mensch, Tiere

und Umwelt keine Rücksicht nimmt. Deshalb fordern wir

mehr Verbraucheraufklärung zu den gesundheitlichen, sozialen

und ökologischen Folgen des Fleischkonsums. Öffentliche

Kantinen sollen Vorreiterfunktionen übernehmen. Angebote

von vegetarischen und veganen Gerichten und ein „Veggie

Day“ sollen zum Standard werden. Wir wollen ein Label für

vegetarische und vegane Produkte.

6. Schluss mit der Tierquälerei

Wir sind der Überzeugung, dass unsere Tiere ein Anrecht

auf ein artgerechtes Leben ohne unnötiges Leiden haben.

Gemeinsam mit der Tierschutzbewegung haben wir dafür

gesorgt, dass der Tierschutz als Staatsziel ins Grundgesetz

aufgenommen wird. Tiere wollen wir um ihrer selbst willen

schützen, deshalb werden wir das Tierschutzgesetz gründlich

überarbeiten.

Damit die Rechte der Tiere besser vertreten werden können

fordern wir ein Verbandsklagerecht für anerkannte Tierschutzorganisationen

und eine/n Bundesbeauftragte/n für

Tierschutz. Außerdem fordern wir Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften

für den Tierschutz, damit Verstöße gegen das

Tierschutzgesetz effektiv verfolgt werden können.

(…)

Die Haltung von Nutztieren muss sich zukünftig an den arteigenen,

natürlichen Bedürfnissen einer Tierart und damit

am Tierwohl orientieren. Qualzuchten und die Praxis, Tiere

etwa durch das Kupieren ihrer Schnäbel oder Schwänze an

nicht artgerechte Haltungssysteme anzupassen oder durch

Brandzeichen zu misshandeln, wollen wir verbieten. Mit

Schmerzen verbundene Eingriffe wie die Ferkelkastration

dürfen nur mit Betäubung erfolgen oder müssen gänzlich

unterbleiben. Tiertransporte innerhalb Deutschlands wollen

wir auf eine Dauer von höchstens vier Stunden begrenzen

und wir wollen die Schlachtmethoden auf Schlachthöfen verbessern.

Dazu gehört die Überprüfung der CO 2

-Betäubung

ebenso wie die Beendigung der Akkordarbeit und des Einsatzes

von unqualifiziertem Personal. Verbraucherinnen und

Verbraucher wollen wir es durch eine verbindliche Tierhaltungskennzeichnung

erleichtern, sich für Produkte aus artgerechter

Haltung zu entscheiden.

Tierversuche wollen wir konsequent reduzieren und langfristig

komplett ersetzen. Dafür werden wir die Entwicklung

von Alternativen zum Tierversuch gesetzlich fördern und ihren

Einsatz verpflichtend machen. Wir fordern ein nationales

Kompetenzzentrum für tierversuchsfreie Methoden. Die

Ethikkommission zur Bewertung von Tierversuchen wollen

wir mindestens zur Hälfte mit Vertretern des Tierschutzes

besetzen. Versuche an Menschenaffen sollen strikt verboten

werden.

Zum Schutz von Haustieren wollen wir einen Fachkundenachweis

einführen. Auch Wildtiere müssen wir besser

schützen. Dafür fordern wir ihre Haltung im Zirkus zu verbieten

sowie eine Novelle der rechtlichen Vorgaben für die

Zootierhaltung. Den Import und die private Haltung regeln

wir über die Einführung einer Positiv-Liste und ein Verbot

von Wildtierbörsen. Auf europäischer Ebene muss der Tierschutz

durch Importverbote von unter tierquälerischen Bedingungen

erzeugten Produkten, Jagdtrophäen und wild gefangener

Tiere gestärkt werden. (...)

DIE LINKE:

Wir wollen eine flächendeckende nachhaltige Land- und

Forstbewirtschaftung. Auch Gartenbau und Fischereiwirtschaft

müssen nachhaltig sein. Betriebe sollen in die Lage

versetzt werden, den wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen

sowie den Anforderungen des Verbraucher-,

Natur- und Tierschutzes gerecht werden zu können.(…)

DIE LINKE fordert eine bodengebundene und tiergerechte

Nutztierhaltung. Haltungsformen müssen an die Tiere angepasst

werden. Quälerische Praktiken in der Tierhaltung

wollen wir unterbinden und Transporte lebender Tiere auf

maximal vier Stunden begrenzen. Der Einsatz von Antibiotika

muss deutlich reduziert werden. Bei neuen oder

unbekannten Tierkrankheiten wollen wir einen Notfonds

für betroffene Betriebe. Zur Durchsetzung des Tierschutzrechtes

sind die Behörden finanziell und personell besser

auszustatten.

Bürgerinnen und Bürger sowie Umwelt-, Tierschutz- und Naturschutzverbände

sollen umfassende Informations-, Beteiligungs-

und Klagerechte erhalten.

08


SPD:

Die Ernährungs- und Landwirtschaft hat eine große wirtschaftliche,

ökologische und soziale Bedeutung, gerade im

Bereich des Klimaschutzes. Sie hat einen maßgeblichen Einfluss

auf die Nutzung von natürlichen Ressourcen. Wir wollen

eine nachhaltige, bäuerliche Landwirtschaft, die zum Erhalt

und zur Entwicklung lebenswerter ländlicher Räume und

unserer Kulturlandschaft beiträgt. Regionalvermarktungsstrategien

und lokale Wertschöpfung werden dabei von uns

gestärkt.

(…)

Tierschutz ist ein unverzichtbarer Bestandteil verantwortungsvoller

Ernährungs-, Landwirtschafts-, Verbraucher- und

Umweltpolitik. Wir sind stolz darauf, dass es unter unserer

Regierungsverantwortung gelungen ist, den Tierschutz im

Grundgesetz zu verankern, und werden dieses Prinzip auch

auf die Einzelgesetzgebung anwenden, z.B. in der Unterbindung

von Qualzucht.

Mit einem Verbandsklagerecht werden wir Tierschutzorganisationen

die rechtliche Handhabe geben, wirkungsvoller gegen

Tierschutz-Verstöße vorzugehen. Die landwirtschaftliche

Nutztierhaltung muss sich stärker an den Bedürfnissen der

Tiere ausrichten. Dafür müssen die Forschung für eine moderne

Landwirtschaft gestärkt, entsprechende Haltungssysteme

vorgegeben und der Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung

drastisch vermindert werden. Die Intensivtierhaltung

werden wir durch geeignete gesetzliche Maßnahmen zurückdrängen

und insbesondere den Kommunen mehr Möglichkeiten

zur baurechtlichen Steuerung geben. Es braucht eine

Kennzeichnung von Lebensmitteln aus artgerechter Haltung:

transparent, einfach und verbraucherfreundlich. Ein weiteres

Ziel ist die systematische Qualitätskontrolle für die Tiergesundheit

in der Landwirtschaft.

FDP:

Die Stärken und die Vielfalt der deutschen Regionen gilt es

zu erhalten und zu stärken. Dabei kommt dem Erhalt von

Arbeitsplätzen eine zentrale Bedeutung zu. Darum setzen

wir uns für einen starken Mittelstand und für eine eigenständige,

unternehmerische Land- und Ernährungswirtschaft

ein. Darum haben wir die Besteuerung von Agrardiesel und

Mehrgefahrenversicherungen dauerhaft reduziert. Und mit

der Verabschiedung des Tierschutzgesetzes, des Tiergesundheitsgesetzes

sowie eines Gesetzes zur Verringerung

des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung haben wir den

Tierschutz in Einklang mit der Wirtschaftlichkeit in der landwirtschaftlichen

Nutztierhaltung gebracht. Das Waldgesetz

haben wir zukunftsweisend reformiert und eine nationale

Waldstrategie verabschiedet. (…)

Die Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz ist für

uns ein großer Erfolg. Wir setzen uns für eine tiergerechte

und die Tiergesundheit fördernde Tierhaltung und -ernährung

ein. Wir wollen den Tierschutz in der landwirtschaftlichen

Nutztierhaltung auf europäischer Ebene auf wissenschaftlicher

Basis und im Einklang mit der Wirtschaftlichkeit

voranbringen. (…)

Für uns Liberale hat der Tierschutz seit Jahren eine zentrale

Bedeutung. Im Mittelpunkt unserer zukünftigen Bemühungen

stehen eine artgerechte Tierhaltung und -ernährung

sowie die Verringerung der Anzahl von Tierversuchen durch

den verstärkten Einsatz von Alternativmethoden. Erfolgreicher

Tierschutz kann nur auf europäischer Ebene und

nicht durch nationale Sonderwege verwirklicht werden.

Den Handel mit und die Haltung von Tieren, insbesondere

auch von Wildtieren und exotischen Tieren, wollen wir bundeseinheitlich

regeln. Der Import von Wildfängen soll generell

verboten werden und gewerbliche Tierbörsen werden wir

schließen. Die Anzahl der Tierversuche wollen wir verringern

und uns für die Verbreitung der 3-R-Methoden (zu deutsch:

Vermeiden, Verringern, Verbessern) in der Forschung einsetzen.

Wir wollen alternative Forschungsmethoden fördern,

die ohne oder mit weniger Tieren auskommen bzw. weniger

schmerzhafte Verfahren beinhalten.

09


Paten gesucht - Rüsselheim e.V.

Rüsselheim e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der im Dezember

2009 von Doris Rauh gegründet wurde, nachdem

offensichtlich geworden war, dass ihre beiden Sauen Biene

und Lisa nicht an einem „Bauchtumor“ laborierten, sondern

dank eines Binnenebers 18 Ferkel in ihren Bäuchen heranwuchsen.

Sie hatte im Jahr 2005 vier Kälber (drei Ochsen

und eine Kuh) sowie acht Läufer vor dem Schlachttod bewahrt

und ihnen seither ohne Nutzung des Vereins ein Leben

in Freiheit ermöglicht.

Bei einem der Landwirte, bei denen sie ihre Tiere eingestellt

hat, lernte sie dann die kommerziell gehaltenen Schweine

des Landwirts kennengelernt und v.a. die Muttersauen

in ihren rund 1,5qm großen Kastenständen berührten sie.

Sie beschloss, dass der damals eigentlich für ihren eigenen

Bestand gegründete Verein nun endlich eine Aufgabe zu

erfüllen hätte und alle Muttertiere wurden nach und nach

aufgekauft. Keine von ihnen sollte vom Kastenstand in die

Schlachtung gehen. Die Tiere kannten nur die marginal über

ihre Körpergröße hinausgehende Fläche mit Beton- und Teilspaltenboden,

mit Neonlicht an oder aus, trächtig oder mit

säugenden Ferkeln ohne jegliche Beschäftigungsmöglichkeit

und zweimal täglicher Fütterung als einzige Abwechslung

in dieser qualvollen Monotonie. Das älteste Muttertier,

Oma Lotti, wurde als erste in den Bestand von Rüsselheim

übernommen. Sie hatte über zehn Jahre im Kastenstand mit

jährlich bis zu drei Würfen überlebt und damit auch alle ihrer

Nachkommen. Sie lebt heute mit 15 weiteren dieser ehemaligen

Mutterschweine am Gnadenhof Lemuria in Waldbröhl

und hat sich blendend erholt. Es ist erstaunlich, wie gut sie

all die triste und traurige Zeit im Kastenstand durch die liebevolle

und persönliche Pflege von dort kompensieren konnte.

Als die Muttertiere befreit waren, hat Rüsselheim e.V. angefangen

die Ferkel und die Mastschweine, die „dicken Kinder“

der Muttersauen, heraus zu kaufen. Es hatte rund eineinhalb

Jahre Überzeugungsarbeit gekostet, bis der Landwirt

bereit war die Tierproduktion einzustellen. Eine wunderbare

Entscheidung nach einem Tal der Tränen, in denen man so

viele liebenswerte Gesellen auf Nimmerwiedersehen hatte

verschwinden sehen…

Bis Anfang Dezember 2012 hatte Rüsselheim e.V. peu à peu

rund 80 Tiere aufgekauft, wovon bis dahin auch die meisten

schon unter Vollpatenschaft waren. Dann aber gesellte sich

zu gesundheitlichen Problemen des Landwirts eine unschöne

Anzeige gegen ihn und der Verein wurde vor die Alternative

gestellt, alle noch im Bestand des Landwirts befindlichen potentiellen

Schlachtschweine aufzukaufen oder diese auf den

Schlachttransporter gehen zu sehen.

Für den harten Kern des Vereins war die Vorstellung, im

Stall die Tiere nach Rüsselheim e.V.-Tieren und Schweinen

für den Schlachttransport sondieren zu müssen untragbar.

Alle Sponsoren, Unterstützer und Paten, die die Tiere kannten,

fühlten genauso. So hatte der Verein rund zwei Wochen

Zeit , eine Summe von rund 25.000,- EUR einzusammeln. Mit

Hilfe von Vereinsdarlehen, der Unterstützung eines anderen

lokalen Tierschutzvereins und einer Tierrechtsorganisation

sowie dem unermüdlichen und beharrlichen Einsatzes aller,

konnte letztendlich in allerletzter Minute erreicht werden,

diese für einen so kleinen Verein riesige Summe aufzutreiben.

Die letzten zehn Tiere wurden von Doris Rauh privat aufgekauft,

weil für diese die Spenden nicht ausreichten. Keines

der Tiere sollte zurück- und damit seinem schrecklichen

Schicksal überlassen werden.

Statt Zuchtbetrieb und Mast wurden nun Patenschaften für

die befreiten Tiere vergeben und Tierfreunde gesucht, deren

Tierliebe über die zu Hunden und Katzen hinausgeht. Mit

einigen anfänglich sehr wenigen Mitstreitern wurden Infostände

etabliert und man versuchte diese großartigen Tiere

den Menschen nahe zu bringen. Inzwischen hat der immer

noch sehr kleine Verein 63 Mitglieder, aber ein Vielfaches an

Schweinen!

10


Über einen etwa zweimonatigen Umweg über Sachsen-Anhalt

fand man letztendlich den Platz bei Berlin, wo heute 126

der insgesamt 163 Vereins-Schweine stehen. Neben den 16

Tieren auf Lemuria sind noch weitere zwölf Tiere am Ammersee

und vier in Buttenwiesen untergebracht. Diese vier

benötigen dringend – zusammen mit den 36 von Doris Rauh

betreuten Tieren – einen neuen Platz.

Da dieser kleine Verein seine Mittel mit dem kurzfristig notwendig

gewordenen Aufkauf der Tiere, dem Tiertransport,

damit einhergehenden Tierarztkosten und dem Ausbau des

Pflegeplatzes enorm strapaziert hat, werden dringend passionierte

Unterstützer und Sponsoren gesucht, die die Vision

am Leben halten, Schweinen ein Gesicht zu geben und sie

auf die Stufe von Hund und Katze zu hieven, was alleine aufgrund

ihres Charmes, ihres Esprits, und ihres Intellekts mehr

als überfällig ist. Schweine sind die witzigsten Trolle, die man

sich vorstellen kann. Allein ihr Aussehen ist so drollig, ihre

Kommunikation so vielfältig und ihre Treue und Anhänglichkeit

unschlagbar. Kurzfristig muss in erster Linie der Unterhalt

und die tierärztliche Versorgung aller Tiere abgesichert

werden. 100 Tiere haben inzwischen einen Paten gefunden,

aber für 63 Tiere werden noch dringend Patenschaften benötigt,

damit die monatliche Finanzierungslücke bei der Versorgung

aller Tiere geschlossen werden kann. Der Verein

bietet Patenschaften ab EUR 5,00 monatlich an. Eine Vollpatenschaft

kostet EUR 45,00 im Monat. Kaum vorstellbar, dass

viele Menschen ohne darüber nachzudenken z.B. mehrmals

wöchentlich Zigaretten kaufen, aber bei einer Summe von

EUR 5,00 im Monat, mit denen man ein Tierleben absichern

kann, zögern. – Gerade, wenn es um Schweine oder auch

Rinder geht, die die meisten heutzutage nur noch „entpersonifiziert“

als Stück Fleisch auf dem Teller kennen.

Bitte helfen Sie mit, einem dieser 163 drolligen und lustigen

Gefährten ein artgerechtes Leben in Freiheit bieten zu können.

Möge dieses einzigartige Nutztierprojekt abstrahlen,

damit diese Spezies endlich nicht mehr als Fleisch, sondern

als Tiere gesehen werden. Unterstützen Sie Rüsselheim e.V.

damit, dass auch Nutztieren, die in unserer Hemisphäre zu

den Ärmsten unter den Armen zählen, ein respektvoller Umgang

widerfährt!

animal2ooo stockt eingehende Spenden mit dem Verwendungszweck

„Rüsselheim e.V.“ auf den doppelten Betrag

auf (bis zu einem Maximalbetrag von insgesamt 10.000 €).

Wir hoffen auf zahlreiche Schweinefreunde!

Bankverbindung:

animal2ooo – Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Spardabank München

Verwendungszweck: Rüsselsheim e.V.

Konto-Nr.: 26 55 900

BLZ: 700 905 00

Nachruf

Wolfgang Schindler, Gründer und Präsident der „Albert

Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt“, ist nach langer

Krankheit am 26. Mai 2013 gestorben. Mit ihm verlieren die

Bewegungen für den Schutz und die Rechte der Tiere einen

ihrer engagiertesten und klügsten Mitstreiter. Wolfgang

Schindler hat maßgebliche Erfolge, wie die inzwischen weitestgehende

Abschaffung der Käfighaltung von Legehennen

in Deutschland, erzielt. Zudem verfasste er als Rechtsanwalt

und Jurist über hundert Strafanzeigen wegen Tierquälerei

und förderte mit persönlichem und finanziellen Einsatz im

Namen der „Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt“

auch andere Organisationen.

11


Protest gegen Ochsenrennen in Hofheim-Spatzenhausen

Eine Gaudi

für die

Ochsen?

12

Am 29. September 2013 soll in Hofheim-Spatzenhausen im

Landkreis Garmisch-Partenkirchen anlässlich des Dorfjubiläums

ein Ochsenrennen stattfinden. Trotz der vom bayerischen

Landwirtschaftsministerium herausgegebenen umfassenden

Auflagen zu diesen Veranstaltungen, kommen

immer wieder Organisatoren auf die Idee, Ochsen reiten zu

lassen oder sie vor einen Karren spannen und Wettrennen

zu veranstalten. Dies wird gerne als „urbayerische Tradition“

verkauft, ist jedoch in den meisten Fällen ein Mythos. So

auch in Hofheim, wo noch nie ein Ochsenrennen stattgefunden

hat. Wenngleich Ochsen früher in der Landwirtschaft

Karren ziehen mussten oder vor den Pflug gespannt wurden,

so ist das Hofheimer Ochsenrennen eine vollkommen künstliche

Veranstaltung, die lediglich den Gaudi-Faktor erhöhen

soll.

Bereits im Januar wurden der Bürgermeister und das zuständige

Veterinäramt des Landkreises Garmisch-Partenkirchen

angeschrieben und aus Tierschutzgründen um eine Absage

des Spektakels gebeten. Auf unser Anliegen wurde überhaupt

nicht eingegangen.

Aufgrund zahlreicher eigener Besuche von Ochsenrennen in

Bayern steht fest: Die Ochsen werden nicht nur verhöhnt,

sondern sie müssen auch zum Rennen gebracht werden.

Dabei sind – trotz der Auflagen – alle Mittel recht. Nicht

selten werden Ochsen geschlagen, getreten und es wird

ihnen schmerzhaft am Schwanz herumhantiert. Symptome

von Angst, Stress und Überforderung sind auch für Laien

erkenntlich. Bitte protestieren Sie bei den Verantwortlichen:

Herrn Bürgermeister Georg Wagner u. Herrn Andreas Bader

c/o Gemeinde Spatzenhausen

Dorfstraße 12

D-82447 Spatzenhausen

Fax: 08847/6980611

E-Mail: verwaltung@gde-spatzenhausen.de

Oder verwenden Sie die Postkarte auf der Rückseite des

Blickpunktes.

Vielleicht erhalten Sie eine Antwort?

Wir suchen unter unseren Mitgliedern jemanden, der sich

ausgezeichnet bei Facebook und evtl. auch Twitter auskennt,

starke Nerven hat und für uns ehrenamtlich zeitweilig Kampagnen

in diesen beiden Medien organisiert. Freiwillige vor!


Rodeo - Es geht im alten Stil weiter

In der letzten Ausgabe berichteten wir über eine Initiative

des Bundesrates, bei der damals anstehenden Novellierung

den Begriff „Rodeo“ ins Tierschutzgesetz aufzunehmen. Im

gleichen Zug wären auch der Flankengurt, der die Tiere

künstlich immer wieder zum Buckeln veranlasst und andere

Bestandteile von Rodeo bundesweit verboten worden. Leider

weigerte sich Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner,

das Tierschutzgesetz umfassend überarbeiten zu lassen und

so fiel Rodeo, gemeinsam mit weiteren dringend notwendigen

Verbesserungen für die Tiere, dem partei-politischen

Hickhack zum Opfer.

Somit geht alles im alten Stil weiter, was die eine Veranstaltung

im April 2013 in Griesheim bewies. Den Besuchern, angelockt

nicht nur vom schönen Wetter, sondern auch durch

die reichliche Vergabe von Freikarten, dürfte kaum aufgefallen

sein, dass die Tiere in den Startboxen litten. Sie wurden

durch pausenlose und beschönigende Ansagen vom Tierleid

abgelenkt. Besonders unglaubwürdig war die Behauptung,

ein Tierschützer hätte die Möchtegern-Cowboys auf ein

Schlachtpferd aufmerksam gemacht, das dann auch gerne

von den Rodeoleuten „gerettet“ wurde und für mehrere Jahre

als „Buckelpferd“ eingesetzt wurde. Welcher Tierschützer

würde sich ausgerechnet an Leute wenden, die sich daran

erfreuen, wenn Tiere leiden?

Wer Rodeo genauso kritisch sieht wie wir, sollte bei der bevorstehenden

Bundestagswahl seine Stimme davon abhängig

machen, ob die Partei bzw. der Abgeordnete seiner Wahl

die Sache der „Rodeo“tiere voranbringt. Erkundigen Sie sich

vorher und lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben,

damit Sie die Wahlsieger nachher an ihre Zusage erinnern

können.

Infostände

Bei der super organisierten Gemeinschaftsveranstaltung

auf dem Marienplatz in München am 16.03.2013 unter dem

Motto „Vegane Ostern“ waren auch wir mit einem Infostand

vertreten.

Das Interesse von Passanten war groß und die Stimmung

prima. Wir hoffen, dass wir ein paar Menschen wenigstens

zum Nachdenken anregen konnten.

Danke an die Organisatoren und unsere Helfer am Stand

Juliane Schmidt und Conny Hofaicher, die sogar extra aus

Niederbayern anreiste.

Unsere nächsten Termine für Infostände:

29.06.2013 Earth Peace Day, Willy-Brandt-Platz, Augsburg

27.07.2013 Tierrechtstag, Marienplatz, München

28.09.2013 Veganes Oktoberfest, Marienplatz, München

05.10.2013 Pelzfrei (in München), Marienplatz, München

02.11.2013 Veihnachten, Marienplatz, München

Wer macht mit?

13


Tierversuche in der Kosmetik

Umzug der Igelstation

Am 29.12.2012 zogen die Bewohner der Igelstation Memmingen

und des angeschlossenen Gnadenhofs von ihrem

bisherigen Domizil in Memmingerberg in die neue Anlage bei

Eisenburg um. Die 1. Vorsitzende, Frau Edda Zangmeister,

bat uns um Unterstützung beim Umzug der vielen Tiere.

Über 30 Jahre hat es gedauert – in der EU trat zum 11. März

2013 das von Tierrechtlern hart erkämpfte endgültige Verbot

von Tierversuchen in der Kosmetik in Kraft.

Leider bedeutet dieses Verbot keineswegs, dass Tiere nicht

für Kosmetik leiden müssen. 80 bis 90% aller Zutaten in der

Kosmetik werden auch anderweitig genutzt, wie zum Beispiel

ein Pflanzenextrakt, dass nicht nur in einer Creme, sondern

auch in einer Arznei zum Einsatz kommt oder ein Tensid das

nicht nur im Duschgel, sondern in einem Haushaltsreiniger

eingesetzt wird. Und dann ist der Tierversuch nicht verboten,

sondern oft sogar gesetzlich vorgeschrieben.

So kann man als Verbraucher nie ganz ausschließen, dass in

einem Kosmetikprodukt nicht doch Tierleid steckt. Da fast

jede Kosmetik Substanzen enthält, die irgendwann mal im

Tierversuch getestet wurden, arbeiten Siegel mit Stichtagen,

nachdem keine Versuche durchgeführt werden oder in Auftrag

gegeben wurden bzw. Zutaten eingesetzt werden, für

die dies der Fall ist. (Beispiel: Hase mit schützender Hand)

Grundsätzlich stellt sich die Frage, inwieweit Tierversuche

überhaupt auf den Menschen übertragen werden können. Es

gibt zahlreiche Alternativmethoden, die es allerdings schwer

haben, anerkannt zu werden.

Wir reisten an mit unserem Bus und einem Pferdehänger,

den uns unsere hilfsbereite Vermieterin Frau Ruf freundlicherweise

zur Verfügung stellte und fühlten uns einen Tag

wie im Wilden Westen. Ziegen und Schafe mussten mit vielen

Tricks eingefangen und verladen werden. Am schwierigsten

gestaltete sich der Umzug der sehr ängstlichen und

schwerfälligen Hängebauchschweine. Bis jedes dieser sehr

anfälligen Tiere mit viel Zeit, Geduld und dem Einsatz aller

Helfer auf den Hänger geschoben und getragen werden

konnte, standen Tiere und Menschen kurz vor dem Schlaganfall.

Eine besonders glückliche Hand als „Schweinetreiber“

bewies unser türkischer Freund Cevdet, was wir sogar dokumentieren

konnten (siehe Foto).

Schließlich und endlich waren am Abend alle Tiere in den

neuen wunderschönen Gehegen und haben sich dort auch

ganz schnell eingewöhnt. Das ist auch kein Wunder bei der

guten Fürsorge durch Edda und ihre Helfer.

Und wenn die Tiere alle zufrieden sind – dann sind wir es

doch auch.

Dennoch kann man das eingeführte Verbot als Erfolg werten.

Erstmals werden Tierversuche verboten und die Industrie

gedrängt, Alternativmethoden zu entwickeln. Es ist auch

ein Zeichen außerhalb des Kosmetikmarktes, wo nach Alternativmethoden

geforscht wird.

Das Verbot hilft nur wenigen der fast drei Millionen „Versuchstiere“,

die im Jahr 2011 allein in Deutschland getötet

wurden. Die meisten der getöteten Tiere sterben in der biologischen

Grundlagenforschung. Deshalb müssen wir den

Millionen Tieren die entsetzlich in Laboren leiden, eine Stimme

geben und für ein gänzliches Tierversuchsverbot kämpfen.

14


Zwei Engel für Rhodos ...

... so werden sie mittlerweile auf der Insel genannt. Gemeint

sind Ines Leeuw, die Tierärztin des Tierärztepools der Arche

Noah Kreta, die schon im August letzten Jahres bei der ersten

großen Kastrationsaktion auf Rhodos sehr erfolgreich gearbeitet

hat und ihre Assistentin Christina Schomann. Jetzt, ein

halbes Jahr später, hatten wir dank vieler Unterstützer unserer

Arbeit wieder die finanziellen Mittel, um in Zusammenarbeit

mit der privaten Organisation „Rhodos Hunde“ Ines

und Christina auf die Insel einladen zu können. So konnten

sie ihre Arbeit fortsetzen, so viele Katzen und Hunde wie

möglich zu kastrieren um somit unserem gemeinsamen Ziel,

das Leid und das Elend der Streuner dort zu verbessern,

ein Stück näher zu kommen. Vom 02.-09.03.2013 kamen sie

von der Insel Kreta und diesmal wussten alle Tierschützer

und Helfer auf Rhodos, was sie zu erwarten hatten und waren

gut vorbereitet. Im Vorfeld wurden schon Hunde und

Katzen gefangen und da noch keine Saison ist, waren auch

mehr Helfer vor Ort. Schon Wochen vorher bekam ich immer

wieder Mails und Anrufe von dort. Alle fragten immer wieder,

wann kommt Ines? Leider waren trotz aller Aktionen im

letzten Jahr schon wieder ca. 50 Welpen über den Winter im

Tierheim angekommen, die ausgesetzt wurden. Außerdem

bestimmt noch mal so viele bei den privaten Tierschützern auf

der Insel. Das wären sonst sicher doppelt so viele gewesen,

aber eben auch ein Zeichen, dass wir weiter an der Situation

arbeiten müssen. Von den Katzen ganz zu schweigen.

Der örtliche Tierschutzverein RAWS hatte wieder für die nötige

Genehmigung der Stadt gesorgt. Es wurden im Vorfeld

Listen gemacht, wo alle eingetragen wurden, die Tiere zum

Kastrieren bringen wollten und Termine vergeben. Es ist immer

eine logistische Herausforderung so viele Tiere nach der

OP solange unterzubringen, bis sie wieder wach und fit sind.

Die Räumlichkeiten dort sind sehr begrenzt und das Wetter

um diese Zeit noch nicht so, dass man draußen die Flächen

nutzen kann. Das bedeutet jedes Mal großen Stress für alle.

Alles muss genau organisiert sein. Notfälle kommen auch

noch dazwischen. Das OP-Team muss äußerst konzentriert

arbeiten und alles muss Hand in Hand laufen. So begann

also am Montagmorgen die Arbeit. Am ersten Tag wurden

25 Tiere kastriert. In den nächsten Tagen wurde wieder

von Morgens bis Abends auf Hochtouren operiert. Priorität

hatten weibliche Tiere, die aufwendiger zu operieren sind

und so nicht mehr für Nachwuchs sorgen können. Neben

den Kastrationen wurden noch Tumore entfernt, verletzte

Tiere behandelt und vieles mehr. Ines und das ganze Team

dahinter arbeiteten sogar noch bis zum Abend der Abreise.

So können wir also wieder grandiose Zahlen weitergeben:

In sechs Tagen konnten 184 Tiere kastriert werden und 40

weitere Operationen wurden durchgeführt.

Die Zusammenarbeit zwischen Ines und allen Mitarbeitern

von RAWS war super, der örtliche Bürgermeister bedankte

sich herzlich genauso wie die Vorsitzende vom Rhodos Animal

Welfare und so können wir diese Kastrationsaktion wieder

als sehr erfolgreich und gelungen abschließen. Da wir weiter

an unserem Ziel arbeiten möchten den Streunern von

Rhodos zu helfen und ihnen Leid und Elend zu ersparen,

sammeln wir jetzt schon wieder Spenden für eine erneute

Aktion mit Ines, die noch in diesem Jahr stattfinden soll. Wir

können nur sagen: Danke an alle, die uns schon geholfen

haben das zu verwirklichen und wir hoffen weiterhin auf Ihre

Unterstützung, denn wir alle sind davon überzeugt, dass wir

das zusammen schaffen werden, wenn wir nicht aufgeben.

So eine Aktion hat auch immer den Nebeneffekt, dass die

Bevölkerung vor Ort in Geprächen über richtige Tierhaltung

aufgeklärt und über diese wichtige Arbeit informiert wird.

Auch dieses gute Projekt wurde und wird von animal2ooo

unterstützt. Spenden bitte unter Stichwort „ Rhodos“.

15


Neuigkeiten zum Projekt „Tierschutz macht Spaß!“

Bereits in der Winterausgabe 2012/2013 berichteten wir

über das neue Projekt von animal2ooo namens „Tierschutz

macht Spaß!“ – dem Tierschutzunterricht für Kinder und Jugendliche

im Großraum München. Das Ziel des Projekts ist

es, Kindern altersgerecht Tierschutzthemen nahezubringen,

um sie allgemein für das Thema Verantwortung für Tiere zu

sensibilisieren. Durch spielerische Einheiten lernen die Kinder

Möglichkeiten kennen, die es ihnen ermöglichen, sich

bereits eigenständig für Tiere einzusetzen und verantwortungsvoll

zu handeln.

Viel hat sich seitdem getan, viele junge Menschen haben ihr

Interesse an Tierschutzthemen gezeigt und ihr Wissen erweitern

können. Nicht nur wurden die Tierschutzvormittage

im Umweltgarten der Gemeinde Neubiberg (Landkreis München)

erfolgreich weitergeführt, sondern auch Kontakte zu

anderen Einrichtungen geknüpft, um den Tierschutzunterricht

in die Schulen zu bringen.

Seit Anfang des Jahres 2013 führt unsere Tierschutzlehrerin

Melanie Reiner nun in einem Münchner Gymnasium im

Rahmen der Offenen Ganztagsschule jeden Donnerstag

regelmäßig Tierschutzunterricht mit einer Gruppe engagierter

Jugendlicher durch. Themen wie Tierversuche und Pelz

wurden behandelt und Plakate zu den verschiedenen Tierschutzthemen

angefertigt, welche nun bei allen Infoveranstaltungen

zur Offenen Ganztagsschule mit ausgehängt

werden. Geplant ist außerdem eine „Exkursion“ in einen Supermarkt,

um das Thema „Tierschutz im Einkaufskorb“ vor

Ort zu behandeln.

Auch in einer Münchner Grundschule ist ab Sommer 2013 regelmäßiger

Tierschutzunterricht geplant, die Vorbereitungen

dafür laufen bereits.

In den vergangenen Osterferien konnte in Zusammenarbeit

mit dem Förderverein Grundschule Riemerling Hohenbrunn

e.V. und dem Umweltgarten Neubiberg eine viertägige

Tierschutz-Ferienbetreuung organisiert werden, an der 20

Grundschüler aus verschiedenen umliegenden Orten teilnahmen.

Begleitet wurde jeder Tag von drei ausgebildeten

Tierschutzlehrern, die mithilfe der Stoffschildkröte Herby alle

Tierschutzthemen altersgerecht und pädagogisch aufbereitet

präsentierten. Das Ferienprogramm begann an einem

Montag mit dem weit gefassten Thema „Tierschutz im Einkaufskorb“,

wozu die Kinder zu den verschiedenen Themen

wie Pelz, „Haus“tiere, „Nutz“tiere, Tiere in der Unterhaltung

und „Wild“tiere Collagen anfertigten, um sie anschließend

allen anderen Teilnehmern stolz vorzustellen. Der Dienstag

widmete sich voll und ganz dem Thema Tierversuche, was

auch die jüngeren Schüler gut verstanden. Die Geschichte

von Hermes, dem Affen aus dem Versuchslabor, wurde erzählt,

die verschiedenen Tierarten vorgestellt, die für Versuche

genutzt werden, Versuchsbeispiele an Kuscheltieren

vorgeführt und anschließend ein Tierversuchsmemory gelöst.

Die Unsinnigkeit von Tierversuchen stand den ganzen

Tag über im Vordergrund und die nicht übertragbaren Ergebnisse

aus Tierversuchen auf den Menschen.

Sehr interessiert waren die Kinder auch an den alternativen

Testmöglichkeiten, da ihnen schnell klar wurde, dass wir

aus moralischen und auch aus gesundheitlichen Gründen

keine weiteren Tierversuche mehr durchführen sollten. Der

Mittwoch lag ganz im Zeichen der „Heim“tiere, weshalb ein

Ausflug in das Münchner Tierheim in Riem organisiert wurde.

„Warum gibt es Tierheime und was kann ich selbst tun,

um den Tieren dort zu helfen?“ „Was sind Qualzuchten und

Listenhunde und wieso leiden diese Tiere?“ All diesen Fragestellungen

konnte nachgegangen werden, um den Kindern

die Problematiken von Zucht, Zuchtformen und unüberlegter

Haustieranschaffung nahezubringen.

Um dieses Wissen Revue passieren zu lassen, wurde am

letzten Tag, dem Donnerstag, das Thema Hunde noch einmal

vertieft. Ein Hund besuchte die Kinder in der Ökoschule

des Umweltgarten Neubiberg und veranschaulichte wichtige

Punkte in der Hundesprache. Schnell merkten die Kinder,

wie sie die Beschwichtigungssignale eines Hundes deuten

können und wie sie daraufhin handeln sollten. An kleinen

Rollenspielen, in denen die Kinder mal die Rolle des Hundes,

mal die Rolle des Menschen einnahmen, konnten spielerisch

„unangenehme“ Situationen erprobt und verdeutlicht werden.

Da diese Ferienbetreuung ein voller Erfolg war und die Kinder

sowie die Eltern begeistert waren, werden in Zusammenarbeit

mit dem Förderverein Grundschule Riemerling

Hohenbrunn e.V. bald weitere Projekte gestartet werden.

16


Kommt „Tierschutz macht Spaß!“ auch in meine

Einrichtung?

Sie sind als Pädagoge/Pädagogin in einer Schule, einem Kindergarten

oder einer anderen Einrichtung tätig und würden

Ihren Kindern auch gerne die Möglichkeit eines einzelnen

oder gar eines regelmäßigen Tierschutzunterrichts bieten?

Oder Sie haben selbst Kinder im Kindergarten oder Schulalter

und würden die Lehrer gerne für solche Einheiten begeistern?

Dann sind Sie bei uns genau richtig!

Als einzelne Tierschutzlehrerinnen kommen wir direkt in Ihre

Schule oder Einrichtung im Großraum München und bieten

Einzel- und Doppelstunden, Arbeitsgruppen und Projekttage

an. Gerne legen wir in Absprache mit Ihnen die Schwerpunkte

unserer Einheiten fest und erarbeiten ein individuelles,

altersgerechtes Konzept für Sie. Auch begleiten wir für

Sie Projekttage und bieten Ferienbetreuungen an.

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf

Wir freuen uns von Ihnen zu hören und stehen gerne für

Ihre Rückfragen zur Verfügung.

Handynummer:

0176 – 56770027

E-Mail:

tierschutzmachtspass@gmail.com

Facebook:

www.facebook.com/tierschutzmachtspass

Weitere Termine und Infos:

www.animal2000.de/wp/tierschutzmachtspass-termine/

Projektgebundenes Spendenkonto für

„Tierschutz macht Spaß!“ eingerichtet

Wer das Projekt „Tierschutz macht Spaß!“ von animal2ooo

und damit Tierschutzunterricht in ganz München, gezielt fördern

möchte, hat nun die Möglichkeit auf das von uns dafür

eigens angelegte Spendenkonto zu überweisen.

Tierschutz macht Spaß!

GLS Gemeinschaftsbank

Kto. 8 209 249 701

BLZ 430 609 67

Tierschutzunterricht bietet uns die Möglichkeit Kinder und

Jugendliche von klein auf für die Wunder der Natur und der

Tierwelt zu begeistern und ihnen Respekt vor allem Lebenden

zu vermitteln. Unser Leitspruch „Tierschutz ist Erziehung

zur Menschlichkeit!“ von dem Arzt und Philosophen Albert

Schweitzer stützt uns in der Annahme, dass mit Tierschutzunterricht

eine ganzheitliche Ethik vermittelt werden kann.

Wir danken Ihnen im Namen der Tiere.

17


Buchtipp

Der Maler und Grafiker Hartmut Kiewert setzt sich in seinen

Arbeiten intensiv mit dem gesellschaftlichen Mensch-Tier-

Verhältnis auseinander. In dem Buch »mensch_tier« stellt er

74 meist großformatigen Abbildungen seiner künstlerischen

Arbeiten seine theoretische Auseinandersetzung mit dem

Thema gegenüber und ergänzt diese zu einem klaren Plädoyer

für eine ausbeutungsfreie Gesellschaft.

Auf Textebene steigt das Buch mit einer Faktensammlung

über die heutige Produktion von Fleisch, Milch & Co ein. Dabei

werden auch ökologische und soziale Aspekte heutiger

Tierausbeutung aufgezeigt. Im nächsten Teil wird ein grober

Abriss der ideengeschichtlichen Entwicklung des (westlichen)

Mensch-Tier-Verhältnisses von der Steinzeit bis heute

gegeben und die soziale Konstruktion der Kategorien Mensch/

Kultur und Tier/Natur herausgestellt. Es folgt eine Vorstellung

der wesentlichsten Positionen zum Thema Tier-Ethik

bzw. Tierrechte und Antispeziesismus in einer kritischen Betrachtung.

Im letzten Teil finden sich das Plädoyer des Autors für einen

anderen Umgang mit nicht-menschlichen Individuen und seine

Perspektiven für eine gewalt- und herrschaftsfreie Gesellschaft.

Das Buch endet mit einer kurzen kunstgeschichtlichen

Selbstverortung der künstlerischen Arbeit.

Das Buch enthält 62 Farb- und 12 s/w-Abbildungen. Daneben

eignet sich »mensch_tier« aber auch als Einstiegsliteratur

in die Problematik von gesellschaftlichen Mensch-

Tier-Verhältnissen. Das Buch ist beim Verlag Compassion

Media erschienen.

Seitenzahl: 144

ISBN: 978-3-9814621-1-1

Auflage: 1. Auflage

Preis: 24,90 €

Autorkurzbiografie:

Hartmut Kiewert, 1980 in Koblenz geboren, lebt und arbeitet

in Witzenhausen. Sein Studium an der Burg Giebichenstein

Kunsthochschule Halle absolvierte er „mit Auszeichnung“. In

den letzten Jahren waren seine Bilder in zahlreichen Einzelausstellungen

unter anderem in Hamburg, Berlin und Leipzig

zu sehen. Autorenwebsite: http://hartmutkiewert.net

Auf der Bildebene gibt es eine ähnliche Aufteilung. Angefangen

bei der burlesk-satirischen Serie der „Schlachtplatten“

und Fleischlandschaften, bis hin zu komplex aufgebauten

großformatigen Arbeiten, welche nach Sinnbildern für heutige

Menschen-Tier/Mensch-Natur-Beziehungen suchen, entwickelt

der Maler bei seinen jüngeren Arbeiten utopische

Perspektiven, in denen nicht-menschliche Tiere den Zuchtvorrichtungen

entrückt sind.

Kiewerts Bilder unterwandern das Wegschauen, die Absperrung

des Bewusstseins gegen die Ausbeutung der Tiere und

regen zu neuen Perspektiven auf nichtmenschliche Individuen

an.

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Affen im Tiergarten Ulm

Wer sich mit politischem Tierschutz befasst, braucht eine

fast unendliche Geduld und eine extreme Frustrationstoleranz.

Erfolgserlebnisse sind zwar schon manchmal zu verzeichnen,

aber leider nicht so häufig, wie man es gern hätte.

So ist der nachfolgende Artikel kein Bericht über einen Erfolg,

sondern die Darstellung eines Zwischenstandes.

Die Ulmer und Neu-Ulmer Arbeitsgruppe „Aktionsgruppe Biber“

von animal2ooo hat es vor ziemlich genau zehn Jahren

nach jahrelanger Arbeit geschafft, dass die Stadt Ulm auf

Beschluss des Ulmer Gemeinderats den Ulmer Bären ein

wesentlich größeres Gehege spendierte. Schon damals monierten

wir, dass im Tiergarten Ulm die Kleinaffen in zu kleinen,

vor allem aber zu niedrigen Käfigen gehalten werden.

Allerdings erschien es uns ratsam, nicht gleich nach dem

Erfolg mit den Bären mit der nächsten Forderung Druck zu

machen. So behielten wir das Thema lediglich im Auge. Über

eine Mittelsperson, die an die Stadt schrieb, bekamen wir

das Eingeständnis des Ulmer Oberbürgermeisters, dass die

Unterbringung der Affen im Ulmer Tiergarten nicht ganz den

Empfehlungen des sog. „Säugetiergutachtens“ entspricht,

dass man aber mittelfristig eine Besserung plane.

Vor ca. zwei Jahren beschlossen wir, die Sache verstärkt anzugehen.

Leider haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht:

Die Stadtverwaltung, der wir vor Jahren mit unserer

Bärengeschichte ein Schnippchen geschlagen hatten, ignoriert

unsere schriftlichen Vorstöße konsequent. Und zwar auf

allen Organisationsebenen! Sie antwortet einfach nicht. So

ist leider recht viel Zeit vergangen. Inoffiziell wissen wir, dass

es Umbaupläne gibt, aber wir erfahren wenig Konkretes.

Unsere Sorge ist, dass der Umbau zu wenig die Interessen

der Affen berücksichtigt und wir wieder Jahre warten müssen,

bis etwas im Sinne der Affen geschieht.

Wir wären keine guten Tierschützer, wenn wir uns mit der

Nichtbeachtung durch die Stadtverwaltung zufrieden gäben.

So wollen wir versuchen, eine zeitlich beschränkte „Bürgerinitiative

Tiergarten“ zu gründen und mit ihr auf die Straße

zu gehen. Außerdem haben wir die Tierschutzbeauftragte im

Stuttgarter Landwirtschaftsministerium, Dr. Jäger, nach Ulm

eingeladen. Vielleicht können wir ja gegen Jahresende etwas

Positives darüber berichten.

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Gyula 2013

Auch heuer waren wir in rund vierwöchigen Abständen in dem von uns seit Jahren unterstützten Tierheim in Gyula, Ungarn.

Der Winter war dieses Jahr ganz entsetzlich für die Tiere, es regnete wochenlang ununterbrochen, das Grundwasser kam

schon hoch und die Hunde standen bei Kälte, Wind und Dauerregen zum Teil knöcheltief in ihren Gehegen im Schlamm und

Wasser. Fast ohne Übergang schwenkten die Temperaturen nun plötzlich in eine hochsommerliche Hitze um. Aber wenigstens

ist es trocken und wir konnten die Gehege mit einer dicken Schicht Kies und Sand füllen. Ein paar ganz arme Schlucker aus

Gyula warten immer noch auf ein gutes Plätzchen.

Wir denken, weil gerade diese Hunde so viel Schlimmes erlebt haben, muss jeder von ihnen einen absoluten Spitzenplatz

erhalten. Sie werden sich ganz bestimmt mit viel Liebe dafür revanchieren. Jeder der Hunde strahlt so viel Freude und Lebensmut

aus – da kann mancher von uns noch davon lernen. Und Vorsicht: die Stimmung ist ansteckend. Näheres über unsere

Schützlinge erfahren Sie unter Tel. 089/5469050 oder 08141/3557757.

Woody

Er hat sein Hinterbeinchen durch schwere Attacken anderer

Hunde verloren.

Seit seiner Operation vegetierte er in einem Kinderbettchen

in der Krankenstation des Tierheims dahin. Unser lieber

Freund Chris, der im April/Mai eine Woche ehrenamtlich

in Ungarn geschuftet hat, nahm Woody mit und er wartet

nun auf dem Gnadenhof von Susanne Pfeiffer in Gollachostheim

auf ein neues Zuhause. Wie uns Susanne mitteilt, ist

er wieder ein fröhlicher kleiner Racker geworden und läuft

mit den anderen acht Gnadenhof-Hunden sogar die große

Gassi-Runde mit. Woody ist sehr verspielt und anhänglich,

versteht sich mit anderen Hunden und auch Katzen.

Wir schätzen Woody auf ein Alter von zwei Jahren.

Ein ganz herzliches Dankeschön an Chris, Susanne und Martin

für den Pflegeplatz. Ohne ihre Hilfe hätten wir den Hund

in Ungarn lassen müssen.

20


Mutter Teresa

Sie ist querschnittsgelähmt. Was ihr zugestoßen ist, wissen

wir nicht. Leider konnte sie nicht mehr operiert werden und

wird nie mehr laufen können.

Dafür rutscht sie aber mit einem Affenzahn durch die Wohnung.

Damit sie sich nicht die Hinterbeine wundscheuert,

trägt sie bei ihren Ausflügen meist einen Kinderschlafsack.

Damit kommt sie wunderbar zurecht.

Von einer ganz lieben Spenderin – Frau Birgit Ebenrecht aus

der Schweiz – bekam Teresa nun sogar noch einen supertollen

und ganz leichten Gehwagen geschenkt, mit dem sie

umeinander tobt als müsste sie den ersten Preis auf der alten

Trabrennbahn in Daglfing gewinnen.

Tessy ist maximal zwei Jahre alt, ein Bündel an Energie und

Lebensfreude und kommt mit ihrer Einschränkung wunderbar

zurecht.

LKW-Plane

Stoppt Tiertransporte – dies steht in großen Lettern auf den

LKW-Planen, die im ganzen Bundesgebiet unterwegs sein

werden. Als Zeichen des Protests ist die Botschaft dort, wo

auch die Tiere unterwegs sind – auf den Autobahnen. Nach

wie vor werden Tiere tausende Kilometer in Tiertransporten

zum Schlachter gefahren. animal2ooo unterstützt diese

Aktion der „animals angels“ und sponsert fünf LKW-Planen à

4000 Euro. Wird jede Plane pro Kilometer von zehn Personen

gesehen dann hat die Botschaft gegen Tiertransporte durch

die Förderung von animal2ooo ca. fünf Millionen Menschen

pro Jahr erreicht.

21


Ulmer Weihnachtscircus

Wie in manchen anderen Städten gibt es alljährlich auch in

Ulm einen Weihnachtscircus. Während es anderswo so ist,

dass ein bestehender Zirkus in der Weihnachtszeit seinen

Namen ändert, ist es in Ulm der Betreiber eines Freizeitparks,

der in der Weihnachtszeit eine Reihe von selbständigen

Artisten engagiert und auftreten läßt.

Den Circus haben wir dieses Mal nicht verhindert und dies

wird uns auch beim nächsten Mal kaum gelingen. Aber wir

werden das Thema demnächst beim Ulmer Gemeinderat ins

Gespräch bringen und nächstes Jahr sind Gemeinderatswahlen...

In der Saison 2011/12 trat im Ulmer Weihnachtscircus Lars

Hölscher mit seinen Elefanten auf, obwohl er nachweislich

ein Tierquäler ist, der seine Tiere schlägt. Dies geht eindeutig

aus einem Video hervor, das PeTA ins Netz gestellt hat.

Folgerichtig hat PeTA nicht nur die entsprechende Pressearbeit

geleistet, sondern auch eine Demonstration in der Nähe

des Veranstaltungsorts organisiert.

In 2012/13 ist nun Bodo Hölscher, der Vater des Elefantenquälers,

mit etlichen weiteren Nummern seines Zirkus Fliegenpilz

aufgetreten. Dieses Jahr hat die Aktionsgruppe Biber

zu einer Fackeldemo unter dem Motto „Manege tier-frei!

Auch beim Ulmer Weihnachtscircus!“ veranstaltet. Etwa zwei

Dutzend Personen kamen bei Regen und Kälte zur nächtlichen

Demo. Auch am Samstag davor hatten wir in der Fußgängerzone

auf die Fackeldemo aufmerksam gemacht. Ein

Dompteur und ein Löwe jagten sich wechselweise die Straße

auf und ab, während ein freundlicher Affe an die erstaunten

Leute Flugblätter verteilte. Aus den Erklärungen, die manche

Mütter ihren Kindern gaben, konnten wir übrigens entnehmen,

dass unser Anliegen durchaus verstanden wird und auf

Sympathie trifft.

22

Unsere Facebook-Seite gegen den Ulmer Weihnachtscircus:

https://www.facebook.com/pages/Ulmer-Weihnachtscircus/387827074625005


Werden Sie aktiv ...

Postkarte bitte ausschneiden und verschicken!

Wie das Bonner Komitee gegen den Vogelmord mitteilt, sollen zukünftig zahlreiche bisher

strafbare Delikte wie z.B. das Nachstellen oder Fangen von geschützten Vogelarten nur

noch Sehr geehrter als Ordnungswidrigkeit Herr Bürgermeister geahndet Georg Wagner, werden. Dies sehe ein unter Federführung von

sehr geehrter Herr Andreas Bader,

Bitte

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) entwickelter Entwurf

mit 45ct

eines

am 29.

„Strafrechtsänderungsgesetzes“

September 2013 soll in Hofheim-Spatzenhausen

über anlässlich den in des den Dorfjubiläums nächsten Wochen ein Ochsen-

im Parlament abgestimmt werden soll. Nach bisher

(Drucksache 17/5391 des Deutschen Bundestages

Marke frei

vor,

machen!

gültigem rennen stattfinden. Recht macht sich strafbar, wer Exemplare einer streng geschützten Tierart fängt,

tötet oder ihnen auf andere Weise nachstellt. Im Gesetzentwurf der Bundesregierung

Ochsenrennen haben keine Tradition in Bayern,

heißt es, dass solche Delikte künftig nur noch dann als Straftat geahndet werden können,

sondern verhöhnen fühlende Lebewesen. Die Tiere

wenn die Handlung eine nicht unerhebliche Menge der Exemplare betrifft und „erhebliche

werden nicht selten getreten, geschlagen oder

Auswirkungen ihnen schmerzhaft auf am den Schwanz Erhaltungszustand hantiert, um sie der Art hat“. …

zum Rennen zu bringen.

Herrn Bürgermeister Georg Wagner und

Herrn Andreas Bader

Um die geplante Bagatellisierung des Artenschutzstrafrechts zu verhindern, ruft das Komitee

Ein Dorfjubiläum alle Natur- kommt und auch Tierfreunde ohne Tierquälerei in Deutschland auf, bei der Bundesregierung gegen den

c/o Gemeinde Spatzenhausen

aus, weshalb ich Sie bitte, das Ochsenrennen zu

Dorfstraße 12

vorliegenden Gesetzesentwurf zu protestieren. Gleichzeitig hat das Komitee sowohl das

verhindern.

Bundeskanzleramt als auch die Fraktionen aller im D-82447 Bundestag Spatzenhausen vertretenen Parteien über

seine Mit freundlichen Bedenken Grüßen, informiert und darum gebeten, den Gesetzesentwurf nicht zu unterstützen.

animal2ooo – Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Sehr geehrter Bundesjustizministerin

Leutheusser-Schnarrenberger,

Sehr geehrter Herr Minister Remmel,

im Jahr Rahmen für Jahr werden der Umsetzung in Dülmen Wildpferde der Richtlinie in

2008/99/EG einem großen Spektakel wollen Sie zusammengetrieben, Verstöße gegen um

den herausgefangene Artenschutz Fohlen lockern zu versteigern. und sogar In straffrei diesem

Chaos, das beim Fangen der panisch flüchtenden

machen, wenn „die Handlung eine unerhebliche

Menge der Exemplare betrifft und

Pferde herrscht, sind Unfälle vorprogrammiert. Die

Unversehrtheit der Tiere wird hier fahrlässig aufs

unerhebliche Spiel gesetzt, um Auswirkungen Profit zu machen. auf den Erhaltungszustand

der Art hat.“

In diesem Jahr kam bei dieser fragwürdigen Veranstaltung

Rechtsauffassung ein Fohlen ums Leben. spiegelt Daher in bitte keinster ich Sie

Diese

inständig, die Veranstaltung in Zukunft zu untersagen.

Die Kopfzahl der Herde kann auch schonender

Weise das Bestreben der Bevölkerung nach

einem stabil gehalten verstärkten werden. Schutz der Tier- und

Pflanzenwelt wider. Ich fordere Sie auf, dem

Wählerwille Mit freundlichen Rechnung Grüßen, zu tragen und den

entsprechenden Passus aus Ihren Änderungsvorschlägen

zu entfernen.

Bitte

mit Marke 45ct

Marke frei frei

machen!

Ministerium für Klimaschutz, Umwelt,

Landwirtschaft, Natur- Verbraucherschutz

Bundesministerium der Justiz

des Landes Nordrhein-Westfalen

Z.Hd. Umweltminister Frau Johannes Ministerin Remmel Sabine

Leutheusser-Schnarrenberger

Schwannstr. 3

Mohrenstraße 37

D-40476 Düsseldorf

10117 Berlin

animal2ooo – Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

23


... denn Mitleid ist zu wenig!

Werden auch

Sie Mitglied!

animal2ooo –

Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Landesverband gegen Tierversuche,

Intensivtierhaltung und

sonstige Formen der Ausbeutung

von Tieren

Anschrift:

Netzegaustr. 1

81377 München

Telefon: 089/5469050

Bankverbindung:

animal2ooo –

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Spardabank München

Konto-Nr.: 26 55 900

BLZ: 700 905 00

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