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1. Geschäftsbericht für das Jahr 2007

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1. Geschäftsbericht für das Jahr 2007

Der Vorstand der AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V.

Peter Külpmann, Daniel Kober, Silke Stützel, Rolf Ringeler, Rainer Wille (v.l.)

Mit dem vorliegenden Jahresbericht blicken wir auf ein wieder einmal sehr

ereignisreiches Jahr mit bedeutungsvollen Veränderungen zurück.

Trotz der von der WHO erstmals herunterkorrigierten weltweiten HIV-Prävalenz (von

bisher ca. 40 Mio. auf „nur noch“ ca. 33 Mio. HIV-Infizierte), gab es in den letzten

Jahren kaum stärkere politische Signale zur Bekämpfung der internationalen

Pandemie wie in 2007. Dies ist nicht zuletzt ein Verdienst unserer Bundesregierung,

die den verantwortungsbewussten Umgang der internationalen

Staatengemeinschaften mit dem Thema AIDS auf die Agenda setzte. Bereits im März

forcierte die Bundesregierung im Rahmen ihrer EU-Ratspräsidentschaft auf der

Bremer EU-Konferenz eine Erklärung, die insbesondere Signalwirkung für eine

verbesserte Entwicklungszusammenarbeit mit osteuropäischen Staaten haben sollte.

Auf der Basis ihres „Aktionsplanes zur Umsetzung der HIV/AIDS-

Bekämpfungsstrategie“ setzt die Bundesregierung auf die in der Bundesrepublik

bewährten Strategien, auf Aufklärung und Prävention statt Repression, auf Solidarität

und Antidiskriminierung sowie auf einen möglichst niedrigschwelligen und

universellen Zugang zu HIV-Testung und Therapie.

Über Europa hinaus wurde auch der Aufsehen erregende G8-Gipfel in Heiligendamm

im Juni diesen Jahres genutzt, um für eine synergetische und nachhaltige

internationale Strategie zu werben. Im Zuge dessen erklärte die Bundesregierung

ihre Bereitschaft, die bundesdeutsche Einspeisung in den Global Funds against

AIDS, Tuberculosis and Malaria um 300 Mio. Euro sowie den nationalen AIDS-Etat

um 3 Mio. Euro auf nunmehr 12,2 Mio. Euro zu erhöhen.

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Angesichts der auch in Deutschland in 2007 weiter deutlich gestiegenen HIV-

Neudiagnosen (über 2600) ein wichtiges Signal, denn auch hierzulande gibt es

keinen Grund, mit einer intensiven Präventionsarbeit nachzulassen. Wenngleich man

konstatieren muss, dass es sich bei den Neudiagnosen nicht allein um wirkliche

Neuinfektionen handelt, sondern sicherlich ein nennenswerter Teil erstmals

manifestierte Altinfektionen sind. Wir gehen davon aus, dass sich die hohe Zahl auch

durch eine erhöhte Testbereitschaft erklärt. Diese wird angesichts der verbesserten

Therapieoptionen und durch die offensivere Bewerbung und Aufklärung der AIDS-

Hilfen –hoffentlich- auch weiter zunehmen. Wir hegen diese Hoffnung insbesondere,

weil mit verbesserten Therapieoptionen und –strategien eindeutig auch ein

nennenswerter primärpräventiver Effekt einhergeht. Die Infektiösität unter stabiler

antiretroviraler Therapie (sART) geht unter bestimmten Bedingungen gegen Null.

Man geht davon aus, dass die höchste Übertragungsgefahr durch nichtmanifestierte,

frische Infektionen ausgeht und damit vielfach von Menschen, die kein

oder ein nur schwach ausgeprägtes Risikobewusstsein aufweisen. Aufklärung und

Information bleiben somit die Schlüssel zum Erfolg, vor allem um eine weitere

Generalisierung der Epidemie zu vermeiden.

Auch auf dem Feld der HIV-Therapie brachte das Berichtsjahr viele interessante

Erkenntnisse und Neuerungen. Neben einer Reihe von Neuzulassungen von

antiretroviralen Medikamenten gibt es Bahn brechende Ansätze mit neuen

Substanzklassen (wie etwa den Korezeptorantagonisten), die viel Anlass zur

Hoffnung geben. Es ist höchst erfreulich, dass wir hinsichtlich der

Lebenserwartungen mit einer HIV-Infektion hierzulande inzwischen über Jahrzehnte

nachdenken dürfen. Dabei dürfen wir allerdings keineswegs in die Euphoriefalle

stolpern, sondern müssen weiter intensiv kommunizieren, dass wir nicht über eine

„normale“ chronische Erkrankung sprechen, die mittlerweile „gut behandelbar“ ist.

Die Auswirkungen einer lebenslangen harten Chemotherapie auf die Lebensqualität

sind nach wie vor massiv. Ganz zu schweigen von psychosozialen Folgen, die immer

mehr und immer länger die Begleitungsarbeit der AIDS-Hilfen beschäftigen.

Der Ansatz der strukturellen Präventionsarbeit im Kontext von Gesundheitsförderung

hat sich hier eindeutig bewährt. Angesichts der epidemiologischen Daten in

Deutschland erweist sich die zielgruppenspezifische Präventionsarbeit als immer

bedeutungsvoller. Präventionsmittel und –maßnahmen müssen demzufolge dort zur

Verfügung stehen, wo sie besonders benötigt werden – z.B. in Haftanstalten, in

Bereichen von (Beschaffungs-) Prostitution oder bei der Versorgung von

Suchterkrankten und eindeutig im Bereich von homo- und bisexuellen Männern.

Dies erfordert personelle und materielle Ressourcen, verbunden mit zeitlichen

Perspektiven. Nur so können einerseits nachhaltige Effekte erzielt werden und

andererseits flexible Anpassungsprozesse an epidemiologische und soziologische

Entwicklungen insbesondere in der Vor-Ort-Arbeit erfolgen.

Vor allem letzteres will die nordrhein-westfälische Landesregierung durch eine

„Kommunalisierung“ der Landesmittel im Sucht- und AIDS-Bereich erreichen, die mit

dem 01.01.2007 angelaufen ist. Bei der AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V.

betrifft dies die bisherigen richtliniengestützten Landesprogramme „Förderung der

örtlichen AIDS-Hilfen“ (i.e. AIDS-Prävention, Beratung und Betreuung HIV-Infizierter

sowie Verwaltung) und „Youthwork“. In Landesobhut bleiben dagegen bis auf

weiteres die zielgruppenspezifischen Präventionsmittel für Projekte im Bereich der

Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) und von Frauen in besonderen

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Lebenslagen. Dieser Erhalt erscheint uns wichtig, um sicherzustellen, dass das

Thema HIV / AIDS und andere STI`s nicht nur im Verantwortungsbereich der

Landespolitik, sondern auch in der landespolitischen Diskussion bleibt. Dies ist

unserer Einschätzung nach gerade wegen der Zielgruppenspezifität besonders

bedeutsam, da es dabei regional doch sehr unterschiedliche infrastrukturelle

Ausprägungen und Haltungen gibt.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die strukturelle AIDS-und Hepatitis-

Präventionsarbeit in und mit einer ganz wichtigen Zielgruppe, nämlich der Menschen

in Haft, die die AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V. seit Jahren mit steigendem

Aufwand vorhält, immer noch keine klare öffentliche Finanzierung erhält. Wenn diese

Arbeit aufrechterhalten werden soll, ist die Landesregierung und das

Justizministerium, in dessen Aufgabenbereich diese Arbeit fällt, gefordert, hier kreativ

und investiv zu werden. Denn im Zuge der Kommunalisierung von Landesmitteln

würde ansonsten ein wichtiger Arbeitsbereich gefährdet.

Die konkrete Umstellung der Landesmittelzuweisungen auf eine zweckgebundene,

fachbezogene Pauschale an die Kommunen (für uns ist das hier die Stadt Duisburg)

war erwartungsgemäß mit (nicht nur) für uns erheblichen Problemen verbunden.

Eine klare Rahmenvereinbarung, die sowohl die Kommunalverbände als auch die

Vertretungsorgane der Wohlfahrtsverbände mittragen sollen und dem Land ein

Qualität sicherndes Controlling auf der Grundlage von landesweit gerechten und

objektivierbaren Kriterien ermöglicht, steht noch aus. Zur Entwicklung dieser

`Herausforderung´ ist eine externe Agentur beauftragt und diverse Lenkungs- und

Untergruppen mit den Verfahrensbeteiligten und –betroffenen beschäftigt. Ein

Ergebnis wird für die erste Jahreshälfte 2008 angestrebt. Daher hat die

Landesregierung nicht nur für das Berichtsjahr, sondern auch noch für 2008 eine

Empfehlung an die Kommunen ausgesprochen, die entsprechenden Mittel analog

der Regelungen von 2006 an die bisherigen Träger auszuschütten.

Für uns führte dies Anfang 2007 dazu, dass wir die Finanzmittel, die wir bis dahin

immer im Februar erhielten, aufgrund unklarer Verfahrensregeln im Berichtsjahr erst

Ende Mai zur Verfügung hatten. Ein Substanz aufzehrender Kraftakt, zumal die

bisher an die Projekt-Landesmittel gekoppelte Ergänzungsfinanzierung der

Kommunen aufgrund des verständlichen Ansinnens, eine koordinierte

Auszahlungsgrundlage zu bekommen, auch erst zu diesem Zeitpunkt erfolgte.

Bezüglich dieser existentiell wichtigen kommunalen Ergänzungsfinanzierung bleibt

naturgemäß auch die Frage, wie die Kommunen ihren Teil der Stellen- und

Angebotssicherung zukünftig vorhalten und ausgestalten werden. Wir sind bisher in

gutem Kontakt zur Stadt Duisburg und dem Kreis Wesel, erfahren nach wie vor viel

Wertschätzung, und hoffen zuversichtlich, dass wir durch die Kommunalisierung

nicht beeinträchtigt werden.

Eine spürbare Entlastung und damit verbundene Planungssicherheit erfuhren wir im

Berichtsjahr dadurch, dass wir im Bereich der Landesförderung der

zielgruppenspezifischen Prävention für unsere Projektstellen „Frauen und AIDS“ und

„Herzenslust regional“ eine zweijährigen Bewilligung (für 2007 und 2008) erreichen

konnten.

Es ist nicht neu, aber immer wieder wichtig zu betonen, dass zur finanziellen

Absicherung unserer umfangreichen Angebotspalette selbst stabil fließende

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öffentliche Zuwendungen allein bei weitem nicht ausreichen. Insbesondere für

unseren regionalen Positivenfonds, für eine Reihe von Präventionsaktionen,

verschiedene Selbsthilfeangebote, für den Bereich der Sachkosten und für die

Begleitung von ehrenamtlicher Arbeit, die keineswegs nur kostenfrei sein kann,

benötigen wir immer mehr zusätzliche Einnahmen.

Dank sehr umsichtiger Haushaltsführung, einiger Benefiz-Aktionen (s. 4.), den

Spendensammlungen zum Welt-AIDS-Tag und Einnahmen im Rahmen der

Duisburger Substitutionsregelung konnten wir auch im Berichtsjahr –wenn auch mit

erheblicher Mühe, s.o.- den regulären Geschäftsbetrieb aufrechterhalten.

Nicht zuletzt die Veränderungen im Zuwendungsbereich und die –gewiss sinnvolle-

Zunahme an Evaluations- und Qualitätssicherungsmaßnahmen stellen die AIDS-Hilfe

Duisburg / Kreis Wesel e.V. vor neue Herausforderungen. Dazu ist es unerlässlich,

die bestehenden Strukturen, Kapazitäten und Kompetenzen immer wieder auf ihre

Zukunftsfähigkeit hin zu überprüfen. Daher haben sich Vorstand und Team der AIDS-

Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V. entschieden, in einen Organisationsentwicklungsprozess

mit professioneller, externer Beratung einzutauchen. Mit der in

AIDS-Hilfe-Strukturen bewanderten Agentur „Konkret Consult Ruhr GmbH“ aus

Gelsenkirchen sind wir zum Ende des Berichtsjahres in eine sog. „Potentialberatung“

eingestiegen. Dieser Prozess, der nach EFQM-Kriterien durchgeführt wird, wird aus

Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.

Zur Sicherstellung unserer Arbeit, dem Erhalt und der stetigen Verbesserung der

Qualitäten ist die personale Struktur entscheidend. Nach langer Zeit stabiler

Konstellationen in Vorstand und Team, brachte das Berichtsjahr auch hier

Veränderungen.

Das Ausscheiden unserer hauptamtlichen Kollegin für die Bereiche „Frauen“ und

„Migration“, Anika Walther, im April, hatte einen sehr erfreulichen Hintergrund,

nämlich ihr Einsteigen in den Erziehungsurlaub. Für die Einrichtung und

insbesondere für die Frauenarbeit war rasches Handeln gefragt, denn unsere

Personalstruktur gibt hier einfach keine adäquaten Vertretungsmöglichkeiten her.

Zudem führt der Wegfall einer Vollzeitkraft bei einem kleinen Team natürlich immer

zu erheblicher Zusatzbelastung der verbliebenen Mitarbeiter/innen. Bei der

Neubesetzung der Stelle hatten wir aber erfreulicherweise die Qual der Wahl und

konnten mit Judith Dewald eine sehr gut qualifizierte Nachfolgerin zum 15. Juni `07

einstellen.

Der plötzliche Tod unseres langjährigen Vorstandsmitglieds, Hans Winkel-

Binnenhey, Anfang Mai hat uns dagegen alle tief erschüttert und lange beschäftigt.

Wir möchten an dieser Stelle für sein langjähriges, ungemein solidarisches

Engagement und dafür, dass wir eine Strecke des Lebens gemeinsam gehen

durften, Dank sagen.

Durch dieses traurige Ereignis sahen wir uns veranlasst, die wichtige

Jahreshauptversammlung im Berichtsjahr auf den 11. Juni zu verschieben. Diese

Mitgliederversammlung war besonders wichtig, da hier durch das Votum der

Mitglieder mit der Verabschiedung des „Leitbild-Daches“, also der übergeordneten

„Unternehmensphilosophie“ der mehrjährige Leitbild-Entwicklungs-Prozess

abgeschlossen werden konnte. Mit diesem Werke (s. Anhang o. www.aidshilfeduisburg-kreis-wesel.de

) haben wir ein wichtiges Instrument für eine

qualitätsgesteuerte Arbeit für die nähere Zukunft entwickelt.

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Darüber hinaus war diese MV besonders wichtig, weil Vorstandswahlen (im 2-

Jahresturnus) anstanden. Mit großer Einstimmigkeit wurde der Vorstand für seine

zurückliegende Geschäftsführung nicht nur entlastet, sondern zudem wurden die vier

verbliebenen Vorständler im Amte bestätigt. Ein deutliches Signal für die

Zufriedenheit der Mitgliedschaft und für eine kontinuierliche Arbeit auch an der

Neugestaltung der AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V. Ein deutliches Signal auch

dafür, dass die ehrenamtliche Vorstandsarbeit in der AIDS-Hilfe reizvoll und

interessant ist – gerade auch angesichts der stetigen neuen Herausforderungen.

Dieser reizvollen Aufgabe stellt sich fortan auch der neu gewählte 25-jährige Daniel

Kober aus Moers, den wir an dieser Stelle noch einmal herzlich willkommen heißen.

AIDS-Hilfe-Arbeit bleibt spannend, intensiv, immer wieder belastend, aber auch

dankbar und für die eigene Persönlichkeitsentwicklung gewinnbringend. Das gilt

nach wie vor auch für die ehrenamtliche Mitarbeit auf allen Ebenen. Und sie wird

wahrgenommen. So wurde im September des Berichtsjahres unser ehrenamtlicher

Mitarbeiter, Peter Külpmann, durch den Paritätischen Wohlfahrtsverband und den

Oberbürgermeister der Stadt Duisburg für sein Engagement ausgezeichnet.

Die AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V. verkörpert nach wie vor die

funktionierende Symbiose aus Selbsthilfe und professioneller Interessenvertretung

und bringt sich immer wieder auch in verbandliche Prozesse auf Landes- und

Bundesebene konstruktiv ein. Eine Bestätigung für die Wertschätzung dieses

Engagements erfuhr beispielsweise auch unser langjähriger Vorstandvorsitzender,

Rolf Ringeler, durch seine Wiederwahl in den Delegiertenrat der Deutschen AIDS-

Hilfe im Oktober des Berichtsjahres.

Auch im Bereich der klassischen Selbsthilfe haben sich in den letzten Jahren die

Bedarfe verändert, vor allem aufgrund der deutlich verbesserten medizinischen

Optionen eher in allgemeine lebensförderliche Bereiche verschoben. Dennoch hält

sich zumindest in Duisburg dank ehrenamtlichen Engagements unsere SH-Gruppe

HIV-positiver Menschen sowie die alljährlich weitestgehend ehrenamtlich organisierte

Positivenfreizeit und auch die Kochgruppe stellt sich als stabiles Angebot heraus.

Bei der ideellen und räumlichen Selbsthilfeunterstützung durch die AIDS-Hilfe erfreut

sich die Junge UnSchuLD stabiler Beliebtheit. Für den Wiederbelebungsversuch

einer schwulen Selbsthilfegruppe unter dem Titel „Schwule in Wesel“ stellen wir

unsere Räumlichkeiten und Logistik zur Verfügung. Die äußerst stabile Gruppe

SHALK hat inzwischen eigene Räumlichkeiten im Hause der Friedenstr. 100

beziehen können, bleibt aber in engem Kontakt zu uns. Die Hepatitis-C-

Selbsthilfegruppe hat sich leider nach langen Jahren, in der sie einmal monatlich in

unseren Räumen getagt hat, aufgrund von nachlassendem Zulauf bis auf weiteres

verabschiedet. Aber auch hier bleibt der Kontakt mit Vertretern und die Option bei

Bedarf, sich wieder bei uns anzusiedeln, erhalten.

Abschließend möchten wir uns natürlich an dieser Stelle bei all jenen treuen

Freund/innen und Förderern, Zuwendungsgebern und Sympathisant/innen sowie bei

den Vertretern aus Politik, Verwaltungen und Gesundheitsämtern, medizinischen und

Beratungseinrichtungen, Schulen und sonstigen Kooperationspartnern und unseren

Dachverbänden, dem DPWV, der DAH und der AIDS-Hilfe NRW für ihre

Wertschätzungen, unterstützenden Aktionen und guten Wünsche im Berichtsjahr

aufs Herzlichste bedanken.

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1.1. Zur finanziellen Situation:

Bisher erhielten wir für die Landesförderprogramme „Förderung der örtlichen AIDS-

Hilfen“ und „Youthwork“ eine erste Abschlagzahlung zum 15. Februar.

Aufgrund der Kommunalisierung der Landesmittel gab es im Jahr 2007 anfänglich

Schwierigkeiten mit der Finanzierung dieser Programme. Da die Stadt Duisburg, an

die die Landesmittel weitergeleitet wurden, zunächst nicht feststellen konnte, ob die

Mittel bei ihr eingegangen waren und anschließend nicht wusste, welche

Voraussetzungen für die Weiterleitung nötig waren, kam es in diesem Bereich zu

einer ersten Auszahlung erst am 18.5.2007 statt der bisherigen Förderung durchs

Land zum 15. Februar. In den Vorjahren wurde uns zu diesem Zeitpunkt schon die

zweite Abschlagzahlung überwiesen, diese erhielten wir in 2007 Ende Mai.

Auch vom Kreis Wesel erhielten wir die erste Zahlung erst am 22. Mai, die

Folgezahlungen wurden einen Monat später als in den Vorjahren ausgezahlt.

Die ersten Zuwendungen zu unseren Personalkosten trafen von der Stadt Duisburg

und über Mittel der Zielgruppenspezifischen Prävention Mitte April bei uns ein.

Dies zeigt, wie wichtig es ist, finanzielle Rücklagen zu bilden, um solche Engpässe

für die laufenden Verpflichtungen überbrücken zu können.

Wie im Tätigkeitsfeld Öffentlichkeitsarbeit dargestellt, konnten wir auf dem

Duisburger Weihnachtsmarkt am 02.12. aufgrund des schlechten Wetters und des

ungünstigen Standortes der Sozialstände keine Spenden generieren. Durch die

Aktionen zum Welt-AIDS-Tag in Duisburg und auf dem Weihnachtsmarkt in Moers

konnten wir das Minus jedoch in überschaubarem Rahmen halten.

Durch Spendenüberhänge (Spenden wurden erst in 2007 auf unser Konto

überwiesen, obwohl die Aktion schon in 2006 stattfand) und die bei uns

durchgeführte Methadonvergabe konnten wir aufgrund sparsamer Haushaltsführung

ein kleines Plus in Höhe von knapp 4500 Euro erwirtschaften.

An dieser Stelle sei für die finanzielle Unterstützung allen privaten Spendern,

öffentlichen Zuwendungsgebern, Vereins- und Fördermitgliedern sowie der

Sparkasse Duisburg herzlicher Dank gesagt.

Wir hoffen, der vorliegende Jahresbericht macht transparent, was mit Ihrer

Unterstützung geleistet wurde und sind überzeugt, die Mittel nach ihren

Vorstellungen eingesetzt zu haben.

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2. Beratung

Die Beratung der AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel e.V. wurde, wie in den

vorangegangenen Jahren als ein Hauptschwerpunkt unserer Arbeit durchgeführt.

Bei der Beratung wurden überwiegend folgende Anfragen bedient:

Fragen zu Übertragungswegen von HIV, sexuell übertragbaren Krankheiten und

Hepatitiden, HIV-Antikörper-Testberatung, Fragen rund um die medizinische

Versorgung von HIV/AIDS und die Beratung von Menschen, die zeitnah Ihr positives

Testergebnis erhalten haben.

Die Beratung zu Hepatitiden wurde von den Ratsuchenden ebenfalls genutzt. Dies

jedoch nicht in demselben Ausmaß.

Unsere Beratungsangebote konnten von den Ratsuchenden wie folgt genutzt

werden:

1. persönliche Beratung in der Einrichtung;

2. telefonische Beratung durch HauptamtlerInnen während der Öffnungszeiten in

Duisburg und Wesel;

3. telefonische und E-Mail Beratung durch die ehrenamtlichen Telefonberater in

der Zeit von 19.00-21.00 Uhr am Montag in Duisburg.

2.1 Persönliche Beratung

Während der Öffnungszeiten, sowie nach telefonischer Absprache außerhalb der

Öffnungszeiten, konnten Ratsuchende sich persönlich durch hauptamtliche

MitarbeiterInnen in unseren Büros in Duisburg und Wesel beraten lassen. Bei diesen

Beratungsgesprächen wurde auf eine ruhige und entspannte Atmosphäre geachtet.

Bei Bedarf konnten Ratsuchende, die anonym bleiben wollten, sich auch Termine

außerhalb der Öffnungszeiten und dem damit verbundenen Publikumsverkehr geben

lassen. Bei Beratungen bei Personen, die kürzlich ihr HIV-Positives Testergebnis

erhalten haben, wurde im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe immer das Angebot

unterbreitet, mit einem HIV-Positiven zu sprechen, der schon länger mit der Infektion

lebt. Dieses Angebot wurde häufig in Anspruch genommen.

Generell wurde die persönliche Beratung häufig von Menschen in Anspruch

genommen, die entweder die Befürchtung hatten, eine HIV-Infektion zu haben oder

die kürzlich ihr HIV-Positives Testergebnis erhalten haben.

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2.2 Telefonische Beratung

2.2.1 Durch hauptamtliche MitarbeiterInnen

Auch in diesem Jahr blieb die Zahl der Telefonberatungen während der

Öffnungszeiten (Im Duisburger Büro: montags von 8.30-14.00 Uhr, dienstags bis

donnerstags von 8.30-17.00 Uhr und freitags von 8.30-16.00 Uhr; im Weseler Büro

dienstags von 14.00-17.00 Uhr und donnerstags von 9.00-12.00 Uhr) sehr hoch. Die

Ratsuchenden wurden nach eingehender Erörterung der Risikosituationen

aufgeklärt. Falls erwünscht, wurden die Ratsuchenden zwecks HIV-Antikörper-Test

an das Gesundheitsamt verwiesen. Es wurde von unserer Seite angeboten, einen

Termin an dem Tag, wo das Testergebnis bekannt gegeben wird, mit uns

festzulegen, um den Menschen ggf. mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Unsere Beratungsnummern sind für Duisburg: 0203-19411 & 0700-44533203 und für

Wesel 0281-19411. Die Rufnummern wurden in den örtlichen Zeitungen unter der

Rubrik Beratung beworben. Regelmäßig wurde die Bewerbung kontrolliert, da die

Rubrik von vielen Vereinen genutzt wird, und die Einstellung der Rufnummer

kostenlos ist.

Die Beratungsnummern wurden durch Beantragung bei der Regulierungsbehörde für

Telekommunikation und Post anonymisiert. Dadurch werden bei einem Anruf über

diese Rufnummer die Nummern der Ratsuchenden unterdrückt und bei dem

Ratsuchenden erscheint die Beratungsnummer nicht in der detaillierten

Telefonrechnung.

2.2.2 Durch ehrenamtliche MitarbeiterInnen

Die ehrenamtliche Telefonberatung wurde in diesem Jahr weiterhin von einer

Ehrenamtlerin durchgeführt. Ratsuchende, die außerhalb der Öffnungszeiten in

Wesel anrufen, werden durch die Anrufbeantworter informiert, wann sie in Duisburg

anrufen können.

Die ehrenamtliche Beratung in Duisburg wurde weiterhin konsequent jeden

Montagabend in der Zeit von 19.00-21.00 Uhr angeboten.

Für die abendliche Telefonberatung wurde die 0700-er Nummer weiter geroutet. Dies

bedeutet, dass die Anrufer in der Zeit von 19.00-21.00 Uhr an allen anderen

Abenden in der Woche automatisch an die Rufnummer der jeweils besetzten

Beratungsnummer weitergeleitet werden.

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Telefonberatervernetzung:

Die AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel e.V. ist mit anderen Kooperationspartnern in

der Telefonberatervernetzung zusammengeschlossen. Ziel dieser Vernetzung ist es,

die Beratung von HIV-AIDS an jedem Wochentag abends im Ruhrgebiet anbieten zu

können. Daher hat sich jeder Kooperationspartner dazu per Vertrag verpflichtet, an

einem Abend in der Woche die Beratung zu besetzen. Die Kooperationspartner sind

die AIDS-Hilfen: Oberhausen, Bochum und Hagen.

Die Zeiten der abendlichen Beratung der Kooperationspartner im Überblick:

Montags: 19.00-21.00 Uhr AH-Duisburg/Kreis Wesel e.V.

Dienstags: 19.00-21.00 Uhr AH-Hagen e.V.

Mittwochs: 19.00-21.00 Uhr AH-Oberhausen e.V.

Freitags: 18.00-20.00 Uhr AH-Bochum e.V.

Bei den Vernetzungstreffen der Kooperationspartner hat die AIDS-Hilfe

Duisburg/Kreis Wesel e.V. mit einem hauptamtlichen und/oder einen ehrenamtlichen

Mitarbeiter regelmäßig teilgenommen. Eine Neueinsteigerschulung konnte mangels

interessierter EhrenamtlerInnen nicht durchgeführt werden. Eine Fortbildung zum

Themenfeld „Kommunikation und Wahrnehmung“ für schon agierende Berater wurde

von Referenten aus den AIDS-Hilfen Hagen und Duisburg in Kooperation in der

AIDS-Hilfe Hagen umgesetzt.

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2.3 E-Mail Beratung

Die E-Mail Beratung in der AIDS-Hilfe wurde weiterhin angeboten. Die E-

Mailberatung ist unter der folgenden Adresse zu erreichen: http:www.aidshilfeduisburg-kreis-wesel.de

Um die gängigsten Fragen im Voraus zu klären, wurden auf unserer Homepage die

acht häufigsten gestellten Fragen (FAQ) eingestellt. Der Ratsuchende konnte beim

Anklicken einer Frage gleich die Antwort lesen. Durch dieses Beratungsangebot

konnten viele Ratsuchende ohne dass sie an uns eine E-Mail schreiben mussten,

bedient werden. Detailliertere Fragen konnten dann per E-Mail an uns gesendet

werden. Bei diesen E-Mails wurde im Betreff automatisch „E-Mailberatung“

eingegeben, sodass die E-Mails nicht von den Mitarbeitern gelesen wurden, sondern

direkt an die Telefon/E-Mail Beraterin weitergeleitet werden konnten.

Die E-Mailberatung wird hauptsächlich am Montagabend in der Zeit der

Telefonberatung durch die ehrenamtliche Mitarbeiterin bedient und die E-Mails in

dieser Zeit beantwortet.

Bei dringenden E-Mails wurden diese von den hauptamtlichen MitarbeiterInnen

während der Öffnungszeiten beantwortet.

Folgende vorgefertigten Fragen wurden im Internet angeboten:

Resümee und Ausblicke:

Die Beratung konzentriert sich auf der überregionalen Ebene immer mehr auf das

Medium Internet. So haben sich viele AIDS-Hilfen aus NRW dem bundesweiten

Angebot der DAH (Internetberatung) angeschlossen. Gleiches gilt für die Zielgruppe

MSM. Hier agiert die DAH in Kooperation mit der AH-NRW/Herzenslust bei Gay

Romeo sehr erfolgreich im Bereich der ,Prävention’. Die Tendenz von bundesweiten

Angeboten hat viele Vorteile. So wird die Einhaltung der Beratungsstandards zentral

von der DAH kontrolliert und durch Schulungen vereinheitlicht. Dem steht die

regionale Beratung mit ihrer Nähe und persönlichen Erreichbarkeit gegenüber.

Zukunftweisend stellt sich daher die Frage, ob und in welcher Form die lokalen AIDS-

Hilfen ihre Internet-Beratungsangebote weiter anbieten bzw. erweitern. Diese Frage

wurde auch in der Ruhrgebietsvernetzung der Telefonberater thematisiert. In

Kooperation mit den anderen AIDS-Hilfen wurde die Telefonberatervernetzung bei

dem neuen Beratungsangebot der DAH (bundesweite Telefonberatung) angemeldet.

Die DAH möchte in Zukunft, angelehnt an die Internetberatung, eine bundesweite

Telefonberatung anbieten. Eine Teilnahme an diesem Projekt würde mit hohen

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zeitlichen Belastungen verbunden sein (Schulungen, Wochenendtreffen bei der DAH

zum Austausch und Reflexion). Da durch die Ruhrgebietsvernetzung viele

ehrenamtliche als auch hauptamtliche Mitarbeiter involviert sind und bei jedem

Treffen nur ein Vertreter für die Vernetzung teilnehmen muss, entstehen

Synergieeffekte die zu einer Entlastung aller beteiligten AIDS-Hilfen in der lokalen

Vernetzung führen. Daher hat sich die AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel dazu

entschlossen, an diesem Projekt teilzunehmen. Die Bewerbung der einheitlichen

Beratungsnummer wird durch die DAH umgesetzt. Dadurch erhofft sich die AIDS-

Hilfe Duisburg/Kreis Wesel e.V. eine professionelle Bewerbung unserer

Telefonberatungsangebote und eine damit verbundene höhere Frequentierung.

Ebenfalls wurde im Berichtszeitraum Herzenslust Duisburg/Kreis Wesel bei

GAYROMEO angemeldet (Profil: Herzenslust_Duisburg). Interessenten können sich

nun per Internet von uns beraten lassen (s. Prävention im Bereich MSM).

Hier gilt unserer ehrenamtlichen Mitarbeiterin ein besonderer Dank, ohne deren

Einsatz die abendliche Telefonberatung nicht als Angebot vorgehalten werden

könnte. Ebenfalls möchte ich dem neuen ehrenamtlichen Mitarbeiter bei der Online-

Beratung bei GAYROMEO für sein Engagement danken.

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3. Begleitung

Unsere Einrichtung begleitet weiterhin HIV-Infizierte / an AIDS-Erkrankte, die aus

den unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen mit verschiedenen soziale

Hintergründen stammen. Die einzelnen Begleitungsfälle befinden sich hinsichtlich der

antiretroviralen Therapie in unterschiedlichen Situationen. Ganz vereinzelte

Begleitete nehmen noch gar keine Medikamente oder sind momentan in

Therapiepause. Ein Teil der Infizierten kommt mit seinen Medikamenten gut klar,

andere haben mit akuten oder langfristigen Nebenwirkungen zu kämpfen.

Ein großer Teil der von uns langfristig Begleiteten ist bereits an AIDS erkrankt,

verrentet und lebt auf dem Niveau des Arbeitslosengeldes II, der Grundsicherung

oder leicht darüber. Hierbei handelt es sich um Leistungen, die in ihrem Ursprung zur

Überbrückung einer kurzen Zeit angedacht waren. Letztendlich verharren diese

Begleiteten in einer Lebenssituation, die Ihnen finanziell keinen Spielraum lässt und

wenig Perspektiven für die Zukunft bietet. Von einer Gruppe dieser Begleiteten

werden auch sehr oft suizidale Gedanken geäußert, denen es zu begegnen gilt. Des

Weiteren bieten wir Unterstützung bei sozialrechtlichen und finanziellen

Schwierigkeiten. Hier sehen wir allerdings nicht unsere Aufgabe, die geringe

staatliche Unterstützung aufzustocken, sondern Ansprüche einzufordern und in

extremen Krisensituationen finanziell auszuhelfen (siehe Punkt 3.3 Positivenfond).

Ein anderer Teil dieser Begleiteten versucht das Beste aus dieser Lebenssituation zu

machen und gestaltet unter anderem die Freizeit für HIV-Positive mit, nimmt an der

Kochgruppe teil und engagiert sich auf landes- und bundesweiter Ebene in

Landesarbeitsgemeinschaften und Netzwerken.

Andere HIV-Infizierte gehen einer geregelten Arbeit nach und nehmen die AIDS-Hilfe

nur punktuell zu bestimmten Fragen in Anspruch oder besuchen unser Mittwochs-

Café oder von uns durchgeführte Fortbildungsveranstaltungen.

Zur qualitativen Verbesserung der Begleitungsarbeit nahmen die hauptamtlichen

MitarbeiterInnnen aus dem Begleitungsbereich an den Treffen des auf Landesebene

stattfindenden Arbeitskreises Sozialberatung teil. Bei diesem Arbeitskreis handelt es

sich um ein wichtiges Fort- und Weiterbildungsangebot, da hier MitarbeiterInnen aus

unterschiedlichen AIDS-Hilfen zur Reflektion ihrer Arbeit zusammen treffen.

3.1. Einzelbegleitung

Der größte Anteil der Begleitungsarbeit wurde wieder im Bereich Migration geleistet

(siehe 5.5).

Die Begleitungsarbeit umfasste Beratungen zu Nebenwirkungen der Medikamente,

zu Partnerschaftskonflikten, sozialrechtlichen und finanziellen Problemen.

Bei finanziellen Problemen halfen wir mit unserem Positivenfond, bei größeren

Beträgen stellten wir Anträge an die Deutsche AIDS-Stiftung, soweit die

Antragshintergründe die Kriterien der Stiftung erfüllen. Hier gilt es zu erwähnen, dass

die Stiftung aufgrund geringerer Spendeneinnahmen und einer erhöhten Anzahl von

Anträgen die Kriterien für eine Zuwendung erhöht haben. So werden z. Bsp.

Heimatreisen nach Afrika nicht mehr finanziert.

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Neben den unter Punkt 5.2.2.2 erläuterten Besonderheiten gab es bei anderen

Begleiteten beispielhaft folgende Problemstellungen:

Im Berichtsjahr verstarben zwei unserer Begleiteten. Sie hinterließen jeweils einen

HIV-positiven bzw. an AIDS erkrankten Partner, der von uns begleitet wird. Hier

stand die Trauerbearbeitung im Vordergrund.

Bei mehreren Begleiteten galt es, den Gesundheitszustand zu stabilisieren, da sie

aufgrund unregelmäßiger Medikamenteneinnahme HIV-assoziierte

Enzephalopathien entwickelt hatten. Ein Begleiteter musste vorübergehend in ein

Pflegeheim, wobei sich hier die Situation besonders schwierig darstellte. Er fühlte

sich mit Anfang 40 sehr unwohl unter den sonst eher betagten Menschen. Leider war

kein anderes Angebot verfügbar. Zwischenzeitlich hat sich sein Zustand wieder

soweit gebessert, dass er in ein betreutes Wohnen ziehen konnte.

Insgesamt begleiteten wir 177 Personen einschließlich der im Knast begleiteten

Personen und verzeichneten Zuwächse in der Begleitungsrubrik sporadisch.

Tabelle 1:

Betroffene in Einzelbegleitung 2007 2006

Intensiv 18 19

Regelmäßig 55 54

Sporadisch 104 95

Insgesamt 177 168

Tabelle 2:

Betroffene in ehrenamtlicher

Begleitung

2007 2006

insgesamt 10 13

Die Zuzahlungsregelungen zu der medizinischen Versorgung führen dazu, dass

einige Patienten nur unregelmäßig den Arzt aufsuchen und ihre Medikamente

einnehmen. Dies führt im Bereich HIV/AIDS leider zu irreparablen

Gesundheitsschäden und zu hohen Kosten in der Folgeversorgung.

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3.2. Begleitergruppe

Im Bereich der Begleitung gibt es eine ehrenamtliche Begleitergruppe.

Es wurde versucht, die Begleitergruppe in 14-tägigem Abstand stattfinden zu lassen.

Aus beruflichen bzw. gesundheitlichen Gründen war dieses nicht immer möglich. Die

Begleitergruppe besteht aus vier ehrenamtlichen BegleiterInnen, wovon zurzeit drei

ehrenamtlich begleiten. In der Begleitergruppe erhalten die EhrenamtlerInnen die

Möglichkeit, sich über ihre Begleitungen auszutauschen und gemeinsam über ihre

Arbeit zu reflektieren. Vom hauptamtlichen Mitarbeiter werden sie dahingehend

unterstützt, die Ressourcen der Begleiteten mit einzusetzen. Dieses ist besonders

wichtig, da die Begleiteten viele Aufgaben alleine schaffen und dadurch auch ihr

Selbstwertgefühl steigern. Hier gilt es immer wieder, unsere Qualitätsstandards im

Begleitungsbereich nicht aus den Augen zu verlieren.

Die Aufgaben der ehrenamtlichen BegleiterInnnen bestanden in

Krankenhausbesuchen, Fahrten zu Ärzten und Schwerpunktärzten, Einkaufshilfen

und in dem Zuhören bei Sorgen. Dies kann auch zu ungewöhnlichen Uhrzeiten der

Fall sein, wobei jeder ehrenamtliche Mitarbeiter für sich entscheiden muss, in

welchem Zeitrahmen er dies zulässt. Die Begleitung kann letztendlich auch in einer

Sterbebegleitung münden und es gilt, die BegleiterInnen hierfür zu stärken und zu

unterstützen.

Für den engagierten Einsatz der ehrenamtlichen BegleiterInnen möchten wir uns

herzlich bedanken.

14


3.3. Positivenfond

Der Positivenfond wird von der AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel e. V. mit dem Ziel

verwaltet, HIV-positive / an AIDS-Erkrankte Menschen in finanziellen Notlagen zu

unterstützen.

Die Verteilung der Fondgelder übernahm im Berichtsjahr 2007 ein Gremium, das aus

zwei HIV-positiven Menschen, drei EhrenamtlerInnen aus dem Begleitungsbereich

und einem Hauptamtler besteht. Diese Zusammensetzung schafft innerhalb des

Gremiums eine Perspektivenvielfalt, die für die Entscheidungsfindung bei Anträgen

bereichernd ist. Mindestens drei Personen dieses Gremiums entscheiden mit

einfacher Mehrheit über außergewöhnliche und rückzahlbare Zuwendungen. Die

Soforthilfe wird primär von den drei im Begleitungsbereich tätigen hauptamtlichen

Mitarbeitern ausgezahlt. In die Entscheidungsfindung fließt zum einen die finanzielle

Situation des Antragsstellers ein und zum anderen die Gründe für sein spezielles

Anliegen. Die Verwaltung des Fonds obliegt einem hauptamtlichen Mitarbeiter.

Wie in den Vorjahren stellte der Vorstand aus Spendengeldern insgesamt eine

Summe in Höhe von 3.850 € zur Verfügung. Unser besonderer Dank gilt allen

Spendern, die uns damit diese Form der Hilfe in diesem Umfang ermöglicht haben.

Die Summe wurde im Berichtsjahr nicht voll ausgeschöpft. Durch Rückzahlungen,

die aus rückzahlbaren Zuwendungen stammten, wurden 2.700 Euro verausgabt.

Das Geld wurde aus unterschiedlichen Gründen von positiven Menschen beantragt.

Das Positivengremium entscheidet, ob, in welchem Umfang und welcher Form

materielle Hilfe gewährt wird.

Bei einem Krankhausaufenthalt ist die Beantragung für die dort anfallenden

„Telefonkosten“ möglich, wenn diese nicht selbst übernommen werden können.

Hierdurch soll der Kontakt nach außen aufrechterhalten und die Möglichkeit gegeben

werden, sich bei Schwierigkeiten mit jemandem zu bereden. Die Telefonkosten sind

im Berichtsjahr fast identisch zum Vorjahr. Da die Telefonkosten im Krankenhaus

relativ hoch sind, erreichen wir hier mit wenigen Krankenhauswochen einen relativ

hohen Ausgabenanteil am Positivenfond. Wir unterstützten fünf Personen, die

insgesamt 12 Wochen im Krankenhaus verbringen mussten.

Im Bereich „Soforthilfe“ gab es nach einem Rückgang im Jahr 2006 im Berichtsjahr

wieder einen Anstieg um ca. 120 € . Bei der Soforthilfe handelt es sich um eine

finanzielle Hilfe am Ende des Monats, um Engpässe zu überbrücken. Diese Hilfe

wird gewährt, wenn sich die Einkünfte auf dem Niveau des Arbeitslosengeldes II

belaufen. Die Soforthilfe wurde im Durchschnitt von den Personen, die die Kriterien

des Positivenfond erfüllen in der Regel fünfmal jährlich in Anspruch genommen.

„Außergewöhnliche Zuwendungen“ wurden im Berichtsjahr in Höhe von 766 €

gewährt. Hier handelte es sich um einen Rückgang von ca. 270 € im Vergleich zum

Vorjahr. Außergewöhnliche Zuwendungen werden für den Ausgleich von

Stromschulden, Telefonrechnungen, Tierarztkosten etc. gewährt.

„Rückzahlbare Zuwendungen“ sind für Ausgaben gedacht, die die Begleiteten

dringend benötigen, für die sie aber aktuell kein Geld haben. Das gewährte Darlehen

muss in angemessenen Raten zurückgezahlt werden. Um den Begleiteten dies zu

ermöglichen und das Begleitungsverhältnis durch offene Beträge nicht zu belasten,

15


muss der Einkommenssatz bei diesen Zuwendungen die Sozialhilfe bzw. das

Arbeitslosengeld II übersteigen.

Die rückzahlbaren Zuwendungen sind im Berichtsjahr weiter gesunken. Dies

geschieht aus den oben erwähnten Gründen. Es ist oft schwer für die Begleiteten,

die Rückzahlungen zu leisten. Um das Begleitungsverhältnis nicht zu belasten, wird

im Positivenrat sorgfältig geprüft wird, ob eine rückzahlbare Zuwendung sinnvoll und

möglich ist.

Die „Einnahmen“ des Positivenfonds resultieren aus den Rückzahlungen der

rückzahlbaren Zuwendungen. Da die Darlehen nicht unbedingt in dem Jahr der

Auszahlung zurückgezahlt werden, kommt es zu Differenzen in den Bereichen

Auszahlung und Einnahme. Die Quote der Rückzahlung ist weiterhin sehr hoch, so

dass hier zumeist eine richtige Einschätzung des Positivenrates erfolgte.

Auch im Berichtsjahr konnten wir durch Anträge bei der Deutschen AIDS-Stiftung

unseren Begleiteten mit größeren Beträgen aushelfen. Hier besteht weiterhin eine

gute Zusammenarbeit, für die wir uns recht herzlich bedanken.

Positivenfond 2006 und 2007

1.800,00 €

1.600,00 €

1.400,00 €

n1.200,00 €

e

b1.000,00 €

a

g

s

800,00 €

u 600,00 €

A

400,00 €

200,00 €

0,00 €

2007

2006

Rubriken

Telef. Krankh. Knast Sorforth. Außergew. Z. Rückz. Z. Einnahmen

2007 215,00 € 98,15 € 1.654,30 € 765,54 € 258,00 € 318,00 €

2006 210,84 € 82,50 € 1.530,29 € 1.033,65 € 445,00 € 420,93 €

16


3.4. Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern

Die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern bleibt für unsere AIDS-Hilfe wichtig.

Im Einzelnen handelt es sich um folgende Partner:

HIV-Schwerpunktpraxen

Die Zusammenarbeit mit den beiden in Duisburg offiziell auf HIV spezialisierten

Schwerpunktpraxen wurde 2007 problemlos fortgesetzt. Falls Fragen entstehen,

können diese auf kurzem Weg geklärt werden. Unser jährliches Austauschgespräch

mit dem Gesundheitsamt Duisburg und den beiden Schwerpunktärzten fand im

Oktober statt. Dieser Austausch ist sehr wichtig zum Abgleich der Sichtweisen zu

gesundheitlichen Themen. Es ist für uns eine Möglichkeit, die Arbeit der AIDS-Hilfe

vorzustellen und transparent zu machen. Des Weiteren wurde eine Hepatitis-B

Impfkampagne für 2008 geplant.

Ein im letzten Jahr initiierter Flyer zum HIV-Antikörpertest wurde im Frühjahr des

Berichtsjahres fertig gestellt und an alle niedergelassenen Ärzte über die KV

versandt (siehe Anhang).

Krankenhäuser

Bei Krankenhausaufenthalten in Bezug auf HIV/AIDS werden unsere Begleiteten in

die umliegenden Uni-Kliniken Essen, Bochum und Düsseldorf eingewiesen.

Insbesondere zur Uniklinik Essen bestehen gute Kontakte zu dem medizinischen und

auch zum sozialarbeiterischen Personal. In Duisburg ist die stationäre Behandlung

aufgrund geringer Fälle und daraus resultierendem fehlenden Know-how derzeit

nicht empfehlenswert.

Pflegedienste

Die Kooperation mit den Pflegediensten, mit denen wir bisher zusammen gearbeitet

haben, wurde erfolgreich fortgeführt.

Hospize

Im Berichtsjahr wurde von unseren Begleiteten kein Hospiz in Anspruch genommen,

jedoch besteht von unserer Seite Kontakt zur Hospizbewegung.

Anwaltspraxen

Die Zusammenarbeit mit Rechtsanwälten läuft im migrationsrechtlichen Bereich -

soweit von Nöten - ohne Probleme.

Flüchtlingsberatung

Mit den Flüchtlingsberatungen, u. a. der Beratungsstelle des Deutschen Roten

Kreuzes, gestaltet sich die Zusammenarbeit in ausländerrechtlichen Fragen weiterhin

positiv.

17


3.5 Angebote für HIV-Positive und an AIDS-Erkrankte

Im Berichtsjahr wurden im Rahmen des Solidar-Erleben-Ansatzes die Kochgruppe

und der Spieleabend fortgeführt. Die Kochgruppe und der Spieleabend sind

monatliche Angebote, bei denen HIV-Positive und ehrenamtliche MitarbeiterInnen

zusammen kommen, um einen gemütlichen Abend zu verbringen. Gleichzeitig bietet

sich hier ein Raum zum Austausch von Sorgen und Nöten.

Die Kochgruppe läuft weiterhin stabil, hier nehmen zwischen 6 und 8 Personen teil;

der Spieleabend wird deutlich weniger frequentiert. Aufgrund der geringen

Besucherzahl wurde der Spieleabend zum Jahresende eingestellt.

Seit Anfang 2007 trifft sich regelmäßig einmal monatlich eine Positivengruppe.

Zugang haben die unterschiedlichen sexuellen Präferenzen, auch der

Ansteckungsweg spielt keine Rolle. Es ist eine sehr bunt gemischte Gruppe welche

in Selbsthilfe eigenständig durchgeführt wird.

Frauenspezifische Angebote wurden wie in den Vorjahren in Kooperation mit den

benachbarten AIDS-Hilfen angeboten. Diese werden in Punkt 5.4 näher beschrieben.

Das weiterhin zahlenmäßig am besten besuchte Angebot ist unser traditionelles

Mittwochs-Café. Dieses ist ein beliebter Treffpunkt zwischen HIV-Infizierten / an

AIDS Erkrankten, ehrenamtlichen MitarbeiterInnen und der AIDS-Hilfe Sympathie

entgegenbringender Menschen. Darüber hinaus ist dieses Café eine erste

Anlaufstelle für an ehrenamtlicher Arbeit Interessierte. Auch Bewerbern für den

Zivildienst bietet es eine Plattform fürs Kennen lernen der AIDS-Hilfe.

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Für das Café erhielten wir weiterhin Kuchenspenden. Zum Jahresende stellte die

Spenderbäckerei ihren Betrieb ein und somit fehlten uns die Kuchenspenden. Jetzt

sind wir bemüht, eine neue Spenderbäckerei zu finden und überbrücken die Zeit

zunächst mit Aufbackkuchen und eigenen Backwerken. Im Café ist ein Austausch

zwischen Betroffenen, hauptamtlichen und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen möglich.

Hier kann man sich auch über Neuigkeiten in der AIDS-Hilfe informieren und die

Angebote am schwarzen Brett zur Kenntnis nehmen. Zum einen ist es eine

willkommene Abwechselung für die Betroffenen, zum anderen das Treffen in der

„Wahl-Familie“.

Weiterhin fährt eine ehrenamtliche Mitarbeiterin jeweils vor dem Café bei der

Duisburger Tafel vorbei und holt dort Lebensmittel, die dann im Mittwochs-Café

verteilt werden.

Das Café findet offiziell zwischen 15.30 Uhr und 18.30 Uhr statt und wird von

durchschnittlich ca. 12 - 20 Personen besucht. Der Anfangszeitpunkt hat sich nach

vorne verschoben, so dass schon viele Besucher um 15 Uhr im Café eintreffen.

Vorbereitet wird es überwiegend von dem Zivildienstleistenden. Während der Café-

Zeit ist immer ein hauptamtlicher Ansprechpartner präsent, da diese Treffen von

vielen Betroffenen dazu genutzt werden, Anliegen an die BeraterInnen und

BegleiterInnen heranzutragen.

19


Das Freitagsfrühstück haben wir zu Beginn des Berichtsjahres jeweils am letzten

Freitag im Monat von 10 bis 13 Uhr angeboten. Die Besucherzahl war jedoch sehr

spärlich, so dass wir im Sommer eine Pause eingelegt haben. Nach dem Einbau

unserer neuen Küche haben wir erstmals wieder im Oktober das Frühstück

angeboten. Für das Frühstück bekommen wir zum größten Teil Lebensmittel von der

Duisburger Tafel gespendet, wofür wir recht herzlichen Dank sagen. Vorbereitet wird

das Frühstück in der Hauptsache von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter und dem

Zivildienstleistenden und/oder einem Praktikanten. Das Frühstück bietet eine andere

Atmosphäre als beim Mittwochscafé, da es hier wesentlich ruhiger zugeht und somit

interessante Gespräche mit allen Besuchern gemeinsam geführt werden können.

Die Besucherzahl beläuft sich auf 4 - 6 Personen.

Am 24.12.2007 fand unsere inzwischen traditionelle Weihnachtsfeier statt.

In einem festlich geschmückten Raum wurde die weihnachtliche Atmosphäre

zunächst bei Kaffee und Kuchen für Gespräch unter den Teilnehmern genutzt.

Insgesamt waren es 43 Teilnehmer/ -innen, für die unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter

das Fest organisierten. Das reichhaltige Essen bestimmte den Höhepunkt des

Tages, der am Abend mit einer Weihnachtstüte für jeden endete.

Den Organisatorinnen und Helfern, Spendern verschiedener Einrichtungen

noch mal ein herzliches Dankeschön für das gelungene Weihnachtsfest.

Die Weihnachtsfeier wurde letztendlich von 45 TeilnehmerInnen besucht und fand

wie im Vorjahr in den Räumen von SHAlk statt, denen wir für die Überlassung der

Räumlichkeiten recht herzlichen Dank sagen. Die Weihnachtsfeier konnte wieder

über Spenden in Höhe von 1.900 € der Kirchen aufgrund eines Mailings und

eingeworbener Spenden von ehrenamtlichen Mitarbeitern ausgerichtet werden. Es

gab wie in den vergangenen Jahren ein festliches Menü und Weihnachtstüten mit

Süßigkeiten, Obst, Kaffee und Tabak. Die Vorbereitung und die Durchführung der

Weihnachtsfeier liegt schwerpunktmäßig in ehrenamtlicher Hand, von

hauptamtlichen Mitarbeitern gibt es einen Ansprechpartner, der auch bei der

Weihnachtsfeier selbst anwesend ist und für Rückfragen bei Unklarheiten zur

Verfügung steht.

Auch im Berichtsjahr gab es wieder eine Positivenfreizeit. Diese führte nach

Neuendorf A und wurde erneut mit Mitteln der „Förderbande Gelsenkirchen“,

Lebensmitteln der Duisburger Tafel und der Deutschen AIDS-Stiftung unterstützt,

wofür wir recht herzlichen Dank sagen. Sie wurde wiederum rein ehrenamtlich

organisiert. Aufgrund der schon oben erwähnten Todesfälle sind auch die

PartnerInnen der Verstorbenen nicht mitgefahren. Letztendlich nutzten acht

TeilnehmerInnen das Angebot. Im Mittelpunkt der Freizeit stand die

Trauerbewältigung, da einer der vorgesehenen Teilnehmer erst eine Woche vor

Beginn der Freizeit verstorben ist. Durch die gemeinsamen Aktivitäten wurden

Ängste abgebaut und das Gruppengefühl gefestigt.

20


3.6 Trauerarbeit

Im Berichtsjahr sind zwei der von uns Begleiteten verstorben. Da diese in der AIDS-

Hilfe sehr präsent waren, hat der Tod merkliche Spuren hinterlassen. Die

Verstorbenen waren Besucher des Cafe´s, der Kochgruppe und Teilnehmer der

Positivenfreizeit. Somit hinterlassen sie eine große Lücke in der AIDS-Hilfe, die

schwer zu schließen ist.

Wir gedenken der Verstorbenen in der Mitgliederversammlung und mit unserer

Trauerecke, die sich im Café befindet. Hier befinden sich unser Trauerbuch und

weitere Informationen zu Verstorbenen.

Candle-Light-Walk:

Im Anschluss an unser Mittwochs-Café am 28.11. fand unser traditioneller Candle-

Light-Walk statt. Er führte wieder von der Galeria Duisburg aus über die Königstraße

zur Liebfrauenkirche. Am Life-Saver-Brunnen wurde eine Pause eingelegt, um eine

größere Aufmerksamkeit bei den Besuchern der Innenstadt zu erreichen. In der

Liebfrauenkirche gab es in diesem Jahr eine Gedenkinstallation mit Scherenschnitten

in der Anzahl der bei uns an AIDS verstorbenen Menschen. Des Weiteren wurden

Teelichter in Pergamenttüten mit Scherenschnitten aufgestellt. Diese Aktion fand viel

Lob bei den anwesenden Besuchern. Für die musikalische Untermalung sorgten ein

hauptamtlicher Mitarbeiter und unser Zivildienstleistender.

21


4. Öffentlichkeitsarbeit

Insbesondere in den letzten zehn Jahren (seit der Verfügbarkeit von HA-ART) haben

wir eine Fülle bedeutender Veränderungen im Bereich der medizinischen

Behandelbarkeit und in deren Folge im Bereich der Lebenserwartung und gewiss

auch im Bereich der Lebensqualität für Menschen mit HIV und AIDS erlebt (vgl. auch

1.). Wir betrachten es als eine wichtige Aufgabe von AIDS-Hilfe als Selbsthilfe-,

Interessen- und Fachverband, die Bevölkerung und auch die Beteiligten im

Gesundheitswesen seriös, differenziert und bestmöglich über die aktuellen

Entwicklungen zu informieren, „damit nicht einer Banalisierung aller sexuell

übertragbaren Krankheiten Vorschub geleistet wird“ (Schweizerische Ärztezeitung, 2008;

98:5, S. 163).

Die Verkündung von Forschungs- und Behandlungserfolgen ist ebenso wichtig und

legitim wie die Verkündigung von Erfolgen in der Primärprävention. Während die

letzteren in der Regel allerdings nur zu einem überschaubaren Medieninteresse

führen – zumal diese schwer in harten Zahlen zu erfassen sind – sind die ersteren

um ein vielfaches interessanter und quotenträchtiger. Dabei wird – je nach Medium -

nicht immer großer Wert auf eine differenzierte Berichterstattung und

Kommentierung gelegt, weil auch der Konsumentenbedarf nicht immer in diese

Richtung geht und weil gewiss auch bestimmte Lobbyinteressen die eine oder

andere Nachricht lancieren. Umso mehr verstehen wir es als Aufgabe der

Öffentlichkeitsarbeit der AIDS-Hilfen, die Entwicklungen und insbesondere die

daraus resultierenden Schlagzeilen kritisch zu beobachten und zu kommentieren.

Denn wir sind mit den Folgen beschäftigt. Tatsächlich registrieren wir eine gewisse

Banalisierung von HIV / AIDS und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Die

Sorglosigkeit der Menschen im Umgang mit HIV wächst. Deutlich steigende Zahlen

von HIV-Neudiagnosen auch in Deutschland stehen für einen Irrglauben mit

lebensbedrohlichen Folgen.

Aussagen von manchen Medizinern, die immer wieder die nahenden

Heilungschancen propagieren, mediale Schlagzeilen, die Entwarnungsphantasien

22


auslösen, Hochglanzanzeigen der Pharmaindustrie, deren Aussagen fast an

„Marlboro-Botschaften“ erinnern, nötigen uns, immer wieder auf die Euphoriebremse

zu treten. Dies wird insbesondere in bestimmten Zielgruppen schwieriger, die ein

vergleichsweise gutes Aufklärungsniveau aufweisen und sich zum Teil mit sehr

subtilen Risikominimierungsstrategien beschäftigen. Die Materie wird mit

zunehmenden Erkenntnisgewinnen zum Virus, seinen Infektionswegen und zum

Immunsystem immer komplexer und in bestimmten Szenen oder/und Settings ist das

Spektrum der Präventionsbotschaften gewiss weiter und differenzierter zu gestalten

als es die hinlänglichen Safer Sex-Botschaften bisher hergeben.

Die strukturelle HIV-Prävention wird immer komplexer. Die Präventionsbotschaften

sind immer mehr zu differenzieren und zum Teil zu individualisieren. Wenn wir heute

erkennen, dass das Infektionsrisiko, das von einem HIV-Infizierten unter stabiler ART

(sART, vgl. 1.) ausgeht, „sich in der Größenordnung unserer normalen Lebensrisiken

wie z.B. dem Besteigen eines Flugzeuges“ (Schweizerische Ärztezeitung, a.a.O.) bewegt,

dann ist es richtig und wichtig, diejenigen HIV-positiven Menschen davon zu

unterrichten, denn dann ist die häufig tief verwurzelte Angst, andere zu infizieren,

sehr zu relativieren. Diese Erkenntnis hätte ungeheuere Chancen zur Folge, denn sie

könnte zu einer erheblichen Verbesserung der Lebensqualität von HIV-Infizierten und

der von HIV-Betroffenen führen. Also etwa auch für (feste = monogame)

Partnerinnen und Partner von HIV-Positiven unter der Voraussetzung eines wirklich

vertrauensvollen Umgangs miteinander. Wenn sART als eine Methode des

Risikomanagements genutzt wird, geht dies nicht ohne partnerschaftliche

Kommunikation. Beide Partner/innen müssen die Einschätzung teilen, sich auf das

Restrisiko bei der sART einlassen zu wollen und Aspekte wie Compliance,

regelmäßiges Monitoring und vorliegende STI`s besprechen können.

Hier bestünden aber natürlich auch Chancen im Hinblick auf andere Lebensbereiche,

wie etwa dem Arbeitsleben, wo Arbeitgeber noch weniger davor zurückscheuen

sollten, HIV-positive MitarbeiterInnen zu beschäftigen. Auch im Bereich von

(Lebens-) Versicherungen sollte sich endlich eine Neubewertung der bisherigen

Ungleichbehandlung bezüglich vermeintlich ungünstiger Risiken ergeben. Die

Notwendigkeit von (privater) Altersvorsorge gewinnt nunmehr auch für einige HIVpositive

Menschen Bedeutung.

Allerdings gilt die obige Einschätzung nicht in gleichem Maße für andere sexuell

übertragbare Krankheiten. Bei diesen lässt sich weiterhin nur durch ein Kondom das

Ansteckungsrisiko vermindern. Vor dem Hintergrund, dass sich das

Ansteckungsrisiko bezüglich HIV aufgrund einer vorhandenen sexuell übertragbaren

Krankheit verzehnfachen kann, gilt nach wie vor für promiske (nicht monogame)

Lebensweisen oder Sex außerhalb von Beziehungen: „Nie auf den Selbstschutz

verzichten!“.

Hier gilt in aller Regel nach wie vor die relativ einfache Formel „Ohne Dings kein

Bums!“ Aber natürlich bleibt es generationenübergreifend auch immer dabei, dass

die Entscheidungen zum Sex oder etwa zum Drogenkonsum nicht immer auf

rationaler Basis fallen. Und diesbezüglich gefährdet ein realistisches Abnehmen

einer (un-) mittelbaren Todesbedrohung immer mehr die Präventionserfolge. Umso

mehr bleibt es unsere Aufgabe, die vielschichtigen Problemlagen, die in Folge einer

HIV-Infektion auftreten können, deutlich zu machen (Stichworte : lebenslängliche

Chemotherapie mit entsprechenden Folgen wie Resistenzproblematiken,

23


unerwünschte Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Therapien auf der

medizinischen Seite sowie viele psychosoziale, sozialrechtliche und materielle

Problemlagen bis hin zu möglichen Stigmatisierungs- und

Diskriminierungstendenzen).

Der `präventive Spagat´ zwischen Entdiskriminierungsarbeit im Umgang mit HIVpositiven

und an AIDS erkrankten Menschen und der Mahnung vor einer keineswegs

„normalen chronischen Erkrankung“, die noch dazu letztlich immer noch tödlich ist,

bleibt eine große Herausforderung für die Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit.

Und angesichts der skizzierten vielfältigen Veränderungen sind wir stetig gefordert,

unsere Arbeitsweisen zu überdenken und hier und da zu reformieren.

Bei allem notwendigen Hinterfragen von bestehenden Strukturen, Analysen und

Evaluationen von Arbeitsansätzen sowie sinnvollem Bemühen um – epidemiologisch

abgesicherte - neue Präventionsansätze und –strategien wäre es aber meines

Erachtens fatal, an dem Grundkonzept der strukturellen Prävention und dem Ansatz

der niedrigschwelligen, akzeptanzorientierten Arbeitsausrichtung zu rütteln. Die

Erfolge von nunmehr über 20 Jahren sprechen für sich. Die Verweise auf Länder mit

repressiveren Ansätzen und Zeigefingerpädagogik hinken, denn Deutschland hat –

nach den skandinavischen Ländern - in Europa die viertniedrigste HIV-Prävalenz.

Das hier entwickelte Präventionsmodell ist weiterhin wegweisend und

zukunftsträchtig für die Beschäftigung mit dem Themenfeld der sexuellen

Gesundheitsförderung generell. Es bleibt dabei: Nur wer sich schätzt, schützt sich

und andere.

Der Ansatz, allein auf individuelle Verhaltensänderung zu setzen, reicht in der Regel

nicht aus. Auch die Verhältnisse, in denen Menschen leben, müssen lebenswert und

so gestaltet sein, dass Menschen sich darin angenommen fühlen können. Hier sind

alle gesellschaftlichen Gruppen weiter gefordert. Dies gilt natürlich auch für die

(Landes-) Politik. Im Zuge der Kommunalisierung der Landesmittel wird sehr genau

zu beobachten sein, dass sich die nordrhein-westfälische Landesregierung nicht „aus

der Verantwortung stiehlt“. Das Thema „HIV & AIDS und andere sexuell übertragbare

Krankheiten“ darf nicht von der landespolitischen Diskussionsebene verschwinden.

Dies hätte unseres Erachtens fatale Folgen – insbesondere im Hinblick auf

besonders riskierte Gruppen (s. 1.)

„Gemeinsam gegen AIDS. Wir übernehmen Verantwortung für uns selbst und

andere.“ Das deutsche Welt-AIDS-Tags-Motto der Jahre 2005 ff ist gut gewählt.

Wir haben eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung auch und gerade gegenüber

den Schwächeren in unserer Leistungsgesellschaft. Nicht nur im HIV-

Infektionsgeschehen sind Menschen überproportional vertreten, die ökonomisch,

bildungsmäßig und sozial benachteiligt sind. Somit bleibt AIDS-Präventionsarbeit zu

einem großen Teil weiterhin Arbeit in gesellschaftlichen Konfliktbereichen. Es geht

weiter um Aspekte von sozialer Diskriminierung von Homo- und Bisexuellen, um die

Kriminalisierung von Drogengebraucher/innen, um die Ausgrenzung von Menschen

mit Migrationshintergrund, um Marginalisierungstendenzen von Prostituierten und

Menschen in Haft und um die Defizite in der Um- und Durchsetzung von (sexuellen -)

Selbstbestimmungsrechten von Frauen in besonderen Lebenslagen.

24


Die Öffentlichkeitsarbeit der AIDS-Hilfen gewinnt vor diesen Hintergründen weiter an

Bedeutung. Die differenzierte und seriöse Außendarstellung des Themenfeldes „HIV

und AIDS“ wird allerdings immer vielschichtiger und komplexer.

Erfreulicherweise sind Anfragen nach den Angeboten unserer AIDS-Hilfe in allen

Arbeitsbereichen stabil hoch. Das spezifische Know-how, die

Vermittlungskompetenzen unserer ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter/innen und

die Flexibilität eines kleinen, freien Trägers in der Wohlfahrtspflege werden

offensichtlich sehr geschätzt. Das zeigen uns die vielen positiven Rückmeldungen,

die aus sehr unterschiedlichen Gruppierungen kommen.

Grundlagen für den Erhalt und die Anpassung unserer Arbeitsqualitäten sind die

Qualitätsstandards für die Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit, die Teil unseres

Leitbildes (s. Anhang o. www.aidshilfe-duisburg-kreis-wesel.de ) sind.

4.1. AG Öffentlichkeitsarbeit

Die mit dem skizzierten Themenspektrum und der entsprechenden Informations- und

Aufklärungsarbeit befasste Arbeitsgruppe trifft sich zukünftig jeden zweiten Montag

im Monat um 19.00 Uhr in der AIDS-Hilfe, um Veranstaltungen, Informationsstände

u.a. Aktionen zu konzipieren und zu organisieren. Die Gruppe ist mit stabil acht

Mitgliedern besetzt. Um diesen Kern von Mitarbeiter/innen herum finden sich immer

wieder neue Interessent/innen über mehr oder minder lange Zeiträume. Der Zugang

zur Gruppe setzt nicht das Durchlaufen der Grundausbildung für Ehrenamtler/innen

voraus, wie dies für die Bereiche der Beratung und Begleitung zwingend ist. Es kann

also jede/r Interessierte unverbindlich hereinschnuppern.

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Ohne das intensive Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen wäre die

Menge an Veranstaltungen und Aktionen, die wir auch im Berichtsjahr wieder

durchführen konnten, nicht denkbar. Allen beteiligten Ehrenamtler/innen gilt dafür

unser herzlichster Dank!

Weiterhin suchen wir gerade für das Feld der Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit

ehrenamtliche Mitarbeiter/innen. Wer hier aktiv werden möchte oder Interessenten

kennt … nur zu!

Zum Bereich der medialen Außendarstellung gehört die Internet-Homepage der

AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V.. Nach einer leichten Neugestaltung der

Homepage (www.aidshilfe-duisburg-kreis-wesel.de) ist auch für das Berichtsjahr

2007 eine Erhöhung der Zugriffsfrequenzen zu konstatieren. Auch hat sich die

Einrichtung einer extra Beratungsseite mit sog. FAQ`s (frequently asked questions =

Häufig gestellte Fragen) bewährt. Dieses Angebot wird gerade von jüngeren Leuten

aufgrund der besonderen Anonymität und der Attraktivität des Mediums für diese

`Besucher´ genutzt. Diese Seiten werden regelmäßig evaluiert und bei Bedarf

werden die FAQ`s variiert (Vgl. 2.).

Als weitere wichtige Werbeträger dienen der AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V.

der Schaukasten im Bus- und S-Bahntunnel am Duisburger Hauptbahnhof, der im

Berichtsjahr wieder mehrmals thematisch neu gestaltet und fortlaufend aktualisiert

wurde und der Schaukasten im Bahnhof Wesel, der insbesondere auch auf die

Beratungsstelle in Wesel aufmerksam macht. Durch langwierige Umbaumaßnahmen

am Weseler Bahnhof und die folgende Neugestaltung ist dieser Standort leider sehr

unattraktiv geworden, so dass wir uns entschieden haben, den Mietvertrag mit einer

Bahngesellschaft zum Ende des Berichtsjahres auslaufen zu lassen. Den beiden

Ehrenamtlern, die diese Werbe-, Beratungs- und Ankündigungsträger gepflegt

haben, rsp. weiter pflegen, gilt ein besonderer Dank.

Schaukasten Duisburg

Schaukasten Wesel

26


4.2. Veranstaltungen

Die AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V. ist immer bemüht, ihr Angebot einer

breiten Öffentlichkeit transparent zu machen und nutzt dazu verschiedene Orte und

Anlässe. Wie könnte man auf Enttabuisierung, Entdiskriminierung und Emanzipation

ausgelegte Präventionsarbeit leisten, ohne die sog. Allgemeinbevölkerung über den

Sinn und Zweck zielgruppenspezifischer Arbeit zu informieren?

Neben dem sehr breiten Spektrum an inhaltlichen Ausrichtungen (HIV und AIDS,

Hepatitiden und andere sexuell übertragbare Krankheiten, Homosexualität,

Drogengebrauch, Frauen/Mädchen und AIDS, Migration und AIDS u.a.m.) ist es

alljährlich aufs Neue schwierig, halbwegs flächendeckend in unserer großen Region

Präsenz zu zeigen.

Nach dem arbeits- und ereignisreichen Jubiläumsjahr, gab es im Feld der

Öffentlichkeitsarbeit im ersten Halbjahr eine kreative Ruhephase, die u.a. dazu

genutzt wurde, uns mit Szenarien im Zusammenhang mit der Kommunalisierung

(s.o.) zu beschäftigen.

Anfang Juni startete dann aber die ÖA-Truppe mit Aktionen. Am 02. Juni, der

bundesweiten „Nacht der Solidarität“ des Aktionsbündnisses gegen AIDS,

sammelten wir tagsüber in der Duisburger City Unterschriften für die Kampagne

„Gesundheit kommt nicht von allein“ und gestalteten abends einen Gottesdienst in

der evangelischen Kirchengemeinde Dinslaken (Mitte) mit, zu dem es eine sehr

erfreuliche Presseresonanz gab.

Zum Anliegen des Aktionsbündnisses und unserer Beteiligung daran hatten wir dann

auch noch einen Auftritt im Duisburger Stadtfernsehen „Studio47“.

Duisburg, 02.06.08 Dinslaken, 02.06.08

Viele gute Gespräche in sehr freundlicher Atmosphäre konnten wir beim Duisburger

Umweltmarkt auf der Königstrasse am 16.06. führen. Immer noch und immer wieder

bewährt sich bei unseren Infoständen der Einsatz des Glücksrades als Magnet und

Türöffner für Präventionsgespräche.

27


Infostand beim Duisburger Umweltmarkt, 16.06.07

Großes Interesse und Bereitschaft, unsere Arbeit konstruktiv zu begleiten, erfuhren

wir im Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten der PDS/Die Linke, Herrn Aydin,

der uns am 25.06. besuchte.

Ende Juni holte sich eine kleine Delegation der AH updates zum aktuellen HIV-

Geschehen beim Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongress in Frankfurt, von dem

eine gewisse neue Aufbruchstimmung ausging, da hier u.a. die erfreulichen

politischen Signale der Bundesregierung zur Verstärkung der nationalen und

internationalen Präventionsarbeit (EU-Gipfel in Bremen, G8-Gipfel in Heiligendamm)

noch einmal, u.a. durch die Eröffnungsrede der Bundesgesundheitsministerin, Ulla

Schmidt, die wir bei einer Veranstaltung der Duisburger Bundestagsabgeordneten,

Petra Weiss, am 19. November in Duisburg auch noch einmal zu bestimmten

Entwicklungen im Gesundheitswesen befragen konnten, deutlich bekräftigt wurden

(vgl. 1.).

Am 28. Juli fand auch der inzwischen sehr etablierte Duisburger CSD wieder unter

aktiver Beteiligung der AH statt und fand ein sehr gutes Echo (s. 5.1.).

Im August waren wir traditionell mit Ständen bei den Weseler ppp-Tagen und den

Jugend-DIN-Tagen in Dinslaken bei herrlichem Wetter und guter Erreichbarkeit der

Bevölkerung vertreten.

Infogespräche am Glücksrad

Im September bereicherten wir wieder das Duisburg-Hochfelder Stadtteilfest im

Bönninger Park, bei dem wir nicht zuletzt mit vielen Menschen mit

28


Migrationshintergrund wertvolle Informations- und Austauschgespräche führen

konnten. Hier können wir unsere interkulturellen Kompetenzen erproben und

weiterentwickeln – ein für uns nach wie vor wichtiges Anliegen.

Dementsprechend ist es für uns schon traditionell selbstverständlich, dass wir uns

aktiv an den „Interkulturellen Wochen“ in Duisburg beteiligen. Im Berichtsjahr

präsentierten wir uns im Verbund mit anderen Mitgliedsorganisationen des

„Paritätischen“ in Duisburg mit einem interaktiven Angebot im Rahmen der

Eröffnungsveranstaltung (Motto 2007 „Stark durch Vielfalt“) am 05. September auf

der Duisburger Königstrasse. Darüber hinaus haben wir ein workshop-Angebot

ausgeschrieben, welches allerdings keine Teilnehmerresonanz erfuhr. Dies zeigt

einmal mehr, dass wir im Zusammenhang von AIDS und Migration weiterhin „dicke

Bretter bohren“ und Geduld aufbringen müssen. Und zwar im Verbund mit

Kooperationspartnern und Multiplikator/innen.

Diese waren die Zielgruppe für die fünfte landesweite Fachtagung des von uns mit

initiierten Arbeitskreises Migration, der unter dem schönen Titel „… ohne Angst

verschieden sein“ am 07. November wieder einmal im Institut für Aus- und

Fortbildung und mit freundlicher Unterstützung der Stadt Duisburg, des Ministeriums

für Integration, Frauen und Familie NRW, der Deutschen AIDS-Stiftung sowie

einzelner Pharmafirmen stattfand (s. Flyer im Anhang). Fast 50 Teilnehmer/innen

waren sehr angetan von den Inhalten und Referent/innen und stehen selbst für die

auf gutem Wege befindliche Weiterentwicklung eines interdisziplinären Netzwerkes

in der gesundheitsfördernden Arbeit mit Menschen mit Migrationshintergründen.

Der Arbeitskreis Migration

Das Plenum der Fachtagung

Unsere Arbeit für und mit Menschen in Haft stand im Vordergrund bei einem

erneuten Arbeitsfrühstück, zu dem der Duisburger FDP-Landtagsabgeordnete,

Holger Ellerbrock, eine Delegation der AH in den Düsseldorfer Landtag am 15.

November einlud. Die Wertschätzung, die uns hier entgegengebracht wurde, ist

insbesondere für die Arbeit und die Motivation unserer ehrenamtlichen

Mitarbeiter/innen von großer Bedeutung. Und natürlich ist es auch ungemein wichtig,

dass die Leistungen der AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V. von politischen

Entscheidungsträgern als sinnvoll und gut wahrgenommen und der Diskurs zu

Ansätzen, Konzepten und deren Förderung angenommen werden.

Für beide Seiten besonders interessant gestaltete sich der Informationsbesuch der

Leiterin eines Gesundheitszentrums der Duisburger Partnerstadt Kaliningrad, Frau

29


Dr. Stachovskaya, am 11. Dezember in unserer AIDS-Hilfe. Wir waren – offen

gestanden - erstaunt über die `Modernität´ der Haltungen und Arbeitsansätze in

dieser westrussischen Stadt, die den unseren viel näher sind, als wir vermuteten. Es

zeigte sich erneut, dass der möglichst direkte Austausch von größter Bedeutung ist

und dass internationale Zusammenarbeit zu gegenseitiger Befruchtung führt. Wir

hegen die Hoffnung, dass diese etwa im Rahmen der Städtepartnerschaften weiter

gedeihen kann.

Zum "Gedenktag für die verstorbenen Drogengebraucherinnen und

Drogengebraucher“ am 21. Juli beteiligten wir uns in der Duisburger Innenstadt am

bundesweiten Informations- und Aktionsgeschehen. Wir unterstützten eine

Kampagne der Deutschen AIDS-Hilfe und sammelten Unterschriften für Postkarten,

die an die Bundeskanzlerin Angela Merkel gerichtet waren. Mit diesen Postkarten

wurde Frau Merkel aufgefordert, sich für eine gesetzliche Grundlage zur

Anerkennung von Heroin als Medikament einzusetzen und die Aufnahme in die

Regelversorgung zu unterstützen. Leider stand die Duisburger Bevölkerung diesem

Anliegen eher skeptisch gegenüber, so dass es schwierig war, Unterschriften zu

erhalten.

Die Presseresonanz war dagegen sehr erfreulich. Wir konnten uns im Studio 47

präsentieren, es gab ein Interview mit Radio KW, die WAZ hat den Artikel

veröffentlicht und NRZ und Lokalfernsehen WDR waren vor Ort am Stand.

Zur eigenen Fortbildung unserer ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter/innen nutzen

wir seit einigen Jahren immer mal wieder, das aus BZgA-Mitteln geförderte Angebot

der sog. „Medizinischen Rundreise“ der Deutschen AIDS-Hilfe. Am 19. und 20.

Oktober hatten wir mit Bernd Vielhaber erneut einen äußerst kompetenten

Referenten zum Spezialthema der Hepatitiden B und C bei uns zu Gast, deren

Thematisierung nicht zuletzt im Rahmen unserer Knast-Arbeit, aber auch generell im

Rahmen der HIV-Prävention eine zunehmende Relevanz besitzt.

30


4.3. Benefiz-Veranstaltungen

Nicht nur in finanzieller Hinsicht sind Benefiz-Aktionen für uns sehr wichtig, bieten

Aktionen mit Künstlern doch meist die Möglichkeit, unser Thema auch außerhalb der

Welt-AIDS-Tags-Zeit öffentlichkeitswirksam zu platzieren.

Ein riesengroßes Dankeschön gilt allerdings einmal mehr dem Duisburger

Gastronomen, Thomas Seven, der im Berichtsjahr mit seinem traditionellen

Grünkohlessen im November wieder viele Gäste zu Spenden animieren und darüber

über 4.000,- € für die Aufrechterhaltung unserer Angebotspalette bereitstellen

konnte.

Treue Unterstützung erfahren wir auch immer wieder durch den Besitzer der

Johanniter-Apotheke in Duisburg-Hochfeld, Herrn König und sein Team sowie

inzwischen durch einen Teil der Citi-Pride-Group der Duisburger citibank,

federführend durch Herrn Guido Kuhl, die zum Welt-AIDS-Tag wieder 300 Solibären

verkauft haben

Darüber hinaus erfreut es uns sehr, an dieser Stelle Jahr für Jahr über sehr stabile

Unterstützungsaktivitäten berichten zu können. Da sind zum einen die

Spendensammlungen und thematischen Veranstaltungen vieler Kirchengemeinden

zu nennen, die zudem in der Regel auf unsere Anfrage hin für unsere alljährliche

Weihnachtsfeier für Menschen mit HIV und AIDS eingehen – vielen herzlichen Dank

dafür – und zum anderen die Spendenausschüttung einer Reihe von Sparkassen.

Ganz besonders bedanken wir uns hier bei der Sparkasse Duisburg für ihre Treue

hinsichtlich der Teilfinanzierung unserer aufsuchenden Arbeitsangebote.

Ein besonderes Anliegen ist es uns, den zahlreichen Schülerinnen und Schülern und

engagierten Lehrkräften zu danken, die uns mit hoher Motivation, Überzeugung und

zum Teil sehr kreativen Aktionsideen nicht nur bei der Spendensammlung, sondern

auch bei der Thematisierung von HIV und AIDS in zweifellos wichtigsten Zielgruppen

fantastisch unterstützen. Stellvertretend möchten wir hier die Projektgruppen am

Gymnasium Adolfinum in Moers, dem Sophie-Scholl-Berufskolleg in Duisburg-

Marxloh, die Projektgruppe am Gymnasium Moers-Rheinkamp, die Gustav-

Heinemann-Realschule Duisburg-Mitte und die Krankenpflegeschule am St.

Bernhard Hospital Kamp-Lintfort erwähnen.

DANKE für einen bärenstarken Einsatz für die AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V.

31


4.4. Veranstaltungen zum Welt-AIDS-Tag 2007

„Stop AIDS. Keep the Promise!“ Das war und ist das internationale Motto der Welt-

AIDS-Kampagnen seit 2005. Es erinnerte daran, dass im Juni 2001 Politiker aus aller

Welt auf einer Sondersitzung der Vereinten Nationen zu HIV und AIDS das

Versprechen gaben, sich national und international stärker im Kampf gegen die

weltweite HIV- und AIDS-Epidemie zu engagieren.

Das deutsche Motto ergänzt seither: „Gemeinsam gegen AIDS. Wir übernehmen

Verantwortung für uns selbst und andere.“ (s.o.). Nicht nur die Politik, sondern jede/r

Einzelne trägt Verantwortung für sich selbst und andere. Wir alle können etwas tun,

aber nur gemeinsam können wir etwas erreichen.

Angesichts dieser Ausrichtung und Forderungen fiel es uns auch in diesem Jahr

nicht schwer, das deutsche Motto auch für unsere WAT-Veranstaltungen

voranzustellen.

Mit sieben eigenen Veranstaltungen und weiteren mit und von Kooperationspartnern

durchgeführten Aktionen konnte auch im Berichtsjahr wieder ein umfangreiches

Angebot vorgehalten (s. Flyer und Pressespiegel im Anhang) und viele Menschen

darüber erreicht werden.

Am 16. November ging es los mit einem thematischen Infostand bei dem schwullesbischen

Party-Event in der Duisburger Kulturzentrale „HundertMeister“, der in

bewährter Regie unseres „Herzenslust-Teams“ lag.

Nicht fehlen darf in einem AIDS-Hilfe Veranstaltungsprogramm aus unserer Sicht ein

medizinisches Fachgespräch zur HIV-Therapie. Erstmalig in Kooperation mit unseren

Kolleginnen der Nachbar-AIDS-Hilfe Oberhausen veranstalteten wir ein solches am

21. November im Stadtteil- und Kulturzentrum „Alte Feuerwache“ in Hochfeld unter

dem Titel „(Multi-) Resistent! Austherapiert? – Was nun?“. Gemeinsam mit unseren

niedergelassenen Schwerpunktärzten Dr. Kwirant und Dr. Becker-Boost brachte uns

Dr. Stefan Esser, Oberarzt an der Uni-Klinik Essen, auf den „aktuellen Stand der

Irrtümer“ in der HIV-Therapie. Wobei sich erfreulicherweise immer mehr gesicherte

Antworten finden und sich bessere Optionen eröffnen, selbst für Positive im sog.

„Salvage-Bereich“, also für Menschen, die bereits mehrere Kombinationstherapien

hinter sich haben und ein Ende der „therapeutischen Fahnenstange“ in Sicht ist/war.

32


„Fragen Sie Ihren Arzt …“

Dr. Stefan Esser, Dr. Becker-Boost, Dr. Kwirant (v.l.)

Ein sehr erfreuliches Echo fand in diesem Jahr das „Abendgebet zum Welt-AIDS-

Tag“, die Solidaritätsveranstaltung des Duisburger Aktionsbündnisses gegen AIDS

(i.e.: Kindernothilfe, Ev. Kirchenkreis Duisburg, Infostelle dritte Welt, Ev.

Studentengemeinde Duisburg, die ev. Kirchengemeinde Alt-Duissern, die AIDS- und

STD-Beratungsstelle des Gesundheitsamtes und die AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis

Wesel e.V.) am Freitag, dem 23. November in der Luther-Kirche in Duisburg-

Duissern statt. Etwa einhundert Besucher/innen waren – wie wir alljährlich - sehr

angetan vom Veranstaltungskonzept, den z.T. authentischen Lebensbildern von

Menschen mit HIV und AIDS, den symbolischen Aktionen sowie von den

musikalischen Darbietungen. In diesem Jahr unterstützten uns die Trommelgruppe

„drumming kids“ und der Gospelchor „praise together“ der ev. Kirchengemeinde

Neudorf-West mit mitreißenden Darbietungen. Für diese hervorragenden Gesten der

Solidarität sagen wir ganz herzlichen Dank. Das Duisburger Aktionsbündnis gegen

AIDS ist weiterhin offen für weitere Kooperationspartner. Interessierte Personen und/

oder Einrichtungen sind immer willkommen.

Am Samstag, dem 24. November konnten wir uns am Aktionstag im Haus der

Jugend in Duisburg-Rheinhausen „Treatment for all, part III“ teilnehmen, bei dem

unter sehr engagierter Federführung von Dr. Günther Bittel ein buntes

Aktionsprogramm mit verschiedenen Informationsmöglichkeiten und einem

abschließenden Solidaritätskonzert mit Bands aus der Region stattfand. Die

Resonanz war leider wieder überschaubar. Wir wissen, dass wir bei „unserem

Thema“ Geduld brauchen und hoffen, dass sich hier eine prima Veranstaltung in

gerade für Jugendliche attraktivem Setting etablieren wird. Unser Dank gilt jedenfalls

den Initiatoren und Bands für dieses Event.

Bedauerlicherweise konnte der Arbeitskreis „Homosexuelle Kultur Duisburg“

(HoKuDu e.V.) im Berichtsjahr aufgrund von Personalmangel keine

Veranstaltungsreihe „Ein Blick zu anderen Ufern“ durchführen. Hier konnten in der

Vergangenheit doch einige Veranstaltungen das Programm zum Welt-AIDS-Tag mit

sehr passenden Inhalten ergänzen.

33


Sehr erfreulich gestalteten sich wieder einmal die Kooperationen mit einzelnen

Kirchengemeinden. So erneut die Gedenkveranstaltung im Anschluss an unseren

Candle-Light-Walk am Mittwoch, dem 28. November in der Liebfrauen-Kirche in

Duisburg-Mitte, die von den Teilnehmenden besonders gewürdigt wurde.

Candle-Light-Walk, 28.11.07

Sehr kooperativ, engagiert und aufgeschlossen zeigten sich wieder einmal die

Verantwortlichen Betreiber der UCI-Kinowelt in Duisburg. Hier konnten vom 28. bis

30. November die von der BZgA unterstützten Jugendfilmtage durchgeführt werden.

Über 300 Schülerinnen und Schüler von verschiedenen Duisburger Schulen konnten

hier neben thematischen Filmangeboten zu Sexualität, Liebe, Freundschaft und HIV/

AIDS auch einen Mitmachparcour durchlaufen und in verschiedenen Aktionsformen,

die von Teilen des Duisburger Arbeitskreises Prävention gestaltet wurden,

wahrnehmen. Gerade dieses Angebot wurde von Schülern und den begleitenden

Lehrkräften sehr gut genutzt und als interessant und wichtig bewertet. Als Schirmherr

stand der Duisburger Künstler, Benny Martell (DSDS, SAT 1 Morningstar, Stimme

des Jahres 2003), an allen Veranstaltungstagen für Gespräche und

Autogrammwünsche honorarfrei und gerne zur Verfügung.

Benny Martell und Judith Dewald

„Risiko?“ Ralf Runniger im Einsatz

Die `klassischen´ Rote-Schleifen-Aktionen der AIDS-Hilfe auf den

Weihnachtsmärkten – im Berichtsjahr in Moers und Duisburg - haben auch in diesem

Jahr etwas unter Personalknappheit gelitten. Während die Eindrücke und das

Sammelergebnis in Moers (am 01.12., dem Welt-AIDS-Tag) rundweg prima waren,

gestaltete sich das Geschehen am Sonntag, dem 02.12. auf dem Duisburger

Weihnachtsmarkt als sehr frustierend. Standort und Wetter waren sehr schlecht und

entsprechend fiel auch das Spendensammeln „ins Wasser“. Witterungsunabhängig

und mit gewohnt guter Akzeptanz durch die Duisburger Bevölkerung gestaltete sich

die Rote-Schleifen-Aktion in der Duisburger Galeria, für die wieder eine Reihe von

34


Geschäften Präsente für unsere Glücksrad-Aktion zur Verfügung stellten. Ein

herzliches Dankeschön für diese Geste!

WAT-Aktion, 01.12.07, Galeria Duisburg

Ebenfalls in der UCI-Kinowelt fand am Sonntag, 02. Dezember ein das

Veranstaltungsprogramm zum Welt-AIDS-Tag abschließendes Highlight statt. Den

Kolleginnen der AIDS-Beratungsstelle des Gesundheitsamtes Duisburg ist es

gelungen, das AIDS-Special der ältesten deutschen TV-Soap, der ARD-Serie

„Lindenstraße“ mit dem Titel „Die Leiden des jungen Benno Zimmermann“, welches

auf dem diesjährigen Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongreß in Frankfurt im Juni

Premiere hatte, nach Duisburg zu holen. Und nicht nur das. Mit dem Autor und

Regisseur, Hans W. Geißendörfer, und der Hauptdarstellerin, Andrea Spatzek,

standen höchst prominente Vertreter zur Filmbegleitung und zu einer

anschließenden Podiumsdiskussion Rede und Antwort. Ein attraktives und

spannendes Veranstaltungsangebot, welches trotz guter Bewerbung

unverständlicherweise ein höchst begrenztes Publikumsinteresse fand.

Erfreulicherweise hat das Duisburger Stadtfernsehen, „Studio 47“ diese

Veranstaltung mitgeschnitten und in einer 30-minütigen Sondersendung doch noch

einem größeren Publikum zugängig gemacht.

Rolf Ringeler als „Opener“ der Podiumsdiskussion

Andrea Spatzek und Hans W. Geißendörfer

35


Das beteiligte Duisburger Aktionsbündnis gegen AIDS hatte sich schnell darüber

verständigt, die Spendeneinnahmen aus dem „Abendgebet zum WAT“, den

Jugendfilmtagen sowie der „Lindenstrassen-Aktion“ einem AIDS-Waisen-Projekt der

Kindernothilfe zukommen zu lassen. Ein Film über dieses Projekt wurde ebenfalls im

UCI am 02. Dezember ausgestrahlt. Spenden für ein wirklich tolles Projekt im

südlichen Afrika sind natürlich auch weiterhin höchst willkommen. Wir stellen gerne

den Kontakt zur Kindernothilfe für Sie her.

Die Kolleginnen vom Gesundheitsamt J. Heiland, Dr. P. Terlinden und I. Sperg (v.l.)

36


Allen, die uns zum Welt-AIDS-Tag 2007 durch viel Engagement und Kreativität

unterstützt haben, gilt an dieser Stelle noch einmal unser ganz herzlicher Dank.

37


4.5. Berichterstattung in den Medien

Die Nachfragen von Seiten der Print-, Funk- und TV-Medien, die unsere Arbeit zum

Teil sehr aufmerksam begleiten, stimmt uns zuversichtlich und führt uns zu dem

Eindruck, gute Arbeit zu leisten.

Wir waren unsererseits mit der Erreichbarkeit und dem Echo bei Presse, Lokalfunk

und –fernsehen über das Berichtsjahr verteilt insgesamt sehr zufrieden (s.

Pressespiegel im Anhang).

In der WDR-Lokalzeit gab es unter dem Titel „Lieben mit HIV“ eine interessante und

gut gemachte Dokumentation über drei HIV-positive. Eine davon, eine unserer

Klientinnen, hat das WDR-Team auch in die AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V.

geführt, weil ihr die Begleitung durch uns ungemein wichtig ist.

Das schon mehrmals zitierte Stadtfernsehen „Studio 47“ ist mittlerweise ein treues

Begleiter- und Unterstützermedium.

Auch im Printmedienbereich gab es im Berichtszeitraum große Portraits über

Menschen und Angebote der AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V. (s.

Pressespiegel)

Den stabil hohen Anstiegen bei den Neuinfektionen im Berichtsjahr muss aus

unserer Sicht aber auch wieder mit einer Kommunikationsoffensive begegnet

werden, um die Präventionserfolge der vergangenen Jahre nicht weiter zu

gefährden. Aufklärung, sachliche Information und Erinnerung müssen wahrnehmbar

bleiben.

38


4.6. Sonstige Aufgaben und Tätigkeiten

Hier sind für den Stelleninhaber zu nennen :

• Vertretung der AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V. in verschiedenen

regionalen Gremien und Arbeitskreisen in Duisburg und dem Kreis Wesel,

• Vorbereitung, Organisation, und Durchführung von Informationsständen,

Seminar- und Vortragsangeboten,

• Organisatorische Begleitung und Pressearbeit für Benefiz- und

Kooperationsveranstaltungen,

• Acquise von finanziellen Mitteln und personellen Ressourcen

(Ehrenamtleranwerbung)

• Kontaktpflege zu Förderern und Kooperationspartnern,

• Telefonische und persönliche Beratung,

• Beratungsstellenleitung,

• U.a.m.

Abbildung :

Präventionsveranstaltungen in der Allgemeinbevölkerung

(Präventions-) Veranstaltungen in der Allgemeinbevölkerung

im Jahre 2007 - Veranstaltungen insgesamt

Veranstaltungen

20

15

10

5

0

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

Monate

August

September

Oktober

November

Dezember

39


5.1 HIV/AIDS-Prävention bei Schwulen, Männern die Sex mit

Männern haben sowie bisexuellen Männern

Das Projekt homo- und bisexuelle Männer sowie MSM (Männer, die Sex mit

Männern haben) im Kontext von HIV / STI´s der AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel

e.V. ist durch Zielgruppenspezifische Mittel der AIDS-Hilfe NRW e.V. gefördert

worden. Durch diese Förderung konnte eine knappe ½ Personalstelle finanziert

werden, mit der die strukturelle Prävention im Arbeitsbereich „homosexuelle und

bisexuelle Männer sowie MSM im Kontext HIV / STI´s“ auf der lokalen, regionalen

und landesweiten Ebene umgesetzt wurde. Zusätzlich hat das Projekt auf der lokalen

Ebene das Ziel, HIV-Positive Männer niedrigschwellig zu erreichen und ihnen die

möglichen Angebote in der Region zu vermitteln bzw. die Begleitung durch die AIDS-

Hilfe anzubieten (Streetwork).

Auf der landesweiten Ebene erfolgte die Arbeit ausschließlich in Gremien, die sich

überregional mit dem Thema homosexuelle Männer im Kontext HIV / STI´s befassen.

Auf der regionalen Ebene wurden in der Vernetzung mit anderen Institutionen

Kampagnen und Präventionsaktionen erarbeitet und durchgeführt. Durch diese

Kooperationen konnten größere Veranstaltungen geplant, koordiniert und umgesetzt

werden. Die in diesen Gremien vorhandenen Ressourcen konnten so gebündelt

werden und es ergaben sich sinnvolle Synergieeffekte.

Auf der lokalen Ebene wurden gemeinsam mit Kooperationspartnern, durch die

Einbeziehung von ehrenamtlichen Mitarbeitern sowie HIV-Positiven schwulen

Männern die ausdifferenzierten Angebote/Präventionsaktionen erfolgreich

umgesetzt. Durch diese Kooperationen konnten die begrenzten personellen

Ressourcen optimal genutzt werden.

5.1.1 Vorwort

Die zielgruppenspezifische Präventionsarbeit der AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel

e.V. im Bereich MSM musste sich im vergangenen Jahr mit neuen

Präventionsbotschaften auseinander setzen, da die bis dahin üblichen Aussagen zu

Übertragungswegen bei HIV von mehreren Medizinern, wissenschaftlichen

Publikationen und den Referenten der DAH e.V. in Frage gestellt wurden. Durch die

Diskussionen auf der lokalen, regionalen und überregionalen Ebene stellt sich daher

die Frage, ob sich in Zukunft die Präventionsarbeit noch differenzierter darstellt, als

wie sie jetzt schon ist.

Dies wiederum stellt die aktiven Präventionisten vor ein Dilemma. Einerseits möchte

die AIDS-Hilfe fachlich anspruchsvolle Prävention und Beratung betreiben.

Andererseits gelten dann für die Zukunft so hohe Ansprüche an die

Präventionsmitarbeiter, dass eine intensive Ausbildung notwendig sein wird. Da die

Zahl der ehrenamtliche Mitarbeiter jedoch nicht zunimmt, werden die notwendigen

hochschwelligen Ausbildungen eher abschreckend auf interessierte Mitarbeiter

wirken.

Zukunftsorientiert werden die neu aufgetretenen Fragestellungen bezüglich

Risikoeinschätzungen auf den Herzenslustkoordinatorentreffen diskutiert und ggf.

Änderungen erarbeitet, damit die Präventionsstandards von der Kampagne

Herzenslust auch weiterhin in ganz NRW einheitlich bleiben.

Da die Zahlen der HIV-Neudiagnosen bei MSM steigenden sind, steht die

Präventionsarbeit unter politischem Druck. Ein Resultat ist die, von der DAH in

40


Kooperation mit der BZgA entwickelte Kampagne „ich weiss was ich tu“. Diese wird

im Jahr 2008 bundesweit von Präventionisten im Bereich MSM umgesetzt.

5.1.2 Landesweite Vernetzung

Teilnahme an Arbeitskreisen

Unter dem Namen „Herzenslust“ wird strukturelle HIV-Prävention im Bereich

homosexuelle und bisexuelle Männer sowie MSM in ganz NRW durchgeführt.

Herzenslust ist eine Kampagne der AIDS-Hilfe NRW e.V. Auf der landesweiten

Ebene finden regelmäßige Arbeitskreise unter dem Namen „Landesarbeitskreis

schwule Prävention“ statt, wo die Herzenslustgruppen sich inhaltlich austauschen

können. Der Projektnehmer hat regelmäßig an diesen Arbeitskreisen teilgenommen.

In diesem Gremium wurden neu entwickelte Aktionen vorgestellt, Tendenzen in der

schwulen Community erörtert sowie zu bestimmten Themenfeldern Referenten

eingeladen (z.B. zum Themenbereich Zell zu Zell Transmission). Auf diesen

landesweiten Arbeitskreisen konnten so Ideen für Präventionsaktionen ausgetauscht,

Kampagnen entwickelt und nicht erfolgreiche Projekte analysiert werden. So wurde

durch den Erfahrungsaustausch und die fachliche Unterstützung der

unterschiedlichen lokalen Herzenslustgruppen die regionale und lokale Arbeit

sinnvoll modifiziert. Ein weiterer Schwerpunkt war die Einhaltung und Bearbeitung

der Präventionsstandards, welche die Herzenslustgruppen in diesem Arbeitskreis

entwickelt haben. So wurden neue Aktionen unter verschiedenen Blickwinkeln

diskutiert und die Haltungen den Gegebenheiten vor Ort angepasst.

Der Projektnehmer hat sich darüber hinaus auf der Landesebene an der

Konzipierung und Erstellung einer Basisschulung für Mitarbeiter im Bereich

Herzenslust engagiert. In einem Gremium wurden Präventionsstandards für die

Herzenslustarbeit zusammengestellt sowie die Inhalte festgelegt. Die Schulung hatte

u. a. folgende Themeninhalte:

- Epidemiologischen Infektionszahlen von HIV Global

- Rollenverständnis von Präventionsmitarbeitern

- Übertragungswege von HIV, Hepatitiden und anderen sexuell übertragbaren

Krankheiten

- Was ist Herzenslust?

- Beispiele von primärpräventiven Aktionen

- Erarbeitung einer eigenen Präventionsaktion

Neben den Inhalten wurden Methoden zusammengetragen und erarbeitet, damit die

Schulungsteilnehmer die erworbenen Kenntnisse zeitnah umsetzen konnten.

Der Zeitrahmen der Schulung wurde auf zwei Tagesveranstaltungen á 7 Stunden

festgelegt.

Gemeinsam mit anderen Herzenslustgruppen aus NRW hat die lokale

Herzenslustgruppe öffentlichkeitswirksam an der Parade des CSD´s in Köln

teilgenommen und so massenmedial und personalkommunikativ strukturelle

Präventionsarbeit geleistet.

41


Herzenslust hat auf der landesweiten Ebene die Onlinepräventionsarbeitet konzipiert

und umgesetzt. Bei Gay Romeo, einem Onlineportal für schwule und bisexuelle

Männer, wurde ein health support geschaltet. Hier werden Ratsuchenden von

örtlichen Herzenslustmitarbeitern Fragen zu HIV/AIDS, Hepatitiden und anderen

sexuell übertragbaren Krankheiten, schwuler Gesundheit und Szeneorten in der

Region beantwortet. Der Projektnehmer hat als lokale Herzenslustgruppe ein Profil

erstellt und Chatberatung durchgeführt. An diesem Projekt sind neben dem

Projektnehmer ehrenamtliche Onlinepräventionisten beteiligt.

5.1.3 Regionale Vernetzung

Auf der regionalen Vernetzungsebene arbeitete der Projektnehmer eng mit den

regionalen Herzenslustgruppen im Ruhrgebiet zusammen. So beteiligte sich der

Projektnehmer an den regelmäßig stattfindenden Arbeitskreisen „Herzenslust

Knotenpunkt Ruhrgebiet“. Im Ruhrgebiet wurden aus diesem Arbeitskreis heraus

Aktionen entwickelt, koordiniert und durchgeführt, welche einen überregionalen

Charakter besaßen. Gerade bei größeren Events können die einzelnen

Herzenslustgruppen nur schwer alleine öffentlichkeitswirksame Aktionen

durchführen. Durch die Koordination und Umsetzung der geplanten

Präventionsaktionen durch den Herzenslustkoordinator Ruhrgebiet können so über

die Vernetzung mehrere Herzenslustteams zusammen eine Aktion

ressourcenorientiert durchführen. Neben diesen Synergieeffekten können für die

geplanten Aktionen Give-aways kostengünstig über das Projekt „Herzenslust

Knotenpunkt Ruhrgebiet“ zentral bestellt werden.

In diesem Rahmen beteiligte sich der Projektnehmer zum Beispiel an folgenden

regionalen Aktionen:

Come together Cup 2007 in Essen. Der Projektnehmer war Mitglied in der

Herzenslust-Fußballmannschaft und spielte zugunsten der AIDS-Hilfe Essen e.V.

gegen prominente Personen.

Teilnahme an verschiedenen primärpräventiven Herzenslustaktionen auf diversen

schwul lesbischen Straßenfesten im Ruhrgebiet (z.B. Hagen, Essen).

In dem Arbeitskreis wurden neben den überregionalen Aktionen auch Kampagnen

entwickelt. So wurde z.B. in dieser Vernetzung die Kampagne „Lecker lecken…. So

schmeckt das Ruhrgebiet“, konzipiert und überregional umgesetzt. Neben dem Motto

wurden Give Away´s, das Outfit und Präventionsbotschaften entwickelt. Die Aktion

wurde auf den Straßenfesten im Ruhrgebiet sowie bei Szenerundgängen umgesetzt.

42


Die Theatergruppe „Herzenslust on-Tour hat dieses Motto übernommen und den

Sketch „Geschenke des Sommers“ konzipiert.

Auftritt beim Straßenfest in Essen

Weitere Schwerpunkte des Arbeitskreises sind unter anderem die inhaltliche

Fortbildung der ehrenamtlichen Präventionsmitarbeiter zum Themenfeld HIV/AIDS

und andere STI´s, primärpräventive Versorgung von Örtlichkeiten im Ruhrgebiet, wo

keine lokale Herzenslustgruppe existiert und die Begleitung von Herzenslustgruppen,

die keine hauptamtlichen Strukturen besitzen.

5.1.4 Projektarbeit auf der lokalen Ebene

Kooperation mit lokalen Einrichtungen/Selbsthilfegruppen

Auf der lokalen Ebene wurde mit verschiedenen Einrichtungen, Vereinen und

Selbsthilfegruppen kooperiert.

In Kooperation mit dem Gesundheitsamt Duisburg, Beratungsstelle zu HIV und

andere sexuell übertragbare Krankheiten, wurde eine STI-Sprechstunde für schwule

Männer entwickelt, welche einmal monatlich in den Räumen des Gesundheitsamtes

stattfindet. Dieses Angebot ist kostenlos und anonym. Die Bewerbung des

Angebotes in der schwulen Community wird durch den Projektnehmer

vorgenommen.

Ebenso in Kooperation mit dem Gesundheitsamt Duisburg, Beratungsstelle zu HIV

und andere sexuell übertragbare Krankheiten, wurde die Aktion „Die Ärztin kommt!“

umgesetzt. Besucher der schwulen Party Männernacht konnten sich kostenlos in der

Zeit von 22.00-23.30 Uhr in der Beratungsstelle des Gesundheitsamtes zu STD´s

von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes beraten lassen und sich ggf. auf HIV und

Hepatitiden testen lassen.

Der Projektnehmer hat im Rahmen der Fachtagung „Jugend sucht…“ einen

Workshop zum Themenfeld Homosexualität durchgeführt. Die Fachtagung wird

veranstaltet von dem Arbeitskreis „Prävention Duisburg“ (Pro Familia,

Gesundheitsamt Duisburg, Kommissariat Vorbeugung, Caritas, Fachstelle

Suchtprophylaxe des Jugendamtes Duisburg, AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel e.V.)

und richtet sich primär an Multiplikatoren aus Beratungseinrichtungen, Pädagogen

und Lehrern.

43


Der Projektnehmer hat an den regelmäßig stattfindenden Arbeitskreisen der regional

ansässigen schwul lesbischen Vereine und Selbsthilfegruppen „AkDuLuS e.V.“

teilgenommen und beteiligte sich dort an der Konzipierung, Entwicklung und

Durchführung von schwul lesbischen Angeboten für den Raum Duisburg. Dieser

Arbeitskreis hat z.B. die schwul lesbische Disco „Warm Up“ initiiert und organisiert

jährlich das schwul lesbische Straßenfest in Duisburg.

Der Projektnehmer hat in Kooperation mit dem Gesundheitsamt Duisburg,

Beratungsstelle zu HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten eine erneute

Hepatitis Impfkampagne für homosexuelle Männer entwickelt. Die Umsetzung erfolgt

im Jahr 2008.

Fachliche Anleitung der lokalen Herzenslustgruppe Duisburg/Kreis Wesel.

Der Projektnehmer hat regelmäßig mit der Herzenslustteilzeitkraft die inhaltliche

Arbeit der lokalen Herzenslustgruppe erörtert und bei Bedarf angeleitet. Neben der

fachlichen Aufsicht des lokalen Projektes Herzenslust wurden die ehrenamtlichen

Herzenslustmitarbeiter in den Bereichen HIV und andere sexuell übertragbare

Krankheiten sowie in der Rolle der „Vor-Ort-Präventionisten“ von dem Projektnehmer

geschult. In diesen Schulungen wurde vornehmlich mit unterschiedlichen Methoden

sowohl die Verweisungskompetenz der ehrenamtlichen Mitarbeiter ausgebaut als

auch das Rollenverständnis der Herzenslustmitarbeiter bei einer Präventionsaktion

thematisiert, um eine Sensibilisierung diesbezüglich zu erreichen.

Veranstaltungen

Auf der lokalen Ebene hat der Projektnehmer in unterschiedlichsten Themenfeldern

primärpräventiv agiert. So wurden in dem Projektzeitraum in folgenden Bereichen

Veranstaltungen und Aktionen durchgeführt:

In der Gruppe der schwulen, bisexuellen Männer sowie MSM mit

Migrationshintergrund. Hierzu wurden Veranstaltungen zum Themenfeld HIV / AIDS

entwickelt und in Kooperation mit der Projektnehmerin „Frauen und AIDS“ in

Kulturvereinen durchgeführt.

Im Bereich der Vor-Ort-Aktionen:

Der Projektnehmer hat Vor-Ort-Aktionen in der schwulen Szene und Örtlichkeiten,

wo Männer Sex mit Männern haben, zum Teil mit lokalen Kooperationspartnern,

durchgeführt.

In unregelmäßigem Turnus wurden Aktionen auf Rastplätzen im Kreis Wesel

durchgeführt, wo Männer Sex mit Männern haben. Hier wurden

Informationsmaterialien und Kondompackungen auf einem Informationsstand den

Besuchern angeboten. Da viele der dort verkehrenden Männer sich nicht eindeutig

als schwul oder bisexuell definieren, wurde auf allgemeine Informationsbroschüren

der DAH / BZgA zurückgegriffen.

Zu Karneval hat der Projektnehmer eine Aktion konzipiert, die durch die lokale

Herzenslustgruppe Duisburg/Kreis Wesel unter seiner Anleitung realisiert wurde

44


Der Projektnehmer führte mehrere primärpräventive Aktionen auf der schwul

lesbischen Disko „Warm-Up“, die einmal monatlich in Duisburg stattfindet, durch. Hier

konnten die Besucher vor Ort Fragen zum Themenfeld HIV/AIDS und anderen

sexuell übertragbaren Krankheiten an den Projektnehmer stellen und wurden vor Ort

beraten, bzw. zu einem Gespräch in der Einrichtung eingeladen.

Für das schwul lesbische Straßenfest in Duisburg hat der Projektnehmer die

Aktionen geplant, koordiniert und mit dem Herzenslustteam Duisburg/Kreis Wesel

umgesetzt.

Zum Welt-AIDS-Tag wurden verschiedene Aktionen in der Duisburger Szene

durchgeführt.

Im Bereich Streetwork

Informationsstand zum WAT im Harlekin

Der Projektnehmer hat durch die regelmäßige Vor-Ort-Arbeit und seine Anwesenheit

in der Szene, HIV-Positive Männer erreicht und begleitet diese im Rahmen der

psychosozialen Betreuung. Durch dieses niedrigschwellige und anonyme Angebot

konnten Männer erreicht werden, die sich durch eigenen Antrieb nicht an eine Hilfs-

Organisation wie der AIDS-Hilfe, gewendet hätten.

Sprechstunde in der Szene

Der Projektnehmer hat einmal im Quartal eine Sprechstunde für schwule Männer in

einem Szenelokal durchgeführt. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Szenewirt

wurde die Sprechstunde gut beworben und erfreute sich einer guten Resonanz.

Der Bereich der Multiplikatorenschulungen:

Der Projektnehmer hat mehrere Informationsveranstaltungen zu dem Themenfeld

HIV/STI´s in lokal angesiedelten schwulen Selbsthilfegruppen durchgeführt.

45


5.1.5 Resümee

Das Projekt der AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel e.V. setzte die strukturelle

Prävention im Arbeitsbereich homosexuelle und bisexuelle Männer sowie MSM auf

den unterschiedlichen Ebenen (landes-, regionaler- und lokaler Ebene) um.

Die Arbeit konnte auf den jeweiligen Ebenen mit verschiedenen Aspekten und

Zielsetzungen ausdifferenziert werden, die mit angemessenen Methoden verfolgt

wurden. Es wurden die beantragten Ziele realisiert und innovative

Aktionen/Projektideen umgesetzt.

Mittels der Kampagne „Herzenslust“ konnte der Projektnehmer ressourcenorientiert

und zeitsparend seine Projektziele umsetzen. Die Wichtigkeit der Kampagne zeigte

sich zum einen durch die professionelle Öffentlichkeitsarbeit der AIDS-Hilfe NRW

(Homepage der Kampagne Herzenslust mit der Verlinkung zu den regionalen

Herzenslusthomepages, Bewerbung der Kampagne durch schwule Medien) und

durch den fachlichen Austausch bei den landesweiten Arbeitskreisen. Ebenso sind

die zentral eingekauften Give-aways für eine professionelle Außendarstellung in der

Vor-Ort-Arbeit unabkömmlich (z.B. Cruisingpacks in einer Herzenslust-

Umverpackung).

Durch die jahrelange Präventionsarbeit in dem Bereich homosexuelle und bisexuelle

Männer sowie MSM müssen immer wieder neue Präventionsstrategien entwickelt

und umgesetzt werden, damit die Präventionsbotschaften die Zielgruppe erreichen.

Ein gutes Beispiel hierfür ist das, auf der überregionalen Ebene entwickelte

Onlineprojekt von Herzenslust bei Gay Romeo.

Die Vernetzungsarbeit auf der lokalen und regionalen Ebene verlief kontinuierlich

und stabil. Auch hier konnte durch die vorhandenen Ressourcen effizient die

verfolgten Ziele umgesetzt werden.

Ohne die ehrenamtlichen Mitarbeiter hätte das Projekt „homosexuelle und bisexuelle

Männer sowie MSM“ der AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel e.V. nicht in diesem

Umfang realisiert werden können.

46


5.1.6 Die Präventionskampagne der AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel e.V.

Herzenslust ist eine Kampagne, die von der AIDS-Hilfe NRW e.V. entwickelt wurde.

In jeder größeren Stadt in NRW, die über schwule Treffpunkte und Szenelokalitäten

verfügt, gibt es eine Herzenslustgruppe, die sich hauptsächlich aus schwulen

ehrenamtlichen Mitarbeitern zusammensetzt. Hauptaufgabe von Herzenslust ist die

HIV/AIDS-Prävention bei Schwulen, Männern die Sex mit Männern haben und

bisexuellen Männern.

5.1.7 Ziele von Herzenslust

Nach den bewährten Herzensluststandards wurde im Rahmen der

zielgruppenspezifischen Prävention durchgeführt. Neben der Einbeziehung von

Alltagsexperten (sprich Schwule für Schwule), wurde niedrigschwellig gearbeitet. Im

Rahmen der professionellen Gesundheitsförderung wurden über die Vermittlung von

Übertragungswegen zu HIV auch Aktionen zur Stärkung des Selbstbewusstseins und

zur allgemeinen Gesundheitsförderung durchgeführt.

Zu diesem Zweck wurden personalkommunikative Mittel, wie z.B. ein Glücksrad mit

Fragen zum Thema HIV und STD´s sowie verschiedene Kostüme und Dekorationen

zur Präsentation unseres Herzensluststandes auf Partys benutzt. Ebenfalls wurde

unsere Homepage durch Fotoaktionen beworben.

Unsere Arbeitsansätze im Detail:

1) Aufsuchende Arbeit in der schwulen Szene und den Örtlichkeiten, wo Männer Sex

mit Männern haben.

Konzeptionelle Ausarbeitung und Durchführung von Herzenslustaktivitäten in der

Szene und Örtlichkeiten, wo Männer Sex mit Männern haben nach den bewährten

Herzensluststandards.

2) Durchführung von Aktionen in der Szene und Örtlichkeiten, wo Männer Sex mit

Männern haben

Durch vorwiegend personalkommunikative- aber bei größeren Events auch

massenmediale Aktionen wurden die Besucher von Partys, Kneipen und

Cruisingareas sowie größeren Veranstaltungen zu HIV/AIDS und anderen sexuell

übertragbaren Krankheiten informiert. Hierfür wurden unterschiedliche Medien und

Kommunikationsmittel eingesetzt.

3) Versorgung der Szenekneipen

Regelmäßig wurden die Szenekneipen mit Informationsmaterialien bestückt. Darüber

hinaus hat die Fachkraft die Betreiber bei Bedarf über Hygienemaßnahmen

aufgeklärt. Durch die kontinuierlichen Kontakte mit den Wirten konnten in den

Lokalitäten Veranstaltungen sowie regelmäßige Aufklärungsarbeit, mit besonderen

Aktionen verknüpft, durchgeführt werden.

5.1.8 Das Herzenslustteam

Das Herzenslustteam Duisburg/Kreis Wesel hat sich regelmäßig unter der Anleitung

einer hauptamtlichen Fachkraft einmal in der Woche getroffen. Bei diesen Treffen

wurden Aktionen mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern geplant/besprochen und für

besondere Veranstaltungen Give-Aways und Dekorationsmaterialien hergestellt.

47


5.1.9 Fachliche Begleitung

Die Fachkraft hat sich wöchentlich mit dem Herzenslustkoordinator getroffen. Ziele

dieser Treffen waren die Einhaltungen der Herzensluststandards sowie die

Koordinierung und Planung der Herzenslustaktivitäten für die jeweiligen Aktionen bei

den verschiedenen Zielgruppen.

Der Herzenslustkoordinator für Duisburg und den Kreis Wesel begleitete die

fachliche Ausarbeitung der Herzenslustaktionen und war bei vielen Vor-Ort-Aktionen

anwesend. Des Weiteren wurde durch den Koordinator mit der ehrenamtlichen

Herzenslustgruppe regelmäßige Informationsveranstaltungen durchgeführt, welche

sich hauptsächlich mit der Wissensvermittlung von Übertragungswegen von HIV und

anderen STI´s befassten.

Bei den regelmäßig stattfindenden Arbeitskreisen der Duisburger Lesben- und

Schwulengruppen war die Fachkraft als Vertreter für die AIDS-Hilfe beteiligt. Hier

wurden Kooperationspartner zur effizienten Erarbeitung von Veranstaltungen und

Aktionen in der schwulen Szene akquiriert.

5.1.10 Aktionen in der Szene

Folgende regelmäßige Aktionen wurden im Berichtsjahr durchgeführt:

1. Präsenz des Herzenslustteams auf der schwullesbischen Party „warm up“ und der

schwulen Party „Männernacht“. Beide Veranstaltungen finden in einem monatlichen

Turnus statt. Die Besucher konnten sich bei dem Herzenslustteam zu HIV und

anderen sexuell übertragbaren Krankheiten informieren sowie die ausgelegten

Informationsbroschüren der DAH e.V. sowie Bewerbungsbroschüren zur

ehrenamtlichen Mitarbeit in den Herzenslustgruppen mitnehmen.

Unter verschiedenen Mottos wurden Infostände aufgebaut und

personalkommunikativ / massenmedial die Besucher zu HIV und anderen sexuell

übertragbaren Krankheiten aufgeklärt

Größere Aktionen von Herzenslust auf diesen Veranstaltungen waren:

Karneval

Die Herzenslustmitarbeiter kostümierten sich öffentlichkeitswirksam und konnten so

auf die Präventionsarbeit von Herzenslust hinweisen.

48


Die Ärztin kommt!

Die AIDS-Hilfe Duisburg Kreis Wesel e.V. arbeitet eng mit dem Gesundheitsamt der

Stadt Duisburg zusammen. Gemeinsam wurde die Aktion „Der Arzt kommt“ auf der

Party Männernacht durchgeführt. Partybesucher konnten an diesem Abend in der

Zeit von 22.00 bis 0.00 Uhr einen kostenlosen HIV Test sowie eine Untersuchung auf

Syphilis und Hepatitiden in der angrenzenden Beratungsstelle des

Gesundheitsamtes durchführen. Herzenslust-Mitarbeiter sprachen die Partybesucher

an und begleiteten diese auf Wunsch zur nahe gelegenen Beratungsstelle des

Gesundheitsamtes.

Die Loveletter Wand

Jeder Partybesucher bekam beim Einlass eine Nummer angeheftet und konnte mit

anderen Partybesuchern Kontakt aufnehmen.

Hierzu konnte man einen Brief mit der Nummer desjenigen, mit dem man Kontakt

aufnehmen wollte, an die Herzenslust Loveletter Wand anheften.

Herzenslustmitarbeiter konnten so mit den Partybesuchern Kontakt aufnehmen und

auf die Präventionsarbeit von Herzenslust hinweisen.

„Der Herzenslustabschleppdienst“

Eine größere konzipierte Aktion war der „Abschleppdienst“. Es wurden Warnwesten,

Warndreiecke und Sicherheitsbänder angeschafft. Hinzu wurden Werkzeugkisten

und Warnlampen erworben. Zu den Themen Abschleppen in Bezug auf sexuelle

Kontakte und (doppeldeutig) Autopannen wurden Aufkleber und Plakate layoutet und

gedruckt. Die Aufkleber wurden auf die Cruisingpacks geklebt. Der Stand konnte so

auffällig dekoriert werden und auf die „Sicherheitschecks“ vor dem Abschleppen

hinweisen.

49


Weihnachts- Warm-up

Im Dezember, auf der Weihnacht Warm-up, verteilten die Herzenslustmitarbeiter

selbstgebackene Plätzchen und Kondome.

Szenerundgänge

Regelmäßig (einmal im Quartal) führte das Herzenslustteam Duisburg/ Kreis Wesel

einen Rundgang durch die Szene durch. Ziel der Rundgänge war die Kontaktpflege

mit den Szenewirten, Verteilung von Informationsmaterialien zu HIV und andere STD

´s in den Lokalen sowie die Befüllung des Kondomautomaten.

CSD Duisburg

Auf dem CSD in Duisburg war Herzenslust mit einem Infostand vertreten.

Die in Zusammenarbeit mit dem Herzenslust Knotenpunkt Ruhrgebiet entwickelte

Aktion „Lecker lecken, so schmeckt das Ruhrgebiet“ wurde auf dem CSD umgesetzt.

Durch den Auftritt der Herzenslusttheatergruppe „HZL-on Tour“ wurde diese

Präventionsaktion massenmedial beworben und lenkte die Aufmerksamkeit der

Besucher auf den lokalen Herzensluststand.

50


Rastplatzaktionen

Besonders die Altersgruppe der 30- bis 49 Jährigen ist häufig auf

Autobahnrastplätzen anzutreffen. Gerade diese Zielgruppe hat eine erhöhte

Risikobereitschaft bei sexuellen Kontakten. Dies vor allem, da viele nicht von

unseren Präventionsbotschaften erreicht werden (MSM und Bisexuelle, die nicht in

den etablierten Szenelokalitäten anzutreffen sind). Daher hat das Herzenslustteam

regelmäßig auf den Autobahnrastplätzen, wo Männer Sex mit Männern haben,

Präventionsaktionen durchgeführt.

Welt-AIDS-Tag

Das Herzenslustteam Duisburg beteiligte sich an den Veranstaltungen zum Welt-

AIDS-Tag der AIDS-Hilfe Duisburg/ Kreis Wesel e.V.

Informationsveranstaltung

Das Herzenslustteam Duisburg war mit einem Infostand bei der Gruppefür ältere

Schwule „ Pink Power “ zum Vereinsjubiläum vertreten. Dabei wurde neben HIV

verstärkt das Thema sexuell übertragbare Krankheiten thematisiert.

CSD Köln:

Das Herzenslustteam Duisburg beteiligte sich als Fußtruppe mit anderen

Herzenslustgruppen aus NRW an der Parade des Kölner CSD. Das Motto war in

diesem Jahr „ Sommer, Sonne, Syphilis“. Das Outfit wurde überregional abgeklärt

um einheitlich das Projekt Herzenslust zu präsentieren.

51


5.1.11 Regionale Herzenslustarbeit

Der Projektnehmer nahm an einem Kreativworkshop für überregionale

Herzenslustaktionen in Bochum teil. Hier wurde die Aktion“ Lecker Lecken“

gemeinsam erarbeitet. Auf dem CSD in Essen wurde erstmals die Aktion „Lecker

Lecken“ mit Beteiligung des Herzenslustteams Duisburg durchgeführt.

Der Projektnehmer hat regelmäßig an den Vernetzungstreffen vom Herzenslust

Knotenpunkt teilgenommen.

Medizinische Rundreise:

Das Herzenslustteam Duisburg hat an einer zweitägigen

Weiterbildungsveranstaltung zum Themenfeld „sexuell übertragbaren Krankheiten“

teilgenommen. Diese Veranstaltung (Medizinische Rundreise der DAH) wurde über

den Herzenslust Knotenpunkt organisiert und in Bochum umgesetzt.

52


5.2 Drogen und Substitution

Im Drogenbereich gibt es leider nur kleine Fortschritte zu verkünden, in Nordrhein-

Westfalen ist es auf diesem Feld sogar zu Rückschritten gekommen.

Positiv zu vermerken ist, dass der Bundesrat einer gesetzlichen Novellierung des

Betäubungsmittelgesetzes auf seiner Sitzung vom 21.09.2007 zugestimmt hat. Diese

gesetzliche Regelung ist notwendig, um bei der Behandlung mit Diamorphin

einheitliche Qualitätsstandards zu gewährleisten und die Überleitung in die

Finanzierung durch die gesetzliche Krankenkasse zu ermöglichen. Derzeit beruht die

Behandlung auf einer Verlängerung der Arzneimittelstudie. Die Fortführung auf der

Grundlage einer Vielzahl von Ausnahmegenehmigungen ist nur als Übergangslösung

vertretbar. Der Bundesrat beschloss ebenfalls, den Gesetzentwurf beim Deutschen

Bundestag einzubringen. Seit diesem Zeitpunkt ist leider nichts weiter geschehen, da

sich die CDU/CSU Bundestagsfraktion gegen die Gesetzesänderung sträubt.

Die eindeutig positiven Ergebnisse der Medikamentenprüfstudie, die zudem die

Erkenntnisse aus anderen Ländern bestätigen, in denen ebenfalls Heroin

verschrieben und erforscht wurde (z. Bsp. Schweiz, Niederlande) müssen genutzt

werden zur Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten der Opiatabhängigkeit.

Unerfreulich ist, dass Teile der Politik aus ideologischen Gründen die teuren

Forschungsergebnisse ignorieren.

Einen weiteren Rückschlag für die Originalstoffvergabe bedeutet die jetzt aktuell

angekündigte Einstellung der Bundesförderung für jene Städte, die an der

Modellstudie zur heroingestützten Behandlung teilnehmen. Ohne die Förderung des

Bundes bzw. Übernahme der Behandlungskosten durch die Krankenkassen werden

die Städte mittelfristig die Kosten nicht alleine tragen können.

Einen drogenpolitischen Rückschritt vollzog die nordrhein-westfälische

Justizministerin Müller-Piepenkötter mit einem Runderlass vom 13.08.07. Dieser

Erlass beinhaltet folgendes:

• „Demnach wird, wenn die Tat sich auf eine geringe Menge zum

Eigenverbrauch bezieht, die Obergrenze, bis zu der die Staatsanwaltschaft

von der Verfolgung absehen kann (Paragraf 31a Betäubungsmittelgesetz), für

Haschisch und Marihuana von 10 auf nur noch 6 Gramm abgesenkt.

• Eine Eigenbedarfsgrenze für so genannte harte Drogen, also vor allem

Heroin, Kokain und Amphetamin (bislang 0,5 Gramm), wird es nicht mehr

geben. Ein Absehen von der Strafverfolgung nach Paragraf 31a

Betäubungsmittelgesetz kommt hier künftig nur noch in Ausnahmefällen in

Frage.

• Ermittlungsverfahren gegen Jugendliche und ihnen gleichgestellte

Heranwachsende sollen demnächst nur noch unter Auflagen und nicht mehr -

wie bislang - folgenlos eingestellt werden können. Denkbare Auflagen sind

regelmäßige Drogenscreenings, Teilnahme an Drogenberatungsseminaren,

Therapien oder Sozialstunden.“

aus Presseerklärung vom 30.07.07 des Justizministeriums NRW.

Anstelle von Verboten sind Präventionsstrategien gefordert, um eine

Risikokompetenz und Drogenmündigkeit zu erreichen. Durch die im 3. Absatz

53


geforderten Maßnahmen bei Jugendlichen, werden auffällig gewordene Jugendliche

unverhältnismäßig früh stigmatisiert und letztendlich kriminalisiert. Das Ziel sollte ein

Missbrauch vermeidender, gesundheitsschonender und risikobewusster Umgang mit

psychoaktiv wirksamen Substanzen sein.

Der Erlass wird für mehr Arbeit bei Strafverfolgungsbehörden und Gerichten führen,

die jetzt schon überlastet sind.

Drogengebrauch und Drogenmissbrauch sind nicht durch Abschreckung, Verordnung

oder Strafandrohung und erzieherische Sanktion abschaffbar.

Wir unterstützen den Antrag der (Landtags-)Fraktion Bündnis 90/Die Grünen NRW

„Drogenkonsum nicht kriminalisieren, Justiz nicht überlasten: „Hilfe statt Strafe“ muss

oberstes Prinzip der Drogenpolitik bleiben.

5.2.1 Primär- und Sekundärprävention

5.2.1.1 Spritzenaustauschprogramm

Die AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel nimmt weiterhin mit den von ihr betreuten

Spritzenautomaten am Projekt der AIDS-Hilfe NRW e. V. teil. Die Standorte befanden

sich in Wesel, Moers, Duisburg-Walsum und Duisburg-Hochfeld. Zum Ende des

Jahres musste der Spritzenautomat in Moers abgebaut werden, da das Gebäude, an

dem der Automat befestigt war, einem Neubau weichen musste.

Die Spritzenautomaten werden je nach Frequentierung von uns regelmäßig in einbis

zweiwöchigem Rhythmus neu bestückt.

5.2.1.2 Suchtprävention bei Partydrogen

Im Partybereich gab es im abgelaufenen Jahr keinen Veranstaltungsort, von dem

bekannt war, dass dort in größerem Maße illegalisierte Drogen konsumiert würden.

Dies wäre allerdings Voraussetzung für unser Konzept im Partydrogenbereich, mit

dem wir Wissen zum Gebrauch von Partydrogen und Safer Sex bezüglich HIV und

anderer sexuell übertragbarer Krankheiten vermitteln wollen.

Für Beratungen zu Partydrogen steht der Mitarbeiter im Drogenbereich

Verfügung.

zur

5.2.2 Substitution

5.2.2.1 Entwicklung der Wochenendvergabe

Auch im Jahre 2007 haben wir über das komplette Jahr an allen Sams-, Sonn- und

Feiertagen die Vergabe von Methadon in der AIDS-Hilfe durchgeführt. Da sich ab

Februar ein dritter Arzt mit seinen Patienten an der Vergabe beteiligt hatte, stieg die

Anzahl der Substituierten von 35 bis 40 auf 62 bis 102, wobei im Durchschnitt 83

Teilnehmerinnen die Vergabe besuchten. Die Vergabezeit wurde auf 2 Stunden

erweitert, mit den drei beteiligten Ärzten wurde ein Vertrag bezüglich der Vergabe

abgeschlossen. Vertragsbestandteil ist unter anderem, dass die AIDS-Hilfe am

Arbeitskreis Suchtmedizin im Rahmen von Qualitätsverbesserungen

54


(Qualitätsmanagement) teilnimmt. Diese Teilnahme wird durch den Mitarbeiter aus

dem Drogenbereich wahrgenommen. Weiterhin wird die Vergabe von einem

ehrenamtlichen Mitarbeiter und einem Arzt durchgeführt. Zur Vergabe entsenden

insgesamt fünf Ärzte ihre Patienten.

Die Zusammenarbeit zwischen den Ärzten und unseren ehrenamtlichen

MitarbeiterInnen, den Apotheken und der Polizei verlief sehr gut, so dass trotz der

erheblichen Zunahme der Substituierten das ganze Jahr über eine reibungslose

Durchführung der Methadonvergabe stattgefunden hat. An dieser Stelle einen Dank

an die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen für ihr Engagement und ihre Mithilfe.

Am letzten Sonntag im Monat wurde weiterhin ehrenamtlich ein Frühstück für die

Substituierten organisiert. Dieses wird mit Lebensmitteln der Duisburger Tafel

gespeist. Das Frühstück wird sehr gut angenommen. Hier besteht die Möglichkeit,

neben dem reinen „Abschlucken“ des Methadons, Sorgen und Nöte auszutauschen.

Meist können die TeilnehmerInnen noch Lebensmittel mit nach Hause nehmen. Hier

gilt unser Dank den ehrenamtlichen Mitarbeitern und der Duisburger Tafel für ihr

Engagement.

5.2.2.2 Psychosoziale Begleitung Substituierter (PSB)

Die psychosoziale Begleitung von HIV-Positiven / an AIDS erkrankten Substituierten

nimmt auch in diesem Berichtsjahr den größten Teil der Drogenarbeit innerhalb der

AIDS-Hilfe ein. Für diese Begleitung werden konstant zwanzig Plätze zur Verfügung

gestellt, wobei sich die Arbeit auf die in der Begleitung tätigen hauptamtlichen

Mitarbeiter verteilt.

Im Vordergrund der PSB steht die Stabilisierung der Klienten, die in ihrer

Lebenssituation gestärkt und unterstützt werden. Die Zielsetzung der PSB erfolgt

dabei im Wesentlichen nach den Bedürfnissen der Klienten. Das bedeutet in erster

Linie, dass das subjektive Wohlbefinden der jeweiligen Person und die

Lebensverhältnisse verbessert werden sollen. Entsprechend dieser Zielsetzung steht

bei einigen Substituierten die Verbesserung des Gesundheitsstatus im Mittelpunkt,

während bei anderen die Sicherung der materiellen Grundversorgung oder der

Aufbau sozialer Netze im Vordergrund stehen kann.

Dies kann in medizinischer Hinsicht bedeuten, dass wir in eine Substitution

vermitteln, welche aufgrund unserer guten Kontakte zu den substituierenden Ärzten

in der Regel problemlos gelingt. Günstig wirkt sich hierbei auch aus, dass es in

Duisburg zurzeit keine Warteliste gibt. Des Weiteren stellen wir den Kontakt zu HIV-

Schwerpunkt-Ärzten her und unterstützen die DrogengebraucherInnen, die zum Teil

starke Berührungsängste mit Ärzten dieser Fachrichtung haben, sich in eine

adäquate Behandlung zu begeben. Es ist jedoch schwierig, neue Klienten in ein

relativ schematisches Korsett zu bringen, welches für eine HIV Behandlung

notwendig ist (regelmäßige Überwachung der HIV/AIDS-Parameter, regelmäßige

Tabletteneinnahme).

Im Rahmen der PSB ist es für uns wichtig, die Ressourcen der Begleiteten zu

wecken. Durch die eigene Bewältigung von Problemen und Aufgaben erfahren sie

eine Stärkung ihres Selbstwertgefühles.

55


Im Berichtsjahr hat ein von uns Begleiteter seine Methadonsubstitution erfolgreich

beendet.

Soziale Kontakte sind ein Hauptwunsch der Begleiteten, wobei diese außerhalb der

Szene liegen sollen. Teilweise funktioniert dieses in einer selbst aufgebauten

Vernetzung der von uns Begleiteten untereinander, teilweise ist dieses aber auch

recht schwierig und wir versuchen der Vereinsamung durch ehrenamtliche

Begleitung entgegenzuwirken.

5.2.3 Niedrigschwellige Arbeit mit illegalisierten DrogengebraucherInnen

Derzeit gibt es leider kein Angebot von JES in Duisburg. Der bisherige Aktivist, der

das Angebot aufrechterhielt, musste aufgrund von gesundheitlichen Problemen seine

Tätigkeit einstellen.

Im Juni traf sich JES NRW e. V. bei uns in der Einrichtung zum „Runden Tisch“. Hier

wurde überlegt, aus vorhandenen JES-Strukturen Kontakt zur Szene in Duisburg

aufzunehmen und zu versuchen, aus diesen Kontakten heraus eine neue JES-

Gruppe in Duisburg zu gründen. Leider ist es bis zum Jahresende nicht zu einer

Kontaktherstellung gekommen.

5.2.4 „Nationaler Gedenktag für verstorbene DrogengebraucherInnen“ am 21.

Juli

Zum Nationalen Gedenktag für verstorbene DrogengebraucherInnen haben wir

nachfolgenden Pressetext versandt:

Anlässlich des nationalen Gedenktages für verstorbene Drogengebraucher fordert die

AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes, um

Heroin für die Regelbehandlung von schwerstabhängigen Opiatkonsumenten

zuzulassen.

„Die Ergebnisse des 2003 begonnenen und zum 31.12.2006 beendeten

Modellversuchs mit der Abgabe sauberen Heroins ausschließlich unter ärztlicher

Kontrolle an Schwerstabhängige belegen eindeutig den Erfolg dieser

Behandlungsform“, erklärt Ralf Runniger, stellvertretender Beratungsstellenleiter der

AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel e. V.

„Neben signifikanten Verbesserungen in der Gesundheit der Studienteilnehmerinnen

und -teilnehmer ist zum Beispiel der Rückgang der Beschaffungskriminalität klar

erwiesen“, fährt er weiter fort.

„Mit der Heroinvergabe als zusätzlichem Angebot für Schwerstabhängige wird

natürlich nicht alles gut, aber doch einiges besser. Für die Allgemeinheit sind es

vielleicht kleine Erfolge, für die Betroffenen und ihre Angehörigen große“, ergänzt

Rolf Ringeler, Vorstandsvorsitzender der AIDS-Hilfe.

Derzeit gibt es nur eine auf verwaltungsrechtlichem Weg ermöglichte Fortführung in

den Modellprojekt-Städten, in anderen Städten und Gemeinden – so auch in

Duisburg - ist den Drogengebrauchern der Zugang zur heroingestützten Behandlung

verwehrt. Während CDU regierte Bundesländer (Hamburg und Hessen) nach der

56


Sommerpause über den Bundesrat eine Gesetzesinitiative einbringen werden,

sträubt sich die CDU-Bundestagsfraktion gegen eine Änderung. „Hier wird eine

ideologisch geprägte Auseinandersetzung auf dem Rücken und zu Lasten der

Drogen gebrauchenden Menschen ausgetragen“, kommentiert Rolf Ringeler diesen

Sachverhalt.

Um die Forderung nach Überführung der heroingestützten Behandlung in die

Regelversorgung zu unterstreichen, unterstützt die AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel

e. V. eine Postkartenkampagne der Deutschen AIDS-Hilfe e. V., mit der

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel um Unterstützung gebeten wird. Die Original-

Zitate von Studienteilnehmern auf den Postkarten spiegeln die positiven Wirkungen

der heroingestützten Behandlung wider: „Obdachlosigkeit und Kriminalität sind für

mich Vergangenheit“, „Ich habe wieder einen Arbeitsplatz gefunden“ oder „Ich habe

mir mein Leben zurückgeholt“.

Am Samstag, dem 21.07.2007 lädt die AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel e. V. in der

Zeit von 11 bis 14.30 Uhr an ihren Infostand auf der Königstraße/Ecke Düsseldorfer

Str. und sammelt für die vorgenannten Postkarten Unterschriften. Gleichzeitig

erinnert die AIDS-Hilfe mit ihrem Infostand der in den letzten Jahren verstorbenen

Drogengebraucherinnen und Drogengebraucher. Im letzten Jahr verzeichnete

Duisburg einen Anstieg auf fünfzehn Verstorbene (2005 elf Verstorbene), während

bundesweit die Zahl der verstorbenen Drogengebraucher um 30 zurückging.

„Gründe für die ansteigende Zahl der verstorbenen Drogengebraucher könnten darin

liegen, dass in Duisburg nicht die Möglichkeit der heroingestützten Behandlung

besteht oder aber das durch die Streichung der Landesmittel die Arbeit der JES-

Selbsthilfe (Junkies-Ehemalige-Substituierte) in Duisburg eingestellt ist“, meint Ralf

Runniger.

Die Presseresonanz war ausgesprochen gut: neben einem Studioauftritt im

Stadtfernsehen Studio 47 (siehe Foto), gab es Veröffentlichungen im

Wochenanzeiger, der WAZ und der Rheinischen Post, NRZ und das WDR

Fernsehen Lokalzeit Duisburg waren am Infostand vor Ort.

57


Aktion zum „Nationalen Gedenktag für verstorbene DrogengebraucherInnen“

am 21. Juli

Am 21.07. führten wir einen Infostand auf der Königstraße durch. Um mehr

Aufmerksamkeit zu erzielen, legten wir vor dem Infostand Steine mit Namen der

Verstorbenen in Kreuzform aus. Wir sammelten Unterschriften auf den Postkarten

der Deutschen AIDS-Hilfe, auf denen TeilnehmerInnen der heroingestützten

Behandlung ihre positiven Erfahrungen berichteten (siehe Pressetext oben). Mit

diesen unterschriebenen Postkarten wurde Frau Dr. Merkel um Unterstützung für die

Anerkennung von Heroin als Medikament und die Aufnahme in die Regelversorgung

gebeten.

Leider war die Resonanz am Stand eher zurückhaltend. Ehrenamtler, die an anderen

Stellen (wie zum Bsp. am Ausgang der Stadtbibliothek) Unterschriften sammelten,

stießen auf ein Publikum, das dem Thema aufgeschlossen gegenüberstanden und

auch bereit waren, die Postkarten zu unterschreiben.

Die Postkartenaktion wurde auch im Mittwochs-Café und bei der Methadonvergabe

samstags und sonntags der AIDS-Hilfe fortgeführt. Hier stießen wir auf sehr gute

Resonanz.

58


5.3 HIV und Strafvollzug

Der Arbeitsbereich ,HIV und Strafvollzug’ wurde 2007 durch die AIDS-Hilfe Duisburg/

Kreis Wesel e.V. umgesetzt. Dies ermöglichte die strukturelle Präventionsarbeit im

Bereich Strafvollzug auf der lokalen und landesweiten Ebene. Auf der landesweiten

Ebene erfolgte die Arbeit ausschließlich in Vernetzung und Kooperation mit

Institutionen, die im Bereich ,HIV und Strafvollzug’ tätig sind.

Auf der lokalen Ebene wurde mit den vorhandenen Untersuchungshaftanstalten, dem

offenen Vollzug sowie den Gerichten und Staatsanwaltschaften kooperiert, um die

Präventionsarbeit im Bereich Mitarbeiterschulungen und Informationsveranstaltungen

für Inhaftierte im Bereich Strafvollzug zu platzieren. Ziel war die Wissensvermittlung

von Übertragungswegen und Schutzmöglichkeiten im Themenfeld STD´s; vor allem

im Hinblick auf HIV und dem Bereich der Hepatitiden. Weitere Arbeitsschwerpunkte

waren die Begleitung HIV-positiver Inhaftierter sowie die Einzelberatung von

Inhaftierter im Rahmen von Sprechstunden.

5.3.1 Vorwort

Eine der Hauptgruppen in Haft sind Drogenkonsumenten, die durch den Besitz von

illegalen Substanzen oder wegen Beschaffungskriminalität zum Erwerb von illegalen

Substanzen verurteilt wurden bzw. werden sollen (Bei Frauen 20,2 % wegen BtMG-

Delikte, 29 % wegen Diebstahl u. Unterschlagung, bei Männern 16,6 % wegen

BtMG- Delikte, 24,5 % wegen Diebstahl u. Unterschlagung; Quelle:

Strafvollzugsstatistik NRW). Gerade bei der Zielgruppe von i.V. Drogenkonsumenten

ist die Prävalenz von HIV und Hepatitis C sehr hoch. Forschungsarbeiten belegen,

dass die Häufigkeit von Hepatitiden in Gefängnissen 100-200fach erhöhter ist im

Vergleich zur Normalbevölkerung (Gaube). Bei HIV ist die Häufigkeit 25fach

erhöhter als bei der Allgemeinbevölkerung (Koops A, Thiele B, Heinemann A,

Püschel K. Prävalenz viraler Infektionskrankheiten bei Inhaftierten im Hamburger

Strafvollzug, Vortrag auf dem „2. Europäischen Seminar zu HIV und Hepatitis im

Justizvollzug“ 12.-13.12.97 Bonn).

Weiterführend wurde in einer Studie nachgewiesen, dass sich ca. 48% der

neuinfizierten Insassen während der Haftzeit mit Hepatitis infiziert haben (Keppler).

Ziele unserer Arbeit sind unter anderem die Verminderung/Verhinderung von

Neuinfektionen von HIV und Hepatitiden bei Menschen in Haft, die Begleitung HIVpositiver

Menschen (Sekundärprävention) und die Fortbildung der Mitarbeiter der

Haftanstalten im Rahmen der Mitarbeiterprophylaxe.

5.3.2 Landesweite Vernetzung

Teilnahme an Arbeitskreisen

Der hauptamtliche Mitarbeiter hat regelmäßig an dem Landesarbeitskreis ,Drogen

und Haft’ der AIDS-Hilfe NRW e.V. teilgenommen. Durch den regelmäßig

stattfindenden fachlichen Austausch wurde die Arbeit kontinuierlich modifiziert,

einheitliche Standards erarbeitet und somit die lokale Arbeit weiter professionalisiert.

Der hauptamtliche Mitarbeiter nahm im Rahmen der landesweiten Vernetzung an

verschiedenen Konferenzen und Tagungen teil. Zu diesen Veranstaltungen zählten:

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Ehrenamt im Strafvollzug

Die AIDS-Hilfe NRW e.V. bat den Projektnehmer als Sprecher des

Landesarbeitskreises Drogen/Haft an dieser Podiumsdiskussion als Vertreter der

AIDS-Hilfe NRW e.V. als Zuhörer teilzunehmen. An der Podiumsdiskussion nahm

unter anderem die amtierende Justizministerin Müller-Piepenkötter teil, die mit ihrer

Drogenpolitik (unter anderem auch im Strafvollzug) für drastische Veränderungen

sorgte. Der hauptamtliche Mitarbeiter konnte mehrere Fragen, wodurch eine rege

Diskussion entstand, an die Ministerin stellen.

3. Europäische Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft

Ziel der Konferenz ist das Platzieren des Themas ,Gesundheitsförderung in Haft’ auf

der Europäischen Ebene. Durch den Austausch der Konferenzteilnehmer in den

jeweiligen Arbeitsgruppen, konnten Unterschiede und Gemeinsamkeiten erörtert

werden. Durch die Teilnahme von Mitarbeitern unterschiedlichster Einrichtungen, die

im Themenfeld Haft tätig sind, konnten neue Kontakte aufgebaut und bestehende

Kontakte gefestigt werden. Inhaltliche Schwerpunkte waren unter anderem:

Substitution in Haft, Sexualität in Haft und ,Das Menschenbild über Menschen in

Haft’.

Aus der Region Duisburg/Kreis Wesel war die Justizvollzugsanstalt Hamborn

(Anstaltsarzt sowie Leiterin des Sozialdienstes) sowie der hauptamtliche Mitarbeiter

der AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V. vertreten.

5.3.3 Lokale Arbeit des Projektes ,HIV und Strafvollzug’

Der Arbeitsbereich ,HIV und Strafvollzug’ bedient die Untersuchungshaftanstalten

Duisburg-Hamborn sowie die Zweiganstalten Duisburg-Mitte, Dinslaken und den

offenen Vollzug in Moers Kapellen. Inhaltliche Schwerpunkte des Bereiches sind:

- Primär- und Sekundärprävention zum Themenfeld HIV/AIDS, Hepatitiden

sowie andere sexuell übertragbare Krankheiten

- Begleitung und Interessensvertretung HIV-positiver Inhaftierter

- Einzelberatung von Inhaftierten

- Mitarbeiterschulungen

- Verschiedene Veranstaltungen

5.3.4 Gesundheitliche Belastungen von Inhaftierten

Die Hauptinfektionswege von HIV und Hepatitiden sind der i.v. Drogenkonsum,

sexuelle Kontakte und Tätowieren / Piercen. Daher hat die Präventionsarbeit der

AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel e.V. eine starke Fokussierung auf diese

Übertragungswege.

Hier ein Umriss der Risikosituationen anhand statistischer Forschungsergebnisse:

Drogenkonsum

I.v. Drogenkonsum ist bei inhaftierten Drogenabhängigen zwar weniger verbreitet als

außerhalb, aber die Inhaftierten, die ihren Konsum in Haft fortsetzen, tun dies unter

hoch riskanten Bedingungen und in der Regel mit einem gemeinsamen Gebrauch

von Spritzen, Nadeln und Spritzutensilien. Wedershoven bestätigt, dass unsterile

Spritzutensilien die Hauptinfektionsquelle der von ihr untersuchten Gefangenen

darstellt. Knapp fand, dass bei den von ihm befragten Inhaftierten positiven

Strafgefangenen bis zu neun Personen eine Spritze zusammen benutzten.

60


Sexuelle Beziehungen

Sexualität ist in den Haftanstalten genauso präsent, wie der illegale Drogenkonsum.

Die Thematisierung von gleichgeschlechtlicher Sexualität ist jedoch so gut wie

unmöglich. Wenige Haftanstalten gestatten Langzeitinhaftierten heterosexuelle

Kontakte im Rahmen der Besuchszeit von (Ehe-) PartnerInnen (z.B. JVA Werl, JVA

für Frauen Vechta) oder bei Haftlockerungen der Inhaftierten sexuelle Kontakte im

Rahmen des Urlaubes.

Es scheint jedoch, dass das „Verbot“ der Ausübung von Sexualität als Teil der Strafe

angesehen wird. Dies wird nicht zuletzt von den Inhaftierten selbst so gesehen. Der

Drang nach sexuellen Handlungen führt zu einer Abspaltung der Sexualität von der

allgemeinen sozialen Haltung der Inhaftierten. Es werden gleichgeschlechtliche

Handlungen praktiziert, die konträr zur Haltung und allgemeinen Aussage der

Inhaftierten stehen. Durch diese abgetrennte, nicht akzeptierte Sexualität wird

teilweise bzw. vollständig auf Kondomgebrauch verzichtet. Die Prävention steht hier

vor einem Dilemma. Die Thematisierung von gleichgeschlechtlicher Sexualität in

Präventionsveranstaltungen wird mit Anlehnung begegnet. Um Inhaftierten die

Möglichkeit eines Beratungsgespräches zu ermöglichen, wo Fragen zu

Übertragungswegen vertrauensvoll beantwortet werden, bietet die AIDS-Hilfe daher

seit 2007 eine Hepatitis / HIV-Sprechstunde in den Haftanstalten Hamborn und

Dinslaken an.

Tätowieren / Piercen

Tätowieren und Piercen ist wie das Benutzen unsteriler Injektionsnadeln eine

Übertragungsmöglichkeit von Hepatitis C und, in geringerem Ausmaß, von HIV.

Leider wurden bis dato keine Studien in Haftanstalten durchgeführt, um hier eine

Aussage in Richtung Risiko, Gebrauch und Infektionszahlen von Inhaftierten über

das Verhalten Tätowieren und Piercen zu treffen.

Die AIDS-Hilfe thematisiert diese gesundheitsgefährdenden Verhaltensweisen bei

ihrer Präventionsarbeit und bietet den Rahmenbedingungen entsprechende

Lösungsansätze an.

5.3.4.1 Primär- und Sekundärprävention

Der hauptamtliche Mitarbeiter hat regelmäßig Informationsveranstaltungen in den

Justizvollzugsanstalten durchgeführt. Neben den Übertragungswegen von HIV und

Hepatitiden wurden die Behandlungsmöglichkeiten und mögliche Schutzmaßnahmen

angesprochen (Desinfektion von gebrauchten Spritzen, Förderung des

,Blutbewusstseins’, Vorgehen bei Nadelstichverletzungen und Safer Sex - Praktiken

{bei MSM sowie FSF}).

5.3.4.2 Begleitung

Der Arbeitsbereich ,HIV und Strafvollzug’ bietet den inhaftierten Frauen und Männern

die Möglichkeit, regelmäßig (in der Regel alle zwei Wochen) mit einem Mitarbeiter

der AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel e.V. zu sprechen. Die Erstgespräche werden

von den hauptamtlichen Mitarbeiter durchgeführt. Hier werden folgende Aspekte

erörtert: Bedarf des Inhaftierten, Stadium der HIV-Infektion, medizinische

Behandlung sowie die Angebote der AIDS-Hilfe (z.B. Knastpakete,

Therapievermittlung, Resozialisierung nach der Haftentlassung etc.). Die

regelmäßigen Besuche werden dann durch den hauptamtliche Mitarbeiter oder einen

ehrenamtlichen Mitarbeiter durchgeführt. Im Sinne einer professionellen psycho-

61


sozialen Begleitung besteht für die ehrenamtlichen Mitarbeiter das Angebot der

,Drogen- / Knast-Gruppe’. Ziel des zweiwöchentlich verfügbaren Angebotes ist der

fachliche Austausch von Begleitungsfällen, Absprachen von Veranstaltungen und

eine supervisorische Beratung für die Begleiter.

5.3.4.3 HIV- und Hepatitissprechstunde

Nach Absprache mit dem Anstaltsarzt der JVA-Hamborn bietet die AIDS-Hilfe

Duisburg/Kr. Wesel e.V. seit 2006 in der Zweiganstalt Dinslaken eine HIV- und

Hepatitissprechstunde an und seit 2007 in der Haftanstalt Hamborn. Die

Sprechstunde wird zweimal monatlich in Dinslaken und einmal im Quartal in

Hamborn angeboten. Ziel der Sprechstunde ist es, in einem geschützten Rahmen

Fragen an den Projektnehmer stellen zu können, die bei einer

Informationsveranstaltung im größeren Rahmen durch Scham, gesellschaftlicher

Tabuisierung bzw. Sanktionsgefahr von Seiten der Anstalten nicht thematisiert

werden (Needlesharing, Drogenkonsum, MSM und FSF). Die Sprechstunde wird

durch Plakate beworben und Interessierte können sich durch einen Antrag an den

Sozialdienst für die Sprechstunde anmelden.

5.3.4.4 Mitarbeiterschulung

Durch den Arbeitsbereich ,HIV und Strafvollzug’ werden für die Bediensteten der

Justizvollzugsanstalten, den Gerichten sowie den Staatsanwaltschaften

Informationsveranstaltungen angeboten. Inhalte der Veranstaltungen sind

vornehmlich die Einhaltung der Hygienestandards, Vorgehen nach einer

Nadelstichverletzung und die Wissensvermittlung von Übertragungswegen,

Behandlungsmöglichkeiten im Bezug auf HIV und Hepatitiden und darüber hinaus

die Impfmöglichkeiten bei einigen Hepatitiden. Im Berichtszeitraum wurde erstmalig

seit 6 Jahren wieder eine Schulung für die auszubildenden Vollzugsbeamten in der

AIDS-Hilfe durchgeführt. Hier konnten auch an einen HIV-positiven ehrenamtlichen

Mitarbeiter Fragen zum Thema „HIV-Positiv sein, was heißt das?“ stellen.

5.3.4.5 Veranstaltungen

Der hauptamtliche Mitarbeiter war bei mehreren Veranstaltungen in den

Justizvollzugsanstalten präsent. Darüber hinaus wurden medienwirksame

Veranstaltungen selbst organisiert, um das Thema ,HIV und Strafvollzug’ in der

Öffentlichkeit zu thematisieren.

Hier einige Veranstaltungen im Detail:

Das Präventionsstück „Geschenke des Sommers“ zum WAT im Frauenknast

Zum WAT wurde eine Informationsveranstaltung in der Frauenhaftanstalt umgesetzt.

Die AIDS-Hilfe lud zu Kaffee und Gebäck ein. Vor der Informationsveranstaltung, an

der fast alle Inhaftierten teilnahmen, wurde ein Präventionssketch aufgeführt.

62


Aufführung des Sketches „Geschenke des Sommers“ im Rahmen der Präventionsveranstaltung zum WAT in der Dinslakener

Untersuchungshaftanstalt für Frauen

Inhaftierte Frauen im Gespräch mit den Mitarbeitern der AIDS-Hilfe

Sommerfest

Traditionell war die AIDS-Hilfe mit einem Informationsstand beim Sommerfest der

Zweiganstalt Dinslaken vertreten. Zudem wurde bei dem Bühnenprogramm, welches

die Inhaftierten Frauen selbst organisierten, das Präventionsstück „Geschenke des

Sommers“ aufgeführt.

Weihnachtsfeiern

Der hauptamtliche Mitarbeiter war bei zwei Weihnachtsfeiern in der Haftanstalt

Hamborn zu Gast. Inhaftierte konnten in ungezwungener Atmosphäre Fragen zu

Infektionsrisiken an den Mitarbeiter der AIDS-Hilfe stellen.

63


5.3.5 Resümee und zukunftsorientierte Zielsetzungen

Der Arbeitsbereich ,HIV und Strafvollzug’ kann auf ein erfolgreiches Jahr

zurückschauen. Die Kooperation mit den Anstalten ist konstant und produktiv. Die

Angebote der AIDS-Hilfe wurden sehr gut frequentiert.

Zur Sinnhaftigkeit unserer Arbeit:

Viele Menschen, die in Haft kommen, hatten schon vor der Inhaftierung

gesundheitsschädliche Verhaltensmuster. Diese Verhaltensmuster werden durch die

Inhaftierung verstärkt (Verringerung des Selbstwertgefühls, Stress im Haftalltag etc.).

Gerade Fragen zu Übertragungswegen beim i. V. Drogenkonsum können nicht mit

den Beamten oder dem Sanitätsdienst angesprochen werden. Da Mitarbeiter der

AIDS-Hilfe der Schweigepflicht unterliegen, können inhaftierte ohne Angst vor

Sanktionen die Beratung zur Vermeidung und Verhinderung von riskanten

Konsummustern in Anspruch nehmen.

Die Politik sieht dies jedoch anders. AIDS-Hilfen, die in NRW Haftarbeit durchführen,

erhalten für diese Tätigkeit keine finanziellen Mittel. Ein Rahmenantrag, der im

Landesarbeitskreis Drogen/Haft erstellt wurde, wurde vom Justizministerium

angelehnt. Dies vor allem, da Mittel für Präventionsarbeit, ähnlich der

Kommunalisierung, direkt an die einzelnen Anstalten fließen. Die AIDS-Hilfen

müssen daher vor Ort an die Haftanstalten herantreten und finanzielle Mittel bei den

zuständigen Personen beantragen. Die AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel e.V. hat

sich diesbezüglich an die Leiterin der Haftanstalten Hamborn gewendet.

Der Leiter der Sozialdienste vom Landesjustizvollzugsamt von NRW hat im

Düsseldorfer Landtag die Präventionsarbeit der AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel

e.V. als ein „gut funktionierendes Projekt“ einer externen Organisation in Haft

vorgestellt. Dadurch wurde die ARD auf unsere Arbeit aufmerksam und wollte einen

Bericht darüber in der Tagesschau einbringen. Leider konnte dies jedoch wegen

einer fehlenden Dreherlaubnis nicht umgesetzt werden. Dennoch steht dies für eine

Akzeptanz und Wertschätzung unserer Arbeit. Nicht zuletzt, da die

Präventionssketche, die von ehrenamtlichen Mitarbeitern in den Haftanstalten

umgesetzt werden, für Lust und Spaß in der Prävention stehen.

Der Bereich ,HIV und Strafvollzug’ wäre daher ohne die ehrenamtliche Unterstützung

nicht in dem Ausmaß umgesetzt worden. Daher gilt besonderer Dank den

engagierten Mitarbeitern, die sich für die besondere Herausforderung der

„Knastarbeit“ entschieden haben.

64


5.4 Frauen und AIDS, Primärprävention bei Frauen in besonderen

Lebenslagen

Für das Jahr 2007 bleibt festzuhalten, dass sich das Projekt ‚Frauen und AIDS’ der

AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V. mit den Zielgruppenspezifischen Mitteln der

AIDS-Hilfe NRW e.V. erfolgreich umsetzen ließ.

Dieses ermöglichte die Umsetzung der strukturellen Prävention im Arbeitsbereich

‚Frauen und AIDS’ auf lokaler, regionaler und der landesweiten Ebene, welche in

diesem Jahr in unterschiedlichen Arbeitsbereichen erfolgte. Zu nennen sind die

Begleitung von HIV-positiven/ an AIDS erkrankten Frauen, die Gestaltung

bedarfsgerechter Versorgungsstrukturen, den Abbau gesellschaftlicher

Diskriminierungen und die Primärprävention spezifischer Zielgruppen innerhalb des

Frauenbereiches.

Auch in 2007 erfolgte die Arbeit auf der landesweiten und regionalen Ebene

ausschließlich in Vernetzung und Kooperation mit Institutionen, die im Bereich

‚Frauen und AIDS’ tätig sind. Diese Vorgehensweise stellt vorhandene Ressourcen

sicher und führt zu einer effizienten Arbeit im Bereich ‚Frauen und AIDS’.

In der lokalen Arbeit ließ sich die Ausdifferenzierung der Aufgaben durch die

Einbeziehung von ehrenamtlicher Arbeit und die Unterstützung der HIV-positiven / an

AIDS erkrankten Frauen realisieren. Darüber hinaus waren auch auf dieser Ebene

Kooperationen mit Institutionen relevant, um die begrenzten personellen Ressourcen

möglichst effizient zu nutzen.

5.4.1 Arbeitsbereich ‚Frauen und AIDS’ auf der lokalen Ebene

Sicherstellung frauenspezifischer Beratung und Begleitung

In diesem Jahr stellte die Projektnehmerin sicher, dass Frauen, die sich sowohl

telefonisch als auch persönlich an die AIDS-Hilfe wenden, die Option gegeben

werden kann, sich mit einer Frau über ihre Themen auseinandersetzen zu können.

Für eine qualifizierte Beratung und Betreuung spielen geschlechtsspezifische

Faktoren eine wichtige Rolle, die sich nicht ohne weiteres von männlichen Kollegen

bearbeiten lassen. Besonders bei Frauen, deren kultureller oder religiöser

Hintergrund einen offenen Umgang bezüglich Sexualität ausschließlich bei

gleichgeschlechtlichen Personen akzeptiert, ist ein weiblicher Ansprechpartner

wichtig.

Zusammenarbeit mit Ehrenamtlerinnen / betroffenen Frauen

Für die lokale Arbeit ist es notwendig, die Kapazitäten mithilfe von Ehrenamtlerinnen

und positiven Frauen zu erweitern. Die Strategie der Projektnehmerin, sowohl

Ehrenamtlerinnen als auch betroffene Frauen in die aktuelle frauenspezifische Arbeit

mit einzubinden wurde 2007 fortgesetzt. Besonders erfolgreich ließ sich dieses in der

lokalen Öffentlichkeitsarbeit umsetzen. Der Versuch, eine betroffene Frau in die

landesweite Arbeit zu integrieren, war hingegen nur bedingt möglich.

Die Schulung der EhrenamtlerInnen der AIDS-Hilfen Oberhausen, Essen, Bochum

und Duisburg / Kreis Wesel zum Themenbereich ‚Frauen und HIV / AIDS’ wurde

erneut von der Projektnehmerin übernommen, um neue Ehrenamtlerinnen zu

gewinnen und für das Thema zu sensibilisieren. In Kooperation mit den AIDS-Hilfen

Bochum, Essen und Oberhausen werden die neuen ehrenamtlichen Mitarbeiter für

ihre Arbeit in den jeweiligen AIDS-Hilfen vorbereitet. Neben medizinischen Aspekten

wurden die unterschiedlichen Arbeitsfelder der AIDS-Hilfe vorgestellt. Die

65


Projektnehmerin hat in diesem Zusammenhang den Bereich „Frauen in besonderen

Lebenslagen“ vorgestellt.

2007 ließen sich vermehrt betroffene Frauen gewinnen, die die

Öffentlichkeitsaktionen im „Hintergrund“ unterstützten. Die Frauen erklärten sich

beispielsweise bereit, Päckchen für Aktionen zu packen, Postkarten und

Informationsmaterial zu bearbeiten etc.. Bei den Aktionen vor Ort stand die Angst vor

einem unfreiwilligen „Outing“ im Vordergrund und machte so die Teilnahme für die

Frauen unmöglich.

Mit der Homepage ‚www.venus-ruhrgebiet.de’ entstand hingegen die Option, dass

sich positive Frauen in einem geschützten Rahmen „outen“, mit ihrer

Lebensgeschichte die LeserInnen sensibilisieren und sich untereinander bei Bedarf

in einem Forum austauschen können. Die Homepage muss weiterhin beworben

werden, da das Angebot noch nicht von vielen Betroffenen genutzt wird.

Primärprävention bei Frauen in besonderen Lebenslagen

2007 ließ sich die Präventionsarbeit auf dem Duisburger Straßenstrich erfolgreich mit

dem Gesundheitsamt der Stadt Duisburg fortführen. Mit der regelmäßigen

aufsuchenden Arbeit (in einem ca. zweiwöchigen Rhythmus) wird ein langfristiger

Beziehungsaufbau zu den einzelnen Sexarbeiterinnen ermöglicht.

Erneut wurde in dem Arbeitsbereich der Bordelle in Duisburg eine Aktion

(Nikolausaktion) durchgeführt, in der Give-aways und Informationsmaterial an die

Sexarbeiterinnen verteilt wurden.

Öffentlichkeitsarbeit

2007 galt es neben der Kommunikationskampagne ‚XXelle’ und der

ruhrgebietsweiten Homepage auch die lokale AIDS-Hilfe und die Arbeit in dem

Bereich ‚Frauen und AIDS’ zu präsentieren.

Neben den einzelnen Öffentlichkeitsaktionen (siehe regionale Arbeit) ist dieses 2007

besonders gut durch die Pressearbeit gelungen. Zwei HIV-positive Frauen erklärten

sich zum Welt-Aids-Tag dazu bereit, über ihre Lebenssituationen zu berichten. Da

die Projektnehmerin diese Interviewtermine mit den Frauen vorbereitete und zu ihrer

Unterstützung beim Interview anwesend blieb, waren die Frauen trotz der

Anstrengung, sich mit Aspekten des eigenen Lebens auseinandersetzen zu müssen,

stolz auf die gelungenen Ergebnisse.

Schulung MultiplikatorInnen

In Duisburg und dem Kreis Wesel steht für den Projektbereich ‚Frauen und HIV/AIDS’

ausschließlich die Stelle der Projektnehmerin zur Verfügung. Diese Situation macht

es notwendig eine Struktur zu schaffen, in der frauenspezifische Projekte über das

Thema ‚Frauen und AIDS’ informiert sind. Ein Zugang ist mit dem Medium Internet

und der Ruhrgebietshomepage geschaffen worden.

Teilnahme an Arbeitskreisen

An dem in Duisburg existierenden Arbeitskreis, der sich an Frauengruppen und

frauenspezifische Institutionen aus Duisburg richtet, nahm die Projektnehmerin an

den Arbeitstreffen teil, die eine thematische Relevanz für die lokale Arbeit hatten.

Durch die sporadischen Kontakte wird die Begleitungsarbeit im Frauenbereich

optimiert, da enge Kooperationsmöglichkeiten zwischen den Einrichtungen

entstehen. Die Netzwerkarbeit gewinnt zunehmend an Bedeutung, da sich die

Bedarfe durch das sich verändernde Sozialrecht mehr ausdifferenzieren.

66


5.4.2 Regionale Vernetzungsarbeit im Arbeitsbereich ‚Frauen und AIDS’

Homepageprojekt ‚ venus-ruhrgebiet

Die Homepage ‚www.venus-ruhrgebiet.de’, die in Kooperation mit der AIDS-Hilfe

Dortmund e.V. erstellt wurde, präsentiert das Thema ‚Frauen und AIDS’ für positive

Frauen und andere Interessierte im Internet. Auf der Homepage werden

unterschiedliche Aspekte des Themas ‚Frauen und AIDS’ dargestellt, es werden

Links zu anderen Homepages, Termine und Hilfsangebote für betroffene Frauen

aufgeführt und es besteht die Möglichkeit ein Forum zu nutzen, um den Austausch

zwischen positiven Frauen zu fördern.

Somit bietet die Homepage zum einen die Option frauenspezifische Institutionen im

Ruhrgebiet zu informieren und zu sensibilisieren und zum anderen schafft sie für

positive Frauen einen niedrigschwelligen und anonymen Zugang zu Informationen

und persönlichen Kontakten.

Für 2007 bleibt festzuhalten, dass die Homepage ‚Venus Ruhrgebiet’ nur bedingt

weiter modifiziert und umgesetzt wurde, da sie aufgrund von ungeklärter

Administration für einige Zeit nicht zugänglich war.

Hintergrund der Stabilisierung und Modifizierung der Homepage bleibt weiterhin,

Frauen mit HIV und AIDS die Möglichkeit zu geben, Informationen aktueller

medizinischer Neuerungen / Veränderungen bedarfsgerecht und anonym über das

Internet jeder Zeit abrufen zu können.

Das sekundärpräventive Angebot auf der Homepage (Austausch von betroffenen

Frauen im Rahmen der Selbsthilfe), wurde nur partiell genutzt. Hier gilt es, die

Zielgruppe durch intensivere Bewerbung auf dieses Angebot hinzuweisen.

Eine Evaluation konnte noch nicht erfolgen, da die Anzahl von Kontakten noch nicht

für eine aussagefähige statistische Auswertung ausreichte.

Rundbriefprojekt ‚Infoletter für HIV-positive Frauen’

Die bestehenden Angebote der AIDS-Hilfe können nicht von allen Frauen genutzt

werden. Zum einen haben viele Klientinnen keinen Internetanschluss und können so

nicht auf die Homepage zugreifen, zum anderen wird das Beratungsangebot in

unserer Einrichtung aus unterschiedlichen Gründen nicht genutzt. Daher wurde von

der Stelleninhaberin ein ‚Infoletter für Frauen mit HIV und Aids’ erstellt. Dieser

Infoletter enthält Informationen, welche per Post an die interessierten Frauen

versendet werden. Es handelt sich dabei um Artikel aus Fachzeitschriften über

neueste Erkenntnisse von HIV und Schwangerschaft oder neue

Forschungsergebnisse der HIV-Medikamententherapie, die von der Stelleninhaberin

zusammengestellt werden. Darüber hinaus wird der Infoletter zur Bewerbung der

Homepage und der Kontaktbörse ‚Venus friendship’ genutzt.

Förderung der Selbsthilfepotentiale und Stabilisierung der bestehenden

Selbsthilfeangebote

Ein wesentliches Ziel auf der Ruhrgebietsebene ist es, positiven Frauen eine

Möglichkeit zu geben, sich persönlich auszutauschen und eine Vernetzung zu

ermöglichen. Dieses ist besonders relevant, da die Zielgruppe ‚Frauen’ sehr

heterogen ist und sich eine stabile persönliche Beziehung nicht ausschließlich auf die

HIV-Infektion / AIDS-Erkrankung gründen lässt.

In Zusammenarbeit mit der AIDS-Hilfe Dortmund e.V., der AIDS-Hilfe Essen e.V., der

AIDS-Hilfe Oberhausen e.V. und der AWO Niederrhein e.V. wurde 2007 ein

67


Vernetzungstreffen angeboten. Das Schwerpunktthema des Treffens stand das

Thema ‚Stilberatung’. Dies wurde der Evaluation entnommen, die Ende 2005 mit den

Frauen durchgeführt wurde. Die Ergebnisse zeigten, dass die Frauen einen

besonderen Bedarf an Themen haben, in denen die eigene Attraktivität im

Vordergrund steht. In diesem Treffen ließ sich dieses mit einer Trainerin umsetzen,

die zu den einzelnen Personen die passenden Stiltypen ermittelte. Bei den

Vernetzungstreffen sind die Teilnehmerinnenzahlen gegenüber den Vorjahren

gesunken. Die Rückmeldebögen der Frauen ergeben jedoch, dass die Treffen nicht

an Relevanz verloren haben. 2008 gilt es, die Entwicklung der

Teilnehmerinnenzahlen kritisch zu beobachten und gegebenenfalls Konsequenzen

zu ziehen.

Der Informationsnachmittag, ebenfalls mit dem gewünschten Thema ,HIV / AIDS und

Sexualität’ musste kurzfristig aufgrund zu geringer Anmeldezahlen abgesagt werden.

Angesichts der Entwicklung, dass die Frauen die Teilnahme an den

Vernetzungstreffen oftmals kurzfristig absagen, stand 2007 in der

Ruhrgebietsvernetzung im Vordergrund, dass die Frauen verstärkt miteinbezogen

werden sollten. Die Hauptamtlerinnen motivierten die Frauen erneut dazu, sich

gegenseitig in die AIDS-Hilfen einzuladen. In der ersten Jahreshälfte ließ sich dieses

in der AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V. umsetzen. Die positiven Frauen

entwickelten Einladungen, besprachen das Essen und den Termin. Die

Projektnehmerin unterstützte die Aktivitäten der Frauen und begleitete das Treffen,

das von Frauen aus Oberhausen, Essen und Dortmund besucht wurde.

Schulung MultiplikatorInnen

Im Jahr 2007 ließ sich in Duisburg erneut die Schulung der Hebammen zum Thema

‚HIV / AIDS’ in Kooperation mit der AIDS-Hilfe Dortmund e.V. umsetzen. Sie verlief

äußerst positiv, so dass die Schule weiteren Bedarf und den Wunsch nach weiterer

Kooperation geäußert hat. Ein weiterer Termin ist bereits für den April 2008

vereinbart, der in Kooperation mit einem Duisburger Schwerpunktarzt stattfinden

wird.

Die Hebammenschule in Bochum hat weiterhin keinen Bedarf angemeldet.

Öffentlichkeitsarbeit

In der Öffentlichkeitsarbeit 2007 wurde der Schwerpunkt weiterhin auf die

Präsentation der landesweiten Kommunikationskampagne ‚XXelle’ gelegt. Im

Rahmen der Ruhrgebietsvernetzung ließen sich zwei Öffentlichkeitsaktionen zum

Thema ‚Frauen und AIDS’ platzieren. Eine fand zum ‚Internationalen Frauentag’ in

Kooperation mit der AIDS-Hilfe Essen e.V. in der Essener Innenstadt statt, bei der

mit einer Glücksradaktion und Verteilen von Päckchen die

Kommunikationskampagne beworben wurde. Die zweite wurde auf der ‚Loveparade’

platziert, die im Jahr 2007 erstmals im Ruhrgebiet stattfand, und in Kooperation mit

Essen, Duisburg/ Kreis Wesel und Oberhausen stattfand.

68


5.4.3 Landesweite Vernetzungsarbeit im Arbeitsbereich ‚Frauen und AIDS’

Teilnahme an Arbeitskreisen

Die regelmäßige Teilnahme an der Landesarbeitsgemeinschaft ‚Frauen und AIDS’

vertiefte den landesweiten Bezug des Projektes. Dieser ist notwendig, um die

kontinuierliche Modifizierung der Arbeit in dem Bereich ‚Frauen und AIDS’ zu

gewährleisten. Mithilfe der fachlichen Auseinandersetzung auf der Landesebene wird

zum einen die lokale Projektarbeit weiterqualifiziert und zum anderen die Erarbeitung

und Umsetzung von Projektideen in NRW gefördert.

Öffentlichkeitsarbeit

2007 galt es, die landesweite Kommunikationskampagne ‚XXelle’

öffentlichkeitswirksam zu präsentieren.

Die NRW-weit erstellten Materialien ließen sich für unterschiedliche Aktionen (s.

Öffentlichkeitsarbeit auf lokaler / regionaler Ebene) erfolgreich nutzen. Darüber

hinaus trugen die von der AIDS-Hilfe NRW e.V. erstellten Presseartikel zu einer

gelungenen Öffentlichkeitsarbeit bei.

69


5.5 Migration

Das Thema ‚Migration’ nimmt in der AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V. im Jahr

2007 weiterhin einen wichtigen Teil der Arbeit ein. Besonders im Begleitungsbereich

spielt es eine wesentliche Rolle. Auf dieser Ebene ist in erster Linie, aufgrund des

umfassenden Ausländergesetzes, eine Vernetzungsarbeit mit anderen Institutionen,

die zur Klärung der Aufenthaltssituation beitragen, unbedingt erforderlich. Im Hinblick

auf die Präventionsarbeit ist ein sensibler Umgang mit dem kulturellen und religiösen

Hintergrund vonnöten.

5.5.1 Migration und Begleitung

Die AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V. begleitete auch im Jahr 2007 ca. 30%

Menschen, die einen Migrationshintergrund hatten. Im Hinblick auf die HIV-positiven /

an AIDS-erkrankten Frauen waren 44% der Begleiteten Migrantinnen, wobei die

Gruppe der SchwarzafrikanerInnen in diesem Berichtsjahr die zahlenmäßig größte

Gruppe der MigrantInnen stellt. Die Herkunftsländer sind dabei häufig Togo, Ghana

und Kamerun. Vernachlässigbar klein sind neben dieser MigrantInnengruppe

Menschen mit türkischen und serbokroatischen Migrationshintergrund, die aber

ebenfalls von der AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel e. V. begleitet werden.

In der Begleitung zeigt sich, dass viele Thematiken, die in der Beratungs- und

Versorgungssituation eine Rolle spielen, kulturell geprägt sind. Dieses kann in

Beratungssituationen zu Missverständnissen führen, aus denen Fehlentscheidungen

oder kontraproduktive Unterstützungs- und Behandlungsangebote resultieren

können. Hinzu kommen sprachliche Barrieren, die die Verständigung ebenfalls

erschweren. Dieses wird besonders bei der Auseinandersetzung über sensible

Themen wie HIV / AIDS, Sex, Drogen u.ä. deutlich. Zusätzlich zu den sprachlichen

und kulturellen Barrieren ist die Begleitung der HIV-Infizierten / an AIDS-erkrankten

MigrantInnen durch ihre spezifische Lebenssituation gekennzeichnet. Häufig sind

Regelung des Aufenthaltsstatus’ und der Umgang mit dem fremden Aufenthaltsland

und Behörden ein existentielles Thema, worüber die HIV-Infektion/AIDS-Erkrankung

in den Hintergrund rückt. Für viele MigrantInnen trifft zu, dass sie ihre Familien in den

Herkunftsländern zurückgelassen haben. Besonders in der Begleitung der Menschen

aus Subsahara-Afrika ist die Trennung von Eltern, Geschwistern, Kindern und

EhepartnerInnen daher oft ein Thema.

Aus den genannten Gründen nimmt die Begleitung der MigrantInnen oftmals einen

anderen zeitlichen Rahmen in Anspruch. Der fachliche Austausch (z. B. im

Arbeitskreis Migration – s. 5.5.2) sowie die Zusammenarbeit mit anderen

Institutionen nimmt daher einen hohen Stellenwert ein.

5.5.2 Arbeitskreis ‚Migration’

Ziel des Arbeitskreises Migration ist ein fachlicher Austausch, Vernetzung regionaler

Angebote und die Durchführung gemeinsamer Projekte und Veranstaltungen. So

konnte im Jahr 2007 das in 2005 geplante Projekt, eine Fachtagung für

MultiplikatorInnen aus unterschiedlichen MigrantInnengruppen zu schulen,

umgesetzt werden. Mit der Fachtagung: „…ohne Angst verschieden sein…“ -

Aspekte transkultureller Kommunikation im Bereich der Gesundheitsförderung – sind

MultiplikatorInnen aus unterschiedlichen Institutionen erreicht worden, die mit

MigrantInnen arbeiten.

70


Im Vordergrund stand dabei eine Sensibilisierung bezüglich ihres Umgangs mit

MigrantInnen. So ist sowohl der Fokus auf die Lebenssituation der MigrantInnen

gerichtet worden (z. B. mit dem Workshop „Traumatisierung von MigrantInnen“) als

auch auf die eigene Rolle als BeraterIn (Thematisierung eigener Vorurteile, Ängste,

Unsicherheiten etc.) Bezug genommen worden.

Der Arbeitskreis, ein Zusammenschluss von Organisationen, die im Bereich

HIV/AIDS tätig sind (Gesundheitsamt der Stadt Duisburg - Beratungsstelle zu AIDS

und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten - AIDS-Hilfe Oberhausen e. V.,

AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V., AIDS-Hilfe Krefeld e.V., Projekt Aids + Kinder, Köln).

verfolgt die Zielsetzung, im Jahr 2010 eine weitere Fachtagung für MultiplikatorInnen

aus unterschiedlichen MigrantInnengruppen anzubieten, um das Thema ‚HIV / AIDS’

weiterhin präsent und MultiplikatorInnen für das Thema ‚Migration’ sensibel zu

machen.

71


5.6 Youthwork / Prävention in der Allgemeinbevölkerung

• „Jugendliche sind umfassend und nachhaltig aufgeklärt

• Jede nachwachsende Generation wird erreicht

• Im Jugendbereich sind die Themen HIV / AIDS in ein kultursensibles,

sexualpädagogisches Angebot eingebettet

• Jugendliche sind für das Thema Solidarität mit Menschen mit HIV / AIDS

sensibilisiert

• Jugendliche erfahren, dass offen über den Schutz der eigenen Gesundheit

und den der Sexualpartnerin und des Sexualpartners gesprochen werden

kann und dass Schutzverhalten gesellschaftlich erwünscht ist

• Die Wirkung von illegalen und legalen Drogen, insbesondere von Alkohol, auf

das Schutzverhalten wird thematisiert

• Sozial benachteiligte Jugendliche werden mit spezifischen Maßnahmen

erreicht“

(Quelle : Aktionsplan zur Umsetzung der HIV / AIDS-Bekämpfungsstrategie der Bundesregierung,

Bonn/Berlin, 3. überarbeitete Aufl., März 2007, S.15)

So lauten die im Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der HIV / AIDS-

Bekämpfungsstrategie vom März 2007 formulierten Ziele für die „besondere

Zielgruppe“ Jugendliche. Eine deutliche Bekräftigung des erfolgreichen `deutschen

Präventionsansatzes´ und eine deutliche Bestätigung für und Stärkung des

Präventionsansatzes des bisherigen NRW-Landesprogrammes „Youthwork“,

welches bei der AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V. seit nunmehr 19 Jahren

durch eine hauptamtliche Fachkraft verortet ist und auch nach der Kommunalisierung

der Landesmittel (Vgl. 1.) hier erhalten werden soll / muss.

Die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit dieser AIDS-Prävention in

sexualpädagogischem Kontext mit dem vorrangigen Ziel der Vermeidung von

Primärinfektionen hat nichts an Bedeutung verloren. Die deutlichen Anstiege der

letzten Jahre bei den HIV-Neudiagnosen quer durch alle Bevölkerungsgruppen –so

auch bei jugendlichen und jungen Menschen- sind ein deutlicher Beleg dafür.

Dennoch ist festzuhalten, dass diese Arbeit, die vor allem durch personale

Kommunikation zielgruppenadäquate Informationsarbeit und Aufklärung leistet,

offenbar weiterhin sehr erfolgreich ist. Das zeigen uns die epidemiologischen Daten

aus unserer Region und die Inzidenzvergleiche mit anderen europäischen Ländern.

Der niedrigschwellige, emanzipatorische und akzeptanzorientierte Ansatz ist richtig.

Repressive Ansätze sind eindeutig kontraproduktiv, wie insbesondere Beispiele aus

Osteuropa zeigen. Auch die mit großem finanziellen und personellen Aufwand

aufgelegten Abstinenzprogramme der USA scheitern, wie erste

Evaluationsergebnisse belegen.

Die besondere Akzeptanz dieses Ansatzes wird uns auch vor Ort durch

Rückmeldungen, Resonanzen und Evaluationserfahrungen zu unseren

72


Veranstaltungen in diesem Sektor (s. Abb. Veranstaltungsverteilung nach

Arbeitsfeldern) bestätigt.

Dem Rechnung tragend gestalten wir unsere AIDS-Prävention in

sexualpädagogischem Kontext und zielen auf einen Dialog in offener und angstfreier

Atmosphäre und ohne pädagogischen Zeigefinger.

5.6.1 Veranstaltungsinhalte

In aller Regel werden personalkommunikative Formen massenmedialen vorgezogen.

Das erfordert allerdings auch eine jeweilige Reduktion auf zielgruppenadäquate und

bedürfnisorientierte Themenbereiche. Um diese Reduktion pädagogisch

verantwortungsvoll vornehmen zu können, finden entsprechende Vor- und

Nachgespräche mit den Veranstaltungspartnern statt.

Je nach Zielgruppe, Zugangsvoraussetzungen und Rahmenbedingungen können

u.a. folgende Themenfelder behandelt werden:

• Medizinisch, biologische Grundlagen zu HIV und AIDS, und

andere STI`s (Virologie, Immunologie, ...)

• Verlaufsformen der HIV-Infektion

• Aktueller Forschungsstand und Therapieansätze

• Übertragungswege und –risiken

• Infektionsschutzmöglichkeiten

• Testverfahren und ihre Problematiken

• Epidemiologische Entwicklung und daraus resultierende

Präventionserfordernisse und –strategien

• Lebenssituation von Betroffenen und An- oder Zugehörigen

• Umgang mit HIV-positiven oder/und an AIDS erkrankten

Menschen

• Vorurteile gegenüber sog. Hauptbetroffenengruppen

• Drogen- und Substitutionsproblematik

• HIV und AIDS als gesellschaftliches Phänomen

• Juristische und ethische Fragestellungen

• Probleme in der Begleitung und Pflege

• Sterbebegleitung, Tod und Trauer

• Liebe, Sexualität und Partnerschaft

• Probleme im Umgang mit der eigenen Sexualität

• Homosexualität (Schwul-lesbische Aufklärungsarbeit)

• Geschlechterrollen und ihre Problematiken

• Normen, Werte und deren Wandel im Umfeld der Sexualität

• u.a.m.

73


5.6.2 Schulische Prävention / Youthwork

Wir bieten für Sie an:

• AIDS-Präventionsveranstaltungen im

Rahmen von Sexualpädagogik und

ganzheitlicher

Gesundheitsförderung

• Fort- und Weiterbildung für

MultiplikatorInnen und LehrerInnen

• Beratung (telefonisch, persönlich,

schriftlich und via Internet) für

Jugendliche, Eltern, LehrerInnen,

ErzieherInnen etc.

• Kooperation, Koordination und

Vernetzung

• Geschlechtsspezifische Angebote für

Mädchen und Jungen

Beratung

Einzel-, Paar,

Gruppenberatung;

-telefonisch

-persönlich

-schriftlich

-via Internet

Angebote

Kooperation,

Präventionsveranstaltungen

Weiterbildung

Fort- und

Koordination,

Vernetzung

Gruppenarbeit, Moderation, Workshop,

Seminar, Expertengespräch, Diskussion,

Projekt, Fachtagung, Event, Vortrag,

Referat, Infostand etc.

Arbeitskreise,

Gremien,

Ausschüsse,

Lobbyarbeit, etc.

AIDS-präventive Veranstaltungen in sexualpädagogischem Kontext wurden von der

AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V. für SchülerInnen aller Regelschulformen

sowie Kollegschulen durchgeführt. In der Regel werden unsere Angebote in den

Jahrgängen ab der Klasse 8, in einzelnen begründeten Ausnahmen auch in jüngeren

Jahrgängen platziert.

Form und Inhalte werden jeweils bedürfnis- und lebensweltorientiert konzipiert. Das

Angebotsspektrum reicht hier von Formen eines „Expertengespräches“ im Rahmen

von Unterrichtsreihen vor unterschiedlichem Fachhintergrund bis hin zu Projekttagen

und – wochen, die günstigenfalls außerhalb des Schulrahmens durchgeführt werden.

Um darüber hinaus eine zumindest grobe Übersicht über das „Produkt Youthwork“,

über Zielebenen, Methoden und Ansätze bekommen zu können, sei an dieser Stelle

auf die Internetseite www.youthwork-nrw.de verwiesen.

Mit dem Berichtsjahr 2007 blicken wir im Bereich Youthwork / Prävention in der

Allgemeinbevölkerung auf ein rekordverdächtiges Jahr zurück. Weiterhin

konzentrieren sich die Veranstaltungsanfragen stark auf das erste Halbjahr und

insbesondere auf das erste Quartal, in dem wir allein 46 (!) Veranstaltungstage

aufzuführen haben. Vor allem die Anfragen von weiterführenden Schulen boomen

so, dass wir leider nicht alle Anfragen wunschgemäß bedienen konnten. Es gibt

allerdings viel Bemühen um terminliche Flexibilität von Seiten der Schulen, die unser

Angebot sehr zu schätzen gelernt haben.

Angesichts der Größe des Zuständigkeitsgebietes, der wachsenden Bedarfe und der

Einzigartigkeit des Youthwork-Angebotes in der Region, erscheint es weiterhin sehr

74


sinnvoll, eine weitere Fachkraft zu gewinnen. Wünschenswert wäre insbesondere

eine Youthworkerin, die sich verstärkt der Mädchenarbeit widmen könnte. Zumindest

phasenweise und themenabhängig sind geschlechtsspezifische Angebote und

Arbeitsweisen im Bereich der Sexualpädagogik wichtig. Die `Sinnhaftigkeit´ beginnt

gewissermaßen bei dem Eindruck, dass Defizite bzgl. des individuellen

Körperbewusstseins und –verständnisses aus meiner Sicht zunehmen und

Basiskenntnisse zu Körperbau und –funktionen, die zum Verstehen von sexuellen

Vorgängen unentbehrlich sind, oft nur rudimentär vorhanden sind. Dies gilt allerdings

durchaus für beide Geschlechter.

Darüber hinaus können wir uns mit unseren Kapazitäten leider nicht im gewünschten

Maße um sozial benachteiligte Schüler/innen kümmern, die nicht nur, aber gewiss

mit höherer Quote in Haupt- und LB-Schulen anzutreffen sind, für die die

beschriebenen Defizite in besonderem Maße gelten und die bei den STI-Inzidenzen

leider eine exponierte Rolle spielen.

Angesichts der knappen personellen Ressourcen bleibt die Einbindung und

entsprechende Qualifizierung von ehrenamtlichen Kräften und Multiplikator/innen ein

zentrales Anliegen der AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V.

Unser Dank gilt hier insbesondere den aktiven HIV-positiven EhrenamtlerInnen, die

sich immer wieder bereit erklären, in authentischer Weise zur Frage „HIV-positiv sein

– was heißt das?“ Rede und Antwort zu stehen. Die Einbeziehung dieser

Selbsthilfeaktivisten ist hier, wie bei Bedarf auch zum Thema „Homosexualität“, fester

Bestandteil vieler Präventionsveranstaltungen. Der besondere Wert dieser

Authentizität wird uns auch immer wieder rückgemeldet. Hier gilt auch den

Mitarbeitern des Herzenslust-Teams ein herzliches Dankeschön.

Den von uns (mit-) initiierten Präventions-Vernetzungen in Duisburg und für die

Region um Dinslaken kommen ebenfalls besondere Bedeutungen zu. Dabei geht es

uns vor allem darum, über MultiplikatorInnen eine kontinuierliche Präsenz der

Präventionsthemen in den Institutionen zu schaffen und von `nur´ punktuellen

Veranstaltungen wegzukommen. Durch die Vernetzung und die damit verbesserte

Kooperation und Koordinierung werden Synergieeffekte erzielt. Durch begleitende

Öffentlichkeitsarbeit wird für die potentiellen Kunden mehr Transparenz zu den

Präventionsangeboten geschaffen.

Nach der (alljährlich durchgeführten) repräsentativen Umfrage der BZgA aus dem

Jahre 2006 verfügen Jugendliche im Alter von 16 bis 20 Jahren in Deutschland „über

ein hohes Basiswissen zu HIV und AIDS (…). Andererseits ist ihr Wissensstand in

wichtigen Bereichen lückenhaft: 20 Prozent dieser Jugendlichen wissen nicht, dass

Menschen mit HIV andere Menschen bereits vor dem Ausbruch von AIDS infizieren

können. Ebenso sind sich 16 Prozent nicht sicher, wie sie sich vor AIDS schützen

können, und 21 Prozent glauben, ein positives HIV-Testergebnis bedeutet man sei

an AIDS erkrankt. 14 Prozent glauben zudem, HIV-Infektionen an äußerlichen

Anzeichen erkennen zu können.“

(Quelle : Aktionsplan zur Umsetzung der HIV / AIDS-Bekämpfungsstrategie der Bundesregierung,

a.a.O., S.15)

75


Erst recht konstatieren wir immer wieder und immer mehr Defizite im Bereich von

sprachlichen und kommunikativen Kompetenzen im Feld von Liebe, Sexualität und

Partnerschaft.

Nach unserer Auffassung sind hierzu die Informations- und Vermittlungsmethoden

und der Zeitpunkt der thematischen Auseinandersetzung von entscheidender

Bedeutung. Die Erkenntnis ist nicht neu, dass AIDS-Prävention mit Jugendlichen im

Kontext von Sexualpädagogik anzusiedeln ist, dass personalkommunikative

Methoden (d.h. „Veranstaltungen von Mensch zu Mensch“, vgl. BZgA-Ansatz), die an

der Lebenswelt der SchülerInnen orientiert und hinsichtlich der ersten Erfahrungen

zeitnah zu platzieren sind, massenmedialen oder eindimensionalen

Vermittlungsformen vorzuziehen sind.

In den Jahrgangsstufen bis zur 10. Klasse erscheint uns zudem eine – zumindest

phasenweise und themenabhängige – geschlechtergetrennte Bearbeitung sinnvoll

(vgl. o.). Hier müssen einfach die nicht selten durchaus großen Unterschiede im

Reife- und Erfahrungsgrad zwischen Mädchen und Jungen einer Jahrgangsstufe

Berücksichtigung finden. In Anwesenheit des anderen Geschlechtes fällt es

manchmal schwerer, in offene und ehrliche Kommunikationsprozesse

hineinzufinden.

Erst recht, wenn die eigene Identitätsfindung (Wer bin ich? Was mag ich? Was mag

ich nicht? …) noch in vollem Gange ist. Dennoch sind angesichts der mehrheitlich

heterosexuellen Orientierungen, Erfahrungen gelingender Kommunikation zwischen

den Geschlechtern unentbehrlich und nicht zuletzt besonders wichtig für die

Verabredung von Verhütungsmethoden, für die Durchsetzung individueller

Schutzbedürfnisse.

Verstärkt wird der Trend zu problematischer bzw. nicht erfolgreicher Face-to-face-

Kommunikation durch die rasante Nutzung der neuen Medien zur Kontaktanbahnung

oder für Verabredungen. Die anfängliche Anonymität wird einerseits sehr geschätzt,

aber andererseits auch zunehmend missbraucht. Der Ansatz, kommunikative

Kompetenzen zu fördern wird aus unserer Sicht immer wichtiger.

Es bleibt dabei, Emanzipation, Selbstbewusstsein und –bestimmung mit sozialer

Verantwortung und solidarischem Handeln in Einklang zu bringen, ist eine zentrale

Aufgabe von Erziehung, (Aus-) Bildung und Präventionsarbeit (Vgl. „Ziele“, o.).

Auch vor diesem Hintergrund ist eine optionale Einbeziehung des Spezialthemas

„Homosexualität“, welches durch die Richtlinien zur Sexualerziehung zum

verbindlichen Thema aufgewertet wurde, wichtig. Umso mehr, als auf den

Schulhöfen wieder deutlich mehr verbale Ausgrenzungsattacken zu vernehmen sind.

Das passt leider zur oben beschriebenen Tendenz. Die nach wie vor stark

klischeegeprägte Vorstellung vom „Schwul-Sein“ gilt sehr häufig geradezu als das

Antivorbild für Jungen. Trotz aller gesamtgesellschaftlichen Fortschritte im Feld der

Akzeptanz und Toleranz gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensweisen, gilt es

hier aus Sicht des Verfassers sehr genau zu beobachten und frühzeitig den

Anfängen neuer Diskriminierungstendenzen zu wehren.

Hier sei wieder einmal der Hinweis gestattet, dass beim Youthworker der AIDS-Hilfe

Duisburg /Kreis Wesel e.V. die sog. „SCHLAue Kiste“ des MGSFF (heute MAGS)

NRW mit Medien und Materialien zur schwul-lesbischen Aufklärungsarbeit prinzipiell

auszuleihen ist. Darüber hinaus können über den Youthworker der AIDS-Hilfe (ggf.

76


im Verbund mit dem „Herzenslust-Team der AH) Multiplikatorenfortbildungen zu

diesem Themenfeld vereinbart werden.

Durch Veranstaltungen im Sektor Youthwork und Präventionsveranstaltungen in der

Allgemeinbevölkerung konnten wir im Berichtsjahr über 4700 Personen mit

personalkommunikativen Formen erreichen, davon 147 sog. MultiplikatorInnen

(Lehrkräfte und sonstige PädagogInnen sowie ehrenamtliche MitarbeiterInnen).

Allein im schulischen Bereich ( Youthwork-Angebote) erreichten wir 1900

Jugendliche aus allen Schulformen, über 950 in außerschulischen

Zusammenhängen wie offener Jugendarbeit u.a. 70 % der Jugendlichen kamen aus

dem Alterssegment zwischen 14 und 17 Jahren, 22 % der Jugendlichen hatten einen

Migrationshintergrund.

5.6.3 (Präventions-) Veranstaltungen für Jugendliche und

Multiplikatoren

Erfreulich war im Berichtszeitraum erneut die Nachfrage nach

Präventionsberatungen von SchülerInnen, die für Fach- oder Projektarbeiten unseren

Rat suchten. Dies ist gewiss auch als Zeichen zu deuten, dass die AIDS-Hilfe

Duisburg / Kreis Wesel e.V. bei vielen Schulen als gute und wichtige Anlaufstelle

bekannt ist. Über das direkte Aufsuchen lassen sich im Übrigen leicht denkbare

Schwellenprobleme abbauen. Zudem können wir hierüber natürlich auch unsere

Youthwork-Angebote bekannt machen.

Aus dem Bereich berufsbildender Einrichtungen (z.B. Berufskollegs) gab es im

Berichtsjahr stabil hohe Anfragen zu vermerken. Hier finden wir in der Regel wichtige

Zielgruppen; Jugendliche im Alter zwischen 16 und 25 Jahren, die oftmals

problembehaftete Sozialisationen und einen geringen Grad an Aufklärungsniveau

(z.T. auch migrationsbedingt) aufweisen.

Bis auf einzelne Ausnahmen – vorwiegend im Zusammenhang mit schulischen

Projekttagen und im Umfeld des Welt-AIDS-Tages – sind direkte Kooperationen mit

Einrichtungen der offenen Jugendarbeit eher selten. Dass wir hier allerdings auch

keine Offensiven starten konnten, hat unsererseits auch mit Kapazitätsgrenzen zu

tun.

77


5.6.4 Multiplikatoren- und Erwachsenenbildung

Wie bereits erwähnt, investiert die AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V. viel in die

Aus- und Weiterbildung ihrer ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, ohne die einfach die

Vielzahl an Anfragen auch aus diesem Präventionsfeld nicht befriedigt werden

könnten. Dies ist und bleibt eine wichtige Aufgabe, der wir uns gerne widmen. Dazu

führen wir u.a. alljährlich intensive Grundlagenausbildungen (s. 6.) im Verbund mit

drei anderen Ruhrgebiets-AIDS-Hilfen durch, um darüber einerseits den

EhrenamtlerInnen eine Möglichkeit zu bieten, ein Einsatzfeld zu finden, dass Ihren

Ressourcen, Fähigkeiten und Neigungen entspricht, und andererseits sie gemäß

unserer Qualitätsstandards auszubilden und zu rüsten und die vorhandene

Motivation zu stärken. In 2006 hatten wir diese Schulungsreihe erstmalig inhaltlich

stark auf die Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit konzentriert und ein reformiertes

Seminarkonzept entwickelt. Diese neue Form ist nach der Evaluation wieder ein

wenig zurückgeschraubt worden, da von Seiten der Teilnehmer/innen ein großer

Bedarf an möglichst umfassendem Einblick in die Vielfältigkeit der Arbeitsgebiete von

AIDS-Hilfen geäußert wurde. Für den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit ist dies

sicherlich auch besonders bedeutungsvoll, da es ja auch um die Außendarstellung

dessen geht, was insgesamt geleistet und angeboten wird. Es spricht aber vieles

dafür, ehrenamtliche Ressourcen gerade auch im Bereich der (Primär-)

Präventionsarbeit weiter zu mobilisieren und zu qualifizieren, z.B. für den peer-topeer-Ansatz.

Die aktiven EhrenamtlerInnen sind unsere wichtigste Ressource und

die wichtigsten MultiplikatorInnen.

Eine weitere ganz wichtige Gruppe von potentiellen MultiplikatorInnen sind in diesem

Präventionsfeld natürlich die Lehrenden in schulischen und außerschulischen

Einrichtungen. Die Anfragen nach Lehrerfortbildungen im Hinblick auf und im Vorfeld

von Projektformen sind allerdings weiter rückläufig. Dies hat unter anderem mit den

vielfältigen Veränderungen im Schulbereich mit erheblichen Zusatzbelastungen für

die Lehrkräfte durch das Kultusministerium zu tun.

Das Themenspektrum reicht hier von der Präsentation des aktuellen Wissensstandes

zu HIV und AIDS über die epidemiologische Entwicklung und daraus resultierender

Präventionskonsequenzen und –strategien bis hin zu Aspekten spezieller Fortbildung

im Feld der Kommunikation, wie Gesprächsführung und Moderation.

Auch vor diesem Hintergrund erweisen sich die erwähnten

Präventionsvernetzungsaktivitäten als höchst sinnvoll. Darüber lassen sich

Synergieeffekte erzielen, mittelfristig gesehen Ressourcen zusammenführen und

nicht zuletzt Chancen eines ökonomischeren Haushaltens mit den vorhandenen

Kapazitäten entwickeln.

Umso mehr gewinnt das Feld der Multiplikatorenausbildung an Bedeutung. Ein

zentrales Anliegen ist es, die Präventionsthemen und die damit verbundenen Ziele

an Schulen und in außerschulischen (Jugend-) Einrichtungen möglichst ganzjährig

zu platzieren. Geschulte PädagogInnen, ErzieherInnen oder SozialarbeiterInnen und

–pädagogInnen sollten diese repräsentieren, zumindest mit

Verweisungskompetenzen ausgestattet sein und als AnsprechpartnerInnen für die

Jugendlichen bekannt sein/ werden.

78


Erfreulich gut angenommen wurde hier wieder die im Berichtsjahr angebotene 6.

Fachtagung des Präventions-Vernetzungskreises Duisburg im März. Unter dem

schönen Titel „Identitätsfindung zwischen Körperkult und Wodka, Disco und

Moschee“, konnten sich etwa 60 Teilnehmer/innen schwerpunktmäßig mit

interkulturellen Kompetenzen beschäftigen und neben inhaltlichen Anregungen und

methodischen Zugangsformen die Präventionsinfrastruktur in Duisburg kennen

lernen.

Der Vernetzungskreis „ProVer“ für die Region um Dinslaken ist nach erfolgreicher

Wiederbelebung immer noch auf dem Wege, Formen und Wege für

MultiplikatorInnen-Arbeit zu entwickeln.

5.6.5 Berufsspezifische Erwachsenenbildung

Hier sind im Wesentlichen Fortbildungsveranstaltungen in Krankenpflegeschulen, bei

sonstigen Pflegeanbietern und im medizinischen Versorgungssystem verortet. Auch

in diesem Bereich verzeichnen wir stabile Nachfragen und hocherfreuliche

Rückmeldungen. Insbesondere wird geschätzt, dass wir von der medizinischen Seite

bis zu den Tiefen im psychosozialen Bereich die ganze Bandbreite des komplexen

Themenfeldes rund um das Phänomen „HIV und AIDS und andere sexuell

übertragbare Krankheiten“ abdecken können. Nicht zuletzt auch in diesem

Tätigkeitsfeld bewährt sich das „3-Säulen-Modell AIDS-Hilfe“ mit der Verbindung von

Selbsthilfe-, Interessen- und Fachverband sowie der Ansatz der Strukturellen

Prävention.

5.6.6 Sonstige Aufgaben und Tätigkeiten

Anzuführen sind hier für den Stelleninhaber :

„Youthworker“ Dietmar Heyde

• Beteiligung an der Grundlagenausbildung für EhrenamtlerInnen in der

Ruhrgebietsvernetzung der AIDS-Hilfen

• Präventionsvernetzungsarbeit im Kreis Wesel und Duisburg

79


• Vertretung der AH DU / KW e.V. bei den NRW-Youthworker-

Arbeitskreisen und dem Youthwork-Qualitätszirkel

• Evaluation im Rahmen des Verfahrens beim Youthwork-

Förderprogramm-Controlling des MAGS, NRW

• Beratung / Information für Zeitungs- und Radio-Redaktionen sowie für

politische Entscheidungsträger

• Koordinierung von haupt- und ehrenamtlichen Einsätzen bei

Informations- und Präventionsprojekten

• Einarbeitung in und Bereitstellung von Materialien für Lehrende und

MultiplikatorInnen

• Beratung von pädagogischen Fachkräften bzgl. der Unterrichts- oder

Projektgestaltung zum Thema HIV und AIDS

• Telefonische und persönliche Informations- und Beratungsgespräche

• E-mail Beratung

• Unterstützung von Jugendvertretungs- und

SchülerzeitungsredakteurInnen

• Beratungsstellenleitung

• u.a.m. (Vgl. 4. Öffentlichkeitsarbeit)

Abb.: Veranstaltungsverteilung nach Arbeitsfeldern

EMBED Excel.Chart.8 \s

Prävention in der Allgemeinbevölkerung -

Verteilung nach Arbeitsfeldern - 2007

Kooperation /

Vernetzung /

Gremien

22 %

Öffentlichkeitsarbeit

21 %

Präventionsberatung

13 %

Berufsspezifische

Erwachsenenbildun

g

7 %

Schulische

Prävention

27 %

Außerschulische

Prävention

5 %

Multiplikatoren- /

Erwachsenenbildun

g

5 %

80


6. Ehrenamtliche Mitarbeit

6.1. Begleitung der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen

Im Berichtsjahr schwankte die Anzahl der ehrenamtlich Tätigen zwischen 27 und 32

Personen.

Die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen engagieren sich in den vielfältigen

Aufgabengebieten der AIDS-Hilfe. Diese umfassen die Begleitung, Knastarbeit,

Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit, Herzenslust, Methadonvergabe, Telefon- und

E-Mail-Beratung, Chat-Beratung, Vorstandsarbeit, Freitagsfrühstück,

Substitionsfrühstück und Weihnachtsfeier. Einige ehrenamtliche MitarbeiterInnen

arbeiten in mehreren Bereichen, andere unterstützen die Arbeit der AIDS-Hilfe

punktuell.

Die ehrenamtlichen MitarbeiterInnnen sind in den unterschiedlichsten Berufen aktiv,

sind HIV-negativ oder HIV-positiv, setzen sich aus Frauen und Männern aus allen

sozialen Lebensbereichen zusammen und stammen aus den unterschiedlichsten

politischen Richtungen. Dies bedeutet für die Arbeit der AIDS-Hilfe einen enormen

Erfahrungsschatz, der in unsere Arbeit mit einfließt.

Eine Möglichkeit des Austausches bietet weiterhin unser Mittwochs-Café (siehe auch

Punkt 3.5). Hier ist der zentrale Anlaufpunkt, um sich mit Betroffenen zu treffen oder

untereinander oder mit den hauptamtlich Tätigen auszutauschen.

Im Berichtsjahr fanden im Anschluss an das Mittwochs-Café drei Aktiven-Treffen

(Februar, August, Oktober) statt. Bei diesen Aktiventreffen sollen die Mitglieder

zwischen den Mitgliederversammlungen aktuell informiert und in

Entscheidungsprozesse mit eingebunden werden. Des Weiteren soll ein Austausch

zwischen den einzelnen ehrenamtlichen Gruppen erfolgen.

Da die Mitgliederversammlung meistens im April/Mai stattfindet, gibt es im April kein

Aktiventreffen. Durch den unerwarteten Tod eines Vorstandmitgliedes musste im

Berichtsjahr die Jahreshauptversammlung verschoben werden und fand im Juni statt.

Daher wurde auch das Aktiventreffen im Juni abgesagt.

Im Aktiventreffen im Februar wurde die Jahresplanung vorgestellt und diskutiert. Ein

weiteres Thema war der Rückblick auf die Weihnachtsfeier 2006. Es wurden

mögliche Änderungen für die Weihnachtsfeier 2007 gesammelt.

Im August wurde ein Überblick über den Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongress in

Frankfurt gegeben. Des Weiteren wurde ein erster Überblick über die

Veranstaltungen zum Welt-AIDS-Tag vorgestellt.

Im Oktober ging es schwerpunktmäßig um die Vorbereitungen zum WAT und der

Weihnachtsfeier. Hier wurden aktiv HelferInnen für die Veranstaltungen geworben.

Es bot sich auch Gelegenheit, das HIV-Infektionsgeschehen im 1. Halbjahr auf

Grundlage der RKI-Zahlen zu betrachten und auf die MV der Deutschen AIDS-Hilfe

rückzublicken.

81


Das Dezember-Aktiven-Treffen ist traditionell als Termin für den Dank an die

ehrenamtlichen MitarbeiterInnen für Ihre geleistete Arbeit bestimmt. An diesem

Termin kochten die hauptamtlichen MitarbeiterInnen für die ehrenamtlichen

MitarbeiterInnen und in gemütlicher Runde wurde ein Rückblick auf das

zurückliegende Jahr und speziell den WAT geworfen.

6.2. Schulung und Fortbildungen für ehrenamtliche MitarbeiterInnen

Auch im Jahr 2007 führten wir im 2. Halbjahr für die neuen ehrenamtlichen

MitarbeiterInnen eine Schulung durch. Nach Evaluation unseres

Schulungskonzeptes 2006 haben wir die Schulung um einige Themenbereiche

erweitert. Die Schulung umfasste sieben Abendtermine und ein Wochenende.

Folgenden Ablauf hatte die Ehrenamtlerschulung:

Termin Zeitrahmen Inhalt

DO 11.10.07 19.00-21.30 Uhr Medizin Teil 1

MO 15.10.07 19.00-21.30 Uhr Medizin Teil 2

MO 22.10.07 19.00-21.30 Uhr Positiv sein – was heißt

das?

SA 27.10.07 10.00-18.00 Uhr Kommunikation und

Wahrnehmung

SO 28.10.07 10.00-18.00 Uhr Liebe, Sexualität und

Partnerschaft

DI 06.11.07 19.00-21.30 Uhr Xxelle/Herzenslust

Kampagne

MO 12.11.07 19.00-21.30 Uhr Stricher und weibliche

Prostitution, sexuell

übertragbare Krankheiten

MO 19.11.07 19.00-21.30 Uhr Illegalisierte Drogen,

Knast und Substitution

MO 26.11.07 19.00-21.30 Uhr Fazitabend und Party

Die Schulung wurde wie in den Vorjahren mit den AIDS-Hilfen Bochum, Essen und

Oberhausen in Kooperation durchgeführt, unsere AIDS-Hilfe war an sieben

Schulungsterminen mit Referentinnen/Referenten beteiligt.

Es handelte sich um eine relativ kleine Gruppe von TeilnehmerInnen, die aber sehr

stabil waren und mit großem Interesse und Spaß der Schulung gefolgt sind. Nach

jedem Schulungstermin wurde die Veranstaltung evaluiert. Insgesamt wurde das

Schulungskonzept positiv bewertet, wobei es an vereinzelten Stellen noch

Veränderungswünsche gab.

82


Zum Abschluss der Schulung erhielten die TeilnehmerInnen ein Teilnahmezertifikat

mit nachfolgendem Text:

Teilnahmebescheinigung

Michael Müller

hat vom 11.10.2007 bis zum 26.11.2007

an zwei ganztägigen und sieben Abendveranstaltungen der

Grundlagenschulung für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter mit Erfolg teilgenommen. Der Umfang umfasste 33,5

Zeitstunden.

Themen waren Übertragungswege zu HIV/AIDS und anderen sexuell

übertragbaren Krankheiten, Zielgruppenspezifische

Präventionsansätze, Kommunikation und Wahrnehmung,

Selbsterfahrung zu Liebe, Sexualität und Partnerschaft.

Er verfügt somit über die Grundlagen für ehrenamtliche Mitarbeit in

AIDS-Hilfen.

Bochum den 27.11.2007

83


Externe Fortbildungen

Weiterhin besteht in unserer Einrichtung ein Fortbildungsetat für ehrenamtliche und

hauptamtliche MitarbeiterInnen. Nicht nur im eigentlichen HIV-Bereich sondern auch

in der Sozialgesetzgebung ergeben sich immer schneller Veränderungen.

Fortwährende Weiterbildungen garantieren somit eine kompetente und aktuelle

Beratung.

Im Berichtsjahr sind hierzu insbesondere die Münchener AIDS-Werkstatt und der

Deutsch-Österrreichische AIDS-Kongress zu erwähnen, des Weiteren besuchten die

hauptamtlichen MitarbeiterInnen in ihren Fachbereichen Fortbildungen der DAH und

anderer Anbieter.

Darüber hinaus besuchte ein neuer ehrenamtlicher Mitarbeiter das DAH-

Einführungsseminar „Orientierung für Neue“, da er wegen Terminschwierigkeiten aus

beruflichen Gründen an unserer Schulung nicht teilnehmen konnte.

Auch der Vorstand bildete sich in Seminaren der DAH fort.

84


7. Bericht der Verwaltung

Arbeitsgebiete in Stichworten:

Finanzbuchhaltung

Doppelte Buchführung, Kontierung , Monats-/ Jahresabschluss , Erstellung der

jährlichen Einnahme-Überschuß-Rechnung und Erstellung des jährlichen

Haushaltsplanes der AIDS-Hilfe, Erstellung von Quartalsübersichten, Kontoführung,

Beleg- und Rechnungsprüfung, ordnungsgemäße Belegablage, allgemeiner

Finanzverkehr, Korrespondenz

Kasse

Verwaltung von Bargeld (Einnahmen und Ausgaben), Ausstellen von Quittungen,

Belegprüfung, Kassenbuchführung, Monatsabschluß, Kassenabstimmung

Personalwesen

Personalführung: Lohn-/Gehaltskarten, Fehlkarten (für Urlaub, Sondertage,

Krankheitstage) Lohnsteuerkarten, Versicherungsnachweis,

Lohn-/Gehaltsabrechnung;

Krankenkassen: An-/Abmeldungen, Beitragsrechnung zur Sozialversicherung

(Kranken-/ Renten-/Arbeitslosenversicherung);

Finanzamt: monatliche Lohnsteueranmeldung und Abführung der Lohn- und

Kirchensteuer;

EDV-Gehalts-Service: Prüfung der Abrechnungs-Journale, Kostenverteilung,

Meldungen und Beiträge an die Berufsgenossenschaft, Fahrt- und

Reisekostenabrechnungen;

Personalmittel: Anträge an Bund, Land NRW und Kommunen,

Zuwendungsbescheide, Verwendungsnachweise, Verwaltungsarbeiten im Bereich

Zivildienst (Personalaktenführung, Soldabrechnung);

Arbeitszeitnachweis: monatliche Ausrechnung der Soll-/Ist-/Überstunden für

Mitarbeitende;

Projekte (Zielgruppenspezifische Prävention Frauen und AIDS, Herzenslust, ,

Projekte zur Förderung der Selbsthilfe)

Finanzielle Antragstellung, finanzielle Überwachung der Projekte, Beantragung von

Auszahlungen, Verwendungsnachweise

DAS-Anträge

Abforderung von zugesagten Geldbeträgen, Auszahlung der Bewilligungen,

Verwendungsnachweise, Rückzahlung überhöhter Auszahlungen

Bußgeldauflagen

vom Land-/Amtsgericht zugunsten der AIDS-Hilfe; Kontrolle der Bußgeld- bzw.

Bußgeldratenzahlungen, Verwendungsnachweise der Bußgelder gegenüber dem

Gericht,

Vereinsmitglieder

Kontoführung über gezahlte Vereinsbeiträge, Mahnungen bei Nichtzahlung,

Zuordnung neuer Mitglieder, Nummernvergabe, Mitgliedschaftsbestätigungen

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Spenden

Vor- und Nachbereitung der rechtlichen und organisatorischen Spendenformalitäten,

Dankschreiben und Ausstellung von Zuwendungsbescheinigungen, Akquise von

Spenden allgemein und zweckgebundenen Spenden (z. Bsp. Weihnachtsfeier)

Terminsachen

Einhaltung von Terminen bei Korrespondenz und Zahlungen, z. Bsp.

Mitgliedsbeiträge der AIDS-Hilfe an diverse Organisationen und Vereine,

Versicherungen, Kfz-Steuer, Lohnsteuer, Krankenkassenbeiträge, Lohn- und

Gehaltsüberweisungen, Verwendungsnachweise, Mieten, Beitragszahlungen an die

Dachverbände

Schreibarbeiten

allgemeine Korrespondenz, Protokolle, Konzepte, Statistik, etc...

Zusätzliche Bürotätigkeit

Einkauf von Büromaterial, Inventarbeschaffung, Spritzen, Tupfer, Kondome,

Schleifen, telefonische Beratungsgespräche, Überbrückung von Wartezeiten bei

Klienten und bei Krisenintervention, Vorbereitung für die Jahreshauptversammlung

der Vereinsmitglieder

Wochenendvergabe Methadon

Organisation der Wochenendvergabe, am Freitag bzw. vor Feiertagen Erstellen der

Listen mit den Klienten für die Methadonvergabe in der AIDS-Hilfe Annahme des

Methadons von den Apotheken und Aufteilung nach den Vergabetagen, Informieren

des zuständigen Ehrenamtlichen Mitarbeiters., Abgabe der Kassetten mit dem

Methadon bei der Kriminalpolizei.

Sonstiges

Teilnahme an Teamsitzungen (wöchentlich), Supervision (monatlich), ,

Fortbildungsseminare für den Bereich Personalwesen (z. Bsp. Angebote der AOK

Rheinland), Telefondienst, Spritzentauschprogramm.

86

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