Marx für Eilige - Die Onleihe

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Marx für Eilige - Die Onleihe

»DIE GANZE ALTE SCHEISSE IST IM ARSCH«

tionsweise – der Frage »Marx nach dem Kommunismus«

und kam zu dem erstaunlichen Schluß: »Als eine Regierungsform

ist der Kommunismus tot. Aber als ein System

von Ideen ist seine Zukunft gesichert.« Marx habe immer

noch ungebrochenen Einfluß und der, so das unerwartete

Urteil der britischen Radikalliberalen, komme ihm auch

zu, trotz aller Fehler und Irrtümer, die sich in seinem

Werk finden mögen. Kaum jemand habe derart vorhergesehen,

wie der Kapitalismus die Welt verändern würde,

und dies fordere »zumindest Respekt vor dem erstaunlichen

Weitblick und der intellektuellen Ambition dieses

Denkens«. 1

Bereits zur Jahrtausendwende hatte eine Umfrage der

BBC, wer denn der bedeutendste Mann oder die bedeutendste

Frau des Millenniums sei, ein recht überraschendes

Ergebnis erbracht. In der Kategorie »größter Denker«

lag Marx klar vorne – gefolgt von Einstein, Newton und

Darwin. Und das US-Magazin »New Yorker« hatte schon

1997 prophezeit, Karl Marx werde bald wieder ganz en

vogue sein, ihn in einer Sonderausgabe gar zum »nächsten

großen Denker« erklärt, da dessen Analyse des Kapitalismus

so aktuell wie konkurrenzlos sei. »Je länger ich an der

Wall Street bin, desto stärker wird meine Überzeugung,

daß Marx Recht hatte«, urteilte ein reicher Investmentbanker

und fügte hinzu: »Ich bin absolut sicher, daß Marx

die beste Sicht auf den Kapitalismus hatte.« 2

Ein Urteil, auf das sich auch der deutsche Universalgelehrte

Hans Magnus Enzensberger mit dem einstigen

Wirtschaftsressortleiter der »Frankfurter Allgemeinen

Zeitung«, dem überzeugten Neoliberalen Hans D. Barbier,

schnell zu einigen vermochte. Daß wir einen Marx

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