Aufrufe
vor 4 Jahren

Saar Bau Report - AGV Bau Saar

Saar Bau Report - AGV Bau Saar

Aktuell 6

Aktuell 6 Arbeitskräftemangel behindert Bautätigkeit In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hatten die Bauunternehmen mit schwierigen Witterungsverhältnissen zu kämpfen. Kaum lässt das Wetter Bauarbeiten wieder zu, kommt ein anderes Problem zu Tage: Den Unternehmen fehlt Personal. Im August klagten 7 % der im Rahmen des ifo Konjunkturtests befragten Unternehmen des Bauhauptgewerbes über eine Behinderung ihrer Bautätigkeit aufgrund von Arbeitskräftemangel. Dies ist das dritte Jahr in Folge mit solch hohen Werten im August. Lediglich kurz nach der Wiedervereinigung 1991 lag der Anteil mit 10 % höher. Im Zeitraum 2000 bis 2010 waren es im Durchschnitt nur zwei Prozent. Obwohl die Bauunternehmen ihr Personal seit 2009 kontinuierlich aufgestockt haben - die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe stieg um 40.000 auf 745.000 im Jahr 2012 - fehlt es nach wie vor an Fachkräften. Jedes zweite der befragten Bauunternehmen gab im Rahmen einer - im Auftrag des Hauptverbandes durchgeführten - Sonderfrage zum ifo Konjunkturtest im August an, dass sich die Suche nach Fachkräften in diesem Jahr schwieriger gestaltet als 2012. 80 % der Befragten klagten sogar, dass sie Probleme bei der Besetzung ihrer offenen Stellen hätten. Gesucht wurden in den vergangenen sechs Monaten überwiegend Fachkräfte für gewerbliche Berufe. - 52 % der befragten Bauunternehmen mit offenen Stellen suchten Baufacharbeiter und 36 % gewerbliche Auszubildende (Mehrfachnennungen möglich). Mehr als jedes dritte Unternehmen (35 %) suchte Bauingenieure und jedes vierte gewerbliches Führungspersonal. Dass sie offene Stellen für kaufmännisches Personal haben, gab hingegen nur jedes zehnte Bauunternehmen an. Insgesamt meldeten 70 % der befragten Baufirmen für die vergangenen sechs Monaten offene Stellen. Wie lang eine offene Stelle unbesetzt bleibt, ist je nach Berufsfeld sehr unterschiedlich. Besonders lang dauerte die Besetzung der offenen Stellen für Bauingenieure und gewerbliches Führungspersonal: Jedes zehnte Unternehmen gab an, dass die offenen Stellen länger als 6 Monate unbesetzt waren, knapp 35 % waren zum Umfragezeitpunkt noch nicht besetzt. Auch im gewerblichen Bereich waren knapp 30 % der offenen Stellen für Baufacharbeiter und über 40 % bei den gewerblichen Auszubildenden vakant. Da aber der Anteil der offenen Stellen, die länger als 6 Monate unbesetzt waren, mit 3 bzw. 5 % vergleichsweise niedrig ausfällt, ist davon auszugehen, dass der hohe Anteil der noch nicht besetzten Stellen zum Teil auf gerade ausgeschriebene Stellen zurückzuführen ist. Bauingenieurnachwuchs Entwicklung weiter positiv Während die Bauwirtschaft bei den gewerblichen Fachkräften vor erheblichen demografischen Problemen steht, zeichnet sich beim Bauingenieurnachwuchs eine Entspannung der Lage ab. Der Branchenbericht „Der Arbeitsmarkt im Bausektor“, den der Hauptverband gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Bundesagentur für Arbeit (BA) bereits zum dritten Mal erstellt hat, weist für 2011 mit 17.500 Studienanfängern im Bauingenieurwesen einen neuen Höchststand aus. Damit hat das Bauingenieurwesen im Vergleich aller Studiengänge die stärksten Zuwachsraten zwischen 2006 und 2011 zu verzeichnen. „Hier zeigt sich, dass der Bau als Arbeitgeber nach wie vor attraktiv ist. Das Schaffen bleibender Werte zieht auch bei der Generation Facebook“, kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, RA Michael Knipper, die Entwicklung. Diese Entwicklung schlägt sich laut Branchenbericht mittlerweile auch in den Absolventenzahlen nieder. Nach einem Tiefpunkt mit 4.800 Absolventen im Jahr 2008 ging es stetig bergauf. 2011 verließen bereits 6.000 Absolventen mit einem erfolgreich abgeschlossenen Bauingenieurstudium die Hochschulen. 43 Prozent schlossen ihr Studium mit einem Bachelorabschluss ab. Laut Absolventenbefragungen planen jedoch viele Bachelorabsolventen einen unmittelbaren Anschluss des Masterstudiums. Somit stehen noch nicht alle Absolventen unmittelbar dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Allerdings liegt die Abbruchquote im Studienfach Bauingenieurwesen überwiegend über dem Durchschnitt aller Studiengänge. Knipper: „Wir sehen hier die Schulen in der Pflicht, die Jugendlichen besser auf ein naturwissenschaftlich-technisches Studium vorzubereiten. Insbesondere die sogenannten MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, müssen wieder einen höheren Stellenwert bekommen“. Im gewerblichen Bereich hat sich zwar laut Branchenbericht die Situation seit 2005 bei 1,7 Millionen Beschäftigten in Bauberufen stabilisiert, aber 2011 waren bereits über die Hälfte der sozi-

Bau Saar alversicherungspflichtig Beschäftigten über 40 Jahre alt, ein Viertel der Beschäftigten gar über 50. Gleichzeitig sind allein in Westdeutschland 2012 insgesamt 14.000 Fachkräfte in Rente gegangen und deutschlandweit nur 12.000 Auszubildende nachgerückt. Das waren rund 1,7 Prozent weniger als noch im Vorjahr. „Der Rückgang der neu geschlossenen Ausbildungsverträge macht deutlich, dass es für die Unternehmen oftmals schwierig ist, geeignete Jugendliche für die Ausbildung zu gewinnen. Im Hinblick auf die demografische Entwicklung und die abnehmenden Schulabgängerzahlen wird sich dieses Problem in Zukunft noch verschärfen“, so Knippers Einschätzung. „Aber wir setzen dem Trend ein attraktives Ausbildungssystem mit vielen Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung und einer guten Bezahlung entgegen. Darüber hinaus wollen wir in Zukunft auch Jugendlichen eine Chance geben, die – aus welchen Gründen auch immer – ohne Schulabschluss geblieben sind oder als nicht ausbildungsreif gelten“, erklärte Knipper. Entsendung von Arbeitnehmern Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) spricht sich dafür aus, dass die bereits in Deutschland bestehenden Vorschriften zur Generalunternehmerhaftung durch die Durchsetzungsrichtlinie nicht in Frage gestellt werden dürfen. Die EU-Kommission plant eine europäische Regelung zur gesamtschuldnerischen Generalunternehmerhaftung. Nach der derzeitigen Formulierung ist zu befürchten, dass das deutsche Haftungssystem nicht aufrechterhalten werden könnte. Insbesondere ist nicht nur eine Ausweitung der Haftung zu erwarten; es besteht auch die Gefahr, dass sich Unternehmen nicht mehr durch die Vorlage einer Enthaftungsbescheinigung bzw. Unbedenklichkeitsbescheinigung sowie durch den Einsatz präqualifizierter Betriebe exkulpieren könnten. Um diese Bedenken deutlich zu machen, haben sich die Verbände an die Bundesarbeitsministerin gewandt. Dabei wurde insbesondere betont, dass die derzeit in Deutschland existierenden Haftungsregelungen ausreichend seien und eine Exkulpation weiter möglich sein müsse. In dem Antwortschreiben betont die Bundesarbeitsministerin, dass sie den Tarifvertragsparteien zustimme, dass das existente System der Generalunternehmerhaftung durch die Durchsetzungsrichtlinie nicht in Frage gestellt werden dürfe und verspricht, dass Deutschland seine Position auch weiterhin in die Verhandlungen einbringen werde. Minijobs in der Bauwirtschaft Die Bedeutung der Minijobs in der Bauwirtschaft hat in den vergangenen Jahren abgenommen. Im Zuge der guten Arbeitsmarktlage scheint es vielen geringfügig Beschäftigten gelungen zu sein, ihre Teilzeitstelle in eine Vollzeitbeschäftigung umzuwandeln. Gleichzeitig führte die gestiegene Nachfrage nach Bauarbeitern dazu, dass sich vermehrt sozialversicherungspflichtig Beschäftigte einen Nebenjob im Bauhauptgewerbe suchen und damit helfen, Konjunkturspitzen in der Bauwirtschaft abzufedern. 7

Saar Bau Report Nr. 4/2012 - AGV Bau Saar
Saar Bau Report Nr. 3/2013 - AGV Bau Saar
Saar Bau Report Nr. 1/2012 - AGV Bau Saar
als pdf-Datei - AGV Bau Saar
Saar Bau Report - AGV Bau Saar
als pdf-Datei - AGV Bau Saar
Saar Bau Report Nr. 3/2012 - AGV Bau Saar
Saar Bau Report Nr. 2/2012 - AGV Bau Saar
als pdf-Datei - AGV Bau Saar
JAHRES BERICHT 2010 - AGV Bau Saar
JAHRES BERICHT 2011 - AGV Bau Saar
Ausgabe 05/2011 - AGV Bau Saar
Angebots- und ProjektAb- wicklung nAch Vob und ... - AGV Bau Saar
Seminarbroschüre AGV Bau Saar 2013/2014
BAU aktuell - Baugewerbeverband Schleswig-Holstein
aktuelle recht - AGV Bau Saar
Kommentar Aktuell Nachrichten Recht Aus- und ... - AGV Bau Saar
Mitglieder - Aktuell Kommentar Aktuell Nachrichten ... - AGV Bau Saar
Kommentar Aktuell Nachrichten Recht Magazin AGV Bau Saar ...
nachrichtennachrichten - AGV Bau Saar
Ausgabe 01/2011 - AGV Bau Saar
Ausgabe 03/2011 - AGV Bau Saar
nachrichtennachrichten - AGV Bau Saar