JAHRBUCH

cd.ovgu.de

JAHRBUCH

JAHRBUCH

2012


Rektorat .......................................

Dezernat Studienangelegenheiten . .................

Campus-Service-Center ..........................

Fakultät für Maschinenbau .......................

Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik . . . . . . . .

Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik .

Fakultät für Informatik ..........................

Fakultät für Mathematik .........................

Fakultät für Naturwissenschaften .................

Fakultät für Humanwissenschaften .................

Fakultät für Wirtschaftswissenschaft ..............

IKAM - Institut für Kompetenz in AutoMobilität . . . . . . .

IBZ - Internationales Begegnungszentrum ...........

TTZ - Technologie-Transfer-Zentrum ................

Forschungsgebäude Systembiologie (im Bau) . . . . . . . . .

4

6

1

3 10 11.2 12 14 50 IFF ZPVP

3 10 14 15 16 18 23 25 ZPVP

2 3 5 7 9 10 11.1 18 ZPVP

18 29 50

2 3 18

16 20 23 24

24 40 51 54 55 151

23

13

IBZ

18

28

Universitätscampus

Gebäude

51

Kaiser-Otto-Ring

3

H.-v. Treschkow-Str.

Gareisstraße

2

Haupteingang

i

4

1

H

P

5

14

Hohenstauffenring

13

6

7

1, 8, 9, 10

12

15

P

Hohenpfortestraße

11.1

11.2 10

9

22

20

16

24

23

2

IBZ

32

P

Listemann-Straße

2, 5

H

Galileo-Testfeld

Wissenschaftshafen

IFAK -Institut für Automation

und Kommunikation

Sandtor-Straße

Studentenwerk

28 Sporthalle/SH3

25 31 Wohnheime

26.1

26 Mensa

StuRa Bibliothek

30

H

29

18

IFF

Festung Mark

Gustav-Adolf-Straße

ZPVP

MPI

H

5

Sporthalle/SH2

42

Sporthalle/SH1

41

Walther-Rathenau-Straße

40

Am Krökentor

Zschokkestraße

43

H

50

Große Steinernetischstraße

54

55

151 152

Turmschanzenstraße

Stresemannstraße

Brandenburger Straße

2 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 1


Inhalt

IMPRESSUM

Herausgeber: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Der Rektor

Gesamtherstellung: ö_konzept, Halle (Saale)

Fotografie: Archive der Universität Magdeburg und der jeweiligen Fakultäten;

Medienzentrum (AVMZ); Ulrich Arendt, Karin Lange, Viktoria

Kühne, Karoline Schröder, Melitta Dybiona; Technologie-Transfer-

Zentrum der Universität Magdeburg; Graduate School; Medizinische

Universität Gdansk (S. 16); Robert Meinel (To beam or

not to beam?, S. 19); Stefan Ludes (S. 20); Planungsbüro Rohling

AG Architekten und Ingenieure (S. 24); Maria Kondratjuk, Detlef

Schröder (fokus: LEHRE); Stefan Berger (FEIT, S. 46); Dirk Mahler

(IKAM); Wolfgang Wohlgemuth/SIEMENS AG (VIERforES/Magische

Linse); „Neurons“/fotolia (DZNE); Olaf Telle (Gruppenfoto

Humanwissenschaften); IPT-Pergande GmbH/COGGY Kommunikation

(Wirbelschichttechnologie); Bernd Liebl (CampusDays/Lange

Nacht der Wissenschaft); Conrad Engelhardt (Guericke FM); Campus

TV (Uni-Hochhauslauf); Kapitel Personalia: Sarah Koßmann/

Uniklinikum, Ulrike Gädke, Tim Wegner, Oleksii Sherepenko, Ole

Friis, Landeshauptstadt Magdeburg; Andreas Lilienthal („Katja“/

Teddy klinik); ö_konzept, Halle (Saale)

Auflage: 1.500

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde in einzelnen Textstellen

allein die männliche Wortform zur Bezeichnung von Personen

verwendet. Es wird ausdrücklich Wert auf die Feststellung gelegt,

dass in diesen Fällen auch die zu dieser Personengruppe gehörenden

Frauen und Mädchen gemeint sind.

ISBN 978-3-940961-87-7

Vorwort 5

Rektoratsübergabe 7

1 CHRONIK 2012 11

Jahresüberblick 13

Januar / Februar / März 15

APRIL / MAI / JUNI 19

JULI / AUGUST / SEPTEMBER 23

OKTOBER / NOVEMBER / DEZEMBER 27

2 STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG 31

EInleitung 33

Fokus Lehre 35

Otto-von-guericke-lehrpreis 37

Mentoring 39

ÜBERSICHT lehre 41

Medizinstudium 43

internationalisierung 45

Studienangebote 47

Studiengänge mit Profil 49

Interdisziplinarität 51

Duales Studium 53

Lehre und Praxis 55

Dorothea-Erxleben-Professur 59

3 Forschung 61

EINLEITUNG 63

FORSCHUNGSprofil / Geförderte

Projekte 65

Automotive 67

Digital Engineering 69

Erneuerbare Energien 71

Neurosciences 73

Dynamische Systeme 79

Medizintechnik 81

Wirbelschichttechnik 83

Wirtschaftswissenschaften 85

Humanwissenschaften 87

DocDay der Graduate School 91

Dissertationspreis 93

4 Technologietransfer 97

Medizintechnik 99

Wirbelschichttechnik 101

KAT-Netzwerk 103

Zephram 105

Firmenkontaktmesse 107

10. EMV-Industrieseminar 109

5 der campus wächst 111

Einleitung 113

bauen und Sanieren 115

6 WISSENSCHAFTSKOMMUNIKATION 123

Wissenschaft am Wochenende 125

Kinder-Uni 127

öffentliche vorlesungen 129

Campus Days 131

7 Campusleben 133

CampusKinderzimmer 135

Uni-radio und uni-TV 137

Uni-Hochhauslauf 139

8 Personalia 141

Berufungen 2012 142

Ernennungen 2012 144

Ehrungen 2012 146

9 ZAhlen / Fakten / Anhang 153

ENTWICKLUNG DER STUDIERENDen-

ZAHLEN GESAMT / FRAUENANTEIL /

INTERNATIONALE 2000/01–2012/13 154

ANTEIL DER STUDIERENDEN IN

FächergruPPEN 156

HERKUNFT DER STUDIERENDEN 157

ENTWICKLUNG DER STUDIERENDen-

ZAHLEN in den Fakultäten

2002/03–2012/13 158

STUDIERENDE in deR

REgelstudienzeit 159

2 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 3


Vorwort

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

D

ie Erstellung eines Jahrbuchs ist für alle direkt

daran Beteiligten zunächst einmal eine Rückschau.

Für das Jahrbuch 2012 richteten sich unsere

Blicke aber immer auch schon auf das Jahr 2013,

das Jahr, in dem die Otto-von-Guericke-Universität

Magdeburg ihren 20. Geburtstag begeht. Die Veranstaltungen

in diesem Jubiläumsjahr sollen zum Ausdruck

bringen, wie sich die Universität selbst sieht:

jung, dynamisch, leistungsbereit, wettbewerbsfähig,

offen und neugierig – eigentlich durchweg Eigenschaften,

die wir uns mit 20 Jahren auch zuschreiben

dürfen. Und diesen „Spirit“ kann man sogar

hören: Nach dem Campus TV haben wir seit 2012 mit

dem Uniradio Guericke FM auch einen professionellen

Radiosender, dessen Beiträge vollständig von

unseren Studierenden produziert werden.

Das Jahr 2012 war für die Universität Magdeburg

ein sehr erfolgreiches Jahr. Die Attraktivität der Uni

scheint ungebrochen: Die Bewerberzahlen erreichten

einen neuen Höchststand und es haben sich im

Oktober 2012 nur unwesentlich weniger Studierende

immatrikuliert als im Vorjahr. Erfreulich dabei ist

vor allem die nochmals deutlich gestiegene Anzahl

internationaler Studierender. Sie sind ein guter Mix

aus denjenigen, die nur ein oder zwei Semester

bei uns verbringen wollen, und den Absolventen

kompletter Studienprogramme. Die feste Verankerung

von Auslandsaufenthalten in einigen Studiengängen

zahlt sich nun aus. An der OVGU ist die

Mobilität nach der Einführung von Bachelor und

Master gestiegen. Auch in der Forschung konnten

die Wissenschaftler der OVGU herausragende

Erfolge verbuchen. Die wichtigsten Projekte werden

wir Ihnen in diesem Jahrbuch näherbringen.

Luft nach oben gibt es immer und wenn man 20 Jahre

jung ist, gilt dies allemal. Fraglos ist die Universität

Magdeburg mit 20 im Kreis der Erwachsenen

angekommen, aber noch nicht so verfestigt, um sich

nicht offen zu zeigen für Diskussionen und fundierte

Empfehlungen hinsichtlich des zukünftigen Weges.

Wer nicht unmittelbar in das Wissenschaftssystem

involviert ist, unterschätzt vermutlich dessen hohe

Dynamik und deren Auswirkung auf die Universitäten.

Da wir keine Regionaluniversität sind, sein

wollen und sein werden, betreffen uns nationale

und internationale Entwicklungen unmittelbar. Wir

gewinnen unsere besten Forscher teilweise aus dem

Ausland, immer aber im Wettbewerb mit anderen

Standorten. Erfahrene Ingenieure können wir als

Hochschullehrer nur dann aus der Industrie an

die Universität holen, wenn wir Forschungslabore

bieten, die konkurrenzfähig sind. Der Zutritt zu Verbünden

bleibt einer Universität verschlossen, wenn

der zu liefernde Forschungsbeitrag den Verbund

nicht stärkt.

Mit der Inbetriebnahme des Instituts für Kompetenz

in AutoMobilität (IKAM) im März 2012 hat die Universität

erneut dokumentiert, dass sie auch regional

Forschungs- und Entwicklungsaufgaben übernimmt.

Wir sind bereit, für unsere Partner und das Land

eine entscheidende Rolle in der ökonomischen und

gesamtgesellschaftlichen Entwicklung wahrzunehmen.

Ende 2012 wurde die Landeshauptstadt Magdeburg

zur dynamischsten Großstadt Deutschlands

gekürt. Egal, wie man solche Erhebungen bewertet,

ein Fingerzeig ist es allemal, und ganz sicher hat die

Universität zu dieser Entwicklung einen wesentlichen

Beitrag geleistet.

Das Ausscheiden von Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann

nach 14 Jahren aus dem Rektoramt und der damit

verbundene Rektoratswechsel im Oktober war für

die Universität ein wichtiges Ereignis im Jahr 2012.

Ich persönlich freue mich, dass ich den Weg der Uni

in den kommenden Jahren mitgestalten darf. Verlaufen

werden wir uns ganz sicher nicht, denn die

erfolgreichen letzten Jahre haben unseren Orientierungssinn

geschärft.

Genießen Sie die Bilder dieses Jahrbuchs, informieren

Sie sich über die aktuellen Entwicklungen

und erfreuen Sie sich an den kleinen und großen

Geschichten, die unsere Universität im vergangenen

Jahr geschrieben hat.

Viel Spaß bei der Lektüre wünscht

Ihr

Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan

Rektor

4 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 5


Rektoratsübergabe

neu in amt und

würden: Prof. Dr.-Ing.

Jens Strackeljan

Der Rektoratswechsel an der Universität Magdeburg

„Die Otto-von-Guericke-Universität war in den letzten 14 Jahren

in sehr guten Händen, und sie wird in den kommenden vier

Jahren in sehr guten Händen sein“, so Sachsen-Anhalts Ministerpräsident

Dr. Reiner Haseloff bei der Investitur des designierten

Rektors, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan. Auf einem Festakt in der

Magdeburger Johanniskirche am 26. September 2012 übergab der

scheidende Rektor der Universität Magdeburg, Prof. Dr. Klaus

Erich Pollmann, nach 14 Jahren die Amtskette an seinen Nachfolger.

Seit 1. Oktober 2012 steht der 50-jährige Ingenieur an der

Spitze der OVGU und lenkt gemeinsam mit zwei Prorektoren,

einer Prorektorin und dem amtierenden Kanzler die Geschicke

der Universität Magdeburg.

„Von Anfang an habe ich mich vom Vertrauen der Universität

getragen gefühlt. Das hat mir die Stärke gegeben, die das Amt

von den Befugnissen her gar nicht hat. Das war richtig schön und

dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Bitte bringt dieses Vertrauen

genauso Jens Strackeljan entgegen.“

Anschließend nahm der designierte Rektor Prof. Dr.-Ing. Jens

Strackeljan die Ernennungsurkunde aus den Händen der Wissenschafts-

und Wirtschaftsministerin des Landes Sachsen-Anhalt,

Prof. Dr. Birgitta Wolff, entgegen.

In seiner Antrittsrede sprach Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan die

künftigen Herausforderungen an die Universität durch veränderte

Vorgaben der Politik an. Die Universität Magdeburg müsse

künftig einen guten Mix aus hervorragender Grundlagenforschung

und angewandter Forschung, die auch Transferaufgaben

erfüllt, gestalten. Gute Forschung heiße auch, für Studierende

attraktiv zu sein. „Der Kampf um die besten Köpfe macht um

die Universität Magdeburg keinen Bogen. Wir müssen uns der

Herausforderung einer immer heterogener werdenden Studierendenschaft

stellen und um sie werben. Eine erfolgreiche

Ausbildung ist und bleibt die Grundlage für eine ausreichende

Nachfrage unserer Studienplätze für die Landeskinder sowie für

nationale und internationale Bewerber.“

6 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 7


560.000 Kilometer

fuhr Prof. Dr. Pollmann für Dienstgeschäfte kreuz

und quer durchs Land. Das sind pro Jahr rund

40.000 Kilometer. Damit umrundete er während

seiner Amtszeit 14 Mal die Erde entlang des

Äquators.

Rektoratsübergabe

2.759 Promotionsverfahren

wurden seit Prof. Dr. Pollmanns Amtsantritt im

Jahre 1998 an der OVGU abgeschlossen.

29 Reisen

führten Prof. Dr. Pollmann zu Hochschulen und

wissenschaftlichen Einrichtungen in aller Welt. Die

Länder seiner Agenda: Ägypten, China, Kuba, Israel,

Italien, Japan, Mosambik, Oman, Polen, Portugal,

die Russische Föderation, Saudi-Arabien, Schottland,

die Slowakische Republik, Sibirien, Syrien,

die Ukraine, Ungarn, die USA und die Türkei sowie

Vietnam.

40.071 Studienanfänger

begrüßte Prof. Dr. Pollmann im Laufe seiner Amtszeit

an der OVGU.

160 Senatssitzungen

leitete Prof. Dr. Pollmann in seinem Amt als

Rektor – von Oktober 1998 bis September 2012.

Während dieser Sitzungen wurden 2.343 Senatsbeschlüsse

gefasst.

160 Millionen Euro

wurden während der Amtszeit Prof. Dr. Pollmanns

für den Neubau und die Sanierung von Gebäuden

auf dem Campus der OVGU ausgegeben, weitere

25 Millionen Euro für die Realisierung von kleinen

Um- und Ausbauvorhaben. Rund 29 Millionen

Euro wurden für die Werterhaltung der Gebäude

und baulichen Anlagen aufgewendet.

16.500 Kinderstudenten

besuchten seit 2003 die Kinder-Uni Magdeburg.

In insgesamt 69 Vorlesungen begeisterten die

Dozenten die wissbegierigen Kinder im Alter zwischen

8 bis 12 Jahren mit spannenden Vorträgen

und Experimenten aus der Wissenschaft.

Typisch Pollmann …

Prof. Pollmann ist eine charismatische Persönlichkeit, ein Historiker

mit analytischen Fähigkeiten, für die Universität wertvoll

und profilbildend, immer interessiert und ansprechbar, ein aufmerksamer,

einfühlsamer Zuhörer. Er ist zuverlässig und Vertrauen stiftend,

sein Handeln wirkt erfahrungsgetragen, er ist immer diplomatisch und

zukunftsorientiert. Elke Glistau, Fakultät für Maschinenbau

… seine Pünktlichkeit.

Jens Kalina, Dezernat Zentrale Dienste (Fahrzeugeinsatz)

Ich wünsche mir, dass sich der neue Rektor genauso engagiert

einsetzt wie der bisherige und damit die Universität weiter stärkt.

Jan Hülsemann, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum

… ein Sportlerherz in der Brust eines Historikers …

Mario Damerow, Sportzentrum

… er kann engagiert, mit Freude und persönlich sprechen … man

sieht, dass er fühlt, was er ausdrücken möchte …

Eugenia Saorin Gomez, Fakultät für Mathematik

Die Präzision des Denkens schlägt sich in der Präzision der Sprache

nieder. Winfried Marotzki, Fakultät für Humanwissenschaften

Prof. Pollmann war stets ein sehr interessierter Gast in der Universitätsbibliothek,

der sich mit viel Engagement für die Lösung

sowohl von kleinen als auch größeren Problemen der UB einsetzte.

Eckard Blume, Universitätsbibliothek

… sein bedachtes Auftreten. Er hat immer ein offenes Ohr und

immer Mitarbeiter (auch auf der Straße) erkannt und mit Namen

persönlich angesprochen …

Bernhard Brem, Fakultät für Naturwissenschaften

1.484 Internationale Studierende

nahmen zum Wintersemester 2011/12 ein Studium

an der OVGU auf.

8 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 9


CHRONIK 2012

01

13 Jahresüberblick

15 Januar / Februar / März

19 APRIL / MAI / JUNI

23 JULI / AUGUST / SEPTEMBER

27 OKTOBER / NOVEMBER / DEZEMBER

10 JAHRBUCH 2011 JAHRBUCH 2009 11


CHRONIK 2012 /

Jahresüberblick

Januar

Start des Projekts ASTER – Akut-Schlaganfall-Telemedizin im Rettungswagen

14. Uni-Hochhauslauf +++ Ausstellungseröffnung: Kluge Köpfe – keine Kinder?

Februar

2. Indo-German Workshop: „Advances in Reaction and Separation Processes“ / VST

Internationaler Workshop: „Emerging Developments in Real Algebraic Geometry“ / MATH

Kooperationsvertrag zwischen OVGU und dem Intern. Neuroscience Institute Hannover: „Die mentale Steuerung von Prothesen“

März

Eröffnung des Forschungsneubaus IKAM – Institut für Kompetenz in AutoMobilität

ZEIT-Debattierturnier erstmals an der OVGU +++ 24. Deutsche Zeolith-Tagung erstmals an der OVGU

CeBIT: OVGU präsentiert Technologien der Zukunft und kooperiert mit Siemens AG

April

OVGU wird „Ort im Land der Ideen“ +++ Mentoringprogramm KVINNA geht in 2. Runde

Tagung: „60 Jahre Ausbau der innerdeutschen Grenze“ / HW

Mai

Gewählt: neuer OVGU-Rektor +++ OVGU Spitzenreiter bei Deutschlandstipendien

Grundsteinlegung Forschungsverfügungsgebäude Systembiologie

Juni

Eröffnung: 2. Campus-Kinderzimmer

7. Motor- und Aggregate-Akustik-Symposium

Lange Nacht der Wissenschaft, Alumnitreffen,

Kinder-Uni und Familienfest auf Campus

Juli

Rekordbeteiligung am 33. Intern. Uni-Sprachferienkurs +++ Forschungsprojekt-Start: Missbrauch von Kindern und Jugendlichen

August

Start umfassender Bau- und Sanierungsmaßnahmen auf OVGU-Campus

Erstmals naturwissenschaftliche Eignungstests für Bewerber des Medizinstudiums

September

Fujitsu investiert in OVGU-Labor +++ Feierlicher Amtsantritt des neuen Rektorats

OVGU erhält Förderung in Millionenhöhe für innovative Medizintechnik-Forschung: Projekt STIMULATE

Erster MRT für die Medizintechnik-Forschung

Oktober

Neuer Masterstudiengang „Gesundheit und Pflege“ +++ 10. Firmenkontaktmesse

Tagung zur Frauen- und Geschlechterforschung

November

1. Hochschuldidaktischer Monat +++ Gründertag 2012

Start eines internationalen Weiterbildungsprojekts für Zentralasien

Kolloquium zum Thema 800 Jahre Anhalt / HW

Dezember

100. Deutschlandstipendium an der OVGU vergeben

SFB/TTR 62 erhält Förderung in Millionenhöhe

16. Kurzfilmfestival „Video-Expo“

12 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 13


CHRONIK 2012

Januar / Februar / März

Rettungswagen ASTER: Das

zweijährige Entwicklungsprojekt

wird mit ca. 1,5 Millionen

Euro vom Bundesministerium

für Bildung und Forschung

im Rahmen des Programms

„Wachstumskern Potential“

gefördert.

JANUAR

Die Theatergruppe

„Der Schrank“ präsentierte

„Die Wanze“.

„Der Schrank“ ließ die Wanzen krabbeln

Die studentische Theatergruppe „Der Schrank“ der

Uni Magdeburg brachte die satirische Komödie „Die

Wanze“ auf die Bühne des Projekt 7 des Uni-Campus.

Das Stück des russischen Futuristen Wladimir

Majakowski entführt sein Publikum ins Jahr 1929:

Arbeiter Iwan wird durch einen Unfall eingefroren

und 50 Jahre später wieder aufgetaut. Mit ihm

zusammen wird eine kleine Wanze aus dem Eisblock

befreit. Iwan erwacht in einer Welt, die er nicht mehr

versteht – und mit ihm erwachen auch überwunden

geglaubte Verhaltensmuster, die nun alle anzustecken

scheinen. Sie werden symbolisiert durch die

kleine Wanze – Majakowskis Form der Kritik an der

Entwicklung der sowjetischen Gesellschaft im frühen

20. Jahrhundert. „Der Schrank“ ist spezialisiert auf

Komödien und Satiren der russischen Literatur –

insofern sorgte auch diese Inszenierung für kräftigen

Applaus.

Rettungswagen der Zukunft: ASTER

Wenn Menschen plötzlich der Schlag trifft, dann

kommt es bei der medizinischen Versorgung auf jede

Minute an – denn beim Schlaganfall sterben Hirnzellen

kontinuierlich ab. Für die Akutversorgung gilt daher

das Motto „Time is brain“. Doch die Behandlung

kann nur mit Expertenwissen erfolgen, das es wiederum

nur in teils weit entfernten Schlaganfallspezialkliniken

gibt. Damit Patienten künftig dennoch

am Notfallort vom Fachwissen eines Spezialisten

profitieren und keine Minute ungenutzt verstreicht,

wird seit Januar an der OVGU ein Rettungswagen mit

modernster telemedizinischer Ausrüstung entwickelt:

ASTER – Akut-Schlaganfall-Telemedizin im

Rettungswagen. Auf diese Weise werden die Einsatzkräfte

bei der Entscheidung, wie der Patient optimal

behandelt werden soll, künftig per Telemedizin von

einer Expertenzentrale unterstützt.

Die mutigen Blutspender

Blut für Bier

Auch ohne Doktortitel Leben retten, durch das Spenden

von Blut – dazu hatte der Fachschaftsrat der

Fakultät für Elektro- und Informationstechnik am 25.

Januar seine Kommilitonen aufgerufen. Viele folgten

dem Aufruf. Erstspender erhielten von der Blutbank

jeweils eine Vampirtasse und einen Kinogutschein,

die alten Hasen unter den Spendern hingegen je 15

Euro. Doch das Beste: Am Abend nach der Blutspende

wurde gemeinsam gegrillt – alles mit dem Ziel,

Erstspendern die Angst vor der Nadel zu nehmen, sie

für das Thema zu sensibilisieren und sie zu ermutigen,

den vielerorts so dringend benötigten Lebenssaft

zu spenden. Wir sagen: Dank an alle Spender!

Und Prost!

Kluge Köpfe – keine Kinder?

Wie lassen sich Studium und Kindererziehung unter

einen Hut bekommen? Um Antworten zu finden, lud

das Familienbüro der OVGU zu einer Ausstellungseröffnung

mit Podiumsdiskussion in die Medizinische

Zentralbibliothek ein. Auf dem Podium diskutierten

Vertreter der Hochschulleitung, Professoren sowie

Familienbeauftragte der OVGU über die Aspekte

einer familienfreundlichen Uni und inwiefern die

OVGU dahingehend weiter optimiert werden kann.

In der Ausstellung selbst präsentierten studierende

Eltern, Führungskräfte und Beschäftigte, wie Studium

bzw. Beruf und Kinder koordinierbar sind: Fotos

und Interviewausschnitte dokumentierten Erfolgsgeschichten,

kleinere Krisen und Hindernisse im Hochschul-

und Familienalltag. Das Fazit: Familie schließt

eine Karriere an der OVGU auf keinen Fall aus.

JAHRBUCH 2009

15


CHRONIK 2012

Januar / Februar / März

Nach der Unterzeichnung des

Kooperationsvertrages im

Rektorat der Medizinischen

Universität Gdansk: Prof. Anna

Katharina Braun, Prof. Janusz

Morys, PD. Dr. Tomasz Gos

(v.l.n.r.).

Forschen für die Zukunft der

Automobilindustrie: das IKAM.

An der Einweihung des Neubaus

nahmen gut 250 Gäste

aus Wissenschaft, Wirtschaft

und Politik teil. Rund 12 Mio.

Euro wurden in das Gebäude

FEBRUAR

MÄRZ

und seine technische Ausstattung

investiert.

Die reale Welt reell betrachten

Kooperationen im Sinne des emotionalen Gehirns

IKAM – neue Wege für den Technologie-Transfer

Legende der Psychoanalyse zu Gast an der OVGU

Wie lassen sich geometrische und algebraische

Anfang Februar wurde ein Kooperationsvertrag

Am 21. März wurde auf dem Campus der OVGU der

„Eifersucht, Neid und Ressentiment – eine unheilige

Probleme in der Modellierung des Realen mittels

zwischen der Fakultät für Naturwissenschaften der

Neubau des Instituts für Kompetenz in AutoMobilität,

Dreieinigkeit in Familie und Gesellschaft“ – unter

reeller Zahlen lösen? Antworten liefert die reelle

OVGU und der Medizinischen Universität Gdansk,

kurz IKAM, eingeweiht – ein weiterer Meilenstein im

diesem Titel hielt der weltweit geschätzte Psycho-

Geometrie und Algebra – eine ziemlich innovative

Polen, unterzeichnet. Der Vertrag besiegelt die

Gesamtaufbau des Instituts. Das IKAM wird seine Ar-

analytiker Prof. Dr. Léon Wurmser die Otto-von-

und noch sehr junge Disziplin der Mathematik. Um

langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen

beit auf die vier Zukunftsfelder Antriebstechnik, Elek-

Guericke-Vorlesung. Prof. Wurmser war einer der

die neuesten Forschungsergebnisse auf diesem

dem Institut für Biologie an der OVGU und dem

tromobilität, Leichtbau sowie Mess- und Prüftechnik

ersten Analytiker in der Geschichte der Psychoanalyse

Gebiet zu diskutieren, veranstaltete die Fakultät für

Forensischen Institut der Medizinischen Universität

konzentrieren. Den Grundstein für den Neubau legte

nach Freud, der das Dogma der Nichtbehandelbarkeit

Mathematik vom 20.–24. Februar an der OVGU den

Gdansk. Die Kooperationsprojekte befassen sich mit

einerseits der Forschungsschwerpunkt Automotive, in

schwerster Borderline-Persönlichkeitsstörungen

internationalen Workshop „Emerging Developments

Untersuchungen zum Einfluss von frühkindlichen

dem alle vier Ingenieurfakultäten der Universität seit

durch die Psychoanalyse nicht mehr akzeptierte und

in Real Algebraic Geometry: Positivity, Convexity,

emotionalen Erfahrungen, wie z. B. vor- und nachge-

Jahren erfolgreich eng mit der Industrie kooperieren,

durch zumindest partiell erfolgreiche Behandlungen

NC-Geometry, Optimization“. Vor allem erfolgver-

burtlichem Stress oder mütterlicher bzw. väterlicher

und andererseits die große Zahl von kleinen und

widerlegen konnte. Die Otto-von-Guericke-Vorlesung

sprechenden jungen Wissenschaftlern war hiermit

Fürsorge, auf die Entwicklung von Gehirn und Ver-

mittleren Unternehmen im Land Sachsen-Anhalt, die

ist eine Veranstaltungsreihe, bei der international

eine Plattform zum wissenschaftlichen Austausch

halten. Darüber hinaus werden in Kooperation mit

als Zulieferer in der Automobilbranche agieren. Die

renommierte Persönlichkeiten ganz unterschiedlicher

geboten. Insgesamt folgten gut 70 Wissenschaftler

der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psycho-

Verzahnung der OVGU mit dem IKAM wird den Wis-

Disziplinen vielbeachtete Vorträge einer interessier-

aus aller Welt der Einladung nach Magdeburg.

therapie der OVGU die neuronalen Veränderungen

sens- und Technologietransfer von der Wissenschaft

ten Öffentlichkeit präsentieren.

im Gehirn von Suizid-Opfern erforscht. Durch den

in die Automobil- und Zuliefererindustrie weiter

Vertrag werden auch in Zukunft die bestehenden

befördern – die Chance für eine Innovationsführer-

Workshop indischer und deutscher

Kooperationen intensiviert.

schaft der OVGU.

ZEIT-Debattierturnier: Der Kick der Konter

Verfahrenstechniker

In Zusammenarbeit mit der Wochenzeitung DIE

Das Institut für Verfahrenstechnik der Uni Mag-

ZEIT veranstalten Debattierclubs aus ganz Deutsch-

deburg und das Max-Planck-Institut für Dyna-

Studierende, werdet Ausstellungsmacher!

OVGU goes CeBIT

land regelmäßig an wechselnden Orten Debattier-

mik komplexer technischer Systeme Magdeburg

Bisher kamen durch die Zusammenarbeit des

In diesem Jahr soll es vor

Die Uni Magdeburg präsentierte auf der CeBIT inno-

wettkämpfe: die sogenannten ZEIT DEBATTEN – ein

veranstalteten gemeinsam mit dem Indian Institute

Kulturhistorischen Museums Magdeburg (KHM) mit

allem die Landesausstellung

vative IT-Produkte, wie bspw. eine Produktbeschrei-

Juwel studentischer Streitkultur. Im rhetorischen

of Technology Madras aus Chennai den 2. Indo-

der OVGU pro Semester bis zu 70 Studierende des In-

„Otto der Große und das

bungssprache für eine bisher unerreichte Such-

Ringen um die besten Argumente hatte nun der

German Workshop „Advances in Reaction and

stituts für Geschichte aktiv in Kontakt mit dem KHM

Römische Reich“ sein, in die

genauigkeit im Internet oder Software-Lösungen für

Debattierclub Magdeburg e. V. die schlagkräftigsten

Separation Processes“ in Bad Herrenalb. Ziel des

und konzipierten dort teilweise auch Ausstellun-

sich Studierende und Wissen-

ein effektives Literaturmanagement. Am Messestand

Redner verschiedener Universitäten in die Ottostadt

Workshops war es, die neuesten wissenschaftlichen

gen. Um diesen Ansatz künftig weiter auszubauen,

schaftler der OVGU einbringen

der Siemens Enterprise Communications & Co. KG

eingeladen. Debattiert wurden aktuelle Themen

Ergebnisse auf den Gebieten der Thermodynamik,

unterzeichneten das KHM und das OVGU-Institut für

werden.

unterzeichneten der Rektor der OVGU und die Sie-

aus Politik, Gesellschaft und Kultur, über mehrere

Trenntechnik, Reaktionstechnik sowie System- und

Geschichte eine Kooperationsvereinbarung. Schwer-

Die OVGU war bereis das 20.

mens AG außerdem eine Kooperationsvereinbarung.

Runden hinweg – und nach strengen Regeln. Denn

Regelungstechnik zu diskutieren und Kooperationen

punkt der Zusammenarbeit: Das Konzipieren von

Mal auf der CeBIT in Hannover

Im Fokus der Vereinbarung: Die Unterstützung leis-

das zu debattierende Thema wird stets nur wenige

zu planen. Die Veranstaltung bot gerade auch jünge-

Ausstellungen, neuen Lehrveranstaltungsformaten

vertreten – der weltgrößten

tungsstarker Studierender als auch die Zusammen-

Minuten vor der eigentlichen Austragung bekannt

ren indischen und deutschen Wissenschaftlern eine

sowie Angeboten der Museumspädagogik – alles für

Messe für Informationstech-

arbeit in der Lehre. Insofern gestalten beide Partner

gegeben. Gewonnen hatte, wer in puncto Inhalt,

spannende Plattform und die Möglichkeit, persönli-

einen intensiveren Praxisbezug Studierender sowie

nologie.

künftig gemeinsam Angebote für Lehrinhalte, Prakti-

Methode und Auftreten die studentische Fachjury

che Bekanntschaften zu machen.

für eine Attraktivierung des Geschichtsstudiums.

ka sowie die Betreuung der Abschlussarbeiten.

überzeugte.

16 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 17


CHRONIK 2012

APRIL / MAI / JUNI

Hat die ersten Testfahrten

über 400 km bereits erfolgreich

absolviert: EDITHA –

der umgerüstete Smart.

APRil

Umgerüsteter Smart: EDITHA

In einer sehr kurzen Entwicklungszeit, von Juli

2011 bis April 2012, haben Forscher der Fakultät für

Maschinenbau einen konventionellen Smart umgerüstet

– durch die Entwicklung eines innovativen

Motor- und Batteriekonzepts mit elektrifiziertem

Antriebsstrang. EDITHAs Alleinstellungsmerkmal:

Ein eigenständiges Antriebssystem. Die Systemkonfiguration

der mechanischen und mechatronischen

Elemente sowie die grundlegende Systemkonfiguration

wurden an der Uni Magdeburg entwickelt, die

Umsetzung des Batteriemanagementsystems und

die steuerungstechnische Anpassung des Fahrzeuges

übernahm ein Kooperationspartner. Besonderen

Wert legten die Entwickler auf konsequente

Gewichtsminimierung der verbauten Teile und eine

energieeffiziente Umrüstkonstruktion. Der Prototyp

wird zur Erprobung der Alltagstauglichkeit von

Elektromobilität in Magdeburg und Europa unterwegs

sein. Die Umsetzung in die Serienfertigung ist

in Vorbereitung.

KVINNA ging in die zweite Runde

KVINNA ist ein Mentoringprogramm, bei dem jüngere

weibliche Nachwuchskräfte gezielt gefördert

werden. Über 50 Studentinnen, Absolventinnen und

Doktorandinnen hatten sich für den zweiten Durchlauf

dieses Mentoringprogramms beworben. 22 von

ihnen wurden für das Projekt ausgewählt und hatten

von nun an die Möglichkeit, ihre Karriere mithilfe

der Programmmodule Mentoring, Training und

Networking aktiv zu gestalten. Als Mentoren für das

Projekt konnten neben etablierten Wissenschaftlern

der OVGU erstmals auch Wirtschaftsvertreter aus

Unternehmen mit Sitz in Magdeburg sowie Bildungsträger

und Vereine gewonnen werden.

„masterwiki“ ist eine deutschlandweite

Datenbank, in der

Bachelorabsolventen ihre

Erfahrungen bei der Bewerbung

für Masterstudienplätze

eintragen können. Das soll

helfen, Bewerbungsprozesse

für Masterstudiengänge

transparenter zu gestalten und

Schwächen in den Bewerbungsverfahren

aufzudecken.

Mehr Infos auf:

www.masterwiki.de

Dank „masterwiki“ „Ort im Land der Ideen“

Mit ihrem Onlineportal „masterwiki“ gehört die

Uni Magdeburg in der Kategorie Bildung zu den

Preisträgern des gemeinsam von Wirtschaft und

Bundesregierung initiierten Wettbewerbs „365 Orte

im Land der Ideen“, der nachhaltige Projekte zur

Zukunftsfähigkeit Deutschlands auszeichnet. Die

Auszeichnung wurde am 12. April durch die Standortinitiative

„Deutschland – Land der Ideen“ und

durch die Deutsche Bank an die Gründer und Alumni

der OVGU vergeben – und somit ihre Innovation,

ihr Erfindergeist und Einfallsreichtum gewürdigt.

To beam or not to beam?

Ingenieurinformatiker Dr. Hubert Zitt, bekennender

Star-Trek-Fan und Dozent an der Fachhochschule

Zweibrücken in Kaiserslautern, hielt an der OVGU-

Fakultät für Elektrotechnik erneut eine Vorlesung

der besonderen Art: In Star-Trek-Uniform referierte

er über die Antriebstechnologie des Raumschiffs

Enterprise und beantwortete seinen humanoiden

Gästen Fragen, wie: Wie viele Daten müssen beim

Beamen von einem Menschen erfasst werden? Mit

welcher Übertragungsgeschwindigkeit müssen diese

Daten zum Zielort übertragen werden? Wie funktionieren

die Heisenberg-Kompensatoren, was passiert

im Musterpuffer? Und wie weit sind wir heute überhaupt

davon entfernt, Menschen zu beamen?

18 JAHRBUCH 2012

JAHRBUCH 2009 19


MAI

CHRONIK 2012

APRIL / MAI / JUNI

Entwurf für das Forschungsverfügungs

gebäude der

Weltweit gut im Sattel: Jörg

Schindelhauer

Systembiologie

JUNI

Rektoratswechsel

Grundsteinlegung für die Systembiologie

Wird aus Lärm zukünftig Sound?

Der Mann, der das Rad neu erfand zu Gast bei

Mit großer Mehrheit im 1. Wahlgang wurde Prof.

Mit der Grundsteinlegung für das Forschungsverfü-

Automobilexperten präsentierten auf dem „7. Motor-

„Couch & Guests“

Dr.-Ing. Jens Strackeljan, Jahrgang 1962, am 16. Mai

gungsgebäude der Systembiologie wird der Campus

und Aggregate-Akustik-Symposium“ des Instituts

Bei der 11. Ausgabe der universitätseigenen Late-

vom erweiterten Senat der Universität Magdeburg

der Uni Magdeburg künftig um ein hochmodernes

für Mobile Systeme der OVGU neueste Forschungs-

Night-Show „Couch & Guests“ des Campus TV war

zum neuen Rektor gewählt. Die Amtszeit des neuen

Gebäude erweitert. Bis Ende 2013 soll das vierstö-

ergebnisse zur Akustik und Lärmbekämpfung von

der OVGU-Alumnus und erfolgreiche Firmengründer

Rektors: 1. Oktober 2012 bis 30. September 2016.

ckige Labor- und Bürogebäude des Forschungszent-

Fahrzeugantrieben. Auf der Tagung diskutierten

der Schindelhauer-Bikes zu Gast: Jörg Schindelhauer.

Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan trat mit der Wahl in

rums „Dynamische Systeme – Biosystemtechnik“ auf

hierüber Wissenschaftler und Ingenieure gemein-

Nach seinem Ingenieurstudium an der Uni Magde-

die Nachfolge von Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann,

dem Gelände am Pfälzer Platz entstehen. Auf einer

sam mit Vertretern führender Unternehmen aus

burg hatte er eine Fahrradmanufaktur gegründet, die

der die Hochschule 14 Jahre lang geleitet hatte. Prof.

Nutzfläche von über 2.545 m 2 werden 175 Wissen-

der Automobilindustrie als auch der Zuliefererin-

Hightech-Räder herstellt und diese mittlerweile in

Dr.-Ing. Jens Strackeljan war in den vergangenen

schaftler und Mitarbeiter bestens ausgestattet auf

dustrie. Neben den gesetzlichen Randbedingungen

der ganzen Welt erfolgreich verkauft. Die preis-

zwei Jahren maßgeblich am Aufbau des Instituts für

dem Gebiet der Systembiologie und Biosystemtech-

und deren Auswirkungen auf die Entwicklung von

gekrönten Schindelhauer-Bikes arbeiten mit ganz

Kompetenz in AutoMobilität (IKAM) beteiligt. Seine

nik experimentieren und forschen. Die Systembio-

Fahrzeugantrieben war die subjektive Geräusch-

speziellen technischen Lösungen, wie etwa einem

Forschungsschwerpunkte: Lineare und nichtlineare

logie liegt an der Schnittstelle zwischen Biologie,

wahrnehmung ein weiterer Schwerpunkt der Tagung.

Zahnriemenantrieb, und sind sehr puristisch designt.

Rotor- und Schwingungsmechanik, Stabilität schnell

Medizin, den System- und den Ingenieurswissen-

Geräuschbekämpfungstechnologien wurden ebenso

In der Sendung gaben die Moderatoren der Show

drehender Rotorsysteme, Schwingungsdiagnostik und

schaften. Die Wissenschaftler versprechen sich von

vorgestellt wie erfolgreiche akustische Maßnahmen

einen Einblick in die Arbeit der Manufaktur und

Zustands überwachung rotierender Maschinenkompo-

ihrer Arbeit neue Erkenntnisse bei der Aufklärung

an Verbrennungsmotoren.

stellten die Frage nach der Zukunft des Fahrrads.

nenten. Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan ist verheiratet

der Lebensprozesse und Krankheitsmechanismen.

und hat vier Kinder.

Klassenzimmer der Zukunft: Kreide war gestern!

Zweites Campuskinderzimmer an der OVGU!

Was gab's Neues im All?

E-Toys für die Vorschulkinder, E-Books und Aug-

Das Campuskinderzimmer der Uni Magdeburg bietet

OVGU Spitzenreiter bei den Deutschlandstipendien

Die deutschen Wissenschaftler der deutsch-

mented Reality oder White Boards für Grundschüler

ein zusätzliches Betreuungsangebot für Kleinkin-

Mit der Vergabe von weiteren 24 Deutschlandstipen-

chinesischen Raumfahrtmission Shenzhou-8 – der

sowie digitale Lernwerkzeuge für die Abiturvorberei-

der! Im Mitarbeiterwohnheim auf dem Mediziner-

dien erhöht sich die Zahl der Stipendiaten an der

Weltraumbiotechnologe Prof. Oliver Ullrich und

tung – für künftige Generationen wird das selbstver-

campus Leipziger Straße betreuen seit Anfang Juni

Universität Magdeburg auf 74! Damit hat die OVGU

die Medizinerin Prof. Daniela Grimm – präsen-

ständlich sein. Die Fakultät für Informatik der Otto-

ausgebildete Tagesmütter und Erzieherinnen stun-

bereits über die Hälfte der vom Bund und durch

tierten erstmals die Ergebnisse ihrer Mission auf

von-Guericke-Universität Magdeburg präsentierte

denweise den akademischen Nachwuchs, um den

private Unternehmen finanzierten 137 Stipendien

einem Symposium an der OVGU. Das Hauptziel der

im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaft viele

Eltern eine möglichst reibungslose Vereinbarung

an besonders begabte und engagierte Studierende

Magdeburger Experimente während des Shenzhou-

innovative Lehr- und Lerntechnologien. In fiktiven

von Studium bzw. Beruf und Familie zu ermöglichen.

vergeben können. Die OVGU ist insofern die Hoch-

8-Raumfluges war es zu erforschen, ob und wie

Schulstunden konnten interessierte Besucher erfah-

Die Betreuung von Kindern Studierender ist kos-

schule mit den meisten Deutschlandstipendiaten in

menschliche Immunzellen und Schilddrüsenzellen

ren, wie diese Neuentwicklungen den Schulalltag

tenlos. Beschäftigte zahlen pro Betreuungsstunde

Sachsen-Anhalt. Von den Deutschlandstipendien

reagieren, wenn sie realer Schwerelosigkeit ausge-

und die Rolle des Lehrers in Zukunft beeinflussen

5 Euro. Jedes Kind kann pro Woche maximal sechs

profitieren Studierende und Unternehmen gleicher-

setzt sind. Das Besondere: Bei der Mission hatte die

werden.

Stunden betreut werden.

maßen: Die Studierenden erhalten eine finanzielle

chinesische Raumfahrt-Organisation CMSEO erst-

Förderung in Höhe von je 300 Euro monatlich, die

mals mit einer anderen Nation kooperiert und zum

fördernden Unternehmen hingegen können dadurch

ersten Mal durften ausländische Wissenschaftler

frühzeitig Kontakte zu potentiellen Fachkräften

das Kosmodrom Jiuquan betreten und dort arbeiten.

knüpfen.

20 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012

21


CHRONIK 2012

JULI / AUGUST / SEPTEMBER

Stefan Langer, Jöran Beel und

Marcel Genzmehr (v.l.n.r.) erzielten

im ego.-Bussinesplanwettbewerb

den 2. Platz in der

Kategorie Wissenschaft für ihr

Konzept zur Entwicklung der

Literaturverwaltungsoftware

„Docear“.

JULI

Rekordbeteiligung am 33. Internationalen

Uni-Sprachferienkurs

Für den Internationalen Hochschulferienkurs an

der Uni Magdeburg hatten sich so viele Teilnehmer

angemeldet wie nie zuvor: 44 Studierende aus 15

Nationen! Vom 30. Juli an vier Wochen lang waren

die jungen Männer und Frauen aus allen Teilen

der Welt auf dem Uni-Campus zu Gast, um im

Sprachenzentrum der OVGU die deutsche Sprache

zu erlernen und um die Universität, die Landeshauptstadt

Magdeburg, die Region und Landeskultur

kennenzulernen: Neben täglichen Unterrichtsstunden

und sprachpraktischen Übungen konnten die

Teilnehmer ihre Lernfortschritte bei Exkursionen

und Ausflügen testen. So standen ein Besuch des

Völkerschlachtdenkmals in Leipzig, eine Exkursion

in das Pergamonmuseum Berlin, der Besuch des

MDR-Landesfunkhauses oder ein Ausflug in den

Harz auf dem Programm.

OVGU-Absolventen Gewinner beim landesweiten

Businessplanwettbewerb

Gleich zwei Gründerteams aus der OVGU gewannen

mit ihren Businessplänen im landesweiten Businessplanwettbewerb

ego.-BUSINESS. Im Bereich

Soziales konnte sich Josephin Kriemann über den 1.

Platz und ein Preisgeld von 5.000 Euro freuen. Kriemann

hatte sich als psychologische Sachverständige

am Familiengericht freiberuflich selbstständig gemacht.

Sie arbeitet in Scheidungs- und Sorgerechtsstreitigkeiten

mit den Eltern an einvernehmlichen

Lösungen zum Wohle der Kinder. Jöran Beel, Stefan

Langer und Marcel Genzmehr hingegen, von der

Fakultät für Informatik, erzielten den 2. Platz in der

Kategorie Wissenschaft – für ihre innovative Software

Docear. Docear richtet sich an Wissenschaftler

und unterstützt diese beim Suchen, Verwalten und

Erstellen von Literatur. Ein Juror erklärte, das Konzept

gehöre mit zu den besten Businessplänen, die

er je gelesen habe.

Das Projekt „Von Generation

zu Generation: Den Teufelskreis

der Traumatisierung

verstehen und durchbrechen“

wird vom Bundesministerium

für Bildung und Forschung

über die nächsten drei Jahre

mit insgesamt 2,1 Millionen

Euro gefördert.

Forschungsprojekt: Missbrauch von Kindern und

Jugendlichen

Wissenschaftler der Uni Magdeburg erforschen im

Rahmen eines BMBF-Forschungsverbundprojektes

neurobiologische Mechanismen der Übertragung

von Verhaltensstörungen, die durch Missbrauch,

Vernachlässigung und Traumatisierung im frühen

Kindesalter entstehen. Mit einer Pressekonferenz an

der Berliner Charité startete das gemeinsame Forschungsvorhaben

unter dem Titel „Von Generation

zu Generation: Den Teufelskreis der Traumatisierung

verstehen und durchbrechen“. Neben den Neurobiologen

der Uni Magdeburg sind Psychologen und

Psychiater der Berliner Charité, des Universitätsklinikums

Heidelberg und des Universitätsklinikums

Aachen an der groß angelegten Studie beteiligt.

Wörter und Wendungen rund ums liebe Geld:

Der Finanzwortschatz und seine Geschichte(n)

Warum nennt man Geld auch Moos oder Knete? Woher

kommen Münzbezeichnungen wie Heller oder

Groschen? Prof. Armin Burkhardt von der Uni Magdeburg

ging in einem Vortrag diesen Fragen auf den

Grund, zu dem die Gesellschaft für deutsche Sprache

und das Institut für Germanistik eingeladen hatten.

Der Vortrag beschäftigte sich v. a. mit den im Alltag

gebräuchlichen Wörtern und Wendungen, die Geld,

Münzen, Währungen sowie Anlage- und Bezahlvorgänge

bezeichnen. Im Zentrum der Betrachtung

standen dabei Herkunft bzw. Entstehungsgeschichte

der betreffenden Sprachzeichen sowie ihre Bedeutungsentwicklung.

JAHRBUCH 2012 23


Entwurf des neuen Hörsaals

CHRONIK 2012

JULI / AUGUST / SEPTEMBER

vom Planungsbüro Rohling AG

Architekten und Ingenieure

Die neue Führungsriege der Universität Magdeburg (v.l.n.r.):

Prorektor für Planung und Haushalt Prof. Dr. rer. nat. Jürgen

Christen, Rektor Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, Prorektorin für

Studium und Lehre Prof. Dr. rer. nat. Franziska Scheffler, amtierender

Kanzler Volker Zehle und Prorektor für Forschung, Technologie

und Chancengleichheit Prof. Dr. rer. nat. Volkmar Leßmann

AUGUST

SEPTEMBER

Neue Wege zum Medizinstudium

Bauen für bessere Lern- und Lehrbedingungen

„Den Wettbewerb unter

„Die Otto-von-Guericke-Uni-

Erster MRT für die Medizintechnikforschung

Das neue Rektorat der Uni Magdeburg

Erstmals fand in Magdeburg ein naturwissenschaft-

Pünktlich mit Beginn der Semesterferien starteten

den Hochschulen um gute

versität war in den letzten 14

In der Experimentellen Fabrik auf dem Campus der

Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan trat die Amtsnach-

licher Auswahltest für Medizinbewerber statt! Ein-

auf dem Campus der OVGU umfangreiche Bau- und

Studierende spüren natürlich

Jahren in sehr guten Händen,

Uni wurde der Magnetresonanztomograph (MRT)

folge von Prof. Dr. Klaus Erich Poll mann an. Auf

geladen waren gut 400 vorausgewählte Bewerber

Sanierungsarbeiten. So wurde mit den Fundament-

auch wir und sicher ist: Er

und sie wird in den kommen-

Siemens Magnetom Skyra installiert. Die Magnetre-

einem Festakt in der Magdeburger Johanniskirche

mit den besten Abiturnoten, die sich zudem mit ers-

arbeiten für den dringend benötigten Hörsaal-

wird immer weiter zunehmen.

den vier Jahren in sehr guten

sonanztomographie ist ein Verfahren, mit dessen

am 26. September übergab der scheidende Rektor

ter Präferenz in Magdeburg als Studienort beworben

neubau auf dem Gelände an der Zschokkestraße

Wir freuen uns darum umso

Händen sein“, sagte Minister-

Hilfe man visuelle Schnittbilder des menschlichen

der Universität Magdeburg, Prof. Dr. Klaus Erich

hatten – und 191 Studienplätze galt es zu verge-

begonnen. 300 Studierende werden bereits ab dem

mehr, mit dem Hörsaalbau die

präsident Dr. Reiner Haseloff

oder tierischen Körpers erzeugen und dadurch

Pollmann, nach 14 Jahren Amtszeit die Amtskette

ben. 60 % davon waren bisher – nach Abzug von

Wintersemester 2013 in einem mit modernster

Attraktivität der Studien-

während der Veranstaltung.

Organe bzw. Organveränderungen sichtbar machen

an Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan. Seit dem

Vorabquoten, wie Härtefall, Ausländer, etc. – immer

Medientechnik ausgestatteten Gebäude verbesser-

bedingungen an der OVGU

Den scheidenden Rektor Prof.

und beurteilen kann. Das Großgerät wird an der

1. Oktober steht nun der Ingenieur an der Spitze

nach dem Auswahlkriterium Abiturnote vergeben

te Lehrbedingungen vorfinden. In unmittelbarer

weiter steigern zu können“,

Dr. Klaus Erich Pollmann

OVGU allerdings nicht für den Patientenbetrieb

der OVGU und lenkt gemeinsam mit den drei

worden. Da die Abiturnoten in den Gymnasien der

Nachbarschaft zum neu entstehenden Hörsaal

so der damalige Prorektor

würdigte Haseloff als Wis-

genutzt, sondern mehreren Fakultäten für gemein-

Prorektoren sowie dem Kanzler Volker Zehle die

einzelnen Bundesländer aber nicht ohne Weite-

liefen die Arbeiten zur grundlegenden Sanierung

für Studium und Lehre und

senschaftler mit strategischer

same interdisziplinäre, medizintechnische For-

kommenden vier Jahre die Geschicke der Uni.

res vergleichbar sind, hatte sich die Medizinische

des Fakultätsgebäudes der Humanwissenschaften

heutige amtierende Rektor

Weitsicht. Sein Name stehe

schungen dienen. So werden an diesem MRT unter

Fakultät Magdeburg entschieden, erstmals einen

an – im April 2013 soll das frisch sanierte Gebäude

der Universität Magdeburg

für Kontinuität, Verlässlich-

anderem Methoden entwickelt, um minimalinvasive

schriftlichen Test durchzuführen – den HAM-Nat, ei-

an die Fakultät übergeben werden. Für die ebenfalls

Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan.

keit und Erfolg. Den neuen

chirurgische Eingriffe zu überwachen oder neue

OVGU erhält Forschungsförderung in Millionenhöhe

nen Multiple-Choice-Test mit Fragen zu medizinisch

auf diesem Areal befindliche Sporthalle 1 wurden

Bis Ende 2012 investierte die

Rektor beglückwünschte

Erkenntnisse über die Funktion des menschlichen

An der Magdeburger Uni wird ein Forschungscam-

relevanten Aspekten der Fächer Mathematik, Physik,

auch die aus den 1980er Jahren stammenden sani-

OVGU über 6 Millionen Euro

Haseloff zu seinem „wichtigen,

Gehirns zu gewinnen.

pus für innovative Medizintechnik entstehen. Das

Chemie und Biologie. Bewerber mit hervorragenden

tären Anlagen grundlegend saniert, sodass dort nun

in die Erneuerung und Sanie-

verantwortungsvollen und

Projekt STIMULATE zur Entwicklung innovativer

naturwissenschaftlichen Kenntnissen erhöhten

modernste Dusch- und Umkleidemöglichkeiten zur

rung der Bausubstanz auf dem

schönen Amt“. Strackeljan

Medizintechnik gehört zu den zehn Gewinnern im

dadurch ihre Zulassungschancen.

Verfügung stehen. Auch die in den 1960er Jahren

Campus.

stehe vor neuen Pflichten,

Global Player investiert in OVGU-Labor

Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung

errichteten Gebäude der Ingenieurwissenschaften

großen Herausforderungen

Mit dem „Fujitsu Information Systems Lab“, kurz Fu-

und Forschung. Bundesweit hatten sich 96 Initi-

am Hohenstaufenring gegenüber dem Nordpark

und Chancen. Er sei dafür

jitsu IS Lab, eröffnete einer der weltweit größten IT-

ativen aus allen Wirtschaftsbereichen beworben.

Die Begrüßung der „Neuen“ im Uniklinikum

erhielten eine neue Dach- und Fassadengestaltung.

hervorragend qualifiziert –

Infrastruktur-Anbieter, Fujitsu Technology Solutions,

STIMULATE steht für Solution Centre for Image

Im voll besetzten Zentralen Hörsaal der Medizini-

Auch Baumaßnahmen in der Universitätsbibliothek

auch aufgrund seiner interna-

an der Uni Magdeburg ein Labor zur Erforschung

Guided Local Therapies. Künftig sollen im Rahmen

schen Fakultät der Magdeburger Uni wurden am 16.

standen auf der Agenda: Hier wurden die klimati-

tionalen Reputation.

großer betrieblicher Anwendungssysteme – so

dieses Leuchtturmprojekts Technologien für bildge-

August 2012 die neuen Schülerinnen und Schüler

schen und energetischen Bedingungen durch die

genannte „Very Large Business Applications“, kurz

führte, minimalinvasive Methoden in der Medizin

des Ausbildungszentrums für Gesundheitsfachberu-

Revision der Lüftungsklappen sowie den Einsatz

VLBA. Diese VLBA dienen dazu, die Geschäftspro-

entwickelt werden, die sowohl Behandlungsme-

fe des Universitätsklinikums durch das Lehrerkolle-

moderner Leuchtmittel verbessert. Im Verwaltungs-

zesse großer, weltweit operierender Unternehmen

thoden verbessern als auch die Kostenexplosion im

gium herzlich begrüßt. Die Freude über den erhal-

gebäude der OVGU hingegen verbesserte der

zu unterstützen, zu optimieren und zu organisieren.

Gesundheitswesen eindämmen. Im Fokus stehen

tenen Ausbildungsplatz stand den 93 jungen Leuten

Einbau eines behindertengerechten Fahrstuhls die

Zu solchen betrieblichen Abläufen gehören u. a. das

dabei wichtige Volkskrankheiten aus den Berei-

ins Gesicht geschrieben. Sie werden künftig in der

Zugangsbedingungen zur Universität. Ferner wurde

Bestellwesen, die Versandabwicklung oder auch das

chen Onkologie, Neurologie sowie kardiovaskuläre

Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und

die Netzmodernisierung in den Gebäuden, die

Mahnwesen. Neben den am Fujitsu IS Lab beschäf-

Erkrankungen. Die Förderung für den Magdeburger

Kinderkrankenpflege, Krankenpflegehilfe sowie in

Schaffung von baulichen Voraussetzungen für den

tigten Nachwuchswissenschaftlern werden auch

Forschungscampus beläuft sich auf 1,6 Millionen

der Medizinisch-technischen Laboratoriumsassis-

Beginn neuer Forschungsprojekte sowie der Einbau

Studierende im Rahmen von Praktika sowie Master-

Euro im ersten Jahr und je 2 Millionen Euro in den

tenz und Medizinisch-technischen Radiologieassis-

von modernsten Labor- und Praktikumsräumen in

und Bachelorarbeiten in die Forschung eingebunden

Folgejahren. Die gesamte Förderdauer beträgt bis

tenz tätig sein.

die Wege geleitet und schrittweise umgesetzt.

– für einen verstärkten Praxisbezug im Studium.

zu 15 Jahre.

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CHRONIK 2012

OKTOBER / NOVEMBER / DEZEMBER

Immatrikulationsfeier für das

Wintersemester 2012/13

OKTOBER

Die Rolle der Frauen in der Gesellschaft

Professor Dr. Angela Kolb, Ministerin für Justiz und

Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, eröffnete

am 25. Oktober die Tagung zur Frauen- und Geschlechterforschung

an der Universität Magdeburg.

Im Rahmen dieser Tagung und generell anlässlich

des landesweiten Tages für Frauen- und Geschlechterforschung

fand im Senatssaal der Universität ein

interdisziplinärer wissenschaftlicher Diskurs über

die wechselnde Rolle der Frauen in der Gesellschaft

statt. Historikerinnen, Erziehungswissenschaftlerinnen

und Journalistinnen präsentierten hier neueste

Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet aus der

Perspektive ihres jeweiligen Fachs. Die Veranstaltung

richtete sich nicht nur an Wissenschaftler und

Studierende, sondern auch an die interessierte

Öffentlichkeit.

Von Amazon bis Volkswagen – und an der OVGU

Mehr als 60 namhafte national und international

agierende Unternehmen präsentierten sich am 24.

Oktober auf der nunmehr 10. Firmenkontaktmesse.

Studierende und Absolventen hatten hier die

Möglichkeit, mit Unternehmen aus verschiedensten

Branchen ins Gespräch zu kommen und Karrierechancen

auszuloten. Für die Unternehmen hingegen

bot sich die Möglichkeit, in Zeiten steigenden

Fachkräftemangels frühzeitig mit hoch qualifiziertem

Fachkräftenachwuchs persönliche Kontakte zu

knüpfen. Flankiert wurde diese Firmenkontaktmesse

von einem umfangreichen Vortragsprogramm und

attraktiven Angeboten, wie bspw. dem kostenlosen

Check der Bewerbungsunterlagen, kostenfreien

professionellen Persönlichkeitsanalysen oder der

Anfertigung von High-Quality-Bewerbungsfotos.

Neuer Masterstudiengang „Gesundheit und Pflege“

im Lehramt an berufsbildenen Schulen

Der Studiengang richtet sich an Absolventen von

gesundheits- oder pflegewissenschaftlichen Bachelorstudiengängen,

die als Lehrer an berufsbildenden

Schulen Verantwortung für die professionelle

Ausbildung der nächsten Generation von Pflegeund

Gesundheitsfachkräften übernehmen wollen.

Der Studiengang orientiert sich an einer modernen

Lehrerausbildung, deren Stärke in der Integration

von theoretischen und praktischen Lern- und

Lehrformen besteht und auf die Gestaltung eines

praxisnahen Unterrichts vorbereitet.

26 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 27


CHRONIK 2012

OKTOBER / NOVEMBER / DEZEMBER

Der Gründertag 2012 wurde

Das Team des Sonderfor-

veranstaltet vom Interaktions-

schungsbereichs Transregio

zentrum Entrepreneurship.

„Eine Companion-Technologie

für kognitive technische

Systeme“

NOVEMBER

DEZEMBER

Diskussionsabend mit Landesministerin

Durchstarten mit der eigenen Geschäftsidee

Millionen für die Mensch-Maschine-Forschung

16. Ausgabe des Kurzfilmfestivals „Video-Expo“

Im Rahmen des KVINNA-Mentoringprogramms der

Um unternehmerisches Denken und Handeln unter

Der an der OVGU angesiedelte Sonderforschungs-

Am 11. Dezember wurden wieder einmal die golde-

Universität Magdeburg hielt Frau Prof. Dr. Birgitta

Studierenden, Absolventen und Wissenschaftlern

bereich/Transregio (SFB/TRR) 62 „Eine Companion-

nen, silbernen und bronzenen Kängurus vergeben

Wolff, Wissenschafts- und Wirtschaftsministerin

zu stärken, beteiligte sich die OVGU erstmals an der

Technologie für kognitive technische Systeme“ wird

– für die besten, selbst produzierten studentischen

des Landes Sachsen-Anhalt, am 5. November

bundesweit stattfindenden Gründerwoche Deutsch-

von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

Kurzfilme. Den kritischen Blicken von Kommilitonen

einen Vortrag zum Thema „Frauen in der Politik:

land. Auf dem „Gründertag 2012“ (14. November) bot

weiter finanziell unterstützt. Die zum Januar 2013

und Professoren mussten insgesamt neun Filme

Mittendrin statt nur dabei?!“. Dabei äußerte sich die

die Universität sowohl Gründungsinteressierten als

bewilligte vierjährige zweite Förderperiode des

standhalten, die es nach einer Vorauswahl in die

Ministerin zu Karrierestrategien und -verläufen von

auch Existenzgründern die Möglichkeit, sich kosten-

SFB/TRR hat ein Volumen von knapp neun Millio-

Endrunde geschafft hatten. Die Filmemacher der

Frauen in Wissenschaft und Politik und beleuchtete

los über die Möglichkeiten der unternehmerischen

nen Euro. Bei erfolgreichem Verlauf ist eine Verlän-

Video-Expo sind jedes Jahr Studierende der Medi-

die Schnittstelle zwischen Politik und Wissenschaft,

Selbstständigkeit zu informieren und individuell

gerung bis Ende 2020 möglich. Im 2009 etablierten

enbildung, der Bildungswissenschaften sowie der

indem sie der Frage nachging, inwieweit Wissen-

beraten zu lassen. Zahlreiche Projekte und Institu-

SFB/TRR gehen 60 Wissenschaftler der Otto-von-

Computervisualistik. Gemeinsam vom Lehrstuhl für

schaft politisch ist. In der anschließenden Diskussi-

tionen stellten ihre Angebote und Leistungen vor.

Guericke-Universität Magdeburg, des Leibniz-Ins-

Allgemeine Pädagogik und dem Audiovisuellen Me-

on konnten offengebliebene Fragen geklärt werden.

Interessierte konnten sich u. a. zu Businessplanung,

tituts für Neurowissenschaften und der Universität

dienzentrum der Uni initiiert, sollen sie durch das

Produktentwicklung, Schutzrechtsanmeldungen

Ulm der Frage nach, wie die Interaktion zwischen

Festival angeregt werden, sich nicht nur theoretisch

sowie Finanzierung- und Förderung informieren.

Mensch und Maschine, ihre neurobiologischen und

mit Medien, wie Film oder Internet auseinanderzu-

Weiterbildungsprojekt für Zentralasien

psychologischen Grundlagen sowie ihre techni-

setzen, sondern lernen, sie aktiv zu nutzen.

Das Bildungssystem in Zentralasien ist aktuell

schen Ausprägungen weiter entwickelt werden

durch Lehrermangel und niedrige Bildungsqualität

Forschungstransfer in größter Uni-Absorberhalle

können. Ziel ist es, eine Technologie zu schaffen, die

geprägt, und universitäre Austauschprogramme

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg spielt

menschlichen Nutzern eine völlig neue Dimension

scheitern an vielen formalen Hürden. Aus diesem

eine zentrale Rolle bei der Erforschung der Wirkung

des Umgangs mit technischen Systemen ermöglicht.

Grund waren Bildungsforscher aus Europa und

elektromagnetischer Felder auf die empfindliche

Das interdisziplinäre Konsortium aus Ingenieuren,

Zentralasien an der OVGU zu Gast. Wissenschaftler

Elektronik vieler Hightech-Produkte; sie besitzt mit

Informatikern, Medizinern, Neurobiologen und

des Instituts für Berufs- und Betriebspädagogik

der sogenannten Absorberhalle die größte ihrer Art

Psychologen folgt der Vision, dass technische Sys-

der OVGU halfen hier mit Partnern aus Spanien,

an einer Universität bundesweit. Beim „10. EMV-

teme der Zukunft Companion-Systeme sind – kog-

England, Wales und Litauen zentralasiatischen

Industrieseminar“, am 6. November, am Institut für

nitive technische Systeme, die ihre Funktionalität

Bildungsexperten, die aktuelle Situation in Kasachs-

Grundlagen der Elektrotechnik und Elektromagne-

vollkommen individuell auf den jeweiligen Nutzer

tan, Kirgisien und Tadschikistan zu analysieren und

tische Verträglichkeit, hatten gut 200 Entwickler,

abstimmen. Sie orientieren sich an seinen Fähigkei-

Optimierungskonzepte zu erarbeiten. Diese sollen

Konstrukteure und Vertreter des Managements der

ten, Vorlieben, aktuellen Bedürfnissen sowie seiner

im Laufe des dreijährigen EU-Projektes EDUCA

Elektroindustrie die Möglichkeit, vor Ort zu erfah-

emotionalen Befindlichkeit. Dabei sind sie stets ver-

implementiert werden. Ziel ist die Anpassung der

ren, wie sie das wissenschaftliche Know-how sowie

fügbar, kooperativ und vertrauenswürdig und treten

Studienstrukturen an europäische Standards sowie

die Technologien der Universität Magdeburg für ihre

ihrem Nutzer als kompetente und partnerschaftliche

der Aufbau eines Bildungsmanagements.

Unternehmen nutzen können.

Dienstleister gegenüber.

28 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 29


STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG

02

33 EInleitung

35 Fokus Lehre

37 Otto-von-guericke-lehrpreis

39 Mentoring

41 ÜBERSICHT lehre

43 Medizinstudium

45 internationalisierung

47 Studienangebote

49 Studiengänge mit Profil

51 Interdisziplinarität

53 Duales Studium

55 Lehre und Praxis

59 Dorothea-Erxleben-Professur

30 JAHRBUCH 2011 JAHRBUCH 2012 31


STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

EInleitung

Im Fokus: Studienqualität

S

nur die Otto-von-Guericke-Universität vor neue

Herausforderungen. Bei nahezu gleichbleibender

Studierendenzahl brachte das Jahr 2012 der OVGU

einen Rückgang der Studienanfänger um ca. 13 %.

Universitätsweit werden viele Anstrengungen

unternommen, um nicht nur die Anfängerzahlen auf

hohem Niveau zu halten, sondern auch die Quote der

Studierenden zu erhöhen, die mit einem erfolgreichen

Abschluss als Bachelor, Master oder mit

Doktortitel unsere Universität verlassen.

inkende Abiturientenzahlen und zunehmender Um den wachsenden Bedarf an qualifizierten

Fachkräftemangel in Deutschland stellen nicht Mitarbeitern in der Industrie und allen gesellschaftlichen

Bereichen decken zu können, muss es uns

zukünftig gelingen, auch Bewerbern mit anderen

als den klassischen Zugangsvoraussetzungen ein

Hochschulstudium zu ermöglichen. Zur Vorbereitung

auf die sich daraus ergebende wachsende Heterogenität

der Studierendenschaft mit unterschiedlichen

Bildungsbiographien hatten in diesem Jahr erstmals

Lehrende aller Hochschulen Sachsen-Anhalts die

Möglichkeit, an einer Vielzahl von Veranstaltungen

des 1. Hochschuldidaktischen Monats an der OVGU

teilzunehmen. In 19 verschiedenen Kursen war

Gelegenheit, sich u. a. mit aktivierenden Lehrmethoden,

E-Teaching oder dem Umgang mit Heterogenität

in der Lehre zu beschäftigen. Eine anschließende

Bewertung der genutzten Angebote durch die Teilnehmer

zeigte eine überwiegend positive Resonanz.

Im Rahmen des landesweiten Verbundprojektes

HET-LSA wird es auch zukünftig weitere Angebote zu

vielen Themen rund um die Lehre geben.

Wie wird nun aus (fast) jedem Studienanfänger an

der OVGU auch ein erfolgreicher Absolvent unserer

Universität?

Zum individuellen Studienerfolg tragen viele

Faktoren bei:

Eine erfolgreiche Studienberatung zeigt sich vor

allem auch darin, dass jeder Studienanfänger ein

Studium beginnt, das zu ihm passt, bei dem seine

Neigungen, Talente und Fähigkeiten bestmöglichst

genutzt werden. Unsere Mitarbeiter aus der zentralen

Studienberatung und den Fakultäten präsentieren

unsere Studiengänge und den Hochschulstandort

Magdeburg auf regionalen und deutschlandweiten

Bildungsmessen und bei Informationsveranstaltungen

in Schulen – immer mit individueller Beratung –,

bieten aber auch vielfältige Angebote für studieninteressierte

Schüler hier vor Ort an, wie z. B. bei den

Campus Days, dem Schnupperstudium, der Kinder-

Uni, verschiedenen Praktika für Schülerinnen und

Schüler, dem MINT-Praktikum für Abiturientinnen

und Abiturienten, der Herbst-Uni oder Angeboten für

Projekttage. In einer technisch geprägten Universität

wie unserer liegt heute besonderes Augenmerk

auf der Gewinnung von jungen Frauen für bislang

männlich dominierte Studienrichtungen, wie z. B.

E-Technik, Maschinenbau oder Verfahrenstechnik.

Das gelingt besonders dann, wenn sich Studienanfängerinnen

an erfolgreichen Wissenschaftlerinnen

aus diesen Bereichen orientieren können. Ein besonderes

Rollenvorbild ist die diesjährige Dorothea-Erxleben-Professorin

Birgitt Futterer, die für ein Jahr am

Institut für Strömungstechnik und Thermodynamik

u. a. an Strömungsphänomenen in der Schwerelosigkeit

forscht.

Zum optimalen Studienverlauf soll auch das

Mentoring-Programm „Starte, Steige, Springe!“ beitragen.

Während in der Anfangsphase, studentische

Mentoren höherer Semester, die in diesem Jahr erstmals

auch geschult wurden, den Studienanfängern

zur Seite stehen, geben im weiteren Studienverlauf

Lehrende Unterstützung bei der individuellen Gestaltung

des Studienplans und beraten bei auftretenden

Problemen. In der Abschlussphase des Studiums

können dann die Betreuer der Qualifizierungsarbeiten,

mit ihren vielfältigen Kontakten in die Wissenschaftsgemeinschaft

und Industrie, bei der weiteren

Karriereplanung hilfreich zur Seite stehen.

Welche Bedeutung wir einer guten, hoch motivierten

und engagierten Lehre als Faktor für erfolgreiche

Studienabschlüsse beimessen, wird auch durch die

erstmalige Vergabe des Otto-von-Guericke-Lehrpreises

verdeutlicht. Eine in der Mehrzahl studentische

Jury wählte aus mehr als 50, von den Fachschaften

vorgeschlagenen Lehrprojekten, das innovativste

zur Prämierung aus. Die Preisverleihung erfolgte

im Rahmen des Akademischen Festaktes anlässlich

des Geburtstages des Namenspatrons unserer

Universität. Die Resonanz auf die Ausschreibung

des Otto-von-Guericke-Lehrpreises ist nur ein guter

Grund, diese Prämierung in den kommenden Jahren

fortzuführen und zur Tradition werden zu lassen.

Das Jahr 2012 hat eine Reihe von Neuerungen im

Bereich Studium und Lehre gebracht. Mehr dazu

können Sie auch in den folgenden Beiträgen lesen.

Diese und zukünftig geplante Maßnahmen stellen

sich unserem Anspruch, den Studierenden eine qualitativ

hochwertige und aktuelle Lehre und Ausbildung

bieten zu können und so in Zeiten gravierender

demographischer Veränderungen dem Fachkräftemangel

entgegenzuwirken.

Prof. Dr. rer. nat. Franziska Scheffler

Prorektorin für Studium und Lehre

32 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 33


STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

Fokus Lehre

Oben links: Teamfoto fokus: LEHRE, v.l.n.r. Maria Kondratjuk, Annika Rathmann,

Claudia Wendt, Heidrun Rudloff

Oben rechts: Gewinner des Call for Concepts, prämiert auf dem Abschlussworkshop

Links: Flyer des Hochschuldidaktischen Monats im November 2012

fokussiert: die Heterogenität

der Studierenden

Neben den klassischen Abiturienten

als Studienanfänger

werden künftig Berufstätige,

Studienanfänger ohne Abitur

oder aus nichtakademischen

Elternhäusern eine sehr heterogene

Studierendengruppe

bilden.

1. Hochschuldidaktischer Monat und

Call for Concepts

Laut aktuellen demographischen Zahlen werden

sich Studierende künftig in ihren sozialen und

familiären Kontexten, in Alter, Ethnizität, in ihren

Bildungswegen und Kompetenzniveaus stark

voneinander unterscheiden. Wie bereiten wir die

Lehrenden auf diese neue Vielfalt vor?

Seit Sommer 2012 beschreitet die Otto-von-Guericke-Universität

mit dem Projekt fokus: LEHRE

diesbezüglich neue Wege in der Verbesserung

der Qualität der Lehre. Die Aktivitäten des fokus:

LEHRE-Teams setzen konkret bei der Tatsache und

den Herausforderungen einer wachsenden Heterogenität

der Studierendenschaft an:

Im November 2012 bspw. legte das Team von fokus:

LEHRE mit der Konzeption und Organisation des 1.

Hochschuldidaktischen Monats den Grundstein für

regelmäßige hochschuldidaktische Angebote. Im

Rahmen von zwanzig verschiedenen Workshops

wurde ein breites Themenspektrum angeboten:

Vom „Umgang mit heterogenen Lernergruppen“

als Schwerpunktthema der Veranstaltungsreihe,

über Lehrveranstaltungsplanung, Methoden für

Großgruppen und Studierendenmotivation, bis zu

Rhetorik und E-Learning reichte das Angebot, das

zahlreiche Lehrende sowie studentische und wissenschaftliche

Hilfskräfte nutzten.

Aber welchen konkreten Bedarf haben die Lehrenden

der OVGU in Bezug auf ihre hochschuldidaktische

Weiterbildung? fokus: LEHRE betreibt

auch diesbezüglich Hochschulforschung: Ende 2012

wurde die Befragung zum „Weiterbildungsbedarf

im Kontext einer heterogener werdenden Studierendenschaft“

mit großem Rücklauf seitens der

Lehrenden der OVGU abgeschlossen. Die Ergebnisse

fließen nun in die Planung und Entwicklung neuer

hochschuldidaktischer Angebote ein, um diese

adressatenspezifisch ausrichten zu können.

Zudem förderte die OVGU mit dem „Call for

Concepts: Lehre innovativ“ neue und kompetenzorientierte

Lehrkonzepte: Gesucht wurden Konzepte,

welche die studentische Vielfalt in der Lehre in besonderer

Weise berücksichtigten. Insgesamt wurden

drei Mal 5.000 Euro ausgelobt, die dazu dienen sollen,

die Umsetzung dieser Projekte zu unterstützen.

Im Rahmen des großen „fokus: LEHRE Workshops

– Lehre innovativ: Umgang mit Heterogenität“ am

13. Dezember 2012 wurden die Gewinner des Call for

Concepts schließlich prämiert. Im Austausch mit den

Gästen aus Politik und anderen Hochschulen wurde

dieser Tag auch als eine Zukunftswerkstatt für die

Lehre an der OVGU genutzt.

fokus: LEHRE ist ein Teilprojekt der OVGU, das im

Rahmen des Verbundprojektes „HET LSA – Heterogenität

als Qualitätsherausforderung für Studium

und Lehre“ angesiedelt ist. Der Verbund aller

sachsen-anhaltischen Hochschulen widmet sich

dem Ziel, die Hochschulen für neue Zielgruppen

zu öffnen. Die OVGU fungiert als koordinierende

Hochschule in diesem Verbund. Dafür wird hier eine

Professur für „Hochschulforschung und Professionalisierung

der akademischen Lehre“ geschaffen,

die voraussichtlich im Sommer 2013 besetzt wird.

Gefördert wird das Projekt mit einem Umfang von

vier Millionen Euro durch das Bundesministerium

für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des

Qualitätspaktes Lehre.

34 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 35


STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

Otto-von-guericke-lehrpreis

Didaktisch- methodische

Vielfalt in der Lehre

fokussiert: die förderung

innovativer lehrkonzepte

Erstmalige Vergabe des Otto-von-Guericke-

wurden Lehrende oder Lehrteams für den Preis

Unten rechts: Die Gewinner

Nach einer Vorauswahl auf Basis eines Punktesys-

tings, wie Vorträge, OP-Praktika, Patienteninterviews,

Lehrpreises 2012

nominiert. Grundlage für die Nominierungen waren

des erstmalig vergebenen

tems sowie eines diskursiven Verfahrens bestimmte

Fachfahrten und persönliche Patientenbetreuung.

Die Einheit von Forschung und Lehre gilt als wich-

studentische Beurteilungen sowie erläuterndes

Otto-von-Guericke-Lehrpreises

eine Jury – bestehend aus der Prorektorin für Studi-

Lehrinhalte werden nun teils auch durch verschiedene

tigste Säule einer exzellenten Hochschule. Und nur

Material zu den einzelnen Lehrveranstaltungen. Die

auf dem Akademischen Festakt

um und Lehre, vier Studierenden und zwei Universi-

Oberärzte vermittelt – und durch deren unterschiedli-

eine hervorragende Lehre gewährleistet ein hohes

Studierenden beurteilten u. a., ob die Lehrenden die

am 22. November 2012 – PD

tätsmitarbeitern – die Preisträger. Verliehen wurde

che Sichtweise wurde den Studierenden erstmals die

Niveau in Forschung und Wissenschaftstransfer.

Möglichkeit geben, den Lehrstoff auf ganz verschie-

Dr. med. habil. Dörthe Küster

der Lehrpreis auf dem Akademischen Festakt, auf

große Bedeutung der Interdisziplinarität in der Medi-

Beides, Lehre und Forschung, müssen deshalb –

dene Weise zu verinnerlichen, anzuwenden und

(2.v.r.) und Prof. Dr. med. habil.

dem stets auch der Forschungspreis vergeben wird

zin bewusst. Das interdisziplinäre, praxisorientierte

sofern das Humboldtsche Ideal ernst gemeint ist –

weiterzudenken. Beurteilt wurde auch, inwiefern

Christian Vorwerk (3.v.r.) im

– ein klares Zeichen der OVGU für die gleichwertige

Lernen fördert das analytische Denken und selbst-

gleichermaßen gefördert werden. Doch wie sieht es

die Lehrenden verschiedene Formen des Lernens

Beisein von Rektor Prof. Dr.-

Behandlung von Forschung und Lehre.

ständige Handeln, es regt die Studierenden – nach

aus mit der Lehre an der OVGU?

berücksichtigen. Und letztlich war auch entschei-

Ing. Jens Strackeljan (rechts)

Der Lehrpreis ging schließlich an die Mediziner Prof.

eigenen Aussagen – an zum kritischen Hinterfragen

Um die Lehrqualität sichtbar zu machen, lobte das

dend, ob in der Lehre ein sinnvoller Methodenwech-

sowie Prorektorin für Studium

Dr. med. habil. Christian Vorwerk und PD Dr. med. ha-

vorhandener Lehrkonzepte und Abläufe. Insgesamt

Rektorat der OVGU gemeinsam mit dem Studie-

sel erkennbar ist.

und Lehre Prof. Dr. Franziska

bil. Dörthe Küster – für ihr innovatives Lehrkonzept in

verweist dieser neue Ansatz auf die große Rolle der

rendenrat sowie den Fachschaften 2012 erstmalig

Aus allen Fakultäten lagen Nominierungen für den

Scheffler (3.v.l) nebst den zwei

der Medizinerausbildung. Das Ziel der beiden: Theorie

fächerübergreifenden Zusammenarbeit in der medi-

den Otto-von-Guericke-Lehrpreis aus: Unter dem

Lehrpreis vor, insgesamt 50 an der Zahl – alle über-

studentischen Laudatorinnen

und Praxis während des Studiums besser miteinander

zinischen Ausbildung, ebenso auf Kompetenzen wie

Gesichtspunkt der didaktisch-methodischen Vielfalt

aus versiert, kreativ und engagiert.

zu verknüpfen. Ihr Lehrkonzept eint didaktische Set-

Teamgeist, Durchhaltevermögen und Emotionalität.

36 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 37


STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

Mentoring

Mentoring an der Ovgu: Starte! Steige! Springe!

Für den optimalen Einstieg, Verlauf und Abschluss

Die Starte-Phase konzentriert sich zeitlich auf den

Die Steige-Phase des Mentorings nimmt die Studie-

zepts greift all diese Aspekte auf. In unterschiedlich

des Studiums

Studienanfang und richtet sich an Studienanfänger

renden mit ihren spezifischen Belangen im Verlauf

ausgerichteten Programmen werden Absolventen

Mentoring an der OVGU – das bedeutet die indivi-

aller Fachrichtungen. Die Ziele dieser Phase:

ihres Studiums in den Blick. Professoren oder

diversifiziert und fachspezifisch Karrierechancen

duelle Beratung und Begleitung von Studierenden

Dozenten reflektieren in Kenntnis des aktuellen

eröffnet.

durch Studierende sowie durch Professoren, die

• Studienanfängern den Einstieg zu erleichtern

Leistungsstands gemeinsam mit den Studierenden

schließlich auch einmal studiert haben und die

• Studierende beim erfolgreichen Verlauf zu

deren persönliche Studiensituation. Erfahrungsge-

Zum Studienstart im Wintersemester 2012/13 be-

Sorgen der Studierenden somit gut kennen. Das Ziel

unterstützen

mäß stellt sich in dieser Phase des Studiums heraus,

gleiteten rund 300 Studierende – Mentorinnen und

des Mentorings: Die Qualität von Studium und Lehre

• die Studierendenzufriedenheit zu erhöhen

ob ein erfolgreicher Abschluss gelingt. Hier eine

Mentoren aller Fakultäten – 3.550 Erstsemester!

zu verbessern, den Studienerfolg zu sichern und das

persönliche Beratung und Unterstützung zu etablie-

Da gute Begleitung und Beratung gelernt sein will,

Identifikationspotential mit der OVGU zu stärken.

Im Rahmen dieser Phase erfolgt ein Peer-Mentoring,

ren, wird zu einer Verringerung der Abbrecherquote

fand im September 2012 erstmalig eine Schulung der

Kurzum: Mentoring dient der Unterstützung der Stu-

das der Autonomie und den Besonderheiten der

führen.

gut 300 Mentoren statt. Diese umfasste Workshops

dierenden während des Studienstarts, während der

Fakultäten Rechnung trägt: Format, Methoden und

zur Kommunikation, Beratung und gruppendynami-

Qualifikationsphase sowie der Karriereförderung von

Inhalte verantworten dabei – im Sinne eines parti-

Ob sich ein Absolvent auf die eigene Unternehmens-

schen Prozessen. Außerdem erläuterte der Rektor

Nachwuchskräften.

zipativen Ansatzes – die Fachschaften. Ein Gremium

gründung vorbereiten will, eine wissenschaftliche

Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan in einer Vorlesung

Für all diese Aspekte wurde an der OVGU ein

aus Fachschaftsvertretern, dem UniMentor e. V.

Karriere anstrebt oder an der individuellen Ver-

noch einmal detailliert die OVGU – die Universitäts-

Mentoring-Konzept entwickelt, das sich am studen-

sowie der Programmkoordination überwacht dabei

mittlung eines attraktiven Arbeitsplatzes über die

struktur, Entscheidungsgremien und Prozessabläufe.

tischen Lebenszyklus orientiert und in eine soge-

die Umsetzung und Qualitätssicherung.

Vernetzung der Professoren in die Wirtschaft inter-

nannte Starte-, Steige- und Springe-Phase gliedert.

essiert ist – die Springe-Phase des Mentoring-Kon-

38 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 39


STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

ÜBERSICHT lehre

Institut für Mechanik (IFME)

Institut für Maschinenkonstruktion

(IMK)

Institut für Fertigungstechnik

und Qualitätssicherung (IFQ)

Institut für Arbeitswissenschaft,

Fabrikautomatisierung

und Fabrik betrieb (IAF)

Institut für Logistik und

Materialflusstechnik (ILM)

Institut für Mobile Systeme

(IMS)

Institut für Werkstoff- und

Fügetechnik (IWF)

Institut für Verfahrenstechnik

(IVT)

Institut für Apparate und

Umwelttechnik (IAUT)

Institut für Strömungstechnik

und Thermodynamik (ISUT)

Institut für Chemie (ICH)

Institut für Automatisierungstechnik

(IFAT)

Institut für Elektronik,

Signalverarbeitung und

Kommunikationstechnik

(IESK)

Institut für Elektrische

Energiesysteme (IESY)

Institut für Grundlagen der

Elektrotechnik und Elektromagnetische

Verträglichkeit

(IGET)

Institut für Mikro- und

Sensorsyteme (IMOS)

Institut für Technische und

Betriebliche Informationssysteme

(ITI)

Institut für Verteilte Systeme

(IVS)

Institut für Simulation und

Graphik (ISG)

Institut für Wissens- und

Sprachverarbeitung (IWS)

Institut für Algebra und

Geometrie (IAG)

Institut für Analysis und

Numerik (IAN)

Institut für Mathematische

Optimierung (IMO)

Institut für Mathematische

Stochastik (IMST)

Institut für Experimen telle

Physik (IEP)

Institut für Theoretische

Physik (ITP)

Institut für Psychologie II

(IFP)

Institut für Biologie (IBIO)

Betriebswirtschaftslehre

Unternehmensrechnung und

Controlling

Internationales Management

Betriebswirtschaftliche

Steuerlehre

Finanzierung und Banken

Unternehmensführung und

Organisation

Produktion und Logistik

Marketing

Management Science

Unternehmensrechnung/

Accounting

E-Business

Entrepreneurship

Empirische Wirtschaftsforschung

Economics of Business and

Law

Innovations- und Finanzmanagement

International Human

Resource Management

(Juniorprofessur)

International Business

(Juniorprofessur)

Consumer Behavior

(Juniorprofessur)

Operations Management

(Juniorprofessur)

Volkswirtschaftslehre

Finanzwissenschaft

Wirtschaftstheorie

Wirtschaftspolitik

Internationale Wirtschaft

Monetäre Ökonomie und

öffentlich-rechtliche Finanzwirtschaft

Makroökonomik

(Juniorprofessur)

Recht

Lehrstuhl für Bürgerliches

Recht, Handels- und

Wirtschaftsrecht

Institut für Berufs- und

Betriebspädagogik (IBBP)

Institut für Erziehungswissenschaft

(IEW)

Institut für Sportwissenschaft

(ISPW)

Institut für Fremdsprachliche

Philologien (IFPH)

Institut für Germanistik

(IGER)

Institut für Geschichte

(IGES)

Institut für Philosophie

(IPHI)

Institut für Politikwissenschaft

(IPW)

Institut für Psychologie I

(IPSY)

Institut für Soziologie (ISOZ)

Institute

Institut für Anatomie

Institut für Physiologie

Institut für Medizinische

Psychologie

Zentrum für Biochemie und

Molekularbiologie

Institut für Biochemie und

Zellbiologie

Institut für Neurobiochemie

Institut für Molekularbiologie

und Medizinische

Chemie

Institut für Pharmakologie

und Toxikologie

Institut für Klinische Pharmakologie

Institut für Sozialmedizin

und Gesundheitsökonomie

Institut für Biometrie und

Medizinische Informatik

Institut für Klinische Chemie

und Pathobiochemie

Zentrum für Patholo gie und

Rechtsmedizin

Institut für Pathologie

Institut für Neuropathologie

Rechtsmedizin

Institut für Medizinische

Mikrobiologie

Institut für Molekulare und

Klinische Immunologie

Institut für Transfusionsmedizin

und Immunhämatologie

mit Blutbank

Institut für Humangenetik

Kliniken

Universitätsklinik für

Allgemein-, Viszeral- und

Gefäßchirurgie

Universitätsklinik für Unfallchirurgie

Universitätsklinik für

Plastische, Ästhetische und

Handchirurgie

Universitätsklinik für Herzund

Thoraxchirurgie

Universitätsklinik für Neurochirurgie

Orthopädische Universitätsklinik

Universitätsaugenklinik

Universitätsklinik für Urologie

und Kinderurologie

Universitätsklinik für Hals-,

Nasen- und Ohrenheilkunde

Universitätsklinik für Mund-,

Kiefer- und Gesichtschirurgie

Universitätsfrauenklinik

Universitätsklinik für

Reproduktionsmedizin und

Gynäkologische Endokrinologie

Zentrum für Innere Medizin

Universitätsklinik für

Kardiologie, Angiologie und

Pneumologie

Universitätsklinik für Gastroenterologie,

Hepatologie

und Infektiologie

Universitätsklinik für Nieren-

und Hochdruckkrankheiten,

Diabetologie und

Endokrinologie

Universitätsklinik für

Neurologie

Institut für Kognitive Neurologie

und Demenzforschung

Universitätsklinik für Stereotaktische

Neurochirurgie

Universitätsklinik für Psychiatrie

und Psychotherapie

Universitätsklinik für Psychosomatische

Medizin und

Psychotherapie

Klinik für Kinder- und

Jugendpsychiatrie

Zentrum für Radiologie

Universitätsklinik für Radiologie

und Nuklearmedizin

Institut für Neuroradiologie

Universitätsklinik für Strahlentherapie

Universitätsklinik für Anästhesiologie

und Intensivtherapie

Institut für Allgemeinmedizin

Lehrbereich Geschichte,

Ethik und Theorie der

Medizin

Universitätsklinik für Hämatologie

und Onkologie

Institut für Experimentelle

Innere Medizin

Bereich Arbeitsmedizin

Universitätskinderklinik

Universitätsklinik für Dermatologie

und Venerologie

40 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 41


STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

Medizinstudium

Oben: Warten auf den Beginn

des Tests im Sonnenschein

Unten: die Anmeldung

zum Test

Neue Wege zum

Medizinstudium

Der Auswahltest fand in elf

Hörsälen der OVGU und auf

dem Campus der Medizinischen

Fakultät statt.

sachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg,

Bayern und Berlin. Rund 400 Bewerber folgten der

Einladung.

Mehr als 50 Hochschullehrer, Ärzte, Fakultätsmitarbeiter

und studentische Hilfskräfte stellten einen

reibungslosen Ablauf des Tests in elf verschiede-

Mit hervorragenden Kenntnissen in den Fächern

nen Hörsälen auf dem Universitäts-Campus und

Mathematik, Physik, Chemie und Biologie konn-

dem Campus der Medizinischen Fakultät sicher.

Abiturnote erstmalig ergänzt durch naturwissen-

ten die Teilnehmer an dem schriftlichen Test ihre

Vorausgegangen war eine intensive Vorbereitung

schaftlichen Test

Chance auf einen Studienplatz zum Wintersemester

und Koordination des Auswahlverfahrens durch die

Am 14. August 2012 fand in Magdeburg erstmals ein

2012/13 deutlich verbessern. So erreichten 63 Pro-

Mitarbeiterinnen des Studiendekanats. Unterstützt

naturwissenschaftlicher Auswahltest für Medizin-

zent von ihnen in der aussichtsreichen Spitzengrup-

wurden sie dabei von den Hamburger Kollegen, die

bewerber statt. Eingeladen waren vorausgewählte

pe ihren Rangplatz im Zulassungsverfahren erst

den HAM-NAT-Auswahltest schon seit einigen Jah-

Bewerber mit den besten Abiturnoten, die sich

durch die Verbindung ihrer Abiturnote mit einem

ren einsetzen. Die Testfragen wurden durch unsere

mit erster Präferenz in Magdeburg als Studienort

guten Testergebnis. Die mittelfristigen Auswirkun-

Fachvertreter der Biologie, Physik und Chemie und

beworben hatten. Circa ein Viertel der Ausgewähl-

gen des neuen Auswahlverfahrens auf den Studie-

durch Hamburger Kollegen erarbeitet.

ten kam aus Sachsen-Anhalt, gefolgt von Nieder-

nerfolg werden noch genauer beobachtet.

42

JAHRBUCH 2012

JAHRBUCH 2012 43


STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

internationalisierung

Doppeldiplom

Podwójny Degree

Doppeldiplom-Programm gemeinsam mit der TU

Wrocław – zehn Jahre Erfahrung

Die wirtschaftliche Entwicklung spielt eine wichtige

Rolle für die gesamte Europäische Union. Daher

erfordert die Elektrotechnik als wichtiger Wirtschaftsbereich

in einer Zeit der Globalisierung gut

ausgebildetes Fachpersonal, welches auf die beruflichen

Herausforderungen im zunehmend internationalen

Umfeld vorbereitet ist.

Die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik

der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

engagiert sich seit mehreren Jahren in der

Ausweitung seiner attraktiven Lehrangebote nicht

nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler

Ebene und unterstützt somit die Ausbildung

hoch qualifizierter Ingenieure. Mit der Einführung

des Doppeldiplom-Programms gemeinsam mit der

Technischen Universität Wrocław (TUW) im Jahr

2002 wurde die OVGU zum Vorreiter im Bereich der

Umsetzung des Bologna-Prozesses. Initiatoren des

Doppeldiplom-Projektes waren Prof. Janusz Szafran,

Prof. Waldemar Rebizant und Dr. Kazimierz Herlender

von der TUW auf der polnischen Seite sowie

Prof. Zbigniew A. Styczynski und Prof. Klaus-Erich

Pollmann von der OVGU, gemeinsam mit Dr. Bernd

Michael Buchholz und Dr. Olaf Ruhle von der Firma

Siemens AG auf der deutschen Seite.

Im Rahmen dieses Ausbildungsprogramms haben

bis Ende 2011 29 Studierende ihre Masterdiplome

sowohl von der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg

als auch von der Technischen Universität

Wroclaw erhalten. Hierfür haben die Studierenden

der Elektrotechnik und Informationstechnik die ersten

sechs Semester an der TUW in polnischer Sprache

und anschließend vier Semester an der OVGU

in der deutschen Sprache absolviert und in dieser

Zeit ihre Abschlussarbeiten in beiden Sprachen

vorbereitet. Aus dieser Gruppe promovierten sieben

Doppeldiplomanden und sind in unterschiedlichen

Positionen außerhalb Polens tätig (Siemens AG,

Fraunhofer Gesellschaft, 50 Hertz Transmission

GmbH, Energinet.dk).

Ab 2011 wurde diese erfolgreiche Initiative in ein

englischsprachiges Master-Doppeldiplom-Programm

durch die Partneruniversitäten überführt. Am 3.

September 2012 fand an der OVGU die erste Verteidigung

der Masterarbeiten im Rahmen des neuen

Doppeldiploms mit der Technischen Universität

Aushändigung der Doppeldiplome

an der TU Wrocław

Ende September 2012: (v.l.n.r.)

Dekan Prof. Waldemar Rebizant,

M.Sc. Mateusz Cygan,

M.Sc. Xiubei Ge, Dekan Prof.

Andreas Lindemann, Prodekan

Dr. Tomasz Sikorski

Wrocław statt. Die Umstellung des Doppeldiplom-

Programms ist mit der Umsetzung des Bologna-Prozesses

an beiden Partner-Universitäten verbunden.

In diesem Jahr haben drei Masterstudenten – Frau

Yang Wang, Frau Xiubei Ge und Herr Mateusz Cygan

aus Wrocław – zwei Semester in Magdeburg absolviert

und ihre Masterarbeit erfolgreich verfasst und

verteidigt. Im Rahmen des neuen Programms wird

nur eine Masterarbeit auf Englisch verfasst. Die

Verteidigung findet in Magdeburg statt, während

die Aushändigung der beiden Diplome an der TU

Wrocław im Rahmen der Eröffnung des akademischen

Jahres durchgeführt wird.

Die positiven Kooperationserfahrungen im Rahmen

des Doppeldiplom-Programms mit der TUW im

Bereich der Lehre haben dazu geführt, dass diese

erfolgreich getestete Initiative um einen weiteren

Doppeldiplom-Kooperationsvertrag mit der Nationalen

Research Irkutsk State Technical University

(NRISTU) 2012 erweitert wurde. Die NRISTU gehört

mit 22.000 Studierenden zu den 29 Forschungsuniversitäten

Russlands, die eng mit der Russischen

Akademie der Wissenschaften zusammenarbeitet.

Die OVGU kooperiert seit mehr als zehn Jahren mit

der NRISTU. Seit 2010 bearbeitet die OVGU zusammen

mit der NRISTU das von der Russischen Föderation

finanzierte Leuchtturmprojekt „Baikal“, in

dessen Rahmen eine Forschergruppe zum aktuellen

Thema Intelligente Netze/Smart Grids an der NRIS-

TU etabliert wurde. Aufbauend auf einem im Jahr

2007 geschlossenen Kooperationsvertrag zwischen

den Universitäten ist nun eine Vereinbarung unterzeichnet,

die die gegenseitige Anerkennung von

Studienleistungen zwischen den beiden Hochschulen

regelt. Sie ermöglicht es den Studierenden, bei

einem englischsprachigen Studium an beiden Orten

die Abschlüsse beider Universitäten zu erhalten.

44 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 45


STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

Studienangebote

Anglistische Kulturwissenschaft

M.A.

Lehramt an Berufsbildenden Schulen

M.Ed.

Berufsbildung

B.Sc.

Lehramt an Gymnasien

M.Ed.

Betriebliche Berufsbildung und Berufsbildungsmanagement

M.Sc.

Lehramt an Sekundarschulen

M.Ed.

Betriebswirtschaftslehre

B.Sc.

Lehramt an Sekundarschulen und Gymnasien

B.Sc.

Betriebswirtschaftslehre /Business Economics

M.Sc.

Management

M.Sc.

Bildungswissenschaft

B.A./M.A.

Maschinenbau

B.Sc./M.Sc.

Studienrichtungen im Master:

Mathematik

B.Sc./M.Sc.

• Bildungssystemdesign

Mechatronik

B.Sc./M.Sc.

• Cultural Engineering

Medical Systems Engineering

M.Sc.

• Internationale und Interkulturelle Bildungsforschung

Medienbildung – Visuelle Kultur und Kommunikation

B.A./M.A.

• Integrative und Inklusive Bildung

Medizin

Staats examen

Biosystemtechnik

B.Sc./M.Sc.

Molekulare und Strukturelle Produktgestaltung

B.Sc./M.Sc.

Chemical and Energy Engineering

M.Sc.

Nachhaltige Energiesysteme

M.Sc.

Computervisualistik

B.Sc./M.Sc.

Performance Analysis of Sport

M.Sc.

Cultural Engineering

M.A.

Philosophie – Neurowissenschaften – Kognition

B.A./M.A.

Data & Knowledge Engineering

M.Sc.

Physik

B.Sc./M.Sc.

Digital Engineering

M.Sc.

Psychologie

B.Sc./M.Sc.

Electrical Engineering and Information Technology

M.Sc.

Quality, Safety and Environment

M.Sc.

Elektrische Engergiesysteme – Regenerative Energien

M.Sc.

Sicherheit und Gefahrenabwehr

B.Sc./M.Sc.

Elektrotechnik und Informationstechnik

B.Sc./M.Sc.

Sozialwissenschaften

B.A./M.A.

Europäische Kulturgeschichte

M.A.

Sport und Technik

B.Sc./M.Sc.

European Studies

B.A./M.A.

Sportwissenschaft

B.A./M.A.

Friedens- und Konfilktforschung

M.A.

Statistik

M.Sc.

Germanistik: Kultur, Transfer und Intermedialität

M.A.

Systemtechnik und Technische Kybernetik

B.Sc./M.Sc.

Informatik

B.Sc./M.Sc.

Umwelt- und Energieprozesstechnik

B.Sc./M.Sc.

Ingenieurinformatik

B.Sc./M.Sc.

Verfahrenstechnik

B.Sc./M.Sc.

Integrated Design Engineering

M.Sc.

Volkswirtschaftslehre

B.Sc.

Integrative Neuroscience

M.Sc.

Volkswirtschaftslehre – Int. Economics and Policy Consulting

M.Sc.

International Business and Economics

B.Sc.

Wirtschaftsinformatik

B.Sc./M.Sc.

International Economics and Finance

M.Sc.

Wirtschaftsingenieur Logistik

B.Sc./M.Sc.

Internationales Management

B.Sc.

Wirtschaftsingenieur Maschinenbau

B.Sc./M.Sc.

International Vocational Education

M.Sc.

Wirtschaftsingenieurwesen für

Kulturwissenschaft, Wissensmanagement, Logistik:

Elektrotechnik und Informationstechnik

B.Sc./M.Sc.

Cultural Engineering

B.A.

Wirtschaftsingenieurwesen für

Kulturwissenschaften

B.A.

Verfahrens- und Energietechnik

B.Sc./M.Sc.

46 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 47


STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

Studiengänge mit Profil

starke forschung macht starke lehre

Integrative Neuroscience / M. Sc.

Biosystemtechnik / M. Sc.

Profilstudium im Bachelorstudiengang Informatik

Medical Systems Engineering / M. Sc.

Neue neurowissenschaftliche Erkenntnisse und die

Biologische Phänomene können heute mittels sehr

Studenten im Bachelorstudiengang Informatik ha-

Im 21. Jahrhundert wandeln sich die in klassische

Entwicklung neuer Forschungsmethoden erlauben

leistungsfähiger Assays der Molekularbiologie,

ben die Möglichkeit der Spezialisierung, durch die

Zweige eingeteilten Wissenschaften immer mehr

eine immer detailliertere Erforschung der Funkti-

Genetik und Bioinformatik detailliert untersucht

sie auf einen bestimmten Karriereweg vorbereitet

zu symbiotisch agierenden interdisziplinären

onsweise des Gehirns, insbesondere beim Lernen

werden. Die Analyse immer umfangreicherer Daten-

werden oder frühzeitig einen Forschungsschwer-

Forschungsgebieten. Medizinische Systeme als

und der Gedächtnisbildung. Nur durch die detaillier-

mengen und die Komplexität der betrachteten Sys-

punkt der Fakultät kennenlernen können:

wichtiger Faktor des Gesundheitsmarktes sind ein

te Kenntnis der zugrunde liegenden physiologischen,

teme erfordern jedoch neue Herangehensweisen:

1. Web-Gründer: Der Markt für Internet-Dienst-

Paradebeispiel für diese Entwicklung. Aus dem

molekularen und (epi-)genetischen Mechanismen

Die Nutzung system- und ingenieurwissenschaftli-

leistungen und mobile Apps wächst sehr schnell.

Zusammenschluss ingenieurwissenschaftlicher

wird es möglich sein, Krankheitsursachen aufzu-

cher Werkzeuge, insbesondere die mathematische

Das Studienprofil Web-Gründer bietet gründungs-

und naturwissenschaftlicher Fachrichtungen mit

klären und neue, individuell maßgeschneiderte

Modellierung, ermöglichen ein besseres Verständnis

interessierten Studenten, die diese Gelegenheit

der Medizin entstehen neuartige Diagnose- und

präventive und therapeutische Therapiekonzepte

zellulärer Grundvorgänge, z. B. bei der Regulation

wahrnehmen möchten, die passenden Module über

Therapielösungen.

zu entwickeln. Verbunden mit diesen Fortschritten

von Stoffwechselwegen. Die mit Methoden der

Business, Innovation und Wirtschaftsinformatik.

Die OVGU hat diese Entwicklungen frühzeitig

verschieben sich auch die Anforderungen an die

Systembiologie gewonnenen Erkenntnisse eröffnen

2. Computer Games: Deutschland entwickelt sich

erkannt und den interdisziplinären Studiengang

Ausbildung von Neurobiologen bzw. Neurowissen-

neue Möglichkeiten in der modernen Medizin sowie

gerade zu einem führenden Produktionsstandort für

„Medical Systems Engineering“ aufgebaut, wel-

schaftlern. Künftig wird die Integration von Bio-,

der biotechnologischen Produktion. Die rasch an-

Computerspiele. Dieses Studienprofil richtet sich

cher im wissenschaftlichen Umfeld des vom BMBF

Ingenieur- und Systemwissenschaften und damit

steigende Zahl von Forschungs- und Entwicklungs-

an Studenten, die sich für eine Karriere in dieser

langfristig finanzierten Magdeburger Forschungs-

verbunden eine stark interdisziplinäre Arbeitswei-

projekten geht einher mit einem steigenden Bedarf

Branche interessieren.

campus STIMULATE – einer Partnerschaft zwischen

se zunehmend gefordert sein. Das Masterstudium

an hoch qualifiziertem Personal, das die Kenntnisse

3. ForensikDesign@Informatik: Hier lernen Stu-

der Universität und SIEMENS Healthcare – agiert.

Integrative Neuroscience führt molekulare und

der Biologie, der System- und der Ingenieurwis-

dierende, wie Informationstechnologie zur Verbre-

Dieses sichert den Zugriff auf renommierte Wissen-

systemische Forschungsansätze zusammen und

senschaften effektiv verknüpft. Der Studiengang

chensbekämpfung eingesetzt wird. Hierzu gehören

schaftler als Lehrer sowie auf bestens ausgestattete

macht die Ergebnisse sowohl für grundlegende als

Biosystemtechnik ermöglicht Studierenden, den

sowohl die Computersicherheit als auch die Analyse

Labore mit eigenen CT- und MRT-Geräten. Durch

auch für angewandte Forschung nutzbar. Der inter-

Anforderungen an die interdisziplinäre Herange-

von Fingerabdrücken an einem Tatort.

Englisch als Unterrichtssprache sowie ERASMUS-

nationale englischsprachige Studiengang richtet

hensweise gerecht zu werden. Eine Besonderheit im

4. Lernende Systeme/Biocomputing: Dieses inter-

Kooperationen mit den renommierten Universitäten

sich an Biologen, Biochemiker, Biosystemtechniker,

Vergleich zu anderen systembiologisch ausgerich-

disziplinäre Profil ermöglicht Studierenden, selbst-

in Edinburgh/Schottland sowie Krakau/Polen wird

Chemiker, Physiker, Psychologen, Informatiker, Elek-

teten Studiengängen ist der hohe Anteil ingenieur-

ständig lernende Systeme – beispielsweise der

den Studierenden darüber hinaus ein Höchstmaß an

trotechniker sowie Human- und Veterinärmediziner

wissenschaftlicher und systemtheoretischer Fächer.

Fahrerassistent im Auto – zu entwickeln. Neben der

Internationalität geboten.

aus Deutschland und dem Ausland.

Absolventen dieses Studiengangs finden europaweit

Informatik spielen hier die Neurowissenschaften

Positionen in Forschung und Industrie.

und die Psychologie eine wichtige Rolle.

48 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 49


STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

Interdisziplinarität

der Masterstudiengang Nachhaltige

Energiesysteme

Magdeburgs. Themen für ihre Masterarbeit finden

die Studierenden sowohl in den Forschungsgruppen

der Fakultäten als auch bei regionalen und überregionalen

Unternehmen sowie Institutionen, die

schon jetzt ein großes Interesse an unseren zukünftigen

Absolventen zeigen.

Arbeitsmöglichkeiten für die Absolventen ergeben

sich in allen Branchen der Industrie und in der Forschung.

Sie sind u. a. verantwortlich für die intelligente

und effiziente Gestaltung und Weiterentwicklung

energietechnischer Prozesse oder fungieren als

Berater für Energiesysteme und -anlagen. Weitere

Aufgabenfelder liegen im Produktmanagement, im

Vertrieb von nachhaltigen Energiesystemen oder im

selbstständigen Unternehmertum im Bereich der

Energietechnik – um nur einige Karrierechancen zu

nennen. Damit werden erstmals in Sachsen-Anhalt

Spezialisten für alle Bereiche der nachhaltigen

Energiebereitstellung ausgebildet.

Studienziel

Der Studiengang vermittelt ein breites, integratives

und interdisziplinäres Wissen im Bereich

der nachhaltigen Energietechnik aus den Fachgebieten

der Verfahrens- und Elektrotechnik,

des Maschinenbaus, der Material-, Natur- und

Umweltwissenschaften.

Spätere Berufsfelder

Forscher, Entwickler, Berater und Unternehmer

im Bereich Energietechnik, nachhaltige und

regenerative Energietechnologien

Voraussetzungen

Grundkenntnisse in Mathematik, Elektrotechnik,

Chemie/Werkstofftechnik und Thermodynamik;

Spaß an Ingenieur- und Naturwissenschaften,

Interesse an energietechnischen Fragestellungen

und interdisziplinärem Arbeiten; ein

abgeschlossenes Bachelorstudium

Ein sehr zukunftsweisendes Studium

Zum Wintersemester 2011/12 haben sich an der Ottovon-Guericke-Universität

die ersten 26 Masterstudenten

in den Studiengang Nachhaltige Energiesysteme

eingeschrieben. Der 3-semestrige, konsekutive

Studiengang ist ein Angebot an Bachelorabsolventen

von natur- bzw. ingenieurwissenschaftlichen

Studienrichtungen, die sich forschungsorientiert

mit den verschiedenen Aspekten der nachhaltigen

Energiewandlung und -speicherung auf Basis

nachwachsender Rohstoffe und unter Nutzung von

ressourcen- und umweltschonenden Technologien

beschäftigen möchten. Der Studiengang ist interdisziplinär

ausgerichtet und wird gemeinsam von

der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik und

der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik

der Universität Magdeburg getragen. Mehr

als die Hälfte der Studierenden kommt mit dem

Zeugnis einer anderen Hochschule, um an der OVGU

Nachhaltige Energiesysteme zu studieren. Dabei

besteht im Rahmen eines sogenannten Brückensemesters

die Möglichkeit der Belegung ausgewählter

Anpassungsmodule, sowohl für Absolventen von

6-semestrigen Bachelorstudiengängen als auch für

Studierende, denen bestimmte ingenieurtechnische

oder naturwissenschaftliche Grundmodule fehlen.

Im Pflichtbereich wird ein Überblick über das

gesamte Gebiet der nachhaltigen Energiesysteme

vermittelt und durch ökonomische, gesellschaftliche

und ethische Aspekte der Thematik im Rahmen

einer Ringvorlesung ergänzt. Für Spezialisierung

und Masterarbeit kann einer von vier Bereichen

der Energiewandlung und -speicherung gewählt

werden.

Mit dem Wintersemester 2012/2013 haben die

ersten Studierenden des neuen Studiengangs die

Arbeiten an ihrem Masterprojekt begonnen. Dabei

reicht die Themenvielfalt von Untersuchungen zum

Strömungsverhalten in Windkraftanlagen über eine

hocheffiziente Kombination von Solarthermie- und

Wärmepumpenanlagen bis zur Entwicklung eines

Masterplans für eine Gemeinde in der Umgebung

50 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 51


STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

Duales Studium

Das Studium mit betrieblicher Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker

bei der IFA ROTORION war für mich die beste

Lösung einer beruflichen Qualifizierung. Nach vier Semestern

sind die Vorteile, die mir die IFA bietet, gegenüber einem

normalen Studium, gravierend. Die Kombination von Theorie

UND Praxis in der Ausbildung garantiert mir ein optimales

Verständnis für technische Schwerpunkte während des

Studiums. Der Einblick in die verschiedenen Berufsfelder

ermöglicht Berufserfahrungen für die Wahl des Masterstudiengangs.

AuSSERDEM BIETET MIR DIE IFA eine finanzielle

Sicherheit, ohne die für mich ein Studium unmöglich wäre.

Philipp Duwanoff, dualer Student Maschinenbau, 5. Semester

bei der IFA ROTORION-Holding GmbH

Duale Studiengänge an der ovgu

Maschinenbau (MB)

Mechatronik (MB und EIT)

Ingenieurinformatik (INF)

Informatik (INF)

Wirtschaftsinformatik (INF)

Computervisualistik (INF)

Elektrotechnik und Informationstechnik (EIT)

Verfahrenstechnik (VST)

Umwelt- und Energieprozesstechnik (VST)

Molekulare und Strukturelle Produktgestaltung (VST)

Berufsbildung (HW)

Zum dualen Studium hat mich die Aussicht auf mehr Praxis bewegt. Ich kann neben der

akademischen Ausbildung wichtige Arbeitserfahrungen sammeln und zusätzlich meine

eigene Stressresistenz und Organisation prüfen.

Nils Beck, Mechatronik (3. Semester), Magdeburger Verkehrsbetriebe GmbH

Durch eine erfolgreiche Teilnahme am Jugend-forscht-Wettbewerb kam ich zum dualen

Studium. Ich wurde vom Unternehmen zu einem Praktikum eingeladen, an dessen Ende die

Entscheidung für das duale Studium an der OVGU feststand. Der Unterschied zum Direktstudium

ist die Praxisnähe. Ich kann verstehen, wie es in einem echten Unternehmen vor sich geht und

wie man dort mit Teamarbeit umgeht, um komplexere Probleme zu lösen. Dies bietet kaum ein

anderes Studiensystem ab dem 1. Semester.

Sebastian Heerwald, Informatik (1. Semester), Dornheim Medical Images GmbH

Die Vorzüge des dualen Studiums liegen klar in den Bereichen Praxisnähe und finanzielle

Unabhängigkeit. Des Weiteren ist es ein ausgesprochener Vorteil, während seines Studiums

einen IHK-Abschluss abzulegen. Nachteil ist eventuell die längere Studiendauer, die jedoch durch

die relative Sicherheit vom Ausbildungsunternehmen übernommen zu werden, kompensiert wird.

Paul Müller, Wirtschaftsingenieur Logistik (3. Semester), IFA ROTORION – Holding GmbH

Ich habe mich für ein duales Studium entschieden, da es mir mehrere Möglichkeiten bietet.

Ich kann an einer der besten Universitäten studieren. Hier wird mir auf sehr hohem Niveau

der Lernstoff vermittelt. Andererseits kann ich dieses Wissen sinnvoll in meinem Betrieb anwenden

und vertiefen. Natürlich spielt die Vergütung auch eine Rolle. Außerdem besteht eine relativ

große Sicherheit, nach dem vollendeten Studium von dem Betrieb übernommen zu werden.

Kim Sarah Werner, Molekulare und Strukturelle Produktgestaltung (1. Semester), Sodawerk

Staßfurt GmbH & Co. KG

„Ich mach' beides.“

Duale Studiengänge an der OVGU

der Universität Magdeburg entschieden – und damit

Die Universität Magdeburg bietet als einzige

die Attraktivität des Modells bestätigt. Das Interesse

Universität im Land Sachsen-Anhalt duale Studiengänge

an. Diese haben sich seit 2006 zu einem dium steigt. Zum Wintersemester 2012/2013 wurden

der Unternehmen und Schüler an einem dualen Stu-

festen Bestandteil des Studienangebotes etabliert. 33 junge Menschen in ein duales Studium immatrikuliert

und 14 neue Kooperationen mit Unterneh-

Das Modell der OVGU vereint ein ingenieurwissenschaftliches

Bachelorstudium mit einer technischen men geschlossen. Viele der Partnerunternehmen

Berufsausbildung im Unternehmen.

sind regional ansässig. Sie nutzen das Modell zur

langfristigen Personalsicherung. Aktuell wird auch

Das theoretisch fundierte und aktuelle Wissen aus in der IT-Branche verstärkt Nachwuchs gesucht, sodass

in den letzten zwei Jahren viele Kooperationen

der OVGU und die praktischen Kenntnisse aus der

Tätigkeit im Unternehmen qualifizieren die Absolventen

der dualen Studiengänge auf hervorragende Die OVGU kooperiert bei der Umsetzung der dualen

mit IT-Unternehmen unterzeichnet wurden.

Weise für das Berufsleben.

Studiengänge eng mit der Industrie- und Handelskammer

und der Handwerkskammer Magdeburg.

Über 70 Unternehmen und circa 200 junge Menschen

haben sich bisher für ein duales Studium an

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STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

Lehre und Praxis

die coolsten sequenzen aus der ovgu

film ab!

Das unieigene Kurzfilmfestival „Video-Expo“ –

Mediale Artikulationen und Praxisorientierung

mit Tradition

Auf dem OVGU-Kurzfilmfestival werden alljährlich

die besten acht Filme gezeigt, die im Rahmen der

Vorlesung „Einführung in die Allgemeine Pädagogik“

von Prof. Dr. Winfried Marotzki entstanden sind.

Die Video-Expo wurde im Zuge der Entwicklung des

Studiengangs „Computervisualistik“ der Fakultät für

Informatik ins Leben gerufen. Es musste ein Angebot

entwickelt werden, wie die Studierenden den

Pädagogikteil ihres Studiums mit einer anspruchsvollen

Art der Leistungserbringung abschließen

können. Die Idee, die entwickelt wurde, bestand

darin, dass Studierende der Computervisualistik

später häufig professionell mit Bildern und mit

bewegten Bildern arbeiten werden. Das heißt, sie

müssen früh lernen, Sachverhalte audiovisuell zu

artikulieren und Sachverhalte in Bild- und Filmsprachen

zu übersetzen. So entstand das Konzept,

das bis heute trägt: In der Vorlesung „Einführung

in die Allgemeine Pädagogik“ werden die Studierenden

theoretisch mit dem Themenspektrum des

Faches vertraut gemacht. Sie können sich dann ein

Gebiet bzw. ein Thema aussuchen und dazu einen

circa 10-minütigen Film erstellen. Das Entscheidende:

Es soll kein Dokumentarfilm sein, sondern ein

Film, der eine Handlung, eine Narration, aufweist.

Lerntheoretisch steht die Annahme dahinter, dass

die Transformation in Geschichten das Lernen

effektiviert. Theoretisch anspruchsvoll formuliert,

handelt es sich bei diesem Konzept der Transformation

in audiovisuell artikulierte Narrationen um eine

Magdeburger Variante dessen, was international als

„Performative Social Science“ diskutiert wird.

fakten zur video-expo

Die erste Video-Expo fand 1996 mit sechs Filmen und 60 Zuschauern im Lehrgebäude der Steinernen

Tischstraße statt. 2004 bekam die Veranstaltungsreihe einen deutlichen Schub dadurch, dass der Studiengang

Medienbildung der Fakultät für Humanwissenschaften hinzukam und sich bald als tragende

Säule dieser Veranstaltung erwies. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums im Jahre 2006 zog die Veranstaltung

ins Opernhaus der Stadt Magdeburg um.

Ein Film wird immer durch eine Gruppe von drei bis vier Studierenden erstellt. Im Durchschnitt bilden

sich heute 18 bis 20 Gruppen, sodass 60 bis 80 Studierende ein dreiviertel Jahr lang an der Erstellung

der Filme arbeiten. Nicht alle Gruppen werden pünktlich fertig, sodass in der Regel 12 bis 14 Filme

eingereicht werden, von denen die besten acht gezeigt werden. Eine zehnköpfige Jury aus Wissenschaftlern

und Studierenden wählt diese acht aus und bestimmt die drei besten Filme. Diese werden an dem

Abend mit dem goldenen, silbernen und bronzenen Känguru ausgezeichnet. Die Veranstaltung hat sich

mittlerweile zum studentischen Event entwickelt, an dem gut 800 Zuschauer teilnehmen. Die Veranstaltungsorganisation

ging von Jahr zu Jahr immer mehr in die Hand der Studierenden und wurde mit dem

Bereich „Projekt- und Wissensmanagement“ des Masterstudiengangs Medienbildung gekoppelt. Auch

auf dieser Ebene findet also eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis statt. Insgesamt kann gesagt

werden, dass die Integration von Vorlesung, audiovisueller Artikulation und Event hier funktioniert hat

und gleichzeitig ein schönes Beispiel für die effektive Kooperation zweier Fakultäten darstellt.

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Die VergaNgenheit als Blockbuster

STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

Lehre und Praxis

„Historische“ Blockbuster

im Fernsehen

„Der Tunnel“ (2000)

„Stauffenberg“ (2003)

„Der Untergang“ (2004)

„Speer und Er“ (2005)

„Dresden“ (2006)

„Die Flucht“ (2007)

„Die Gustloff“ (2008)

„Schicksalsjahre“ (2009)

„Eichmanns Ende“ (2010)

„Hindenburg“ (2011)

„Rommel“ (2012)

„Unsere Mütter, unsere Väter“ (2013)

Historisierendes Melodram:

Studierende im Lernortprojekt

Geschichtsvermittlung in der Mediengesellschaft

Perspektiven der Zuschauer

„Die Flucht“

„Geschichtsvermittlung in

So ergab eine im „Lernort“-Programm angestellte

Lernorte als verschränkte Lehrformate verbinden

des 21. Jahrhunderts

Moderne historisierende Dokudramen erreichen

der Mediengesellschaft des

Untersuchung zum Dokudrama „Die Flucht“: Junge

theoretische Wissensvermittlung und praktische

Im März 2007 präsentierte die ARD den Zweiteiler

mit ihren eindringlichen Bildern regelmäßig ein

21. Jahrhunderts“

Menschen, also Nachgeborene, kehren die histori-

Kompetenzentwicklung, denn die Förderung und die

„Die Flucht“ – zur besten Sendezeit, unmittelbar

Millionenpublikum. Doch die Kardinalfrage ist bis

schen Zuschreibungen „Dies ist ein Opfer“ und „Dies

Entwicklung von Employability-bezogenen Quali-

nach der Tagesschau. Hauptfigur ist eine junge Adli-

heute wissenschaftlich unbearbeitet und daher auch

ist ein Täter“ regelrecht um. Sie werten die im Film

fikationen bereits in der akademischen Ausbildung

ge, dargestellt von der beliebten „Tatort-Kommissa-

unbeantwortet: In welcher Weise eignen sich die Zu-

vorgeführten deutschen Zivilisten als Opfer, Rotar-

gehört zu den grundlegenden Anforderungen der

rin“ Maria Furtwängler. Im Film mimt sie die Tochter

schauer solche Filme an? Welche Elemente der Story,

misten indes als Täter. Das muss unsere Besorgnis

auf Vergleichbarkeit angelegten Bachelorstudien-

eines Junkers, die couragiert die Verantwortung für

welche Bilder bleiben im Gedächtnis? Welche Moral

erregen – unter historischen, gesellschaftlichen und

gänge. In Arenen wie Netzwerken, Kooperationen,

das elterliche Gut in Ostpreußen, für „ihre“ Gefolgs-

ziehen die Menschen aus solchen Geschichten?

politischen Aspekten.

Trainings und Begleitforen sammeln die Studieren-

leute und für „ihre“ Zwangsarbeiter übernimmt. Auf

den frühzeitig berufspraktische Erfahrungen.

der Flucht vor den „Russen“ führt die Gräfin den Zug

Die Medien der Geschichte sind Lernorte

Perspektiven der Medienmacher

der Ihrigen über das zugefrorene Haff und durch

Der Lehrstuhl „Geschichte der Neuzeit“ am Institut

Forschung und Lehre lassen sich nicht nur in sol-

Ein langfristiges Ziel des Lernort-Projektes ist

alle Gefahren hindurch, ganz im Sinne ihres adligen

für Geschichte der Universität Magdeburg nimmt

chen von Lehrenden und Studierenden gemeinsam

es, ein innovatives Studienmodell zu konzipieren

Ehrenkodex.

sich den kulturell und politisch drängenden Fragen

durchgeführten Untersuchungen perfekt verknüp-

und auf seine Umsetzungsmöglichkeiten auch in

einer „Geschichtsvermittlung im 21. Jahrhundert“ im

fen: Das Pilot-Projekt „Lernorte: Geschichtsvermitt-

anderen universitären Bereichen zu überprüfen, das

Das historisierende Melodram bescherte dem ersten

Rahmen eines neu eingeführten Lehr- und Lernkon-

lung im Fernsehen“ widmet sich auch der anderen

die akademische Forschung mit einer durchaus auch

Fernsehprogramm traumhafte Einschaltquoten, an

zeptes an: den Lernorten. Gemeinsam mit Wissen-

Seite, der Geschichtsvermittlung aus der Perspektive

praxisbezogenen Lehre organisch verknüpft.

beiden Sendeterminen erreichte es trotz starker

schaftlern der Universitäten Wien und Jena, der

der Medienmacher. Im Fokus steht hier die prakti-

Konkurrenz einen Marktanteil von nahezu dreißig

Programmplanung des Senders 3sat/ZDF sowie der

sche Erarbeitung solcher medialer „Geschichtspro-

Prozent. Mehr noch: „Die Flucht“ wurde mit nicht

Redaktion Geschichte und Gesellschaft des Mittel-

dukte“ in Zusammenarbeit mit Medienpartnern in

minder großem Erfolg zu einem TV-Event und zu

deutschen Rundfunks untersucht das OVGU-Projekt

Mitteldeutschland.

einem crossmedialen Markenprodukt. Die Flucht

die Mechanismen der Aneignung dieser modernen

der Deutschen aus Ostpreußen 1944/45: Ein echter

Geschichtsangebote für das Vergangenheits- und

Blockbuster.

Gegenwartsbewusstsein unserer Gesellschaft.

56 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 57


STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

Dorothea-Erxleben-Professur

Zum Wintersemester 2012/13 wurde Dr.-Ing. Birgit Futterer zur

Dorothea-Erxleben-Professorin an die OVGU berufen. Die 35-jährige

Expertin auf dem Gebiet der Strömungsmechanik hatte sich im Herbst

gegen 24 Mitbewerberinnen durchgesetzt und forscht und lehrt

seitdem an der OVGU-Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik.

Die Schwerpunkte ihrer wissenschaftlichen Arbeit: Numerische und

experimentelle Methoden zur Untersuchung von Strömungen in Natur

und Technik, u. a. unter Bedingungen der Schwerelosigkeit.

Die ovgu fördert die karriere

von wissenschaftlerinnen

Dorothea Erxleben (1715–1762) –

die erste frau deutschlands, die den

medizinischen Doktortitel erwarb

Die Dorothea-Erxleben-Professur

Die Dorothea-Erxleben-Professur ist eine Gastprofessur

an der Universität Magdeburg, die für die

Dauer von einem Jahr an junge Wissenschaftlerinnen

vergeben wird – für ein an der OVGU vertretenes

Fach. 1997 wurde diese besondere Form der

Professur an der OVGU eingerichtet mit dem Ziel,

Wissenschaftsdisziplinen zu fördern, in denen Frauen

unterrepräsentiert sind. Zugleich eröffnet die

Dorothea-Erxleben-Professur ihrer Inhaberin die

Chance zur weiteren fachlichen und persönlichen

Profilierung, die Möglichkeit des selbstständigen

Forschens und Lehrens und ebnet den Weg für eine

Hochschullehrerinnenlaufbahn.

Bisher hatten Wissenschaftlerinnen aus den Disziplinen

Informatik, Medizin, den Natur- und Wirtschaftswissenschaften

für ein oder zwei Semester

diese Professur inne.

Die Professur ist nach Dorothea Erxleben (1715–

1762) benannt, die als erste deutsche Frau 1754 den

medizinischen Doktortitel erwarb.

Die Gastprofessur wird jährlich im April bzw. Mai

ausgeschrieben für die Zeit von Oktober bis September

des darauf folgenden Jahres. Die Professur

wird auf Vorschlag der Fakultäten der Universität

Magdeburg besetzt und vom Kultusministerium des

Landes Sachsen-Anhalt gefördert.

58 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 59


Forschung

03

63 EINLEITUNG

65 FORSCHUNGSprofil / Geförderte

Projekte

67 Automotive

69 Digital Engineering

71 Erneuerbare Energien

73 Neurosciences

79 Dynamische Systeme

81 Medizintechnik

83 Wirbelschichttechnik

85 Wirtschaftswissenschaften

87 Humanwissenschaften

91 DocDay der Graduate School

93 Dissertationspreis

60 JAHRBUCH 2011 JAHRBUCH 2012 61


ForschunG /

EINLEITUNG

Magdeburg, die besonders drittmittelstarke Medizinische

Fakultät setzt die erfolgreiche Arbeit der 1953

gegründeten Medizinischen Akademie Magdeburg

fort und die ehemalige Pädagogische Hochschule

prägt die Ausrichtung der größten Fakultät unserer

Universität – der Fakultät für Humanwissenschaften

(HW).

Zu den Highlights der Ingenieurwissenschaften im

Jahr 2012 gehörte die Einweihung des Forschungsgebäudes

des Instituts für Kompetenz in AutoMowo

wissenschaft und technologie

sich treffen …

D

ie zwanzig Jahre, die seit der Gründung der

Otto-von-Guericke-Universität (OVGU) verstrichen

sind, stellen auf der Zeitskala von Universitäten

eine fast schon vernachlässigbare Größenordnung

dar. Mit ihren knapp 14.000 Studenten gehört die

OVGU außerdem auch eher zu den mittelgroßen

Universitäten. Wenn man sich unter diesen Voraussetzungen

im Kreis der deutschen Universitäten

etablieren will, bedarf es einer ausgeprägten Profilbildung

der wissenschaftlichen Schwerpunkte. Durch

die 1993 erfolgte Fusion von drei Hochschulen zur

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wurden

die bis heute profilbestimmenden Forschungsschwerpunkte

der OVGU quasi mit in die Wiege

gelegt: Starke Ingenieurwissenschaften stehen in der

Tradition der ehemaligen Technischen Universität

bilität (IKAM) auf dem Gelände der OVGU. Das aus

Mitteln des Landes und der EU aufgebaute IKAM

unterstützt den OVGU-Forschungsschwerpunkt

Automotive. Hier erforscht die OVGU in enger

Partnerschaft mit Unternehmen der Automobilzuliefererindustrie

des Landes Sachsen-Anhalt und mit

Global Playern, wie der Volkswagen AG, intelligente

automobile Antriebssysteme der Zukunft.

Der Bereich Medizintechnik hat sich in den letzten

Jahren zu einem weiteren OVGU-Forschungsschwerpunkt

der Ingenieurwissenschaften entwickelt dem

in 2012 die Einwerbung des BMBF-Forschungscampus

STIMULATE mit einem Förderumfang von

insgesamt bis zu 30 Mio. Euro über 15 Jahre gelang.

In einem hochkompetitiven Wettbewerb mit 96

bundesweiten Anträgen konnte sich STIMULATE als

einer von nur neun geförderten Forschungscampus

im ganzen Bundesgebiet durchsetzen. Zusammen

mit der Siemens AG entwickeln Ingenieure und

Mediziner aus sechs Fakultäten der OVGU Katheter

und spezielle medizinische Instrumente für minimalinvasive

operative Eingriffe unter Führung durch

Röntgen- und Magnetresonanz-Bildgebung.

IKAM und STIMULATE sind Chance und Herausforderung

zugleich, den Erwartungen an eine Universität

als führende Forschungs- aber auch Technologietransfer-Einrichtung

gerecht zu werden.

Unsere Erfolge in der grundlagen- und anwendungsorientierten

Forschung lassen sich nicht

zuletzt aus dem aktuellen DFG-Forschungsatlas 2012

ablesen, der unsere Universität unter den – in absoluten

Zahlen – 40 drittmittelstärksten Universitäten

des Bundes zählt. Das ist gemessen an der eingangs

erwähnten Größe unserer Universität eine gute

Entwicklung, die es in den nächsten Jahren nicht nur

zu halten, sondern weiter auszubauen gilt.

Im Bereich der medizinischen Forschung wurde

in 2012 der Aufbau von Forschungsnetzwerken

zusammen mit unserem außeruniversitären Forschungspartnern

ausgebaut. Für den Forschungsschwerpunkt

Neurowissenschaften mit seinem

Koordinierungszentrum CBBS wurde das durch

Mittel des Landes und der EU finanzierte Forschungsgebäude

des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative

Erkrankungen (DZNE, ein Zentrum

der Helmholtz-Gemeinschaft) errichtet. Durch fünf

gemeinsame Berufungen der OVGU mit dem DZNE

konnten namhafte internationale und nationale

Professoren für die Erforschung der Ursachen und

die frühzeitige Diagnose von Demenzerkrankungen

für den Standort Magdeburg gewonnen werden.

Außerdem startete der CBBS-getragene SFB 779

„Neurobiologie motivierten Verhaltens“ in 2012 in

seine zweite 4-jährige Förderperiode.

Der Forschungsschwerpunkt Dynamische Systeme/

Biosystemtechnik mit seinem Koordinierungszentrum

CDS konnte im Bereich Immunologie durch

sechs Berufungen von Professorinnen und Professoren,

die zum Teil gemeinsam mit dem Helmholtz-

Zentrum für Infektionsforschung (HZI, Braunschweig)

durchgeführt wurden, weiter gestärkt

werden. 2012 erfolgte die Grundsteinlegung für ein

Forschungsverfügungsgebäude der OVGU, das in

wesentlichen Teilen dem CDS zur Verfügung gestellt

wird. Nach seiner Inbetriebnahme wird damit die

Voraussetzung geschaffen, die Forschungsleistungen

der Dynamischen Systeme weiter voranzubringen.

Im Herbst konnten wir schließlich die erfolgreiche

Verlängerung des Transregio-SFB 62 (Companion-

Technologie zur Mensch-Maschine Interaktion)

um vier weitere Jahre gemeinsam mit dem

Partner-Standort Ulm als Erfolg verbuchen. Hier

untersuchen Neurowissenschaftler, Mediziner und

Ingenieure zusammen, welche Anforderungen

Computer-Hardware und -Software für die effiziente

Nutzung durch den Menschen erfüllen müssen.

Ein gemeinsames Muster all dieser Highlights des

Jahres lässt sich erkennen: Die OVGU ist in der Forschung

besonders stark in Bereichen, in denen sich

Technologie-Entwicklung und Grundlagen-Wissenschaft

treffen. „Science meets Technology“ – dieses

Motto prägte also auch das Jahr 2012 und lässt uns

in eine vielversprechende Zukunft blicken.

Prof. Dr. rer. nat. Volkmar Leßmann

Prorektor für Forschung, Technologie und

Chancengleichheit

62 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 63


ForschunG /

FORSCHUNGSprofil / Geförderte Projekte

NEUROWISSENSCHAFTEN

(CENTER OF BAHAVIOURAL BRAIN SCIENCES, CBBS)

LEIBNIZ-INSTITUT (LIN)

LANDES-FORSCHUNGS-

SCHWERPUNKT

OTTO-VON-GUERICKE GRADUATE SCHOOL ALLE FAKULTÄTEN GRADUIERTENKOLLEG

DYNAMISCHE SYSTEME/BIOSYSTEMTECHNIK

(CENTER OF DYNAMIC SYSTEMS, CDS)

MAX-PLANCK-INSTITUT (MPI)

LANDES-FORSCHUNGS-

SCHWERPUNKT

BMBF-CENTER FOR ADVANCED IMAGING (CAI) LIN BMBF-LEITPROJEKT

AUTOMOTIVE (IKAM) LANDES-FORSCHUNGS-

SCHWERPUNKT

VIERFORES/CENTER FOR DIGITAL ENGINEERING

FRAUNHOFER-INST. (IFF)

BMBF-LEITPROJEKT

DEUTSCHES ZENTRUM FÜR NEURODEGENERATIVE

ERKRANKUNGEN, STANDORT MAGDEBURG

LIN

HELMHOLTZ-ZENTRUM

MAGDEBURG CENTRE FOR SYSTEMS BIOLOGY (MACS)

MPI

BMBF-LEITPROJEKT

NEUROBIOLOGIE MOTIVIERTEN VERHALTENS LIN SFB 779 (SPRECHER)

BERNSTEIN GRUPPE FOR COMPUTATIONAL

NEUROSCIENCE (BGCN) MAGDEBURG

LIN

FÖRDERMASSNAHME

DES BMBF

MOLEKULARE ORGANISATION DER ZELLULÄREN

KOMMUNIKATION IM IMMUNSYSTEM

LIN

SFB 854 (SPRECHER)

MEDIZINTECHNIK

IFF

TRANSFER-FORSCHUNGS-

SCHWERPUNKT

HALBLEITER-NANOPHOTONIK:

MATERIALIEN, MODELLE, BAUELEMENTE

SFB 787

ERNEUERBARE ENERGIEN TRANSFER-FORSCHUNGS-

SCHWERPUNKT

VOM GEN ZUM PRODUKT SFB 578

MIKROSYSTEMTECHNIK

TRANSFER-FORSCHUNGS-

SCHWERPUNKT

DAS AKTIVE GEHÖR LIN SFB/TRANSREGIO 31

WIRBELSCHICHTTECHNOLOGIE TRANSFER-FORSCHUNGS-

SCHWERPUNKT

EINE COMPANION-TECHNOLOGIE FÜR KOGNITIVE

TECHNISCHE SYSTEME

INTEGRIERTE CHEMISCHE PROZESSE IN FLÜSSIGEN

MEHRPHASENSYSTEMEN

POLARCON: KONTROLLE DER POLARISATIONSFELDER

IN GAN-BASIERTEN LICHTEMITTERN

LIN SFB/TRANSREGIO 62

MPI SFB/TRANSREGIO 63

DFG-FO-GRUPPE 957

PARTIKELTECHNOLOGIE – PARTIKELSYSTEME SCHWERPUNKTTHEMA

FUNKTIONALISIERTE MATERIALIEN SCHWERPUNKTTHEMA

UMWELTTECHNIK SCHWERPUNKTTHEMA

PARTIKEL IM KONTAKT – MIKROMECHANIK, MIKRO-

PROZESSDYNAMIK UND PARTIKELKOLLEKTIVE (PIKO)

DFG-SPP 1486

INTELLIGENTE INTERAKTIVE SYSTEME

LIN IFF

SCHWERPUNKTTHEMA

LEIBNIZ GRADUATE SCHOOL ON SYNAPTOGENETICS LIN LEIBNIZ-GEMEINSCHAFT

NICHTLINEARE SYSTEME SCHWERPUNKTTHEMA

MIKRO-MAKRO-WECHSELWIRKUNGEN IN

STRUKTU RIERTEN MEDIEN UND PARTIKELSYSTEMEN

GRADUIERTENKOLLEG 1554

DER DFG

ZENTRUM FÜR TRANSFORMATIONSFORSCHUNG (ZFT) SCHWERPUNKTTHEMA

ZELL-ZELL-KOMMUNIKATION IM NERVEN- UND

IMMUNSYSTEM

LIN GRADUIERTENKOLLEG 1167

DER DFG

ZENTRUM FÜR SOZIALWELTFORSCHUNG UND

METHODENENTWICKLUNG (ZSM)

SCHWERPUNKTTHEMA

INTERNATIONAL MAX PLANCK RESEARCH SCHOOL

MPI

GRADUIERTENKOLLEG

MPI MPG LSA

DECISION DESIGN SCHWERPUNKTTHEMA

Decision Design

SCHWERPUNKTTHEMA

64 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 65


ForschunG /

Automotive

Links:

Der Allradantriebsstrang-

der antrieb von morgen

schon heute

Verbrennung im Transparentmotor

mit Blick durch den

Glaskolben

prüfstand des IKAM

Rechts oben:

Aufnahme einer Diesel-

Das Institut für Kompetenz in AutoMobilität –

Prüfmöglichkeiten zur Verfügung. Neben einem

einspritzung mit 8-Loch-Düse

gelkonzepte auf dem Allradantriebsstrangprüfstand

kurz IKAM

Einzylinderprüfstand, welcher der Untersuchung

sowie CFD-Simulationen bilden einen weiteren

Prof. Dr.-Ing. Jens

Die Anforderungen an die Automobilbranche in den

der Verbrennung und der inneren Reibung dient,

Rechts unten:

Schritt, um zukünftige Antriebe und Antriebskon-

Hadler studierte

kommenden Jahren werden zum einen durch die

und einem universell einsetzbaren Allradantriebs-

Laserinduzierte Fluoreszenz

zepte möglich zu machen.

an der Otto-von-

konsequente Weiterentwicklung des Verbrennungs-

strangprüfstand stehen Teststände zur Überprüfung

(Quelle: ISUT)

Seit März 2012 werden die Geschäftsfelder Antriebs-

Guericke-Universität

motors hinsichtlich Thermodynamik, Verbesserung

und Weiterentwicklung von Leistungselektronik,

technik und Elektromobilität des IKAM Standort

Magdeburg Allgemei-

der Reibungseigenschaften und Optimierung des

Bordnetzsystemen und Schalluntersuchungen zur

Magdeburg zusätzlich durch Prof. Dr.-Ing. Jens

nen Maschinenbau

vorhandenen Gesamtsystems charakterisiert. Zum

Verfügung. Ergänzt werden die beiden Geschäftsfel-

Hadler verantwortet. Prof. Hadler besetzt seit 2011

und promovierte auf

anderen spielen die Gewichtsreduktion aller Fahr-

der Antriebstechnik und Elektromobilität durch den

eine Honorarprofessur für Nachhaltige Mobilität am

dem Gebiet der Tribologie. Anschließend war er

zeugkomponenten, der sogenannte Leichtbau, der

Standort Barleben des IKAM, welcher sich vor allem

Institut für Mobile Systeme der OVGU. Als national

17 Jahre lang bei Volkswagen in verschiedenen

Einsatz alternativer Kraftstoffe und der Ausbau in-

mit dem Leichtbau kleiner und präziser Bauteile aus

und international geschätzter Fachmann auf dem

verantwortungsvollen Positionen tätig, davon

novativer Antriebskonzepte eine wesentliche Rolle,

neuen Materialien sowie der Mess- und Prüftechnik

Gebiet der Verbrennungsmotoren sowie innovativer

die letzten fünf Jahre als Leiter der Aggregate-

um eine Reduktion von Emissionen und Kraftstoff-

zur Qualitätssicherung beschäftigt. Um die genann-

Antriebstechnologien wird er in den nächsten Jah-

entwicklung.

verbrauch zu ermöglichen.

ten Ziele der Reduktion von Emissionen zu errei-

ren dazu beitragen, die Zusammenarbeit zwischen

Seit 2012 ist Prof. Hadler Geschäftsführer der

Um den zukünftigen Herausforderungen gerecht zu

chen, werden am IKAM zurzeit alternative Kraftstof-

der Industrie, dem IKAM und der Universität zu in-

APL Group in Landau und der IKAM GmbH sowie

werden, erforscht das Institut für Kompetenz in Au-

fe, sogenannte SunFuels und SynFuels, hinsichtlich

tensivieren und somit den Forschungsschwerpunkt

Honorarprofessor im Fach Nachhaltige Mobilität

toMobilität neue Methoden und Anwendungen, um

Spraybildung und Rußleuchten untersucht und die

Automotive weiter zu forcieren.

an der OVGU.

diese Ziele in Zukunft erfüllen zu können. Dafür ste-

gesammelten Ergebnisse zeitnah veröffentlicht.

hen am Standort Magdeburg des IKAM verschiedene

Die Untersuchung alternativer Antriebs- und Re-

66 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 67


ForschunG /

Digital Engineering

vierfores II

mit zuverlässiger technik sicher

in die ZUkunft

Magische Linse zur Exploration

Projektpartner:

Digital Engineering an der OVGU

Deshalb wurde bereits sehr früh mit dem Aufbau

virtueller Informationsräume

• Fraunhofer Institut für

Digital Engineering eingeführt. Der Studiengang

Unter dem Titel „Virtuelle und Erweiterte Realität

eines interdisziplinären Hochschulzentrums für

Fabrikbetrieb und -automati-

wird primär von den Fakultäten Informatik und

Jun.-Prof. Dr. Frank

für höchste Sicherheit und Zuverlässigkeit einge-

Digital Engineering (CDE) begonnen. Unter dem

sierung IFF, Magdeburg

Maschinenbau getragen, ist aber auch für andere

Ortmeier ist seit 2009

betteter Systeme“, kurz ViERforES, begann 2009

Dach des CDE sollten all jene Forschungs- und

• Fraunhofer-Institut für

Ingenieurwissenschaften geöffnet. Zugangsvoraus-

Leiter der Arbeits-

ein Verbund aus universitärer und anwendungsori-

Entwicklungsaktivitäten gebündelt werden, die

Experimentelles Software

setzung ist ein Bachelor- oder Masterabschluss

gruppe Computer Sys-

entierter Forschung sich den Herausforderungen

genau an der Grenze zwischen Informatik und

Engineering IESE,

in einem ingenieurwissenschaftlichen Bereich

tems in Engineering.

zu stellen, die der verstärkte Einsatz moderner

Ingenieurwissenschaft liegen. Dementsprechend

Kaiserslautern

oder der Informatik. Alleinstellend ist eine starke

Der Forschungsfokus

Informations- und Kommunikationstechnologien in

wird das Zentrum auch fakultätsübergreifend von

• Otto-von-Guericke-

Fokussierung auf angewandte, interdisziplinäre

liegt auf professi-

vielen technischen Domänen mit sich bringt.

den Professoren Michael Schenk (Maschinenbau)

Universität Magdeburg

Forschung, mit der optimal auf den Berufseinstieg

oneller Softwarekonstruktion in technischen

und Gunter Saake (Informatik) geleitet. Inzwischen

• Technische Universität

vorbereitet wird.

Systemen. Einen besonderen Schwerpunkt

Über 40 Wissenschaftler forschten in den letzten

sind am CDE Arbeitsgruppen aus fünf Fakultäten

Kaiserslautern

bilden dabei sicherheitskritische Anwendungen.

vier Jahren in verschiedenen Domänen – dazu zähl-

sowie dem Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und

• Dornheim Medical Images

Dieses erfolgreiche Modell führte dazu, dass das

Aktuell ist er Leiter mehrerer disziplinübergrei-

ten unter anderem Automotive/Mobilität, Medizin-

Automatisierung (IFF), dem Max-Planck-Institut für

GmbH, Magdeburg

CDE inzwischen auch in mehreren internationalen

fender Forschungsprojekte, Studienfachbetreuer

technik und Energiesysteme – an der Fragestellung,

Dynamik komplexer Systeme und dem Institut für

• Lehnert Regelungstechnik

Kooperationen erfolgreich ist. So konnten beispiels-

für Digital Engineering und Ingenieurinformatik,

wie klassische Ingenieurskunst und moderne IT

Automation und Kommunikation beteiligt.

GmbH, Magdeburg

weise in 2013 ein Kooperationsprojekt mit Thailand

Sprecher der GI-Regionalgruppe Sachsen-An-

optimal voneinander profitieren können. In allen

• FuelCon AG, Barleben

erfolgreich eingeworben werden, das als Ziel eine

halt, Leiter von drei internationalen ERASMUS-

Domänen stellt sich durchweg die Erkenntnis ein,

Aus dieser erfolgreichen dynamischen Kooperation

(Foto: Viktoria Kühne/

institutionalisierte Zusammenarbeit in Forschung

Programmen sowie Gründer und Geschäftsfüh-

dass IT einerseits einer der wichtigsten Innovati-

entwickelten sich eine Reihe weiterer disziplinüber-

Fraunhofer IFF)

und Lehre auf dem Gebiet Digital Engineering hat.

rer von isoTec.

onstreiber ist, gleichzeitig aber auch neue Probleme

greifender Verbundforschungsprojekte und auch ein

entstehen, die nur durch interdisziplinäre Teams

Graduiertenkolleg im Bereich digitale Tatortanalyse.

von Fachexperten gelöst werden können.

2011 wurde zudem ein neuer Masterstudiengang

68 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 69


ForschunG /

Erneuerbare Energien

das E-auto: vom prototypen

zum Alltagsfahrzeug

Radnahe Antriebstechnik für hohe Energie-

Energieeffizienter Antriebs- und Batteriestrang

vollständig recyclebar und im zweiten Produkt-Le-

effizienz und nachhaltige Mobilität

Schwerpunkt der Forschungsarbeiten war die

benszyklus eingesetzt. Ergänzt wird das Fahrzeug-

Elektrofahrzeuge sind aktuell stark in den Fokus

Entwicklung eines energieeffizienten, gewichtsmini-

konzept durch innovative Anzeigeinstrumente für

gerückt, da ihre energieeffizient und nachhaltig ge-

mierten Antriebsstranges mit minimalen Reibungs-

eine intelligente Fahrweise und effiziente Reku-

staltbaren Fahrzeugkonzeptionen Lösungen für die

und Umlenkverlusten. Dieser besondere innovative

perationsnutzung. Das vorliegende Antriebs- und

Sicherung von umweltfreundlicher Mobilität sind.

Anspruch ist durch die Umsetzung eines radnahen

Batteriekonzept sowie die realisierte Bauraumfle-

„Editha“ von unten: radnaher

Einzelradantriebs über zwei achsnah verbaute Mo-

xibilität des Elektroautos „Editha“ ermöglichen als

Mit diesen Zielstellungen haben Produktionstechni-

Motor, Controller und

toren (Gesamtleistung beider Motoren: 20,5 kW) an

eines der wenigen Fahrzeugkonzepte in Deutsch-

ker, Konstrukteure, Mechaniker, Mechatroniker und

Verkabelung

der Hinterachse realisiert. Das Batterie- und Lade-

land die Kombination verschiedener Energiebe-

Psychologen der Fakultät für Maschinenbau einen

system zeichnet sich durch Sicherheit, Zuverlässig-

reitstellungsmöglichkeiten im Fahrzeug und eine

herkömmlichen Smart zu einem Elektroauto umge-

keit und einfache Nutzbarkeit aus. „Editha“ erreicht

universelle Ankopplung an unterschiedliche externe

rüstet. Im Juni 2012 wurde das Elektrofahrzeug „Edi-

damit einen Gesamtwirkungsgrad vom Ladestecker

Energiequellen.

tha“ – benannt nach der Frau Otto I. – nach einer

zum Rad von 70 Prozent.

Die Forschungen zu alltagstauglicher und nachhal-

nur einjährigen Konzeptions- und Umrüstungszeit

tiger Elektromobilität werden auch 2013 fortgesetzt.

straßenzugelassen. Es erreicht Geschwindigkeiten

Nachhaltiges Fahrzeugkonzept

Insbesondere wird der Fokus auf der Nutzung

bis zu 100 km/h bei einer Reichweite von 130–150 km

Bei der Komponentenauswahl legten die Magdebur-

regenerativer Energien sowie auf Konzepten zur

und unter Beibehaltung der vollen Fahrzeugfunkti-

„Editha“ von hinten:

ger Forscher großen Wert auf eine hohe Lebensdauer

Reichweitenverlängerung von Elektroautos liegen.

onalität.

Teil des Batteriepackages

und Energieeffizienz. Die Smartkarosse selbst ist

Mehr Infos unter: www.editha.eu

70 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 71


ForschunG /

Neurosciences

DZNE – deutsches zentrum für

neurodegenerative erkrankungen

Forschung für die Fitness der grauen Zellen

Das DZNE ist ein Forschungszentrum in der

Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren,

das sich mit neurodegenerativen Erkrankungen

beschäftigt. Sein Leitbild ist es, Ursachen und Risikofaktoren,

die Neurodegeneration vorbestimmen,

zu verstehen und neue Therapie- und Pflegestrategien

zu entwickeln. Um die erfolgreiche deutsche

Forschung auf dem Gebiet der Neurodegeneration

zu bündeln, arbeitet das DZNE eng mit seinen Partneruniversitäten

zusammen – am Standort Magdeburg

mit der Otto-von-Guericke-Universität.

Der Schwerpunkt des DZNE-Standorts Magdeburg

liegt in der Koordination und Qualitätssicherung der

Imaging-Projekte aller Standorte sowie der Generierung

und Supervision einheitlicher Standards, ausgestattet

mit modernstem Equipment, den aktuellen

Anforderungen des derzeitigen Forschungstands

entsprechend.

Am DZNE-Standort Magdeburg werden Behandlungsmethoden

entwickelt, die kompensatorische

Mechanismen im Gehirn aktivieren und den kognitiven

Verfall verlangsamen. Es gibt viele Hinweise

darauf, dass geistige und körperliche Aktivität die

Leistung des erkrankten Gehirns verbessern können.

Beim Lernprozess werden Nervenzellen aktiviert

und verknüpft. Durch gezieltes physisches und

mentales Training könnten Schäden am Nervensystem

teilweise kompensiert werden. Wissenschaftler

am DZNE erforschen systematisch, wie man die

nützlichen Effekte der physischen Aktivität in neue

Therapien überführen kann.

Ein Forschungsansatz konzentriert sich auf die

Suche nach eindeutigen Biomarkern, die als Indikatoren

für eine drohende Demenz dienen könnten,

ein weiterer liegt in der Entwicklung von prophylaktischen

Therapieansätzen – wie beispielsweise ein

kombiniertes Gedächtnis- und Bewegungstraining –

sowie in der Erforschung von Aufmerksamkeits- und

Arbeitsgedächtnisprozessen beim Gesunden.

Ein präklinisches Forschungsteam entwickelt in

Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Neurobiologie

Magdeburg und der Klinik für Neurologie

neue Modelle und Forschungsmethoden mit dem

Schwerpunkt auf neuroprotektive und kompensierende

Strategien gegen Demenz sowie auf diagnostischen

Bildgebungsverfahren unter Verwendung

von in vivo- und Gewebekulturansätzen.

72 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 73


ForschunG /

Neurosciences

Das DZNE-Team

am Standort Magdeburg:

Prof. Dr. Alexander Dityatev

ist seit 2012 Leiter der Arbeitsgruppe Molekulare Neuroplastizität am DZNE-

Standort Magdeburg. Sie untersucht, in welchem funktionellen Ausmaß

die synaptische Plastizität in den Subregionen EC, DG, CA1 und CA3 der

hippokampalen Formation in den frühen Stadien der Alzheimer-Krankheit

und anderen neurodegenerativen Erkrankungen verändert ist. Des Weiteren

wird in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Neurobiologie eine

Kombination aus Zwei-Photonen-Mikroskopie, Nanoskopie und intrakortikalen / epikranialen Aufnahmen

entwickelt, um den Zusammenhang zwischen funktionellen Änderungen und strukturellen

Modifikationen der Präsynapsen, Postsynapsen, (peri-)synaptischen ECM und glialen Endungen in

vitro und in vivo zu untersuchen. Ein weiteres Ziel ist es, frühzeitig Veränderungen der synaptischen

Plastizität zu Anomalien in neuronalen Oszillationen, Aktivität von Orts- und Rasterzellen sowie der

räumlichen Orientierungsfähigkeit bei Demenz in Tiermodellen zuzuordnen. Diese Daten werden – in

Zusammenarbeit mit den klinischen Forschungsgruppen des DZNE Magdeburg – auf die menschliche

räumliche Orientierungsfähigkeit übertragen. Mit diesem integrativen Ansatz wird die Wirksamkeit

von Interventionen auf die Plastizität untersucht, mit Bezug auf ECMs, ECM-Rezeptoren und Ektoproteasen

in Demenz-Maus-Modellen.

Prof. Dr. Peter Nestor

studierte Medizin an der University of Melbourne, Australien, und erhielt

seinen Abschluss 1989. Er absolvierte eine Facharztausbildung in Innerer

Medizin am Royal Melbourne Hospital sowie eine Facharztausbildung in

Neurologie am Alfred Hospital, ebenfalls in Melbourne, sowie am National

Hospital for Neurology and Neurosurgery, London. Als Facharzt für Neurologie

wurde er 1998 Fellow am Royal Australasian College of Physicians.

Danach wechselte er an die University of Cambridge, UK. Dort promovierte er über die Positronen-

Emissions-Tomographie bei Demenz und arbeitete anschließend in dieser Universität als wissenschaftlicher

Mitarbeiter. 2005 wurde er klinischer Wissenschaftler am Medical Research Council (MRC)

und war als Senior-Forscher an der University of Cambridge tätig. Dort wurde er 2009 Dozent für

kognitive Neurologie. Seit 2012 forscht Prof. Nestor am DZNE-Standort Magdeburg. Das übergeordnete

Thema sind die klinischen, neuropsychologischen sowie Neuroimaging-Merkmale der degenerativen

Demenzen. Der Blick liegt auf der Verbesserung der Differential- und Frühdiagnostik, der Entwicklung

sensibler, aber stabiler Monitoring-Methoden, um das Fortschreiten der Erkrankung zu untersuchen.

Außerdem werden mechanistische Fragen der Erkrankungs-Pathogenese adressiert – indem die

topographische und zeitliche Entwicklung der pathologischen und neurodegenerativen Funktionen

untersucht wird.

Prof. Dr. Frank Angenstein

ist seit Januar 2012 Leiter der DZNE-Arbeitsgruppe Funktionelles Neuroimaging

in Magdeburg. Ein Schwerpunkt der Arbeitsgruppe ist die Verbindung

dieser beschreibenden strukturellen metabolischen Messungen mit der

funktionellen MRT (fMRI) – für eine möglichst umfangreiche Charakterisierung

von verschiedenen Tiermodellen der Demenz. Die Kombination von fMRI

mit struktureller MRT ermöglicht Aussagen, inwieweit funktionelle Störungen

in einer Struktur aufgrund beobachteter morphologischer Änderungen anzunehmen sind. Folgende

Fragestellungen werden bearbeitet: 1. Welche Änderungen der neuronalen Aktivität beeinflusst die

fMRT-Antwort im Gyrus dentatus? und 2. Wie werden eingehende Signale im Hippokampus verarbeitet

und in andere Regionen weitergeleitet? Es zeigte sich, dass bestimmte Stimulationsmuster nicht nur die

hippokampale Formation aktivieren, sondern auch verschieden kortikale und subkortikale Strukturen.

Untersucht werden der Verlauf des normalen Alterns sowie verschiedene Formen von Demenzen.

Prof. Dr. Thomas Wolbers

absolvierte 1999 in Psychologie an der Universität Hamburg und promovierte

dort am Institut für Systemische Neurowissenschaften. Im Rahmen eines

Marie-Curie-Stipendiums erforschte er an der University of California, Santa

Barbara, die neuronalen Grundlagen räumlicher Orientierungsprozesse beim

Menschen. Für diese Arbeit erhielt er den prestigeträchtigen Harvey L. Karp

Discovery Award. 2009 wechselte er als Senior Lecturer an das renommierte

Centre for Cognitive and Neural Systems an der University of Edinburgh. Gleichzeitig war er Mitglied des

Centre for Cognitive Ageing and Cognitive Epidemiology, in dessen Rahmen er begann, altersbedingte

Veränderungen räumlicher Fähigkeiten zu erforschen. Seit Juni 2012 ist er Professor für Altern und Kognition

am DZNE Magdeburg. Sein Forschungsprogramm zielt darauf ab, altersbedingte normale sowie

pathologische Veränderungen in den Gehirnstrukturen besser zu verstehen, die für die räumliche Orientierung

besonders wichtig sind. Darüber hinaus führt er Interventionsstudien durch, um die Plastizität

dieser Strukturen im Alter zu charakterisieren und die Wirksamkeit neuer Therapieverfahren zu testen.

Prof. Dr. Notger Müller

leitet seit 2009 die Arbeitsgruppe Neuroprotektion am DZNE Magdeburg.

Prof. Müller erforscht derzeit vorrangig die Frühdiagnostik und Prävention

von Demenzen. Dabei kommen alle modernen bildgebenden Verfahren zum

Einsatz, wobei der Schwerpunkt weiterhin auf der funktionellen MR-Tomografie

liegt – mit dem Ziel, experimentelle Paradigmen zu entwickeln, die eine

pathologische Entwicklung des Gehirns im Rahmen einer Demenz frühzeitig

anzeigen. Des Weiteren setzt Prof. Müller seine frühere Forschung zur Frage, wie Aufmerksamkeit und

Gedächtnis unsere Wahrnehmung beeinflussen, fort. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeitsgruppe

liegt in der Entwicklung von prophylaktischen Therapieansätzen, wie dies bspw. im kombinierten Gedächtnis-

und Bewegungstraining Ausdruck findet. Solch ein Training kann die Anzeichen einer Demenz

zumindest verzögern.

74 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 75


Forschung /

Neurosciences

SFB 779

1

REPRÄSENTATION

VON REIZEN UND

HANDLUNGEN

LERNEN

AKTUALISIERUNG VON

1 2 3

2

EVALUATION VON

REIZ BEDEUTUNGEN UND

HANDLUNGSALTERNATIVEN

Abb. links: Schematische

Darstellung einiger wesentlicher

Elementarprozesse, die

motivationsgesteuerten Hand-

3

HANDLUNGSAUSWAHL

AUF BASIS

DER EVALUATION

lungen zugrunde liegen.

Abb. rechts: Netzwerk ausgewählter

relevanter Hirnstrukturen,

in denen diese Prozesse

als neuronale Verarbeitungs-

ERGEBNISBEWERTUNG

AUF BASIS

DER EVALUATION

mechanismen implementiert

sind. Das Netzwerk bildet

einen „semantischen Prozessor“,

dessen Funktionsprinzipien

eine Vielzahl neuronaler

Daten und korrespondierender

Verhaltensdaten verständlich

machen.

SFB 779 – Neurobiologie

motivierten verhaltens

Die Arbeit des Sonderforschungsbereichs 779

Motivation ist ein zentraler Auslösungs- und Steuerungsfaktor

für das Verhalten bei höheren Tieren

und Menschen und daher nicht nur von fundamentaler

Bedeutung für die Lebenswissenschaften, sondern

auch von hoher allgemeiner gesellschaftlicher

Relevanz. Während psychologische Theorien zum

Thema Motivation eine jahrhundertelange Geschichte

haben, ist die Erforschung der Hirnmechanismen,

denen das Prinzip Motivation zu Grunde liegt, noch

relativ jung.

Der SFB 779 „Neurobiologie motivierten Verhaltens“

der Universität Magdeburg erforscht die neuronalen

Grundlagen motivationsabhängiger und motivationssteuernder

Prozesse mit einem interdisziplinären

Ansatz, der die komplementären Vorteile

tier- und humanverhaltensphysiologischer Forschungsansätze

nutzt. Hierbei zielt der SFB auf ein

klassische Forschungsdisziplinen übergreifendes

Verständnis der Neurobiologie motivierten Verhaltens,

das die molekularen, zellulären, systemphysiologischen

und verhaltensphysiologischen Ebenen

genauso umfasst wie die klinischen Aspekte der

Motivationssteuerung.

Im Rahmen des SFB 779 wurden neue experimentelle

Paradigmen entwickelt, die zu einem vertieften

Verständnis der relevanten Elementarprozesse

komplexer motivierter Verhaltenssteuerung geführt

haben (siehe Abbildung). Die hierdurch ermöglichten

systemphysiologischen Untersuchungen leisten

wesentliche Beiträge zur Rolle verschiedener

Mehr Infos unter:

www.sfb779.de

Hirnstrukturen und deren Interaktion während der

Entstehung und Durchführung motivierter Handlungen.

Von besonderer Bedeutung sind hierbei Prozesse

der Bewertung von Sinnesinformationen und der

Bewertung von Handlungskonsequenzen. Auf der

zell- und molekularphysiologischen Ebene werden

zudem für motiviertes Verhalten wichtige intrazelluläre

Signalwege in Nervenzellen aufgeklärt. Die für

diese Breite notwendige Interdisziplinarität hat der

SFB durch Rekrutierung von Arbeitsgruppen aus der

Fakultät für Naturwissenschaften und der Fakultät

für Medizin der Universität sowie aus dem Leibniz-

Institut für Neurobiologie (Zentrum für Lern- und

Gedächtnisforschung) geleistet. Nach exzellenter

Begutachtung befindet sich der SFB 779 seit Beginn

2012 in seiner zweiten Förderperiode.

Prof. Dr. Frank W. Ohl

ist der Sprecher des

SFB 779. Er promovierte

im Fach Zoologie an

der Technischen Hochschule

Darmstadt und

arbeitete als Postdoc

an der University of California, Berkeley, USA.

Zurzeit leitet er die Abteilung „Neurobiologie/

Neuroprothetik“ am Institut für Biologie der

Otto-von-Guericke-Universität und ist zudem

Direktor der Abteilung „Systemphysiologie des

Lernens“ am Leibniz-Institut für Neurobiologie

(LIN) in Magdeburg.

76 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 77


ForschunG /

Dynamische Systeme

Immunologie

Neu berufene Professoren

Prof. Dr. Inna Lavrik – Professur für Translationale Entzündungsforschung

Prof. Lavrik hat in den letzten Jahren wichtige Forschungsergebnisse zum Verständnis der Regulation des „Todesrezeptors“ CD95 (Fas/APO-1) im

Immunsystem erzielt und verstärkt maßgeblich die biomedizinische Forschung im CDS. Ihre Arbeiten sind insbesondere in der Krebs forschung

in hohem Masse innovativ, da sie die molekulare Untersuchung krankheitsrelevanter Prozesse mittels mathematischer Modellierung (Systembiologie)

erlauben.

Prof. Dr. Berend Isermann – Professur für Klinische Chemie und Pathobiochemie

CDS

Forschungszentrum

Dynamische Systeme:

Biosystemtechnik

Die Funktion der Gerinnungsproteasen für die Regulation der Hämostase und der vaskulären Integrität ist etabliert. Neue Erkenntnisse zeigen,

dass Gerinnungsproteasen durch Rezeptor-vermittelte Mechanismen aber auch die Funktion von Mitochondrien und des endoplasmatischen

Retikulums und damit die zelluläre Homeostase regulieren. Das Gerinnungssystem ist somit nicht nur Garant der vaskulären Integrität, sondern

eine wichtige Schnittstelle zwischen extra- und intrazellulärem Milieu.

Prof. Dr. Dunja Bruder – Professur für Infektionsimmunologie

Prof. Bruder und ihr Team untersuchen die molekularen und zellulären Mechanismen, die T-Zell-vermittelten entzündlichen Erkrankungen

der Lunge, des Darms und der Bauchspeicheldrüse zugrunde liegen. In aktuellen Projekten untersucht sie zudem, wie eine infektionsbedingte

Modulation der Immunantwort des Wirtes gegen bakterielle und virale Erreger den Verlauf von Autoimmunität, Pathogen-Persistenz und

Suszeptibilität gegenüber Sekundärinfektionen beeinflusst.

Das Forschungszentrum ,,Dynamische Systeme – Biosystemtechnik”

vereinigt Forschergruppen mit ingenieurwissenschaftlichem,

systemtheoretischem, mathematischem,

medizinischem und biologischem Hintergrund.

Wissenschaftler aus fünf Fakultäten der Otto-von-Guericke-Universität

Magdeburg und aus dem Max-Planck-

Institut arbeiten eng und fachübergreifend zusammen,

um die gemeinsam gesetzten Ziele zu erreichen:

Prof. Dr. Ingo Schmitz – Systemorientierte Immunologie und Entzündungsforschung

Prof. Schmitz leitet eine Kooperationseinheit zwischen der OVGU und dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. Seine

Forschung befasst sich mit Signalmechanismen, die zwischen Leben und Tod einer Zelle entscheiden. So untersucht er die Apoptose, eine

Form des programmierten Zelltodes, und die Autophagie, also das „Selbstverdauen“ einer Zelle. Beide Prozesse sind für die immunologische

Toleranz sehr wichtig. Neuerdings befasst er sich außerdem mit regulatorischen T-Zellen, die ebenfalls Toleranz vermitteln.

Prof. Dr. Ulrike Seifert – Professur für Immunmodulation

Das Ubiquitin-Proteasom-System ist zur Erhaltung des zellulären Protein-Gleichgewichtes entscheidend und generiert antigene Peptide,

die von spezifischen T-Lymphozyten erkannt werden. Unsere kürzlich publizierten Daten zeigen, dass eine Sonderform des Proteasoms, das

sogenannte Immunoproteasom, geschädigte Proteine schnell abbauen und damit zeitnah auf eine Infektion reagieren kann, indem es sowohl

das zelluläre Protein-Gleichgewicht aufrechterhält als auch mit der schnellen Bildung von antigenen Peptiden reagiert.

Ziel des CDS ist die Analyse und die gezielte Beeinflussung

sowie die Synthese biologischer Systeme von der

molekularen Ebene, über Einzelzellen bis hin zur systemischen

Ebene. Um dieses Ziel zu erreichen, entwickeln die

beteiligten Forschergruppen mathematische Modelle und

Methoden, mit denen das Zusammenwirken der relevanten

biologischen Teilprozesse im Computer simuliert und

analysiert werden kann. Mihilfe dieser Simulationsmodelle

und Analysenmethoden kann zum Beispiel untersucht

werden, wie sich Zellen mithilfe externer Stimulationssignale

gezielt beeinflussen lassen. Mit Blick auf biomedizinische

Probleme können im Krankheitsfall konkurrierende

Hypothesen für zelluläres Fehlverhalten per Simulation

durchgespielt, Strategien für die frühzeitige Diagnose

entwickelt sowie geeignete Interventions- und Therapieansätze

identifiziert werden.

Das CDS konnte mit Frau Prof. Lavrik eine herausragende

Forscherpersönlichkeit gewinnen, die neben weiteren

neuberufenen Professoren und Professorinnen 2012 ihre

Forschungstätigkeit in der Medizinischen Fakultät der

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg aufgenommen

hat. Die Forschung im CDS sowie deren nationale und internationale

Sichtbarkeit werden durch die neuberufenen

Professoren und Professorinnen maßgeblich gestärkt.

Prof. Dr. Thomas Schüler – Professur für Molekulare Immunologie

Homöostatische Mechanismen bilden eine wichtige Grundlage für die Aufrechterhaltung von Immunität und immunologischer Toleranz. Hier

spielen lösliche Immunbotenstoffe eine wichtige Rolle, mit deren Hilfe Immunzellen kommunizieren. Wie diese Immunbotenstoffe die Bildung

des immunologischen Gedächtnisses beeinflussen und wie deren Manipulation zur Verbesserung der Immuntherapie bei Krebs genutzt werden

kann, wird in der Arbeitsgruppe von Prof. Schüler studiert.

Prof. Dr. Steffen Borrmann – Professur für Molekulare Mikrobiologie

Die an klinischen Fragestellungen orientierte Arbeitsgruppe von Prof. Borrmann beschäftigt sich mit der Behandlung der Malaria und den

durch weitverbreitete Resistenzen entstehenden Problemen. Um dieser Herausforderung langfristig entgegenzuwirken, arbeitet die Gruppe

auch an neuen Ansätzen, um der Malaria effektiver vorbeugen zu können. Malaria als globales Gesundheitsproblem erfordert einen internationalen

und interdisziplinären Forschungsansatz, beides steht in der neuen Arbeitsgruppe im Vordergrund.

78 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 79


ForschunG /

Medizintechnik

1 2

1

2

3

Angiographielabor

Phantom-Katheter

Tesla Magnetresonanz-

Röntgen- und Computerto-

In der Abbildung ist das

tomograph (MRT)

Erster MRT für die Medizintechnikforschung auf

mographiebilder kann eine

Einführen des Katheters in ein

Die Abbildung zeigt den im

dem Unicampus installiert

moderne 3D-Röntgenangio-

Gefäßmodell, ein sogenanntes

Herbst 2012 aufgestellten Mag-

Die Magnetresonanztomographie, kurz MRT, ist

graphieanlage schnell, mit

Phantom, zu sehen. Derartige

netresonanztomograph (MRT)

ein Verfahren, mit dessen Hilfe man visuelle

höchster Präzision und aus

Modelle erlauben einerseits

der Firma Siemens im Medizin-

Schnittbilder des menschlichen oder tierischen

jeder nur erdenklichen Posi-

die Evaluation von neuen Ka-

technik-Forschungslabor in

Körpers erzeugen und dadurch Organe bzw.

tion erstellen. Auf der Basis

thetern und andererseits auch

der Experimentellen Fabrik.

Organveränderungen sichtbar machen und beur-

dieser Bilder kann der Arzt

das Training von Katheterein-

Das Gerät befindet sich in di-

teilen kann. Das Großgerät wird an der OVGU al-

die Instrumente im Körper des

griffen für junge Ärzte.

rekter Nachbarschaft zur einer

lerdings nicht für den Patientenbetrieb genutzt,

Patienten exakt navigieren und

Angiographieanlage, wie oben

sondern mehreren Fakultäten für gemeinsame

3 4

die Therapie steuern und kontrollieren.

Auf der Abbildung

dargestellt. Beides soll genutzt

werden, um Technologien für

interdisziplinäre, medizintechnische Forschungen

dienen. So werden an diesem MRT unter

ist das Team von Prof. Dr. med.

bildgeführte minimal-invasive

anderem Methoden entwickelt, um minimal-

Martin Skalej während der ka-

Eingriffe zu entwickeln.

invasive chirurgische Eingriffe zu überwachen

Der Magdeburger

Forschungscampus Stimulate

theterbasierenden Behandlung

eines Gehirnaneurysmas unter

der Kontrolle einer solchen

Röntgenanlage zu sehen.

4

Experimentelle Fabrik

Das „Dach“ des Forschungscampus

STIMULATE

oder neue Erkenntnisse über die Funktion des

menschlichen Gehirns zu gewinnen.

Bildgeführte minimal-invasive Verfahren zur

Im Forschungscampus STIMULATE werden Techno-

tomographie (CT) oder Ultraschall, aber auch unter

und langfristig an einem Ort das Forschungsthema

Diagnose und Behandlung altersbedingter

logien für bildgeführte minimal-invasive Methoden

Magnetresonanztomographie (MRT), zum Ort der

zu bearbeiten. Der Ort der gemeinsamen Forschung

Erkrankungen

in der Medizin entwickelt, die sowohl medizinische

Erkrankung navigiert. Im Gegensatz zu der minimal-

in Magdeburg werden Labore und Räume in der

Der Forschungscampus STIMULATE (Solution Centre

Behandlungsmethoden verbessern als auch die

invasiven Chirurgie – auch Knopfloch-Operationen

Experimentellen Fabrik sein, in denen bereits hoch-

for Image Guided Local Therapies) gehört zu den

Kostenexplosion im Gesundheitswesen eindämmen

genannt –, bei denen der Chirurg Instrumente mit

wertige Röntgen- und Magnetresonanztomographie-

zehn Gewinnern von bundesweit 96 Einreichungen

sollen. Im Fokus stehen die häufigsten Volkskrank-

integrierter Kamera nutzt, wird bei der bildnavigier-

Technik installiert ist.

innerhalb der Förderinitiative „Forschungscampus

heiten aus den Bereichen Onkologie, Neurologie

ten minimal-invasiven Methode das Bild von außen

Durch den Forschungscampus werden aber auch wei-

– öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen“

sowie kardiovaskuläre Erkrankungen.

erzeugt, eben durch CT, MRT oder Röntgen.

tere wichtige Impulse und Ausstrahlungen auf Lehre,

des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Im Rahmen des Forschungscampus STIMULATE

Für die Herstellung miniaturisierter Instrumente

Forschung und Kooperationen für den Forschungs-

und strebt an, gemeinsam mit der Siemens AG

sollen nun bildgeführte minimal-invasive Diagnose-

unterstützen als Partner kleine und mittlere Unter-

schwerpunkt Medizintechnik gesetzt. So erhofft man

sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen,

und Behandlungsmethoden eben solcher Erkran-

nehmen aus der Region den Forschungscampus. Da

sich von der Leuchtturmwirkung von STIMULATE

wie dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative

kungen, die erwartungsgemäß mit der fortschrei-

die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich

nicht nur viele interessierte und erfolgreiche Studie-

Erkrankungen und regionalen KMU, auf dem Unicam-

tenden Überalterung der Bevölkerung zunehmen,

äußerst komplex sowie zeit- und kostenintensiv ist,

rende, sondern auch die Zuwanderung von Wissen-

pus das „Deutsche Zentrum für bildgestützte Medizin“

verbessert bzw. erweitert werden. Die bildgeführten

haben kleine Arbeitsgruppen bzw. Firmen nur selten

schaftlern, die sich an der Entwicklung der Methoden

als internationalen Leuchtturm zu etablieren.

minimal-invasiven Methoden ermöglichen es,

das Potential und die Mittel, Innovationen erfolg-

beteiligen, sowie auch von Ärzten, die diese Verfah-

Das Gesundheitswesen ist einer der wichtigsten

gerade bei älteren oder geschwächten Patienten

reich bis zur Marktreife zu entwickeln. Der durch

ren erlernen bzw. einsetzen möchten. Zudem wird

Wachstumsmärkte der Zukunft. Auf diesem Markt

mit Vor- bzw. Mehrfacherkrankungen, auf schwere

das BMBF-Förderprogramm „Forschungscampus“

die kontinuierliche Erweiterung der Forschungsak-

kommt der Medizintechnik eine Schlüsselrolle zu,

Operationen, die sie zusätzlich belasten würden, zu

verfolgte Ansatz ist daher gerade im Hinblick auf die

tivitäten durch begleitende Projekte erwartet. Bei

die durch die enge Zusammenarbeit von Ingenieur-

verzichten. Stattdessen werden für die Behandlung

Kompetenzen am Standort Magdeburg besonders

avisierter voller Förderdauer von 15 Jahren können so

und Naturwissenschaften sowie insbesondere der

miniaturisierte Instrumente wie Nadeln, Kathe-

vielversprechend. Im Forschungscampus schließen

bis zu 150 Mitarbeiter im Projekt tätig sein – darunter

Medizin neue, innovative Diagnose- und Therapie-

ter oder Elektroden eingesetzt und diese mittels

sich Hochschule, Forschungsinstitute und Wirt-

neben Medizinern und Medizintechnikern, Ingenieur-

ansätze erschließt:

bildgebender Verfahren, d. h. Röntgen, Computer-

schaftsunternehmen zusammen, um gemeinsam

und Naturwissenschaftler sowie Informatiker.

80 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 81


APPARAT MATERIAL BETRIEBSBEDINGUNGEN

ForschunG /

Wirbelschichttechnik

Was genau ist eine wirbelschicht?

Wird eine Partikelschicht mithilfe eines Gases in Schwebe gehalten, so spricht man von einer Wir-

STRUKTUR

PROZESSMODELL

MONITORING

online

PARTIKELeIGENSCHAFTEN

belschicht. Wirbelschichten können als Trockner oder Reaktoren zur energetischen Verwertung von

biogenen Brennstoffen verwendet werden, man kann aber auch eine Lösung oder Suspension auf die

verwirbelten Partikel sprühen, um sie zu Produkten mit hochwertigen Gebrauchseigenschaften umzuwandeln:

So können nach Verdampfung des Lösungsmittels und Bildung einer festen Phase die Partikel

online

GEWÜNSCHTE

PRODUKTEIGENSCHAFTEN

wachsen (Granulation), mit dünnen Funktions- oder Schutzschichten überzogen werden (Coating) oder

über Feststoffbrücken größere Aggregate bilden (Agglomeration).

Konzeptschema der Wirbel-

kleine partikel gross im Einsatz

schichtforschung in Magdeburg

Wirbelschichtforschung an der OVGU

• Die für Sprühwirbelschichten ebenso erstmalig

Partikelbildende Wirbelschichtprozesse sind in der

in Magdeburg entwickelte Nutzung von diskreten

Chemie, Lebensmittelindustrie und Pharmazie von

Modellen, sogenannten Monte-Carlo-Simulati-

großer Bedeutung. Forschung in der Wirbelschicht-

onen. Monte-Carlo-Simulationen verfolgen alle

technik ist deswegen hochaktuell, weil die deutsche

zur Partikelbildung führenden Mikroprozesse an

und europäische Industrie ihre Wettbewerbsfä-

einer relativ kleinen Anzahl von Teilchen, die so-

higkeit nur durch maßgeschneiderte Apparate

mit das Verhalten eines großen Partikelsystems

und Prozesse zur wirtschaftlich effizienten und

realitätsnahe abbildet.

umweltschonenden Herstellung von hochwertigen

• Die Untersuchung der Partikelbewegung und der

Einige der in Magdeburg

Vernetzte Forschung

Arbeitsgruppe „Trocknungstechnik und Porennetz-

partikulären Produkten mit gezielt einstellbaren Ei-

Zonenbildung (Sprühzone, Trocknungszone) in

mit der Wirbelschicht- und

Partikelbildende Wirbelschichtprozesse werden an

werkmodelle“ des Lehrstuhls sowie zu Prof. Dr.-Ing.

genschaften wahren und ausbauen kann. Ein grund-

Sprühwirbelschichten, sowohl mit experimentel-

Trocknungstechnik befassten

der Universität Magdeburg vorwiegend am Lehr-

Lothar Mörl, der seit etwa 1970 die Wirbelschicht-

sätzliches wissenschaftliches Verständnis darüber,

len Methoden wie auch durch Strömungssimu-

Forscher

stuhl für Thermische Verfahrenstechnik durch Prof.

technik in Magdeburg etablierte. Wesentliche regi-

wie die Gestaltung des Wirbelschichtapparates,

lation.

Dr.-Ing. Evangelos Tsotsas und Prof. Dr.-Ing. Mirko

onale Industriepartner sind die Pergande Gruppe in

Materialeigenschaften und Betriebsbedingungen

• Die Anwendung und Entwicklung moderner

Peglow untersucht. Dies geschieht im Rahmen von

Weißandt-Gölzau, die Glatt Ingenieurtechnik GmbH

die Struktur und die Eigenschaften der partikulären

Messtechniken zur Überwachung der dynami-

Leuchtturmprojekten des Bundesministeriums

in Weimar sowie die Anhaltinische Verfahrens-

Produkte beeinflussen, steht daher im Zentrum der

schen Veränderung von Partikeleigenschaften

für Bildung und Forschung, wie der Nachwuchs-

und Anlagentechnik GmbH in Magdeburg. Darüber

Forschungsaktivitäten in Magdeburg. Wesentliche

in Wirbelschichten, wie auch zur eingehenden

forschungsgruppe NaWiTec, den Wachstumskern

hinaus bestehen Kooperationen und Kontakte mit

Aspekte dabei sind:

Charakterisierung des Produktes nach seiner

WIGRATEC und deren Nachfolgevorhaben, wird

vielen weiteren Unternehmen, von der kleinen

Herstellung (z. B. die in Magdeburg erstmalig

aber auch von einer Reihe weiterer Projekte ergänzt

spezialisierten Firma bis zum weltweit agierenden

• Die erstmalig in Magdeburg implementierte

durchgeführte mikrotomographische Bestimmung

und flankiert – u. a. vom Graduiertenkolleg „Mikro-

Konzern.

Kopplung mit der Trocknung. Es ist dadurch

sogenannter morphologischer Deskriptoren für

Makro-Wechselwirkungen“ sowie von Einzelprojek-

Die mit der Wirbelschichttechnik befassten Forscher

möglich, einerseits den Einfluss thermischer

Agglomerate).

ten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, von der

veröffentlichen circa 25 Kongress- und Journalpu-

Betriebsparameter auf die Kinetik der Partikel-

• Die Entwicklung modellbasierter Prozessführungs-

Industriellen Gemeinschaftsforschung, der Perso-

blikationen im Jahr, letztere in den international

bildung zu erfassen sowie, andererseits, Bildung

strategien für die Erzeugung strukturierter parti-

nenförderung durch den Deutschen Akademischen

führenden einschlägigen Zeitschriften, wie z. B.

und Struktur der festen Phase auf mikroskopi-

kulärer Produkte mit definierten Eigenschaften.

Austauschdienst und die Alexander-von-Humboldt-

American Institute of Chemical Engineering Journal,

scher Ebene zu studieren.

Stiftung. Es besteht eine enge Verbindung zur

Chemical Engineering Science, Powder Technology.

82 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 83


ForschunG /

Wirtschaftswissenschaften

maxlab – das ökonomische labor

Experimentelle Wirtschaftsforschung an der OVGU

das in der Lage wäre, das tatsächlich beobachtbare

für die besten deutschsprachigen Dissertationen in

Wenn man wissenschaftliche Aussagen darüber

Verhalten hinreichend genau zu beschreiben. Das

der experimentellen Wirtschaftsforschung vergeben

Prof. Dr. Joachim

machen will, wie eine Ökonomie funktioniert, dann

hat in den Wirtschaftswissenschaften zur Entwick-

werden. Im MaXLab arbeiten ein gutes Dutzend

Weimann

braucht man zuallererst eine Vorstellung davon,

lung eines neuen Forschungszweiges geführt, zur

Forscher, die international publizieren und damit

hat das MaXLab 1998

wie sich die Akteure in einer solchen Ökonomie

„Verhaltensökonomie“, in der ökonomische Erkennt-

erheblich zum Renommee der Magdeburger Wirt-

gegründet und ist bis

verhalten. Die Wirtschaftswissenschaften benutzen

nisse interdisziplinär mit soziologischen und psycho-

schaftsfakultät beitragen. Das Labor verfügt über

heute Mitglied seines

deshalb ein ausdifferenziertes Verhaltensmodell, das

logischen Erkenntnissen zusammengeführt werden,

mehr als 30 Computerplätze und 9 schalldichte Kabi-

wissenschaftlichen

auf der Annahme fußt, dass Menschen sich überwie-

um menschliche Entscheidungen und wirtschaftliche

nen, die für Videokonferenzen ausgerüstet sind. Die

Direktoriums. Er ist Vorsitzender der Gesell-

gend im Eigeninteresse verhalten und dass sie dabei

Interaktionen so gut wie möglich zu verstehen.

Fragestellungen, die in dieser Umgebung vor allem

schaft für experimentelle Wirtschaftsforschung,

keine Fehler begehen, d. h. rational vorgehen. Dieses

Verhaltensökonomische Forschung heißt vor allem,

mit Studierenden als Versuchspersonen bearbeitet

der weltweit ältesten wissenschaftlichen

Modell ist sehr erfolgreich, aber es hat Grenzen,

dass man Laborexperimente benutzt, um Verhalten

werden, sind vielfältig. Kürzlich konnte das MaXLab

Gesellschaft dieser Art. Studium in Bielefeld,

denn in der realen Welt sind Menschen nicht voll-

unter kontrollierten Bedingungen zu studieren. Das

ein neues Highlight vermelden. Im Rahmen eines

Promotion und Habilitation an der TU Dortmund.

ständig rational unterwegs und sie haben auch nicht

MaXLab – gegründet 1998 – gehört in Deutschland

DFG-Projekts waren bis zu 100 Personen gleichzeitig

Forschungsschwerpunkte: Verhaltensökono-

immer nur die eigenen Interessen im Kopf. Wenn

zu den größten und am besten ausgelasteten Expe-

im Labor und insgesamt wurden fast 4.000 Ver-

mische Finanzwissenschaft, Umweltökonomik,

man versucht, diesen Dingen Rechnung zu tragen,

rimentallaboren und es kann auf eine inzwischen

suchspersonen eingesetzt – Weltrekord! Übrigens:

Glücksforschung. Mitglied des Senats- und des

dann stößt man auf ein Problem: Das menschli-

lange Liste von Erfolgen verweisen. Der Leibniz-

Als Versuchsperson im MaXLab zu sein, lohnt sich,

Bewilligungsausschusses der Deutschen For-

che Verhalten ist so komplex, dass es noch nicht

Preis gehört dazu, ebenso der Forschungspreis der

denn in ökonomischen Experimenten geht es immer

schungsgemeinschaft für Graduiertenkollegs.

gelungen ist, ein allgemeines Modell zu konzipieren,

OVGU, aber auch mehrere Sauermann-Preise, die

um echtes Geld.

84 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 85


ForschunG /

Humanwissenschaften

der Mensch in gesellschaft,

kultur und bildung

Das Forschungsprofil der Fakultät für Humanwissenschaften ist vielgestaltig und thematisch reichhaltig.

In den Blick genommen und erkundet werden höchst unterschiedliche Aspekte und Fragestellungen aus

Gesellschaft, Kultur und Bildung. Der Blick reicht von regionalen Perspektiven, etwa auf das mittelalterliche

Magdeburg oder die aktuelle Gesundheit der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt, über bundesweite

und international vergleichende Ansätze – hier beispielsweise die Analyse von Haushalten in Zentralasien.

Zwei Forschungszentren bündeln jene Aktivitäten, die über die Grenzen des eigenen Faches

hinausgehend, ihre Erkenntnisinteressen aus verschiedenen disziplinären Richtungen gemeinsam

verfolgen – das Zentrum für Sozialweltforschung und Methodenentwicklung (ZSM) und das Zentrum für

Transformationsforschung (ZTF). Die im Folgenden präsentierten Projekte geben einen kleinen Einblick

in die derzeit realisierten Vorhaben an der Fakultät:

Ministerpräsident Dr. Reiner

Haseloff, Prof. Dr. Stephan

Freund und die an der Ausstellung

beteiligten Studierenden

des Instituts für Geschichte

anlässlich der Ausstellungseröffnung

in Wallhausen am

19. April 2012.

Otto der Große und das Römische Reich –

Das Institut für Geschichte forscht und berät

Weit über hunderttausend Gäste besuchten die

Magdeburger Ausstellung „Otto der Große und das

Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum

Mittelalter“ und die sieben Korrespondenzortausstellungen

an Kaiserorten in Sachsen-Anhalt.

Prof. Dr. Martin Dreher (Alte Geschichte) und Prof.

Dr. Stephan Freund (Mittelalterliche Geschichte)

waren an der Konzeption der großen Schau des

Kulturhistorischen Museums Magdeburg als Mitglieder

des Wissenschaftlichen Beirats forschend und

beratend beteiligt, haben bei der Objektauswahl

und -beschaffung geholfen und wichtige Beiträge in

den Begleitpublikationen verfasst.

Prof. Dr. Freund hat überdies gemeinsam mit Studierenden

des Instituts für Geschichte in Wallhausen,

einem der Kaiserorte, eine Ausstellung kuratiert, die

am 19. April 2012 im Beisein des Ministerpräsidenten

des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff

sowie des Abtes von Kloster Einsiedeln eröffnet

wurde. Am wahrscheinlichen Geburtsort Ottos des

Großen, der während seiner Regierungszeit zu

seinen bevorzugten Aufenthaltsorten zählte und bis

ans Ende des 12. Jahrhunderts von beinahe allen

deutschen Königen aufgesucht wurde, wird in rund

fünfzig Tafeln die Geschichte der Pfalz Wallhausen

und des ottonischen Königtums geschildert.

Neben zahlreichen Karten, archäologischen Funden

und Abbildungen in Wallhausen ausgestellter

Herrscherurkunden wurden insbesondere zwei

für Einsiedeln bestimmte Originalurkunden Ottos

I. erstmals außerhalb des Klosters präsentiert,

darunter die Gründungsurkunde der Abtei. Damit

wurde zugleich wissenschaftlich neues Licht auf die

bislang unterschätzte Bedeutung Wallhausens geworfen.

Im Rahmen des seit März 2012 bestehenden

Pfalzenarbeitskreises Sachsen-Anhalt findet unter

der Leitung von Prof. Dr. Freund nun die weitere

wissenschaftliche Erforschung der in ottonischer

Zeit wichtigsten Pfalzlandschaft des mittelalterlichen

Reiches statt. Erste neue Ergebnisse erbrachte

ein zweitägiger Workshop am 12./13. Oktober 2012 in

Wallhausen „Mittelalterliche Königspfalzen auf dem

Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt. Geschichte –

Topographie – Forschungsstand“, dessen Beiträge

im Jahr 2013 publiziert werden.

Historiengemälde von 1896.

Maler war Konrad Astfalck. Das

Gemälde ist ausgestellt im Gebäude

der VHS Herford, Kreis

Herford, Nordrhein-Westfalen.

Wallhausen –

„Geburtsort“ Ottos des Großen

[…] donec Walehusen parabatur […] nupciale convivium. Ibi

tandem licito perfruuntur amore eandemque civitatem et cuncta

ad hanc pertinentia in dotem illi tradidit.

[…] bis endlich in Wallhausen […] ein Hochzeitsmahl bereitet

wurde. Dort erfreuten sie sich schließlich der erlaubten Liebe

und er [d.h. Heinrich] übertrug ihr [d.h. Mathilde] diese ‚Stadt‘

mit allem zugehörigen Besitz als Morgengabe.

Nachricht der sogenannten älteren, um 973/974 entstandenen

Mathildenvita (Vita Mathildis antiquior c. 2, S. 116, ed. Bernd

Schütte, Die Lebensbeschreibungen der Königin Mathilde [Monumenta

Germaniae Historica, Scriptores rerum germanicarum

in usum scholarum separatim editi LXVI.], Hannover 1994) zur

im Jahre 909 stattfindenden Hochzeit der Eltern Ottos, Heinrich

und Mathilde.

86 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 87


ForschunG /

Humanwissenschaften

Abb. 1: AR-geleitetes und

echtzeitbasiertes visuelles

Feedback zur Korrektur der

Becken- und Thoraxkinematik

in der Frontalebene

Der von Studierenden

entworfene Umschlag des

Kataloges

Abb. 2: Darstellung der Range

of Motion (ROM) des Beckens

in der Frontalebene im Vergleich

der IG (Gangschulung

mit AR-System), KG (Gangschulung

mit therapeutischer

Instruktion) und RG (Frauen

ohne Gangauffälligkeiten)

Forschung und Lehre – eine Kooperation des

Kloster Unser Lieben Frauen geförderte Projekt

Technologien im Sport –

zeichnen zu können, wurden jeweils ein Eingangs-

Instituts für Germanistik und des Kulturhistori-

belegt beispielhaft die erfolgreiche Zusammenarbeit

Das Institut für Sportwissenschaft

test, eine Verlaufskontrolle sowie ein Ausgangstest

schen Museums Magdeburg

zwischen der Universität und anderen kulturellen

Das Institut für Sportwissenschaft konzentriert

durchgeführt. Die Bewertung kinematischer (Moven,

Die graphische Sammlung des Kulturhistorischen

Institutionen der Region und zeigt exemplarisch,

seine interdisziplinären Forschungsschwerpunkte

Fa. XSens) sowie neuro-physiologischer (Oberflä-

Museums besitzt ein Konvolut von mehr als 50 il-

wie durch die Verbindung von Lehre und Forschung

auf die Anwendung von Technologien im Sport, die

chenelektromyografie, OEMG, 16-Kanal-Noraxon)

lustrierten Flugblättern aus dem 16. und 17. Jahrhun-

die Studierenden in die Praxis wissenschaftlicher

Geräteentwicklung, die Evaluation von Bewegungs-

Parameter basiert auf einer klinischen Ganganalyse.

dert. Dieser bislang unbekannte Bestand umfasst

Arbeit und des Wissenschaftstransfers eingeführt

und Gesundheitskonzepten, Methoden und Strate-

Im Rahmen einer Voruntersuchung (VU) wurden als

einen repräsentativen Querschnitt eines in seiner

werden.

gien im Sinne einer nachhaltigen Interventionsfor-

Basis für die Visualisierung (IG) und zum Vergleich

Zeit weitverbreiteten und nahezu konkurrenzlosen

schung von körperlicher Aktivität und Gesundheit

zu den Patientinnen kinematische Referenzwerte

bildpublizistischen Mediums. Die Magdeburger

Flugblatt über einen in der

in unterschiedlichen Settings und Zielgruppen

(Moven) anhand von 26 Probandinnen (w, 59 ± 11

Sammlung ist umso bedeutender, als sie etliche Dru-

Steiermark beobachteten

sowie auf die komplexe Leistungsdiagnostik zur

Jahre, RG) ohne motorisch-funktionelle Beeinträch-

cke von größter Seltenheit enthält: Sechs Exemplare

Kometen

Kennzeichnung der Belastungs-Beanspruchungs-

tigungen erhoben.

sind Unikate, von neun weiteren hat sich weltweit

Situation bei Breiten-, Freizeit-, Gesundheits-,

Erste Ergebnisse zeigen, dass keine Unterschiede

nur noch ein einziges zweites Exemplar nachweisen

Rehabilitations-, bis hin zu Leistungssportlern. Eine

der OEMG-Kennwerte über den Verlauf der Gangzy-

lassen. Am Institut für Germanistik entstand der

aktuelle Studie beschäftigt sich mit dem Einsatz

klen im Vergleich IG vs. KG vorliegen. Im Gegensatz

Plan, diese kulturhistorisch wichtige Sammlung

von Augmented Reality (AR) vs. therapeutischer

zur IG vs. RG sind beim Vergleich der KG vs. RG im

wissenschaftlich zu erschließen und einer größeren

Instruktion in der Gangschulung bei Patientinnen

Ausgangstest Unterschiede bei den Gangparametern

Öffentlichkeit in einer Ausstellung bekannt zu ma-

nach Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP). Insgesamt

Gehgeschwindigkeit (p=.000) und Doppelschritt-

chen. Unter Leitung von Michael Schilling (Lehrstuhl

wurden 21 Patientinnen (w, 58 ± 4,3 Jahre) mit Hüft-

länge (p=.019) nachweisbar. Im Ausgangstest zeigt

für Ältere deutsche Literatur) erarbeiteten Studie-

TEP, randomisiert einer Interventions- (IG, n=11)

die KG vs. RG signifikante Unterschiede bei den

rende der Germanistik zu jedem Flugblatt einen

bzw. einer Kontrollgruppe (KG, n=10) zugeordnet.

Kennwerten Achsabweichung (p=.001) bzw. Range

Kommentar, der die Struktur und Argumentations-

In Erweiterung der dreiwöchigen Anschlussheil-

of Motion (RoM, p=.004) des Beckens in der Frontal-

linien von Bild und Text nachzeichnet sowie den

behandlung absolvierten alle Patientinnen eine

ebene (Abb. 2).

historischen und funktionsgeschichtlichen Kontext

standardisierte Gangschulung (20 min/Tag). Dabei

Beim Einsatz von AR-basierter Intervention sind

beschreibt. In dem Bestandskatalog, der rechtzeitig

erfolgte die Korrektur kinematischer Merkmalsaus-

zum Teil gleichwertige Ergebnisse erreichbar. Bei

zur Ausstellung im Frühjahr 2012 vorlag (Illustrierte

prägungen durch therapeutische Instruktion (KG)

weiterer Reduktion des technischen und zeitlichen

Flugblätter der Frühen Neuzeit. Hg. v. M. Schilling.,

bzw. mithilfe einer AR-geleiteten, echtzeitbasierten

Aufwandes dieses Technologieansatzes, könnte die-

Magdeburg 2012, vgl. Abb. 1), sind alle Blätter in gro-

Visualisierung von Soll-Ist-Wert-Vergleichen (IG,

ses Vorgehen eine wirksame Ergänzung im Rehabi-

ßen Reproduktionen ediert und durch wissenschaft-

Abb. 1). Um Unterschiede im Rehabilitationsverlauf

litationsprozess nach Hüft-TEP sein.

liche Kommentare erschlossen. Das von der Stiftung

in Abhängigkeit der Interventionsstrategie kenn-

88 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 89


ForschunG /

DocDay der Graduate School

Fotos v.l.n.r.:

Prof. Kai Sundmacher, Vortrag

beim DocDay: Publizieren für

Einsteiger

Zwei Jahre

Otto-von-Guericke Graduate School

Den Einstieg finden: Promovierende

beim DocDay – Impulsvortrag

von Prof. Sadrieh und

Prof. Sundmacher

Netzwerken beim DocDay:

Die Graduate School für Promovierende

zur Förderung weiblicher Nachwuchswissenschaft-

Nebenberuflich promovieren –

durch das iFQ befragt, sodass sehr differenzierte

Anschließend gaben Prof. Sundmacher (VST) und

Die Otto-von-Guericke Graduate School hat sich

ler werden auch Themen abgedeckt, die die Verein-

ein Hobby?

Aussagen über Promotionsverläufe und Karrieren

Prof. Sadrieh (WW) Impulsvorträge unter dem Stich-

in den zwei Jahren ihres Bestehens als zentrale

barkeit von Beruf und Familie, insbesondere auch

möglich werden und ein wichtiger Beitrag geleistet

wort „Publizieren für Einsteiger“. Beide sind nicht

Servicestelle für die Promovierenden der OVGU

den Aspekt von „Dual Career Couples“ betreffen.

wird, das Promotionswesen in Deutschland insge-

nur erfahrene Wissenschaftler und haben lange

etabliert. Mit einer umfangreichen Webpräsenz und

samt genauer zu untersuchen. So wird auch ein Er-

Publikationslisten vorzuweisen, sondern sie sind

dem monatlichen Newsletter werden Informationen

Neben dem Service für die Promovierenden bietet

kennen von Schwachstellen und Entwicklungsmög-

auch als Herausgeber wissenschaftlicher Journale

gebündelt verfügbar gemacht. Die Koordinatorin, Dr.

die Graduate School auch einen Mehrwert für

lichkeiten sowie eine Einordnung des Status quo am

tätig. Sie gaben den überaus interessierten Dokto-

Barbara Witter, bietet Beratungen vor, während und

die Hochschule an, die über die Geschäftsstelle

Standort Magdeburg im Bundesvergleich möglich.

randen viele Insider-Tipps, wie die Spielregeln beim

am Ende der Promotionsphase an, die nach indivi-

aufbereitete Informationen zu den Promovierenden

Publizieren sind und welche Fettnäpfchen man beim

dueller Absprache von Promovierenden und denen,

erhält. Sehr wertvoll ist in diesem Zusammenhang

Spiel um „publish or perish“ als junger Wissen-

die es werden wollen, gern genutzt werden.

die Teilnahme der OVGU an der bundesweiten

Der DocDay der Graduate School – unterstützt Dok-

schaftler vermeiden sollte.

Längsschnitt-Studie ProFile, welche vom Institut

toranden und Studierende beim Netzwerken

Im Rahmen der Graduate School werden regelmä-

für Forschungsinformation und Qualitätssicherung

Nicht zuletzt wurde die Graduate School gegründet,

Der Nachmittag ging weiter mit einem vielfältigen

ßig Kurse zum wissenschaftlichen Schreiben, zum

iFQ in Berlin durchgeführt wird. Promovierende

um die Vernetzung der Promovierenden unterein-

Markt der Möglichkeiten, mit Gesprächsrunden und

Präsentieren und zur Karriereplanung angeboten.

zahlreicher Universitäten und Förderwerke werden

ander zu befördern. Wie auch schon im Jahr zuvor

Infotischen, zu Themen wie Umgang mit wissen-

In enger Abstimmung mit dem Mentoring-Programm

hier über mehrere Jahre regelmäßig einmal pro Jahr

wurde eine Netzwerkveranstaltung für die Promo-

schaftlichem Fehlverhalten oder Promovieren mit

vierenden der gesamten Universität organisiert, von

Kind, um nur zwei Beispiele zu nennen. Bei kleinen

Promovierenden, gemeinsam mit der Geschäftsstel-

Snacks und kalten Getränken gab es zum Abschluss

le. Am Nachmittag des 24. September 2012 fand ein

noch viel Gelegenheit zum informellen Austausch

vielfältiger „DocDay“ statt.

untereinander.

Ein wichtiges Ziel dieser Veranstaltung war die

Im dritten Jahr ihres Bestehens hat sich die Gra-

Wahl von Vertretern der Promovierenden für den

duate School einen festen Platz an der Universität

Rat der Graduate School, in dem einmal pro Semes-

erarbeitet und einiges für die Promovierenden auf

ter Vertreter aller Fakultäten gemeinsam mit dem

den Weg bringen können. Der weitere Ausbau des

Direktor der Graduate School und den Promovie-

Kursprogramms, die Fortsetzung der Kooperation

rendenvertretern über aktuelle Fragen rund um die

mit dem universitätsweiten Mentoring-Programm

Graduate School beraten und die weitere Entwick-

für Nachwuchswissenschaftlerinnen, die systemati-

lung vorbereiten. Es wurden vier Vertreter und drei

sche Erfassung aller Promovierenden und die noch

Stellvertreter gewählt, sodass die Promovierenden

bessere Vernetzung der Promovierenden quer über

der OVGU nun erstmals eine Stimme in einem Uni-

alle Fächergrenzen hinweg bleiben Aufgaben für die

versitätsgremium haben.

kommenden Jahre.

www.grs.ovgu.de

90 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 91


Dr. rer. nat. Dr. med. Christian Michael Stoppel

studierte 2000–2007 an der OVGU Medizin und

Neurowissenschaften, promovierte 2008 zum Dr.

med. und 2012 zum Dr. rer. nat. Seit Januar 2008

ist er Assistenzarzt für Neurologie am

Universitätsklinikum Magdeburg.

2012

ForschunG /

Dissertationspreis

Dr.-Ing. Sebastian Stober

arbeitet seit 2006 – nach seinem OVGU-Informatikstudium

mit Nebenfach Mathematik – in der

Data & Knowledge Engineering Group der OVGU,

im interdisziplinären Bereich des Musik Information

Retrieval.

Dr. med. Sven Günther Meuth

studierte an der OVGU Humanmedizin und Neurobiologie,

seine Facharztausbildung Neurologie absolvierte

er an der Uni Würzburg. 2010 Ruf auf eine

W3-Professur für Neurologie/Neuropathophysiologie

an die Westfälische Wilhelmsuniversität Münster.

Dr. rer. nat. Julia Unterhinninghofen

studierte Physik an der TU Berlin und promovierte

zunächst in Bremen und dann an der Uni Magdeburg

in theoretischer Physik. Heute arbeitet sie

als Optikdesignerin bei der OEC AG in München,

einem Dienstleister für Optikentwicklungen.

Dr.-Ing. Manja Krüger

studierte an der OVGU Maschinenbau und promovierte

über Molybdänbasislegierungen. Seit 2012

beschäftigt sie sich mit metallischen Werkstoffen

– als Juniorprofessorin der Uni Magdeburg.

Dr. rer. nat. Fabian Reiher

war nach seiner Zeit als Physikstudent und wissenschaftlicher

Mitarbeiter der Uni Magdeburg ab

2008 bei Azzurro Semiconductors beschäftigt. 2010

wechselte er zu Infineon Technology Austria. 2012

folgte die Gründung von Heron Semiconductors.

Dr.-Ing. Ulrike Hempel

studierte Elektrotechnik an der Universität Magdeburg

und leitet ebenfalls dort seit 2009 die Fachgruppe

Mess- und Analysensysteme am Institut für

Automation und Kommunikation (ifak) e.V.

d i ss e r tat i on s pr e i st r äg er

2 0

1 2

2 0 0 5

2 0

2 0 0 9

1 0

2 0

1 1

2 0 0 9

Jahr für

Jahr vergibt

die OVGU den Dissertationspreis

– an ihre

Summa-cum-laude-Absolventen,

den besten Doktoranden

oder die beste Doktorandin

aus dem Bereich der Naturwissenschaften.

An wen der Preis geht, entscheidet die

Forschungskommission des Senats – auf

Basis der vorgelegten Fakultätspreise

für die besten Doktorandinnen und Doktoranden

und in der Regel bis Ende Oktober

des laufenden Jahres.

Wesentliche Auswahlkriterien in der

Entscheidung, an wen der Preis

geht, sind zum einen die Liste der

Veröffentlichungen – wobei

die Publikationskultur des

jeweiligen Fachs berücksichtigt

wird –

sowie zum

20 0 5 – 2 0 1 2

anderen

die geringe

Qualifikationsdauer

des Abschlusses. Dies

betrifft also die Frage der

Regelstudienzeit sowie die

Dauer der Promotion.

2 0 0 5

Überreicht wird der Dissertationspreis

in Form einer Urkunde vom Rektor

der Universität. Doch das Beste: Der

Dissertationspreis ist mit 1.000 Euro

dotiert. Dieses Preisgeld wird großzügigerweise

von Frau Karin Witte gestiftet.

2012: Was ist aus den Dissertationspreisträgern

der Universität Magdeburg

heute geworden? Wer kehrte

an die OVGU zurück, um in seiner

ehemaligen Lehrstätte nun

selbst zu lehren? Wer ging

an andere Hochschulen

oder in die

Industrie?

2 0 0 7

2 0 0 6

Dr.-Ing. Mirko Peglow

studierte Wirtschaftsingenieurwesen für Verfahrens-

und Energietechnik an der Universität

Magdeburg. Heute arbeitet er als Technischer Geschäftsführer

der Pergande Unternehmensgruppe.

2 0 0 6

Dr. rer. nat. Niko Busch

promovierte 2006 an der Universität Magdeburg

über die neuronalen Mechanismen des Sehens, war

danach dort wissenschaftlicher Mitarbeiter und ist

seit 2009 Juniorprofessor für Medizinische Psychologie

an der Charité Berlin.

Dr.-Ing. Ulrike Krewer

promovierte an der OVGU über Methanol-Brennstoffzellen;

danach war sie u. a. OVGU-Juniorprofessorin

für Portable Energiesysteme und arbeitet heute

als Professorin/Institutsleiterin für Energie- und

Systemverfahrenstechnik an der TU Braunschweig.

Dr.-Ing. Sven Apel

war 2010 Emmy-Noether-Nachwuchsgruppenleiter

und 2007 im Akadademischen Rat – beides an der

Uni Passau; 2007 erhielt er den Software-Engineering-Preis

der Ernst-Denert-Stiftung und machte

seinen Dr.-Ing. an der Universität Magdeburg.

Dr. med. Martin Walter

ist heute ausgebildeter Facharzt für Psychiatrie,

Leiter einer Forschungsgruppe am Leibniz-Institut

für Neurobiologie und einer Depressions-Spezialambulanz

an der Universitätsklinik – den Start

hierfür gab sein Medizinstudium an der OVGU.

2 0 0 8

2 0 0 8

Dr. med. Dr. rer. nat. Björn Hendrik Schott

ist nach seinem Medizinstudium in Kiel und Magdeburg

an der Charité in Berlin angestellt und steht vor

dem Abschluss der Facharztausbildung in Psychiatrie

und Psychotherapie. Er forscht parallel in Magdeburg

am LIN, im Bereich Imaging Genetics.

92 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 93


ForschunG /

Dissertationspreis

Karin Witte

Die Stifterin des Dissertationspreises und weiterer Preise

Frau Karin Witte ist Vorstandsvorsitzende der nach ihr benannten gemeinnützigen

Stiftung und Vorstandsvorsitzende des „Karin-Witte-Fonds zur

Förderung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg“. Sie unterstützt

mit ihren Zuwendungen vor allem junge Nachwuchswissenschaftlerinnen

und Nachwuchswissenschaftler: Frau Witte stiftet seit Jahren die Dotierungen

der Dissertationspreise und der Preise für die besten Doktorandinnen

und Doktoranden der naturwissenschaftlichen und technischen Fakultäten.

Es ist ihr Anliegen, durch diese in Magdeburger Nachwuchswissenschaftler

investierten Mittel die Ausstrahlung Magdeburgs als Wissenschaftsstandort

nachhaltig zu stärken.

Weiterhin ist Frau Witte Stifterin eines Preises, der alle zwei Jahre für die

hervorragenden Leistungen einer jungen Nachwuchswissenschaftlerin

vergeben wird. 2012 rief Frau Witte außerdem den „Klaus-Erich-Pollmann-

Forschungsförderpreis“ ins Leben, mit dem u. a. der internationale Austausch

von Forschungsleistungen zwischen der OVGU und ausländischen

Forschungseinrichtungen gefördert werden soll. Dieser Preis wird 2013

erstmals vergeben.

Karin Witte, beheimatet in Lübeck, studierte Volkswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftslehre,

Französisch und Englisch. Sie arbeitete 23 Jahre lang als

Lehrerin in berufsbildenden Schulen und war 15 Jahre als Dozentin sowie

Mentorin an der Universität Lübeck und der Fernuniversität Hagen tätig.

Impressionen von der Verleihung

des Dissertationspreises

94 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 95


Technologietransfer

04

99 Medizintechnik

101 Wirbelschichttechnik

103 KAT-Netzwerk

105 Zephram

107 Firmenkontaktmesse

109 10. EMV-Industrieseminar

96 JAHRBUCH 2011 JAHRBUCH 2012 97


Technologietransfer /

Medizintechnik

aster

retter in der not

OVGU-Wissenschaftler entwickeln Rettungswagen

Ziel des zweijährigen Projektes ASTER ist es, rele-

sechs Kliniken der Grund- und Regelversorgung mit

gelangen und dem medizinischen Personal genaue-

mit telemedizinischer Ausrüstung für verbesserte

vante Informationen per Telemedizin aus und in den

einer Expertenzentrale für Schlaganfälle, der Stroke

re Fahrtzeitabschätzungen liefern zu können, wird

Schlaganfallversorgung

Rettungswagen zu übermitteln und so die schwieri-

Unit des Universitätsklinikums Magdeburg. Notärzte

das Telemedizinsystem durch das Institut für Auto-

Bei der Schlaganfallversorgung kommt es auf jede

ge und zeitkritische Entscheidung der Einsatzkräfte,

und Rettungsassistenten werden diese vorhandene

matisierungstechnik der OVGU (Prof. Dr. Christian

Minute an. „Time is Brain“ ist daher der Slogan der

wie der Patient optimal behandelt werden soll, zu

Vernetzung nutzen und sowohl die Zielklinik auto-

Diedrich) und das An-Institut IFAK (Prof. Dr. Ulrich

Ärzte bei der Akutversorgung dieser Erkrankung,

erleichtern. ASTER – Akut-Schlaganfall-Telemedizin

matisch über den eintreffenden Patienten vorinfor-

Jumar) unter anderem mit Navigationssystemen

welche gesunde Menschen plötzlich – quasi wie „ein

im Rettungswagen – knüpft dabei an die Ergebnisse

mieren als auch einen Schlaganfallexperten kon-

und Lichtsignalanlagensteuerungen intelligent

Schlag“ – trifft. Damit diese Patienten künftig sofort

des gleichnamigen Innovationsforums aus dem Jahr

sultieren können. Dadurch werden ASTER und TASC

verknüpft.

ab dem Eintreffen des Rettungsdienstes noch am

2008 an, in dessen Rahmen zusammen mit dem

im Zusammenspiel erstmals nahtlos die komplette

Weitere essentielle Beiträge zum Projekt liefern die

Notfallort von dem Fachwissen eines Spezialisten

DRK Jerichower Land das telematische Grundsystem

Schlaganfall-Rettungskette vom ersten Patienten-

drei sachsen-anhalter Unternehmen Malottki GmbH

profitieren und keine Minute ungenutzt verstreicht,

konzipiert wurde.

kontakt bis hin zur Versorgung des Patienten in der

(Funkkommunikationssystem), Tonfunk Elektronik

wird seit Januar 2012 an der Otto-von-Guericke-

Ein innovatives Highlight wird dabei die nahtlose

Klinik telemedizinisch unterstützen.

Systeme GmbH (Mobiles Eingabegerät) sowie SBSK

Universität ein Rettungswagen mit modernster

Integration der Rettungswagen-Telemedizin in die

Der zweite Forschungs- und Entwicklungsschwer-

GmbH & Co. KG (IT-Infrastruktur). Gefördert wird

telemedizinischer Ausrüstung für eine verbesserte

am Lehrstuhl für Medizinische Telematik der OVGU

punkt des Projektes liegt in der verkehrstele-

ASTER vom Bundesministerium für Bildung und For-

Schlaganfallversorgung entwickelt.

(Prof. Dr. Georg Rose) entwickelte klinische Teleme-

matischen Unterstützung der Rettungscrew: Um

schung (BMBF) im Rahmen des Programms „Wachs-

dizininfrastruktur TASC sein. TASC verbindet aktuell

schneller zum Patienten und von ihm zur Klinik zu

tumskern Potential“ mit ca. 1,5 Millionen Euro.

98 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 99


Technologietransfer /

Wirbelschichttechnik

erfolgreicher transfer

Wirbelschichtgranulator bei

Wirbelschichtpartikel

Innovative Wirbelschicht- und Partikeltechnologie

spielen hierbei als Leuchtturmprojekte des Bundes-

der Firma IPT Pergande GmbH

am Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik

Technologie- und Entwicklungszentrum für Wirbel-

Die in den 1970er Jahren an der Universität Magde-

ministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Prof. Dr.-Ing. Mirko Peglow

tätig und wurde 2007 zum Juniorprofessor ernannt.

schicht- und Partikeltechnik. Gleichzeitig konnte die

burg entwickelte Wirbelschichttechnologie genießt

eine wesentliche Rolle, wobei neben der wissen-

Anlage zur Herstellung von

und Herr Wilfried Pergande

Von 2008 bis 2012 übernahm er die Leitung einer

IPT Pergande den größten Umsatz- und Personalzu-

national und international eine hohe Anerkennung

schaftlichen Exzellenz insbesondere der Techno-

Suspensionskonzentraten als

Nachwuchsforschergruppe im Rahmen des BMBF-

wachs in der Firmengeschichte verbuchen.

und bildet traditionell eine wichtige Säule in dem

logietransfer zu regionalen Industriepartnern eine

Vorstufe der Wirbelschicht-

Programms InnoProfile. Im November 2012 erhielt

ingenieurwissenschaftlichen Ausbildungsprofil.

wichtige Rolle spielt.

granulation bei der Firma IPT

der Verfahrenstechniker vom Rektor Prof. Dr.-Ing.

Darüber hinaus ist es im Jahr 2012 gelungen, das

Beim Wirbelschichtverfahren werden flüssige

Pergande GmbH

Jens Strackeljan seine Ernennungsurkunde zum

Innovationskonzept des erfolgreichen Wachs-

oder staubförmige Ausgangsstoffe in hochwertige

Diese traditionell enge Verbindung zwischen

Honorarprofessor für Wirbelschichttechnik.

tumskerns WIGRATEC so weiterzuentwickeln, dass

Granulate umgewandelt. Anwendung findet dieses

Wirtschaft und Wissenschaft wurde im Jahr 2012

das BMBF einer weiteren Förderphase von drei

Verfahren in der Chemie, in der Lebensmittelindus-

durch den Wechsel von Prof. Dr.-Ing. Mirko Peglow

Mehr Infos unter:

Mit seinem Wechsel zur IPT Pergande GmbH als

Jahren zustimmte. Die unter dem Vorsitz von Prof.

trie sowie in der Pharmazie. Darüber hinaus wird

als Leiter der NaWiTec-Gruppe zum Technischen

www.nawitec.org

Technischer Geschäftsführer arbeitet er nun für

Peglow und Herrn Wilfried Pergande als Bündnis-

die Wirbelschichttechnologie auch bei Verbren-

Geschäftsführer der IPT – Innovative Particle Tech-

www.wigratec.de

ein Unternehmen, das als führend im Bereich der

sprecher und unter der wissenschaftlichen Leitung

nungs- oder Vergasungsprozessen eingesetzt.

nology – Pergande GmbH weiter gefestigt.

www.pergande.de

Wirbelschichtgranulation von Pflanzenschutzmitteln

von Prof. Tsotsas agierende Allianz „WIGRATEC+“

gilt. Das von Herrn Wilfried Pergande gegründete

aus zwölf Industrieunternehmen mit Zentrum bei

Auch im Jahr 2012 wurde der transferorientierte

Prof. Dr.-Ing. Mirko Peglow, 1974 in Magdeburg gebo-

Familienunternehmen mit ca. 180 Beschäftig-

der IPT Pergande wird in den kommenden Jahren

Forschungsschwerpunkt „Wirbelschichttechnik“

ren, schloss im Jahr 2000 sein Studium Wirtschafts-

ten entwickelt, errichtet und betreibt komplette

neue verfahrenstechnische Lösungen und Tech-

der Universität weiter gestärkt und ausgebaut. Die

ingenieurwesen für Verfahrens- und Energietechnik

Wirbelschichtanlagen. Nicht zuletzt im Ergebnis

nologien auf dem Gebiet der Wirbelschichttechnik

am Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik

an der Universität Magdeburg mit Auszeichnung

der engen und überaus erfolgreichen Kooperation

erarbeiten. Hierfür stehen dem Bündnis insgesamt

von Prof. Dr.-Ing. Tsotsas angesiedelte InnoProfile-

ab. 2004 promovierte er mit der Note „summa cum

mit der Universität investierte das Unternehmen

mehr als 12 Mio. Euro zur Verfügung.

Nachwuchsforschungsgruppe NaWiTec sowie der

laude“ zum Dr.-Ing. der Fachrichtung Verfahrens-

allein im Jahr 2012 fast 10 Mio. Euro in innovative

Innovative Regionale Wachstumskern WIGRATEC

technik. Von 2005 bis 2008 war er als Oberassistent

Produktionsanlagen sowie in ein hochmodernes

100 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 101


Technologietransfer /

KAT-Netzwerk

vermittlung von Wissen und

förderunG von forschung

Übersicht der im KAT-Netzwerk

KAT – das Kompetenznetzwerk für Angewandte

Problemstellungen der regionalen Wirtschaft und

organisierten Hochschulen

und transferorientierte Forschung

Gesellschaft dient. Insofern steht KAT kleinen und

Wie lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und

mittelständischen Unternehmen als ein wirksamer

Stendal

mittelständischer Unternehmen langfristig sichern?

Partner für Forschung, Entwicklung und innovatives

Durch die Kooperation dieser Unternehmen mit der

Potential zur Seite.

Wissenschaft.

Das KAT-Netzwerk, ein transferorientiertes Netz-

Organisation und Struktur

werk der Hochschulen und Universitäten des Landes

An jeder der Hochschulen und Universitäten des

Sachsen-Anhalt, versteht sich hierbei als Bindeglied

Landes Sachsen-Anhalt arbeiten KAT-Ansprechpart-

zwischen den Hochschulen des Landes Sachsen-

ner. Sie nehmen die Anfragen seitens der Unter-

Anhalt und der regionalen Wirtschaft bzw. Gesell-

nehmer entgegen und suchen für sie die adäquaten

schaft. Durch die Zusammenarbeit mit Verbänden,

Problemlöser an den Hochschulen und Universitä-

Kammern und wirtschaftsnahen Transfereinrichtun-

ten. Die Vernetzung der Einrichtungen ermöglicht

Magdeburg

gen aus Sachsen-Anhalt ermöglicht KAT der mittelständischen

Wirtschaft den schnellen Zugriff auf die

dabei ein schnelles Reagieren auf alle Anfragen.

Ressourcen und das Wissen des nahezu gesamten

Doch das KAT-Netzwerk agiert nicht nur im Bereich

Hochschulsystems im Land. Das avisierte primäre

des Wissens- und Technologietransfers – es fördert

Wernigerode

Halberstadt

Dessau-

Roßlau

Ziel von KAT: Einen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit

der Unternehmen in der Region

leisten. Durch den bedarfsorientierten Ansatz von

auch die Etablierung und Stärkung profilbildender

Forschungsschwerpunkte bzw. Kompetenzzentren

an den Fachhochschulen und Universitäten. Hier

Bernburg

Köthen

KAT wird ein InnovationsKATalysator aufgebaut,

der zur individuellen und nachhaltigen Lösung von

eine Übersicht:

Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Hochschule

KAT-Kompetenzzentrum

Halle

Hochschule Anhalt

Hochschule Anhalt

Hochschule Harz

Hochschule Harz

Hochschule Magdeburg-Stendal

Hochschule Merseburg

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Life Sciences

Digitales Planen und Gestalten

Informations- und Kommunikationstechnologien

Tourismus und Dienstleistungen

Ingenieurwissenschaften / Nachwachsende Rohstoffe

Naturwissenschaften, Chemie / Kunststoffe

IKAM GmbH

Medizintechnik

Zentrum für Innovationskompetenz SiLi-nano®

Zentrum für Innovationskompetenz HALOmem

102 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 103


Technologietransfer /

Zephram

Ideen- und

Innovationsunterstützung

für die Industrie

Seit 2006 unterstützt die aus der Fakultät für Informatik augegründete Zephram GbR führende

Technologieunternehmen bei der Entwicklung neuer Strategien, Produkte und Prozesse.

Was Zephram leistet

• Ihr erfolgreichstes Produkt ist der 2010 einge-

Geschichte

Synergieeffekte mit der OVGU

• Innovation ist die erfolgreiche Einführung einer

führte Invention on Demand-Workshop „Erfin-

• Die Geschäftsidee für das Startup entstand 2004

• Die Zephram GbR pflegt nach wie vor intensiven

nutzbringenden Neuerung. Jede Organisation, die

dung auf Knopfdruck“. Hier entwickeln Experten

während eines Schlüsselkompetenzenseminars

Kontakt zu ihrer Alma Mater. Sie beschäftigt

sich in einem freien Markt behaupten muss, ist

nach einer von Zephram konzipierten und

in Italien durch die Computervisualistik-Studen-

Studenten verschiedener Fakultäten als frei-

auf Innovation angewiesen. Die gilt insbesondere

moderierten Methode innerhalb von einem Tag

tin Jana Görs und Prof. Dr.-Ing. habil. Graham

berufliche Ideengeber und Projektmitarbeiter,

für Unternehmen, die Qualitäts- oder Technolo-

Ideen für Patente. Seit ihrer Einführung konnten

Horton. Ein Jahr später kamen EXIST-Seed Grün-

betreibt das Forschungsseminar Idea Enginee-

gieführer in ihrer Branche bleiben wollen.

Zephram-Kunden mehr als 100 Patente mit dieser

derstipendien, und die Unternehmensgründung

ring gemeinsam mit der Universität und fördert

• Die Zephram GbR in Magdeburg unterstützt

Dienstleistung anmelden.

erfolgte zum 1. Januar 2006.

finanziell eine Lehrveranstaltung zum Thema

solche Unternehmen bei ihren Innovationsaktivi-

• Weiteren Aufwind bekam die neu gegründete

Innovation.

täten indem sie den Prozess der Strategieformu-

Firma durch den IT-Gründerpreis von Microsoft

• Forschungserkenntnisse, die in der Universität

lierung, der Ideenentwicklung und der Ideenbe-

und die Vermittlung eines Business-Angels durch

entstehen, werden schnell in die Praxis um-

wertung gestaltet und begleitet.

die Existenzgründungsoffensive des Landes

gesetzt – manchmal sogar innerhalb weniger

• In den sechs Jahren seit ihrer Gründung hat Ze-

Sachsen-Anhalt.

Wochen. Umgekehrt bieten Case Studies von

phram Innovationsprojekte für Kunden in vielen

• In den ersten beiden Geschäftsjahren nutzte

Zephram einen wertvollen Praxisbezug für

zukunftsträchtigen Branchen durchgeführt, u. a.

Zephram das Innovations- und Gründerlabor

Studierende und Untersuchungsmaterial für die

in Automobilbau, Energie, Chemie, Werkzeugma-

der Fakultät für Informatik als Büro. 2008 zog

Forschung.

schinenbau, Mobilität und Informationstechno-

das Unternehmen in größere Räume im Wissen-

• Für die Otto-von-Guericke-Universität bietet

logie. Zu ihren Kunden gehören auch DAX-Un-

schaftshafen um, wo es seitdem auch Kurse im

diese Art von Zusammenarbeit ein gelungenes

ternehmen wie Siemens, Daimler, Volkswagen,

Innovationsmanagement anbietet und ausge-

Modell für die Kooperation mit der Wirtschaft,

BASF und Metro.

wählte Kundenprojekte durchführt.

den Technologietransfer und die wirtschaftliche

Stärkung des Standorts Magdeburg.

104 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 105


Technologietransfer /

Firmenkontaktmesse

AKG THERMOTECHNIK INTERNATIONAL GMBH & CO. KG • ALLIANZ BERATUNGS- UND VERTRIEBS-AG • AMAZON • AUTOVISION GMBH • BALL PACKAGING EUROPE

GMBH • BASF SE • BENTELER ENGINEERING SERVICES GMBH • BERTRANDT AG • BOSCH COMMUNICATION CENTER MAGDEBURG GMBH • BRUNEL GMBH • BUN-

DESAMT FÜR AUSRÜSTUNG, INFORMATIONSTECHNIK UND NUTZUNG DER BUNDESWEHR • C4C ENGINEERING GMBH • CAMERON GMBH • CARL ZEISS AG OBER-

KOCHEN • CE-SYS ENGINEERING GMBH • CPM SKET GMBH • DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT (GIZ) GMBH • E.ON AVACON

AG • ENERCON GMBH • ESE ENGINEERING UND SOFTWARE-ENTWICKLUNG GMBH • EURO ENGINEERING AG • FERCHAU ENGINEERING GMBH • FUELCON • GE-

MEINNÜTZIGE PARITÄTISCHE SOZIALWERKE PSW-GMBH SOZIALWERK KINDER UND JUGENDHILFE • HERMES FULFILMENT GMBH • HORBACH WIRTSCHAFTSBERA-

TUNG GMBH • IAP GMBH • IAV GMBH • IBO INGENIEURBÜRO OTTE GMBH • ICUBIC AG • INGENIEURKAMMER LSA KÖRPERSCHAFT DES ÖFFENTLICHEN RECHTS

• INTELLI ENGINEERING GMBH • K + S AKTIENGESELLSCHAFT • KOLBUS GMBH & CO. KG • LESER GMBH & CO. KG • LINTRA SOLUTIONS GMBH • MAHLE INTER-

NATIONAL GMBH • MAX STREICHER GMBH & CO. KG AA • MLP - FINANZDIENSTLEISTUNGEN AG • MMB MAGDEBURGER MASCHINENBAU E.V. • NORD/LB NORD-

DEUTSCHE LANDESBANK • NOVELIS DEUTSCHLAND GMBH WERK NACHTERSTEDT • OUTOTEC GMBH • PRION GMBH • PROSTEP AG • RANDSTAD PROFESSIONALS

GMBH & CO. KG • REGIOCOM GMBH • RKW SACHSEN-ANHALT GMBH • G/I/S/A GENDER INSTITUT SACHSEN-ANHALT • SALZGITTER AG • SELECTLINE SOFTWARE

GMBH • SKET EDV GMBH EIN UNTERNEHMEN DER DATA EXPERTS GMBH • SKW STICKSTOFFWERKE PIESTERITZ GMBH • SNP SCHNEIDER-NEUREITHER & PART-

NER AG • SPEZIALBAU ENGINEERING GMBH • STÄDTISCHE WERKE MAGDEBURG GMBH & CO. KG • TELEMOTIVE AG • THYSSENKRUPP AG • TOTAL RAFFINERIE

MITTELDEUTSCHLAND GMBH • VOLKSWAGEN AG • VOLKSWAGEN FINANCIAL SERVICES AG • WACKER CHEMIE AG • WOODWARD GOVERNOR GERMANY GMBH

Oben: Die auf der Firmenkon-

für den sprung ins berufsleben

taktmesse 2012 präsentierten

Unternehmen und Einrichtungen.

Mit 61 nationalen und

internationalen Teilnehmern

OVGU meets Firmenkontaktmesse: 24. Oktober 2012

des Fachkräftemangels! Auch präsentierten die Un-

stieg die Zahl der Aussteller

Mehr als 60 namhafte national und international

ternehmen mehr als 350 Ausschreibungen für Jobs,

im Vergleich zum Vorjahr

tätige Unternehmen präsentierten sich Mitte Ok-

Praktika sowie Studien- und Abschlussarbeiten.

nochmals leicht an.

tober auf dem Campus der Universität Magdeburg.

Flankiert wurde die 10. Firmenkontaktmesse von

Die Firmenkontaktmesse als eine Schnittstelle von

einem umfangreichen Vortragsprogramm. Auch

Rechts: Eindrücke von der

Universität und Wirtschaft fand bereits zum 10.

Coachings standen für die Berufseinsteiger auf der

Firmenkontaktmesse 2012

Mal auf dem Unicampus statt – eine Jubiläums-

Agenda – neben persönlichen Karriere-Beratungen

messe. Studierende, Absolventen, Praktikanten und

ein kostenloser Check mitgebrachter Bewerbungs-

Die OVGU auf der Hannover Messe:

Das Leitthema der Messe, das sich auch durch die

Berufseinsteiger hatten hier erneut die Möglichkeit,

unterlagen durch das Career Center der Uni Magde-

23.–27. April 2012

Halle 2 zog: „greenintelligence“ – globale Trends

mit Unternehmen verschiedenster Branchen, wie

burg, kostenfreie professionelle Persönlichkeitsana-

Die OVGU sowie weitere Universitäten und Hoch-

nachhaltiger Verfahren und Produkte.

dem Automobilbau, der Luft- und Raumfahrt, der

lysen sowie die ebenfalls kostenfreie Anfertigung

schulen aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thürin-

Der Bereich Research & Technology wurde stark

Energieversorgung, der Verkehrslogistik oder dem

von High-Quality-Bewerbungsfotos. Dies alles trug

gen präsentierten sich erfolgreich auf der Hannover

frequentiert. Neue Ideen aus der Forschung,

Maschinenbau ins Gespräch zu kommen. Aus der

dazu bei, dass die Messe 2012 wieder ein voller

Messe 2012 – auf dem Gemeinschaftsstand For-

technologische Innovationen sowie Kooperationen

Sicht der Unternehmen hingegen bot die Messe die

Erfolg werden konnte. Rund 70 Prozent der Unter-

schung für die Zukunft, Halle 2, im Bereich Research

zwischen Wirtschaft und Wissenschaft standen

Möglichkeit, mit hoch qualifizierten Absolventen

nehmen signalisierten, dass sie auch 2013 wieder

& Technology.

im Mittelpunkt. Von besonderem Interesse waren

persönlich in Kontakt zu treten – wertvoll in Zeiten

dabei sein werden.

Entscheider aus Wissenschaft und Industrie fanden

dabei die neuesten Erkenntnisse für die Bereiche

hier hervorragende Möglichkeiten, Kooperationen

Mobilitätstechnologie, Energieforschung und Res-

aufzubauen und Technologietransfer zu betreiben.

sourceneffizienz.

106 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 107


Technologietransfer /

10. EMV-Industrieseminar

Wissenschaft

trifft wirtschaft

Forschungstransfer in größter Uni-Absorberhalle

Wenn es darum geht, die Wirkung elektromagnetischer

Felder auf die empfindliche Elektronik

vieler Hightech-Produkte zu erforschen, spielt die

Universität Magdeburg eine ganz entscheidende

Rolle. Schließlich ist sie für diese Forschung auch

bestens ausgestattet: Die OVGU besitzt mit ihrer

sogenannten Absorberhalle die größte ihrer Art an

einer Universität bundesweit.

Beim „10. EMV-Industrieseminar“, am 6. November,

am Institut für Grundlagen der Elektrotechnik und

Elektromagnetische Verträglichkeit, hatten gut

200 Entwickler, Konstrukteure und Vertreter des

Managements der Elektroindustrie die Möglichkeit,

vor Ort zu erfahren, wie sie das wissenschaftliche

Know-how sowie die Technologien der Universität

Magdeburg für ihre Unternehmen nutzen können.

108 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 109


der campus wächst

05

113 Einleitung

115 bauen und Sanieren

110 JAHRBUCH 2011 JAHRBUCH 2012 111


der campus wächst /

Einleitung

Schwerpunkt Sanierung von

Lehr- und Forschungsgebäuden

A

m 10. und 11. Mai 2012 fand die Begehung der

Universität durch eine Arbeitsgruppe des

Wissenschaftsrates statt, die im Auftrag der Landesregierung

Empfehlungen für die weitere Entwicklung

des Hochschulsystems des Landes und der einzelnen

Hochschulen vornehmen sollte. In diesem Zusammenhang

wurde auch über den baulichen Zustand

und den Sanierungsgrad der Gebäude und Einrichtungen

auf dem Campus berichtet. Die Vertreter

anderer Universitäten, insbesondere aus den alten

Bundesländern, waren während des Rundgangs über

den Campus beeindruckt vom baulichen Zustand

der Gebäude sowie den vorgenommenen technischen

Modernisierungen innerhalb der Lehr- und

Forschungseinrichtungen und brachten dies auch

zum Ausdruck: „Ein Sanierungsstand von 76 %, den

die OVGU erreicht hat, ist beispielhaft und wird die

Attraktivität der Universität für Studierende und

Wirtschaftspartner weiter erhöhen.“

Diese Feststellungen verdeutlichen, dass die von der

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg gerade

im Jahr 2012 gehandhabte Praxis, gezielt verfügbare

Mittel in den Bauunterhalt und die Fortsetzung der

Sanierungsbemühungen zu stecken, auch außerhalb

der Universität positiv wahrgenommen werden. Die

engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des

Dezernates Technik und Bauplanung haben dabei

Finanzmittel in Höhe von 6,2 Millionen Euro in

verschiedenen Projekten geplant und verausgabt.

Eine Summe, die über die Mittel im Bauhaushalt der

Vorjahre weit hinausgeht und von der effektiven und

fachgerechten Arbeit der Beteiligten zeugt.

Höhepunkte im Baugeschehen auf dem Campus waren

2012 zweifellos die zwei Grundsteinlegungen auf

dem Universitätscampus. Im Mai wurde der Grundstein

für das lang geplante Forschungsverfügungsgebäude

gelegt, das Spitzenforschern im Bereich der

Systembiologie beste Voraussetzungen für ihre Tätigkeit

an der Schnittstelle zwischen Biologie, Medizin

sowie den System- und den Ingenieurswissenschaften

bieten soll. Aus Eigenmitteln wird die Universität auf

dem Campus am Schroteplatz den neuen Hörsaal 6 errichten.

Dieser im September begonnene Bau wird die

Lehr- und Lernbedingungen der Studierenden schon

ab Wintersemester 2013 entscheidend verbessern.

Die Fortsetzung der Bemühungen um Barrierefreiheit

in allen Gebäuden der Universität hat eine

wesentliche Ergänzung erfahren. In das Gebäude

der Zentralverwaltung auf dem Campus wurden ein

behindertengerechter Zugang sowie ein Aufzug eingebaut.

Studierende und Beschäftigte, aber auch die

Besucherinnen und Besucher der Universität, können

ab sofort alle Dezernate barrierefrei erreichen. Damit

sind jetzt 92 % der Hauptnutzfläche der Universität

behindertengerecht ausgebaut.

Ein wesentlicher Bestandteil der Sanierungsaufgaben

ist die Umsetzung von gesetzlichen Forderungen zum

Brandschutz. Für die Ersteinrichtung bzw. Erneuerung

von Brandmeldeanlagen und Brandschutzeinrichtungen

wurden allein im Jahr 2012 Mittel in Höhe

von 1.215.000 Euro investiert, die entscheidend dazu

beitragen werden, die Brand- und Arbeitsschutzbedingungen

für unsere Studierenden und Beschäftigten

zu optimieren sowie den Erhalt der Lehr- und

Forschungseinrichtungen im Falle eines Brandes oder

einer Havarie zu sichern.

Die Sanierung der Gebäude ist immer verbunden mit

der Verbesserung der Bedingungen für den Lehr- und

Forschungsbetrieb. Neben dem Ein- und Umbau von

Laboreinrichtungen für die Ausbildung der Studierenden

und die verbesserte Sicherung der Forschungsaufgaben,

stand die Modernisierung der medientechnischen

und möbelseitigen Ausstattung von Hörsälen

und Seminarräumen im Fokus des Mitteleinsatzes.

Insgesamt 260.000 Euro wurden dafür eingesetzt.

Auf den folgenden Seiten erhalten Sie in kommentierten

Bildern einen optischen Eindruck von der

Vielfalt des Baugeschehens auf dem Campus.

Volker Zehle

Amtierender Kanzler

112 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 113


der campus wächst /

bauen und Sanieren

Neuer raum für

Lehre und Forschung

Im Kontrast zueinander: Die Baugrube des neuen

Hörsaals 6 und die teils sanierte Fassade des

Gebäudes 40

114 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 115


der campus wächst /

bauen und Sanieren

Das Forschungsverfügungsgebäude:

Blick auf die Nordseite des Rohbaus

116 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 117


der campus wächst /

bauen und Sanieren

Blick auf die neu sanierten Fassaden der

Gebäude 14 und 15

3

Der neu gestaltete Flur des schon sanierten

Gebäudeteiles des Gebäudes 40

Am Campus Schroteplatz: In der Baugrube des

geplanten Neubaus Hörsaal 6

118 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 119


der campus wächst /

bauen und Sanieren

Brandschutz

120 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 121


WISSENSCHAFTSKOMMUNIKATION

06

125 Wissenschaft am Wochenende

127 Kinder-Uni

129 öffentliche vorlesungen

131 Campus Days

122 JAHRBUCH 2011 JAHRBUCH 2012 123


Wissenschaftskommunikation /

Wissenschaft am Wochenende

Traditionelles Opening der

magdeburg will‘s wissen

Langen Nacht der Wissenschaft:

Otto von Guerickes

Halbkugelversuch – der

Versuch, die beiden luftleeren

Die 7. Lange Nacht der Wissenschaft am 2./3. Juni

faszinierenden Technologien vor, die ansonsten

Halbkugeln voneinander zu

Der „Medizinische Sonntag“ – am Sonntag in die

gern immer wieder, etwa 20 Prozent sogar aus dem

Was passiert hinter üblicherweise verschlossenen

der Öffentlichkeit nicht zugänglich oder nur wenig

trennen. Diesmal mit Prof. Dr.

Universität

weiteren Umkreis wie der Altmark und dem Harz.

Labor- und Hörsaaltüren? In Weltraumbiotechnolo-

greifbar sind – nicht nur eine spannende Sache für

Klaus E. Pollmann, im Septem-

Wer krank ist, möchte schnell gesund werden und

Geschätzt wird von den Besuchern die Verständ-

gie, in IT? In Telemedizin oder Automobilforschung?

die Besucher, sondern auch für die Wissenschaftler:

ber verabschiedeter Rektor der

das auch bleiben. Für alle Menschen sind Gesund-

lichkeit der Vorträge und die Möglichkeit, Fragen an

Wissenschaft und Technologie einmal ganz hautnah

Immerhin bot sich ihnen hier die Möglichkeit, das

OVGU, und Oberbürgermeister

heitsinformationen daher sehr wichtig – und das am

die Experten zu richten. Der „Medizinische Sonntag“

und so richtig individuell erleben – nirgends bietet

Bewusstsein der Öffentlichkeit für Wissenschaft

Lutz Trümper auf der Kugel.

besten aus erster Hand.

kann und will nicht das Gespräch mit dem behan-

sich hierfür eine bessere Gelegenheit als in der

zu schärfen – und dem Vorurteil, sie erforsche im

Das war übrigens der 170. his-

„Der Medizinische Sonntag", eine gemeinsame

delnden Arzt ersetzen, aber er kann kompetent

Langen Nacht der Wissenschaft, die jedes Jahr von

Elfenbeinturm realitätsferne Dinge, entgegenzuwir-

torisch dokumentierte, nachge-

Veranstaltungsreihe des Universitätsklinikums der

informieren.

einem Samstag auf einen Sonntag stattfindet.

ken.

bildete Halbkugelversuch.

OVGU, der Urania sowie der Volksstimme, widmet

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist kostenfrei.

Was stand auf dem Programm? Ungewöhnliche

sich auf anschauliche Weise genau diesem Infor-

Das ist jedoch nur möglich, weil die Referenten

Auch in diesem Jahr waren mehrere Tausend Gäste

Experimente, beeindruckende Vorträge sowie Füh-

mationsbedürfnis. Denn das Programm umfasst ein

kein Honorar erhalten und die Otto-von-Guericke-

aus Magdeburg und der Region der Einladung

rungen an der Seite der renommiertesten Forscher

breites Spektrum medizinischer Themen: Allergien,

Universität den Hörsaal kostenlos zur Verfügung

der gut 30 wissenschaftlichen Einrichtungen und

der Stadt.

Augenerkrankungen, Bluthochdruck, Demenz, Dia-

stellt, die medientechnische Betreuung gewähr-

technologieorientierten Unternehmen gefolgt. Pro-

Strategischer Knotenpunkt der diesjährigen Langen

betes, Herzkrankheiten, Rheuma, Schlafstörungen,

leistet sowie den Einsatz des Hausmeister- und des

fessoren, Studierende und Mitarbeiter nahmen sich

Nacht der Wissenschaft war der Wissenschafts-

Sodbrennen oder auch Probleme in den Wechsel-

Sicherheitsdienstes übernimmt.

eine ganz Nacht lang Zeit und stellten ihren Gäste

hafen. Von hier aus fuhren die Shuttle-Busse die

jahren.

Die Medizinischen Sonntage beginnen um 10.30 Uhr

auf anschauliche und unterhaltsame Weise all die

Wissensdurstigen auf vier Erlebnisrouten.

Seit 2000 wird der „Medizinische Sonntag“ in Mag-

und finden in Magdeburg im Uni-Hörsaal 1 an der

deburg regelmäßig veranstaltet, am 28. Oktober 2012

Pfälzer Straße (neben der Universitätsbibliothek)

fand er bereits zum 100. Mal statt. Schätzungsweise

statt. Unter www.med.uni-magdeburg.de/medizini-

25.000 Besucher haben in den vergangenen zwölf

scher_sonntag sind die Vorträge der Experten oder

Jahren daran teilgenommen. Viele kommen kommen

Auszüge davon nachträglich auch online zu sehen.

124 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 125


Wissenschaftskommunikation /

Kinder-Uni

kinder wollen's wissen

Professor für Maschinenbau und Rektor der Universität Prof.

Dr.-Ing. Jens Strackeljan erklärt den Kindern der Kinder-Uni,

welche Auswirkungen Elektroautos auf die mobile Zukunft haben:

Kein Lärm, kein Motorengeräusch, kein Gestank – stattdessen

Windgeräusche und Vogelgezwitscher auf den Straßen der Stadt.

Doch wie weit fährt das Auto mit dem Strom? Und wo kann man

es auftanken?

Kinder fragen, Wissenschaftler antworten

Wem, wenn nicht Kindern, ist der Drang zu entdecken

und zu erforschen derart naturgegeben? Die

Universität Magdeburg weiß um die Neugierde

der Wissenschaftler von morgen und setzt deshalb

mit der Kinder-Uni ganz gezielt auf die Förderung

der 8- bis 12-Jährigen. Diese dürfen in der OVGU

Hörsaalluft schnuppern, spannenden Themen aus

den Bereichen Medizin, Physik, Chemie oder Sprache

lauschen – und ihr Wieso, Weshalb, Warum

loswerden.

Seit 1993 gibt es die Kinder-Uni, mehr als 15.000

Kinder haben seitdem daran teilgenommen – die

Veranstaltung erfreut sich wachsender Beliebtheit.

WANN? 4–5 mal im Jahr,

immer an einem Samstag,

11–13 Uhr

WAS? pro Veranstaltung zwei kindgerechte

Vorlesungen zu wissenschaftlichen

Fragestellungen

WO? Hörsaal 5, Gebäude 16 auf dem

Campus der Universität Magdeburg

WER? Kinder im Alter von 8–12 Jahren;

Eltern und jüngere Geschwister können

die Vorlesung per Videostream in einem

benachbarten Seminarraum verfolgen

Die Anmeldung zur Kinder-Uni sowie die aktuellen

Termine unter: www.kinderuni.ovgu.de

126 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 127


Wissenschaftskommunikation /

öffentliche vorlesungen

DER RING des wissens

Den Horizont erweitern –

durch Ringvorlesungen

Informativ und spannend: Die

Otto-von-Guericke-Vorlesung

Ringvorlesungen an der Universität Magdeburg

Ob Studierender oder außeruniversitärer Besucher,

ob jung oder alt – bequemer und vielseitiger lässt

sich Wissen nicht erlangen als beim Besuch einer

Ringvorlesung.

Ringvorlesungen sind eine spezielle Form der Vorlesung.

Es handelt sich hierbei um eine Vorlesungsreihe,

bei der sich Dozenten aus vielen verschiedenen

Fachbereichen zu ein- und demselben Thema

äußern – pro Vorlesung referiert dann ein Spezialist.

2012 beispielsweise zog die Ringvorlesung

„Natur- und Kulturraum Elbe“ viele Zuhörer in ihren

Bann, denn hier wurde aus der Perspektive von 14

wissenschaftlichen Fächern der Fluss betrachtet; zur

Sprache kamen die Geologie, Archäologie, Hydrobiologie,

die Naturgeschichte, der Gartenbau, der

Wasserbau, die Sprachgeschichte oder auch Kunstgeschichte

– um nur einige zu nennen.

Zahlreiche Fakultäten der Otto-von-Guericke-Universität

Magdeburg bietet jedes Semester aufs Neue

diese spannende Form der Wissensvermittlung an.

Das Interessante dabei: Jeder Referent hat einen

ganz eigenen Zugang, eine ganz eigene Perspektive

auf das Thema. Je mehr Vorlesungen der Ringvorlesung

besucht werden, umso tiefer tauchen die Zuhörer

ein in die Vielfalt der Sichtweisen. Es besteht

dennoch kein Zwang, jede Vorlesung einer Ringvorlesung

zu besuchen, insofern kann man einsteigen,

wann man möchte – alles ganz easy.

Informationen darüber, wann und wo Ringvorlesungen

stattfinden, werden auf den Homepages der

einzelnen Fakultäten veröffentlicht sowie in den

aktuellen Pressemitteilungen der Otto-von-Guericke-Universität

unter:

www.uni-magdeburg.de/home/Presse+_+Medien.

html

legenden der Wissenschaft – live!

Die Otto-von-Guericke-Vorlesungen

Die Otto-von-Guericke-Vorlesungen werden allseits

International renommierte Wissenschaftler ganz viel beachtet. Denn die herausragende Fachkompetenz

der Referenten verbunden mit ihrem rhetori-

unterschiedlicher Disziplinen und eine interessierte

Öffentlichkeit zusammenzuführen – das ist das schen Know-how sorgt nicht nur für eine informative,

sondern vor allem auch sehr spannende Form

Konzept der Otto-von-Guericke-Vorlesungen an der

Universität Magdeburg. Mit dieser Veranstaltungsreihe,

die seit 1995 zwei Mal jährlich stattfindet, Schönes Extra: Der Eintritt zu dieser Vorlesung ist

der Wissensvermittlung.

ehrt die Universität ihren Namenspatron.

kostenfrei.

128 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 129


Wissenschaftskommunikation /

Campus Days

probieren vorm studieren

Jedes Jahr, zwei Tage lang im Frühjahr

Die Frage, Studium ja oder nein, und wenn ja,

welcher Studiengang, dürfte ein Besuch der

Campus Days beantworten. Denn in dem von

der Universität Magdeburg gemeinsam mit der

Hochschule Magdeburg-Stendal veranstalteten

zwei Campus-Tagen kann man sich ungezwungen

Labore, Hörsäle und Studienprojekte anschauen,

an Experimenten teilnehmen, Vorträgen lauschen

und sich dank der Studienberatung über Bewerbungsfristen,

Zulassungsvoraussetzungen und

vieles mehr informieren.

Wer noch mehr Infos, und zwar direkt von der

Basis abgreifen möchte, der bucht sich vorab am

besten einen Superweiser. Das sind Studierende,

die sich während der Campus Days als Begleiter

zur Verfügung stellen und mit denen man die Uni

und Hochschule, die City oder die Kneipenviertel

noch leichter entdecken kann.

Logistisch unterstützt wird dies durch kostenlose

Bus- und Bootstouren sowie spannende touristische

Angebote.

Alle Infos unter: www.magdeburg-studieren.de

130 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 131


Campusleben

07

135 CampusKinderzimmer

137 Uni-radio und uni-TV

139 Uni-Hochhauslauf

132 JAHRBUCH 2011 JAHRBUCH 2012 133


Campusleben /

CampusKinderzimmer

Hierher mit den kids!

Neueröffnung eines zweiten Campuskinderzimmers

und Neueröffnung der KiTa „CampusKids“

Ob Vorlesungen zu vorgerückter Stunde, Recherchen

in der Bibliothek oder Prüfungsvorbereitungen –

viele Studierende und Hochschulmitarbeiter mit

Kind wissen es zu schätzen, dass die OVGU seit

2010 mit ihrem Campuskinderzimmer einen rundum

flexiblen Kinderbetreuungsservice anbietet. Hier

wird der akademische Nachwuchs von ausgebildeten

Tagesmüttern und Erzieherinnen stundenweise

betreut.

Das Campuskinderzimmer wurde seit seinem Start

so gut angenommen, dass nun im Sommer ein zweites

Campuskinderzimmer seine Pforten öffnete – im

Mitarbeiterwohnheim auf dem Medizinercampus

Leipziger Straße.

Die beiden Campuskinderzimmer werden angeboten

vom Studentenwerk Magdeburg – in Kooperation

mit der OVGU, der Hochschule Magdeburg-Stendal

sowie den Studierendenräten. Das Angebot versteht

sich als flexible Randzeitenbetreuung.

Wer seinen Nachwuchs regelmäßig betreut wissen

möchte, darf sich über die in diesem Jahr frisch

eröffnete integrative KiTa „CampusKids“ freuen, in

der die Campuskinder versorgt werden.

Die Campuskinderzimmmer und die KiTa sind ideal,

um Eltern eine möglichst reibungslose Vereinbarkeit

von Studium bzw. Beruf und Familie zu ermöglichen.

DIE CAMPUSKINDERZIMMER

Universitätscampus Magdeburg,

J.-G.-Nathasius-Ring 5, WH 7, Erdgeschoss

und

Campus Medizinische Fakultät Magdeburg

Wohnheim Fermersleber Weg 45 b

Wohnung 101

Montag bis Freitag, 16–21 Uhr

Kinder im Alter zwischen zwei Monaten und

sechs Jahren (Vorschulalter)

6 x 60 Minuten pro Woche pro Kind

für Studierende kostenlos,

für Beschäftigte der Uni 5 Euro pro Stunde

DIE KITA „CAMUPSKIDS“

Universitätscampus Magdeburg,

J.-G.-Nathasius-Ring 5, WH 7, Erdgeschoss

Montag bis Freitag, 07–19 Uhr

Alle Infos zur neuen KiTa und zum neuen Campuskinderzimmer

unter: www.studentenwerkmagdeburg.de/campuskinderzimmer/

134 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 135


Wissenschaftskommunikation /

Uni-radio und uni-TV

wir sind on-air …

Ab in die Late-Night-Show, ins

Journal oder in die Campus

Shorts

… oder auf der couch.

Neu am Start: Das Uniradio Guericke FM

Gesendet wird seit Ende September aus dem Cam-

Fest im Sattel: Das Campus TV der Uni Magdeburg

Guests“, eine Talkshow, die im Gläsernen Studio des

Das Sendebewusstsein der OVGU hat einen neuen

pus Service Center. Hauptsächlich alternative Musik

Was gibt es Neues in der Universität? Was freut,

Campus Service Center produziert wird. Moderiert

Namen: Guericke FM! Ob Indie-Indie-Indianer,

hat das Radio zu bieten, aber auch Themensendun-

interessiert oder ärgert die Studierenden? Seit

wird sie von Nawid Sorusch und Ingo Naumann, die

Stadtgeflüster oder Marscore & Postrob – durch die

gen. Ziemlich frenquentiert sind diese Produktio-

nunmehr fünf Jahren sendet das studentische

pro Sendung einen prominenten Gast aus der Uni

Titel der Sendeformate klingt bereits an, dass die

nen, sodass mittlerweile wöchentlich ausgestrahlt

Fernsehportal Campus TV News aus der OVGU. Und

oder aus Magdeburg auf die Couch bitten, um ihm

Zuhörer hier alles andere als Mainstream erwartet.

werden kann. Ein großes Ziel der Nachwuchs-Radio-

mittlerweile bringen es die Studierenden auf stolze

seine unbekannten Seiten zu entlocken. Flankiert

Vielfalt steht auf dem Programm! Kreiert von 18

macher: Guericke-FM demnächst in Eigenregie und

drei Sendeformate: Die „Campus Shorts“ sind ein

wird das Ganze von Einspielern, die einen Einblick

studentischen Nachwuchsredakteuren.

ohne Support zu gestalten.

Reportageformat, das im Live-on-Tape-Verfahren

ins Sein des Gasts erlauben – Unterhaltung pur!

Ein gutes halbes Jahr lang hatte das neue Team von

kurze, knackige Beiträge rund um den Campus und

Guericke FM Ideen gesammelt, Sendekonzepte entwickelt,

Jingles, Teaser und Promos produziert. Um

Die Sendungen von Guericke fm

Co. produziert. Die gesamte Redaktion bis hin zu Kameraführung,

Schnitt und Webauftritt bei Facebook

Die Sendungen des campus Tv

das Projekt professionell anzugehen, wurden und

und Twitter liegen in der Hand der Studierenden.

werden die jungen Radiomacher von Heart disco,

Plattenschrank /// Marscore & Postrob /// Indie-

Die Sendung „Das Journal“ hingegen liefert Beiträge

Campus Shorts: Austrahlung 1 x wöchentlich

einer Magdeburger Plattenfirma, unterstützt. Sie

Indie-Indianer /// Infomania /// Stadtgeflüster

rund um die Uni und das studentische Leben in

Das Journal: Austrahlung 1 x pro Semester

vermittelt das nötige Know-how, hilft beim Struktur-

Magdeburg. Für das anspruchsvolle Producing wer-

Couch & Guests: Ausstrahlung 1 x monatlich

aufbau, coacht die Redakteure und zeigt ihnen, wie

Die aktuellen Sendezeiten sowie die aktuellen

den die Journal-Macher in einem wöchentlich statt-

man Ideen zu radiotauglichen Formaten konzipiert.

thematischen Schwerpunkte der jeweiligen

findenden Seminar fit gemacht. Das Team ist kein

Infos und Videos unter:

Die Uni wiederum leistet die Anschubfinanzierung,

Sendungen gibt's unter: www.guericke.fm

festes, sondern wechselt jedes Semester. Der noch

www.campustv.ovgu.de oder

denn sie sieht in dem Projekt auch einen Beitrag zur

jüngste Streich der studentischen Fernsehmacher:

www.facebook.com/campustvmagdeburg

Berufsbefähigung und zum Hochschulmarketing.

Die wenig vorgeskriptete Late-Night-Show „Couch &

136 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 137


Campusleben /

Uni-Hochhauslauf

Auf die treppe

Veranstaltet wird der Hochhauslauf

vom Sportzentrum

und der Kinder-Uni der OVGU

sowie vom Studentenwerk

Magdeburg.

... fertig ... los!

Der Uni-Hochhauslauf im CAMPUS-TOWER

60 Meter Anlauf vor dem Campus-Tower, dann ganze

14 Etagen, insgesamt 232 Stufen – wer am Uni-

Hochhauslauf teilnehmen will, der muss definitiv fit

sein. Jedes Jahr aufs Neue lockt der außergewöhnliche

Wettkampf insgesamt bis zu 350 Wiederholtungstäter,

Neulinge und Kinder herbei, die sich der

Herausforderung der Höhe stellen. Die Ziele dabei:

So schnell wie möglich oben sein, den Rekord des

Vorjahres brechen, in der Ewigen Bestenliste landen

und manchmal auch einfach nur Rennen für einen

guten Zweck.

Insgesamt finden immer zwei Einzelläufe statt,

einer der Kinder-Uni und einer für Erwachsene;

gestartet wird immer im Abstand von 30 Sekunden.

Die drei besten weiblichen, die drei besten männlichen

Läufer sowie die drei besten Kinder-Läufer

werden prämiert.

Wer nicht mitlaufen, dafür aber mitfiebern möchte,

der kann den Start und das Ziel des Hochhauslaufs,

aber auch Zeiten und aktuelle Platzierungen stets

via Livestream verfolgen – oder auch von zuhause

aus, per Netz.

138 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 139


Personalia

08

142 Berufungen 2012

144 Ernennungen 2012

146 Ehrungen 2012

140 JAHRBUCH 2011 JAHRBUCH 2012 141


Personalia

Prof. Dr. Andreas Knabe

Prof. Dr.-Ing. Hermann

Professur für Volkswirtschafts-

Rottengruber

lehre

Professur für

Berufungen 2012

Energieumwand lungssysteme

für mobile Anwendungen

Dorothea-Erxleben-Prof.

Prof. Dr. med. Steffen

Prof. Dr.-Ing. Hans-

Prof. Dr. Frank Bünning

Dr.-Ing. Birgit Futterer

Borrmann

Christian Möhring

Professur für Technische

Professur für Geophysik/

Professur für Molekulare

Professur für Fertigungs-

Bildung und ihre Didaktik

Strömungsmechanik

Mikrobiologie

einrichtungen

Prof. Dr. rer. nat.

Prof. Dr. rer. nat.

Prof. Dr. Anna Geis

Prof. Dr. Michael Dick

Daniela C. Dieterich

Thomas Schüler

Professur für Internationale

Professur für Betriebs-

Professur für Pharma kologie

Professur für Molekulare

Beziehungen und Theorie der

pädagogik

und Toxikologie

Immunologie

Politik

Prof. Dr. rer. nat.

Prof. Dr. med.

Prof. Dr. phil. habil.

Prof. Dr. phil. Benjamin

Inna Lavrik

Notger Müller

Susanne Peters

Klopsch

Professur für Translationale

Professur für Neuro protektion

Professur für Englische Kultur-

Professur für Algebra

Entzündungsforschung

und Literaturwissenschaft

Prof. Dr. med.

Prof. Peter John Nestor,

Prof. Dr. rer. nat. habil.

Prof. Dr. med.

Ulrike Seifert

PhD

Sebastian Sager

Markus Ullsperger

Professur für

Professur für Hirnplastizität

Professur für Mathematische

Professur für

Immunmodulation

und Neurodegeneration

Optimierung (2)

Neuropsychologie

Prof. Dr. med.

Prof. Dr. med. Hagen

Prof. Dr. habil. Miles

Prof. Dr.

Frank Angenstein

Thieme

Simon

Bertram Gerber

Professur für Kleintier-Neuro-

Professur für Augenheilkunde

Professur für Nichtlineare

Professur für Neurobiologie

imaging/Demenzmodelle

Analysis (1)

Prof. Alexander

Prof. Dr. rer. nat.

Prof. Dr. Marko Sarstedt

Dityatev, PhD

Thomas Wolbers

Professur für Marketing

Professur für Molekulare

Professur für Kognition im Alter

Neuroplastizität

142 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 143


Personalia

Berufungen

Juniorprofessuren 2012

Jun.-Prof. Dr.-Ing.

Jun.-Prof. Dr. Olaf Dörner

Apl.-Prof. Dr. med.

Apl.-Prof. Dr. rer. nat.

Manja Krüger

Professur für Erziehungswis-

Irina Böckelmann

Thomas Wex

Professur für Werkstoff-

senschaft mit dem Schwer-

Bereich Arbeitsmedizin

Med. Versorgungszentrum für

technik, spezielle metallische

punkt Erwachsenen- und

Labormedizin, Mikrobiologie

Werkstoffe

Weiterbildung

und Infektionsepidemiologie

Magdeburg

Jun.-Prof. Dr. Guido Voigt

Jun.-Prof. Dr.-Ing.

Apl.-Prof. Dr. med.

Apl.-Prof. Dr. med.

Professur für Operations

Sören Hirsch

Thomas Brune

Ludwig Niehaus

Management

Professur für Aufbau- und

Kinder- und Jugend-

Neurologische Klinik des

Verbindungstechnik

medizinische Klinik des

Klinikums Schloss Winnenden

Klinikums Lippe-Detmold

Ernennungen auSSerplanmäSSige

Professuren 2012

Apl.-Prof. Dr. med.

Gernot Geginat

Institut für Medizinische

Mikrobiologie

Apl.-Prof. Dr. med.

Steffen Rickes

Medizinische Klinik des

AMEOS Klinikums St. Salvator

Halberstadt

Apl.-Prof. Dr. med.

Hubert Scheidbach

Klinik für Allgemein-, Viszeral-

und Gefäßchirurgie der

Kreisklinik Bad Neustadt/

Saale gGmbH

Apl.-Prof. Dr.-Ing. habil.

Konstantin Naumenko

Institut für Mechanik

Apl.-Prof. Dr. rer. nat.

habil. Matthias Kunik

Institut für Analysis und

Numerik

Apl.-Prof. Dr. habil.

Sabine Riedel

Institut für Politikwissenschaft

Apl.-Prof. Alan

Apl.-Prof. Dr. med.

Richardson-Klavehn,

PhD

Universitätsklinik für

Neurologie

Christian Vorwerk

Universitätsaugenklinik

Ernennungen

Honorarprofessuren 2012

Apl.-Prof. Dr. rer. nat.

PD Dr. rer. nat.

Hon.-Prof. Dr. Ulf

Prof. Dr.-Ing.

Ursula Bommhardt

Thomas Koch

Gundlach

Mirko Peglow

Institut für Molekulare und

Grünenthal GmbH, Aachen

Staatssekretär im Innen-

Professur für Wirbelschicht-

Klinische Immunologie

ministerium Sachsen-Anhalts

technik

und Honorarprofessur für

Steuerrecht

144 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 145


Personalia

Ehrungen 2012

Prof. Dr.-Ing. Tibor Bercsey

Jöran Beel, Stefan Langer und Marcel Genzmehr,

Ekaterina Ananyeva,

Dr. med. Michael Bellutti

von der Technischen

russische Studentin im

von der Universitäts-

und Wirtschaftswissen-

Bachelor „European

klinik für Dermatologie

schaftlichen Universität

Studies“ der OVGU, er-

und Venerologie Mag-

Budapest wurde von der

hielt das von der Stadt

deburg, wurde mit den

Fakultät für Maschi-

Magdeburg gemeinsam

Forschungsstipendium

nenbau der Universität

mit der Universität

2012 des Deutschen

Magdeburg mit der

Magdeburg vergebene

Psoriasis Bundes aus-

Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Die Ehrendoktor-

OVGU-Diplominformatiker aus der Data and

Otto-von-Guericke-Stipendium. Die mit 6.000 Euro

gezeichnet. Das vom Gesundheitsunternehmen Ab-

würde gilt als höchste Auszeichnung, die durch eine

Knowledge Engineering Group von Prof. Dr. Andreas

dotierte Auszeichnung wird an ausländische Studie-

bott gestiftete Fördergeld in Höhe von 12.000 Euro

Universität an verdiente auswärtige Wissenschaft-

Nürnberger, gewannen im landesweiten Business-

rende verliehen, die sehr gute Studienergebnisse

wird Dr. Bellutti für seine Studien zur Erforschung

ler vergeben wird. Prof. Bercsey forscht in den drei

planwettbewerb ego.-BUSINESS den mit 1.000 Euro

vorweisen und sich darüber hinaus auch gesell-

der Wechselwirkungen zwischen Psoriasis (Schup-

maßgeblichen Teilgebieten der Produktentwicklung:

dotierten Preis. Die Auszeichnung bekamen die

schaftlich engagieren. Parallel zu ihrem Studium

penflechte) und Morbus Crohn (eine chronisch-ent-

Maschinenelemente, Konstruktionstheorie/-metho-

Promotionsstipendiaten für ihre Software „Doce-

arbeitete Frau Ananyeva bspw. am Bosch Communi-

zündliche Darmerkrankung) verwenden. Konkret soll

dik sowie dem Rechnerunterstützten Konstruieren.

ar“, eine Komplettlösung zur Literaturverwaltung.

cation Center; im April nahm sie am internationalen

gezeigt werden, dass bei Menschen mit Psoriasis

In der Lehre hat er besonders in der Integrierten

„Docear“ vereint alle wichtigen Komponenten zur

Symposium „Europe: East and West“ in Pitsburgh,

oftmals auch ein unterschwelliger Morbus Crohn

Produktentwicklung wichtige Impulse gesetzt. Für

Literaturrecherche, Verwaltung und Erstellung in

USA, teil und leistete viele Beiträge zum interkultu-

vorliegt. Die Studie wird in Kooperation mit der Uni-

seine wissenschaftlichen Leistungen wurde er be-

einer Anwendung. „Docear“ ist kostenfrei und für

rellen Austausch als Journalistin der Online-Zeitung

Klinik für Gastroenterologie Magdeburg erfolgen,

reits mehrfach international ausgezeichnet.

alle gängigen Betriebssysteme erhältlich.

„BordersOff“.

wo Dr. Bellutti auch seine Ausbildung begann.

Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan,

Prof. Dr. sc. pol. Karl-Heinz Paqué,

Prof. Dr. Anita Hökelmann,

Prof. Dr. Andreas Seidel-Morgenstern,

Inhaber des Lehrstuhls

Dekan der Fakultät für

Sportwissenschaftlerin

Inhaber des Lehr-

für Technische Dynamik

Wirtschaftswissenschaft

der Uni Magdeburg,

stuhls für Chemische

an der Universität Mag-

der OVGU, erhielt von

nahm anlässlich des 25.

Verfahrenstechnik an

deburg und seit Oktober

der Universität Miskolc

Jubiläums des weltweit

der Otto-von-Guericke-

dort Rektor, wurde für

(Ungarn) die Ehrendok-

größten Mobilitäts-

Universität Magdeburg

seine herausragenden

torwürde – für seine

programms ERASMUS

und seit 2002 Direktor

wissenschaftlichen

herausragende Analyse

für ihr besonderes

am Magdeburger Max-

Leistungen von der Nationalen Technischen Univer-

der Weltwirtschaft, die sich v. a. mit der ökonomi-

Engagement bei der Internationalisierung der Lehre

Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer

sität der Ukraine in Kiew mit der Ehrendoktorwürde

schen Entwicklung Mitteleuropas und Ostdeutsch-

eine Auszeichnung entgegen. Mit dem eigens für

Systeme, wurde in Odense, Dänemark, mit der

ausgezeichnet. Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan forscht

lands seit dem Fall des Eisernen Vorhangs beschäf-

die ERASMUS-Feierlichkeiten entworfenen Preis

Ehrendoktorwürde der „Syddansk Universitet“

auf dem Gebiet der Technischen Dynamik und ko-

tigt, sowie für seine Verdienste bei der Förderung

werden Personen oder Initiativen geehrt, die sich

ausgezeichnet. Er erhielt diesen Titel in Würdigung

operiert eng mit der Universität in Kiew in gemein-

der internationalen wirtschaftswissenschaftlichen

besonders um das ERASMUS-Programm verdient

seiner ingenieurwissenschaftlichen Arbeiten auf

samen Forschungsprojekten zur Automobiltechnik

Zusammenarbeit. Das betrifft v. a. die Kooperation

gemacht haben. Unter Prof. Dr. Hökelmanns Leitung

dem Gebiet der Reaktions- und Trenntechnik, ins-

oder Medizintechnik. Mit der Ehrung fand auch sein

zwischen Deutschland und Ungarn, insbesondere

war der internationale Masterstudiengang „Per-

besondere für die Entwicklung neuartiger Prozesse

besonderes Engagement bei der Weiterentwicklung

die der Unis in Miskolc und Magdeburg. 2002–2006

formance Analysis of Sport“ am Institut für Sport-

zur ressourcenschonenden und energieeffizienten

der gemeinsamen Ukrainisch-Deutschen Fakultät für

war Prof. Paqué Finanzminister Sachsen-Anhalts. Er

wissenschaften aufgebaut worden, der nun mit

Herstellung von hochreinen pharmazeutischen

Maschinenbau der beiden Universitäten Anerken-

ist Mitglied der Enquete-Kommission des Deutschen

den Unis in Nottingham (England) sowie Valencia

Wirkstoffen.

nung, die im Mai ihr 10-jähriges Bestehen feiern

Bundestags „Wohlstand, Wachstum, Lebensqualität“

(Spanien) gemeinsam erfolgreich angeboten wird.

konnte.

sowie des Konvents für Deutschland.

146 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 147


Personalia

Personalia

Ehrungen 2012

Prof. Dr.-Ing. Georg Bretthauer,

Sandy Billing,

Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann,

Prof. Dr. Jürgen Dassow,

international renom-

Gesundheits- und

bis September 2012

Gründungsrektor der

mierter Informatiker

Kinderkrankenpflegerin,

Rektor der Universität

Otto-von-Guericke-

und Automatisie-

erhielt den Fritz-Thoe-

Magdeburg, wurde

Universität Magdeburg,

rungstechniker vom

nes-Gedächtnispreis

aus Anlass seiner

wurde am 18. Septem-

Karlsruher Institut für

2012 für ihre sehr guten

Verabschiedung und

ber während eines

Technologie, wurde von

fachlichen, sozialen und

in Anerkennung seiner

Festkolloquiums in den

der Fakultät für Elektro-

personellen Kompeten-

großen Verdienste um

Ruhestand verabschie-

technik und Informationstechnik der Uni Magdeburg

zen und Leistungen während ihrer Ausbildung zur

die Universität und den Wissenschaftsstandort

det. Der Mathematiker und Informatiker war von

mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Langjäh-

Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin. Über-

Magdeburg geehrt – durch seine Aufnahme in das

1993 bis 1996 der erste Rektor der neu gegründeten

rige Forschungsgebiete von Prof. Bretthauer, wie

reicht wurde der Preis im Rahmen der Abschlussfei-

Goldene Buch der Landeshauptstadt. Die erfolgrei-

Universität Magdeburg, die aus der Fusion der

Mechatronik und Biomechanik, Lernfähige Systeme,

er für die Absolventen des Ausbildungszentrums für

che Entwicklung der OVGU war ganz maßgeblich mit

Technischen Universität Magdeburg, der Pädagogi-

Modellbildung, Simulation und Optimierung sowie

Gesundheitsfachberufe des Uniklinikums vom Stif-

dem Rektorat von Prof. Pollmann verbunden. Durch

schen Hochschule und der Medizinischen Akademie

Methoden, Verfahren und Werkzeuge, die tech-

ter des Preises, Prof. Dr. Gunther Thoenes. Dessen

sein Amt und sein herausragendes Engagement

hervorgegangen war. Die Laudatio würdigte vor

nische Systeme zu komplexen Wahrnehmungen

Vater hatte als Direktor von 1934–1953 die Magde-

auch weit über diese Funktion hinaus hatte er Anteil

allem Prof. Dassows große Verdienste und Verhand-

befähigen, verknüpft er in einem sehr erfolgreichen

burger Kinderklinik durch die schweren Kriegs- und

daran, dass die Universität mittlerweile national

lungsgeschick im Prozess der Zusammenlegung

interdisziplinären Ansatz. In den letzten Jahren fan-

Nachkriegsjahre geführt. Nach wie vor soll mit

und auch international einen hervorragenden Ruf

dieser drei Wissenschafts- und Bildungseinrichtun-

den besonders seine Arbeiten an der Schnittstelle

dem Preis auf die Notwendigkeit des Erhaltes der

genießt und Magdeburg als ein viel beachteter Wis-

gen, was die Basis war für den heutigen Erfolg der

von Informatik, Automatisierung und Medizintech-

Eigenständigkeit des Berufes der Gesundheits- und

senschaftsstandort wahrgenommen wird.

Universität Magdeburg.

nik sehr große Aufmerksamkeit in der Fachwelt.

Kinderkrankenpflege hingewiesen werden.

Valeriia Pishchanska

PD Dr. med. Florian Heidel,

PD Dr. Michael Haase,

Sarah Hoffmann,

erhielt den mit 1.000

Oberarzt der Univer-

Oberarzt und Wissen-

Absolventin der Kinder-

Euro dotierten DAAD-

sitätsklinik für Häma-

schaftlicher Mitarbeiter

krankenpflege, erhielt

Preis 2012 – für ihre

tologie und Onkologie

an der Universitäts-

vom Förderverein der

besonderen akademi-

Magdeburg, wurde für

klinik für Nieren- und

Universitätskinderklinik

schen Leistungen und

seine exzellente wis-

Hochdruckkrankheiten,

„Karl Nißler“ eine Aus-

ihr herausragendes

senschaftliche Arbeit

Diabetologie und Endo-

zeichnung für ihr außer-

soziales Engagement.

mit dem HEXAL-Förder-

krinologie Magdeburg,

ordentliches berufliches

Nach ihrem wirtschaftswissenschaftlichem Studi-

preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs 2012

wurde mit dem HEXAL-Förderpreis für den wissen-

Engagement: Bei Veranstaltungen im Berufsinfor-

um an der renommierten Mohyla Akademie Kiew

ausgezeichnet. Dr. Heidel forscht auf dem Gebiet

schaftlichen Nachwuchs 2011 ausgezeichnet. Die

mationszentrum, der „Langen Nacht der Wissen-

studierte Frau Pishchanska im englischsprachigen

der Leukämie mit dem Ziel, neue Therapieansätze

Medizinische Fakultät der OVGU und der Stifter HE-

schaft“ des Uniklinikums und am „Tag der offenen

Masterstudiengang „International Economics and

zur Behandlung dieser bösartigen Erkrankung zu

XAL würdigten mit dieser in Höhe von 10.000 Euro

Tür“ im Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe

Finance“ an der OVGU. Sie engagierte sich im

finden. Seit 1997 wird der mit 10.000 Euro dotierte

dotierten Anerkennung Dr. Haases Forschungen auf

setzte sie sich mit hoher Motivation für den Beruf

DAAD-Freundeskreis und nahm aktiv an der Orga-

Förderpreis einmal pro Jahr vergeben. Die Medizi-

dem Gebiet der akuten Nierenschädigung sowie

der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege ein. Bei

nisation vieler DAAD-Veranstaltungen in Magde-

nische Fakultät der OVGU und der Stifter HEXAL

deren frühzeitige Diagnostik. Der jährlich vergebene

einer Weiterbildungsveranstaltung der Kinderklinik

burg teil. Frau Pishchanska war des Weiteren seit

würdigen mit dem Preis Forschungsvorhaben von

HEXAL-Förderpreis soll Nachwuchswissenschaftler

für Eltern, deren Kinder an endokrinologischen

dem ersten Semester in die Arbeit der Lehrstühle

herausragender klinischer Bedeutung sowie großer

motivieren und bei ihrer wissenschaftlichen Orien-

Erkrankungen leiden, übernahm sie bereitwillig die

Arbeitsmarktökonomie und Finanzwirtschaft einge-

Interdisziplinarität; sie möchten damit Nachwuchs-

tierung unterstützen. Die Verleihung des HEXAL-

Betreuung betroffener Kinder, um den Eltern die

bunden. Ebenso hatte sie an zahlreichen Fach- und

wissenschaftler motivieren und in ihrer wissen-

Förderpreises 2011 fand im März 2012 statt.

Teilnahme an der Veranstaltung zu ermöglichen.

Studentenkonferenzen teilgenommen.

schaftlichen Orientierung unterstützen.

148 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 149


Personalia

Ehrungen 2012

Guerickes Erben: Die kreativsten Köpfe aus

Dr.-Ing. Abdolreza Kharaghani,

Rocco Gasteiger,

Forschung und Lehre der Universität Magdeburg

Gruppenleiter der

Institut für Simulation

wurden anlässlich des 410. Geburtstages des Na-

Porennetzwerkmodel-

und Grafik, bekam von

menspatrons der Otto-von-Guericke-Universität auf

lierung am Lehrstuhl für

der Fachgruppe „Visual

dem 20. Akademischen Festakt für ihre exzellenten

Thermische Verfahrens-

Computing in Biologie

Leistungen gewürdigt:

technik der Otto-von-

und Medizin“ der Ge-

Der mit 5.000 Euro dotierte Otto-von-Guericke-

Guericke-Universität

sellschaft für Informatik

Forschungspreis 2012 ging an ein interdisziplinäres

Doktoranden- und Disserta-

Magdeburg, wurde

den Karl-Heinz-Höhne-

Team von Wissenschaftlern, die an der Entwicklung

tionspreise – für exzellente

für seine exzellente Forschung auf dem Gebiet der

Preis (MedVis-Award) verliehen. Gasteiger erforscht

zukunftsweisender Medizintechnik forschen. Ihr Pro-

Wissenschaft

Trocknungstechnik ausgezeichnet. Anlässlich des 18.

die Visualisierung von Strömungsphänomenen in

jekt STIMULATE wird Technologien für bildgeführte

International Drying Symposium (IDS) in Xiamen,

zerebralen Aneurysmen – das sind Aussackungen

minimal-invasive Methoden in der Medizin entwi-

China, erhielt er den „Young Scientist in Drying“-

von Blutgefäßen. Der Preis ehrt Nachwuchswissen-

ckeln, die sowohl Behandlungsmethoden in den

Preis, der Erfolge junger Forscher unter 35 Jahren

schaftler, die wichtige Beiträge im Bereich Diagno-

Bereichen Onkologie, Neurologie sowie kardiovasku-

würdigt. Die Jury war mit international renommier-

se, Planung und Intervention auf Basis bildgeben-

läre Erkrankungen verbessern als auch die Kostenex-

Ehrensenatorwürde: Rektor

ten Wissenschaftlern des Fachgebietes besetzt.

der Verfahren in der Medizin leisten.

plosion im Gesundheitswesen eindämmen sollen.

der OVGU, Prof. Dr.-Ing. Jens

Auch wurde erstmals der Otto-von-Guericke-Lehr-

Strackeljan (links) ernennt

preis der Uni Magdeburg vergeben – an zwei Medi-

Alt-Rektor Prof. Dr. Klaus Erich

ziner, für ihr innovatives Lehrkonzept in der Medizi-

Pollmann zum Ehrensenator

Sabine Körber,

Das Technologie-Transferprojekt WIGRATEC

nerausbildung. Ziel des Konzepts ist es, Theorie und

der Universität Magdeburg

leitende Stations-

der Otto-von-Guericke-

Praxis während des Studiums besser miteinander

schwester am Uni-

Universität Magde-

zu vernetzen. Dazu werden Medizinstudenten in

Der Otto-von-Guericke-

versitätsklinikum

burg wurde als die

den Operationsbetrieb und die Betreuung schwer-

Forschungspreis 2012:

Magdeburg, erhielt

„innovativste Allianz“

kranker Patienten intensiv eingebunden. Dieser

Vergabe an das Team mit dem

den erstmalig verlie-

Sachsen-Anhalts mit

neue Lehransatz zielt ab auf ein interdisziplinäres

Medizintechniker Prof. Dr.

henen Adelheid-Preis

dem Hugo-Junkers-

Behandlungskonzept als auch auf die Förderung von

Georg Rose, dem Informatiker

der Landeshauptstadt

Innovationspreis des

Kompetenzen wie Teamgeist, Durchhaltevermögen

Prof. Dr. Bernhard Preim, dem

Magdeburg. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis ehrt

Landes ausgezeichnet. WIGRATEC ist ein aus der

und Emotionalität.

Neuroradiologen Prof. Dr. Ska-

herausragendes ehrenamtliches, soziales Engage-

Entwicklung der Wirbelschichttechnologie an der

Auf dem Akademischen Festakt erhielten auch die

lej sowie dem Physiker Prof.

ment. Sabine Körber engagiert sich seit vielen Jah-

OVGU hervorgegangenes Innovationsbündnis.

besten Doktoranden des Jahres 2012 Doktoranden-

Dr. Oliver Speck (v.l.n.r.)

ren in ihrer Freizeit für HIV-Infizierte und an AIDS

Die Allianz aus zwölf Industrieunternehmen und

preise – jeweils in Höhe von 1.000 Euro, zur Ver-

Erkrankte. Um diesen Menschen über die medizi-

zwei Hochschulen entwickelt verfahrenstechnische

fügung gestellt von der Stifterin Karin Witte. Zwei

nische Betreuung hinaus zu helfen, bildete sie sich

Lösungen, um Wirbelschichtprozesse und die hier-

dieser Doktoranden, Dr. Christian Michael Stoppel

systematisch weiter. Unter anderem absolvierte sie

mit erzeugten Produkte regionaler Unternehmen

und Dr.-Ing. Sebastian Stober, erhielten außerdem

berufsbegleitend eine Ausbildung zur Gesundheits-

wesentlich zu verbessern. Das Leuchtturmprojekt

den Dissertationspreis 2012 für die beste wissen-

trainerin für Menschen mit HIV und AIDS und baute

wurde gewürdigt, weil es neue und offene Prozesse

schaftliche Arbeit.

NEU! Der Otto-von-Guericke-

nach ihrer Ausbildung, ab 2006, in Magdeburg ein

des Wissens- und Technologietransfers eingeführt

Auch wurde dem Alt-Rektor der OVGU, Prof. Dr.

Lehrpreis: Vergabe an die

solches Gesundheitstraining auf, was für viele Pati-

habe. Insgesamt wurde ein Preisgeld in Höhe von

Klaus Erich Pollmann, die Ehrensenatorwürde

Mediziner Prof. Dr. Christian

enten den Umgang mit der Erkrankung erleichterte.

60.000 Euro an die zwölf Finalisten vergeben.

verliehen – für seine umfassenden Leistungen als

Vorwerk (3. v. re.) und PD Dr.

Rektor der Universität in den Jahren 1998 bis 2012.

Dörthe Küster (2. v. re.)

150 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 151


ZAhlen / Fakten / Anhang

09

154 ENTWICKLUNG DER STUDIERENDEN-

ZAHLEN GESAMT / FRAUENANTEIL /

INTERNATIONALE 2000/01–2012/13

156 ANTEIL DER STUDIERENDEN IN

FÄCHER GRUPPEN

157 HERKUNFT DER STUDIERENDEN

158 ENTWICKLUNG DER STUDIERENDEN-

ZAHLEN in den Fakultäten 2002/03–

2012/13

159 STUDIERENDE in deR REgelstudienzeit

152 JAHRBUCH 2011 JAHRBUCH 2012 153


ZahLEN / Fakten / Anhang

ENTWICKLUNG DER STUDIERENDEN ZAHLEN

GESAMT / FRAUENANTEIL / INTERNATIONALE

2000/01–2012/13

Nachdem der Anteil der internationalen Studie-

weiblichen Studierenden sind wie im Vorjahr mit

renden 2004–2011 auf gleichbleibendem Niveau

einem Anteil von knapp über 40 Prozent vertreten.

gelegen hatte, erhöhte er sich zum Wintersemester

Auch die Gesamtzahl der Studierenden blieb im

2012/13 erstmals deutlich – um 238 Studierende. Die

Vergleich zum Vorjahr auf gleichem Niveau.

14000

12475 12585

12898 12954

13285

13770

13625

13891

13880

12000

11249

10000

9879

9229

8408

8000

6000

5280

5803

5669

5824 5748 5782 5918 5778 5707

5769

4599

4000

3805

4084

2000

0

1722

1440 1488 1493

1317

1391 1354 1410 1410 1484

1163

977

816

2000/01 2001/02 2002/03 2003/04 2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13

Gesamt

Frauenanteil

Internationale

154 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 155


ZahLEN / Fakten / Anhang

ANTEIL DER STUDIERENDEN

IN FÄCHER GRUPPEN

HERKUNFT DER STUDIERENDEN

Die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften,

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Studien-

Studienanfänger aus den alten Bundesländern. Da-

der Sport sowie die Humanmedizin / Gesundheits-

anfänger aus Sachsen-Anhalt zum Wintersemester

gegen stieg der Anteil der ausländischen Studienan-

wissenschaften bauten ihre Position weiter aus, in

2012/13 leicht rückläufig, ebenso die Anzahl der

fängern deutlich an.

allen anderen Fächergruppen war der Anteil der

Studierenden leicht rückläufig.

%

Sport

Rechts-, Wirtschafts- und

(393)

Sozialwissenschaften (3.157)

Sprach- und Kulturwissenschaften

(2.446)

50

Mathematik,

Naturwissenschaften (1.729)

Kunst, Kunstwissenschaften (7)

Sonstige Fächer (34)

40

44,96

41,72

Humanmedizin / Gesundheitswissenschaften

(1.417)

Ingenieurwissenschaften

(4.708)

34,98

35,86

34,06

32,79

Rechts-, Wirtschafts- und

Sozialwissenschaften (3.220)

Mathematik,

Naturwissenschaften (1.692)

Sport

(400)

Sprach- und Kulturwissenschaften

(2.369)

Kunst, Kunstwissenschaften (5)

Sonstige Fächer (0)

2011/12

30

20

10

15,55

13,13

15,66

16,96

18,26

25,61

10,68

17,46

27,90

12,41

Humanmedizin / Gesundheitswissenschaften

(1.544)

Ingenieurwissenschaften

(4.650)

2012/13

Sachsen-Anhalt

Neue Bundesländer

0

0,47

0,54

2011/12 2012/13 2011/12 2012/13

1. FS 1. FS Gesamt Gesamt

0,49

0,51

und Berlin

Alte Bundesländer

Deutsche mit Wohnsitz

im Ausland

Ausländer

156 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 157


ZahLEN / Fakten / Anhang

ENTWICKLUNG DER STUDIERENDEN ZAHLEN

in den Fakultäten 2002/03–2012/13

STUDIERENDE in deR

REgelstudienzeit

Einen zahlenmäßigen Zuwachs verzeichnen für das

Wintersemester 2012/13 die Humanwissenschaften,

die Humanmedizin, die Mathematik sowie die Verfahrens-

und Systemtechnik.

Insgesamt 10.230 Studierende befinden sich 2012/13

in der Regelstudienzeit. Das sind 169 weniger als im

Studienjahr 2011/12.

14000

2082

2195

2334

2295

12000

1063 1222

1363 1616

1995

%

906

802 881

930

1012 1081

1341

1336 1422

1431

10000

8000

6000

737

280

471

1392

171

495

955

3088

450

521

1461

186

527

1081

3509

588

1469

243

610

1166

3832

626 618

1383

1317

338

261

654 680

1218 1291

3759 3921

635

620

1257 1227

351 330

706 715

1360 1433

3761

3758

805

775 780

1222

1094 1070

313

295 326

746 765 734

1480 1405 1417

3820 3723 3538

767

1067

291

732

1543

3593

100

80

60

104 129 77 71

532

239

194

182

1659

1108

757

508

43 176 26 134 71 831

97

1031 355

2819

1420

72

176

117

439

2428

1735

10230

4000

2000

0

MB

VST

EIT

INF

2563 2523

2290

2390

2244

2270

MATH

2045

1913 1961 2037

2161

NAT

MED

HW

Promotionsstudierende

über der Regelstudien zeit

WW

in der Regel studienzeit 0

2002/03 2003/04 2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 MB VST EIT INF MATH NAT MED HW WW Gesamt

40

20

158 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 159


Ärztliches Direktorat ..........................

Audiovisuelles Medienzentrum .................

Dekanat .....................................

Fachstudienberatung Integrative Neuroscience . . . .

Fachstudienberatung Medizin (Vorklinik) .........

Kaufmännisches Direktorat ....................

Medizinisches Rechenzentrum ..................

Medizintechnische Zentralbibliothek ............

Mensa ......................................

Personalabteilung ............................

Pflegedirektorat ..............................

Referat Forschung ............................

Studiendekanat ...............................

Zentralapotheke ..............................

Zentraler Hörsaal .............................

18

22

18

91

29

18

17

41

41

18

18

1

2

6

22

Campus der Medizinischen Fakultät

Gebäude

91

PKW-Einfahrt

41

P

P

29

P

P

P

Fermersleber Weg

H

2

1

P

22

6

17

18

H

19

3, 9

Haupteingang

Leipziger Straße Stadtzentrum

160 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 161

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