Juni 2013 - GT-Info

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| STADTGESPRÄCH

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Am 22. Mai jährt sich der Geburtstag Richard

Wagners zum zweihundertsten Mal. Anlass genug,

das künstlerische Lebenswerk des Komponisten

in Gütersloh mit einer Aufführung der

besonderen Art zu würdigen. „Best of Wagner“

heißt die Veranstaltung der dritten „Gütersloh

Music Night“ am 15. Juni im großen Saal der

Stadthalle. Ulrich Bongartz, Kulturmanager der

Agentur concerteam, konnte für dieses Charity-Konzert

die Nordwestdeutsche Philharmonie

in wagnerspezifischer Orchesterstärke mit

hochkarätigen Solisten gewinnen.

GT-INFO Redakteurin Petra Heitmann sprach

mit Ulrich Bongartz und dem Intendanten Andreas

Kuntze über dieses hochklassige Musikereignis

in Gütersloh, über den Charity-Gedanken

dieser Veranstaltung, über Wagners

ungebrochene Faszination, seine Musik, aber

auch seine antisemitische Haltung.

allein reicht nicht aus, um die Stadthalle zu

füllen. Da muss man auch diejenigen begeis -

tern, die sich nicht sicher sind mit der Musik

und dem Komponisten. Die müssen sich

dann auf Wagner einlassen. Und: Wagner

auch wagen. Aber es ist kein Wagnis.

Wie ist es zu der Zusammenarbeit mit der

Nordwestdeutschen Philharmonie gekommen?

Ulrich Bongartz: Die Nordwestdeutsche

Philharmonie hat über Jahre in Gütersloh

gespielt. Ich bin Lokalpatriot und wenn man

ein tolles Orchester in der Region hat, dann

sollte man das auch für sich gewinnen und

hier spielen lassen. Ich habe mich gefreut,

durch die regionale Nähe zu Herford, die

Nordwestdeutsche Philharmonie gewinnen

zu können und mit der Unterstützung ihres

Intendanten Andreas Kuntze auch die entsprechenden

Solisten.

Lust auf

neue Haare?

Verehrt und umstritten

„Best of Wagner“: Musik, die in den Bann zieht und einen unglaublichen Sog entfaltet.

Interview zur Wagner-Veranstaltung mit Kulturmanager Ulrich Bongartz und Intendant Andreas Kuntze

Auch an seinem 200. Geburtstag polarisiert der deutsche Komponist Richard Wagner wie kein anderer – verehrt und

umstritten wie eh und je. Den Einen gilt er als Erneuerer der europäischen Musik im 19. Jahrhundert, den anderen als

Verfasser antisemitischer Hassschriften und von Nazis vergöttert. Noch nie wurde so viel Wagner gespielt, so viel über

Wagner geredet oder geschrieben. Am 22. Mai 1813 kam Richard Wagner in Leipzig zur Welt. Das Besondere an Wagner

ist seine Fähigkeit, die Gefühle der Zuhörer zu beeinflussen – bis heute. Wenn dieses sogenannte Wagner-Jahr – worüber

oft vergessen wird, dass auch Giuseppe Verdi vor 200 Jahren geboren wurde – etwas brachte, so ist es zumindest die

Einsicht, dass Wagner immer noch ein großer Verführer, ein Hypnotiseur ist, dessen Musik, dessen Musikdrama bis heute

an Attraktivität, an Brisanz und an Faszination nichts eingebüßt zu haben scheint. Doch zu den scheinbar unumstößlichen

Kontinuitäten der Wagnerwahrnehmung gehört auch die Tatsache, dass Wagnerverehrer wie Wagnerverächter an

ihren Vorurteilen in Sachen Wagner festhalten.

„Best of Wagner“ wird im Rahmen der dritten

„Gütersloh Music Night“ veranstaltet. Nach

dem „Best of Swing“ mit Andrej Hermlin und

der Rock Atmosphäre mit Ex-Genesis-Sänger

Ray Wilson sollen jetzt klassische Klänge in

die Stadthalle einziehen. Wie sind Sie auf die

Idee gekommen einen Hauch von „Grünem

Hügel“ nach Gütersloh zu holen?

Ulrich Bongartz: Das hängt damit zusammen,

dass ich einmal im Jahr eine Charity-

Veranstaltung in Gütersloh organisiere -

immer mit verschiedenen Themen. Nach

dem Swingkonzert 2012 und dem Popkonzert

2011, bot sich in diesem Jahr ein klassisches

Konzert an. Das fiel dann passend

mit dem 200. Geburtstag Richard Wagners

zusammen. Ich persönlich bin großer Wagner-Fan.

Aber die Veranstaltung ist sicherlich

ein Experiment in Gütersloh.

Was erwarten Sie von der Veranstaltung „Best

of Wagner“ und worin besteht das Wagnis?

Ulrich Bogartz: Was ich festgestellt habe:

Wagner polarisiert, man mag ihn oder man

mag ihn nicht. Für die Wagner-Fans ist es

eine klare Sache – man geht dahin. Aber das

Sie sind Intendant der Nordwestdeutschen

Philharmonie. Auf welche musikalischen

Highlights dürfen sich die Besucher freuen?

Können Sie etwas zum Programm sagen?

Andreas Kuntze: Die Zuhörer erwartet eine

Sammlung von musikalischen Höhepunkten

aus Wagners Schaffen mit einer gewissen

Akzentuierung und mit dem Versuch, im

besten Sinne populär oder anders ausgedrückt

verständlich zu sein. Als Ulrich Bongartz

auf uns zukam, hat er natürlich offene

Türen eingerannt. Einmal, weil wir uns als

Orchester in den vergangenen zehn Jahren

mit Wagner in der Region einen Namen gemacht

haben. Nicht zuletzt über die erfolgreiche

Produktion in Minden, die lobende

Worte für das Orchester, aber auch für die

Sänger gebracht hat. Der andere Punkt ist

der, dass wir in Gütersloh ein paar Jahre eine

Unterbrechung hatten und seit einem Jahr

wieder eine eigene Konzertreihe haben. Das

finde ich gut, denn die Meisterkonzertreihe

in Gütersloh wurden eingestellt und jetzt

spielen wir, was ja auch Sinn macht, als Regionalorchester

in der Region.

Ulrich Bongartz: Ich möchte nicht, dass hier

Die Nordwestdeutsche Philharmonie spielt „Best of Wagner“ in wagnerspezifischer Orchesterstärke.

Fotos: Michael Adamski

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