IOEW SR 075 Ökonomische Alternativen zum Ausbau E..., Seiten 1 ...

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1. Gemeinschaftsaufgabe (GA) "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes"

für folgende Maßnahmen. Förderung der extensiven Grünlandnutzung

und ökologischer Anbauverfahren. Umwandlung von Ackerflächen in extensives

Grünland. Der Förderungsschlüssel betrug hierfür 50% (75%) EG, 30% (15%)

Bund und 20% (10%) Bundesland (Angaben in Klammern gelten für die neuen

Bundesländer).

2. Programme der einzelnen Bundesländer: Für Maßnahmen der VO 2078/92, die

nicht über die GA gefördert werden, erarbeitet die Elbanrainer-Länder ein gebietsspezifisches

Förder-Programm für die "Region Elbtalaue". Ab 1996 wurden diese

Förderungen nach entsprechender Prüfung von der EU kofinanziert (50% bzw.

75%).

Die eingeleitete Entwicklung hatte auch erhebliche Ausstrahungskraft in andere Bereiche:

• durch die Direktvermarktung ab Hof und ein erweitertes Programm Ferien auf

dem Bauernhof wurden die Bevökerung und die Urlauber mit den Arbeits- und

Lebensbedingungen in der lanwirtschaft vertraut gemacht und lernten insbesondere

die Praxis einer naturnahen Bewirtschaftung kennen.

• durch die Erschließung regionaler Absatzwege erhöhte sich insgesamt die Wertschöpfung

in der Region. Gleichzeitig wurden durch die ökologische Qualität der

regionalen Produkte das Gesamtimage der Region verbessert.

'Sanfter' Tourismus

Die touristische Ausgangssituation stellte sich 1995 für die Ost- und Westgemeinden

der Region recht unterschiedlich dar. In den Westgemeinden mußten aufgrund der

deutschen Vereinigung vielfältig gewordeneren Möglichkeiten des Hamburger und

Berliner Stammpublikums zur Naherholung Kapazitätseinbußen hingenommen werden.

Ein weiteres Problem waren die erheblichen Kapazitätslücken außerhalb der

saisonalen Spitzen (verlängerte Wochenenden, Sommerferien). In den Ost-

Gemeinden stellte sich eine grundsätzlich andere Problematik. Bis auf das touristisch

relativ gut erschlossene Bad Wilsnack waren die Beherbergungskapazitäten und der

Ausbaustand der Freizeitinfrastruktur unzureichend. Sowohl im Westen als auch im

Osten der Region drohten jedwede Investitionen an Kapitalmangel zu scheitern.

Mit der Ausweisung als Großschutzgebiet eröffneten sich der Region neue Möglichkeiten,

Fördermittel im Rahmen der Regional- und Strukturförderung zu beantragen.

Die Bundesländer Niedersachsen und Brandenburg gingen als erste dazu über, die

Vergabe von finanziellen Mitteln von der Einlösung ökologisch ausgerichter Anforderungen

abhängig zu machen, die sich in Übereinstimmung mit dem regionalen Entwicklungskonzept

befanden. Damit konnte ein wesentlicher Engpaß faktor für die angestrebten

Umstellungen beseitigt werden.

Herausragend waren vor allem folgende Maßnahmen zur Verbesserung und Vermittlung

des Angebots:

• West-Gemeinden: Aufbau eines elektronischen Reservierungssystems in Zusammenarbeit

mit den örtlichen Kreditinstituten

• Ost-Gemeinden: Förderung von Investitionen zum Bau von Einliegerwohnungen

und zur Erhöhung der Qualitätsstandards des Angebots

• Erstellung einer Checkliste 'Umweltbewußte Betriebsführung', Auszeichnung von

Betrieben durch den Fremdenverkehrsverein