IOEW SR 075 Ökonomische Alternativen zum Ausbau E..., Seiten 1 ...

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• Der Arbeitskräftebesatz der Höfe ist erheblich zurückgegangen. Im allgemeinen

werden sie als Familienbetriebe (in den alten Bundesländern) geführt, so daß

personalintensive alte Bewirtschaftungsformen häufig unterbleiben müssen.

In einem großflächigen Gebiet wie dem geplanten Großschutzgebiet ist ein Erfolg für

landwirtschaftliche Extensivierung nur möglich, wenn sich alle Interessensgruppen

aktiv an dem Gelingen beteiligen. Dies setzt zum einen

• eine Verständigung über ähnliche Ziele (z.B extensive Nutzung im Zusammenhang

mit (Kultur-) Landschaftsschutz) verbunden mit

• einer gemeinsame Sprache (z.B. Verständigung über die Flächennutzung, sinnvolle

Finanzierung, Unterstützung des Absatzes von landwirtschaftlichen Produkten

in der Region) voraus.

Aus diesem Grunde sind Diskussions- und Kooperationsstrukturen zwischen Landwirtschaft

und Naturschutz zu fördern, die zu gegenseitigem Verständnis und Interessenausgleich

führen können. Im Zusammenhang mit Weiterverarbeitung und

Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte sind weitere Akteursgruppen in diesen

Prozeß mit einzubeziehen.

Langfristiges Ziel sollte die ökologische-extensive Landwirtschaft sein. Bei der beabsichtigten

großflächigen extensiven Nutzung ist der ökologischen Landbau ein

sinnvoller Weg, um keine zu starke Trennung von intensiv genutzten Produktionsflächen

und extensiv gepflegten Schutzgebieten zu bekommen. In Kernzonen werden

neben der ökologischen Bewirtschaftung zusätzliche Naturschutzziele zu berücksichtigen

sein, die eine Nutzungseinschränkung darstellen können. Hier sind auf

jeden Fall Ausgleichszahlungen gerechtfertigt.

Das Ziel einer Ökologisierung der Landwirtschaft kann nur schrittweise erreicht werden.

Einerseits müssen Erfahrungen mit der neuen Bewirtschaftungsform erworben

werden. Andererseits werden sich Vermarktungsstrukturen für ökologisch produzierte

Produkte erst langsam entwickeln.

Maßnahmen, bei denen Naturschutz und Landwirtschaft kooperieren können, sind:

• Gesprächskreise zum Erfahrungsaustausch, um das Verständnis und die Sensibilität

für Naturschutzbelange zu steigern, Erfahrungen über extensive und ökologische

Bewirtschaftung auszutauschen und Unsicherheiten abzubauen.

• Beobachtung der Flächen, um Entwicklungstendenzen zu erkennen und Nutzungsauflagen

gegebenfalls flexibel handhaben zu können. Hierbei ist ein enger

Kontakt mit den Naturschutzverwaltungen vor Ort notwendig. Ökologisch sinnvolle

Entscheidungen sind häufig nur vor Ort möglich (z.B. flexible Mahdtermine bzw.

gestaffelte Mahd der Flächen in Abhängigkeit z.B. von Brutentwicklung und Blütezeit).

• Informationsveranstaltungen, in deren Rahmen bspw. über Erfahrungen in anderen

Regionen oder Gebieten berichtet werden kann und Fragen der Vermarktung

von Produkten aus kontrolliert biologischem Anbau erörtert werden können.

• Kontaktherstellung zu Großverbrauchern (Kantinen, Anstaltsküchen, Gastronomie,

Menüservice): Auf diese Weise kann die Nachfrage nach Produkten aus

kontrolliert biologischem Anbau gesteigert und ein Absatz vermittelt werden (s.

bspw. Ökobörse in Berlin). Durch direkte Gespräche zwischen Erzeugern und Kü-

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