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2.5.2.2 Betriebswirtschaftliche Situation und Arbeitsplatzpotentiale im ökologischen

Landbau

Durch den Zusammenbruch der alten landwirtschaftlichen Strukturen in der ehemaligen

DDR und durch das Höfesterben auf dem Gebiet der alten Bundesländer wird

ein hohes Potential an Arbeitskräften freigesetzt mit relativ wenig Perspektiven für

die Zukunft. Die Situation der Arbeitslosigkeit in der Landwirtschaft für die Untersuchungsregion

im Bereich der neuen Bundesländer wurde in der Analyse ansatzweise

dargestellt. Demnach ist die Zahl der in der Landwirtschaft Beschäftigten dort

drastisch gefallen. Dies hat vielfältige Gründe und hängt sicherlich nicht nur allein

mit der Umwandlung ehemaliger LPG'en zusammen, sondern auch mit dem Aufbrechen

der z.T. stark bürokratisierten Strukturen der Produktionsgenossenschaften

und Kooperationsbetriebe aus der Zeit der DDR. Zugleich werden den LPG'en früher

zugeordnete Aufgaben (handwerkliche Dienste, kulturelle Angebote und sonstige

Dienstleistungen) heute anders organisiert oder zur Zeit gar nicht abgedeckt.

Der ökologische Landbau könnte in Verbindung mit der Förderung einer regionalen

Versorgungsstruktur positive Arbeitseffekte in der insgesamt strukturschwachen

Elbtalregion hervorrufen. Der erhöhte Arbeitskräftebedarf resultiert nicht nur aus der

arbeitsintensiven Produktion der landwirtschaftlichen Güter. Ein weiterer Grund für

den höheren Arbeitskräftebesatz in ökologischen Betrieben ist der größere Anteil an

Weiterverarbeitung und Direktvermarktung auf dem Hof. Damit wird es den Betrieben

möglich, etwas von den Verdienst- und Handelsspannen für sich zu erwirtschaften.

Die Betriebsgewinne bzw. Einkommenserträge liegen denn auch gemäß dem

Agrarbericht bei ökologisch produzierenden Betrieben höher als bei konventionellen

- trotz höherer Unternehmensaufwendungen.

Tabelle 50: Vergleich Betriebsmitteleinsatz und Gewinnspanne von Betrieben aus

ökologischem und konventionellem Landbau

Gliederung

Faktorausstattung

ökologischer konventioneller

Landbau Landbau

Arbeitskräfte (AK/ Betrieb) 1,75 1,56

Arbeitskräftebesatz (AK/100 ha LF) 4,99 4,47

dar.: regelm. beschäft. Personal (%) 82,6 80,1

Flächenausstattung (ha LF/ AK) 20,03 22,36

Investitionen Bruttoinvestitionen (DM/ Betrieb) 33.896 26.056

Bruttoinvestitionen (DM/ ha LF) 969 747

Nettoinvestitionen (DM/ ha LF) 197 69

Aufwand Saat- und Pflanzgut (DM/ ha LF) 152 73

Düngemittel 37 176

Pflanzenschutz 3 80

Viehzukäufe 152 125

Futtermittel 167 327

Löhne, Gehälter, Sozialabgaben 246 63

Einkommen Gewinn (DM/ Unternehmen) 43.444 40.115

Gewinn (DM/ ha LF) 1.242 1.150

Gewinn (DM/ FAK*) 31.414 27.272

Arbeitsertrag Unternehmerin 20.746 16.967

* FAK=Familienarbeitskraft

Quelle: Agrarbericht 1994 der Bundesregierung für das Betriebsjahr 1992/93

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