IOEW SR 075 Ökonomische Alternativen zum Ausbau E..., Seiten 1 ...

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• Wie stellt sich die gegenwärtige Nachfragestruktur im Umfeld des Großschutzgebietes

Elbtalaue dar?

• Von welchem Nachfragepotential ist, gerade im Hinblick auf sanften Tourismus,

auszugehen?

• Welche regionalökonomische Bedeutung (bezogen auf die Anzahl der Arbeitsplätze)

hat der Tourismus in dem Gebiet bereits heute, womit ist zukünftig zu

rechnen?

• Wie müßte die touristische Angebotsplanung ausgerichtet werden, damit zusätzliche

Nachfragepotentiale erschlossen werden?

Ein Fazit aus den konzeptionellen und empirisch gestützten Überlegungen zu den

regionalökonomischen Chancen des Tourismus im geplanten Großschutzgebiet

Elbtalaue schließt diesen Teil ab und stellt die wichtigsten Vorschläge übersichtsartig

dar.

3.2 Tourismusentwicklung als ein Baustein einer ökologische Regionalentwicklung

- konzeptionelle Überlegungen

Der Tourismus ist insbesondere in den neuen Bundesländern der einzig ernstzunehmende

Hoffnungsschimmer für eine (kurzfristig wirksame) wirtschaftliche Belebung,

wobei auch dieser (im Gegensatz zu den Niedersächsischen Teilgebiet) aufgrund

der besonderen historischen Bedingung (Stichwort Sperrgebietsverordnung)

quasi "aus dem Stand heraus" entwickelt werden muß.

3.2.1 Zur Diskussion um die Ausweisung von Großschutzgebieten

Biosphärenreservate sind großräumige Gebiete, die aufgrund des 1970 ins Leben

gerufenen UNESCO-Programmes "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) von der

UNESCO offiziell als Bestandteil eines internationalen Biosphärenreservat-Netzes

anerkannt worden sind und eine größere internationale Bedeutung haben. Biosphärenreservate

übernehmen nach Kaether (1994) folgende Funktionen:

• Erhalt der historisch gewachsenen Kulturlandschaften,

• Bewahrung genetischer Ressourcen,

• Teilaufgaben einer international vernetzten langfristigen Umweltbeobachtung.

Im Gegensatz zu Nationalparken seien in Biosphärenreservaten explizit auch wirtschaftliche

Nutzungen möglich bzw. notwendig 101 . Bürget (1993) bezeichnet es als

Ziel von Biosphärenreservaten, die Natur zu schützen sowie Kulturlandschaft zu

pflegen und zu entwickeln. "Durch Forschung in Biosphärenreservaten sollen neue

Wege für ein partnerschaftliches Zusammenleben von Mensch und Natur entwickelt,

erprobt und beispielhaft umgesetzt werden."

Die Vorteile, die eine Region durch die Ausweisung eines Großschutzgebietes gewinnen

könnte, lassen sich (soweit dieses möglich ist) wie folgt benennen:

- nicht monetarisierbare Vorteile

101 Kaether weist jedoch auch daraufhin, daß bei der Nationalparkausweisung -beispielsweise Bayerischer Wald- wirtschaftliche

Gründe - Belebung des Fremdenverkehrs - eine wichtige Rolle gespielt haben. Dadurch seien die eigentlichen Schutziele

und die Prioritäten der Zielsetzung: 1. Natur schützen, 2. Bildung bieten, 3. Erholungsmöglichkeiten schaffen, gefährdet

worden. Deshalb gehe man jetzt dazu über, den Nationalparken die Funktion von "Naturentwicklungslandschaften" zuzuweisen,

und die wirtschaftliche Nutzung nur auf bestimmte Erschließungszonen innerhalb des Nationalparks zu beschränken.

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