IOEW SR 075 Ökonomische Alternativen zum Ausbau E..., Seiten 1 ...

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• "Nomaderi" (kurzer Aufenthalt an einem Ort und Weitereise); über ihre Herkunft,

ihren Familienstand und ihr Alter wird nichts ausgesagt, jedoch seien diese "die

eigentlich umwelt-und sozialverträglichen" Touristen; man "begnüge sich mit dem

Notwendigen, bescheide sich mit einer Kochgelegenheit, ist glücklich über vorhandene

Fahrradwege. Man ist durch das Lesen von Reiseführern gut über Land

und Leute informiert und sucht den direkten Kontakt zu den Einheimischen". Sie

würden sich am wohlsten in Skandinavien und in der Türkei fühlen.

3.3.3 Regionalwirtschaftliche Aspekte der Tourismusentwicklung - Modellberechnungen

Je nach methodischer Vorgehensweise wird der Anteil des Tourismus am Bruttosozialprodukt

der Bundesrepublik Deutschland auf zwischen 4,5 und 3 Prozent geschätzt.

Auf der Ebene der Gemeinden und Regionen können die touristischen Umsätze

10 bis 20 % der Wirtschaftskraft ausmachen. Eine weitere wichtige Kennziffer

stellt die Anzahl der Arbeitsplätze dar.

Zur Ermittlung der wirtschaftlichen Bedeutung im Gebiet des Elbetals bedarf es einer

Vielzahl von Informationen, die jedoch in der Regel lediglich auf der Ebene der

Landkreise und dies auch nur für die Landkreise in den alten Bundesländern zur

Verfügung stehen. Um dennoch Aussagen zur gegenwärtigen und möglichen künftigen

Bedeutung des Tourismus im Gebiet des Elebtals zu treffen, wurden auf der

Basis der Daten für den Landkreis Lüchow-Dannenberg Modellberechnungen angestellt.

Sie verfolgen den Zweck, Anhaltspunkte dahingehend zu geben, welche

Größenordnung der Tourismus im Gebiet der Elbetal vor allen Dingen auf dem Gebiet

der neuen Bundesländern einnehmen könnte. Diese Modellrechnungen orientieren

sich an den in einschlägigen Gutachten ermittelten Kennziffern und Berechnungsweisen

und gliedern sich in folgende Arbeitschritte 115 •

• Ermittlung und Berechnung des Nettoumsatzes,

• Berechnung der Wertschöpfung und des Einkommensbeitrags aus übernachtendem

Fremdenverkehr und Ausflugsverkehr, 116

• Berechnung des fremdenverkehrsabhängigen Einkommens bezogen auf die Gesamtwirtschaft

in einem Raum, 117

• Berechnung der potentiellen Arbeitsmarkteffekte. 118

Zur Interpretation der im folgenden präsentierten Berechnungen, die sich auf die

dem Landkreis Lüchow-Dannenberg zuzuordnenden Gemeinden Gartow, Lüchow,

Dannenberg und Hitzacker beziehen, ist anzumerken:

115 Zu verweisen ist hier insbesondere auf die Arbeiten des Deutschen Wirtschaftswisenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr

an der Unversität München (DWIF), u.a. Koch, A: (1985): Die Ausgaben für den Fremdenverkehr in der BRD sowie

Schriftreihe des DWIF, Heft 39 (1987): Die ökonomische Bedeutung des Ausflugs- und Geschäftsreiseverkehr und DWIF,

1989: Wirtschaftsfaktor Tourismus, erschienen beim Deutschen Reisebüro Verband, Frankfurt/Main,

116 Den Nettoumsatz multipliziert man mit der angenommenen Wertschöpfung (42 %) und dem Einkommensmultiplikator (1,7)

dividiert diese Summe durch die Anzahl der Einwohner eines Landkreises bzw. Region und erhält so den Einkommensbeitrag

aus übernachtendem Fremdenverkehr und Ausflugsverkehr.

117 Die im zweiten Arbeitschritt ermittelte Summe setzt man ins Verhältnis zum durchschnittlichen BIP/pro Einwohner und erhält

so den Anteil des fremdenverkehrsbedingten Einkommens an der Gesamtwirtschaft im Landkreis.

118 Zur Berechung der potentiell voll finanzierbaren Vollarbeitsplätze benötigt man Angaben zum Jahreseinkommen je Erwerbstätigen.

Den rechnerisch ermittelten Einkommensbeitrag aus dem Fremdenverkehr dividiert man nun durch das Jahreseinkommen

pro Beschäftigten und erhält somit die Anzahl der Arbeitsplätze. Diese setzt man ins Verhältnis zur Anzahl der SVpflichtig

Beschäftigten in einer Region, inkl. der Teilzeitbeschäftigten und erhält so den Arbeitsmarktanteil des Tourismus.

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