IOEW SR 075 Ökonomische Alternativen zum Ausbau E..., Seiten 1 ...

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Beispiele zeigen auch die schlechte innere Erschließung der Region mit öffentlichen

Verkehrsmitteln:

• Beispielsweise kommt der letzte Zug aus Lüneburg um 18.35 Uhr in Dannenberg

an. Der Bahnhof liegt jedoch, wie viele Bahnhöfe der Strecke Lüneburg-

Dannenberg, außerhalb des Ortes. Ein Anschluß mit dem Bus in den Ort ist häufig

nicht gegeben.

• Um von Dömitz nach Dannenberg zu kommen, benötigt man in der Regel ein Taxi,

da die Busse nur außerordentlich selten fahren und auch hier keine Abstimmung

mit dem Zugfahrplan der Strecke Ludwigslust-Dömitz (2-Stunden-Takt) besteht.

• Wer am Samstag beispielsweise von Dannenberg mit öffentlichen Verkehrsmitteln

die Wendland-Therme in Gartow besuchen möchte, kommt wohl gegen 13.00

hin - nicht jedoch mit dem Bus am selben Tag wieder zurück!

• Ein Ausflugsverkehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln (z.B. Dömitz-Rühstedt)

scheitert bereits an den fehlenden Verbindungen, ganz zu schweigen von Möglichkeiten

der Fahrradmitnahme.

Wenn bedacht wird, daß in Großstädten wie Hamburg ca. 37 % aller Haushalte ohne

PKW leben und gleichzeitig die Ballungsräume Hamburg und Berlin die wichtigsten

Herkunftsgebiete für Kurzreisende im Gebiet der Elbtalaue sind, läßt sich ein

Eindruck vermitteln, welches Nachfragepotential ein sanftes Tourismuskonzept, welches

auch auf die Bedürfnisse autoloser Urlaubsgäste zugeschnitten wird, erschließen

könnte. In diesem Zusammenhang ist auch darauf zu verweisen, daß die

Schließung von Streckenlücken - z.B. Uelzen-Salzwedel - und die Verlängerung der

Strecke Dannenberg-Dömitz-Ludwigslust erhebliche Vorteile mit sich brächte.

Ortsbifd/ Siedlungsstrukturen

Wie überall in den neuen Bundesländern wurde die Orts- und Stadtteilgestaltung

erheblich vernachlässigt, während sich gleichzeitig dörfliche Strukturen erhalten haben,

die Seltenheitswert besitzen. Charakteristisch sind beispielsweise

• Rundlinge

• Wurtendörfer

• Marschhufendörfer

• Elbdeichdörfer

Im Zuge von Dorferneuerungsmaßnahmen bietet es sich an, Unterkunftskapazitäten

im Zuge der Erneuerung und des Erhalts regionaltypischer Bausubstanz zu sichern.

Fördernd für solche Verknüpfungen von Sanierungs- und Aufbaumaßnahmen könnte

beispielsweise die Kombination von Dorferneuerungs- und Fremdenverkehrs-

Fördermitteln wirken. 123 Gleichzeitig könnten hiermit Grundsteine für eine regionaltypische

Qualifizierung gelegt werden (Sanierung von Altbausubstanz, für die bislang

polnische Bauarbeiter einen Wettbewerbsvorteil aufweisen).

123 Eine Untersuchung geeigneter Fördermöglichkeiten war im Rahmen dieser Untersuchung nicht möglich; auch lassen sich

keine allgemeinen Aussagen zum Investitionsautwand treffen. Der Investitionsaufwand dürfte vom Zustand der Gebäude und

von der Verfügbarkeit der Gebäude und Grundstücke (Stichwort: ungeklärte Eigentumsverhältnisse) abhängig sein.

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