IOEW SR 075 Ökonomische Alternativen zum Ausbau E..., Seiten 1 ...

ioew.de

IOEW SR 075 Ökonomische Alternativen zum Ausbau E..., Seiten 1 ...

204

3.4 Ausblick - Perspektiven für den Tourismus im Bereich des geplanten

Großschutzgebietes und erste Maßnahmenvorschläge

Es hat sich gezeigt, daß im geplanten Großschutzgebiet Elbtalaue zwei unterschiedlich

strukturierte Ausgangssituationen vorfindbar sind, die es möglicherweise

erschweren, eine einheitliche, dem Naturraum angepaßte Nutzungsstrategie zu

entwickeln. Darüber hinaus wurde deutlich, daß die durch Tourismus erzielbaren

Effekte, sich - ohne nachhaltige Naturraumbeeinträchtigungen - auf annähernd 10

bis 12 % aller Arbeitsplätze im Raum belaufen können. Damit nimmt der Tourismus

einen wichtigen, wenngleich nicht dominierenden Stellenwert im Untersuchungsgebiet

ein.

Die Entwicklung eines leistungsfähigen und dem Naturraum angepaßten Tourismus

dürfte nach unserer Einschätzung, durch die Ausweisung eines Großschutzgebietes

Elbtalaue positiv beeinflußt werden. Die Ausweisung eines Großschutzgebietes

setzt jedoch voraus, daß Eingriffe in den Wasserhaushalt durch wasserbauliche

Maßnahmen ebenso unterlassen werden, wie die Etablierung flächen-,

(autoverkehrs-) und energieintensiver Freizeitgroßprojekte. Darüber haben hinaus

haben die empirisch gestützten Überlegungen gezeigt, daß ein dem Naturraum angepaßter

Tourismus - ein sogenannter "sanfter Tourismus" - auch höhere Struktureffekte

aufweisen dürfte, als ein auf Großprojekten basierender Tourismus.

Als ein zentrales Problem erweist sich jedoch der Engpaßfaktor privates Kapital.

Hier wäre über alternative Formen der Finanzierung (Öko-Bank) Mittel zu beschaffen.

Auch im Rahmen einer Großschutzgebietsausweisung kommen eine Vielzahl

von Förderprogrammen für die Regionalentwicklung in Frage, bei denen zu überprüfen

wäre, wie sie am besten für die Region gebündelt werden können. Darüber hinaus

ist darauf zu verweisen, daß es im Regelfall nicht alleine ausreicht, Förderprogramme

zur Überwindung von Finanzierungsengpässen bereitzustellen, sondern es

vielmehr auch erforderlich sein dürfte, den potentiellen lokalen Investoren eine konkrete

- personalintensive - Beratung zukommen zu lassen.

Eine Analyse der wesentlichen allgemeinen Nachfrageentwicklungstendenzen zeigt,

daß die umweltbewußten Touristen ein nicht zu unterschätzendes Nachfragepotential

für das Großschutzgebiet darstellen. Um dieses Potential zu erschließen, bedarf

es jedoch einer abgestimmten regionalen Strategie bestehend aus verschiedenen

Bausteinen und unter Einbezug unterschiedlicher Akteure.

Die Bausteine lassen sich entlang der "Produktlinie" Tourismus identifizieren und

analysieren. Im einzelnen wurden hier betrachtet: Beherbergung, Gastronomie, Verkehr,

Freizeitinfrastrukturen, Natur- und Kulturraumpotential sowie Image/ Marketing.

Jeder dieser Bereiche wird im Sinne eines Stärken/ Schwächen-Profils beschrieben

und es werden Vorschläge entwickelt, die zusammenfassend in den

nachfolgenden Übersichten wiedergegeben sind.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine