IOEW SR 075 Ökonomische Alternativen zum Ausbau E..., Seiten 1 ...

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lurig der Straßenverkehrsordnung, zum Abbau von Belastungsspitzen und zur Förderung

von Verkehrsalternativen notwendig sind - mit einer gewissen Erfolgsaussicht

umsetzen. Ob die im Zusammenhang mit einer Verschärfung der Luftreinhaltepolitik

in den Städten anvisierten Restriktionen für den Kfz-Verkehr (BlmSchG) Besserung

versprechen, bleibt abzuwarten. Die Vermittlung grundlegender Einschnitte

in die Verkehrsbudgets von Haushalten und Unternehmen weist derzeit noch zentrale

Defizite auf: Politische Unentschlossenheit, das Schielen nach der

"Volksmeinung" (Tempolimit), konzeptionelle Lücken z.B. mit Blick auf ökonomische

Zwänge sowie die Trägheit des individuellen Handelns kommen hinzu.

Technische Innovationen können zwar wichtige Beiträge zur Umweltentlastung bringen,

wie die Beispiele Japan oder USA z.T. gezeigt haben. Dies setzt aber die frühzeitige

Entwicklung konsistenter Leitbilder und konfliktfähiger politischer Strategien

voraus. Wenn an dieser Stelle mit Priorität strukturelle Lösungsansätze diskutiert

werden, so geschieht dies in Kenntnis der begrenzten Wirkung technischer Minderungsmaßnahmen,

vor allem dann, wenn sie in ein allgemeines Szenario des Verkehrs-

und Wirtschaftswachstums eingebettet sind und weiterhin wachsende Mobilität

versprechen. Im übrigen führt Kompensation durch Mengenwachstum immer

häufiger zu einer begrenzten Problemlösungskompetenz; dies gilt bekanntlich auch

für andere Handlungsfelder der Umweltpolitik. Ordnungspolitische, technische und

fiskalische Lösungen für einen umweltverträglicheren Verkehr müssen auf lange

Sicht durch weitergehende Ansätze zur Neugestaltung der Raum- und Siedlungsstrukturen

und zur Förderung eines verkehrsarmen Wirtschaftens ergänzt werden.

Vor diesem Hintergrund werden in der vorliegenden Untersuchung mögliche verkehrliche

und verkehrswirtschaftliche Entwicklungspfade für die Region 'Dresden

und Umland' diskutiert. Parallel zum Anstieg der privaten Motorisierung hat die Umweltbelastung

in der Region 'Dresden und Umgebung' - dies gilt vor allem für den

Verkehrssektor - deutlich zugenommen. Neben der durch die Raumheizung bedingten

S02-Belastung der Luft sind die Lärm- und Schadstoffemissionen des Straßenverkehrs

heute die Hauptquellen der Umweltbelastung. Auch hier sind Kompensationen

größeren Umfangs absehbar (Entlastung bei Industrie-, Kraftwerks- und

Raumheizungsemissionen, Zuwächse im Verkehr). Die Deposition der Verkehrsemissionen

im Straßenraum trägt außerdem zu direkter Schadwirkung und unmittelbarer

Belästigung der Bevölkerung bei. Folglich hat sich auch die Wahrnehmung der

Verkehrssituation und ihrer Belastungen, die im Zuge des Jahres 1991 durch Befragungen

erhoben worden ist, erheblich in Richtung 'unzuträglich' bzw. 'chaotisch'

verschoben (IVSÖ der HfV). Hiervon sind insbesondere betroffen innerhalb der

Stadt Dresden die Nord-Süd-Verbindung, die Teplitzer Str., die Otto-Buchwitz-Str.,

im Umland außerdem die Straßenzüge entlang der Bundesstraßen 172 und 170.

Die Exposition des Stadtraumes in der Elbtallage kann die Schadstoffbelastung der

Luft in ungünstigen Witterungssituationen verstärken, da in solchen Fällen der vertikale

Luftmassenaustausch eingeschränkt ist und eine weitere Frischluftzufuhr nur

über die quer verlaufenden Frischluftschneisen möglich ist. Diese sind daher bei der

weiteren Bebauungsplanung als Tabuzonen zu behandeln und als Elemente eines

vernetzten Systems offener Grünzüge weiterzuentwickeln. Auch in den umliegenden

Gemeinden verschärft sich die Umwelt- und Verkehrsbelastung im Zuge der Motorisierungsentwicklung,

was sich neben der allgemeinen Belastung der Lebensqualität

auch in einer Beeinträchtigung des hohen Potentials für Tourismus und Fremdenverkehr

niederschlägt. Obwohl beispielsweise die Sächsische Schweiz im Straßen-

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