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verkehr gut erreichbar ist, verschärfen sich diesbezügliche Probleme in der Umlandregion.

Geeignete Alternativen zum Pkw im Freizeitverkehr wurden bisher noch

nicht systematisch entwickelt.

3. Entwicklungsperspektiven der Verkehrsträger, Bedeutung der

Verkehrswirtschafti 27

3.1 Einordnung der Verkehrsentwicklung in den gesellschaftlichen Wandel

Wie kaum an einem anderen gesellschaftlichen Handlungsfeld wurden deutschdeutsche

Teilung und Vereinigung am Beispiel des Verkehrswesens deutlich. Innerhalb

nur weniger Jahre erfolgte in der ehemaligen DDR eine Anpassung des stark

regulierten und reglementierten Verkehrsmarktes an das moderne, mit zunehmenden

Anteilen privatwirtschaftliche Verkehrswesen der Bundesrepublik. Wichtigste

Kennziffer dieses Anpassungsprozesses ist der Anstieg der privaten Motorisierung

(s.u.). Die Zahl der Haushalte mit Pkw-Besitz stieg in Dresden zwischen den Jahren

1987, 1990 und 1991 von 42% über 68% auf über 71% (Angaben nach SrV, Institut

für Verkehrssoziologie und -Ökologie der Hochschule für Verkehrswesen). Der öffentliche

Verkehr kann seine Verkehrsanteile nach einem Rückgang Anfang der 90er

Jahre heute knapp behaupten, während erhebliche Verlagerungen zwischen Fußgängerverkehr

und Pkw-Verkehr stattfinden. Im Güterverkehr ist neben dem wirtschaftsstrukturell

bedingten Rückgang der Gesamtnachfrage der Bedeutungswandel

zwischen Strasse und Schiene signifikant.

3.2 Die Bedeutung der Eisenbahn

Fernverkehre

Durch die Stadt Dresden verläuft eine der bedeutendsten und leistungsfähigsten

Eisenbahnverbindungen im ostdeutschen Raum. Sie verbindet diese Region mit

dem südeuropäischen Raum auf der Relation Dresden-Prag-Budapest-

Bukarest/Sofia. Die West-Ost-Verbindung war bisher vorwiegend von nationaler

Bedeutung, wird jedoch künftig verstärkt auch internationale Verkehre abwickeln.

Diese Achse verläuft durch Dresden über Görlitz und weiter nach Polen und zur

ehemaligen Sowjetunion.

Das städtische Eisenbahnnetz ist insofern auch durch Fernverkehrsverbindungen

geprägt, als die Fremdenverkehrsströme die Stadt Dresden teilweise über die

Schiene erreichen. Dresden ist im gesamten internationalen Personenverkehr auf

den obengenannten Strecken Ausgangs- bzw. Endpunkt von Personenverkehrsströmen.

Die Mitbenutzung der Fernbahngleise durch den Regional- und Nahverkehr

stellt ein wichtiges Element des Ausbaus der Bahn in der Region Dresden

dar, ebenso die Auflösung der Engpaßsituation am Dresdner Hbf (Erweiterung

der Gleisanlagen für die verschiedenen Sparten).

127 Die folgende Darstellung orientiert sich im wesentlichen an folgenden Arbeiten: Arbeitsgruppe Ludwig-Bölkow-Systemtechnik

Ottobrunn, Global Challenges Network (mit Planungsgruppe 504) Manchen, Transport and Communications Assessment

Center Dresden: Umweltorientierte Verkehrsstrategien für den Ballungsraum "Dresden/Oberes Elbtal, Phase I, Dezember

1992; Hochschule für Verkehrswesen "Friedrich List", Forschungsgruppe "Umwelt und Verkehr": Umweltorientierte Strategien

für Transport, Kommunikation und Tourismus in Euorpa", Dresden 1992; DaimlerBenz Forschungsinstitut Berlin: Verkehrsumfeld

und Verkehrsstrukturen in der DDR, Berlin 1990.