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SV-Bahn-System (Stadt- und Vorortbahn)

Der parallel zu den Fernlinien verlaufende S-Bahn- und Vorortbahnverkehr ist für

die städtischen Verkehrsbeziehungen, die Verbindung zum Umland und für den

Pendlerverkehr von großer Bedeutung. Das SV-Bahn-Netz ist teils deckungsgleich

mit dem überlasteten Gleisnetz des Fernverkehrs, teils befindet es sich im

Parallelverlauf. Daraus resultieren eine Reihe von Behinderungen für den SV-

Bahn-Verkehr, die nur bei gesonderter Einordnung eines SV-Bahn-Gleisnetzes

abgebaut und zu Vorteilen für den innerstädtischen Eisenbahnverkehr gestaltet

werden können. Alternative Konzepte sehen die nachträgliche Einordnung einer

das Stadtgebiet weitreichend erfassenden Stadtbahn vor, die in großen Abschnitten

als U-Bahn konzipiert ist.

Die Taktzeiten der Sv-Bahn betragen in der Spitzenzeit 30 min, auf der Relation

Dresden-Pirna 15 min. Der Zugverkehr wird im wesentlichen mit Doppelstockwagen

(DR-Bauart) durchgeführt. Bisher erfüllt die SV-Bahn noch nicht alle Qualitätsmerkmale

nach DB-S-Bahn-Standard. Es fehlen vor allem:

• ein durchgäniges und abgestimmtes Taktsystem auf allen Linien,

• unabhängiger Zugbetrieb auf eigenen Gleiskörpern,

• ein integriertes Tarif- und Informationssystem,

• die Einbindung der regionalen Verkehre in einen Verkehrsverbund.

Die bisherigen Planungen sehen einen Ausbau und eine Modernisierung der SV-

Bahn vor, die folgende Maßnahmen enthält:

• Erhöhung der Haltestellenanzahl, dadurch bessere Verbindung der SV-Bahn mit

den flächenerschließenden Verkehren (Straßenbahn, Bus),

• Schaffung eigener Gleiskörper/Trassen für den Personenverkehr auf der Relation

Pirna-Coswig einschließlich des sechsgleisigen Ausbaus des Streckenabschnitts

Dresden Hbf - Dresden-Neustadt,

• Elektrifizierung des Nordteils des SV-Bahn-Netzes im Zusammenhang mit der

Elektrifizierung des Fernbahnsabschnitts Dresden-Görlitz,

• Anbindung des Flughafens Dresden-Klotzsche an die SV-Bahn.

In organisatorischer Hinsicht sind insbesondere die Zusammenführung der zahlreichen,

nach der Wende entstandenen privaten und öffentlichen Verkehrsanbieter zu

einer regionalen Verkehrsgesellschaft bzw. einem regionalen Verkehrsverbund

sinnvoll, damit die Abstimmung von Investitionen, Fahrplan- und Tarifsystem in Angriff

genommen werden kann. Politische Aktivitäten zur Gründung eines Verkehrsverbundes

laufen bereits.

Neben den alltäglichen Berufs-, Ausbildungs- und Besorgungsverkehren sollte die

SV-Bahn bzw. die Nebenstrecken der Eisenbahn in der Region verstärkt für touristische

Zwecke genutzt und erschlossen werden. Dies betrifft insbesondere Streckenteile

in Richtung Sächsische Schweiz (Bad Schandau-Sebnitz) sowie in Richtung

Erzgebirge (Dresden-Altenberg, Freital-Kipsdorf).

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