IOEW SR 075 Ökonomische Alternativen zum Ausbau E..., Seiten 1 ...

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Oberfluteten Auenflächen und den Bereichen, die bisher bereits unter Naturschutz

standen. Kernzone und Pufferzone bilden zusammen den Nationalpark, der Einschluß

der dazwischen liegenden Nutzungsbereiche ergibt insgesamt das Biosphärenreservat.

Angesichts des engen Ineinandergreifens von Schutz- und Nutzungsinteressen im

Rahmen der naturschutzfachlichen Gesamtplanung, wurde seitens der Naturschutzverbände

frühzeitig signalisiert, daß man das Großschutzgebiet nicht im Gegensatz

zu ökonomischen Entwicklungszielen sähe, sondern als zentrales Element einer

ökonomisch-ökologischen Regionalentwicklung auffasse. Nach anfänglichen Bedenken

seitens der Landwirte im Kreis Lüchow-Dannenberg gelang es 1995, eine erste

Regionalkonferenz der Elbanrainerkreise unter zum Thema 'Das Großschutzgebiet

Elbtalaue als eine Chance für Landwirtschaft und Tourismus' einzuberufen. Auf dieser

Konferenz wurden konkrete Möglichkeiten einer umweltschonenden Landwirtschaft,

eines 'sanften Tourismus' und einer verbesserten Verkehrsanbindung mit

umweltfreundlichen Verkehrsmitteln vorgestellt. Beschlossen wurde die Gründung

einer regionalen Entwicklungsgesellschaft, die folgende Maßnahmen konzeptionell

vorbereiten und die hierfür notwendigen Finanzierungsquellen erschließen sollte:

• Förderung von regionalen Lieferverflechtungen und ökologischen Vorreiterunternehmen,

• Gründung einer Beratungsagentur für ökologische Innovation und Qualifikation,

• Sicherung einer kontinuierlichen Information durch die lokalen und regionalen

Medien,

• Stärkung traditioneller Elbverbindungen, um weiter Marktpotentiale für Landwirtschaft

und Tourismus zu aktivieren,

• Entwicklung eines regionalen Markenzeichens für touristische und landwirtschaftliche

Produkte,

• gemeinsames Regional-Marketing von Landwirtschaft und Tourismus

Desweiteren wurden verschiedene Modellprojekte initiiert, von denen man sich Ausstrahlungs-

und Multiplikatoreffekte auf andere Bereiche versprach. In der Abschlußerklärung

der Konferenz wurden zwei Grundgedanken noch einmals besonders

herausgestellt "Die eingeleitete länderübergreifend Regionalentwicklung in der Elbtalaue

solle erstens dazu beitragen, die nach wie vor drastischen Unterschiede in

den Einkommens- und Lebensverhältnissen links und rechts der Elbe abzubauen

und zweitens sollen mit der Erschließung ökologischer Marktpotentiale vor allem in

den Bereichen Landwirtschaft und Tourismus neue Arbeitsplätze geschaffen werden."

Die Beschlüsse der Regionalkonferenz fanden mehrheitliche Zustimmung in den

Gemeinden und bei der Bevölkerung. Allgemein wurde der vorgezeichnete Weg als

eine Chance begriffen, diesem strukturschwachen Raum unter maßgeblicher Beteiligung

der ortsansässigen Wirtschaftsakteure neue Impulse zu verleihen.

Ökologische Entwicklung der Landwirtschaft

Die Beschlüsse der Regionalkonferenz stießen im landwirtschaftlichen Bereich zunächst

auf ein sehr unterschiedliches Echo. In der kleinstruktrierten, familienorientierten

Landwirtschaft des Kreises Lüchow-Dannenberg wurden die ökonomischen

Chancen des ökologischen Landbaus zunächst als gering eingeschätzt. Aufgrund

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