Broschüre des LPV - Stadt Schwabach

schwabach.de

Broschüre des LPV - Stadt Schwabach

LANDSCHAFT

braucht

PFLEGE

Der Landschaftspflegeverband Schwabach stellt sich vor


An der ersten erfolgreichen Brut eines Storchenpaares auf der

Schwabacher Martin-Luther-Kirche im Jahr 2010 hat die Bevölkerung

großen Anteil genommen. Ohne eine intakte Landschaft mit

zahlreichen Futterquellen wäre der Bruterfolg nicht möglich gewesen.


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wenn Sie in Schwabach oder in der Umgebung unterwegs sind, begegnen Ihnen viele

schöne Beispiele einer intakten Kulturlandschaft. Sie sind nicht selten durch vertrauensvolle

Zusammenarbeit von Landwirten und Naturschützern, von Grundstückseigentümern

und städtischen Stellen erhalten oder geschaffen worden.

Denn Schwabach besitzt nicht nur eine reizvolle Altstadt. Gerade einmal 400 Meter Luftlinie

vom Rathaus beginnt im Schwabachtal die offene Landschaft – und dort liegen auch

die nächstgelegenen Pflegeflächen unseres Verbandes. Ob die Flussauen von Schwabach

und Rednitz, der Weinberg mit seinen Streuobstwiesen und Hecken oder das Mainbachtal

mit seinen ökologisch bedeutsamen Feuchtbiotopen: Schwabach ist eingebettet in eine

Landschaft, die sich sehen lassen kann.

Der Landschaftspflegeverband nimmt sich der Aufgabe an, Kultur- und Naturlandschaft für

Mensch und Natur zu pflegen und zu erhalten. Ohne bäuerliche Landwirtschaft ist dieses Ziel

kaum zu erreichen. Unser Verband unterstützt die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte

aus der Region und leistet so einen Beitrag zum Fortbestand unserer bäuerlichen Betriebe.

Diese Broschüre informiert Sie über unsere Arbeit.

Über Ihre Unterstützung würden wir uns freuen.

Dr. Roland Oeser

Bürgermeister und Vorsitzender des LPV

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ERFAHRUNGnutzen

absprechen

MACHBARKEIT


Praxis der Landschaftspflege

Praktiker vor Ort

Die praktischen Arbeiten werden hauptsächlich von ortsansässigen Landwirten durchgeführt,

die dadurch im Naturschutz eine zusätzliche Einnahmequelle finden. Sie können so

ihr Wissen und ihre langjährige Erfahrung in der praktischen Arbeit einbringen. Dadurch

ist auch eine zuverlässige und dauerhafte Betreuung der Flächen gesichert.

Mitglieder von Naturschutz- und Landwirtschaftsverbänden bringen Ihr Wissen ein und

leisten durch wertvolle Hinweise einen Beitrag zum maßgeschneiderten Pflegekonzept.

Prinzip der Freiwilligkeit

Der Landschaftspflegeverband Schwabach hat als gemeinnütziger Verein keine behördlichen

Befugnisse. Er wird nur auf Wunsch von Grundstückseigentümern wie Gemeinden,

Privatpersonen und Verbänden tätig.

Werden Flächen für Landschaftspflegemaßnahmen vorgeschlagen,

werden zunächst Ziele und Machbarkeit abgesprochen. Der Verband

wickelt dann Planung und Beantragung von Fördergeldern ab

und organisiert die Ausführung der Maßnahmen.

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Die

INTERESSEN

aller

BETEILIGTEN

wahren


Der Verband und seine Mitglieder

Der Landschaftspflegeverband Schwabach wurde im September 1993 mit Unterstützung

der Stadt Schwabach gegründet. Er hat die Rechtsform eines gemeinnützigen eingetragenen

Vereins. Mitglieder sind die Stadt Schwabach, Naturschutzverbände, der Bayerische

Bauernverband, Schwabacher Bürgerinnen und Bürger sowie Firmen und Vereine, die die

Ziele des Verbandes unterstützen wollen.

Der Landschaftspflegeverband Schwabach ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Naturschützern,

Landwirten und Kommunalpolitikern. Die Vorstandschaft ist paritätisch mit je

zwei Mitgliedern aus jeder Gruppe besetzt. Diese Zusammensetzung ermöglicht es, die

Interessen aller Beteiligten zu wahren und bei Planungen fair abzuwägen.

1. Vorsitzender:

Stellvertreter:

Beisitzer:

Geschäftsführer:

Dr. Roland Oeser (Bürgermeister der Stadt Schwabach)

Günter Grimm (Bund Naturschutz)

Max Schneider (Hauptgeschäftsführer des Bauernverbandes Roth-Schwabach)

Gerhard Eberlein (Landwirt)

Heinrich Distler (Landesbund für Vogelschutz)

Rainer Schmitt-Timmermanns (Umweltreferent der Stadt Schwabach)

Andreas Barthel

Die Geschäftsstelle: Landschaftspflegeverband Schwabach e. V.

Albrecht-Achilles-Straße 6–8, 91126 Schwabach

Telefon 09122 860 - 340, Telefax 09122 860 - 350

E-Mail lpv-schwabach@t-online.de

www.lpv-schwabach.de

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PFLEGEN

FÖRDERN

BEWAHREN

BERATEN


Aufgaben und Ziele











Kulturlandschaft erhalten als Lebensraum für Mensch und Natur

Neuanlage und Pflege von Biotopen

Herstellung, Pflege und Betreuung ökologischer Ausgleichsflächen

Naturverträgliche Pflege und Renaturierung von Bächen

Umsetzung der Gewässerentwicklungspläne

Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe insbesondere zum

Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft

Erhalt der Biodiversität (d. h. der Artenvielfalt bei Tieren und

Pflanzen und der Sortenvielfalt z. B. bei alten Obstbaumsorten)

Schaffung eines Biotopverbundsystems in Schwabach

Umsetzung des Schwabacher Arten- und Biotopschutzprogramms

Beratung und Zusammenarbeit mit staatlichen und städtischen

Dienststellen in ökologischen Fragen

Mitwirken an ökologischen Projekten der Stadt Schwabach wie

z. B. der Lokalen Agenda 21

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oben ganz links:

Echtes Labkraut auf

einer Sandböschung

oben Mitte links:

Thymian – eine

Weide für Insekten

Ameisenlöwenkante in Schwabach

oben Mitte rechts:

Ein verbuschter Magerrasen

wird freigestellt

oben ganz rechts:

Typisch für den „Steggalaswald“

– die Preiselbeere

In Kooperation mit dem Projekt SandAchse Franken

Weitere Informationen unter: www.sandachse.de


SandAchse Franken

im Stadtgebiet

Schwabachs

Die SandAchse Franken ist eines der großen Naturschutzprojekte in Bayern. Sieben Landkreise

und fünf kreisfreie Städte arbeiten - gemeinsam mit den Projektträgern Landschaftspflegeverband

Mittelfranken e.V. und dem Bund Naturschutz in Bayern e.V. - für

den Schutz und die Förderung der Sandlebensräume. Ziel des Projektes ist der Erhalt dieser

wertvollen Biotope, die unersetzbare typische Bestandteile unserer fränkischen Landschaft

sind.

Durch Sandabbau, Intensivierung oder Aufgabe der Landwirtschaft, Bebauung und Nährstoffeinträge

aus der Luft sind Sandlebensräume in den letzten Jahrzehnten dramatisch

zurückgegangen. Silbergrasfluren, Sandgrasnelken-Rasen oder flechtenreiche Kiefernwälder

nehmen nur noch ein Prozent ihrer früheren Fläche ein. Sandlebensräume gehören

aus diesem Grund in Bayern zu den am meisten gefährdeten Biotoptypen.

Durch Flächenankauf, Ausweisung ökologischer Ausgleichsflächen, Pflegemaßnahmen

und nicht zuletzt durch Öffentlichkeitsarbeit haben Sandlebensräume

in Schwabach neuen Aufschwung erhalten. Heidenelke,

Ameisenlöwe und Ödlandschrecke haben wieder eine Chance!

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oben ganz links:

Zeuge der Vergangenheit –

Weinbergtulpen am Weinberg

oben Mitte links:

Fachgerechte Heckenpflege

durch einen Landwirt

Obstwiese bei Unterreichenbach

oben Mitte rechts:

Landwirtschaftliche Geräte

vereinfachen die Pflege

oben ganz rechts:

Obstwiesen prägen

die Landschaft

Mitträgerschaft Stadt Schwabach

Bund Naturschutz Kreisgruppe Schwabach


Strukturreiche

Kulturlandschaft am Weinberg,

um Unterreichenbach

und um Oberbaimbach

Prägend für eine strukturreiche Kulturlandschaft sind Obstbäume, Hecken und Einzelbäume,

aber auch Feldraine und extensiv genutzte Wiesen. In Schwabach bieten sie nicht nur

seltenen Tieren wie dem Wendehals und dem Neuntöter und Pflanzen wie der Weinbergtulpe

Lebensraum. In besonderer Weise eignet sich eine solche Landschaft auch für die

Naherholung der Schwabacher Bevölkerung. Naturnah gestaltete Bäche wie Schwabach

und Volkach oder die Mühlbäche Mittelbach und Nadlersbach mit ihrem alten Laubbaumbestand

bereichern die Landschaft.

Hunderte von unterschiedlichsten Obstsorten fanden sich früher in unseren Gärten und

auf Wiesen und Äckern. In den letzten hundert Jahren hat ein dramatischer Schwund

dieser vitaminreichen Vielfalt eingesetzt. Mit dem Bund Naturschutz versucht der LPV,

durch Kartierungen und Veredelungsaktionen die noch vorhandenen Sorten zu retten.

Diese sollen dann von aufgeschlossenen Baumpaten ausgepflanzt werden.

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oben ganz links:

Renaturierung – eine

Bachschleife entsteht

oben Mitte links:

Breitblättriges Knabenkraut

in einer Feuchtwiese

Wertvolle Feuchtbiotope im Mainbachtal

oben Mitte rechts:

Knoblauchkröte – letztes

Vorkommen in Schwabach

oben ganz rechts:

Der Sonnentau – eine

fleischfressende Pflanze

Mitträgerschaft Stadt Schwabach

Bund Naturschutz Kreisgruppe Schwabach


Mainbachtal Erhalt und

Verbesserung

des Lebensraums

Der Mainbach entspringt westlich des Heidenberges in der Gemeinde Kammerstein, durchfließt

Schwabach und mündet bei Rednitzhembach in die Rednitz. Ein wichtiger Zufluss ist

der Ottersbach, der von der Gemeinde Büchenbach von Süden in den Mainbach mündet.

Entlang der Bäche haben sich viele unterschiedliche Feuchtbiotope vom Erlenbruch über

Moorwald, von der Hochstaudenflur bis zur Nasswiese erhalten. Gemeinsam mit dem Bund

Naturschutz und den anliegenden Gemeinden sowie dem Landschaftspflegeverband Mittelfranken

sollen diese ökologisch besonders wertvollen Biotope erhalten und ihre Flächen

vergrößert werden.

Bedeutende Vorkommen von Fröschen, Molchen und Kröten (unter anderem auch die vom

Aussterben bedrohte Knoblauchkröte) finden sich im Mainbachtal. Schon seit langer Zeit

werden von engagierten Mitgliedern des Bund Naturschutz mit Unterstützung der Stadt

Schwabach und der Gemeinde Rednitzhembach Tausende von

Amphibien vor dem Straßenverkehr gerettet.

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oben ganz links:

Kartoffeln zum

Selberernten

oben Mitte links:

Faltblatt „Kartoffeln,

Koteletts, Karpfen“

Besuchermagnet Schwabacher Regionalmarkt

oben Mitte rechts:

Scherenschleifer – ein

aussterbender Beruf

oben ganz rechts:

Kürbisse sehen schön

aus und schmecken gut

Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe:

Erhalt von Landschaft und Arbeitsplätzen


Regionale Vermarktung

Der Landschaftspflegeverband

in der Agenda 21

Agenda 21

Global denken - machen in Schwabach! Die Agenda 21 hat das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung.

Das bedeutet: ein lebenswertes Schwabach, in dem es gelingt, eine positive wirtschaftliche

Entwicklung mit sozialen und ökologischen Bedürfnissen in Einklang zu bringen.

Regionalmarkt

Seit 1998 wirkt der Landschaftspflegeverband im Forum Regionale Wirtschaftskreisläufe an

der Lokalen Agenda 21 mit. Wichtigste Aktion ist der Schwabacher Regionalmarkt, der alljährlich

im Herbst vom Landschaftspflegeverband und dem Umweltschutzamt der Stadt

Schwabach veranstaltet wird. Bäuerliche Betriebe präsentieren neben Handwerkern, Dienstleistern

und Vereinen aus der Region ihre Produkte und können so neue Kunden gewinnen.

Produkt des Monats

Seit vielen Jahren stellen der LPV, das Agenda 21-Büro der Stadt

Schwabach und der Landkreis Roth ein „Produkt des Monats“ vor.

Milch und Eier, Obst und Marmelade, Spargel und Getreide sind

solche Produkte. Besonders schön ist die Aktion zur Vorstellung

der heimischen Kartoffel: Ein Kartoffelfeuer und die Möglichkeit,

auf dem Acker eines Biolandhofs selbst Kartoffeln zu ernten, ist

jedes Jahr ein Höhepunkt.

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So können Sie helfen

Werden Sie Mitglied!

Durch Ihren Beitritt unterstützen Sie den Verband mit Ihrem Mitgliedsbeitrag, zeigen

aber auch Ihr Interesse für die Belange der Landschaftspflege. Eine praktische Mitarbeit

ist möglich, aber nicht notwendig. Eine Beitrittserklärung und den jeweiligen

Mitgliedsbeitrag finden Sie in dieser Broschüre.

Jede Spende zählt!

Unser Spendenkonto:

Landschaftspflegeverband Schwabach e. V.

Konto-Nr. 83535 Sparkasse Mittelfranken Süd

BLZ 76450000

Ein Platz für Biotope

Sie besitzen ein Grundstück im Außenbereich und möchten etwas für die Natur tun?

Sprechen Sie uns an! Ob Obstbäume, bunte Wiese oder Feuchtbiotop – Auf geeigneten

Flächen ist fast alles möglich.

Impressum

Landschaftspflegeverband Schwabach e. V.

Albrecht-Achilles-Straße 6–8, 91126 Schwabach

Telefon 09122 860 - 340, Telefax 09122 860 - 350

Fotonachweis

Gill Swedek, Andreas Barthel, Georg Waeber, Armin Roder

Grafische Gestaltung

LOGO

computer+grafik, Kunreuth

Gedruckt auf FSC-Papier 100%

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Wir danken unseren Partnern und Sponsoren

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Landschaftspflegeverband Schwabach

ein Bündnis für Mensch und Natur

Mitglied im

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