a. Univ. Prof. Univ. Doz. Mag. Dr. Rainer BORN WS 2002/03 Nummer

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a. Univ. Prof. Univ. Doz. Mag. Dr. Rainer BORN WS 2002/03 Nummer

LVA-Protokoll vom 13.11.2002

Wissenschaftsphilosophie

-- Institut für Philosophie und Wissenschaftstheorie --

a. Univ. Prof. Univ. Doz. Mag. Dr. Rainer BORN

WS 2002/03

Nummer & Titel der Übung: Protokoll vom 13.11.2002

Abgabedatum:

Termin der LVA:

47. Woche

Mittwoch

Arbeitsgruppennummer: 4

Daten der Studierenden:

Dieplinger Daniela Dopler Monika Groiss Stefan

Matr.Nr.: 0155702 Matr.Nr.: 0156375 Matr.Nr.: 0155900

SKZ: 180 SKZ: 180 SKZ: 180

Kumar Shaarytha

Wasserbauer Heidi

Matr.Nr.: 0159026 Matr.Nr.: 0155567

SKZ: 180 SKZ: 180

Johannes Kepler Universität Linz

Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

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LVA-Protokoll vom 13.11.2002

PROTOKOLL:

47. Woche: Mittwoch mindestens 1 Vertreter pro Gruppe,

Spezialprogramm

48. Woche: LVA entfällt, Herr Professor ist jedoch für spezielle Fragen

anwesend, kein LVA Stoff wird behandelt

Anweisung zum Download (http://128.100.159.139/Fis/ko/Ko.html), ein

besonderer Aspekt des „Sense-making“ wird hier behandelt

Fragenzettel:

abzugeben

1.-7. Frage: Individualübung in der 48. Woche

8. Frage: Gruppenübung

Diskussion/Besprechung der Fragen:

1. Frage: Was ist der Unterschied zwischen einem Aspekt der ersten und

der dritten Person (persönliche Betroffenheit einerseits und Erklärung von

Außen andererseits). Überlegen Sie sich ein Beispiel.

Diskutieren des ausgeteilten Zettels (Röngtenbild) Beziehung zwischen

Arzt und Patient.

Unterschiedlicher Zugang der Betroffenen zum Röngtenbild, Arzt

(Experte, Praktiker) verfügt über spezielles Expertenverständnis, gibt

Handlungsanweisungen, Patient verfügt über Alltags- bzw.

Laienverständnis.

E............... Expertenverständnis, beschreibendes Wissen

F............... Laienverständnis

K...............Kalküle, Regeln

M.............. Therorie, erklärendes Wissen

Röngtenbild: darstellende Situation, in gewissem Sinn vereinfacht, mit

anderen Mitteln dargestellt, wie soll ein Röngtenbild eigentlich

interpretiert werden? Gibt es ein Schema, zum Beispiel ein

Computerprogramm, zur Analyse des Röngtenbildes? Wie viel

Hintergrundwissen braucht man dazu?

Vergleich Arzt-Laie: Arzt verfügt über viel mehr Zusatzwissen, hat

stärkere Unterscheidungsfähigkeit, kann Röngtenbild viel besser

analysieren, Expertenwissen kann man auf Regeln reduzieren, Regeln

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LVA-Protokoll vom 13.11.2002

bedeuten für den Experten mehr als für den einfachen Laien, daher werden

Korrekturen benötigt! E nicht durch K und F ersetzbar, E muss

beibehalten werden, da dieses Wissen entscheidend ist!

Kann man Wissen, menschliche Erfahrung, durch Regeln eliminieren, oder

auf Regeln reduzieren? Könnte unqualifizierte Person auch spezielle

Tätigkeiten ausüben?

Schlussendlich tritt der ganze Kreislauf in Verbindung, von Experten

verfasste Regeln können für Laien etwas ganz anderes bedeuten. Er

verbindet mit Regeln mehr, hat mehr Erfahrung und kann auch

Korrekturen vornehmen. >Problem des Wissensmanagement!

Einfaches Beispiel: Schnecke kriecht in ein T-Labyrinth , wo sie ankommt

erhält sie einen elektrischen Schlag, sie lernt damit dass sie auf die andere

Seite kriechen muss. Schnecke hat den Induktionsschluss vollzogen.

(n => n + 1).

Dies ist keine Beschreibung was sich die Schnecke dabei denkt, es ist nur

unsere Erklärung. Erklärung beschreibt nicht was hier geschieht.

Balanced Score Card: (BSC, nicht zu verwechseln mit BSE!!!!)

Ausgewogene Balancierung, nicht-monetäre und monetäre Aspekte

Folie: Geschäftsprozesse

K...............finanzielle Berechnung

eine monetäre Darstellung an der Spitze

M.............. Lernen

E............... Interne Prozesse, Expertenverständnis

F............... Kundenbezug

Links lernen, man berücksichtig nicht nur das finanzielle, sondern andere

Prozesse auch. Beispiele finden.

Beispiel Hirschdame: Parametrisierung, sexistisches Beispiel

Hirsch mit dem größten Geweih, wird am meisten bewundert,

Geweihgröße , Kenngröße, erklärt warum Hirschdamen dort (zum größten

Hirsch) hingehen, wir erklären das durch die Evolution, dass kräftiges,

großes Geweih, ein kräftiges Tier bedeutet. Würde sich ein Mensch ein

noch größeres Geweih „umhängen“, käme die Hirschdame zu dieser

Person, Kenngröße dient auch zur Manipulation! Kenngröße nimmt

maximalen Wert an.

In der Praxis werden Systeme präpariert. Wenn wir eine Theorie haben,

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LVA-Protokoll vom 13.11.2002

müssen wir diese Theorie in den Betrieb hineinlesen, man muss den

Betrieb als einen Anwendungsfall für eine Theorie interpretieren, jedoch

muss man beim Interpretieren sehr vorsichtig sein.

Was ist für den Erfolg verantwortlich? Kausale Prozesse

2.Frage: Bei einer Erklärung geht es unter anderem darum, dass ein

Einzelfall/Ereignis durch die Erklärung unter eine „allgemeine Regularität

subsumiert wird“. Wie könnte man die allgemeine Regularität formulieren,

überlegen Sie sich ein wirtschaftliches Beispiel. Regularität (allgemein)

und Einzelfall (besonders) impliziert Einzelfall (Erklärung versus

Prognose; Asymmetrie)

G.......... G1.........Gn

A...........A1.........An

E........................

- einzelne Regularitäten, allgemein

- spezielle Randbedingungen

- Explanandum, Einzelereignis

G, A = Explanans

E muss logisch ableitbar sein!

Der Einzelfall (Firma oder Unternehmen) wird dadurch erklärt, dass alle

Firmen, die in dieser Situation sind, dasselbe haben. Einzelfall wird durch

eine allgemeine Regularität subsumiert.

Wie kann man allgemeine Regularität implizieren? Gibt es erklärende

Theorien, die nicht vorhersehbar sind? z.B.: Evolutionstheorie, hat

Rückwärtserklärung aber keine Vorwärtserklärung.

3.Frage: Wieviele Seiten hat dieses Objekt (Möbius-Band)? Markieren Sie

die Rückseite?

Es gibt keine Rückseite, Rückseite ist nicht markierbar, es ist eine

einseitige Fläche(ohne die Fläche zu verlassen, kann man jeden Punkt der

Fläche erreichen), Bedeutung ergibt sich aus dem was gemeint ist, Begriff

ist nicht identisch mit dem Modell;

Beispiel Blindgeborener: kann Druckpunkte spüren, der Mensch fühlt,

sieht mit dem Rücken, Funktion des Rückens ist mit der Funktion des

Sehens realisiert, Zusammenhang zwischen M und E (Folie

Geschäftsprozesse);

Kann durch Druckpunkte Buchstaben erraten, man muss wissen was ein

Buchstabe ist, Ergebnis: Blinde kann es spüren! Funktional gesehen sieht

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LVA-Protokoll vom 13.11.2002

er mit dem Rücken, aber nicht mit dem Auge. Eigenschaft des Sehens ist

realisiert, aber nicht das Sehen mit dem Auge!

Witz über Sadisten: Kommt ein Masochist zum Sadisten und sagt bitte

quäl mich! Der Sadist sagt: „Nein“!

Witz daran ist, dass es in der Praxis nicht funktionieren wird!

Beispiel Katze: beide Katzen sind in einem Korb, bei einer schauen Füße

und Schwanz heraus, bei der anderen nicht; wenn immer bei einer Katze

Bewegung ist (Seheindruck), wird diese auf die andere Katze übertragen.

Unterschiede beim „Sehen lernen“! gleiche Eindrücke, aber

unterschiedliche Rückkopplung; eine Katze (ohne Seheindrücke) ist

verhaltensblind!

Vgl. mit vereinsamten Kind, welches bei blinden und tauben Großmutter,

aufwuchs. Bub war physiologisch in Ordnung, musste erst lesen uns

schreiben lernen, beim Schreiben verhielt er sich wie ein Spastiker.

Rückkoppelung/Feedback ist entscheidend, Möglichkeit der vollständigen

Erfassung der Welt, wechselseitige Koordination, nicht einseitige!

4.Frage: Die Bedeutung eines Wortes ergibt sich in vielen, wenn auch

nicht allen Fällen aus den Regeln zum Gebrauch dieses Wortes im Kontext.

(Wittgenstein adaptiert). Wie würden Sie sich die Bedeutung Ökonomie

klarmachen? Welche Rolle spielt die Etymologie?

Wie wird das Wort gebraucht?

Nicht vom Ursprung des Wortes, sondern vom Kontext vorgegeben;

Sehen ist eine Funktion.

Ökonomie kommt aus der Haushaltslehre.

5. Frage: Wenn es regnet oder schneit und nicht regnet, dann…? Nun gibt

es aber Schneeregen. Spielt das für das Ergebnis eine Rolle. Wenn „---„

oder „…“ und nicht „---„, dann „---„ Setzen Sie ein Beispiel ein und

erklären Sie die allgemeine Struktur.

Wenn ich Schokoladeneis oder Vanilleeis bekomme und nicht Vanilleeis,

dann bekomme ich?

Mit dem Schneeregen ist die Logik unterlegt. Zustellungszwang hängt

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LVA-Protokoll vom 13.11.2002

nicht von der Empirie ab, sondern von der Grammatik oder Bindewörtern.

Man wird letztendlich Grammatik erfinden, weil man aus Zeichen neue

Zeichen herstellt. Grammatik erklärt.

6.Frage: Erinnern Sie sich an das Beispiel mit der Schokolade, das ein

Kind in einem bestimmten Kasten suchen sollte. (Vorhersage bzw.

Erklärung des Verhaltens) Folie! Was ist die Pointe dieses Beispieles für

eine betriebswirtschaftliche Praxis.

In welchem Kasten sucht das Kind die Schokolade? Wissen wird unterstellt

und man kann sich auf anderes Wissen einstellen.

Das Kind sucht die Schokolade dort, wo sie sei hingetan hat. Der

Erwachsene unterstellt und rekonstruiert das Wissen anderer.

7. Frage: Denken Sie an den Witz mit dem Kinderwagen und überlegen Sie

sich wann Zusammenhangs- und Vorwissen wichtig sind. Kann eine

Fließbandarbeit kreativ sein oder dient sie eher der Reproduktion von

vorhandenen Kenntnissen/Produkten.

Problem der Reproduktion. In französische Kinderwagenfabrik werden

Kinderwägen produziert. Zusammensetzen - schweres Maschinengewehr.

Wir zerlegen die Sachen in so kleine Teile (Einheiten) und wissen später

nicht mehr wie wir diese zusammensetzen, daher brauchen wir

„Zusammenhangwissen“! Brian Arthur – Artikel (am Server verfügbar)

traditionelle Betonung nur über monetäre Werte.

8.Frage: Gruppenarbeit!

Wissensmanagement

als zielgerichtete Gestaltung organisationaler Lernprozesse basiert darauf,

erfolgsrelevantes Wissen zu identifizieren, zu erzeugen bzw. zu entwickeln

und gezielt im Verhalten umzusetzen. (bzw. zur Steuerung (Betriebs-)

wirtschaftlicher Prozesse einzusetzen!!!)

Wissensmanagement behandelt solche organisatorischen Prozesse, die

versuchen die Daten- und Informationstechnologien einerseits und die

kreativen und innovativen Fähigkeiten von Menschen andererseits

synergetisch zu kombinieren.

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