Tier & Apotheke - S&D-Verlag GmbH

sudverlag

Tier & Apotheke - S&D-Verlag GmbH

01 | 2013 · www.Unsere-besten-Freunde.com Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Tier & Apotheke

–––––––

Vogel

des Jahres

2013

–––––––

Diese Ausgabe

wurde von

Ihrer Apotheke bezahlt

Bekassinen sind

meckernde

„Himmelsziegen“

Katzen wollen

verstanden

werden

Mops:

Kurznase mit

Esprit


Inhalt

Foto: © Wisent Welt Wittgenstein e.V. Foto: © Wikimedia

Foto: © Wikimedia/ 4028mdk09

Stille Kanarienvögel

Hat es Ihrem Kanarienvogel die

Sprache verschlagen, steckt nicht

immer gleich eine Krankheit

dahinter. Die empfindlichen Tiere

verstummen manchmal auch aus

weit harmloseren Gründen.

Seite 10

Beugen Sie vor!

Neben dem regelmäßigen Gesundheits-Check

beim Tierarzt lohnt es

sich auch zwischendurch, immer

mal einen genauen Blick auf die

Gesundheit Ihres Vierbeiners zu

werfen.

Seite 24

Echtes Wisent-Feeling

Nahe der beschaulichen Kurstadt

Bad Berleburg können Besucher

der „Wisent-Wildnis am Rothaarsteig“

eine Begegnung der ganz

besonderen Art erleben. Festes

Schuhwerk und körperliche

Fitness vorausgesetzt ...

Seite 31

NEU

NEU

NEU

NEU

NEU

NEU

NEU

Aktuell & Erstaunlich

04 Online-Spiel über deutsche Naturparks

04 Männliche Grasnadeln machen den Nachwuchs fit

04 Hunde schützen Berggorillas

05 Streifengänse sind keine „Überflieger“

05 Serie „Tier-Symbiosen“

Faultiere und Schmetterlinge: Futtern gegen den „Grünstich“

Natur & Wildnis

03 Vogelfütterung im Winter: Artgerecht schmeckt’s am besten

08 Serie „Berühmte Tierforscher“

Charles Darwin – unbequemer Wissenschaftler und moderner Vordenker

18 Serie „Tarnen & täuschen“: Rehe sind am liebsten unsichtbar

Tierporträt

06 Der Friesische „Weterhoun“: Wetterfester Wachhund mit alter Herkunft

27 Die Bekassine: Meckernde „Himmelsziege“ aus dem Moor

Tierhaltung & Pflege

10 Apothekentipp: Wenn Kanarienvögel plötzlich verstummen

11 Kälteschutz für Hunde?

24 Praxistipp: Hundegesundheit – Vorbeugen ist besser als Heilen

25 Katzenhaltung: Richtige Pfotenpflege bei Eis und Schnee

26 Tipps gegen langohrige „Nachtschwärmer“

28 Katzensprache: So verstehen Sie Ihre Samtpfote richtig

Wissenschaft & Forschung

20 Serie „Vorsicht giftig“: Pfeilgiftfrösche: Die farbenfrohen Giftzwerge

20 Buntbarsche sehen rot

20 Voreiliger Artenschutz für Schildkröten

21 Babyboom bei Seehunden

21 Ältere Elefanten sind die besseren Anführer

21 Serie „Phantastische Tiere“: Der Yeti – Schneemensch oder Bär?

Tiere & Menschen

13 Serie „Kitoja’s Tagebuch“: Aus dem Leben einer kleinen Giraffe (Teil 1von 12)

22 Serie „Modehunde“: Der Mops – Modische Kurznase mit Esprit

23 Beste Freunde auf Besuch

Tier & Schutz

12 Leinenführigkeit: Köpfchen statt Technik!

NEUE Sammelserie: Deutschlands Tierparks

31 Wisent-Wildnis am Rothaarsteig: Wisent-Feeling hautnah

Rubriken

07 Gewinnspiel

14 Juniorseiten – Rätsel und mehr

16 Tierposter mit Kalenderteil

19 Kreuzworträtsel

29 Drago’s Schlaumeierecke

30 Vorschau und Impressum

32 Tierisch gesund

im Januar ...

Hallo ...

... ich bin Drago und erkläre euch das Titelbild: Die Blaumeise ist ein ganz treuer Vogel,

der uns auch im kalten Winter nicht verlässt. Ist es einmal richtig frostig, freut sie sich sehr,

wenn man ihr die mühsame Futtersuche mit einigen Sonnenblumenkörnern oder einem

Meisenknödel etwas erleichtert.

www.Unsere-besten-Freunde.com

2 01 | 2013 Unsere besten Freunde

Foto: © ernest60/Fotolia


Unsere besten Freunde

Natur & Wildnis

Vogelfütterung im Winter:

Artgerecht schmeckt’s am besten

Wenn der Winter die Natur fest im

Griff hat, und das Futterangebot für

unsere heimischen Wintervögel vielerorts

knapp wird, schätzen sie es

meist sehr, wenn ihnen der Mensch

bei der Futtersuche ein wenig unter

die Flügel greift. Und die Tiere am Futterhäuschen

zu beobachten, kann

manchmal spannender als jeder Fernsehfilm

sein.

Damit sich Vögel wie Meisen, Finken,

Rotkehlchen und andere

hungrige Wintergäste an einer

Futterstelle ungestört satt fressen können,

gibt der Naturschutzbund Deutschland

NABU e.V. Vogelfreunden und anderen

Naturliebhabern einige wichtige

Tipps für eine artgerechte Winterfütterung.

So sollte der Futterspender an einer

übersichtlichen Stelle platziert werden,

damit er für die Tiere nicht zu einer

ungewollten Falle durch umherstromernde

Katzen

wird. Auch sollte

das Futter immer

gut vor starkem

Wind, Regen und

Schnee geschützt

sein, um sicherzugehen,

dass es

nicht durchnässt

wird und dadurch

je nach Wetterlage

vereist oder verdirbt.

Achten Sie auch darauf, dass der Futterspender

oder das Vogelhäuschen derart

beschaffen ist, dass die kleinen Wintergäste

nicht in ihrem Futter herumlaufen

und es mit Kot verschmutzen können.

Denn sonst ist die Gefahr, dass sich ansteckende

Krankheiten unter den Vögeln

verbreiten können, sehr groß. Wer ein

herkömmliches Futterhäuschen verwendet,

sollte es daher regelmäßig mit heißem

Wasser reinigen, und anschließend

aus hygienischen Gründen nicht zu viel

Futter nachlegen. Zum Schutz der eigenen

Gesundheit sollten Sie beim Reinigen

des Vogelhäuschens zudem Handschuhe

tragen.

Um die Vögel an der Futterstelle aus der

warmen Stube heraus gut beobachten

zu können, empfiehlt es sich natürlich,

den Futterspender in Sichtweite der

Wohnung anzubringen. Machen Sie dabei

aber bitte alle Scheiben, mit denen

die Tiere beim Anflug auf das Futterhäuschen

kollidieren könnten, mit Aufklebern

oder anderen Fensterbehängen

für die Vögel kenntlich.

Wer möglichst viele Vogelarten an seinem

Vogelhäuschen beobachten möchte,

sollte bei der Wahl des Futters deren

unterschiedliche Futtergewohnheiten

berücksichtigen. Im Zweifel eignen sich

jedoch Sonnenblumenkerne, die von

den meisten Vögeln gerne angenommen

werden. Weichfutterfresser wie Rotkehlchen,

Amseln, Zaunkönige, Heckenbraunellen

oder Wacholderdrosseln freuen

sich natürlich auch über Rosinen,

Obst oder einige Haferflocken im Futterangebot.

Allerdings verdirbt Weichfutter

schneller als hartes Körnerfutter, und

sollte daher regelmäßiger kontrolliert

und ausgetauscht werden. Auch die bei

der Entenfütterung so beliebten Brotstückchen

haben im heimischen Vogelhäuschen

nichts

verloren, weil sie

im Magen der kleinen

Wintergäste

übermäßig aufquellen

und den

Tieren dadurch

nicht nur Schmerzen

bereiten, sondern

auch deren

Verdauungssystem

ernsthaft schädigen

können.

Foto: © Wikimedia/ SPBer

TRENDIG, AKTUELL, ANDERS

„frau & gesundheit“ das Magazin für die moderne Frau

Kosmetik+Ernährung+Lifestyle und vieles mehr

Außerdem erscheinen im S & D Verlag zum 1. eines jeden

Monats die Apotheken-Kundenzeitschriften:

Naturheilkunde & Gesundheit, die sanfte Medizin aus Ihrer

Apotheke, Unsere besten Freunde, gesunde und spannende

Infos für Tierfreunde, KOPFfit, für Gehirnjogging und Gedächtnistraining,

Rätsel-aktuell, randvoll mit Denksportaufgaben sowie

SUDoku, für alle Freunde der japanischen Knobelei.

Unsere besten Freunde 01 | 2013 3


Aktuell & Erstaunlich

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Foto: © Wikimedia/ Gilles San Martin

Online-Spiel

über deutsche

Nationalparks

Um Kindern die vielfältigen

Lebensräume der

deutschen Nationalparks,

Biosphärenreservate

und Naturparks näherzubringen,

hat der Dachverband der

Nationalen Naturlandschaften

EUROPARC Deutschland e.V. in

Zusammenarbeit mit dem WWF

und dem Bundesamt für Naturschutz

seit wenigen Wochen die elektronische

Lern-Plattform „Junior Ranger Web“ unter

www.junior-ranger.de ins Internet

gestellt. Die spannenden Online-Lernabenteuer

wie etwa die Rettung eines

Seehundbabys oder die Besteigung des

Watzmanns in den Alpen sind vor allem

für Kinder zwischen sieben und zwölf

Jahren konzipiert, und vermitteln interaktiv

und auf spielerische Art und Weise

viel Wissenswertes über die vielfältigen

Männliche Grasnadeln machen den

Nachwuchs fit

Um in einer lebensfeindlichen Umwelt

voller gefährlicher Bakterien

überleben zu können, bekommen

die Nachkommen der meisten Fischarten

von ihren Müttern während des Heranreifens

über die Eier zusätzliche Antikörper

mit, die helfen, das Immunsystem

der Larven bis zum Schlüpfen zu stärken.

Bei bestimmten Fischarten wie etwa der

Grasnadel, die eng mit dem Seepferdchen

verwandt ist, sorgt jedoch der Vater

dafür, dass sein Nachwuchs fit heranwächst.

Denn anders als bei anderen

Fischarten brüten bei den Grasnadeln

Foto: © EUROPARC Deutschland e.V.

Tier- und

Pflanzenarten,

Lebensräume

und

Landschaftstypen

Deutschlands.

Ausgehend

von einer virtuellen „Ranger-

Station“ können die Spieler zunächst

zwischen vier real existierenden Naturräumen

wählen: Die „Küste“, das „Tiefland“,

die „Mittelgebirgsregion“ und die

„Alpen“. Haben sie alle anstehenden

Aufträge, Spiele und Rätsel eines Levels

gelöst, können sie sich zur Belohnung

Bastelanleitungen und „Entdeckeraufträge“

für ein eigenes „Forscherbuch“

ausdrucken, um in der heimischen Natur

zu Hause auf eine echte Entdeckertour

zu gehen. www.junior-ranger.de

die Väter die Embryonen in einer Bruttasche

aus. Forscher vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum

für Ozeanforschung in

Kiel haben nun herausgefunden, dass

durch die Nähe der befruchteten Eier

zum väterlichen Körper bestimmte immunstimulierende

Substanzen auf die

heranwachsenden Grasnadeln übertragen

werden. Denn die Fischeier sind laut

der GEOMAR-Evolutionsbiologin Dr. Olivia

Roth bei diesen Tieren mit ihrem Vater

in ähnlicher Weise verbunden wie Babys

über den Mutterkuchen mit ihrer

Mutter.

Hunde schützen

Berggorillas

Im ältesten Nationalpark Afrikas, dem Virunga-Nationalpark

im Osten der zentralafrikanischen

Republik Kongo, bekommen

die Parkwächter in ihrem Kampf

gegen illegale Jagden auf Berggorillas,

Okapis und andere streng geschützte

Wildtiere seit Kurzem tierische Verstärkung.

Das ausschließlich von Spenden

finanzierte Schweizer Hilfsprojekt „Congohounds“

unterstützt die Arbeit der Wildhüter

durch den Einsatz speziell trainierter

Bluthunde, die ihnen mit ihren feinen

Nasen beim Aufspüren von Wilderern helfen

sollen. Denn den Rangern gelingt es

zwar meist rechtzeitig, die ausgelegten

Fallen der Wilddiebe zu finden und zu beseitigen,

aber den Wilderern selber kommen

sie nur selten auf die Spur, um sie zur

Verantwortung zu ziehen.

Die von dem „Congohound“-Projekt zur

Verfügung gestellten und betreuten Bluthunde

sollen aber nicht nur die Spuren illegaler

Jäger im Dickicht des Dschungels

verfolgen, sondern sind auch darauf trainiert,

als Spürhunde bei Rettungsaktionen

für vermisste Wanderer eingesetzt zu

werden, um somit die Sicherheit im Virunga

Nationalpark für die Besucher zu verbessern.

www.congohounds.info

kras vw

4 01 | 2013 Unsere besten Freunde

Foto: © gorilla.cd/ Zähner

Foto: © gorilla.cd/ Zähner


Unsere besten Freunde

Aktuell & Erstaunlich

Streifengänse sind keine

„Überflieger“

Bislang vermuteten Forscher,

dass Streifengänse auf dem

Weg aus ihren sommerlichen

Brutgebieten in der Mongolei,

dem Norden Chinas und dem tibetischen

Hochland in ihre südlichen

Überwinterungsgebiete in Indien

auf direktem Weg selbst die höchsten

Gipfel des Himalaya überfliegen können. Jetzt haben Wissenschaftler

der britischen Universität von Bangor anhand von

91 Streifengänsen, die sie mit GPS-Sendern ausstatteten, herausgefunden,

dass die pfiffigen Tiere auf ihrem Weg in den Süden

keineswegs anstrengende und kräftezehrende „Höhenflüge“ unternehmen,

sondern dem Verlauf der tiefer liegenden Täler folgen,

um die Gipfel der Gebirgsmassive zu umgehen. Mit ihrer

maximalen Flughöhe von rund 5.500 Metern blieben sie dabei

fast immer weit unter der kritischen, von manchen Bergsteigern

auch als „Todeszone“ bezeichneten, sauerstoffarmen Höhe ab

7.000 Metern. Nur ganz vereinzelt bewegten sich die Tiere zeitweise

auch in Flughöhen um 7.300 Metern, und auch damit

noch unterhalb der höchsten Gipfelregionen des Himalaya.

Foto: © Wikimedia/ Diliff

Serie

Tier-Symbiosen“

„Hilfst Du mir, helf’ ich Dir“. Auf der Suche nach Futter und Schutz vor Feinden entwickeln

manche Tierarten sehr geschickte Überlebensstrategien, indem sie sich mit anderen Tierarten

„verbünden“. Manchmal mit ganz erstaunlichen Effekten ...

Foto: © Wikimedia/ Christian Mehlführer

Foto: © Wikimedia/ Gyorgy Csoka

Faultiere und Schmetterlinge: Futtern gegen den „Grünstich“

Bei Faultieren wachsen aufgrund ihrer Lebensweise in

Zeitlupe und ihrer tropischen, feucht-warmen Umgebung

grünliche Algen in ihrem Fell. Das ist zwar zum

einen ganz praktisch, weil das Fell zur besseren Tarnung im

Blätterdach des Urwaldes dadurch eine leichte Grünfärbung

bekommt. Andererseits dürfen die Algen natürlich

nicht überhand nehmen, weil sie sonst dem Fell und der

Haut der Faultiere schaden. Daher haben sich die trägen

Baumbewohner mit verschiedenen Schmetterlingsarten

aus der Familie der „Zünsler“ gewissermaßen verbündet.

Auf der Suche nach Futter leben diese Insekten im dichten

Fell der Faultiere, wo sie sich auch paaren und ihre Eier ablegen.

Die Schmetterlinge und ihre Larven sorgen mit ihrem

Appetit dafür, dass sich die Algen nicht unkontrolliert

im Faultier-Fell vermehren können, und beugen somit

auch einem übermäßigen „Grünstich“ der Fellfarbe vor. Das

Ergebnis: Fell sauber, Zünsler satt.

dfertfd

Unsere besten Freunde 01 | 2013 5


Tierporträt [Haustier]

Der Friesische

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Wetterfester Wachhund mit alter Herkunft

Sowohl als Jagd- als auch als Hofhund ist der Friesische

„Weterhoun“ ein echtes Multitalent. Die ursprüngliche Bezeichnung

hat dabei nichts mit „Wetter“ zu tun, sondern ist

das altfriesische Wort für „Wasser“. Aber ob nun wasseroder

wetterfest – als echter Naturbursche kann der robuste

Hund beides gut gebrauchen.

Bereits im 17. Jahrhundert finden

sich in alten Aufzeichnungen friesischer

Schriftkundiger erste Hinweise

auf kraushaarige Hunde, die als Wachhunde

auf den norddeutschen und niederländischen

Bauernhöfen und bei der

Jagd auf Fischotter brav ihren Dienst

versahen, weshalb sie gelegentlich auch

als „Otterhoun“ bezeichnet wurden.

Nachdem die Jagd auf Otterfelle wegen

sinkender Bestände zunehmend uninteressant

wurde, verwendeten die Bauern der damaligen Zeit

den „Weterhoun“ auch zur Jagd auf Wildkatzen, Iltisse und vor

allem Bisamratten, die sich nicht nur in den Entwässerungsgräben

auf den Feldern, sondern immer wieder auch auf den Bauernhöfen

in Scheunen, Ställen und Wohnhäusern breit zu machen

versuchten. Als ausdauernder und meist sehr erfolgreicher

Rattenjäger kommt der Friesische

Wasserhund heute gelegentlich noch bei

der Pflege der großen Deichanlagen

zum Schutz der niederländischen Küsten

zum Einsatz. Denn die Bisamratten gefährden

mit ihren in die Deiche gegrabenen

Bauten die Stabilität der für die Küstenbevölkerung

lebensnotwendigen

Schutzwälle. Und da der im übrigen sehr

umgängliche und meist sehr kinderliebe

Wachhund zudem ausgesprochen kräftig

bemuskelt ist, wurde er in früheren

6 01 | 2013 Unsere besten Freunde

Foto: © Wikimedia/ mjk23

Foto: © Wikimedia/ 23dingenvoormusea


Unsere besten Freunde

Tierporträt [Haustier]

Zeiten auch gerne vor den Hundekarren gespannt, um als starker

„Zughund“ seinen anstrengenden Dienst zu versehen.

Nicht eindeutig geklärt ist bislang die Frage nach der Herkunft

dieses zuverlässigen, treuen und überaus robusten Naturburschen.

Manche Quellen deuten darauf hin, dass der gelockte

Vierbeiner einst von friesischen Händlern aus den Ländern der

Ostsee in die nordniederländische Provinz Friesland mitgebracht

wurde. Andere Theorien besagen, dass die Wurzeln dieses

Hundes in Osteuropa zu finden sind, wo er als zuverlässiger

Begleiter und Beschützer von Reisenden zum Schutz vor Überfällen

auf den unsicheren Handelsstraßen über Land eingesetzt

wurde. Das stark gelockte Fell dieses Tieres könnte aber auch

darauf hindeuten, dass diese Hunderasse auf noch ältere Rassen

wie den Irischen Wasserspaniel, den Spanischen Wasserhund,

den Curly Coated Retriever oder den aus Frankreich

stammenden Barbet zurückgeht.

Der wetterharte, zwischen 50 und 60 Zentimeter große und immerhin

etwa 30 Kilogramm schwere Hund von der friesischen

Küste ist aufgrund seines leicht öligen, eng anliegenden Fells

bestens für den Aufenthalt und die Arbeit im Freien geeignet.

Weniger „abgehärtet“ ist er jedoch gegen die Haltung in der

Wohnung, denn warme, trockene Heizungsluft bekommt

seiner Gesundheit überhaupt nicht.

Foto: © Jeremy Breningstall

Wenn „Cats“ auf Reisen gehen ...

Silbrig glänzt der Mond über dem abgelegenen Schrottplatz.

Zwischen ausrangierten Möbeln, zerschlissenen Fahrradreifen,

Autowracks und rostigen Öfen schleichen sich geheimnisvolle

Wesen auf Samtpfoten heran. Ihre gelben Augen funkeln in der

Dunkelheit, und leises Schnurren ist zu hören. Für eine Nacht haben

die Katzen diesen schummrigen Ort zum Treffpunkt ihres

alljährlichen Balls erkoren. Es ist die Nacht, in der das weise Katzenoberhaupt

Alt Deuteronimus eine von ihnen für ein zweites

Leben auswählen wird. Und alle sind sie gekommen: junge und

alte, liebenswerte und skurrile Katzen. Und jede Katze erzählt

von ihrer Lebensgeschichte... bis schließlich einer von ihnen die

Ehre zu Teil wird, ein zweites Leben beginnen zu dürfen ...

Seit Kurzem ist der berühmte Musical-Klassiker „Cats“ mit einem

hochmodernen Theaterzelt auf Tournee, das keine Wünsche

offen lässt. Der Clou: Keiner der 1.800 Theaterplätze ist

mehr als 20 Meter vom Bühnengeschehen entfernt. Dadurch

wird das Publikum ganz unmittelbar selber Teil des turbulenten

Treibens, wenn die berühmte Katzenmeute zu ihrem weltbekannten,

golden schimmernden Schrottplatz schleicht.

Foto: © Wikimedia/ mjk23

Als ausgesprochenes „Arbeitstier“ braucht der ansonsten recht

anspruchslose Haus- und Hofgenosse zudem viel Auslauf und

Bewegung, bei überwiegender Haltung in der warmen Wohnung

droht er schnell zu verkümmern. Idealerweise sollte der

aufmerksame Wachhund in „seiner“ Familie deshalb eine Aufgabe

zugewiesen bekommen, etwa die Bewachung eines

großzügigen Gartens oder das Freihalten eines Bauernhofes

von Schädlingen wie Ratten und Mäusen.

Die Haltung des sympathischen Friesen ist allerdings keine Sache

für Einsteiger. Denn sein eigensinniger Charakter braucht

eine geduldige, konsequente und einfühlsame Erziehung. Gelingt

es jedoch seinem Besitzer, das Herz seines Schützlings zu

erobern, ist der Friesische „Weterhoun“ ein sehr treuer, anhänglicher

Familienhund, der auch mit Kindern meist gut zurechtkommt.

Allerdings mag es der wetterharte Friese gar nicht

gerne, von Herrchen oder Frauchen lange alleine gelassen zu

werden. Aber welcher Hund will das schon?

Wenn Sie auch am bunten Treiben der zauberhaften CATS in einer

Tourneestadt Ihrer Wahl teilhaben möchten, sind Sie hier

genau richtig. Denn für dieses außergewöhnliche Musical verlosen

wir zwei mal zwei der begehrten Eintrittskarten. Mitmachen

ist ganz einfach:

Schicken Sie uns bis zum 31. Januar eine ausreichend frankierte

Postkarte mit dem Lösungswort (farbig unterlegte Felder aus

dem Rätsel auf Seite 19) und der Adresse der Apotheke, von

der Sie „Unsere besten Freunde“ erhalten, an:

S&D Verlag GmbH

Stichwort: „Cats“ (bitte unbedingt angeben)

Postfach 1213

47592 Geldern

Die aktuellen Tourneedaten:

19.01.13 – 17.02.13 München

03.03.13 – 01.04.12 Linz

09.04.13 – 09.05.13 Frankfurt/Main

16.05.13 – 16.06.13 Graz

Die Preise wurden gestiftet von Mehr! Entertainment. „Unsere besten

Freunde“-Leser erhalten unter der Telefonnummer 01805-2001 (0,14 €

/Min a. d. dt. Festnetz, Mobilfunk maximal 0,42 €/Min.) bei Nennung

der PIN 10668 eine Ermäßigung von 10 % auf den regulären Ticketpreis.

(Per Fax oder E-Mail eingesandte Lösungen werden nicht berücksichtigt.

Mehrfachsendungen führen zum Ausschluss. Der Rechtsweg

ist ausgeschlossen, die Gewinne sind nicht übertragbar und

werden nicht in bar ausgezahlt. Die Gewinner werden persönlich

benachrichtigt.)

Unsere besten Freunde 01 | 2013 7


Natur & Wildnis

Serie: Berühmte Tierforscher

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Unbequemer

Wissenschaftler

und moderner

Vordenker

Charles Darwin

Die Untersuchung eines unscheinbaren

Rankenfuß-Krebses, den der berühmte

Wissenschaftler bei der Auswertung seiner

umfangreichen Tiersammlung beinahe

übersehen hätte, bestätigte

Charles Darwin in seiner Theorie über

die Entwicklung der Arten und führte

nachfolgend zur Veröffentlichung seines

berühmten Buches „Die Entstehung

der Arten“. Damit entfachte er unter

den Wissenschaftlern seiner Zeit eine

hitzige Debatte, die nicht immer zu seinen

Gunsten entschieden wurde.

Als Sohn des englischen Arztes Robert

Darwin kam Charles Darwin als

fünftes von sechs Kindern am 12.

Februar 1809 in Shrewsbury, einer Stadt etwa

60 Kilometer von Birmingham entfernt,

zur Welt. Nach einer äußerst behüteten

Kindheit sollte er auf Wunsch seines Vaters

eigentlich Medizin studieren, tat sich damit

jedoch sehr schwer. Auch sein Studium der

Theologie an der berühmten Universität

von Cambridge, das er im Januar 1831 erfolgreich

beendete, weckte in ihm noch

nicht den Forscherdrang, der ihn später zu

einem der angesehensten und zu seiner

Zeit zugleich umstrittensten Wissenschaftler

Englands machen sollte.

Foto: © Wikimedia

Der Wendepunkt in seinem Leben war seine

erste und einzige Weltreise als naturwissenschaftlicher

Begleiter des Kapitäns Robert

FitzRoy an Bord des Dreimasters „Beagle“.

Von 1831 bis 1836 segelte dieses

Schiff rund um die Welt, um für die königliche

britische Marine zahlreiche kartografische

Vermessungen rund um den Globus

vorzunehmen. Darwins frisch erwachter

naturwissenschaftlicher Forscherdrang

wurde auf der immerhin fünf Jahre währenden

langen Reise allerdings immer wieder

gedämpft, denn der berühmte Forscher

wurde schnell seekrank und litt häufig

unter Heimweh.

Auf seinen Landausflügen zeigte er zunächst

nur wenig Interesse für die ihn umgebende

Tier- und Pflanzenwelt. Selbst die

berühmten Darwin-Finken auf den Galapagos-Inseln

interessierten ihn anfangs nur

wenig. So war es erst der Kurator des Museums

der Zoologischen Gesellschaft von

London, John Gould, der bei seinen Untersuchungen

an den Tieren deren Wert für

die Bestätigung der Darwin’schen Theorien

über die Entstehung der Arten erkannte.

Die vielfältigen Regionen und Landschaften,

die Darwin auf dieser Reise besuchte,

weckten jedoch zusehends auch sein Inte-

8 01 | 2013 Unsere besten Freunde


Unsere besten Freunde

Natur & Wildnis

Foto: © Wikimedia/ Brumm H, Farrington H, Petren K, Fessl B

Foto: © Wikimedia

Foto: © Wikimedia

geschlechtliche Zuchtwahl“ auf. Diese

Theorie brachte dem äußerst zurückgezogen

lebenden Wissenschaftler nachfolgend

viel Ärger vonseiten anderer Wissenschaftler,

aber auch von Vertretern der Kirche

ein, die seine Lehrmeinung aufs

Schärfste kritisierten.

resse an den biologischen Zusammenhängen

der Entwicklung von Tier- und Pflanzenarten

und ihrer Anpassung an ihren Lebensraum.

Viele davon sammelte er sehr

eifrig und untersuchte sie akribisch noch

vor Ort. Andere Pflanzen und Tiere, aber

auch fossile Knochenfunde, schickte er

nach England, um sie später nach der

Rückkehr von seiner Weltumsegelung

gründlich zu erforschen.

Wieder zurück in England, begann Darwin,

der sich von den Anstrengungen dieser

langen Weltreise nie mehr richtig erholen

sollte und zeitlebens unter Schwächeanfällen,

Magenschmerzen und Atemproblemen

litt, seine Reiseberichte zu veröffentlichen.

Durch das ererbte große Vermögen

seines Vaters führte er ein wirtschaftlich

abgesichertes Leben, dass es ihm ermöglichte,

sich unabhängig von finanziellen

Sachzwängen ganz seinen umfangreichen

Forschungen zu widmen. Erster „Verkaufsschlager“

waren dabei vor allem seine geologischen

Arbeiten zur Entstehung von

Vulkanen und Korallenriffen.

Ein unscheinbarer Rankenfuß-Krebs aus

Darwins umfangreicher Artensammlung,

von dem es nach heutigem Stand der Wissenschaft

etwa 800 Unterarten gibt, zerstreute

Darwins letzte Zweifel an der Richtigkeit

seiner Theorien, und führte zur Veröffentlichung

von weiteren Büchern über

seine wissenschaftlichen Untersuchungen

an Tieren und Pflanzen.

Sein 1858 bis 1859 erschienenes Buch „The

origin of species“ („Die Entstehung der Arten“),

das ihn später weltberühmt machen

sollte, rührte mit der Theorie, dass aus der

Anpassungsfähigkeit der Lebewesen an ihre

Umwelt bei wechselnden Umweltbedingungen

neue Arten entstehen können, an

den Grundfesten der damaligen Wissenschaft.

Denn bis Darwin war es gängige

Lehrmeinung, dass die Vielfalt der Arten

starr und unveränderlich sei.

Besonderen Unmut erweckte der unbequeme

Wissenschaftler bei seinen Zeitgenossen,

weil er bei seiner Theorie der Artenentstehung

auch vor der Entwicklung

des Menschen nicht haltmachte, und die

Abstammung aller Lebewesen auf einen

gemeinsamen Ursprung zurückführte. Seine

berühmte Theorie, dass der Mensch

vom Affen abstamme, griff Darwin übrigens

erst viele Jahre später in seinem Buch

„Die Abstammung des Menschen und die

In seinen letzten Lebensjahren konzentrierte

sich Charles Darwin vor allem auf

Forschungen über die Funktionsweise von

Pflanzen. Wenige Monate vor seinem Tod

erschien sein letztes Buch mit dem Titel

„Die Bildung der Ackererde durch die Tätigkeit

der Würmer“, ein Thema, das ihn

über 40 Jahre lang beschäftigte, und in

dem er die große Bedeutung von Regenwürmern

für die Bildung fruchtbarer Humuserde

beschrieb.

Mit 73 Jahren starb Charles Darwin in seinem

Haus in Downe, einer kleinen, südlich

von London gelegenen Ortschaft, und

wurde am 26. April 1882 in der Londoner

Westminster Abbey beigesetzt.

Seine Lehre von der Entstehung der

Arten aber lebt weiter, und bildet

bis heute die Grundlage für weitere

wegweisende wissenschaftliche

Forschungsarbeiten auf der ganzen Welt.

Unsere besten Freunde 01 | 2013 9


Apothekentipp

Foto: © Gero Altmann

Tiergesundheit

aus Ihrer Apotheke:

Gero Altmann, Apotheker und Heilpraktiker

aus der Kreuz-Apotheke in

Recklinghausen, weiß Rat.

Wenn Kanarienvögel

plötzlich verstummen

Kanarienvögel sind bekannt dafür,

dass sie oft nach Herzenslust zwitschern

und singen. Bleiben sie plötzlich

stumm, kann es dafür viele Ursachen

geben. Doch nicht immer steckt

gleich eine gefährliche Krankheit

dahinter.

Foto: © Wikimedia/ 3268zauber

Sind Kanarienvögel in ein neues Zuhause

umgezogen, kann es durchaus

sein, dass sie für etwa zwei bis

drei Wochen still bleiben. In einer solchen

Situation müssen sich Vogelhalter

aber nicht unbedingt Sorgen machen.

Denn es kann sein, dass die Tiere erst ein

wenig Zeit brauchen, sich an ihr neues

Heim zu gewöhnen. Haben sich die

kleinen Vögel nach einiger Zeit richtig

eingelebt, lassen sie auch ihren Gesang

wieder ertönen. Wer seinen gefiederten

Gesangskünstlern die Zeit der Eingewöhnung

etwas erleichtern möchte,

kann ihre Stimmungslage mit Bachblütenmischungen

aus der Apotheke auf

sanfte und nebenwirkungsfreie Weise

ein wenig unterstützen. Dafür empfehlen

sich etwa die Blütenessenzen „Gorse“

(Stechginster), „Mimulus“ (Gefleckte

Gauklerblume) oder „Walnut“ (Walnuss).

Aber auch die bekannte „Rescue-Bachblütenmischung“

kann helfen, das Stimmungstief

Ihrer gefiederten Gesangskünstler

wieder auszugleichen.

Auch die Größe und Ausstattung des Vogelheimes

spielt natürlich eine wichtige

Rolle, um Ihre gelben Sänger zum Trällern

und Zwitschern zu animieren. Denn

ist der Vogelbauer zu klein und zu spar-

tanisch ausgestattet, können sich die Tiere

ihrer Natur gemäß nicht ausreichend

bewegen. Ohne Spiel und Bewegung

fehlt ihnen jedoch der Anreiz, ihren typischen

Gesang hören zu lassen. Daher

sollte das Kanarienheim über eine entsprechende

Größe verfügen, und die

Tiere zudem mit Schaukeln und frischen

Ästen und Zweigen zum Hüpfen und

Umherflattern motivieren. Derart ausgeglichene

Singvögel werden bald auch

wieder ihre Stimme hören lassen.

Ein weiterer Grund für das plötzliche Verstummen

der Tiere kann aber auch die

alljährlich wiederkehrende Mauser sein,

die für die kleinen Vögel sehr anstrengend

ist und den Tieren meist keine

Kraft mehr zum Singen lässt. In dieser

Zeit ist eine mineralstoffreiche Fütterung

besonders wichtig, um den Vögeln das

Wechseln ihres Federkleides möglichst

zu erleichtern. In Ihrer Apotheke finden

Sie für die Zeit der Mauser zudem viele

natürliche Arzneimittelzubereitungen,

die helfen können, Ihren gefiederten

Sängern die Lust am Zwitschern und

Trällern wiederzugeben.

Haben Sie allerdings den Eindruck, einer

Ihrer Vögel möchte gerne singen, wird

aber durch ein körperliches Problem daran

gehindert, sollten Sie umgehend Ihren

Tierarzt aufsuchen. Denn die zierlichen

Vögel haben Erkrankungen meist

nur wenig entgegenzusetzen. Je früher

Sie eine „Gesangsblockade“ dieser Art

tiermedizinisch abklären lassen, desto

besser kann Ihrem kleinen Schützling

geholfen werden.

10 01 | 2013 Unsere besten Freunde


Unsere besten Freunde

Tierhaltung & Pflege

Kälteschutz

für

Hunde?

Foto: © Ulrike Schanz Fotodesign

Normalerweise hält ein Hundefell seinen

tierischen Träger im Winter mollig warm.

Manchmal muss der Tierhalter dem Wärmeschutz

seines Vierbeiners jedoch ein

wenig nachhelfen.

Je nach Rasse und Herkunft ist das Fell

eines Hundes normalerweise darauf

ausgelegt, das Tier das ganze Jahr hindurch

zu wärmen und seine Haut gut

gegen Feuchtigkeit und Auskühlung,

aber auch intensive Sonnenbestrahlung

zu schützen. Allerdings ist die Fähigkeit,

den Stoffwechsel und damit die Körpertemperatur

der Umgebungstemperatur

entsprechend anzupassen, kein angeborener

Reflex, sondern muss von dem Tier

im Welpenalter erst erlernt werden. Und

das geht nur mit –moderat- wechselnden

Umgebungstemperaturen.

Deshalb sollten die kleinen niedlichen

Racker auch in der kalten Jahreszeit

nicht nur im kuscheligen Körbchen und

in der warmen Wohnung gehalten, sondern

schon frühzeitig und vorsichtig

auch an kalte Außentemperaturen gewöhnt

werden. Denn bleiben Hundewelpen

zu lange in einer künstlich gleichmäßig

warm gehaltenen Umgebung,

schadet es ihrer Gesundheit und ihrer

körperlichen Entwicklung und Anpassungsfähigkeit

an wechselnde Außentemperaturen

mehr, als dass es nützt.

Anders sieht die Sache dagegen bei älteren

Hunden aus. Denn wenn auch einem

jungen, kräftigen Hund mit einer dichten,

Feuchtigkeit und Kälte abweisenden

Unterwolle selbst strenge Temperaturen

nichts anhaben können, leiden ältere

oder geschwächte Hunde oder Tiere mit

einem dünnen, schütteren Fell meist

schnell unter kalten Temperaturen. Je

nach körperlicher Verfassung des geliebten

Vierbeiners kann es dann durchaus

sinnvoll sein, das Tier auf der täglichen

Hunderunde vor dem Verlassen der warmen

Wohnung mit einem Hundemantel

auszustatten.

Damit das Tier auf winterlichen Spaziergängen

auch wirklich gut geschützt ist,

sollte dieser Wetterschutz nicht nur wärmen,

sondern auch Feuchtigkeit abhalten.

Ganz besonders wichtig sind zudem

auch der Schnitt und die Passform einer

solchen „Winterbekleidung“. Sie sollte

den meist wenig behaarten Unterbauch

gut wärmen, möglichst wasserdicht sein

und verhindern, dass sich beim Toben in

der weißen Winterpracht Schneeklumpen

im Bauchfell des Hundes verfangen

und das Tier dadurch auskühlt. Auch

die bei älteren Tieren meist mehr oder

weniger empfindlichen Nieren müssen

bei eisigen Temperaturen immer gut geschützt

sein, damit ein Winterspaziergang

keine gefährlichen Nierenerkrankungen

nach sich zieht. Achten Sie beim

Kauf dann noch auf eine helle, möglichst

reflektierende Oberfläche dieser Hundetextilie,

ist auch ein empfindlicher Vierbeiner

in der kalten, dunklen Jahreszeit

draußen rundherum immer bestens

geschützt.

Unsere besten Freunde 01 | 2013 11


Tier & Schutz

Leinenführigkeit:

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Köpfchen statt Technik!

Kein Hund wird sich freiwillig von seinem

Rudel trennen. Wenn er sich auch

selber als Teil des Rudels fühlt. Wird

aber das Vertrauen des Tieres in seinen

menschlichen „Anführer“ durch

falsche Erziehungsmaßnahmen gestört,

kann ein Hund seinen Besitzer

nie als jemanden anerkennen, dem

er sich problemlos unterordnen und

gehorchen kann. Auch nicht an der

Leine.

Um es gleich vorweg zu nehmen:

Ein „Patentrezept“ dafür, seinen geliebten

Vierbeiner zu einem verlässlichen

Begleiter an der Hundeleine

zu erziehen, gibt es nicht. Und auch über

den Einsatz bestimmter Hilfsmittel streiten

sich die Experten. Doch eines ist sicher:

Mit Druck, Schmerz und Gewalt gelingt

es am allerwenigsten, einem Hund

nachhaltige Leinenführigkeit beizubringen.

Dafür eignen sich aus Sicht von Tierschützern

die mittlerweile verbotenen

sogenannten Elektroreiz- oder Teletaktgeräte,

die per Funksignal in einem Spezialhalsband

einen strafenden Stromstoß

auslösen, ebenso wenig wie Stachel-

und Würgehalsbänder.

Der Einsatz dieser mancherorts immer

noch sehr häufig verwendeten „Erziehungsmittel“

ist umso problematischer,

als dass sie einen permanenten,

schmerzhaften Druck vor allem auf den

mittleren Teil des Hundehalses auslösen,

an dem nahezu ungeschützt die Luftröhre,

zwei große Blutgefäße und zwei lebenswichtige

Nerven verlaufen. Daher

empfiehlt der Deutsche Tierschutzbund

bei der Verwendung von Halsbändern,

besser auf einfache, breite Lederhalsbänder

oder die Verwendung von Brustgeschirren

auszuweichen.

Stachelhalsbänder sind aus tierschutzrechtlicher

Sicht problematisch.

Eine gute Alternative zum Training der

Leinenführigkeit ist der vorübergehende

Einsatz eines Führhalfters.

Eine weitaus bessere Methode, als Leinengehorsam

durch Schmerzen zu erzwingen,

sehen Tierschützer zudem in

der vorübergehenden (!) Verwendung eines

in Hundehalterkreisen als „Halti“ bekannten

Kopfhalfters in Verbindung mit

dem Einsatz einer speziellen Kopfhalfter-

Doppelleine. Dafür wird der Hund zunächst

vorsichtig an das Tragen des Halfters

als Führhilfe gewöhnt. Hat der Vierbeiner

das „Ding“ an seinem Kopf nach

einer Weile akzeptiert, beginnt die Führarbeit

an der Doppelleine. Dafür ist das

eine Ende der Leine ganz normal am

Halsband oder Geschirr zu befestigen,

das andere Ende mit einem kleinen,

leichten Karabiner mit dem Kopfhalfter

zu verbinden. Geführt werden soll das

Tier bei dieser Methode nach wie vor mit

der Halsband-Leine. Ein falsches Verhalten

des Tieres wird jedoch ausschließlich

mit dem halfterseitigen Teil der Leine

durch sanftes Ziehen korrigiert. Ändert

der Hund sein Verhalten daraufhin wie

gewünscht, wird er dafür jedes Mal sofort

kräftig gelobt.

Der Vorteil der Leinenausbildung mit

dem „Halti“ liegt auf der Hand: Richtig

gehandhabt, verursacht es dem Tier weder

Schmerzen, noch wird es in seiner

Atmung behindert. Zudem kommt das

„Halti“ an einer Körperstelle zum Einsatz,

an der selbst große Hunde dem Leinenzug

nur wenig Kraft entgegenzusetzen

haben. Daher ist diese Methode auch bei

aggressiven oder stürmischen Hunden

oft eine gute Hilfe, ihr ungewolltes Verhalten

an der Hundeleine besser unter

Kontrolle zu bekommen und ihnen auf

sanfte Art und Weise andere Verhaltensmuster

an der Leine anzuerziehen. Folgt

der Hund nach einer Weile vertrauensvoll

und problemlos seinem „Anführer“,

kann auch das „Halti“ nach und nach

wieder weggelassen werden.

Fotos: © Deutscher Tierschutzbund e.V.

12 01 | 2013 Unsere besten Freunde


Unsere besten Freunde

Teil 1 von 12

„Hier kommt Kitoja“ Das erste Jahr im Leben einer Zoogiraffe

Tiere & Menschen

Fotos: © ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen/ S. Haas

Damit ihr

kleiner

Schützling wohlbehalten heranwachsen

kann, haben die

Pflegerinnen und Pfleger der

kleinen Giraffe aus der ZOOM

Erlebniswelt in Gelsenkirchen

alle Hände voll zu tun.

Denn im Alltag der langbeinigen

Exotin „Kitoja“ wird es

nie langweilig. „Unsere besten

Freunde“ berichtet von der

Geburt bis zu ihrem ersten

Geburtstag, was sich in der

Kinderstube der kleinen

Giraffe so alles tut.

„Hoppla, da bin ich!“

neuen Mutterrolle irgendwie noch nicht ganz

zurecht gefunden zu haben. Doch die Tierärztin,

die das Tier in den letzten Stunden vor

der Geburt nicht mehr aus den Augen gelassen

hat, ist sehr zuversichtlich, dass auch

„Jadranka“, wie alle übrigen Giraffenkühe in

der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen, eine

gute Mutter werden wird.

Foto: © ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen

Sicherheit geht vor

Bequemlichkeit

Im Gegensatz zu anderen

Säugetieren gebären Giraffen

aufgrund ihrer enormen

Größe von knapp sechs Metern

auch in freier Natur im

Stehen. Denn Giraffen sind

körperlich so gebaut, dass

sie ihr Kind bei der Geburt

nur mithilfe der Schwerkraft

aus ihrem Körper pressen

können. Das würde im Liegen

nicht funktionieren. Außerdem

ist eine neugeborene

Giraffe auf ihren noch wackeligen

Beinen für viele

Raubtiere eine leichte Beute.

Im Stehen kann die Mutter

ihr Jungtier nach Giraffenart

besser mit gezielten Tritten

gegen Beutegreifer verteidigen

– dieses Verhalten ist

übrigens nahezu die einzige

Waffe dieser Tiere gegen

Fressfeinde. Aber eine sehr

wirkungsvolle!

Um 1.55 Uhr nachts ist es so weit. Die kleine

Giraffe „Kitoja“ plumpst bei ihrer Geburt

aus fast zwei Metern Höhe aus dem

Bauch ihrer Mutter ins weiche Stroh der geräumigen

Giraffenbox in der

ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen.

Schon lange vor und

natürlich auch während der

Geburt wird ihre Mutter „Jadranka“

von der zuständigen

Reviertierpflegerin Wiebke

Wolff und der Zootierärztin Dr.

Pia Krawinkel mit einer Webcam

ganz genau überwacht, denn „Jadrankas“

erstes Kind, der Giraffenbulle „Hans“, kam im

Vorjahr unter dramatischen Verhältnissen zur

Welt.

Doch das kleine Giraffenmädchen ist eine

Kämpferin. Schon eine Dreiviertelstunde nach

der Geburt steht es für eine kurze Weile auf

seinen noch wackeligen Beinen, um immer

wieder nach dem Euter seiner Mutter zu suchen

und ihre nahrhafte Milch zu trinken. „Jadranka“

ist auch kurz nach der Geburt noch

immer sehr nervös, und scheint sich in ihrer

Nach den ersten Tagen zeigt sich schnell, dass

die kleine „Kitoja“, ganz anders als ihr älterer

Bruder „Hans“, einen sehr eigenen und wenig

anhänglichen Charakter hat. Zwar verbringt

sie die ganze Zeit seit ihrer Geburt bei ihrer

Mutter, doch darf sie nie an die mütterliche

„Milchbar“ heran. „Jadranka“ ist augenscheinlich

noch zu unerfahren, um das Trinken der

Kleinen an ihrem Euter zuzulassen. Deshalb

wird der kleine Langhals nun kurzerhand mit

der Flasche und Lämmermilch

großgezogen. Sehr zur Zufriedenheit

ihrer Pflegerin lässt Kitoja

die erste medizinische

Versorgung mit Vitamin- und

Aufbauspritzen kurz nach ihrer

Geburt gut über sich ergehen.

Dann aber zeigt sich, dass sie

zunehmend eigenständiger

wird. Sie trinkt nur noch aus der Flasche, wenn

sie mit ihrer Pflegerin allein im Stall ist, und

zeigt auch sonst, dass sie eigentlich ganz

schnell ein großes Mädchen und erwachsen

werden will...

Das nächste Mal:

„Kitoja“ erobert sich ihre Umwelt, und bekommt

bald schon den ersten Besuch von ihren

Tanten. Allmählich wird sie kräftiger und

größer, und erobert sich mit ihrem Dickschädel

die Gelsenkirchener Zoowelt auf ganz eigene

Weise...

Unsere besten Freunde 01 | 2013 13


Spiel & Spaß

Zählrätsel

Wie viele Steine

wurden aus

der Mauer gerissen?

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Punkte verbinden

Vor wem läuft der Fuchs erschrocken davon?

Verbinde die Ziffern der Reihe nach!

Malspaß

In der Spur des Snowboardfahrers

verbirgt sich eine Figur.

Zeichne die Linie mit einem farbigen

Stift nach, dann weißt du, welche es ist.

Buchstaben ordnen

Was bedeuten die Buchstaben?

Beginne mit dem kleinsten und

ordne sie der Größe nach!

14 01 | 2013 Unsere besten Freunde


Unsere besten Freunde

Für Kinder

Dragos Witz des Monats:

Spazieren zwei Eisbären durch

die Wüste. Sagt der eine:

„Hier scheint es ja ziemlich glatt

zu sein.“ Fragt der andere:

„Warum?“ „Ja schau doch mal,

wie viel Sand die hier

gestreut haben.“

Hallo,

liebe Kinder ...

... spielt ihr auch so gerne im Schnee wie ich? Also

mir macht es total viel Spaß, wenn ich mit

meinen Freunden Schneemänner bauen und

Schneeballschlachten machen kann. Schlittenfahren

finde ich dabei besonders toll. Ihr auch?

Und wisst ihr, dass es sogar Tieren manchmal

richtig Spaß macht, im Schnee zu spielen?

Tierforscher haben beobachtet, dass manche Tiere

wie die „Keas“ genannten Nestorpapageien auf

Neuseeland oder die Fischotter bei uns sogar richtig

rodeln können, fast so wie ich. Natürlich haben sie

keinen Schlitten, um einen

verschneiten Hügel hinunter -

zusausen.

Viel Spaß am Toben in der verschneiten Winterlandschaft

haben aber auch Hunde. Dabei lieben sie es,

sich mit ihren Nasen durch den Schnee zu wühlen

und dabei richtige kleine Schneehaufen zusammenzuschieben.

Also für meine empfindliche

Drachennase wäre das ja nichts.

Andere Hunde wie etwa die Schlittenhunde machen

sich sogar einen regelrechten Sport daraus,

möglichst schnell durch den Schnee zu flitzen. Denn

heute brauchen viele dieser Hunde keine schweren

Lastschlitten mehr durch den tiefen Schnee zu ziehen,

sondern sind

darauf trainiert,

auf Wettkämpfen

die leichten Rennschlitten

ihrer Besitzer

möglichst

schnell ins Ziel zu

bringen.

Foto: © Wikimedia/ Gunnar Ries

Sie benutzen

dafür ihre Federn

oder ihr Fell, und lassen sich auf dem Bauch

oder dem Rücken nach unten gleiten. Manchmal

bilden sich dabei sogar richtige kleine Rutschbahnen,

wenn die Tiere immer wieder an derselben

Stelle herabrutschen.

Ganz begeisterte „Schlittenfahrer“ sind auch manche

Pinguinarten. Polarforscher haben beobachtet,

dass sich die munteren Antarktis-Bewohner ab und

zu offensichtlich einen Spaß daraus machen, sich

auf ihren kugeligen Bäuchlein ganz rasant vom

Eis ins Wasser gleiten zu lassen, und gleich darauf

wieder an Land schwimmen, um die Rutschpartie

zu wiederholen.

Foto: © Wikimedia

Allerdings gibt es auch Tiere, die mit Schnee überhaupt

nichts anfangen können. So wie die Katze

meiner Cousine. Sie hat sich auf dem Fensterbrett

über der Heizung ein warmes Plätzchen gesucht,

und beobachtet das winterliche Treiben draußen

lieber aus der warmen Wohnung, statt selber durch

den Schnee zu stromern ...

Bis bald,

euer Drago

Unsere besten Freunde 01 | 2013 15

Foto: © Nadinelle/Fotolia


JANUAR 2013

Das Pferd: Auch bei großer Kälte gibt es für Pferde nichts Schöneres, als in der klaren Winterluft im Schnee

herumzutoben. Sonne, Schnee und kalte Temperaturen lassen die Tiere schnell übermütig werden.


Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Unsere besten Freunde

Neujahr

Foto: © Fotolia/Kseniya Abramova

1 Dienstag

2 Mittwoch

3 Donnerstag

4 Freitag

5 Samstag

6 Sonntag

7 Montag

8 Dienstag

9 Mittwoch

10 Donnerstag

11 Freitag

12 Samstag

13 Sonntag

14 Montag

15 Dienstag

16 Mittwoch

17 Donnerstag

18 Freitag

19 Samstag

20 Sonntag

21 Montag

22 Dienstag

23 Mittwoch

24 Donnerstag

25 Freitag

26 Samstag

27 Sonntag

28 Montag

29 Dienstag

30 Mittwoch

31 Donnerstag

Heilige Drei Könige


Natur & Wildnis

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Serie: „Tarnen & täuschen“

Nicht jedes Tier hat scharfe Krallen, einen Spitzen Schnabel oder scharfe Zähne, um sich vor dem Hunger seiner Feinde zu schützen. Mit raffinierten Tricks

schaffen es viele Wildtiere, ihre Fellfarbe oder ihr Aussehen so zu verändern und ihrer Umwelt anzupassen, dass sie vor den Augen ihrer Gegner fast völlig

verschwinden. Tarnen und täuschen ist für sie die beste Lebensversicherung.

Scheue Waldbewohner:

Rehe sind am liebsten unsichtbar

Foto: © W. Rolfes/ djv

Wer sich im Unterholz unserer heimischen

Wälder verstecken will, muss

sich möglichst gut den wechselnden

Farben der Natur anpassen. Denn ein

Herbst- oder Winterwald sieht natürlich

anders aus als ein Wald im Frühling

oder im Sommer. Als ständige

Bewohner des Waldes haben sich Rehe

mit der wechselnden Farbe ihres

Fells sehr gut darauf eingestellt.

Einmal ein Rudel Rehe in der frühmorgendlichen

oder abendlichen

Dämmerung des Waldes zu Gesicht

zu bekommen, ist gar nicht mal so einfach.

Denn die scheuen Waldbewohner

passen sich mit der Farbe ihres Fellkleides

optimal an die jeweils vorherrschenden

Umgebungsfarben ihres Reviers an.

Im Sommer ist ihr glänzendes Fell auf

dem Rücken und den Außenseiten je

nach Individuum braunrot bis fahlgelb,

wohingegen die Bauchdecke und die Innenseiten

ihrer Beine weitaus heller und

gelblicher sind. Die männlichen Tiere haben

an ihrem Kinn sowie an jeder Seite

der Oberlippe einen kleinen weißen

Fleck, der sich oft auch oberhalb der Nasenpartie

wiederfindet. Die Ohren sowohl

der männlichen als auch der weib-

lichen Tiere sind auf der deutlich sichtbaren

Außenseite braungrau und mit einem

dunklen Rand versehen, auf der

verdeckten Innenseite jedoch hellgrau

bis weiß.

Beginnt sich die Natur um sie herum

zum Winter hin allmählich zu verfärben,

wechseln auch die vorsichtigen Rehe in

den Herbstmonaten ihre Fellfarbe. Weil

sich die nachwachsenden grauen Winterhaare

jetzt jedoch noch recht deutlich

von der Umgebung mit ihren herbstlichwarmen

Farbtönen abhebt, verdecken

die bräunlichen Sommerhaare das Grau

des Winterfells noch für eine ganze Wei-

Foto: © Siegel/ djv

le. Ist die Zeit gekommen, fallen auch die

letzten Sommerhaare ab, und das Tier erscheint

ganz plötzlich in einem tristen

Hell- bis Dunkelgrau. Dieser Wechsel passiert

sehr schnell, und gesunde Rehe haben

ihren endgültigen Fellwechsel innerhalb

einer Woche abgeschlossen. Mit

ihrem „Winterlook“ sind die Tiere jetzt

wiederum bestens an das vorherrschende

Weißgrau der Winterwälder angepasst,

und somit nicht nur von ihren

Fressfeinden, sondern auch von harmlosen

Spaziergängern, Joggern und anderen

Waldbesuchern im dichten Unterholz

nur sehr schwer auszumachen.

Beginnt die dunkle Jahreszeit allmählich,

sich aus unseren Breiten zu verabschieden,

und hält der Frühling Einzug in die

Wälder, verliert sich auch das Winterfell

der scheuen Paarhufer zusehends. Die

verborgenen Waldbewohner wechseln

bei uns je nach vorherrschender Wetterlage

etwa von März bis April vom

Winter- ins Sommerfell. Dabei zeigen

sich die ersten bräunlichen Sommerhaare

am Kopf, später auf dem schlanken

Hals und dem Rücken, bis schließlich das

ganze Tier mit seinem braunroten Sommerfell

im Wald wiederum nahezu

unsichtbar ist.

18 01 | 2013 Unsere besten Freunde


Unsere besten Freunde

Rätsel

Foto: © Wikipedia

Unsere besten Freunde 01 | 2013 19


Wissenschaft & Forschung

Serie

Vorsicht, giftig!

Um erfolgreich jagen und sich gegen Feinde

verteidigen zu können, benutzen manche Tierarten

Gift, das je nach Dosis und Zusammensetzung

auch für Menschen tödlich sein kann.

Vor diesen Tieren sollte man sich daher ganz

besonders in Acht nehmen:

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Foto: © Denis Meuthen/ Uni Bonn

Foto: © Wikimedia/ Marcel Burkhard

Pfeilgiftfrösche:

Die farbenfrohen

Giftzwerge

Die nur etwa zwölf bis fünfzig

Millimeter großen Bewohner

des südamerikanischen Regenwaldes

zählen zu den giftigsten

Tieren der Welt. Dabei stellt ihr Körper

das Gift nicht selber her, sondern

speichert es beim Verzehren

giftiger Beutetiere wie Ameisen,

Käfer oder Milben. Bestimmte Drüsen

geben es dann an die Haut der

Tiere ab, so dass schon die Berührung

eines Pfeilgiftfrosches fatale

Folgen haben kann. Stehen den

bunten Giftzwergen allerdings

über längere Zeit keine giftigen

Futtertiere zur Verfügung, verlieren

sie allmählich die Fähigkeit zur Giftspeicherung.

Daher sind in Gefangenschaft

geborene Pfeilgiftfrösche

meist weniger gefährlich

als ihre freilebenden Artgenossen

im Dschungel.

Die Bezeichnung „Pfeilgiftfrosch“

rührt daher, dass bestimmte Indianerstämme

im Westen Kolumbiens

das Hautsekret dieser Tiere auf die

Spitzen ihrer Blasrohr-Pfeile auftragen,

um ihre Jagdbeute schneller

zu erlegen.

Buntbarsche

sehen rot

Anders als viele andere Fischarten

können Buntbarsche auch infrarotes

Licht sehen. Der Vorteil dieser

Fähigkeit: Das Erkennen dieser Wärmestrahlung

führt die Tiere schneller und

zielsicherer zu ihrer Beute. Denn in den

warmen Flüssen ihrer afrikanischen Heimat

reflektieren sehr viele kleine Beutetiere

wie etwa Bachflohkrebse die natürliche

Sonnenwärme im tieferen, dunk-

Voreiliger Artenschutz für Schildkröten

Klappbrust-Schildkröten sind gleich

in doppelter Hinsicht gut geschützt.

Denn anders als andere

Schildkrötenarten können sie sich einem

Angriff derart entziehen, dass sie

den Kopf seitlich unter ihren Panzer legen

und die Kopföffnung ihres schützenden

„Gehäuses“ zusätzlich zuklappen.

Zudem ist diese auf den Seychellen

beheimatete Tierart bisher streng geschützt,

weil sie durch die zunehmende

Zerstörung ihres natürlichen Lebensraumes

bisher als vom Aussterben bedrohte

Art eingeschätzt wurden.

leren Wasser in Form von Infrarotstrahlung.

Der Nachweis dieser erstaunlichen

Fähigkeit gelang Wissenschaftlern der

Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität

in Bonn mit einem einfachen, harmlosen

Futterexperiment. Dafür beklebten

sie eines von zwei Futterbecken mit

Bachflohkrebsen mit einer Spezialfolie,

die nur von infrarotem Licht durchdrungen

werden kann. Das zweite Becken

klebten sie mit einer für infrarotes Licht

undurchlässigen Folie ab. Im Versuch

verharrten die Tiere eindeutig länger vor

dem infrarotdurchlässigen Becken als

vor dem verdunkelten Futterbehälter.

Jetzt haben Wissenschaftler der Senckenberg

Gesellschaft für Naturforschung

allerdings herausgefunden, dass

es sich bei den „seltenen“ Schildkröten

der Gattung „Pelusius subniger“ keineswegs

um eine gefährdete und somit

schützenswerte Art handelt. Denn wie

Erbgutanalysen zeigten, stammen die

gepanzerten Inselbewohner eigentlich

aus Südafrika, wo ihre Verwandten auch

heute noch sehr zahlreich vertreten

und in keiner Weise vom Aussterben

bedroht sind.

Foto: © James Harvey

20 01 | 2013 Unsere besten Freunde


Foto: © Wikimedia/ Marcel Burkhard

Foto: © Wikimedia/ freestock.ca

Unsere besten Freunde

Babyboom

bei Seehunden

Mit insgesamt 26.220 erfassten

Seehunden vor den Küsten

Deutschlands, Dänemarks und

der Niederlande war ihre Zahl im Jahr

2012 so hoch wie noch nie seit Beginn

der systematischen Zählungen im Jahr

1975. Weil auf Zählflügen allerdings nur

diejenigen Seehunde gezählt werden

können, die sich auf einer Sandbank aufhalten,

und viele Tiere im Wasser aus der

Betagtere Elefantendamen sind

meist bessere Anführer als junge

Elefantenkühe, weil mit zunehmendem

Alter der grauen Rüsseltiere

auch deren Lebenserfahrung steigt, um

Gefahren richtig einschätzen und abwehren

zu können. Das fanden Forscher

der britischen Universität von Sussex in

einem Experiment an 39 afrikanischen

Elefantenherden im kenianischen Amboseli-Nationalpark

heraus. Weil Löwen

zu den wenigen wirklich ernst zu nehmenden

Gefahren im Leben eines Ele-

Luft nicht eindeutig zu erfassen sind,

schätzen die Experten den Gesamtbestand

sogar auf rund 38.500 Tiere. Für

die Naturschützer besonders erfreulich

ist die Tatsache, dass der seit einiger Zeit

beobachtete „Babyboom“ der Seehunde

weiter anhält. So stieg die Zahl der Jungtiere

in den Küstengewässern Schleswig-

Holsteins immerhin um zehn, und vor den

Küsten Niedersachsens sogar um satte 37

Prozent an. Den Grund für die erfreuliche

Zunahme sehen die Naturschützer vor allem

in der länderübergreifenden Zusammenarbeit

für den Seehundschutz im

Wattenmeer der Nordsee.

Ältere Elefanten sind die besseren Anführer

fanten zählen, spielten die Wissenschaftler

den Elefanten für diesen

Versuch Aufnahmen von Löwengebrüll

vor, und beobachteten dabei die Reaktionen

der Leitkühe. Es zeigte sich, dass

er fahrene Anführerinnen weitaus

sensibler auf das Löwengebrüll reagierten

als jüngere Leittiere. Sie sammelten

ihre Herden schneller um sich und

waren auch schneller zur Abwehr bereit

als die Herden unter der Führung von

unerfahrenen Leittieren.

Wissenschaft & Forschung

Phantastische Tiere

Wer kennt sie nicht: Einhörner,

Drachen, Tiere in Menschengestalt und andere

Fabelwesen, die in Märchen, Sagen und anderen

Erzählungen eine reale Gestalt angenommen

haben. Doch manchmal steckt auch ein

Körnchen Wahrheit in den Legenden ...

Schneemensch oder Bär?

Der Yeti

Wirklich gesehen hat ihn

noch niemand, hoch droben

in den einsamen, eisigen

Höhen des Himalaya. Dafür hält

sich das Gerücht um den „Yeti“, einen

angeblich affenartigen, etwa

zwei bis drei Meter großen und ungefähr

200 Kilogramm schweren

Bergbewohner in Menschengestalt

umso hartnäckiger. Verschiedene

Expeditionen wollen an unterschiedlichen

Stellen sogar schon

seine großen „Fußabdrücke“ entdeckt

haben. In einigen Sprachen

des Himalaya bedeutet das Wort

„Yeti“ („yeh-teh“) einfach „Bär“. Und

das trifft es wohl eher. Denn wie sich

bei genaueren Untersuchungen herausstellte,

handelte es sich bei den

vermeintlichen Fußabdrücken des

Yeti sehr wahrscheinlich nur um die

Pranken eines großen Braun- oder

Tibetbären. In der Sonne des Hochgebirges

waren die Ränder dieser

Abdrücke ein wenig eingeschmolzen,

so dass die Spuren dadurch

größer erschienen, als sie tatsächlich

waren. Und mit der vermeintlichen

Größe des Tieres wuchs auch die Legende

um den weltbekannten, wilden

„Schneemenschen“ aus der

Bergeinsamkeit.

Serie

Foto: © Wikimedia/ Philippe Semeria

Unsere besten Freunde 01 | 2013 21


Foto: © Verlag Müller Rüschlikon

Tiere & Menschen

Foto: © Wikimedia/ DodosD

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Serie: „Die beliebtesten Modehunde“

Seit Jahrtausenden begleiten Hunde unser Leben. Dabei haben sich im Verlauf der Zeit je nach Anspruch des Menschen

an die Aufgaben ihrer vierbeinigen Partner immer neue Rassen herausgebildet. Die Rassen jedoch, die wir

auf dieser Seite vorstellen, sind aufgrund ihrer besonderen Merkmale heute besonders „angesagt“.

Der Mops:

Modische Kurznase

mit Esprit

„Mops ist Kult“

In ihrem sehr aufwändig

gestalteten Bildband lassen

die beiden Autorinnen

Christine Steimer und

Annette Schmitt die vielen

bunten Facetten im Zusammenleben

mit einem

Mops lebendig werden,

und beschreiben auf charmante

Art und Weise und

immer mit einem Augenzwinkern

die vielen Aspekte,

die den kleinen Vierbeiner

in den Augen „seiner“

Menschen so einzigartig

machen.

Denn mit seinem freundlichen,

aufgeschlossenen

Wesen ist der Mops Clown

und Philosoph

zugleich, und oft scheint

es, als stehe der muntere

Charakterhund mit all

seinem Tun ein wenig

„über den Dingen“...

Christine Steimer und

Annette Schmitt

Mops ist Kult

160 Seiten

6 s/w Bilder und

121 Farbbilder

Müller Rüschlikon Verlag

ISBN: 978-3-275-01860-4

24.90 €

Der Meister des feinsinnigen

deutschen Humors,

Vicco von Bühlow (Loriot)

brachte es einmal auf

den Punkt: „Ein Leben

ohne Mops ist möglich,

aber sinnlos“. Und tatsächlich:

Mit seinem

Charme und seiner vielschichtigen

Mimik findet

der kleine vierbeinige

Herzensbrecher nicht nur

unter Hundeliebhabern

eine ständig wachsende

„Fangemeinde“.

Kein Mops gleicht dem anderen. Zwar lässt

die weltweite Hundezuchtorganisation

der Fédération Cynologique Internationale

(FCI) als Rassestandard für Möpse ausschließlich

die Fellfarben Silber, Apricot, Rehfellfarben

oder Schwarz gelten. Aber schon die

charakteristischen Falten seines drolligen Gesichts

verleihen jedem dieser Tiere ein unverwechselbares,

einzigartiges Aussehen. Und

auch seine inneren Werte können sich durchaus

sehen lassen. Denn der kleine Kerl trägt

sein Herz am rechten Fleck, und wer sein Leben

mit einem Mops teilt, hat es bei der Erziehung

seines drolligen Vierbeiners manchmal

nicht leicht. Hat er einmal etwas falsch gemacht,

gelingt es einem Mops meist problemlos,

seinen Besitzer mit seinem treuen Hundeblick

und seinem Charme um die Pfote zu

wickeln und ihm zu sagen: „Alles nicht so

schlimm“.

Die typischen Gesichtshautfalten, die jedem

Mopsgesicht einen besonderen Charakter verleihen,

benötigen bei der täglichen Versorgung

des Tieres ein besonderes Maß an Pflege.

Denn gerade an den tiefen Stellen dieser

Falten bildet sich schnell ein feuchtes, nährstoffreiches

Millieu, das eine gute Grundlage

für Keime und hartnäckige Entzündungen bildet.

Daher muss der Nasenbereich stets sauber

und trocken gehalten werden, um einer

Keimbesiedelung zuvorzukommen. Auch die

bisweilen etwas hervorstehenden Augen neigen

manchmal leicht zu Entzündungen und

Verletzungen. Aufgrund der Rückzüchtung

seiner Nase ist zudem die Atmung leider eine

große „Schwachstelle“ des sympathischen

Vierbeiners, der auch Hitze und Narkosen oft

nur schlecht verträgt.

Daher sollte bei der Anschaffung eines solchen

Tieres darauf geachtet werden, dass die

Nase nicht allzu weit zurückgebildet ist, und

sich die Augen harmonisch in das gesamte

Gesichtsbild einfügen. Verantwortungsvolle

Hundeliebhaber, die sich mit dem Gedanken

tragen, einen Mops zu sich nach Hause zu holen,

sollten sich deshalb nur bei seriösen Züchtern

nach einem geeigneten, gesunden Tier

umsehen, und sich dabei auch die Elterntiere

ihres „Traumhundes“ zeigen lassen. Sind diese

gesund und frei von übertrieben ausgeprägten

Körpermerkmalen wie einer extrem

kurzen Nase oder deutlich hervortretenden

Augen, braucht dem Zusammenleben mit

einem Mops nichts mehr im Wege zu stehen.

Foto: © Wikimedia

22 01 | 2013 Unsere besten Freunde


Unsere besten Freunde

Tiere & Menschen

Beste Freunde auf Besuch

Foto: © Haupt Verlag

So, wie Sie regelmäßig jeden Monat Besuch von „Unsere besten Freunde“ aus Ihrer Apotheke

bekommen, gibt es auch in der Natur gelegentlich sehr treue tierische Besucher, die

immer mal wieder gerne bei uns vorbeischauen. Gut, wenn man dann mit einer kleinen

Überraschung für den putzigen Gast gerüstet ist. Denn guten Freunden gibt man doch...ja

was eigentlich?

Foto: © Wikimedia

Ganz verkehrt ist es natürlich,

die kleinen Besucher

mit Essensresten

vom eigenen Teller „verwöhnen“

zu wollen. Denn das

meiste, was wir zu uns nehmen,

ist für den Organismus

wildlebender Tiere nicht geeignet,

weil es für sie zu fettig,

zu salzig, oder zu stark gewürzt

ist. Am besten ist es, sich bei der Wahl eines

kleinen(!) „Snacks“ für seine vierbeinigen

oder gefiederten

Besucher

daran zu orientieren,

was die

Tiere normalerweise

in der

freien Natur zu

sich nehmen.

So freut sich ein

Igel, der auf seinen regelmäßigen abendlichen

Streifzügen durch den Garten oder über die

Terrasse bummelt, als fast reiner Insektenfresser

vor allem über ein wenig Katzenfeuchtfutter,

das mit einem speziellen

Igel-Trockenfutter aus dem

Zoofachhandel vermischt wurde.

Unbedingt vermeiden sollten

Sie Obst, weil der Darm

dieser Tiere diese pflanzliche

Kost nicht verarbeiten kann.

Noch weitaus gefährlicher

sind alle Arten von Kuhmilchprodukten,

weil sie bei

den kleinen Stachelträgern

schmerzhafte Durchfälle und

schlimme, bisweilen sogar tödlich

verlaufende Darmkrämpfe

verursachen. Auch Brot, Kekse,

Süßigkeiten oder Nüsse haben

im Magen eines Igels nichts zu

suchen. Bieten Sie Ihrem kleinen

Besucher seinen Snack am

besten in einem glasierten

Blumentopfuntersetzer aus

Foto: © Wikimedia/ Dellex Foto: © Wikimedia/ Hedwig Storch

Foto: © Wikimedia

Ton oder einem Glasdeckel

von Einweggläsern an.

Rotkehlchen und Blaumeisen

bevorzugen gerade in der

kräftezehrenden kalten Jahreszeit

am liebsten eine „Zwischenmahlzeit“

aus kleingehackten

Nüssen oder fetthaltigen

Getreideflocken. Etwas

weniger wählerisch sind die Amseln,

die als Allesfresser nicht nur

fettige Hafer- oder Weizenflocken,

sondern auch Äpfel und

Rosinen sehr gerne mögen. Brotund

andere Speisereste sind jedoch

für Vögel tabu, weil sie zu

schweren und schmerzhaften

Schädigungen ihres Magen-

Darm-Traktes führen.

Ganz einfach liegt die Sache bei

den Eichhörnchen. Ihre Sammelleidenschaft

für Hasel- und Walnüsse, Bucheckern und Tannenzapfen

ist beinahe sprichwörtlich. Die putzigen

Baumbewohner sind die meiste Zeit des

Jahres über von Mutter Natur

meist sehr gut versorgt. Lässt

sich jedoch der Winter einmal

besonders viel Zeit, den milden

Frühlingstemperaturen zu

weichen, freut sich natürlich

auch ein Eichhörnchen über

eine angebotene Extra-Nuss.

Bedenken Sie jedoch bitte,

dass auch Tiere bei allzu üppigem

Futterangebot Gewichtsprobleme

bekommen können,

und reduzieren Sie Ihren Willkommensgruß

lediglich auf einen

kleinen Snack. Denn gerade

für die Gesundheit der putzigen

kleinen Wilden aus Feld

und Wald gilt: „Kleine Geschenke

erhalten die Freundschaft“...

Foto: © Wikimedia/ Diamonddavej

Am Futterhaus –

Vögel erleben

im Jahreslauf

Der erfahrene

Vogelkundler

Dr. Richard

Schöne gibt in

seinem sehr

ausführlichen

Ratgeber nicht

nur Tipps zur

richtigen, artgerechten

Gestaltung

eines

Futterplatzes,

sondern beschreibt auch

auf sehr anschauliche Art,

welche Verhaltensbesonderheiten

die verschiedenen

gefiederten Gäste bei

ihrem Zusammentreffen

am Futterhaus an den

Tag legen.

Denn am Vogelhäuschen

ist ständig etwas los, und

es wird nie langweilig!

Richard Schöne

Am Futterhaus – Vögel

erleben im Jahreslauf

160 Seiten

ca. 200 Farbfotos

gebunden

Haupt Verlag

ISBN 978-3-258-07756-7

19,90 €

Unsere besten Freunde 01 | 2013 23


Foto: © Privat

Tierhaltung & Pflege

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Serie:

Dr. Wittig’s Praxistipp

Dr. med. vet. Kerstin Wittig aus Moers stellt in dieser Serie häufig

vorkommende Tierkrankheiten und ihre schulmedizinische und

naturheilkundliche Behandlung vor.

Hundegesundheit:

Vorbeugen

ist besser

als Heilen

Foto: © Wikimedia/ Ian Griffiths

Foto: © vetproduction

Wie bei Menschen sind Vorsorgeuntersuchungen

auch bei Hunden ein

wichtiger Beitrag zur Gesunderhaltung

des Tieres. Denn rechtzeitig vom

Tierarzt entdeckt, lassen sich viele Erkrankungen

in einem frühen Stadium

meist sehr gut behandeln. Und Vorsorge

funktioniert auch zu Hause.

Nicht nur der Tierarzt, auch der Besitzer

selber kann viel dazu beitragen,

seinen vierbeinigen Freund

möglichst lange fit und gesund zu halten.

Dazu zählt zwischen den regelmäßigen

Routinebesuchen in der Tierarztpraxis,

sein Tier immer mal auf bestimmte

Merkmale hin ganz genau zu betrachten.

So sollte das Innere seiner Ohren

zartrosa gefärbt, sauber und frei von unangenehmen

Gerüchen sein. Beim heimischen

Gesundheits-Check sollte auch

ein genauer Blick in die treuen Hundeaugen

nicht fehlen. Es sollte kein Ausfluss

zu sehen sein, die Pupillen sollten klar,

normal groß und ungetrübt sein, und

das Weiß der Augen sauber erscheinen.

Kontrollieren Sie auch, ob sich die Pupillen

bei Lichtwechsel normal weiten oder

verengen. Das geht bei einem Spaziergang

in der Dämmerung und anschließendem

Betreten der hellen Wohnung

ganz prima. Vermeiden Sie aber bitte eine

direkte Beeinflussung der lichtempfindlichen

Augen, sondern überlassen

Sie deren direkte Untersuchung besser

dem Tierarzt und seinen Spezialgeräten.

Lässt es sich Ihr Hund gefallen, dann

können Sie mit einem kurzen, leichten

Druck Ihres Fingers auf sein Zahnfleisch

auch gleich prüfen, ob der Blutdruck Ihres

vierbeinigen Freundes in Ordnung

ist. Der weiße „Fingerabdruck“ auf dem

Zahnfleisch sollte nach dem Drücken sofort

wieder verschwinden. Weicht das

Weiß jedoch nur zögerlich der normalen

Farbe, und dauert es länger als höchstens

zwei Sekunden, sollten Sie auf alle

Fälle mit Ihrem Tierarzt Rücksprache

nehmen.

Werfen Sie zudem regelmäßig einen kritischen

Blick auf das Gebiss und die

Maulhöhle Ihres Hundes. Denn auch

Zahnstein oder übelriechender Atem

können auf ein gesundheitliches Problem

hinweisen.

Zur umfassenden heimischen Gesundheitskontrolle

zählt zudem, das Fell und

die Haut Ihres Vierbeiners auf Veränderungen

zu überprüfen. Denn krustige,

schuppige, schüttere oder kahle Fellstel-

len können ein Signal für Parasitenbefall

oder eine Stoffwechselstörung sein.

Darüber hinaus werden regelmäßige Besuche

beim Tierarzt gerade bei Hunden

im „Seniorenalter“ besonders wichtig.

Dieses beginnt bei großen Hunderassen

etwa ab dem siebten Lebensjahr, kleinere

Hunderassen sollten ab dem neunten

Lebensjahr in regelmäßigen Abständen

ihren Tierarzt sehen. Denn viele chronische

Erkrankungen wie orthopädische

Probleme, Herzerkrankungen oder Stoffwechselstörungen

beginnen meist unbemerkt

und schleichend, können aber

durch einen regelmäßigen Vorsorgecheck

beim Tierarzt frühzeitig erkannt

und gut behandelt werden. Zeigen sich

jedoch erste ernste Beschwerden, kann

es in vielen Fällen für eine wirkungsvolle

Behandlung und Heilung manchmal

schon zu spät sein, oder die erforderliche

Behandlung ist mit deutlich mehr Aufwand

verbunden, als wenn das Problem

rechtzeitig erkannt worden wäre.

Am besten verbinden Sie daher die regelmäßigen

Auffrischungs-Impftermine

für Ihren Vierbeiner immer gleich auch

mit einer Vorsorgeuntersuchung. Denn

dann wird nichts übersehen.

24 01 | 2013 Unsere besten Freunde


Unsere besten Freunde

Tierhaltung & Pflege

Foto: © Wikimedia/ Juan ramirez

Katzenhaltung im Winter:

Richtige Pfotenpflege bei Eis und Schnee

Zieht es Ihre Katze trotz Schnee und

Eis nach draußen, um einen Kontrollgang

durch ihr Revier zu machen, sind

ihre Pfoten schon von Natur aus gut

gegen Kälte, Schnee und Matsch geschützt.

Zurück in der warmen Stube,

sollten Sie trotzdem ein wenig Zeit

auf die Pfotenpflege Ihres Stubentigers

verwenden.

Wer sich eine Katzenpfote einmal

genau anschaut, wird schnell

feststellen, dass die Natur die Füße

von Katzen mit einem regelrechten

Wetterschutz ausgestattet hat. Denn das

kräftige Bindegewebe der Pfotenballen

ist ein hervorragendes Polster auch auf

hartem oder vereistem Untergrund. Und

eine derbe Hornhaut unter den Ballenpolstern

schützt die Tiere vor Verletzungen.

Weil sie sich Ihre Wege im Schnee zudem

selbstständig suchen, und nicht auf

winterlichen, abgestreuten Gehsteigen

bei Herrchen oder Frauchen „bei Fuß“ laufen

müssen, ist auch die Gefahr, dass sie

sich Streusalz oder Rollsplitt in die Pfoten

treten, vergleichsweise gering.

Trotzdem sollten Sie die Pfotenkontrolle

Ihres Stubentigers auch bei winterlicher

Witterung nicht vernachlässigen. Denn

gerade in den dichten Haaren im Zwischenzehenbereich

setzen sich gerne

scharfe Schneereste und kleine Eisklumpen

fest, die zu Erfrierungen und Entzündungen

führen können.

Kommt Ihr kleiner “Schneetiger“ nach seinem

Streifzug wieder in die Wohnung zurück,

kann es deshalb ratsam sein, die Pfoten

zunächst vorsichtig mit angenehm

lauwarmem Wasser abzuwaschen, und sie

anschließend mit einem sauberen, angewärmten

Handtuch gründlich abzutrocknen.

Kontrollieren Sie auch regelmäßig

die Hornhaut der Pfotenballen: Fühlt sie

sich sehr rau und rissig an, hat Ihre Samtpfote

erst einmal Stubenarrest. Denn in

die Spalten einer spröden, ausgetrockneten

Schutzhaut setzen sich sonst

Schmutzreste und Streusalz fest, die zu

schmerzhaften Entzündungen führen

können. Pflegen Sie daher die Ballen am

besten mit Vaseline oder neutralem Melkfett

aus Ihrer Apotheke, bis die Pfotenpolster

wieder elastisch und geschmeidig

sind. Allerdings sollten Sie die verwendeten

Pflegeprodukte sparsam anwenden,

weil ein übermäßiger Gebrauch sonst

überall in der Wohnung deutliche Fettspuren

in Pfotenform hinterlässt.

Und auch, wenn es Ihre Katze schon bald

wieder nach draußen zieht, sollte sie zu

ihrer eigenen Sicherheit so lange drinnen

bleiben, bis die Creme vollständig in die

Hornhaut der Pfoten eingezogen ist.

Denn frisch eingecremte Pfoten sind im

verschneiten oder gar vereisten Gelände

ausgesprochen rutschig, und Ihre Samtpfote

findet auf ihren Ausflügen dadurch

nirgendwo einen sicheren Halt.

Dieser zusätzliche, wichtige winterliche

Pflegeaufwand wird sich für Katzenbesitzer

im Allgemeinen übrigens in einem

durchaus verträglichen Rahmen bewegen.

Denn in der dunklen, kalten Jahreszeit

bleiben viele Katzen am liebsten in

der warmen Wohnung, und beschränken

ihre täglichen Streifzüge draußen auf das

Notwendigste.

Unsere besten Freunde 01 | 2013 25


Tierhaltung & Pflege

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Foto: © Wikimedia/ Ian Elwood

Wenn Kaninchen

die Nacht zum

Tag machen:

Foto: © Fotolia/jagodka

Tipps gegen langohrige „Nachtschwärmer“

Muntere, gesunde Kaninchen sind die

Freude ihrer Besitzer. Wenn die sympathischen

Nager aber die meisten ihrer

Aktivitäten in die späten Abendstunden

verlegen, ist es mit der verdienten

Nachtruhe ihrer Menschen oft

schnell vorbei. Mit einigen einfachen

Tricks können Sie jedoch dafür sorgen,

dass Ihre putzigen Hausgenossen

abends rechtzeitig zur Ruhe kommen.

Dass viele Kaninchen erst abends

richtig „aufdrehen“, liegt vor allem

daran, dass diese Tiere von Natur

aus dämmerungsaktiv sind. Fallen ihre

morgendlichen Tätigkeiten meist schon

mit dem Tagesablauf ihrer Halter zusammen,

kann sich ihr Abendprogramm dagegen

mit dem Beginn der Schlafenszeit

ihrer menschlichen Mitbewohner überschneiden.

Was gerade im Kinderzimmer

für den Nachtschlaf kleiner Kaninchenhalter

oft sehr nachteilig ist.

Zu spätabendlichem Radau im Kaninchenstall

kommt es aber auch häufig,

wenn die Tiere tagsüber unterfordert

sind und sich ständig langweilen. Nach einem

derart untätig vertrödelten Tag toben

sie sich dann abends umso mehr aus.

Da Kaninchen grundsätzlich nie allein

gehalten werden sollten, ist es für einen

geregelten Tagesablauf und eine ungestörte

Nachtruhe zunächst besonders

wichtig, auf die Zusammensetzung der

„Stallgemeinschaft“ zu achten. Für ein

entspanntes Zusammensein zweier Kaninchen

eignet sich nach Ansicht von

Experten am besten eine Kombination

aus einem Weibchen und einem kastrierten

Männchen. Und da die kleinen Hausgenossen

sehr bewegungs- und lauffreudig

sind, sollten sie tagsüber ausreichend

Platz in Form eines entsprechend

gesicherten Auslaufs zur Verfügung haben,

um sich ausreichend austoben zu

können. Ist das aus Platzgründen nicht

möglich, sollten die Tiere auf jeden Fall

regelmäßig die Möglichkeit bekommen,

sich unter Aufsicht frei in der Wohnung

oder einem Zimmer bewegen zu können.

Animieren Sie Ihre Langohren zusätzlich

zu Bewegung, indem Sie ihren Auslauf

entsprechend interessant gestalten und

einrichten, um die Neugierde der kleinen

Nager zu wecken. Hierfür eignen sich

Laub und ungiftige Zweige sehr gut, und

auch Verstecke, Brücken oder Tunnelröhren

aus harmlosen Materialien wie Weidengeflecht

oder Pappe animieren die

putzigen Tiere, sich nach Herzenslust

auszutoben. Um bei den intelligenten

Tieren keine Langeweile aufkommen zu

lassen, empfiehlt es sich weiterhin, zwischendurch

öfters einmal die Ausstattung

des Kaninchenauslaufs umzugestalten

und die verwendeten Materialien

zu ändern. Der eigenen Phantasie sind

hierbei (fast) keine Grenzen gesetzt.

Finden die Tiere auf diese Art und Weise

ausreichende Möglichkeiten, sich tagsüber

ausreichend auszutoben und zu

beschäftigen, werden sie auch abends

müde und zufrieden rechtzeitig Ruhe

geben.

26 01 | 2013 Unsere besten Freunde


Fotos: © NABU e.V./ W. Rolfes Fotos: © Wikimedia/ Ferran Pestana

Unsere besten Freunde

–––––––

Vogel

des Jahres

2013

–––––––

Die Bekassine:

Meckernde „Himmelsziege“

aus dem Moor

Intakte, artenreiche Sümpfe

und Moore sind die natürliche

Heimat der Bekassine als hoch

spezialisiertem Sumpfbewohner.

Mit dem zunehmenden

Verschwinden dieser Feuchtbiotope

ist es auch um die

Zukunft dieses seltenen Vogels

bei uns schlecht bestellt.

Tierporträt [Wildtier]

Vom Naturschutzbund Deutschland NABU e.V. und dem

Landesbund für Vogelschutz Bayern e.V. zum „Vogel des

Jahres“ gekürt, leidet die Bekassine unter dem fortwährenden

Verlust ihres Lebensraums. Denn intakte Moore und

Feuchtwiesen als ihre natürliche Heimat werden zunehmend

seltener.

Als eigentümlicher und hochspezialisierter Moor- und

Sumpfbewohner ist die Bekassine in ihrem braun-beige-gestreiften

Federkleid selbst bei genauem Hinsehen

kaum auszumachen. Bekannt wurde sie vor allem wegen ihres

auffälligen „Meckerfluges“, der ihr einstmals auch den Spitznamen

„Himmelsziege“ einbrachte. Dazu steigt das Männchen zunächst

in einem scharfen Zick-Zack-Flug in den Himmel, um

plötzlich zur Seite abzukippen und in einem schrägen Winkel

wieder nach unten zu sausen. Dabei geraten die Spitzen der

abgespreizten Schwanzfedern in heftige Schwingungen, und

verursachen die für diesen Vogel charakteristischen „meckernden“

Fluggeräusche.

Ein weiteres Merkmal dieses etwa 25 bis 27 Zentimeter großen

und rund 120 Gramm schweren Sumpfspezialisten ist sein mit

etwa 55 bis 75 Millimetern auffällig langer Schnabel, der auf der

Suche nach kleinen Schnecken, Krebstieren, Würmern und anderen

auf und im Boden lebenden Kleintieren zu einem echten

Hightech-Werkzeug wird. Denn der Oberschnabel ist an der Spitze

biegsam, so dass der Vogel kleine, im morastigen Untergrund

lebende Beutetiere ertasten und sofort schlucken kann, ohne

dafür den Schnabel aus dem Boden ziehen zu müssen.

Als perfekt angepasster Sumpfbewohner führt die Bekassine

ein Leben im Verborgenen. Hat das Männchen ein zur Brut geeignetes

Revier in Besitz genommen, kümmert sich das Weibchen

um den Nestbau. Für seinen Nistplatz bevorzugt es die

„Bulten“ genannten erhöhten Kuppen aus Torf oder Torfmoosen

in der Mitte eines Moor- oder Sumpfgebietes. Als Bodenbrüter

achtet die Bekassine zudem stets darauf, dass ihr Nest

durch überhängende Grashalme oder Zwergsträucher

möglichst gut getarnt ist. Ab Anfang April beginnt für

sie die Brutzeit, in der nach etwa drei Wochen Brutdauer

bis zu vier Jungvögel schlüpfen können.

Als typische Nestflüchter verlassen die kleinen Bekassinen

noch am selben Tag das schützende Nest, werden

aber von ihren Eltern noch etwa vier bis fünf Wochen lang versorgt.

Mit Sorgen beobachten Naturschützer, dass sich der Brutbestand

dieser charakteristischen Sumpfbewohner seit den

1980er-Jahren mit der zunehmenden Verlandung und künstlichen

Trockenlegung von Mooren und Sümpfen bereits um

zwei Drittel verringert hat. So wurden in Deutschland zuletzt

nur noch etwa 6.600 Brutpaare gezählt. Einige größere Vorkommen

finden sich noch in den dünn besiedelten Regionen

Niedersachsens, Schleswig-Holsteins, Mecklenburg-Vorpommerns

und Brandenburgs. Als „Vogel des Jahres 2013“ soll die

Bekassine nun als seltene „Botschafterin“ für den Erhalt ihres

artenreichen, wertvollen und hochsensiblen Lebensraumes

werben.

Unsere besten Freunde 01 | 2013 27


Tierhaltung & Pflege

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Foto: © Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e.V.

Katzensprache: So verstehen

Sie Ihre Samtpfote richtig

Niemand ist jeden Tag gleich gut gelaunt.

Auch Katzen nicht. Wie es gerade

um ihr Befinden und ihre Laune

steht, drücken diese Tiere mit einer

Vielzahl von unterschiedlichen Verhaltensweisen

aus. Aufmerksame Katzenbesitzer

wissen dann meist sehr

schnell, ob ihre Katze gut aufgelegt

ist, ob sie heute besser einen Bogen

um ihren Stubentiger machen sollten,

oder ob ihre Katze sogar Hilfe

braucht.

Katzen verfügen über weitaus mehr

Möglichkeiten, untereinander zu

kommunizieren, als es für Menschen

den Anschein hat. Dabei ist ihre Körpersprache

ausgesprochen leise und dezent.

Aber selbst wenn sich eine Katze mit

deutlichen Lautäußerungen bemerkbar

macht, ist für den Mensch nicht immer

klar, was ihm seine Samtpfote eigentlich

mitteilen will. So ist beispielsweise

Schnurren in der Regel ein Signal dafür,

dass sich das Tier wohlfühlt und eine bestimmte

Situation sehr genießt. Allerdings

können deutliche Schnurrlaute auch ein

Zeichen dafür sein, dass die Katze unter

Schmerzen leidet. Kommt Ihnen das

vertraute Zufriedenheitsgeräusch Ihrer

Samtpfote einmal verändert vor, sollten

Sie deshalb sehr genau hinsehen und im

Zweifel auch einen Tierarzt einen Blick auf

Ihr Tier werfen lassen.

Im alltäglichen Umgang benutzen Katzen

„ihren“ Menschen gegenüber meist eine

Art „Sprache“, die sich vor allem durch ihr

Verhalten ausdrückt. So bedeutet etwa

ein nervös hin und her zuckender

Schwanz, dass das Tier in einer bestimmten

Situation unentschlossen oder unsicher

ist, was schnell in Zorn oder Ärger

umschlagen kann. Dann ist im weiteren

Umgang mit dem Tier Vorsicht geboten.

Rücksichtsvolle Katzenhalter gönnen ihrem

Stubentiger jetzt erst einmal eine

Pause, damit sich das Tier abregen und

wieder zu einer gelassenen Stimmung zurückfinden

kann.

Wirklich gefährlich wird es, wenn eine

Katze so sehr gereizt wird, dass sie ihren

Unmut mit deutlichen Drohgebärden

zeigt. Dazu zählt heftiges Fauchen ebenso

wie das flache Anlegen der Ohren bei

gleichzeitig weit geöffneten Pupillen.

Spätestens jetzt sollten Sie sich ganz besonders

vorsehen, weil das Tier in dieser

Situation auch zu einem Überraschungsangriff

bereit ist. Und der Biss einer Katze

ist keine harmlose Angelegenheit, sondern

kann aufgrund der in der Maulhöhle

des Tieres stets vorhandenen Krankheitserreger

schnell zu schmerzhaften Entzündungen

und Schlimmerem führen.

Eine sehr angenehme Situation ergibt

sich dagegen für Mensch und Tier, wenn

Ihre Katze neugierig an Ihrer Hand

schnuppert und durch sanftes Schubsen

mit ihrem Köpfchen versucht, Kontakt mit

Ihnen aufzunehmen. Dieses „Anstupsen“

ihres Gegenübers mit dem Kopf ist gewissermaßen

die angestammte Begrüßungsformel

der Katzen auch untereinander.

Liegt Ihre Samtpfote entspannt in Ihrem

Schoß, zeigt sie ebenfalls durch Anstupsen

und „Köpfchengeben“, dass sie sich

im Moment ausgesprochen wohl und

sicher bei Ihnen fühlt.

28 01 | 2013 Unsere besten Freunde

Foto: © Wikimedia/ H. Poenaru

Foto: © Wikimedia/ José Reynaldo da Fonseca Foto: © Wikimedia/ Algerds


Unsere besten Freunde

Drago´s Schlaumeierecke

Hallo,

liebe Kinder ...

... brrrr, ist mir vielleicht kalt! Ich komme

gerade vom Spielen im Schnee

nach Hause, und bin wohl zu lange

draußen gewesen. Meine Mutter hat

gesagt, ich soll mich jetzt erst mal in

einer warmen Badewanne aufwärmen.

Ahhh, das tut vielleicht gut.

Wie machen das eigentlich die Tiere

draußen im Winter, um sich vor Kälte

zu schützen? Die haben doch keine

warme Wanne, um sich wieder aufzuwärmen,

wenn ihnen kalt ist ...

Einigen Tieren wie dem Igel oder

dem Murmeltier macht die eisige

Kälte des Winters nichts aus. Denn

sie verschlafen die kalte Jahreszeit in einem

möglichst frostsicheren, gut geschützten

Versteck, und zeigen sich erst

wieder im Frühling,

wenn die Sonne warm

scheint und es draußen

genug zu fressen

gibt. Aber soooo lange

schlafen? Wird das

nicht irgendwann

langweilig?

Andere Tiere wie Wildschweine oder

Füchse futtern sich im Herbst einen

möglichst dicken Winterspeck an, von

dem sie in der kargen Winterzeit, wenn

sie nur wenig Futter finden, zehren können.

Außerdem haben sie ein ganz raffiniertes

Winterfell, das sie mit einer warmen

Schicht aus wollig-weichen Unterhaaren

vor dem Auskühlen schützt.

Dazwischen wachsen noch ganz viele dickere

Haare, die innen hohl sind. Die darin

eingeschlossene Luft wirkt wie ein

Wärmepolster, und funktioniert in etwa

so wie die Fütterung eurer dicken warmen

Winterjacken. Außerdem besteht so

ein Winterfell noch aus vielen langen sogenannten

„Grannenhaaren“, die die Aufgabe

haben, das darunterliegende Fell

vor Schneeflocken zu schützen, die in

der warmen Unterwolle sonst schmelzen

würden. Bei kräftigem Schneefall sehen

sie daher oft aus wie Schneemänner, weil

Foto: © Wikimedia

die Flocken auf

den Spitzen

der Grannenhaare

liegen

bleiben und die Tiere dadurch ganz weiß

färben.

Tiere in freier Natur bewegen sich in dieser

Zeit zudem möglichst wenig, um

wertvolle Energie zu sparen. Eigentlich

schade für sie, denn Herumtollen im

Schnee macht doch so viel Spaß. Mir jedenfalls.

Aber wenn ich keine Heizung

hätte, an der ich mich wieder aufwärmen

könnte, und nur wenig Nahrung zur Verfügung

hätte, würde ich das Herumtoben

wahrscheinlich auch lieber bleiben

lassen.

Eine sehr wenig abwechslungsreiche

Methode, den Winter zu überstehen, haben

Tiere, die im Wasser leben. Viele

Fischarten suchen sich im Spätherbst,

wenn es anfängt, richtig kalt zu werden,

ein geschütztes Versteck zwischen den

Wasserpflanzen am Grund ihrer Seen,

Bäche und Flüsse.

Auch sie leben

jetzt vor allem

von den Fettvorräten,

die sie sich

für den Winter

angefressen haben.

Weil das

Wasser um sie herum nun eisig kalt ist,

sinkt auch ihre Körpertemperatur, und

sie bewegen sich nur noch gaaaaanz

langsam, um ebenfalls Körperenergie zu

sparen. Auf diese Weise warten sie einfach,

bis es im Frühling endlich wieder

wärmer wird.

So, jetzt muss ich aber erst mal in die

warme Badewanne, um mich wieder aufzuwärmen.

Sonst hole ich mir am Ende

noch einen ordentlichen Schnupfen ...

... bis bald,

euer Drago

Unsere besten Freunde 01 | 2013 29

Foto: © Siegel / djv

Foto: © Wikimedia


Foto: © Fotolia

Vorschau

Frühaufsteher im Winter

Sich um einen Igel zu kümmern, der zu

früh aus dem Winterschlaf erwacht ist,

stellt besondere Anforderungen an den

"Pfleger auf Zeit".

Hundepfoten

im Winter richtig

pflegen

Eine Hundepfote muss im

Winter viel aushalten.

Mit der richtigen Pflege bleibt

sie gut geschützt.

Kleiber: Mauern für

den Nachwuchs

Mit einer raffinierten Methode

besetzt der quirlige kleine

Vogel sehr erfolgreich Nisthöhlen,

die eigentlich von

weitaus größeren Vögeln zur

Aufzucht ihrer Nachkommen

angelegt wurden. Aber der

kleine Baumeister kann noch

mehr...

Am 1. Februar 2013 liegt die aktuelle Ausgabe von

Unsere besten Freunde für Sie bereit …

… in Ihrer Apotheke!

Foto: © Wikimedia/ Tauno Erik

Lösungen

Dezember-Kreuzworträtsel: BLAUWAL

Zählrätsel: 18

Punkte verbinden:

Vor dem Skiläufer

Malspaß:

Hase

Buchstaben ordnen: Regen

Foto: © Wikimedia/ FokusNatur

IMPRESSUM:

Unsere besten

TIERMEDIZIN AUS IHRER APOTHEKE

Herausgeber/Verlag:

S & D Verlag GmbH,

Otto-Hahn-Straße 16

47608 Geldern

Postfach 1213, 47592 Geldern

Telefon (0 28 31) 13 00-0

Telefax (0 28 31) 13 00 20

E-Mail: info@sud-verlag.de

www.unsere-besten-freunde.com

Verleger und Geschäftsführer:

Manfred P. H. Gleske (v.i.S.d.P.)

Redaktion:

Karsten Kulms

Redaktionelle Mitarbeit:

Dr. med. vet. Kerstin Wittig,

Apotheker Gero Altmann

Konzept und Grafikdesign:

Diplom Grafikdesigner Jürgen Kahlert

Illustration:

Michael Hecht

Rätsel:

Hannelore von Berg

Anzeigenabteilung:

Marcus H. Thielen

Telefon (0 28 31) 13 0042

E-Mail: m.thielen@sud-verlag.de

Anzeigenpreisliste:

Nr. 21 (gültig ab 01. 01. 2013)

Copyright:

2013 by S & D Verlag GmbH;

Nach dru cke sind – auch auszugsweise –

nur mit schriftlicher Ge nehmi gung des

Ver la ges gestattet und honorarpflichtig.

„Die im Magazin dargestellten Informationen

dienen ausschließlich zur allgemeinen

Information und sind keinesfalls als Ersatz für

eine persönliche Beratung, Untersuchung,

Diagnose oder Behandlung durch einen

Tierarzt oder Apotheker gedacht.

Alle Angaben sind ohne Gewähr.“

Bezug:

Nur über Apotheken; Unsere besten Freunde

erscheint jeweils am Monats anfang.

Für un verlangt eingesandte Manu s kripte

und Bilder übernehmen wir keine Gewähr.

Redaktio nelle Beiträge spiegeln nicht immer

die Meinung des Ver lages wider.

Druck:

Senefelder Misset

NL Doetinchem

Lösung des

Kreuzworträtsels!

30 01 | 2013 Unsere besten Freunde


Unsere besten Freunde

Foto: © Wisent Welt Wittgenstein e.V.

Sammel-

Serie

Wisent-Wildnis am Rothaarsteig:

Wisent-Feeling hautnah

Tierparks in Deutschland

Mit einem Besuch in diesem außergewöhnlichen

Wildpark betritt der

Besucher im wahrsten Sinn des

Wortes „Neuland“. Denn die „Wisent-Wildnis

am Rothaarsteig“ hat

erst seit dem 20. September 2012

ihre Pforten für Besucher geöffnet.

Und neu sind nicht nur die Zäune

und Gebäude ...

Wer den sechs zotteligen, urtümlichen

Riesen einen Besuch

abstatten möchte, sollte

sich für eine Wanderung in dem neu

geschaffenen Wildpark mit festem

Schuhwerk versehen und zudem gut

zu Fuß sein. Denn der Weg durch das

großzügige Wildgehege führt durch

ein ausgesprochen naturbelassenes

Freigelände. Und das mit Absicht. Denn

die Betreiber der „Wisent-Wildnis am

Rothaarsteig“ möchten mit der naturnahen

Gestaltung ihres Wildparks, mit

Felsen, Bächen, Quellmulden und anderen

naturbelassenen Geländeformationen,

den Besuchern ein möglichst

reales Bild von der natürlichen Umwelt

der braunen, sanften Riesen vermitteln.

Gesteigert wird das intensive Naturerlebnis

noch durch künstliche, jedoch

sehr naturnah gestaltete Landschaftselemente

wie einen Menschentunnel

in Form eines Dachsbaus und mehrere

Bachdurchquerungen, die einen Besuch

bei den Wisenten noch ein wenig

erlebnisreicher werden lassen. Auch

der Kondition der Besucher wird auf

dem drei Kilometer langen, rund zweibis

dreistündigen Rundwanderweg einiges

abverlangt. Die Mühen sind jedoch

schnell vergessen, wenn die Besucher

unversehens auf die Wisente treffen,

die sich in ihrer großzügig

angelegten „Wildnis“ völlig frei bewegen

können. Dann trennt nur noch ein

dünner Elektrodraht die Besucher von

den urtümlichen Riesen ...

Aber auch, wer weniger gut zu Fuß ist,

braucht auf einen Besuch bei den Wisenten

nicht zu verzichten. Denn für

Besucher mit eingeschränkter Mobilität

sowie für Gäste mit Kinderwagen gibt

es einen 600 Meter langen, größtenteils

befestigten und ebenerdigen Wirtschaftsweg,

der allerdings nur einen

eingeschränkten Blick in das Freigehege

zulässt.

Übrigens ist im Wittgensteiner Land sogar

noch eine Steigerung der Wisent-

Freiheit möglich: Denn noch in diesem

Winter soll eine andere, bisher etwas

abseits gehaltene, achtköpfige Wisent-

Herde in völliger Freiheit in die weiten

Wälder des Rothaargebirges ausgewildert

werden. Weil aber Wanderer oder

Spaziergänger die mächtigen Tiere in

der weitläufigen Waldeinsamkeit des

Rothaargebirges fast nie zu Gesicht bekommen

werden , eignet sich die „Wisent-Wildnis

Rothaarsteig“ für ein echtes

„Wisent-Feeling“ weitaus besser.

Einzige Einschränkung: Anders als in

den Wäldern, müssen Hundebesitzer

im Tierpark auf ihre vierbeinigen Begleiter

verzichten. Denn zum einen

könnten Hunde die Herde aufscheuchen

und zu einem ungewollten

Fluchtverhalten der Kolosse führen.

Zum anderen besteht für Hunde Verletzungsgefahr,

wenn sie den immerhin

Wisent-sicheren Elektrozäunen zu nahe

kommen.

Wisent-Wildnis am Rothaarsteig

Foto: © Jörg Tillmann, Wisent-Welt Wittgenstein e.V.

Größe: ca. 20 Hektar

Lage: Nordwestlich von Bad Berleburg,

zwischen Wingeshausen und Schmallenberg

Öffnungszeiten: Die jeweils aktuellen

Zeiten der winterlichen Wisent-Wildnis

finden sich im Internet unter

www.wisent-welt.de

Eintrittspreise:

4,50 € (Erwachsene)

2,50 € (Kinder, bei einer Körpergröße

unter 100 cm haben freien Eintritt)

Der Parkplatz ist gebührenfrei

Unsere besten Freunde 01 | 2013 31


Überreicht durch die Apotheke Ihres Vertrauens:

Foto: © Wikimedia/ Althepal

Tierisch gesund im Januar …

... bleibt der Wellensittich mit Lysin

Als ein wichtiger Baustein für den Stoffwechsel von Vögeln bewirkt

die Aminosäure Lysin, vor allem in Verbindung mit der Aminosäure

Methionin sowie den Mineralstoffen Eisen und Zink, bei

Sittichen, aber auch Papageien und Ziervögeln, eine Stärkung des

Immunsystems. Ein intaktes Immunsystem wiederum ist die

wichtigste Voraussetzung, mit Hautkrankheiten, Parasitenbefall

und anderen Erkrankungen zurecht zu kommen. Und auch die

Gesundheit des Federkleides profitiert von einer optimalen Versorgung

mit Lysin und Methionin. Daher gibt es für Zeiten besonderer

gesundheitlicher Belastungen, etwa im Krankheitsfalle, bei

Stress oder in der Mauser, in Ihrer Apotheke sehr wirkungsvolle,

speziell auf den Stoffwechsel Ihrer gefiederten Freunde abgestimmte

Futterergänzungsmittel, die als Tropfen im Trinkwasser

von den Tieren problemlos aufgenommen werden können.

Tiergesundheit aus Ihrer Apotheke – auch für Ihre

gefiederten Hausgenossen!

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