LVR-Report - Landschaftsverband Rheinland

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LVR-Report - Landschaftsverband Rheinland

LVRREPORT

Informationen des Landschaftsverbandes Rheinland

Juni 2013 35. Jahrgang/ Nr. 323

Neue Orientierungsmöglichkeiten durch Klicksonar

Lernen

von der Fledermaus

Köln.- Ohne Unterstützung

oder Hilfsmittel können sich

blinde Menschen insbesondere

in neuen Umgebungen

kaum orientieren. In der

Frühförderstelle der Kölner

LVR-Severinschule lernen

blinde Kinder nun jedoch von

klein auf eine neue Methode,

die ihnen dabei hilft, sich ihre

Umgebung zu erschließen:

Klicksonar oder Echolokalisation

heißt die Technik, die

mittlerweile 13 Kinder in der

Schule erlernt haben. Erfunden

hat sie der 46-jährige

US-amerikanische Entwicklungspsychologe

Daniel Kish,

der selbst mit einem Jahr

erblindete und heute dank

Klicksonar sogar Fahrrad

fahren und alleine längeren

Wanderungen unternehmen

kann.

Beim Klicksonar wird mit der

Zunge ein Klick- oder Schnalzlaut

erzeugt. Dieser wird von Gegenständen

oder Gebäuden in der

Umgebung als Echo reflektiert

und gibt dem blinden Menschen

Aufschluss darüber, wo und in

welcher Entfernung sich die Dinge

befinden. Das Vorbild für diese

Technik findet man in der Natur:

Delfine und Fledermäuse orientieren

sich in der Dunkelheit mit

einem ganz ähnlichen Verfahren.

So senden Fledermäuse Ultraschallwellen

aus und können

anhand des Echos sogar Insekten

aufspüren ohne sie zu sehen.

Felix ist einer der Klicksonar-

Schüler, drei Jahre alt und seit

seiner Geburt blind. Mit seiner

Mutter, Mobilitätstrainer Dr. Klaus

Mönkemeyer und Maria Lieven

von der Frühförderstelle der LVR-

Severinschule bewegt er sich über

die Schulgänge. Immer wieder

fordert der Trainer Felix auf, mit

der Zunge zu schnalzen. Das

Geräusch, ein Klicken, wird von

den Wänden und Türen im Treppenhaus

reflektiert. So kann Felix

schon jetzt sicher orten, wo sich

eine Wand oder eine Tür befindet.

Ältere Kinder können sogar im

Vorbeigehen per Klick parkende

Autos zählen. „Klicksonar bietet

für blinde Kinder völlig neue Orientierungsmöglichkeiten“,

ist der

Mobilitätstrainer überzeugt.

Wenn Felix Gästen zeigen soll,

wie gut es schon klappt mit dem

Klicken, hat er manchmal auch

keine Lust und geht eigene Wege.

Aber das ist ja auch das Ziel der

Technik: Blinden Menschen soll

es ermöglicht werden, ihre eigenen

Wege möglichst selbständig

zu gehen.

td

© Archiv des LVR Pulheim-Brauweiler

Foto: Lothar Kornblum

LVR arbeitet seine Geschichte auf

Blinde Flecken

benennen

Pulheim-Brauweiler.- Das

durch die politische Vertretung

des LVR angestoßene

Forschungsprojekt zur „Aufarbeitung

und Dokumentation

der Geschichte der Menschen

mit Behinderungen und psychischen

Erkrankungen in Institutionen

des Landschaftsverbandes

Rheinland seit 1945“ ist

in seiner ersten Projektphase

abgeschlossen.

„Wenn wir heute als der Anwalt

für Menschen mit Behinderung

agieren, können wir dies nur

glaubwürdig tun, wenn blinde

Flecken aus der Nachkriegszeit

bis in die 1980er Jahre benannt

und aufgearbeitet werden“, betont

Prof. Dr. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender

der Landschaftsversammlung

Rheinland.

Im Rahmen eines eintägigen Symposiums

zogen die beauftragten

Forscherinnen und Forscher der

Universität Düsseldorf nun eine

erste Bilanz. Dass als Veranstaltungsort

Brauweiler gewählt

wurde, ist kein Zufall, erklärt

LVR-Direktorin Ulrike Lubek:

„Brauweiler steht wie kaum

ein anderer Ort für skandalöse

Zustände in der Nachkriegspsychiatrie.

Das soll uns mahnen und

auffordern zur Rekonstruktion

der Geschichte des Umgangs mit

Menschen mit Behinderungen

und psychischen Erkrankungen in

Einrichtungen des LVR.“ Im Jahre

2008 hatte die politische Vertretung

gefordert, dass unter dem

Leitthema ‚Der LVR stellt sich

seiner Geschichte‘ die Historie

des Verbandes aufgearbeitet

wird. Einiges ist seitdem bereits

geschehen:

Beispielhaft für

das Engagement

steht unter

anderem die

Einrichtung der

Gedenkstätte

Brauweiler in

2008, die als Ort

der Erinnerung

und Begegnung

darüber

aufklärt, dass

die Nazis hier

Gebäude unter

anderem als

„Schutzhaftlager“

und Gestapogefängnis

nutzten.

„Riss durchs

Leben“ ist eine

Wanderausstellung,

die über

ehemalige ukrainische

Zwangsarbeiterinnen

in Deutschland

informiert.

Mit dem Denkmal der grauen

Busse vor dem Landeshaus in

Köln-Deutz, der LVR-Zentralverwaltung,

erinnert der LVR seit

2011 an den Massenmord von fast

10.000 Psychiatriepatientinnen

und -patienten aus dem Rheinland

während des Nationalsozialismus.

Bei den nun vorgestellten Ergebnissen

wurde deutlich: Die Geschichte

der Menschen, die in den

psychiatrischen Einrichtungen

und Förderschulen der Bundesrepublik

lebten, arbeiteten und

verwahrt, therapiert oder beschult

wurden, ist bis heute nur in Ansätzen

wissenschaftlich untersucht.

Deshalb haben die Ergebnisse

des Forschungsprojektes Pilotcharakter.

Im Mittelpunkt steht

die Aufarbeitung der Geschichte

der Betroffenen, die seit 1945 bis

in die Zeit der reformerischen

Umbrüche der 1980er Jahre

zeitweilig in unterschiedlichen

Einrichtungen des LVR lebten.

Die Forschungen bleiben also

nicht auf die Geschichte der

Institutionen beschränkt, sondern

rücken gerade die Perspektive der

Betroffenen in den Mittelpunkt: Es

wird danach gefragt, wie sich der

Alltag in den Einrichtungen für sie

gestaltete und welchen Wandlungen

er unterworfen war.

BS


LVRREPORT JUNI 2012 SEITE 2 JUNI 2012 SEITE 3 LVRREPORT

LVR-Jubiläumsjahr

60 Jahre Einsatz für das Rheinland

Rheinland.- Der LVR feiert in

diesem Jahr sein 60-jähriges

Bestehen: Am 12. Mai 1953

wurde der rheinische Kommunalverband

vom nordrheinwestfälischen

Landtag gegründet;

am 1. Oktober 1953 nahm

er seine Arbeit auf.

Mit einem gemeinsamen Festakt

begehen der LVR und sein

westfälisches Pendant, der LWL

(Landschaftsverband Westfalen-

Lippe), im Oktober ihr Jubiläum

in Münster. Die Landschaftsversammlung

Rheinland stellte ihre

Juni-Sitzung unter das Thema „60

Jahre LVR“.

Das Jubiläumsjahr wird von einer

Wanderausstellung begleitet. Die

Installation ist erstmals beim

Tag der Begegnung des LVR zu

sehen und wird bei verschiedenen

weiteren Anlässen (siehe Kasten)

gezeigt. Aufblasbare Riesenkugeln

mit einem Durchmesser von

bis zu 4 Metern bilden die Präsentationsfläche

für die Ausstellung.

Auf ihnen sind die Themenwelten

des LVR dargestellt. Neben prägnanten

Texten, die für Menschen

mit einer geistigen Beeinträchtigung

auch in leichter Sprache

angeboten werden, prägen vor

allem ausdrucksstarke Bilder die

sechs Kugeln.

60 JAHRE LVR AUF TOUR

• Deutzer Straßenfest

(Köln, 10. und 11. August)

• Stadt Land Fluss 2013 –

Tage der Rheinischen

Landschaft

(LVR-Archäologischer Park

Xanten, 31. August und

1. September)

• Rehacare Messe

(Düsseldorf,

25. bis 28. September)

• 60 Jahre

Landschaftsverbände

(Münster, 2. Oktober)

• Köln Marathon

(Köln, 13. Oktober)

„Unseren 60. Geburtstag nehmen

wir zum Anlass, den Menschen

im Rheinland unsere Geschichte

und unsere Aufgaben zu zeigen“,

resümiert LVR-Direktorin Ulrike

Lubek. „In allen unseren Aufgabenfeldern

versuchen wir so zu

sein, wie das Rheinland selbst –

lebendig, vielseitig und richtungsweisend.

In unserem Jubiläumsjahr

soll dies besonders sichtbar

werden.“

Zum Zeitpunkt seiner Gründung

beschäftigte der LVR rund 5.000

Menschen und hatte einen Etat

von 296 Millionen Deutsche Mark.

Heute arbeitet er mit rund 16.000

Beschäftigten für die etwa 9,6 Millionen

Menschen im Rheinland.

Der Haushaltsplan für 2013 weist

Aufwendungen in Höhe von 3,37

Milliarden Euro aus. Den größten

Teil der Einnahmen des LVR stellen

die Mitgliedskörperschaften

über die Landschaftsumlage. Fast

alle Kommunen erhalten jedoch

LVR-Leistungen in einem höheren

Umfang, als sie Umlage zahlen. td

Jubiläums-Video zu 60 Jahre LVR mit fünf Beispielen aus der Arbeit des LVR

Der LVR ganz nah –

fünf Beispiele aus

der Arbeit vor Ort

Köln.- Menschen und Themen

des LVR fernab der großen Zahlen

zeigt ein Jubiläumsfilm zum

60. Geburtstag des Verbandes.

Er enthält fünf Beispiele aus

der Arbeit des LVR.

Zu sehen ist beispielsweise, wie

die zehnjährige Karolin mit Hilfe

der Inklusionspauschale eine

Regelschule besucht. Die weiteren

Beispiele aus der Arbeit des

Aktionsplan zur UN-Behindertenrechtskonvention

Gemeinsam in Vielfalt

Rheinland.- Der Landschaftsverband

Rheinland (LVR) erarbeitet

unter dem Arbeitstitel „Gemeinsam

in Vielfalt“ einen Aktionsplan

zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Darin legt

der LVR Ziele und Maßnahmen

für seine verschiedenen Handlungsfelder

fest und bezieht dazu

menschenrechtliche Kriterien

wie Inklusion, Partizipation oder

Barrierefreiheit ein.

Erste Zwischenergebnisse wird

der LVR im September 2013

präsentieren, Anfang 2014 wird

der Plan fertig gestellt sein.

„Welche Konsequenzen ergeben

sich für uns konkret aus der

Konvention? Wie steht es etwa

um Sondereinrichtungen und

um Barrierefreiheit beim LVR?

Wie können wir Menschen mit

Behinderungen und ihre Verbände

wirksam an den Beratungen und

Entscheidungen der Verwaltung

beteiligen, die sie selbst unmittelbar

betreffen? Der Aktionsplan

soll zu solchen Fragen in kleinen

Schritten mögliche Wege aufzeigen,

die uns sicher herausfordern,

LVR: Barrierefreiheit im LVR-

LandesMuseum Bonn, Arbeiten in

einem Integrationsunternehmen,

Depressionsbehandlung in den

LVR-Kliniken und Unterstützung

von straffällig gewordenen

Jugendlichen. Den Fallbeispielen

vorangestellt sind ein Imagetrailer

und ein kurzer Überblick zu den

Tätigkeitsfeldern des LVR.

Der Jubiläumsfilm ist untertitelt

und besitzt eine Audiodeskription,

aber nicht überfordern dürfen“, so

LVR-Direktorin Ulrike Lubek. Kurz

nach Inkrafttreten der Konvention

in Deutschland im Jahr 2009

richtete die politische Vertretung

des LVR die „Kommission Inklusion“

ein. Diese kümmert sich

um die Umsetzung der Ziele der

UN-Konvention im Bereich des

LVR. Eine Stabsstelle, die direkt

der LVR-Direktorin unterstellt ist,

koordiniert alle Aktivitäten der

Verwaltung im Bereich Inklusion

und den Aktionsplan.

SHe

sodass er auch für Menschen mit

Behinderung zugänglich ist.

Für die Zukunft sind weitere

redaktionelle Videos zur Tätigkeit

des LVR geplant. Wie bereits im

Jubiläumsfilm wird es darum

gehen, zentrale Anliegen und

Leistungen des LVR zu thematisieren

und ihre Bedeutung für die

Menschen im Rheinland sichtbar

zu machen. Ohne zu viel zu

verraten, sei an dieser Stelle auf

ein Thema hingewiesen, das der

LVR filmisch begleiten wird: Das

große Verbundprojekt „1914 –

MENSCHEN

Gerhard Hauser in den

Ruhestand verabschiedet

Nach 22 Jahren als Kaufmännischer

Direktor der LVR-Klinik

Köln hat Gerhard Hauser seinen

Ruhestand angetreten. Der

65-Jährige war seit 1974 beim

LVR beschäftigt und wurde 2010

auch zum Vorstandsvorsitzenden

der LVR-Klinik Köln gewählt.

Dorothee Enbergs

ist kaufmännische

Direktorin

in Viersen und

Mönchengladbach

Dorothee Enbergs ist die neue

kaufmännische Direktorin und

Vorstandsvorsitzende der LVR-

Klinik Viersen, der LVR-Klinik für

Orthopädie in Viersen und der

LVR-Klinik Mönchengladbach.

Mitten in Europa. Das Rheinland

und der Erste Weltkrieg“, das an

den Ausbruch des Ersten Weltkriegs

erinnert und für das NRW-

Kultusministerin Ute Schäfer die

Schirmherrschaft übernommen

hat.

Zu finden ist der Film zu 60 Jahren

LVR im Internet auf

www.lvr.de unter „Der LVR

> „60 Jahre LVR“.

Wer sich die Beispiele einzeln anschauen

möchte, kann dies unter:

www.videos.lvr.de

ast

Die 44-jährige Diplom-Betriebswirtin

ist seit 2009 für den LVR

tätig.

Karin Fankhaenel

führt LVR-Integrationsamt

und Soziales

Entschädigungsrecht

Die neue Leiterin des Fachbereichs

LVR-Integrationsamt und

Soziales Entschädigungsrecht

heißt Karin Fankhaenel. Damit

trägt sie die Verantwortung für

rund 300 Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter. Die 57-Jährige, die

bereits seit 1974 für den LVR

tätig ist, war seit Juli 2012 kommissarische

Leiterin des LVR-

Integrationsamtes. Außerdem

führte sie zuvor den Fachbereich

Querschnittsaufgaben und

Dienstleistungen.

chr

NEUAUFLAGE DES LVR-STIPENDIENPROGRAMMS

Rheinland.- Der LVR hat sein

Stipendienprogramm für Medizinstudierende,

die sich für das

Fach Psychiatrie interessieren,

neu aufgelegt. Die psychiatrische

Arbeit im LVR ist ein lebhaftes

Fachgebiet und hat viele

Facetten. Mit dem Programm

haben Medizinstudierende die

Gelegenheit, noch vor Ende ihres

Studiums diesen Bereich besser

kennenzulernen. Es erfolgt nicht

nur eine finanzielle Förderung

von 600 Euro pro Monat,

sondern auch eine inhaltliche:

Kostenlose Fortbildungsangebote

in der LVR-Akademie für

seelische Gesundheit und ein

Mentoring-Programm, das sich

über alle neun LVR-Kliniken für

Psychiatrie erstreckt, runden

das Angebot ab. Bisher werden

bereits zwölf Medizinstudierende

gefördert. Weitere Infos unter:

www.lvr.de > Stipendienprogramm

Klinikstart MS

Gefährdung psychiatrischer Versorgung

Infos zum neuen

PEPP-Entgeltsystem

Köln.- Rund 230 Gäste haben im

Mai an einer LVR-Infoveranstaltung

zum PEPP-Entgeltsystem

in Köln teilgenommen. Bei der

Diskussion ging es nicht nur um

die Äußerung von Kritik: Auch

Alternativen wurden vorgestellt.

Durch das neue Vergütungssystem

sehen viele Expertinnen und

Experten vor allem die Ziele für

die Weiterentwicklung der psychiatrischen

Versorgung gefährdet.

Das neue PEPP-Entgeltsystem

belohnt kurze Verweildauern von

Patientinnen und Patienten und

Foto: Lothar Kornblum

setzt damit Fehlanreize zu Lasten

eben dieser psychisch schwer

kranken Menschen. Besonders

kritisch wird die Degression eingeschätzt.

Während bisher jeder

Tag der Behandlung gleich vergütet

wird, nimmt im neuen System

die durchschnittliche Vergütung

je Tag mit zunehmender Verweildauer

ab. Der LVR-Klinikverbund

nutzte mit dieser Infoveranstaltung

die Gelegenheit, nicht nur

Kritik am vorhandenen System

vorzubringen, sondern auch aktiv

an der Verbesserung mitzuwirken.

So wurden 25 konkrete Verbesserungsvorschläge

formuliert und

in die weitere Systementwicklung

eingebracht.

MS

Diskutierten das neue PEPP-

Entgeltsystem (jeweils v.l.n.r.):

vorne: Prof. Dr. Renate Schepker

(Aktion Psychisch Kranke e.V.),

Jutta Eckenbach (Vorsitzende des

LVR-Gesundheitsausschusses);

Mitte: Günter van Aalst (Techniker

Krankenkasse), Michael van

Brederode (LVR-Fachbereichsleiter),

Thomas Brobeil (Vinzenz von

Paul Hospital, Rottweil); hinten:

Holger Höhmann (Vorstandsvorsitzender

der LVR-Klinik

Langenfeld), Dirk Kisker (Medizincontrolling

der LVR-Klinik

Langenfeld) und Stefan Thewes

(LVR-Fachbereichsleiter).

Klare Strukturen und helle

Räumlichkeiten sind das erfreuliche

Ergebnis der umfangreichen

Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen

im Klinikverbund,

wie in Düren (Foto l.). Wie an

allen Standorten fand auch in

Mönchengladbach die offizielle

Eröffnung mit einer Schlüsselübergabe

statt (Foto r.).

Fotos: Thomas Hax (oben)

Dominik Schmitz

Neubau und Modernisierung

Versorgung von

psychisch kranken

Menschen verbessert

Rheinland.- Die umfangreichen

Bau- und Modernisierungsmaßnahmen

des LVR für den Klinikverbund

schreiten voran: 2013

konnten bereits in Mönchengladbach,

Düren und Viersen neue

Räumlichkeiten bezogen werden,

die entweder saniert oder komplett

neu errichtet worden sind.

Mit den neuen oder modernisierten

Bauten geht eine erhebliche

Verbesserung der medizinischen

Infrastruktur für psychisch Erkrankte

einher. Die stets hell und

ansprechend gestalteten Räume

sind an die Bedürfnisse der Patientinnen

und Patienten angepasst

und entsprechen modernen

Standards. Der LVR sichert damit

die bestmögliche Behandlungsqualität

für die Menschen im

Rheinland.

Bereits im Jahr 2010 hat die

politische Vertretung des LVR ein

Finanzierungspaket in Höhe von

492 Millionen Euro geschnürt,

das 55 Neubau- und Modernisierungsvorhaben

der LVR-Kliniken

beinhaltet.

In der LVR-Klinik Mönchengladbach

wurden 2,2 Millionen Euro in

die Sanierung des Stationsgebäudes

H1 investiert. In der LVR-

Klinik Düren wurde im Mai der

erste Bauabschnitt eines neuen

Behandlungszentrums eröffnet.

Der Neubau umfasst 96 stationäre

Behandlungsplätze sowie

umfangreiche Behandlungs- und

Therapiebereiche auf über 4.100

Quadratmetern. Die Baukosten

liegen bei rund 19 Millionen Euro.

Eine neue Aufnahmeklinik für die

Kinder- und Jugendpsychiatrie,

Psychosomatik und Psychotherapie

der LVR-Klinik Viersen wurde

ebenfalls im Mai eröffnet. Auf

über 5.400 Quadratmetern stehen

nun 60 Behandlungsplätze zur

Verfügung.

MS

Kooperationstag Sucht

Medikamentenabhängigkeit wird

immer noch tabuisiert

Köln.- Über 250 Gäste nahmen

am siebten Kooperationstag

„Sucht und Drogen“ teil,

der beim LVR als Gastgeber

und Mitveranstalter in Köln

stattfand. Eröffnet wurde die

Veranstaltung von NRW-Gesundheitsministerin

Barbara

Steffens und Martina Wenzel-

Jankowski, LVR-Dezernentin

für den Klinikverbund und den

Verbund Heilpädagogischer

Hilfen.

Schätzungen zufolge leiden bis zu

1,9 Millionen Menschen an Medikamentenabhängigkeit.

Oft findet

die Sucht verborgen statt, sodass

die Dunkelziffer auch wesentlich

höher liegen könnte. Durch

Vorträge, Workshops und Diskussionen

versuchte der Kooperationstag

das Thema „Medikamente

und Sucht. Zwischen Wohltat

und Missbrauch“ in den Fokus zu

rücken und die fachspezifischen

Aspekte zu beleuchten. Ministerin

Steffens erklärte dazu in ihrem

Grußwort: „Die Suchtgefahren

durch psychoaktive Medikamente

werden deutlich unterschätzt

und in der Öffentlichkeit kaum

wahrgenommen, da sich die Abhängigkeit

meist im Verborgenen

abspielt“. Das Thema müsse deshalb

unbedingt aus der Tabuzone

herausgeholt werden, so Steffens

weiter.

Von Medikamentenabhängigkeit

sind vor allem ältere Menschen

betroffen. Viele nehmen gleichzeitig

mehrere Arzneimittel ein

und sind dadurch schädlichen

Wechselwirkungen der Substanzen

ausgesetzt. Auffällig ist, dass

rund zwei Drittel der Betroffenen

Frauen sind. Aber auch

die Psychopharmakaeinnahme

bei Kindern und Jugendlichen ist

besorgniserregend gestiegen.

Martina Wenzel-Jankowski

erläuterte bei der Veranstaltung,

dass Abhängigkeitserkrankungen

mit rund 27 Prozent zwar die

häufigste Aufnahmediagnose in

den LVR-Kliniken seien, die Zahl

der Medikamentenabhängigen

mit 0,5 Prozent davon aber relativ

gering erscheine: „Dies zeigt,

dass medikamentenabhängige

Über 250 Menschen nahmen

am siebten Kooperationstag

„Sucht und Drogen“ teil, der von

Barbara Steffens (kleines Bild)

und Martina Wenzel-Jankowski

eröffnet wurde (Bild oben).

Fotos: Lothar Kornblum

Menschen, wenn überhaupt, dann

oft am Ende eines langen Weges

des schädlichen Medikamentengebrauches

zur Behandlung in

eine Fachklinik kommen.“ Die

interdisziplinäre Zusammenarbeit

und Vernetzung müsse sich daher

insbesondere auf Aufklärung,

Früherkennung und Präventivmaßnahmen

richten. Der Kooperationstag

Sucht NRW sei dafür

eine wichtige Gesprächsplattform,

so Wenzel-Jankowski weiter.

MS


LVRREPORT JUNI 2012 SEITE 4 JUNI 2012 SEITE 5 LVRREPORT

Broschüre zur Hilfeplanung

Guter Plan – gute Hilfe

Rheinland.- Der LVR unterstützt

Menschen mit Behinderung, die

selbstständig wohnen und aus

dem Wohnheim oder Elternhaus

ausziehen wollen. Wie sie zur

richtigen Unterstützung kommen,

was sie und ihre Angehörigen

tun und wissen müssen und

wer ihnen bei der Beantragung

hilft, erklärt die Broschüre

„Guter Plan – gute Hilfe“

des LVR.

Die Publikation ist durchgängig

in leichter Sprache

geschrieben und anschaulich

illustriert, sodass sich

auch Menschen, die sich

mit Sprache und Texten

schwer tun, informieren

können. Außerdem enthält

sie hilfreiche Kontaktdaten

und Internetlinks. In einem

separaten Wörterbuch

werden zudem zentrale

Fachbegriffe erklärt.

Fotos: Matthias Jung

Im Mittelpunkt des individuellen

Hilfeplan-Verfahrens beim LVR,

mit dem die Unterstützungsbedarfe

von Menschen mit Handicap

ermittelt werden, stehen deren

Ziele, Wünsche und Fähigkeiten

rund um die Themen Wohnen und

Alltag. Auch die Texte der Broschüre

sind in Zusammenarbeit

mit Menschen mit Behinderung

entstanden. In Praxisbeispielen

berichten diese von ihren Erfahrungen.

Rheinlandweit leben

bereits rund 28.000 Menschen mit

Behinderung den eigenen Wünschen

entsprechend selbstständig

mit ambulanter Unterstützung in

den eigenen vier Wänden – allein,

als Paar oder in einer Wohngemeinschaft.

Die 40-seitige Broschüre ist

kostenlos in den örtlichen KoKoBe

(Koordinierungs-, Kontakt- und

Beratungsstellen) erhältlich und

kann im LVR-Publikationsverzeichnis

im Internet unter

www.publikationen.lvr.de

bestellt oder heruntergeladen

werden.

SHe

LVR informiert vor Ort

Schnelle Hilfe für

Opfer von Gewalttaten

Rheinland.- Zum Tag des

Kriminalitätsopfers am 22.

März informierte der LVR in

Köln, Düsseldorf, Leverkusen

und Düren über die Hilfen und

Entschädigungsleistungen für

Opfer von Gewalttaten. Er beteiligte

er sich an Aktionen der

Opferschutzbeauftragten der

Polizei und des Weißen Rings.

Im Rahmen des Sozialen Entschädigungsrechts

ist der LVR für

die Entschädigung für Opfer von

Gewalttaten zuständig, diese Aufgabe

hat er 2008 von den aufgelösten

rheinischen Versorgungsämtern

übernommen. Mehr als

30.000 Menschen in Nordrhein-

Westfalen wurden im Jahr 2012

Opfer von gefährlicher oder

schwerer Körperverletzung. Insgesamt

37 Traumaambulanzen,

sieben davon in LVR-Kliniken,

bieten eine gute Unterstützungs-

Infrastruktur. „Vor allem schnelle

psychotherapeutische Angebote

sind wichtig, damit Folgeschäden

oder Traumata vermieden werden

können. Wir bieten Menschen,

92,7 MILLIONEN EURO

Unterstützung für

Menschen mit Sinnesbehinderungen

Rheinland.- Rund 92,7 Millionen

Euro hat der LVR im vergangenen

Jahr als Hilfe für blinde,

stark sehbehinderte oder gehörlose

Menschen im Rheinland

aufgewendet. 31.500 sinnesgeschädigte

Bürgerinnen und Bürger

erhielten diese Leistungen,

die den behinderungsbedingten

Mehraufwand ausgleichen. Dazu

zählen Kosten für die Hilfe im

LVR-Ehrenpreis für zehn rheinische Persönlichkeiten

Ehrung für besonderes soziales Engagement

Rheinland.- Für ihren langjährigen

ehrenamtlichen Einsatz

für Menschen mit Behinderung,

psychischer Erkrankung oder

in schwierigen Lebenslagen hat

der LVR zehn Persönlichkeiten

aus dem Rheinland mit dem

LVR-Ehrenpreis für soziales

Engagement ausgezeichnet.

Prof. Dr. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender

der Landschaftsversammlung

Rheinland, dankte

den Preisträgerinnen und

Preisträgern für ihren „nicht

hoch genug einzuschätzenden

Dienst an der Zivilgesellschaft“.

Brigitte Albrecht aus Kaarst

wurde geehrt für ihr langjähriges

Engagement für mehr

gesellschaftliche Teilhabe von

Menschen mit geistiger Behinderung.

Der Cellist Thomas Beckmann

aus Düsseldorf erhielt die

Auszeichnung als Dank für seinen

Einsatz für obdachlose Menschen.

Albert Böcker aus Bergisch

Gladbach wurde prämiert für sein

Engagement für Menschen mit

psychischen Erkrankungen. Der

Einsatz von Jürgen Buchholz aus

Much gilt querschnittgelähmten

Männern und Frauen sowie

ihren Angehörigen. Dr. Hermann

Mecklenburg aus Köln erhielt

die Ehrung für sein langjähriges

Engagement für Menschen mit

psychischen Erkrankungen.

Hermann-Josef Müller aus Neuss

kümmert sich um Sportlerinnen

und Sportler mit Behinderung und

wirbt für mehr Inklusion im Sport.

Gerd Pape aus Pulheim-Brauweiler

erhielt den Preis für seine

Tätigkeit im Förderverein der

LVR-Donatus-Schule Brauweiler.

Der Düsseldorfer Peter Ries stach

durch seine Arbeit für kranke

und hilfsbedürftige Menschen im

Netzwerk Benrath und für kriminalpräventive

Tätigkeiten hervor,

während Hans J. Schmolke aus

Velbert der LVR-Ehrenpreis für

seinen Einsatz in der Selbsthilfe

für herzkranke und organtransplantierte

Menschen überreicht

wurde. Ursula Ueberreiter-Michovius

aus Köln erhielt den Preis für

ihr Mehrgenerationenprojekt „Zeit

für Kinder“, in dem sie potentielle

„Neu-Großeltern“ und Kinder

zusammen bringt.

„Unsere Gesellschaft braucht

Menschen wie Sie, denn nur so

kann das Miteinander gelingen:

Das Miteinander von denjenigen,

die die Mitte unserer Gesellschaft

die Opfer einer Gewalttat wurden

und ihren Angehörigen in den

Traumaambulanzen qualifizierte

Hilfe – unbürokratisch und ohne

jeden Antrag“, sagte LVR-Sozialdezernentin

Martina Hoffmann-

Badache.

Einen Überblick über Leistungen

und Unterstützungen bietet der

„Ratgeber für Opfer von Gewalttaten“,

den die beiden Landschaftsverbände

Rheinland und

Westfalen-Lippe herausgeben. Die

kostenlose Broschüre erläutert

Folgen der Gewalt, stellt Hilfen

zur Verarbeitung der Situation dar

und bündelt Informationen über

gesetzliche Voraussetzungen des

Opferentschädigungsrechtes.

Ein Adressverzeichnis nennt

Ansprechpartner vor Ort für

ganz Nordrhein-Westfalen. Der

Ratgeber ist auch in englischer,

niederländischer und türkischer

Sprache erhältlich. Er kann im

LVR-Publikationsverzeichnis

bestellt werden und ist dort auch

als Download verfügbar:

www.publikationen.lvr.de

SHe

Haushalt, bei Behördengängen

oder spezielle Hilfsmittel.

Sehbehinderte und gehörlose

Menschen erhalten pauschal

77 Euro monatlich.

Das Blindengeld kann je nach

Einzelfall für Erwachsene bis zu

620 Euro betragen. Die Zahl der

Leistungsempfängerinnen und

-empfänger ist im Vergleich zum

Vorjahr leicht gestiegen.

Weitere Informationen und Antragsformulare

unter:

www.ghbg.lvr.de

SHe

Bei der Verleihung des LVR-Ehrenpreises für soziales Engagement

(v.l.): Hans J. Schmolke, Peter Ries, Thomas Beckmann, Gerd Pape,

Albert Böcker, Hermann-Josef Müller, Hermann Mecklenburg, Brigitte

Albrecht, Ulla Ueberreiter-Michovius und Jürgen Buchholz.

Foto: Lothar Kornblum

bilden, aber auch denen, die möglicherweise

am Rande stehen. Sie

leisten tolle Arbeit (...)“, betonte

Wilhelm.

SHe

Foto: Nicole Schäfer

Fotos: Nicole Schäfer

Erfolgsmodell Integrationsunternehmen im Zentrum des LVR-Kongresses „Dialog Personal“

Menschen mit Behinderung – eine Chance für Arbeitgeber

Köln.- Wie meistern Integrationsunternehmen

die Herausforderungen

bei der gemeinsamen

Arbeit von Menschen

mit und ohne Behinderung?

Wie sind ihre Strategien auf

andere Arbeitgeber übertragbar?

Diese und andere Fragen

diskutierten rund 400 Teilnehmerinnen

und Teilnehmer beim

LVR-Kongress „Dialog Personal

– Inklusive Ideen und Impulse“

in Köln. Im Fokus standen die

besonderen Chancen und Herausforderungen,

die sich aus

der Beschäftigung von Menschen

mit Behinderung ergeben.

Auch NRW-Arbeitsminister

Guntram Schneider nahm an

der Fachtagung teil.

Mindestens ein Viertel der

Beschäftigten in Integrationsunternehmen

haben eine Schwerbehinderung.

Gleichzeitig handeln

diese Betriebe wirtschaftlich und

müssen konkurrenzfähig sein.

Rheinlandweit zeigen bereits

rund 100 dieser Betriebe mit

2.400 Beschäftigten, dass sich

soziales Engagement und wirtschaftlicher

Erfolg gut vereinbaren

lassen. „Es gilt, die vielfältigen

Potentiale, Fähigkeiten und

die Motivation von Menschen mit

Behinderung zu erkennen und zu

nutzen. Das ist für Arbeitgeber

eine große Chance“, so LVR-

Direktorin Ulrike Lubek bei der

Eröffnung der Veranstaltung.

NRW-Arbeitsminister Guntram

Schneider wies darauf hin, dass

Menschen mit Behinderungen

bislang nicht vom Aufschwung

am Arbeitsmarkt profitieren

konnten: „Deshalb müssen wir

NEUE LVR-BROSCHÜRE ZU INTEGRATIONSUNTERNEHMEN

Sieben

gute Beispiele

Rheinland.- Mit der neuen

Broschüre „Zusammen – Erfolgreich!“

stellt der LVR das Modell

der Integrationsunternehmen

vor. Die 24-Seiten umfassende

Publikation informiert zu den

Aufgaben, Zielen und zur Gründung

von Integrationsprojekten

aller Art und stellt sieben ausgewählte

Integrationsunternehmen

aus dem Rheinland sowie

handelnde Personen vor.

„Immer mehr Arbeitgeber

entdecken die Möglichkeiten,

die Integrationsunternehmen

bieten – egal, ob sie im Handwerk,

in der Gastronomie oder in

der Industrie tätig sind. Diesen

Weg möchten wir fortsetzen und

gute Beispiele vorstellen – um

Interessierte zu ermutigen, ein

Integrationsprojekt zu gründen“,

sagte LVR-Direktorin Ulrike Lubek

zum Zweck der Broschüre.

Das Heft kann im LVR-Publikationsverzeichnis

im Internet unter

www.publikationen.lvr.de

bestellt oder heruntergeladen

werden.

SHe

für Menschen mit Behinderungen

möglichst Beschäftigung auf dem

ersten Arbeitsmarkt schaffen. Mit

dem Landesprogramm ‚Integration

unternehmen!’ haben wir dazu

beigetragen, dass die Zahl der

Integrationsunternehmen in NRW

in wenigen Jahren verdoppelt

werden konnte.“ In ganz NRW gibt

es heute mehr als 220 Integrationsunternehmen,

in denen über

2.500 schwerbehinderte Menschen

arbeiten. Prof. Dr. Jutta

Links: Auf dem Podium diskutierten LVR-Sozialdezernentin Martina

Hoffmann-Badache (2.v.l.), Prof. Dr. Jutta Rump (links), Christoph

Rohm, DKI Integrationsbetriebe (Mitte), Martin Brüning, REWE Group

(2.v.r.) und Volker Boeckenbrink von der Handwerkskammer Düsseldorf

mit dem Plenum, wie Inklusion im Arbeitsleben gelingen kann.

Unten: LVR-Direktorin Ulrike Lubek (rechts), NRW-Minister Guntram

Schneider und Prof. Dr. Jutta Rump vor der Eröffnung des Kongresses.

Rump von der FH Ludwigshafen

forscht zu den Zukunftstrends in

der Unternehmens- und Personalpolitik

und machte die Berücksichtigung

der Mitarbeiterschaft

in Integrationsunternehmen als

wesentlichen Erfolgsfaktor aus:

„Besonders die individuelle Förderung

im Bereich der Leistungsfähigkeit

und Arbeitsorganisation

sowie mit entsprechenden

Angeboten zur Qualifizierung ist

eine Herausforderung der Zukunft

14 festangestellte Beschäftigte mit Behinderung

Eine saubere Sache:

Integrationsabteilung

an Uniklinik Köln

Köln.- In der Integrationsabteilung

der Universitätsklinikum

Köln Reinigungs GmbH (UKR),

eine Tochter der Uniklinik Köln,

arbeiten 14 festangestellte

Beschäftigte mit Schwerbehinderung.

Schon seit 2009 beschäftigt das

Unternehmen schwerbehinderte

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

zunächst im Rahmen einer

Arbeitnehmerüberlassung, dann

in einer eigenen Abteilung. Für die

Schaffung der festen Arbeitsplätze

für schwerbehinderte Menschen

hat der LVR einen Zuschuss

in Höhe von insgesamt 184.000

Euro bewilligt.

Vera Lux, Pflegedirektorin und

Vorstandsmitglied der Uniklinik

Köln, erläutert: „Wir sind unserem

gesellschaftlichem Auftrag im

Besonderen verpflichtet. Diesem

Auftrag kommen wir nicht nur in

der Patientenversorgung sowie

in Forschung und in Lehre nach,

sondern eben auch in unserer

Verantwortung als Arbeitgeber.“

Die UKR erledigt alle Aufgaben im

Bereich der Reinigung des Klinikums,

dazu gehören beispielsweise

auch die Bettenaufbereitung

und desinfizierende Reinigung.

Klare Arbeitsstrukturen bieten

gute Grundvoraussetzungen

für den Einsatz von Menschen

mit kognitiven und psychischen

Beeinträchtigungen. Sie sind in

der Mopp- und Tuchwäscherei,

der maschinellen Bodenreinigung

sowie in der Aufbereitung der

Reinigungswagen tätig.

Neben dem Zuschuss zu den Investitionskosten

für die Schaffung

der Arbeitsplätze zahlt der LVR

laufende Zuschüsse zu den Personalkosten.

„Die UKR verbindet

für alle Arbeitgeber, die Integrationsunternehmen

bereits sehr

erfolgreich meistern.“

Menschen mit Handicap und

Unternehmen, die behinderte

Menschen einstellen möchten,

erhalten Unterstützung vom

LVR-Integrationsamt. Neben

Beratungsleistungen können auch

Zuschüsse zu den Investitionsund

Lohnkosten gezahlt werden.

Weitere Informationen unter:

www.dialogpersonal.lvr.de SHe

ihre Dienstleistung mit dem sozialpolitischen

Ansatz, Menschen mit

Behinderung zu qualifizieren und

berufliche Perspektiven zu geben“,

freute sich LVR-Sozialdezernentin

Martina Hoffmann-Badache.

„Obwohl Menschen mit Behinderung

häufig sehr motiviert und

leistungsfähig sind, sind sie

mehr als doppelt so häufig von

Arbeits losigkeit betroffen, wie

nicht behinderte Menschen. In

Integrations unternehmen wie der

UKR bekommen sie eine Chance.

Eine Förderung durch den LVR steht

grundsätzlich allen Arbeitgebern

offen.“ Mehr Infos unter:

www.integrationsunternehmen.lvr.de

SHe

Patrick Hildebrand, Yousuf Barud und Reiner Grebe (v.l.) sind drei

der insgesamt 14 Mitarbeiter mit Schwerbehinderung der UKR.

Foto: Simone Hengels


LVRREPORT JUNI 2013 SEITE 6 JUNI 2013 SEITE 7 LVRREPORT

Die CDU-Fraktion beim Landschaftsverband

Rheinland fordert

die vollständige Übernahme des

Tarifabschlusses für die Beamtinnen

und Beamten in Nordrhein-

Westfalen. Es darf keine Zwei-

Beamtenbesoldung: Wortbruch von Ministerpräsidentin Kraft!

Klassen-Gesellschaft unter den

Beamtinnen und Beamten sowie

zu den Tarifbeschäftigten des

Landschaftsverbandes Rheinland

geben. Deshalb muss der Tarifabschluss

übernommen werden.

Doch SPD, Grüne und FDP beim

LVR sind dazu nicht bereit. Sie

blockierten im Landschaftsausschuss

Debatte und Entscheidung

zur vollständigen Übernahme des

Tarifabschlusses für die Beamtinnen

und Beamten des LVR.

Auf einer Sondersitzung des

Landschaftsausschuss hatte die

CDU-Fraktion gefordert, der LVR

solle die Erklärung der Kommunalen

Spitzenverbände unterstützen,

in der die Landesregierung

aufgefordert wird, die geplante

Ungleichbehandlung der Beamtinnen

und Beamten gegenüber

den Tarifangestellten zu stoppen.

SPD, Grüne und FDP verweigerten

sich der Diskussion. Mit ihrer

Mehrheit im Landschaftsausschuss

nahmen sie den CDU-

Antrag mit einem Geschäftsordnungstrick

von der Tagesordnung.

Mit Blockade versuchen sich SPD,

Grüne und FDP beim LVR über

den Tag zu retten. Helfen wird

ihnen das nicht. Die Beamtinnen

und Beamten beim LVR werden es

nicht vergessen.

Innenministerium greift

in das Selbstverwaltungsrecht des LVR ein

Mit dem Haushaltserlass des

Innenministeriums des Landes

NRW wird der Kommunalverband

LVR aufgefordert, die Kosten

für neue Kulturprojekte durch

anderweitige Einsparungen im

Kulturbereich zu decken. Dabei

spricht der Erlass ausdrücklich

die in Planung befindliche Archäologische

Zone/Jüdisches Museum

in Köln und das Preußenmuseum

in Wesel an.

Der Verfasser des Haushaltserlasses,

Ministerialdirigent Johannes

Winkels, ist langjähriger

Staatssekretär. Er muss wissen,

dass seine Aufforderung,

durch das Projekt entstehende

„zusätzlichen Belastungen durch

Einsparungen an anderer Stelle

im Kulturbereich zu kompensieren“,

kaum in Einklang zu bringen

ist mit der Verfassungsgarantie

Das Motto „Qualität für Menschen“

verdient sich der LVR ohne

Wenn und Aber, betrachtet man

die hervorragende Arbeit, die er

gerade für und an den Schwächsten

und Benachteiligten in

der kommunalen Selbstverwaltung.

Die Selbstverwaltungsgarantie

umfasst insbesondere

Finanz- und Kommunalabgabenhoheit,

Personalhoheit, Organisationshoheit,

Planungshoheit und

Satzungshoheit.

Mehrere Fraktionen haben

inzwischen diese Verletzung

des Selbstverwaltungsrechtes

kritisiert. Aufgabe der Kommunalaufsicht

ist, die rechtlichen

Bedingungen der Haushaltssatzung

zu prüfen. Eine inhaltliche

Prüfung der politischen Arbeit des

LVR hat sie nicht durchzuführen,

solange sich diese im Rahmen der

gesetzlichen Vorschriften bewegt.

Ob der LVR dieses oder jenes

Kulturprojekt unterstützt oder

betreibt, ob er Kliniken neu baut

und marode Bettenhäuser abreißt,

ist eine Entscheidung der Landschaftsversammlung

und durch

die Landschaftsverbandsordnung

gedeckt. Auch die Höhe des Kulturetats

ist eine Entscheidung der

Landschaftsversammlung.

Bezeichnend für das Politikverständnis

der CDU ist indes,

dass sie an diesem Eingriff in die

kommunale Selbstverwaltung

nichts zu finden scheint. Sie setzt

ihre Kampagne gegen das Projekt

Archäologische Zone / Jüdisches

Museum, bzw. gegen den Verband

auf der Basis des fragwürdigen

Erlasses ungeniert fort. So

beschwört z.B. Dr. Ralph Elster,

kulturpolitischer Sprecher der

CDU Fraktion in Köln, kommunale

Interessenkonflikte herauf und

erwartet, dass der Erlass des

Ministeriums dazu führt, dass

der LVR aus dem Projekt aussteigt:

„Nachdem das Land einer

Entgegen der früheren Ankündigung

von Ministerpräsidentin

Kraft im Landtagswahlkampf

2012, sie werde die Beamtinnen

und Beamten in Nordrhein-Westfalen

nicht weiter belasten, plant

die SPD-Grüne Landesregierung

nun doch ein „Sonderopfer“ für

beamtete Bedienstete. Es sieht

vor, dass die Besoldungsgruppen

A 11 und A 12 nur ein Prozent

mehr Gehalt bekommen, ab der

Besoldungsgruppe A 13 ist überhaupt

keine Steigerung vorgesehen.

Dabei hatte Frau Kraft dem

Deutschen Beamtenbund, DBB,

im Dezember 2011 noch schriftlich

zugesichert: „Ich kann Ihnen

aber versichern, dass die Landesregierung

keine weiteren Einschnitte

bei der Beamtenschaft

plant.“ Heute ist klar: Frau Kraft

bricht ihr Wort! Mit ihrer Blockade

begünstigen SPD, Grüne und FDP

beim LVR diesen Wortbruch. Das

Verhalten der politischen Mehrheit

beim LVR ist blamabel und

beleidigend für alle Bediensteten.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

des Landschaftsverbandes

Rheinland haben es nicht verdient,

von der rot-grünen Landesregierung

und Ministerpräsidentin

Kraft derart hinters Licht geführt

zu werden. Die ungerechte Ungleichbehandlung

der Beamtinnen

und Beamten gegenüber den

Erhöhung des Kulturetats (…)

einen Riegel vorgeschoben hat,

könnte der LVR diese Summe nur

dadurch zusammenkratzen, dass

er andere Zuschüsse streicht. Ich

kann mir kaum vorstellen, dass

die Kulturdezernentin des LVR

ernsthaft in Erwägung zieht, die

Zuschüsse etwa für die Freilichtmuseen

in Kommern und

Xanten zu streichen, um in Köln

ein Museum, für das bis heute

nicht einmal eine Feinkonzeption

vorliegt, zu unterstützen.“

Derweil ist völlig klar, dass die

Formulierungen im Haushaltserlass

zum Kulturetat des LVR

rechtlich nicht bindend sein können.

Der LVR tut gut daran seine

selbstbewusste Kulturpolitik

fortzusetzten.

Felix Schulte

Tarifangestellten im öffentlichen

Dienst, die eine lineare Steigerung

ab dem 1. Januar dieses Jahres

in Höhe von 2,65 Prozent und ab

dem 1. Januar 2014 in Höhe von

2,95 Prozent erhalten, ist nicht

zu rechtfertigen, solange die

Landtagsmehrheit eine ernsthafte

Konsolidierungspolitik verweigert

und nicht bereit ist, Geld bei ihren

politischen Spielwiesen einzusparen.

Die CDU Fraktion beim LVR

erwartet, dass die geplante

Ungleichbehandlung einer

großen Zahl von Beamtinnen

und Beamten unterbleibt. Dies

gilt auch für die Beamtinnen und

Beamten beim Landschaftsverband

Rheinland, deren Arbeit

uneingeschränkte Wertschätzung

verdient.

Rolf Einmahl

Qualität für Menschen versus Qualität im politischen Umgang

unserer Gesellschaft leistet.

Schaut man sich dann jedoch

an, wie die politischen Konkurrenten

in den politischen Gremien

teilweise miteinander umgehen,

ist von einer ähnlichen Qualität

nichts mehr zu erkennen.

Medial tritt der LVR wenn überhaupt

nur in Erscheinung, wenn

über seine hervorragenden Aktivitäten

berichtet wird. Die politische

Dimension seiner Arbeit findet

hingegen kaum Erwähnung und

damit auch keine Berichterstattung

über politische Streitereien.

Selbst Mitglieder der entsendenden

Gebietkörperschaften wissen

oftmals beim Stichwort LVR

nicht, wen sie gerade warum und

wohin entsenden.

Diese Nichtbeachtung ist jedoch

gerade in schwierigen Zeiten wie

jetzt eigentlich eine hervorragende

Chance, über Parteigrenzen

hinweg und ohne den Zwang

zur politischen Selbstdarstellung

die gewaltigen Probleme anzufassen

und gemeinsam zu lösen, die

auch den LVR belasten.

Hier bestände die Chance, ein

Musterbeispiel für die gesamte

kommunale Familie abzugeben.

Diese wird leider kläglich vertan.

Schreit ein sich abzeichnendes

Defizit im Haushalt 2013 von über

40 Mio. € nicht gerade nach einer

„großen Koalition der Vernunft“

aller demokratischen und die vier

Grundrechenarten beherrschenden

Fraktionen im LVR (CDU, SPD,

Grüne, FDP und FREIE WÄHLER)?

Die „Gestaltungsmehrheit“

aus SPD, Grünen und FDP hält

es da hingegen mehr mit der

Demonstration ihrer „Macht

der Mehrheit“. Am Beispiel der

Archäologischen Zone/Jüdischem

Museums kommt dann noch die

Verunglimpfung der dem Projekt

gegenüber kritisch Eingestellten

als „Antisemiten“ dazu,

ein Vorgang, der die Vertreter

der FREIEN WÄHLER / DEINE

FREUNDE ob dieses nicht mehr

zu unterbietenden Niveaus der

Diskussion zu einem lauten und

deutlichen „Halt, bis hierhin und

nicht weiter!“ veranlasste.

Nachweislich gute Anträge von

FREIEN WÄHLERN/DEINE

FREUNDE oder auch der CDU

werden in den Haushaltsplanberatungen

von der „Gestaltungsmehrheit“

nieder gestimmt, um

sie teilweise nur wenige Tage

später unter Neuanordnung von

Subjekt, Prädikat und Objekt selber

zu stellen.

Bekanntlich schallt es aus dem

Wald heraus, wie man in ihn hineinruft,

und so arbeitet die CDU

dieses „konstruktive Miteinander“

mit formalen Diskussionen und

Anfragen zu eigentlich so belanglosen

Fragen ab, ob Delegierte

des LVR zu irgendwelchen übergeordneten

Versammlungen paritätisch

auf alle Fraktionen oder

nach einem Zählverfahren verteilt

werden. Das Ergebnis, dass

niemand aus der Politik mehr

fährt, ist für die FREIEN WÄHLER

/DEINE FREUNDE ein durchaus

begrüßenswertes Ergebnis dieses

Vorgangs, begleitet die Fraktion

die Diskussion um diese steuergeldfinanzierten

„Wandertage“

überaus kritisch und hält sich mit

der Teilnahme eigener Mitglieder

hieran deutlich zurück.

Nichtsdestotrotz zeugt ein solches

Verhalten der etablierten politischen

Parteien nicht von der Qualität

ihrer Arbeit und dem Umgang

miteinander!

Henning Rehse

SPD

Herzlichen Glückwunsch LVR!

Die Landschaftsverbände feiern

dieses Jahr ihr sechzigjähriges

Bestehen. Das bietet uns die

willkommende Gelegenheit eines

kurzen Rückblicks.

Ausgleich

Die Akzeptanz eines Gesellschaftssystems

hängt immer auch

davon ab, wie zufriedenstellend

ein Ausgleich der Belastungen

und der notwendigen Unterstützungsleistungen

erreicht

wird. Der Länderfinanzausgleich

basiert auf dieser Idee ebenso

wie der Solidarpakt Ost und eben

auch die Landschaftsverbände.

Die Landschaftsverbände sollen

im Rahmen ihres Aufgabenbereichs

(Eingliederungshilfe,

psychiatrische Kliniken, Schulen

und regionale Kulturpflege) und

ihrer Möglichkeiten annähernd

gleiche Lebensverhältnisse in

ihrer Region herstellen. Dies ist

in den vergangenen Jahrzehnten

gut gelungen. Hier weiterhin

die Balance zu halten, wird eine

der wichtigsten Aufgaben in der

Zukunft sein.

Politische Partizipation

Oft Einigkeit in den Zielen

Ein besonderes Kennzeichen des

politischen Betriebs im LVR ist

seine weitgehende Reibungslosigkeit.

Nun möge aber niemand

denken, bei einer Versammlung

von Rheinländern könne es nur

entspannt zugehen. Das Gegenteil

ist oft genug zu beobachten, ohne

jemand zu nahe treten zu wollen.

Man könnte nach jahrelangem

Miterleben eher geneigt sein, diesen

Willen zum Miteinander aus

einem Grundkonsens in den Fragen

des Umgangs mit Menschen

mit Behinderungen zu begreifen.

Der Landschaftsverband will

Menschen mit Behinderungen bei

der Gestaltung ihres Lebens, bei

der Suche nach einer geeigneten

Arbeit und Wohnung helfen, und

die Politik teilt über Parteigrenzen

hinweg diesen Wunsch.

Das erklärt auch ein weiteres

Phänomen: Die weitestgehend

gedeihliche Zusammenarbeit von

Verwaltung und Politik. Während

in vielen Kommunen gegenseitige

Anklagen und Schuldzuweisungen

an der Tagesordnung sind, versuchen

Verwaltung und Politik beim

LVR, sich gegenseitig zu unterstützen.

Nicht immer Einigkeit bei den

Wegen – manchmal auch nicht

bei den Zielen

In der LVR-Politik geht es nicht

immer nur harmonisch zu. Da

gibt es durchaus mal Differenzen

mit der Opposition, die aber nach

eingehender Debatte souverän

von der Gestaltenden Mehrheit

aus SPD, GRÜNEN und FDP in

Sinne des LVR-Mottos „Qualität

für Menschen“ entschieden

werden.

Vorreiter und Vorbild

Es mag auch an diesem Klima

des Vertrauens liegen, dass der

LVR es geschafft hat, in vielen

Bereichen eine Vorreiterfunktion

einzunehmen. „Ambulant

vor stationär“ ist ein Stichwort.

Nirgendwo sonst in der Republik

wurden so früh und so erfolgreich

Anstrengungen unternommen,

Menschen mit Behinderungen ein

CDU schwadroniert – Wir werden es tun!

Bereits mit der Koalitionsvereinbarung

zur laufenden Wahlperiode

haben die Fraktionen der

Gestaltungsmehrheit vereinbart,

eine Kommission Inklusion zu

bilden. Dies mit dem Ziel, das

aus Sicht des LVR vordringlichste

Thema, die Inklusion, zeitnah,

zielorientiert und Fachausschuss

übergreifend gebündelt und konzentriert

zu begleiten.

Schnell wurde allen Beteiligten

klar, dass die betroffenen

Menschen am Prozess beteiligt

werden müssen.

So wurden konsequent und

kontinuierlich Zielgruppen der

UN-Konvention als Expertinnen

und Experten in eigener Sache

in die Kommission geladen, um

Projekte vorzustellen, kompetent

zu beraten und den Prozess zu

begleiten.

Aus den Erkenntnissen dieses

Beratungsprozesses ergab sich

für die Gestaltungsmehrheit

folgerichtig die Forderung, den

Betroffenen über den Gast- und

Expertenstatus hinaus auch ein

„vollwertiges“ Mitwirkungsrecht

einzuräumen und hierzu den Landesbehindertenrat

NRW zu bitten,

drei Mitglieder in das auf dieser

Basis neu zu gründende Gremium

zu entsenden. Die Vorarbeit der

Verwaltung unter Einbeziehung

aller Fraktionen scheiterte am

Beschlusstag wegen unerwarteter

und unangekündigter Änderungswünsche

der CDU-Fraktion und

konnte somit nicht beschlossen

werden.

Da uns das Vorhaben so wichtig

war und ist, haben wir im April

einen weiteren Versuch unternommen

und die CDU zu einem

interfraktionellen Arbeitskreis

geladen. Hier konnte dann, so

schien es, endlich ein Durchbruch

erzielt werden. Alle Fraktionen

verständigten sich einvernehmlich

auf einen Weg. Denkste! Auch

dieser erarbeitete Kompromiss

Leben mit mehr Selbstbestimmung

zu ermöglichen. Neben diesem

inhaltlichen Motiv wird dieser

Prozess natürlich auch durch

die Kassenlage beeinflusst. Ein

Verband, der seinen Mitgliedern

Rechenschaft ablegen muss über

die Verwendung der eingeforderten

Beiträge, müht sich eher

um kostengünstige Lösungen zur

Erreichung des Ziels als eine Behörde,

die weitgehend im kritikfreien

Raum arbeiten kann.

Maßstäbe gesetzt hat der LVR

auch bei der Versorgung psychisch

kranker Menschen, in

der Energieversorgung oder der

Gebäudewirtschaft. Aus Problemen

der Vergangenheit lernend

(Kostensteigerungen beim Umbau

des LVR-Landesmuseums in

Bonn) hat der LVR ein sehr effizientes

Bau- und Kostencontrolling

entwickelt.

Vorbild ist der LVR auch in seiner

Rolle als Arbeitgeber. Dass die

Schwerbehindertenquote bei uns

mehr als erfüllt wird, scheint eine

wurde von der CDU nachträglich

„zurück geholt“.

Schade! So wurde die Chance

vergeben, dass der LVR schon

jetzt Erkenntnisse zum Thema

politischer Partizipation umsetzt

und so beispielhaft für unsere

Mitgliedskörperschaften vor Ort

aufzeigt, wie diese organisiert und

gelebt werden kann.

Gelebte Inklusion, echte Teilhabe,

das ist mit der CDU ganz offensichtlich

nicht machbar!

Jürgen Rolle, SPD-Fraktion; Corinna Beck, Fraktion Bündnis 90/Die GRÜNEN; Stefan Peil, Fraktion Bündnis 90/Die GRÜNEN; Lars Effertz, FDP-Fraktion

Selbstverständlichkeit zu sein.

Darüber hinaus bildet der LVR

aber seit Jahren über den eigenen

Bedarf junge Menschen aus, und

er ermöglicht durch eine Vielzahl

von Arbeitszeitmodellen Menschen

mit Kindern weiterhin einer

qualifizierten Tätigkeit nachzugehen.

Vorbild war der LVR bisher bei

der Betreuung von behinderten

Kindern in integrativen Kindertageseinrichtungen

und Förderschulen.

Dass der LVR auch

Vorreiter sein wird in einem von

Kindern, Eltern sowie den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern getragenen

Transformationsprozess

zu einer inklusiven Gesellschaft,

ist das Ziel aller Verantwortlichen.

Aber mit 60 muss man ja bekanntlich

noch nicht alles erreicht

haben, weil mit 66 noch lange

nicht Schluss ist, und so sind wir

guter Dinge, dass der LVR auch

diese Hürde meistern wird.

Und jetzt darf gefeiert werden!

Nun denn, die Kommission wird

im Rahmen der vorhandenen

Möglichkeiten Partizipation praktizieren,

durch die kontinuierliche

Einladung und Einbeziehung von

Gästen, die sich als Expertinnen

und Experten in eigener Sache

als unverzichtbare Bereicherung

erwiesen haben. Und ab der

nächsten Periode gibt es deren

Partizipation auch in Form einer

echten Mitgliedschaft. Notfalls

nicht konsensual, sondern mehrheitlich

beschlossen!


LVRREPORT JUNI 2012 SEITE 8 JUNI 2012 SEITE 9 LVRREPORT

Zur Vorbereitung

wanderte

die Gruppe vom

Halfeshof fünf

Tage lang auf dem

Ökumenischen

Pilgerweg ab

Görlitz.

Foto: Mathias Moeller

LVR-Jugendhilfe Rheinland auf Jakobsweg

Von Solingen bis Santiago

Solingen.- Wenn sie im Sommer

2015 ihr Ziel in Santiago de Compostela

erreichen, dann liegen

3500 Kilometer hinter den fünf

Kindern und Jugendlichen aus

dem LVR-Jugendheim Halfeshof in

Solingen. In vier Etappen, zu Fuß

und mit dem Mountainbike, wollen

sie den Jakobsweg zurücklegen –

jeweils in den Sommerferien.

Eine erste Etappe liegt bereits

hinter Andreas, Sandro, Justin,

Patrik und Pascal. Im Mai waren

sie mit Ihren Pädagogen fünf

Tage lang auf dem Ökumenischen

Pilgerweg ab Görlitz unterwegs:

Jeden Tag standen 15 Kilometer

Wanderung auf dem Programm.

In den Sommerferien startet die

Gruppe dann mit ihren Mountainbikes

von Solingen in Richtung

Paris. 2014 führt von dort aus

die nächste Etappe über die Via

Turonensis nach St. Jean-Piedde-Port,

im Sommer 2015 soll

schließlich die spanische Stadt

Santiago de Compostela erreicht

werden. Das Ziel des Projekts ist

es, den Teilnehmern ein Stück

europäische Geschichte zu vermitteln,

sowie persönliche und

soziale Fähigkeiten zu fördern. Die

Jugendlichen sollen dabei lernen,

gemeinsam zu planen, zu handeln

und Rücksicht aufeinander zu

nehmen. Die Herausforderung

stärkt ihre Selbstsicherheit und

ihr Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit.

Zur Vorbereitung

auf die Tour durch Deutschland,

Belgien, Frankreich und Spanien

standen Übungen in Französisch

und Spanisch auf dem Programm,

ebenso wie Laufen, Wandern

und Radfahren für die sportliche

Fitness. Außerdem berichteten

Jugendliche, die in den Vorjahren

an ähnlichen Halfeshof-Projekten

teilgenommen haben, von ihren

Erlebnissen und Erfahrungen auf

dem Jakobsweg.

MR

Jugend gestaltet Zukunft

Belgisches Vinkt neuer Zielort

Köln.- Zu den fünf Zielorten

des LVR-Programms „Jugend

gestaltet Zukunft – Internationale

Jugendbegegnungen an Orten

der Erinnerung in Europa“ ist

nach einem Beschluss des LVR-

Landesjugendhilfeausschusses

nun mit dem belgischen Vinkt ein

weiterer Erinnerungsort hinzugekommen.

Im Rahmen des Programms

reisen bildungsbenachteiligte

Jugendliche in europäische Orte,

in denen während des Zweiten

Foto: Nicole Schäfer

Weltkrieges Verbrechen an der

Zivilbevölkerung verübt wurden.

Vor und während der Reise findet

eine intensive politische Bildungsarbeit

statt und die Jugendlichen

unterstützen Projekte vor Ort,

wie den Ausbau eines Erinnerungsweges

oder Bauarbeiten

an einem Spielplatz. Außerdem

lernen sie Jugendliche aus den

Erinnerungsorten kennen, bauen

Vorurteile ab und tragen so aktiv

zu mehr Völkerverständigung bei.

„Wir freuen uns, dass mit Vinkt ein

mitteleuropäischer Partnerort in

unser Programm aufgenommen

werden konnte. In Ost-, Süd- und

Westeuropa bestehen bereits ausgezeichnete

Kooperationen“, so

Prof. Dr. Jürgen Rolle, Vorsitzender

des Landesjugendhilfeausschusses

Rheinland. Im ostflandrischen

Vinkt richteten deutsche

Truppen am 27. Mai 1940 ein

Massaker unter der Zivilbevölkerung

an. Mindestens 86 Zivilisten

wurden ermordet, mindestens

54 weiteren Geiseln starben.

Im Rahmen von „Jugend gestaltet

Zukunft“ arbeitet der LVR

mit verschiedenen Trägern der

Jugendsozialarbeit zusammen.

Der Träger sci:moers e.V. hat bislang

die Jugendbegegnungen in

Sant‘ Anna di Stazzema in Italien

begleitet. Künftig wird er auch die

Fahrten nach Vinkt realisieren.

Jugendliche vom sci:moers e.V.

überreichten Prof. Dr. Jürgen

Rolle und LVR-Jugenddezernent

Reinhard Elzer ein selbst hergestelltes

LVR-Logo aus Marmor,

als Dankeschön für die Unterstützung

des Ausschusses. td

Fachkongress beim LVR

Kinderarmut geht

uns alle an

Köln.- Rund 25 Prozent der

Kinder und Jugendlichen in

NRW sind von Armut bedroht.

Armut grenzt aus und gefährdet

Teilhabe- und Bildungschancen.

Sie bedeutet für Betroffene gesundheitliche

Benachteiligung

und den Ausschluss von Bildung,

Kultur, Sport und Freizeitaktivitäten.

Beim LVR haben in

Köln nun rund 100 Fachkräfte

aus den Bereichen Jugendhilfe,

Gesundheit, Schule und Soziales

das Thema im Rahmen des

Fachkongresses „Kinderarmut

geht uns alle an!“ in den Blick

genommen.

Viele von ihnen sind bereits in das

LVR-Förderprogramm „Teilhabe

ermöglichen – Kommunale

Netzwerke gegen Kinderarmut“

eingebunden und berichteten

beim Fachkongress über ihre

Erfahrungen. Das Programm zielt

darauf ab, Unterstützungsangebote

für benachteiligte Familien

innerhalb einer Kommune miteinander

zu vernetzen. Der LVR

stellt Geld für eine Koordinationsstelle

im örtlichen Jugendamt

zur Verfügung, die die notwendige

Vernetzung der verschiedenen

Akteure organisiert. Ein Ziel des

Programms ist die Entwicklung

von Präventionsketten, in denen

für jede Altersgruppe passende

Angebote vorgehalten werden –

von Hausbesuchen bei Familien

mit Neugeborenen, über Hausaufgabenbetreuung

bis hin zur Freizeitgestaltung.

Außerdem sollen

Politik, Schulen, Ärzte, Eltern und

die Öffentlichkeit für Kinderarmut

sensibilisiert werden, damit

schnell Unterstützungsangebote

gemacht werden können.

Bei Vorträgen und einem World-

Café gingen die Teilnehmerinnen

und Teilnehmer unter anderem

den folgenden Fragen nach:

Das Team der Koordinationsstelle Kinderarmut und Prof. Dr. Jürgen

Rolle (r.), Vorsitzender des LVR-Landesjugendhilfeausschusses.

Wie erleben Kinder Armut und

wie kann ihre Widerstandskraft

gestärkt werden? Oder: Wie werden

kommunale Netzwerke und

präventive Angebote zur Verringerung

der Folgen von Armut bei

Kindern und Jugendlichen aufgebaut

und erfolgreich umgesetzt?

Aktuell profitieren schon 23 rheinische

Kommunen von „Teilhabe

ermöglichen – Kommunale

Netzwerke gegen Kinderarmut“.

In diesem Jahr kommen weitere

fünf Kommunen dazu.

Weitere Informationen unter:

www.kinderarmut.lvr.de td

Foto: Dominik Schmitz

LEBENDIGE LVR-SCHULEN

Neuer Name für

Krefelder

LVR-Förderschule

Die LVR-Förderschule Krefeld

heißt ab sofort „LVR-Luise-

Leven-Schule“ – ein Name, der

für Toleranz und Menschlichkeit

steht. Dr. Luise Leven gilt als

Wegbereiterin der modernen

Sozialarbeit und setzte sich als

Lehrerin in Krefeld für die Belange

von Kindern und Jugendlichen

ein, bevor sie 1939 von

den Nationalsozialisten zur Emigration

nach England gezwungen

wurde. Nachdem die Schulkonferenz

die Umbenennung

beschlossen hatte, sprach sich

auch der LVR-Schulausschuss

für den neuen Namen aus. Die

Ausschussvorsitzende Anne

Peters und LVR-Schuldezernent

Ulrich Wontorra verstehen die

Namensgebung einerseits als

Würdigung des Engagements

von Dr. Luise Leven, andererseits

als Ansporn, ihrem Beispiel

zu folgen.

Neue Bäume braucht

das Land

Als Nachwuchsgärtner sind

40 Schülerinnen und Schüler der

LVR-David-Hirsch-Schule Aachen,

Förderschwerpunkt Hören

und Kommunikation, im Rahmen

der bundesweiten Aktion „Ein

Baum für jedes Kind“ der

Deutschen Umweltstiftung aktiv.

Die Kinder und Jugendlichen im

Alter von sieben bis 14 Jahren

haben heimische Baumsetzlinge

auf einem Gelände in der Nähe

ihrer Schule gepflanzt. Künftig

werden die Jungen und Mädchen

ihre Bäumchen als Klassenpaten

betreuen und pflegen. Bundesweit

organisiert die Deutsche

Umweltstiftung in diesem

Jahr Pflanzaktionen an rund

200 Schulen.

Die LVR-Meisterköche

aus Essen

Unter dem Motto „Viele Kulturen

an einem Tisch“ fand in der

LVR-Förderschule Essen mit

dem Schwerpunkt Hören und

Kommunikation erstmalig ein

Schüler-Kochwettbewerb statt.

Insgesamt fünf Förderschulen

für Hören und Kommunikation

aus ganz NRW nahmen daran

teil. Nach zwei Vorrunden standen

Schulen aus Aachen, Bielefeld

und Essen im großen Finale.

Die Kochteams bestanden aus je

vier Schülerinnen und Schülern

der Klassen sieben bis zehn, die

gemeinsam ein Drei-Gänge-Menü

kreieren, zubereiten und anrichten

mussten. Am Ende siegte die

LVR-Förderschule Essen. Das

Gewinnerteam servierte unter

anderem als Dessert geschichtete

Maracuja-Joghurt-Passionsfruchtcreme

begleitet von fruchtig

gefülltem Drachenboot.

Sport fürs

Selbstbewusstsein

Im Rahmen des „Landessportfestes

der Schulen in NRW“

haben die LVR-Förderschulen

zu verschiedenen sportlichen

Wettbewerben eingeladen. Diese

Veranstaltungen machen den

Schülerinnen und Schülern viel

Spaß – und der gemeinsame

Erfolg als Team stärkt zusätzlich

ihr Selbstbewusstsein und das

Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit.

Die LVR-Irena-Sendler-Schule

Euskirchen mit dem Schwerpunkt

Körperliche und motorische

Entwicklung lud drei weitere LVR-

Schulen zum Fußballturnier ein.

Nach spannenden Spielen hielt

bei der Siegerehrung schließlich

die LVR-Viktor-Frankl-Schule aus

Aachen den Siegerpokal in die

Luft.

Hockey wurde an der LVR-Christy-

Brown-Schule gespielt. Die Schülerinnen

und Schüler aller Altersklassen

traten in zwei Gruppen je

nach Leistungsstärke gegeneinander

an. Bei der Siegerehrung gingen

die Siegerpokale an die beiden

Gruppen der LVR-Förderschule

Wuppertal.

Riesenball und Wheelsoccer

wurden in Düsseldorf an der LVR-

Förderschule am Volksgarten mit

dem Schwerpunkt Körperliche und

motorische Entwicklung gespielt.

Wheelsoccer ist ein Sport für Rollstuhlfahrerinnen

und -fahrer:

Unterwegs im Rheinland

Inklusion läuft!

Zwei Mannschaften mit je fünf

Spielerinnen oder Spielern treten

gegeneinander an. Ziel ist es, den

großen, leichten Plastikball ins

Tor zu spielen. Riesenball ist ein

ähnliches Spiel für Schülerinnen

und Schüler mit Elektrorollstuhl.

Im Wheelsoccer-Wettbewerb

war das Team der gastgebenden

LVR-Förderschule am Volksgarten

erfolgreich. Im Riesenball gewann

die LVR-Förderschule Mönchengladbach.

Die Düsseldorfer LVR-Karl-Tietenberg-Schule

mit dem Schwerpunkt

Sehen richtete ein Torballturnier

mit 120 Schülerinnen und

Schülern aus. Landesmeister

wurden die LVR-Louis-Braille-

Schule Düren (Mädchen Jahrgang

98 und jünger), die LVR-Karl-

Tietenberg-Schule Düsseldorf

(Mädchen Jahrgang 97 und älter),

die LWL-Opticus-Schule Bielefeld

(Jungen Jahrgang

98 und jünger)

und die LVR-

Johanniterschule

Duisburg (Jungen

Jahrgang

97 und älter).

Torball ist ein

speziell für blinde

oder sehbehinderte

Menschen entwickeltes

Spiel und

zählt zu den wenigen

Mannschaftssportarten im

Blindensport.

Die LVR-Förderschule Mönchengladbach

lud im Rahmen

des Landessportfestes weitere

LVR-Schulen zu einem vielseitigen

Mannschaftswettbewerb ein.

Hierbei ging es weniger um den

klassischen Wettkampfgedanken,

als um das gemeinsame Erleben:

Auf dem Programm stand

eine Reise mit dem „Raumschiff

Inklusio“. Zuvor hatten in dem

gleichnamigen gemeinsamen

Unterrichtsprojekt Schülerinnen

und Schüler aus den Klassen fünf

bis sieben der LVR-Förderschule

Mönchengladbach und der fünften

Klasse der Katholischen Hauptschule

Rheindahlen Schulräume

in Planeten verwandelt. Entstanden

sind verschiedene Bewegungs-

und Wahrnehmungsangebote:

Auf dem „Dunkelplaneten“

beispielsweise mussten sich die

jungen Teilnehmerinnen und

Teilnehmer allein auf Gehör und

Tastsinn verlassen.

Rheinland.- In Köln

fiel Ende April der Startschuss:

Seitdem war die „Tour der

Begegnung – Inklusion läuft!“ unterwegs

im ganzen Rheinland. Schülerinnen und Schüler

der LVR-Förderschulen und allgemeiner Schulen

werben mit dem Staffellauf für eine inklusive

Gesellschaft, das gleichberechtigte Miteinander von

Menschen mit und ohne Behinderung. Mit insgesamt 13

Zwischenstationen, unter anderem bei den Staffelfesten

in Düsseldorf, Essen, Duisburg, Xanten und Krefeld,

machte der Staffelstab die Runde – bis zum großen Finale

beim „Tag der Begegnung“ im Kölner Rheinpark.

Rund 2800 Schülerinnen und Schüler von mehr als

50 Schulen nahmen in diesem Jahr teil und

legten dabei zu Fuß, mit dem Fahrrad, in

Rollstühlen oder auf Inline-Skates

rund 400 Kilometer zurück.

LVR-Anna-Freud-Schule

gewinnt Bundesfinale

Das Rollstuhlbasketball-Team

der Kölner LVR-Anna-Freud-

Schule, Förderschwerpunkt

Körperliche und motorische Entwicklung,

hat den Bundeswettbewerb

„Jugend trainiert für Paralympics“

gewonnen. Im Finale

vor rund 3.000 Zuschauerinnen

und Zuschauern in der Berliner

Max-Schmeling-Halle setzten

sich die Jugendlichen aus der

Kölner Schule gegen den Sieger

des Landes Baden-Württemberg

durch, die Stephen-Hawking-

Schule aus Neckargemünd. Das

Bundesfinale von „Jugend trainiert

für Paralympics“ fand im

April in Berlin statt – erstmals

zeitgleich mit „Jugend trainiert

für Olympia“.

MR

Fotos: Lothar Kornblum, LVR-Schule am Volksgarten, Torsten Neeb, Nicole Schäfer, Christoph Tacken


LVRREPORT JUNI 2012 SEITE 10 JUNI 2012 SEITE 11 LVRREPORT

Fotos: Ludger Ströter

LVR vergibt den Albert-Steeger-Preis an Dr. Tanja Potthoff

Auszeichnung für Forschungen an der Godesburg

Krefeld/Köln.- Die Archäologin

Dr. Tanja Potthoff ist mit dem

Albert-Steeger-Preis des LVR

ausgezeichnet worden. Die

39-Jährige stammt aus Bergisch

Gladbach und hat in Bonn

und München studiert. In ihrer

nun ausgezeichneten Dissertation

hat sie sich mit der „Godesburg

– Archäologie und Baugeschichte

einer kurkölnischen

Burg“ beschäftigt.

Während der Feierstunde auf

Burg Linn in Krefeld würdigte

Prof. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender

der Landschaftsversammlung

Rheinland, die Preisträgerin:

„Frau Potthoff zeichnet in ihrer

Dissertation die Geschichte des

Godesberges mit seiner Burg

nach. Sie trägt in ihrer Arbeit

nicht nur die vielfältigen schriftlichen

Zeugnisse, bildlichen

Darstellungen und Planunterlagen

zusammen und wertet diese

aus. Ihr gelingt ein ganz wesentlicher

Erkenntnisfortschritt durch

eine moderne Bauaufnahme der

GESETZENTWURF STÄRKT BELANGE DES LVR

Köln.- Mit einer Resolution hat

der Landschaftsausschuss auf

den Gesetzentwurf zur Änderung

des Gesetzes zum Schutz und

zur Pflege der Denkmäler in

Nordrhein-Westfalen reagiert:

„Der Landschaftsausschuss

begrüßt die geplante Änderung

des Denkmalschutzgesetzes im

Lande Nordrhein-Westfalen, das

im Bereich der Bodendenkmalpflege

neue Regelungen zu Veranlassergrabungen,

zum Schutz

nicht eingetragener Bodendenkmäler

und zum sogenannten

Schatzregal formuliert. Dadurch

würden die Landschaftsverbände

zumindest für die Zukunft von

massiven finanziellen Auswirkungen

entlastet. Die Fraktionen

in der Landschaftsversammlung

unterstützen deshalb ein beschleunigtes

Gesetzgebungsverfahren.“

Fotos: Lothar Kornblum

noch sichtbaren Burgbereiche

und deren zeitlicher Abfolge. Der

im Sinne Albert Steegers ganzheitliche

Ansatz ihrer Publikation

interessiert Vertreterinnen und

Vertreter unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen:

Geschichte,

Bauforschung, Denkmalpflege

und Archäologie.“ Bei der Präsentation

ihrer Arbeit machte Potthoff

deutlich, dass es sich bei der 1210

errichteten Godesburg um eine

„Mit diesem Gesetzentwurf erfahren

die Belange des LVR eine

wichtige Unterstützung. Zudem

bestätigt er die langjährige Praxis

des Veranlasserprinzips in der

nordrhein-westfälischen Bodendenkmalpflege“,

unterstrich Prof.

Jürgen Wilhelm, Vorsitzender

der Landschaftsversammlung

Rheinland. Das Veranlasserprinzip

— auch Verursacherprinzip

genannt — legt die Kosten, die für

Preisträgerin Dr. Tanja Potthoff (2.v.r.) mit der

Krefelder Bürgermeisterin Monika Brinner (1.v.l.)

sowie Prof. Jürgen Wilhelm und Milena Karabaic,

LVR-Dezernentin Kultur und Umwelt.

der wichtigsten Landesburgen

der Kölner Erzbischöfe handelt.

Besondere Bedeutung erlangte

die Burg im 14. Jahrhundert, in

dem sie eine der beliebtesten

Residenzburgen der Kölner Erzbischöfe

war. Dies zeigt sich nicht

nur in einem repräsentativen Ausbau,

sondern auch an der Anlage

eines Archivraums im Bergfried,

der sogar urkundlich belegt ist.

Seit 1955 verleiht

der LVR den Albert-

Steeger-Preis an

Nachwuchswissenschaftlerinnen

und

-wissenschaftler,

die wesentliche

Beiträge zur Erforschung

der rheinischen

Landesund

Volkskunde

geleistet haben. Er

ist mit 10.000 Euro

dotiert, ermöglicht

durch die Sozialund

Kulturstiftung

des LVR.

BS

eine Grabung entstehen, demjenigen

auf, der eine Baumaßnahme

durchführt. Dies war durch ein

Urteil des Oberverwaltungsgerichts

Münster gekippt worden, da

es nach Auffassung des Gerichts

einer rechtlichen Grundlage

entbehre. Diese Rechtsprechung

hat wesentliche Auswirkungen

auf den Erhalt und die Pflege des

kulturellen Erbes in NRW: Auf die

für die Bodendenkmalpflege zuständigen

Landschaftsverbände

kommen geschätzte Kosten in

Höhe von mindestens 40 Millionen

Euro zu. Außerdem droht ein

massiver Verlust von Bodendenkmälern.

Das Land reagiert

nun mit dem Gesetzentwurf,

indem es das Verursacherprinzip

gesetzlich verankern möchte

(siehe dazu auch „Gemeinsame

Verantwortung für kulturelles

Erbe“).

BS

LVR begrüßt geplante Verankerung des Verursacherprinzips

Gemeinsame Verantwortung

für kulturelles Erbe

Köln.- Die Planungen der

nordrhein-westfälischen Landesregierung,

aus der Finanzierung

der Archäologie und Denkmalpflege

auszusteigen, betreffen auch

den LVR. Und das in zweierlei

Hinsicht: „Seit Jahren kommt der

LVR bereits den Konsolidierungsanforderungen

in allen Bereichen

seines kulturellen Wirkens im

Kerngeschäft nach“, unterstreicht

Renate Hötte, Erste Landesrätin

und Kämmerin. Gleichwohl

handelt der LVR in seiner Zuständigkeit

für Archäologie und

Denkmalpflege – gemeinsam mit

dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe

sowie der Stadt Köln

– auf Grundlage des gesetzlichen

Auftrages, der durch das Denkmalschutzgesetz

definiert wird.“

Dazu wendet der LVR jährlich

etwa 20 Millionen Euro auf. Hinzu

kommen Landesmittel, die laut

Planung in 2013 auf rund 1,15

Millionen Euro, in 2014 auf etwa

580.000 Euro reduziert werden,

bevor in 2015 Gelder nur noch

auf Darlehensbasis zur Verfügung

stehen sollen. „Unsere

Arbeit in der Denkmalpflege und

Bodendenkmalpflege im Rahmen

des Auftrages dient keinem

Selbstzweck, sondern hat einen

konkreten Bezug: Es geht neben

der Erforschung, Bewahrung und

Dokumentation vor allem auch

um die Vermittlung. Nur so kann

kulturelles Erbe erlebbar und

nachvollzogen werden. Unsere

LVR-Museen zeigen anschaulich,

wie dies mit unterschiedlichsten

Formaten umgesetzt werden

kann“, führt Milena Karabaic,

LVR-Dezernentin Kultur und

Umwelt aus.

„Der LVR ist sich als Teil der

kommunalen Familie der besonderen

Herausforderung bewusst,

der sich das Land durch die

Vorgabe verantwortungsvoller

Sparpläne stellen muss. Auch vor

diesem Hintergrund begrüßen

wir die geplante Verankerung des

Verursacherprinzips im Gesetz,

um Klarheit der Kostenübernahme

für Grabungen zu schaffen.“

Bei der geplanten Fördermittelkürzung

respektiere der LVR die

Anstrengungen im Rahmen der

Konsolidierung, appelliere aber

an alle Beteiligten, hier konstruktiv

nach neuen Lösungen zu

suchen. „Wir haben eine gemeinsame

Verantwortung, denn es ist

unser gemeinsames kulturelles

Erbe“, macht die Dezernentin

deutlich.

BS

Drei Kinder im kreativen Produktionsprozess

Foto: Christina Vohland

1914 – Mitten in Europa

Bonn zeigt die

„Welt in Farbe“

Bonn.- Das LVR-LandesMuseum

Bonn eröffnet die umfassende

Ausstellungssequenz des LVR-

Verbundprojekts „1914 – Mitten

in Europa. Das Rheinland und der

Erste Weltkrieg“.

Die Bonner Präsentation widmet

sich vom 24. September 2013 bis

23. März 2014

der „Welt in

Farbe. Farbfotografie

vor

dem Krieg“. Im

Zentrum steht

der gebürtige

Elsässer, erfolgreicher

Banker

und Philanthrop

Albert Kahn,

der mittels

einer neuen

Farbbildtechnik

die kulturellen

Reichtümer der

Welt von Fernost

bis Fernwest in

einem Archiv

„de la Planète“

sammeln wollte,

um friedensstiftend

zu

wirken. Seine

Farbfotografien,

die so noch nie

in Deutschland

UNSER DENKMAL – WIR MACHEN MIT

Rheinland.- Wo die amtliche

Denkmalpflege ihre gesetzlichen

Möglichkeiten ausgeschöpft hat,

treten oft engagierte Mitstreiterinnen

und Mitstreiter vor Ort

für den Erhalt des historischen

Erbes ein. Um diese Leistung

zu würdigen, aber auch um den

zahlreichen Aktiven Hilfestellungen

für ihre ehrenamtliche

Arbeit zu geben, haben die

Landschaftsverbände Rheinland

und Westfalen-Lippe in Kooperation

mit dem Rheinischen

Verein für Denkmalpflege

und Landschaftsschutz, dem

gezeigt wurden und eine längst

untergegangene Welt auferstehen

lassen, werden im Kontext

vergleichbarer Projekte in Russland

und Deutschland gezeigt.

Die Stimmung vor dem Ersten

Weltkrieg, die von Euphorie und

Zukunftsängsten geprägt war,

wird so in einem internationalen

Zusammenhang präsentiert, der

auch die Situation im Rheinland

bestimmte. Weitere Infos unter:

www.rheinland1914.lvr.de BS

Westfälischen Heimatbund und

der NRW-Stiftung Naturschutz,

Heimat- und Kulturpflege das landesweite

Projekt „Unser Denkmal

– Wir machen mit“ gestartet. Eine

Wanderausstellung, eine kostenlose

Infobroschüre sowie die Internetseite

www.unser-denkmal.

de bieten praxisbezogene Informationen

und stellen gelungene

Beispiele ehrenamtlicher Arbeit

aus dem Rheinland vor.

Bis zum 2. August ist die Ausstellung

in der Sparkasse Kleve zu

sehen.

www.unser-denkmal.de BS

© Musée Albert-Kahn, Frankreich; Foto: Stéphane Passet

Auszeichnung für „Nachts im Museum“

Geräuschvoll Inklusion leben

Solingen.- Freude und Stolz standen

den Jugendlichen ins Gesicht

geschrieben: Für ihr Hörspiel

„Nachts im Museum“ wurden

sie mit dem Solinger Schulpreis

ausgezeichnet und mit 2.000

Euro belohnt. Das Besondere: Die

Jungen und Mädchen kommen

von unterschiedlichen Schulen:

Einige besuchen das Humboldt-

Gymnasium, die anderen die

Wilhelm-Hartschen-Schule – eine

Förderschule für geistige Entwicklung.

„Berührungsängste gab es

am Anfang auf beiden Seiten“,

ENTDECKERTIPPS

Archäologische

Sehenswürdigkeiten

in der Eifel

erinnern sie sich. Um die zu

überwinden, war das LVR-Industriemuseum

Solingen unverzichtbarer

Partner der Kooperation.

Und zwar nicht nur als „Drehort“

für das Hörspiel: Wurden hier

doch die Töne und Geräusche

aufgenommen, die „Nachts im

Museum“, einer Gesenkschmiede,

zu vernehmen sind. Aber auch als

„Expertinnen und Experten“ in Sachen

Inklusion – das Museum hält

spezielle Angebote für Menschen

mit Behinderung bereit – konnten

die Beschäftigten des Museums

konkrete Unterstützung bieten.

Köln.- „ArchaeoRegion Nordeifel

– 30 archäologische Entdeckertipps“:

So heißt eine neue

Broschüre, in der das LVR-

Amt für Bodendenkmalpflege

im Rheinland (LVR-ABR) und

zwölf Kommunen ausgewählte

archäologische Sehenswürdigkeiten

der Region vorstellen. Das

Projekt nimmt unterschiedliche

Bodendenkmäler in den Fokus:

400 Millionen Jahre alte Fossilien

und Fundplätze der Altsteinzeit

spielen hier ebenso eine Rolle

wie die Objekte des Westwalls aus

der Zeit der NS-Diktatur. Besonders

häufig sind Relikte aus römischer

Zeit. Die Kosten wurden getragen

von der Europäischen Union, den

zwölf am Projekt beteiligten Kommunen

und dem Land NRW

mit seinem Denkmalförderprogramm.

Die Broschüre liegt in

Rathäusern, Tourismusbüros, Museen

und Hotels aus und kann im

Internet bestellt werden unter:

www.archaeoregion-nordeifel.lvr.de

USt

LVR und WDR kooperieren beim WDR 3 Radiotag

Stimmung auf dem Vulkan

Köln.- Am 21. September 2013

dreht sich bei WDR 3 alles um den

Vorabend des Ersten Weltkriegs.

Das Jahr 1913: in Europa tanzte

man Tango obwohl die Polizei den

„sittenwidrigen“ Modetanz verboten

hatte. In den Städten fuhr

man mit der „Elektrischen“, neue,

illustrierte Zeitschriften brachten

die weite Welt ins Haus. Das Kino

kam schon bis Shanghai, in Essen

eröffnete die erste Aldi-Filiale

Speisekarte mit Profil

Menu in Brailleschrift

Mechernich-Kommern.- Auch

blinde und sehbehinderte Gäste

können in der Gastwirtschaft „Zur

Post“ im LVR-Freilichtmuseum

Kommern nun selbstständig

ihr Lieblingsgericht aussuchen:

Eine Speisekarte in Brailleschrift

macht’s möglich. Zusätzlich lesen

Kellnerinnen und Kellner die

wechselnde Tageskarte vor.

Die Idee entstand bei einer

Zusammenarbeit mit der LVR-

Louis-Braille-Schule Düren,

Förderschwerpunkt Sehen. Lehrkräfte

machten die Museumsmitarbeiterinnen

und -mitarbeiter

auf das alltägliche Problem beim

Restaurantbesuch aufmerksam.

Ohne fremde Hilfe auswählen zu

können ist jedoch wichtig für die

Teilhabe blinder und sehbehinderter

Menschen. Unterstützung

beim Druck und der Produktion

fand das LVR-Freilichtmuseum

Foto: Hans-Theo Gerhards

in der Blindenstudienanstalt

Marburg. Die Speisekarten sind

ein weiterer Schritt in Sachen Inklusion

im Museum: Blinden und

sehbehinderten Besucherinnen

und Besuchern helfen Holzmodelle

dabei, Komplexität und Größe

einer Baugruppe zu erfassen.

Spezielle Führungen ergänzen

das Programm, auch für gehörlose

oder schwerhörige Gäste sowie

für Menschen mit Lernschwierigkeiten.

MR

Nach der Entwicklung von

Konzept und Drehbuch wurden

O-Töne aufgenommen, bevor es

schließlich zum Schnitt ins Tonstudio

ging. „Wir alle finden, dass

wir ein außergewöhnliches Projekt

auf die Beine gestellt haben,

was ja auch Bestandteil des NRW-

Kulturrucksacks 2012 ist“, freute

sich Nicole Scheda, Projektleiterin

im Solinger Museum. Und damit

soll es weiter gehen. Bald gibt

es eine Kunstausstellung zum

Hörspiel. Diese Idee wird für den

NRW-Kulturrucksack 2013 von

den drei Partnern umgesetzt. BS

und die Menschen rissen sich um

eine Analyse-Stunde bei Sigmund

Freud in Wien.

Die Aufbruchsstimmung in Medizin,

Technik und Wissenschaft

korrespondierte mit den Fortschrittsideen

der Jugend- oder

der Arbeiterbewegung, dem

Kampf um Gleichberechtigung

und Positionsbestimmungen in

der Musik, Kunst, Literatur und

Architektur. 1913 ist die eigentliche

Geburtsstunde der Moderne

– und der Anfang vom Ende.

Man war auf der Suche: politisch,

geistig, modisch, kulturell.

Der WDR 3 Radiotag stellt in Kooperation

mit dem LVR erstmalig

ganztägig Musik, Literatur und

Zeitzeugenberichte zur „Stimmung

auf dem Vulkan“ 1913 vor.

Weitere Infos unter:

www.rheinland1914.lvr.de

BS

IMPRESSUM

Landschaftsverband Rheinland

LVR-Fachbereich Kommunikation,

50679 Köln, Landeshaus,

Kennedy-Ufer 2

Tel 0221 809-2781

Fax 0221 809-2889

Mail presse@lvr.de

Redaktion:

Till Döring (td)

Christophe Göller (chr, CvD)

Simone Hengels (SHe)

Lothar Kornblum (Bildredakteur)

Katharina Landorff (KL)

Maren Reimer (MR)

Andrea Steinert (ast)

Birgit Ströter (BS)

Michael Sturmberg (MS)

Christoph Tacken (CT)

Mitarbeit in dieser Ausgabe

Uwe Steinkrüger (USt)

V.i.S.d.P.: Christine Bayer

Layout und Produktion:

Angelika Hinder, LVR-Druckerei

Druck:

DCM Druck, Meckenheim

Nachdruck kostenlos. Die Beiträge der

Fraktionen liegen in der Verantwortung

der jeweiligen Fraktionen.


LVRREPORT JUNI 2012 SEITE 12

LVR-Report-Sonderausgabe

zum Tag der Begegnung

Stadt Land Fluss – Tage der rheinischen Landschaft

Köln.- Der LVR-Tag der Begegnung,

Europas größtes Familienfest

für Menschen mit und ohne

Behinderung, findet in diesem

Jahr am 29. Juni statt – anlässlich

des 60. Jubiläums des Verbandes

erstmalig im Kölner Rheinpark.

Eine Sondernummer des LVR-

Reports mit den schönsten Bildern,

Geschichten und Eindrücken

erscheint am 1. August 2013.

Alle Abonnenten des Reports

erhalten sie frei Haus. Eine Bestellung

ist im Internet möglich,

dort kann die Ausgabe auch als

PDF-Dokument heruntergeladen

werden:

www.presse.lvr.de > Report.

AUSSTELLUNGEN

Fashion-lights! Wie kommt

die Mode in den Stoff?

LVR-Industriemuseum

Engelskirchen

Bis 27. Oktober 2013

Ein Blick hinter die Kulissen

von Mode und Modemachern:

Wie entstehen modische

Trends und warum setzen

sich Modeströmungen zu

einem bestimmten Zeitpunkt

durch?

Krim – Goldene Insel im

Schwarzen Meer:

Griechen-Skythen-Goten

LVR-LandesMuseum Bonn

4. Juli bis 12. Januar 2014

Der kulturelle Reichtum der

Krim: Kunstvolle Goldarbeiten,

griechische Skulpturen

oder reiternomadische

Grabhügelbestattungen, zum

Teil erstmalig außerhalb der

Ukraine gezeigt.

Wieviel Heimat braucht

der Mensch?

LVR-Industriemuseum

Solingen

Bis 9. Februar 2014

Im Zentrum der Ausstellung

steht die Lebensgeschichte

von vier Solinger Familien,

die ursprünglich aus Portugal,

Italien, Türkei oder Griechenland

stammen. Es wird

erfragt, welche Bedeutung

„Heimat“ für sie hat.

Kulturlandschaft

am Niederrhein

Rheinland.- Rund um die Kulturlandschaft

am Unteren Niederrhein

geht es bei „Stadt Land

Fluss – Tage der rheinischen

Landschaft“ vom 31. August bis

15. September 2013, die der LVR

unter Schirmherrschaft der NRW-

Ministerpräsidentin Hannelore

Kraft präsentiert. Zwei Wochen

lang sind Interessierte zu fast

100 Veranstaltungen eingeladen.

NEUERSCHEINUNGEN

Foto: Hans Glader

Darunter sind Angebote wie „Den

Fledermäusen auf der Spur“ oder

„Namen am Niederrhein“ –

nachzulesen im Programmheft,

das jetzt erschienen ist. Die

Veranstaltungen werden vom LVR

zusammen mit den Biologischen

Stationen und weiteren Partnern

am Niederrhein angeboten. An

allen Veranstaltungen können

Menschen mit und ohne Behinderung

teilnehmen. Den Auftakt

bildet der Regionalmarkt am 31.

August und 1. September im LVR-

Archäologischen Park Xanten.

Das Programm ist erhältlich bei

den Biostationen sowie beim LVR-

Fachbereich Umwelt, Tel.: 0221 –

809 – 2512 oder rheinische-land

schaft@lvr.de Download unter:

www.rheinische-landschaft.lvr.de

BS

Überall zu Hause und doch

fremd. Römer unterwegs

LVR-RömerMuseum Xanten

7. Juli bis 3. November 2013

Die Ausstellung begibt sich

auf die Spuren von römischen

Bürgerinnen und Bürgern,

aber auch von Menschen

ohne Bürgerrecht, die vor

bald 2000 Jahren freiwillig

und unfreiwillig ihre Heimat

verließen.

Bäuerinnen-Bilder

LVR-Freilichtmuseum

Kommern

Bis 9. März 2014

Fünfzig Jahre lang war der

Fotograf Wolfgang Schiffer

zu Gast auf Bauernhöfen in

Deutschland. Sein Augenmerk

galt dabei auch dem

Leben und Arbeiten der Frau

auf Hof und Feld.

Welt in Farbe!

LVR-LandesMuseum Bonn

24. September 2013

bis 16. Februar 2014

Die Ausstellung eröffnet das

LVR-Verbundprojekt „1914 –

Mitten in Europa“. Im Zentrum

stehen Farbfotografien

und Filme, die vom französischen

Bankier Albert Kahn

und dem russischen Fürsten

Produkin-Gorski beauftragt

wurden.

Leben im

niederrheinischen Dorf

Das Alltagsleben und die

Alltagssprache in Hünxe am Niederrhein

stehen im Mittelpunkt

eines Langzeitpilotprojektes des

LVR-Instituts für Landeskunde

und Regionalgeschichte am

Niederrhein. Erste Ergebnisse

liegen nun in dem Buch „Leben

im niederrheinischen Dorf – Das

Beispiel Hünxe“, herausgegeben

von Georg Cornelissen und

Dagmar Hänel, vor.

Greven Verlag, Köln. 19,90 Euro.

ISBN: 978-3-7743-0609-7

Stifte und Klöster

von Düsseldorf bis Kleve

Im Mittelpunkt des Projektes

„Nordrheinisches Klosterbuch“,

steht die Geschichte der Klöster

und Stifte im Rheinland. Erschienen

ist nun der zweite Band, der

die Kloster- und Stiftslandschaft

bis 1815 von Düsseldorf bis Kleve

dokumentiert und einen wichtigen

Beitrag für die Landes-, Kulturund

Frömmigkeitsgeschichte

leistet.

Verlag Franz Schmitt, Siegburg.

39,90 Euro.

ISBN: 978-3-87710-449

Jahrbuch der

rheinischen

Denkmalpflege

Die Heiligen Agnes und Katharina

sind die „Covergirls“ des neuen

„Jahrbuchs der rheinischen

Denkmalpflege, Band 43“. Die

Publikation des LVR-Amtes für

Bodendenkmalpflege beleuchtet

ein breites Spektrum denkmalpflegerischer

Fragestellungen

und Projekte – von Einblicken in

die städtebauliche Planung bis

hin zur Bauforschung. Wernersche

Verlagsgesellschaft Worms.

39 Euro.

ISBN: 978-3-88462-335-0

Das 20. Jahrhundert.

Werke von Max Ernst aus der

Schneppenheim Stiftung

Max Ernst Museum Brühl

des LVR

7. Juli bis 24. November 2013

Werke von Max Ernst, die von

der Schneppenheim Stiftung

erworben wurden, werden

erstmals in einer Ausstellung

der Öffentlichkeit präsentiert.

Sommerfrische und

Winterfreuden

LVR-Freilichtmuseum

Lindlar

Bis 15. Dezember 2013

Das lebendige Bild der Tourismusgeschichte

des Bergischen

Lands, angereichert

mit privaten Erinnerungsstücken.

Alles Blech!

LVR-Freilichtmuseum

Kommern

Bis 12. Januar 2014

Blechspielzeug gehörte Mitte

des 20. Jahrhunderts zu den

beliebtesten Spielzeugen. Die

Ausstellung zeigt Stücke aus

der umfangreichen Sammlung

des Museums.

Stadt der Guten Hoffnung –

Bilder aus Oberhausen

LVR-Industriemuseum

Oberhausen

Bis 27. September 2013

Die Ausstellung erinnert an

die Gründung der Gemeinde

Oberhausen vor 150 Jahren

und zeigt die Geschichte des

Bildes der Stadt.

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