Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst

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Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst

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I" " Iill]

Die enttäuschte Circe.

Von Ugo Ojetti.

'Autorisierte Uebersetznng rOll E Ii:s e M ü n7. e r.

Im Fenicetheater schob sich von beiden Seiten der

schwere, grüngoldene Vorhang nach der letzten Scene

des • Troubadour« zusammen, und die dicke, schwarzgekleidete

Leonore fiel im Gefängnis um wie ein ausgeleerter

Ballon oder wie der Schlauch eines verstummenden

Dudelsacks.

Aus den Logen verschwanden die schönen Venezianerinnen,

verbargen ihre nackten Schultern unter

weissen, roten, grauen oder braunen Mänteln, und die

Herren halfen ihnen dabei mit einer Miene, als sähen

sie wieder einmal die Sonne untergehen. In der plötzlichen

Stille nach dem Lärm des Orchesters wurde

nicht viel gesprochen, denn in Venedig, ebenso wie

in Mailand, Neapel und Rom, reden wohlerzogene Leute

nur, wenn der Vorhang aufgezogen ist und die Künstler

singen. In der Loge der Gräfin di Loana stand nur

noch der alte, kurzsichtige Graf, der nachsah, ob seine

Damen etwa ein Opernglasetui, einen Handschuh oder

ein Taschentuch vergessen hatten, als man einen Jungen

Mann sich durch die Menge drängen sah, die- durch

den Korridor flutete. Er stürzte bis zum Eingang der

Loge, schob den blauweissen Gondoliere zur Seite

und nahm sich nicht einmal Zeit, den Hut zu lüften,

sondern sagte zur Gräfin, ihrer Tochter und der kleinen

Sarti, die mit ihnen im Theater gewesen waren, die

vier merkwürdigen Worte:

»Er trägt seinen Bart!.

• Er ,trägt seinen Bart! Er trägt seinen Bart. ,

wiederholten fröhlich und neugierig die drei Damen.

»Er trägt seinen Bart. , riefen sie dem alten Grafen zu,

der eine Stecknadel gefunden hatte und sie vorsichtig

am Revers seines Ueberziehers feststeckte. Und auch

er wiederholte: • Er trägt seinen Bart?

Nun kam noch ein hagerer, eleganter junger Mann,

der heute Abend für alle eleganten Venezianer den

Sommer eingeführt hatte, denn er trug zum Abendanzug

den Strohhut. Ruhiger, wie es sich für Jemand

schickt, der seine Kleidung aus London bezieht, liess

auch er die vier geheimnisvollen Worte vernehmen:

»Er trägt seinen Bart!.

Casarsa, der es zuerst verkündigt hatte, blickte

Manin mitleidig an:

Betty Nording

Operette n s ängerin

Mitglied des . Apollo·Theaters ' .

• lch habe es schon gesagt..

Und die Gruppe begab sich zu dem Ausgang, wo

die Gondeln lagen. Man hörte draussen die Rufe

der Gondolieri von Barke zu Barke über das dunkle

Wasser hin:

. Morosini! Grimani! Papadopoli! Albrizzi!

Die ganze venezianische Geschichte wurde mit

lauter Stimme in die Nacht hinausgerufen bis in die

engen Nebenkanäle, und die Gondolieri, die auf den

Kissen unter dem filzdach eingeschlafen waren, reckten

sich, zündeten schnell die Messinglaterne an, zogen

sich die flatternden Schärpenenden zurecht, stemmten

die Ruder ein und wetteiferten darin, zuerst anzukommen.

Die Schönen schritten aus dem erleuchteten Gang

die drei Stufen hinunter, stützten die weisse Hand auf

den Arm des Gondoliere und verschwanden im Dunkel.

Die Damen der Familie Loana standen, ihre Gondel

erwartend, neugierig im Hintergrunde, während der

Graf in einiger Entfernung davon, mit den fingern

schnippend, ein paar unsichtbare Stäubchen von seinem

steifen Hut entfernte. Zwei, drei, vier junge Leute

waren' mit Casarsa und Manin herbeigeeilt und umringten

sie. Alle warteten der Dinge, die da kommen

sollten.

. Da ist sie! Da ist er!«

Der Bart erschien. Er war wundervoll, braun.

etwas rötlich, gebürstet und gekämmt wie eine kostbare

franse, glänzend vor Salben und Essenzen, unter

dem roten Schnurrbart noch brauner erscheinend, gab

er seinen Eigentümer, der gross und schlank war,

eine priesterliche Würde' selbst im weltlichen Kleide.

Darunter erglänzte das Oberhemd blendend weiss wie

Schnee in Waldesnacht. 1m Profil war er assyrisch

von vorn russisch und im Dreiviertelprofil mönchisch.

Bei jeder Wendung des vollendet schönen Bartes

änderte sich der Eindruck, den der Mann machte. Er

war nur Bart. Man fühlte, dass der Bart sein eigentlicher

Gebieter war, und dass er sich Beschränkungen

auferlegte und Vergnügungen versagte, um ihn nicht

zu beschädigen oder zu verwirren. Sein Haar war

kurz geschnitten, seine Augen bemühten sich, finster

und streng zu blicken, und die Brust blähte sich, um

ihn zu stützen, ihm Halt zu verleiten, ihn zur Geltung

zu bringen. Der Bart hielt den Kopf und Alles, was

darin war .

Alberto Orrei, der Besitzer dieses Bartes, ein Marineleutnant,

war also ein schöner Mann. Die neidischen

Männer verglichen ihn mit einem friseurkopf, während

er für jede Dame, auch die reinste und keuscheste,

ein Muster an Männlichkeit un(i Kraft war.

Er erschien also, feierlich, streng und schweigsam,

und an seinem Arm die Herzogin von Dario, deren

allzu blondes Haar unter dem elektrischen Licht aufflammte,

als sie beim ersten ~uftzug vom Kanal her

mit der Linken den weissen Mantel mit blauem Besatz

über den schönen Busen zusammenfasste.

Darina Dario war dreissig oder vierzig Jahre alt,

je nach Denen, die man danach fragte. Die Dankbaren

verjüngten sie, und die Undankbaren oder Abgewiesenen

machten sie älter. Und da die meisten

dankbar waren, so war Darin"a Dario meistens jung.


2

Ihre Zeitgenossinnen übrigens stellten die Rechnung

mit unerbitterlicher Genauigkeit fest, schon weil sie

sich beeilte, dem Volke jeden neuen Sklaven vorzuführen.

Nicht extra, dass sie ihn mit dürren Worten

so bezeichnet hätte, oder dass die gnädig aufgenommene

Beharrlichkeit ein es Jünglings genüg te, ihn in den

holden Bund ei nzureih en. Aber sie war ein e Nach­

Kommin jenes berühmten Pietro Dario, der im vierten

Kreuzzug, als er in die Gefangenschaft der Ungläubigen

geraten war, sich mit eigener Hand den Hals abschnitt

und röchelnd sagte, als man ihn nach dem Grunde

dieses grausigen Todes fragte: . Um nicht zu dienen .•

Sie hatte die vielleicht ihr selbst unbewusste Gewohnheit,

auf das Gesicht jeden offiziell en Verehrers ein

Zeichen ihrer Herrschaft zu drücken.

Sie ging zum Beispiel folgendermassen \'or: Von

Antonio Artesi, der kahl und glattrasiert war, hatte

sie ve rl angt, er soll e sich den Schnurrbart stehen

lassen, ei nen borstigen Schnurrbart, den kein e Brillantine

und ke in e P0made geschm eid ig mach en konnte;

dem Kommandanten Termiglio, der ein e Brille trug,

hatte sie befohlen ein MonoeIe zu tragen; dem Grafen

Lampiero, dessen langes, glänzendes Haar nach amerikanischer

Art in der Mitte gescheitelt war, hatte sie

auferlegt, es sich scheren zu lassen und es aufrecht

wie eine Bürste zu tragen; dem Professor Müller,

einem jungen deutschen Archäologen, der hergekommen

war, um ei ne Monographie über Canaletto zu schreiben,

hatte sie geraten, si ch bei dem Londoner Schneider

und Wäschehändler von Manin einzukleiden, sodass

man ihn fortan in ho he Kragen und gestä rkte Hemden

eingeschnürt sah und in Taillenröcke, die wie Uniformjoppen

geschnitten waren. Den beriihmten Gynäkologen

Doktor fieri hatte sie überredet, sich den dichten,

schwarzen Schnu rrbart abnehmen zu lassen und zwei

dünne, perverse Lippen zu enthüllen ; dem klerikalen,

konservativen Marchese Antoncini hatte sie dekretiert,

nur noch rote Kravatten und rote Nelken im Knopfloch

zu tragen.

Und solch e Ratschläge pfl egte sie öffentlich in

ihrem Salon zu erteil en, vor zwanzig Gästen, Vo r­

gängern, Nachfolgern, Prätendenten, freundinnen,

feindinnen und Verwandten.

. Artesi, ohn e Schnurrbart si nd Sie ein Monstrum, Sie

sehen ja aus wie ein Totenschädel!. Termiglio, mit

Ihrer Brille sehen Sie aus wie ein Hauslehrer! . fieri,

mit dem Bart sehen Sie aus wie eine Robbe, welch e

sprechen kann!« . Antoncini, Sie sind nicht anzusehen

ohne eine rote Kravatte, Sie sehen ja wie ein Abate

aus! . Und als Orrei, dessen Torpedoboot No. 109 B

im Hafen vor Anker lag, als Kandidat aufgetaucht war,

hatte sie eines Abends beim Essen unter allgemeinem

Stillschweigen gesagt: Mit Ihrem Bart, Orrei, erinnern

Sie mich immer an den Ritter Blaubart!«

Seit damals hatte das Urteil Rechtskraft erlangt,

und die ganze bessere Gesellschaft von Venedig lebte

nur noch für das Leben oder Sterben dieses Bartes.

Wenn Orrei nachgab, so bedeutete das, dass die Dario

nachgegeben hatte. - Wer würde zuerst fallen, der

Bart oder die frau?

Wirklich hatte man noch heute morgen . gesehen,

dass die Dario, als sie mit vier fre\mden spazieren

gegangen war - zwei Offiziere und zwei C ivilisten,

wie recht und billig - niemals das Wort an Orrei

gerichtet hatte. Und man wusste auch, dass der gepeinigte

Orrei nach Tisch zu einem früheren Collegen

gesagt hatte: . Wenn sie mich nicht von Venedig fortschicken,

bringe ich mich um! .

W ohlmeinende hatten das so)ufgefasst, als meinte

er mit »Umbringen« das Abschneiden des Bartes. Die

nahebevorstehende Tragödie verlieh der Majestät dieser

Barthaare ein en erhöhten Glanz.

Während also Orrei mit der Dario am Arm weiterschritt,

zogen All e rasch und stillschweigend den

Schluss: W enn sie ihm den Arm gibt, so ist das ein

Beweis, dass er es ihr versprochen Ilat!

Die Da rio blieb bei den Loan a.,s stehen und war

äusserst li ebenswürdig. Sie bewunderte die weisse

Toilette der Gräfin, die hellblaue ihrer Tochter, sagte

der kleinen Sarti in s O hr, wie nett es sei, dass sie

sich so hübsch runde, sagte zum Grafen, wie entrüstet

man allgemein gewesen sei, dass sein berühmter

Name neulich bei der Senatorenwahl übergangen

worden sei, klatschte mit Casarsa über sein en Admiral,

bewunderte die Türkisenknöpfe an Manins weissem

Oberhemde. Dann g in g sie allein weiter. Orrei stürzte

zum Au sgang.

• Darf ich Sie nicht begleiten ?«

• Was fällt Ihnen ein ? Ich fahre allein, ich bin

müde. . Und auch sie verschwand. Orrei sah ga nz

versunken der Gondel nach und liebkoste sein en Bart

mit beiden Händ en, wie man einen Sterbenden streichelt.

Als die familie l oana ein stieg, musste ihn Manin erst

aufmerksam machen :

. Di e G räfin g rüsst Dich! .

. Ah - Gräfin - g uten Abend!.

. Kommen Sie nicht nachher zur Herzogin di foce?

Ein Schlü ckch en Champagner wird Ihnen g ut tun,'

sagte di e Gräfin, ihre Röcke zusammenraffend, um in

di e Gondel zu steigen.

»Danke, ich fühle mich nicht wohl. Ich gehe nach

Hause .•

• Volles Herz, leerer Magen,' bemerkte die kleine

Loana. . Kommen Sie nur hin! . Sie sprang in die

Gondel und drehte sich dann noch einmal um, sodass

sie Orrei von unten herauf betrachten konnte. Darauf

ging sie mit ihre m gurrenden Lachen unter das filzdach.

Orrei blieb mit Casarsa und Manin allein. Diese

fühlten, dass die Stunde der Bekenntnisse geschlagen

hatte, nahmen Orrei glückselig in die Mitte und gingen

mit ihm auf das Campo San fantin zu.

Als sie im freien waren, platzte Orrei los: • Kennst

Du die Dario schon lange?« fragte er Manin.

. Si e ist mit meiner Mutter in die Schule gegal)gen,.

antwortete Orrei, der die Notwendig keit richtiger histom\cher

Daten nicht einsah.

. Als Termiglio in Venedig war, was sagte man da ?«

'. Was sollte man sagen ? parierte Casarsa vorsichtiger.

. Sagte man nicht, dass - - Termiglio - - sie oft

sähe? «W eisst Du, damals war sie noch nicht blond

und lebte sehr zurückgezogen,« nahm Manin das Wort,

der sich, obgleich er jünger war, wohlunterrichtet

zeigen wollte. »Ausserdem war auch damals ihre

Tochter noch nicht verheiratet, und sie ging wenig

aus. , vermittelte Casarsa wieder.

Der Dialog zog sich in Pausen hin, denn die beid en

Vertrauten suchten ein Mittel, Orrei zum Sprechen zu

bringen und Orrei selbst bemühte sich, es hinauszuschi

eben.

. Im Grunde ist sie sehr g utherzig. «

. Ausserordentlich. , stimmte Manin zu und fühlte

~ofort, dass diese Uebertreibung di e Sache 'verschlimmerte.

. Sie ist intelligent. .

.Sie spielt Clavier. - sagte Casarsa.

- - . wie ei ne Pianistin,« setzte Manin mit Bestimmtheit

hinzu.

»Natürlich ist sie wie all e schönen frauen ein wenig

launenh aft, ' fing Casarsa an, froh, den Haken gefunden

zu haben, an dem er den Bart des freundes

aufhängen konnte.

. Das ist wahr,« bestätigte Manin, »sie hat gewisse

Antipathien:.

. Gewisse Idiosynkrasien, ' - unterstrich Manin, mit

Behagen di e Lä nge und Schwierigkeit di eses Wortes

auskostend .

- • Die ich nicht verstehe. Aber sie ist unerbitterlich.

Jetzt, zum Beispiel, hat sie es auf mein en Bart

abgesehen.«

Die bei den jungen Leute hatten das Gefü hl in ein

Heiligtum eingetreten zu sein , das profanen Menschen

verschlossen bleibt und schwiegen voll Mitgefühl und

Neugierd e.

.Sie will, dass ich ihn mir abnehmen lasse.«

• Und Du wirst ihl1 Dir abnehmen lassen .•

. Ab er es ist doch läch erlich ! Einer frau wegen!

Was werden die Leute sagen!

»Ich schwö re Dir, dass sie von Dir nur Gutes, und

von ihr - - verzeih' - Böses reden werden.«

. Das ist. -

. Na ja! Unsertwegen brauchst Du kein Geheimnis

daraus zu machen. Die Dario ist in Dich verliebt.«

. Glaubst Du? fragte Orrei schwach.

. Rasend verliebt! Sie spricht überhaupt nur noch

von Dir. Mich hat sie gefra g t, wie alt Du bist, ob zu

befürchten ist, dass Du von Venedig fortkommst, ob

Du niemals eine Leidenschaft gehabt hast. «

»Wie alt mag sie eigentlich sein?

• Vierzig, und vielleicht noch . - urteilte Casarsa,

der sich, als er eben nach Venedig gekommen war,

ohne Erfolg in sie verliebt hatte.


3

. Aber nein! Höchstens fünfunddreissig,' verbesserte

Manin, der noch jung und hoffnungsfreudig war.

»Ja sie kann erst fünfunddreissig sein! - Es ist

schrecklich. Ich fühle es, wenn ich nicht aus Venedig

fliehe, begehe ich eine Torheit. Ich schwöre Euch, ich

lebe nicht mehr. An Bord ersticke ich, in meinem

Zimmer ersticke ich, selbst hier ersticke ich. Ich habe

keine Ruhe, wenn ich sie nicht sehe. Und wenn ich

von ihr fortgehe, möchte ich weinen wie ein Kind. «

Von der Aufrichtigkeit der Leidenschaft, die hier

zu Tage trat, blieben die Beiden sprachlos, sie empfanden

anständigerweise sogar Gewissensbisse, weil

sie ihn ausgelacht hatten.

. Dann begeh' doch die Torheit. Wenn man li ebt,

nützt es ja doch nichts mehr.«

»Ich weiss ja, - - wenn ich nur könnte .•

• Wie wenn Du könntest? Was bindet Dich denn ?

Ein Schnitt mit der Schere. - -

. Ja Du hast gut reden. Uebrigens, entschuldigt!

Gute Nacht. Auf morgen! Was ich gesagt habe,

bleibt unter uns. Gute Nacht!.

• Morgen ist die Tennis-Versammlung bei der Dario.«

. Ich weiss.«

. Kommst Du?«

Einen Moment blieb es still.

• Ich komme,. sagte Orrei mit einem tiefen Seufzer

und ging rasch zur Merceria hinunter nach Hause.

Casarsa und Manin gingen in den Palazzo Foce,

wo sie die ganze Gesellschaft noch zu finden hofften,

um alles haarklein erzählen zu können.

Man war beim Essen, aber ehe sie reden konnten.

hörten sie die kleine Laona mitten im all gemeinen

Schweigen laut verkünden:

»Ich habe ihn gesehen, wie ich in die Gondel stieg.

Der Bart stand gegen das elektrische Licht, und wie

ich aufblickte, um ihm g uten Abend zu sagen, sah ich

durch den durchscheinenden Bart, dass er kein Kinn hat. «

. Aber nein! «

. Er hat kein Kinn! Wenn ich etwas sage, dann ist

es so!.

So kam es, dass am Tage darauf um vier Uhr, als

sich das Comite zu r Gründung ,des Tennis-Clubs versammelte,

statt zehn, zwanzig neuigkeitslüsterne Personen

anwesend waren. Um halb fünf war Orrei noch

nicht da, und wie auf Verabredung schlug niemand

vor, die Diskussion zu eröffnen. Die Loana verteilte

hinter dem Theetischchen Tassen, heisses Wasser und

Lächeln.

Plötzlich hörte jemand die Klingel läuten.

. Orrei !.

Alle schwiegen und sahen zur Türe.

Und der Selbstmörder erschien.

Harry WaIden.

Das war nicht Orrei, obgleich der Diener ihn angemeldet

hatte, und obgleich alle wussten dass er es

sein musste. Die ganze obere Partie des blassen

Gesichtes sprang vor, um die Wette mit der ' roten

Nase; die Augen waren enorm g ross wie bei einem

chinesischen Hunde und von der Unterlippe ging eine

gerade Linie direkt in den Kragen wie ei ne Amputation.

Noch schlimmer, auf der Stell e des plötzlich'en Absturzes,

wo das Kinn hätte vorspringen sollen, wuchs wie eine

Kirsche eine kleine Geschwulst, von einer Haütfalte

umgeben. Ein grausames Mal! Und der Unglückliche

schritt geradeaus, auf seinem langen, dünnen Halse

das unförmige Gesicht zu einem Lächeln verzerrend,

wie der Verurteilte, der die Guillotine grüsst. Die

gute Erziehung der Anwesenden verschärfte noch sein

Martyrium.

'

Nach dem ersten Moment schweigenden Schreckens,

der sogar den entsetzensbleichen Diener auf die

Schwell e gebannt hielt, begrüssten ihn all e äusserst

liebenswürdig, durch ihre gemachte , Unbefangenheit

die Todesqual noch vergrössernd.

»Orrei! « »Lieber Orrei!. »G uten Tag! « »Sieh mal

an, Orrei I« »Wie geht's denn? Ein bischen verspätet,

was?« »Nimm doch einen Stuhl! Jetzt kann man ja

mit der Besprechung der Statuten beginnen!«

»Orrei, setzen Sie sich hierher, gegen das Licht"

sagte' die kleine Loana, die mitleidlos war, weil sie an

ihre prophetische Entdeckung von gestern Abend

erinnern wollte.

Die Herzogin Darina Dario strengte sich an, zu

Worte zu kommen, besiegte aber, angesichts ihrer

Feinde schnell ihre Erregung:

. Casarsa setzen Sie sich an meinen Schreibtisch.

Nehmen Sie die Feder und schreiben Sie die bereits

angenommenen Parapraphen auf. Lesen Sie vor:

Artikel eins: Mit diesem Statut wird ein Tennis-Verein

gegründet.« - -

»Tennis-Club,« sagte Manin, der seine Kleidung

aus London bezog .

»Wir sind aber Italiener,' sagte eine Dame.

. Artikel zwei: Di e Mitglieder verpflichten sich, sich

nac)lstehenden Bedingungen zu unterwerfe,n. « ,

"Ein er lässt sich den Bart scheren,' erläuterte die

kleine Loana .

Nun brach die Heiterkeit los, dass sogar die Saiten

des geöffneten Klaviers klirrten. Alle lachten, lachten,

lachten, bis ihre tränenden Augen selbst Orrei nicht

mehr sehen konnten .

»Etwas mehr Ernst, wenn ich bitten darf, « gebot

die Dario als Vorsitzende. »Casarsa. schreiben Sie! .

»Aber wo ist On'ei?« fragte die Sarti.

»Wo ist er? Wo ist er?«

Orrei war hinausgestürzt, geflohen, verschwunden.

Und nun fühlten Alle, dass nur noch die H'eldin ~er

Tragödie geblieben war, und dass diese Heidin die

Hausherrin war. In sti ll schweigender Uebereinstim­

Jl1ung wurden sie ruhig und gesittet. Und schliesslich

sprach niemand mehr von Orrei und seinem mora ~

lischen Selbstmord ausseI' der Loana, die beim Hinausgehen

durchaus das letzte Wort haben wollte:

»Mama, sag' mal, ich habe doch niemals mit dem

Bart geflirtet?«

»Du würdest es vielleicht auch getan haben,'

sagte Darin a Dario mit guter Miene, obgleich sie

einen bittern Gescllmack ini Munde hatte.

»Vielleicht. Aber erst hätte ich ihn gegen das Licht

gehalten.

Und die enttäuschte C irce flih lte die ganze Klugheit

der jungen Generation heraus, die ihr in der

Herrschaft über die Männer folgen sollte.

O rrei war nach Rom abgereist, ohne dass ihn noch

Jemand zu Gesicht bekommen hatte, und dort erreichte

er es beim Ministerium, dass man ihn nach China

schickte.


4

Unsere Bilder.

In den Grünkramläden werden nun allmählich zu angemessenen

Preisen die sauren Gurken feil geboten, aber

der Charakter der .sauren Gurkenzeit" hat sich bei dem

Wechselspiel der BerlineI' Ereignisse weder auf dem sozialen,

noch auf dem politbchen und künslleri,cheu ebiete bemerkbar

machen können, Persönlichkeiten treten in den Vordergrund,

aktuelle Begebenheiten erwecken das Interesse uud

sogar die Bretterwelt zeitigt Vorgänge, die das Dorr:röschen

.Kunst" nicht schlafen lassen. - Iu unserer chwärmerei

für Berliner Backfische eröffnen wir den Reigeu mit

Haay WaIden. Harry WaIden, der verloreue Sohn, ist

nns wiedeI' ; die Laune, die ihn nach dem Lande der Dollars

\lnd deI' unbegI'enzten Möglichkeiten getrieben, hat ihn auch

wieder ans Gestade der deutschen Metropole zurückgesch

wemmt. Darüber freuen sich nicht nur die FraLlen,

sondern auch die I-leneu der Sch"pfung, die als Anhänger

der Kunst Sinn für FI'ische, Humol' und Gestaltungslu"aft

haben, - Iu dem Kulissenreiche des Berliner Theaters und

Harry Waldens hat sich auch Bürgermeister Dr. Georg

Reicke seine ersten Lorbeeren erworben, natürlich nicht

in der Eigenschaft eines städtischen Beamten, sondern als

Dichter des Freilichts. FI'eilicht! Ich glaube, dieses Wort

ziert sein Familienwappen oder ist in leuchtender Transparentschrift

an dem Eingang seines Hauses zu lesen,

denn freilicht atmet nicht nur seine Dichtkunst -

Freilicht verklält nicht nur seine soziale Bethäligung als

• Vater" der Stadt - auch sein Heim und seine Häuslichkeit

prangen im freien Lichte deI' Jatur und im FI'cilicht

blüht sein selten glückliches Familienleben. - Am 24. dieses

Monats ,feiert die E rbprinz essin Charlot t e von

Sachsen-Meining en ihren ftinfundvierzigsten Geburtstag.

Wir bringen zur Würdigung dieses Tages eine BildeI'sel'ie teils

aus der Kinderzeit, teils aus den späteren Tagen der

Prinzessin ; die Bilder-Serie dürfte um so grösseres Interesse

erregen , al3 sich auf dem ersten Bilde der Bruder der E rbprinzessin

Kaiser Wilhelm als Knabe von wenigen Jahren

befindet. Der Erbprinz Bernhard von Sachsen­

Meininge'n, welcher hier als Bl'äutigam zur Seite der

einstigen Meininger Tl'Onerbin steht, ist als hervorragender

• Grieche" in Gelehrtenheisen sehl' geehrt. - Ein Mann

aus dem Volke, aber wohl auch geehrt und geacht et weit

über die Grenzen BerLns hinaus istAlber t Traeger, der

rüstig und jugendfrisch seinen 75. Geburtstag feier te. Man

schätzt in ihm ebenso den P olitiker, als deu Schrifl5tdler -

ebenso den hervonagenden Juristen, als den hilfreichen

Menschen. - Nebeu dem Jubilar befindet sich das Bild eines

homo novus, des H errn Viktor Barnowski, des ueueu

Direktors des Kleinen Theater. Herr Bal'llowski ist hier'

in Berlin als harakterdarsteller bekannt und beliebt, seine

direktorialen Fähigkeiten soll erst die neue Position an's

Licht der Theatersonne bringen. Hoffen wir, dass er

sich, im Reinhardt'schen Geiste weiterarbeitend, zu einer

selbständigen Höhe emporringt. - Auf derselben Seite müssen

wir z~eier Persönlichkeiten gedenken, der()n vor wenigen

Tagen erfolgtei: Tod von dergebildeteu Welt Berlins und

det W elt der Künste aufrichtig betrauert wird. Den Erfolg

zahlreicher Ausstattungsstücke verdauken unsere Theaterdirektoren

'dem verstorbenen Hugo Baruch, der ml!'rchenprächtige

Kq~ tü me in seinem Atelier hervorzuzaubern verstand. -

Auq~ mit E mil C ohn ist eine bedeutende Persönlichkeit

aus dem L eb.en geschieden, der Verstorbene war. Mitbegründer

des .Bel'liner Tageblatt". Ursprünglich

Kalkulator - so hiessen damals die R echnungs-Revisoren -

am Kreisgericht in Grätz (Prov. Posen) mit 800 Talern

Gehalt, schied er nach geraumer Zeit aus dieser Stellung,

um in :ßerlin das Berliner Tageblatt in's Leben zu rufen.

Auf Sehe 7 bringen wir charakteristische Gruppen- und

Scenenbildel' von deD1 W o hlt ä ti g keils fest der . Arbeitsstätte",

das im Garten dcs Kön ig !. Hausministeri u ms

stattgefuud eu hat. \:Jci einem \VohltätigkeitJfest ist eiues d r

wichtigsten N ummern im Programm, Programme zu verkaufen;

wir sehen, dass in dieser Beziehung die Feier

programmmässig VO ll Stalten geht. Wie das zweite Bild

dieser eile zeig t, werden auch proeTammmässig die nötigen

E inkäufe gemacht - von hopen und höchsten Pasönli chkeilen

- und weiter sehen wir, dass auch das BütTet im

l uteresse der Armen zur ' Geltung kommt. - In die

Rubrik • Berliner Ansichteu" gehört das gewaltige Bild der

SchI 0 s& pI atz, das wir auf $eite 8 und 9 den Freundeil

des Berliner Lebeus und des 'Gediner Milieus vorführen,

Im Verhältnis zu der g russen , freien Fläche, welche zwischen

dem vor wenigen Jahren eI'bauten lIfarstall uud dem all en

Schlosse liegt, im Verhältnis zu der Ausdehuung u Ild H öhe

dieser mächtig'en königlichen Gebä ude ver~chw iu del1 fast

die Menschen und Droschken, die die Brücke passieren,

aber neben den Schlossbauten und den Kaufpalästen kommt

herrlich die mit Kähnen belastete, an dem Schlossbof

vorüberJJie&sende Spree zur Geltung. Die Schlos, brücke

mit ihrem deu Marstall flanki erendeu Denkmal und der

Begasbrunnen, von dessen Brause uud Wasserstmhlen bei

der sommerlichen I-litze Poseidon reichlich Gebrauch macht,

zählen zu den schönsteu Monumenten Berlins. - Ich

möchte Röntgen der K unst die Herren nenuen, deren

photographische Abbildungen wir u nter dem Titel . Bediner

Theaterlu"itiker" briug en. Sie arbeiten mit x Strahlen

unter dem StriLh, stehen abel' über Partei und Politik.

Dr. Wilhelm Bornemann ist seit einigen Jahren als

Nachfolger Lepmtos Referent der .Nordd. Allgemeinen

Zeituug "; seine sachlichen BespI'echungen wel'den auch

von den IGiDstlern anerkaunt und gelobt, die sich darin des

Lobes und deI' Anerkennung nicht erfreuell dlirfen. -

Dr. A. E loesser schwing't im Namen der .Vossischen

Zeitung" das Sch wert der Feder. Die Sr.härfe seiner Beurteilung

paart sich mit eine, glänzenden Form des Stils . - Fri t z

Engel , am 16. 2. 67 zu Breslau geboren, wirkt schon viele

Jahre als Theaterreferent am· .Berliner Tageblatt." Man

lobt iu seiuen Referaten seine leicht dahinfliessende, blumenreiche

Sprache, schätzt seine Kenntnisse und fürchtet seine

Satire. - Die .Berl. Morgen-Post" entsendet N orbel' t

F alk als P lenipotentaire zu oer Richtstätte der K unst .

Falk schwingt sein Schwert mit Würde, wer Schonung

verdient, dem gewährt er sie, aber Falk hat auch den Mut,

einen Streich auszuführen und Pseudo-Grössen zu Boden zu

strecken. - Jo&ef Gruens tein , deI' Theaterrefel'ent der

.Berliner Börsenzeitul1g." ist iu Wien am 1. Januar 1841

geboren. Nicht nur al. Kriti ker auch als Verfasser verschiedener

Theaterstücke uud Plaudereien hat er sich einen

Namen erworben. - H erausgeber und zugleich Theaterrefereut

der "Zukunft" ist der unter ,dem Pseudonym .Apostata"

hekannte Schriftsteller Max imilian Harden. Das

Bestreben Hardens, di e Kritikeu zu vertiefen und sie zu

Kunstwerken auszual'beiten, wil d allseits auch von seinen

Feinden anerkannt. - Auch ausserhalb der Theatel'kreise

ist der aus Frankfurt a. M. stammende F euilletonredakteur

der .Bel"liner Neuesten Nachrichten" Ru d olf

Her zog als erfolgreicher Romanschriftsteller bekannt,

seine Besprechungen zeugen von viel Sachkenntuis und

interessieren Künstler und Laien. - Auch JuHu s Keller,

der Kritiker des .Berliner Lokalanzeigers" , hat sich als

Romanschriftsteller einen hervorragenden Namen erworben,

Eine ganze Rlihe von Romanen haben mit Erfolg ihren

Weg in die OefIentlichkeit angetreten. - Alfred Kerr,

der Theaterberichterstatter de, • Tag" ist in Breslau am

25. Dezember 1867 geboren. Trotz seiner Jugend geniesst

er bei der Eigenheit seiner Schreibweise einen gros sen Ruf.

Mit Vatersnamen heisst KeIl' "Kempner". - Am 7. November

1848 erblickte Professor AHr. K l aar in Pl'ag das Licht

der Welt. Er hat mit Erfolg eine Reihe dramaturgischliterarischer

'Werke herausgegeben und vel'fasst, ehe er als

Theaterrefereut in die Redaktion der • Vossischen Zeitung"

trat. - Die Theatelbesprech ungen der "Tägl. Rundschau"

kommen aus der Feder des iu Malchin am 16. Januar 1867

geborenen Dr. Pa ul Mahn. Mahn hat seiner Zeit ein

vVerk über . Hauptmaun und modernen Realismus" geschrieben,

das iu literarischen Kreisen bereChtig tes Aufseheu

erregte. - Zu den bedeutensten und bekann testen Theaterl'efeI'enten

Berlins gehört Fdtz Mauthner. Mauthner

schreibt in } Ol'men von Feuilletons seiue geistreichen, von

historischen Reminiszen&en geschmückten und durch philosophische

Be trachtungen vertieften Theaterbesprechungen für

c1a~ .Berliner Tageblatt". Von Fraukfmt a.· M. siec1elte

l{udolf Pres ber nach Berlin über, um mit Erfolg das

Theaterreferat an der .Post" zu übernehmen. - Dl'. All will

Raeder , der Sohn des bekannten Volksd ichter& Raeder,

gehört als Kritiker der • Staatsblirgerzcitung" au. Es gie bt

kaum eineu zweiten Referenteu, der iu der Theaterge5chichte

ilel'lios so zu Hause ist, als dieser Kritiker. -- Max

Sch önau , selbst als Uebersetzel' fmnzösischel' SUlcke

~chrift s t e ll el'i sch tätig, entzückt dieLeserdes "KleinenJournals"

mit geistreiCh en Ausflihrungeu und oft mit den

witzigsten Pointen. - P hilipp S tein, am 3. Dezember 53

in Königsberg gebol'en, ist ein Kollege Kellers am .Lokalanzeiger"

. Stein ist deI' erfolgt'eiche Vel'fassel' der "IlIustJiel'ten

Kuustgeschichte" und der Herausgeber der "Briefe

von Goethes Mutter". - Als Theaterreferenten der Nationalze

itung fungieren die Herren Go tthiU We issstein und

Eugen Zabel. Beider Referenten Besprechungen zeichnen

sich durch Sachlichkeit und Würde aus. Zabel hat in

seinem Werke "Zur moderneu Dramaturgie" seine geistreichen

Essays und Kritiken über Blihneudichter und -Darsteller

gesammelt j die beiden er&ten E ände sind bereits in

drittel' und deI' dritte Band in zwei tel' Auflage erschienen. -

Der Theaterrubrik des "Berliuer Börsen-Courier" steht der

Schrift&teller Richar d W ilde vor. Wilde wird in Fachkl'eisen

als geistreicher und gerechter Kunstsachverständiger

ausserordentlich verehrt. - Auf Seite 12 bringen wü' Scenenbilder

der alten im .Lustspielhaus" wieder neu auferstandenen

Posse "Kyritz-Pyrit z". DeI' erste Blick auf

das Ensemble ergiebt, welcher I-lumor in den Gestalten der

Posse lebt und wie er uuter der erfolgreichen Regie Zickels

bei den verschiedenen Kün3tlern wirksam und plastisch zum

Ausdruck gekommeu ist. - Auf der folgenden Seite wenden

wir uns dem praktischen Lebeu zu. Schülerinnen einer

Wilmersdorfer Gemeindeschule befinden &ich beim Kochunc1

Haushaltuugsunterricht. Sie schälen Kartoffel, sie

heizen die Maschine. sie beseitigen die Gemüseabfälle,

sie vel'Zehrell das selbst zubereitete Mahl. 'Wir weisen bei

dieser Gelegeuheit auf das Schlussbild dieser Nummer hin -

auf einen SChulgarten der 13. Realschul e iu Moabit,

der den Auschauungsunterricht in der Botanik unterstützen

soll, um hierauf " Strassenbildern Berlins", denen der

Hochsommer eiu so eigentümliches Gepräge giebt, unsere

Aufmerksamkeit zu schenken, Die Julihitze hat dieses

Jahr ein Jubiläum gefeiert, seit 60 Jahren war es wohl

in Berlin nicht so heiss gewesen, als in diesem So=er

und &0 suchen' auch Tiere und Menschen, jeder nach

seiner Art, das Jubiläum festlich zu begehen. Di e

Omnibuspferde in ihren koketteu Hütchen trinkeu

Wasser als wäre es Nek tar und die Passanten trin ken

Limonade a13 wäre es das reiue Wasser. - Den heissen

Sommel' verbringt der Mensch besser auf dem Lande, im

Bade oder in den F erienkolonieen als auf den Pflastel'steinen

einer Grossstadt - ; sie ~ind darum trotz der Ftille auf den

Bahnhöfen Alle zu beneiden, die ihre Ränzel geschnürt und

sich, wie wil' auf dem Bilde "Zur R e i ~ezeit" sehen, von den

Eisenbah nzügen in die Ferne hinaustragen lassen.

Bern ~ 'e ':1J,~SaWe1 ~sky .

---0:---


5

\ I I I

• I

Bürgermeister Dr.

eorg Rei ke und Familie m scmer Villa m Wannsce.

pe:::iaJaltl11all'lne fii,s J,Ber/t1UY Leben"

von Zallder 8: Labiscll

BERLINER LEBEN


6

I

~ .-

Erbprinzessin Charlotte

und Kaisel" Wilhelm IL

El-tpril1zessin Charlotte.

Zum Geburtstage der Erbprinzes in Ch arlotte von Sachsen-Meiningen (24. Juli 1 60).

Erbprinzessin Charl otte und Erbprinz Beroha.rJ

von Sachsel1-Meiningen als Brautpaar.

Justizrat Albert Traeger feierte seinen

75. Geburtstag.

Victor Barnowski,

der neue Direktor des Kleinen Theaters.

Hugo Baruch t.

Emil Cohn t.

BERLINER LEBEN


7

Programmverkauf.

Kammerherr von Behr-Pinnow macht im Auftrage der Kaiserin Einkäufe,

gefübl"t von Ihrer Excellenz der Gräfill Posadowsky.

Das gr osse BliJfet.

Ihre Kgl. Hoheit E rbprinzessin zn Wied.

Bowlen-Büffet.

Pfaner Diestelkamp.

Das Wohlthätigkeitsfest der "Arbeitsstätte" im Garten des Könjgl Hausministeriums.

Spe=iala1tfJla/tmen fiirs »Berli,,,er Leoen"

VOn Zander 8< Labisc"

BERLINER LEBEN


8

BERLINER LEBEN

Berliner


9

Der Schlossplatz.

·pc=ia /·Au! Jl aII1Jl c {;ir's "Berlint,r l..ebtil lt

VOI /' A1ax A1issmauu, J]crlJ1l.

I3ERLINER LEBEN


10




(

• •






Dr. Wilhelm Bornemann.

(Nordd. Allgem. Zeitung.)

Chiffre : B.

Dr. A. Eloesser.

(Vossische Zeitung.)

Chiffre: A. E.

Fritz E ngel.

(ßcrlinel' Tageblatt.)

Chiffre: F. E.

Norbert Falk.

(Bel'liner Morgenpost.)

Chiffre: N. F.

Joser Gruenstein.

(Berliner Börsen-Zeituog.)

Chiffre : G-n.









Ma :s:imilian Harden.

(Die ZukllDft.)

hiffre: M. H .

Rud olf H erz og.

(B erliner Neueste Nachrichten.)

hiffre: R. I-I.

J nlius Kellel'.

(Berliner Lokal-Anzeiger.)

Chiffre : J. K.

Dr. Alfred Kerl'.

(Der Tag.)

Keine Chiffl·e.

Prof. Dr. Alfred Klaar.

(Vossische Zeitung.)

Chiffre: A. K.

Berliner Theaterkritiker.

BERLINER LEBEN


11



Dr. Paul Mahn.

(Tägliche Rundschau.)

Chiffre: P. M.

Fritz Mauthner.

(Berliner Tageblatt.)

Chiffre: F. M.

Dr. R ud olf PI·esber.

(Die Post.)

biffre: R. P.

Alwill Raeder.

(Staatsbürger Zeitung.)

Keine Chiffre.

Max Schönau.

(Das Kleine Journal.)

Chiffre : Sch.


• •

• •


Philipp Stein.

(Berliner Lokal-Anzeiger.)

Chiffre: Ph. St.

GotthilI Weisstein.

(National-Zeitung.)

Chiffre: G. W.

Richard Wilde.

(Berliner Börsen-Collrier.)

Chiffre: R. W.

Eugen Zabel.

(National-Zeitung.)

Chiffre: E. Z:

Berliner Theaterkritiker.

BERL1NER LEBEN


12

Ida Becker. Rosa Conrad. Grele Mollnar. Marie Wendt. Lucie Euler.

Schluss-Szene des 1. Aktes (Die lustiaen 'Weiber von Kyritz).

Adelaide Rene.

Jenny Marba.

iiiii~==~r=====~======~ "

BE RLINER LEBEN

]acques Burg.

Die Kyrilzer :

Willy "\Valtel'. Rudolf Lellinger. Fritz Spira.

Lustspiel haus: I


13

Kochunterricht in der Volks-Schule.

Spcain1-A/(lna/mzm

VOll D nrtllcl/beyf' &- Co., Bcrlill.

BERLiNER LEBEN


14

Hochsommer In Ber lin.

Phot, 'arl Delills fledill, 01/0 Haeekel, Buti",

BERLINER LEBEN


15

1. Ankunft auf dem Bahnhof. 2. In EI'wartung des Zuges. 3. Abfahrt Berliner Ferienkolonisten. 4. Zollrevision in Scbanclun.

Zur Reisezeit.

BERLINER LEBEN


16

1 ~.

1. Eine botanische Unterrichtsstunde jm Schulgarten. 2. Der Zoologische Garten. 3. und 4. IndianclSpi~l uoter Aufsicht des Direktors uni ciniger Oberlebre •.

Schulgarten der Berliner XIII: Realschule In Moabit.

..s'pr= ia!·,4"1Itfunll1Ile,,.

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BERLINER LEBEN


Der neue Restaurationsgarten vor dem Rathause.


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(Gesetzlich geschützt).

"Heureka" ist wie auf der Abbildung ersichtlich ein sicheiförmig gebogener Hohlkörper aus fein em Federstahl,

mit leichtem Tüll überzogen, in welchem die llaare hincingeknüprt sind.

"Heurekau ist das Vollkommenste, was auf dem Gebiete der IIaaruLlterJagen bisher angefertig t wUlde und

in den Handel gebracht worden ist.

"Heureka" ist in gesundheitli cher I3eziehnng . da~ Beste, da sie l1Ghl auf dem Yopfe rnht, die Ansd iin lLlng

der Kopfhau t also garnicht behindert und weil abgebranntes, oder durch Tragen anderer Ul1terlagen

dünn gewordenes IIaat' sich wieder vollständig erholen kann,

"Heureka" ist im Tlagen das Angenehmste, da sie federleicht ist. n icht den gerin gsten Druck au übt und

wedel' lästiges Jncken noch Schinnenbildung ZU1' Folge hat, Uebelstände, wclche sich bei all n lJl1terlagen

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Haaren (Abbildung 4.). Preis 17 Mal'k.

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Abbildung 2.

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Gebrauchs - Anweisung zur Anwendung der gesetzlich geschützten Haar- Unterlage "Heureka".

Man kämme das Haar gut durch

und teile i'lber der Stim einen

ungefähr zwei Finger breiten

Streifen Haar von einem Ohr zum

andern nach vorn ab. Das nach

hinten liegende Haar fasse man mit

einem Haarbinder an der Stelle,

wo mau den Knoten w iinscht,

zusammen.. (Siehe Abbildung 1),

Dann setzt ,man die "Heureka­

Haarunterlage" auf den durch die

Teilung' . des Haares . entstandenen ~

Scheitel (wie Abbildung- 2 zeigt)

und befestige sie alLf jcder Seile

mit einer Haarnadel. Von dem

"HEUREKA"

lI'! nach ' vorn überh ä D gend~ ll Haar

~~ nehme man jetzt die ein e Hälfte

'" übel' die Unt erlage zurück und

befestige die Enden der Haare am

Bunde (Abbildung 3). Mit der

anderen Hälfte der H aare verfah re

mall ebenso wie mit d r ersten.

,', Das hintere Haar sch linge man

i.' in einem Knoten, und man hat

~ i auf di ese \IVeise eine moderne

.' 1 FrisUl' berge teilt, ohne das Haar

zu toupieren ,

Abbildung 3.

PaulLan

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