Projekte mit Ansatz zur Quartiersentwicklung - Deutsche ...

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Projekte mit Ansatz zur Quartiersentwicklung - Deutsche ...

Förderkriterien zu Ziffer 3.1.1 der Richtlinien des Deutschen Hilfswerks im Bereich der

Altenhilfe für Anforderungen zur Quartiersentwicklung (Stand: 10.11.2011)

Das Deutsche Hilfswerk unterstützt z. Z. ausschließlich Personal- und Sachkostenprojekte

im Bereich der Altenhilfe, die den Ansatz zur Quartiersentwicklung enthalten.

Gegenstand der Förderung

Eine Quartiersentwicklung kann erheblich unterstützt werden, wenn Leistungserbringer

sozialraumorientierte Versorgungsansätze implementieren und dabei die Kunden in ihrer

Bedürfnislage ganzheitlich, auch aus den sozialraumbezogenen Lebensumständen heraus,

versorgen. Dies bedeutet, dass Sie ihren Kunden Angebote machen, die sich dem

dargestellten Zielsystem zuordnen lassen.

Grafik: Sechs Ziele der Quartiersentwicklung

Beispiele:

Im Rahmen von quartiersbezogenen Wohnprojekten wird Wohnraum vermietet. Gleichzeitig

werden für die eigenen MieterInnen Kontaktmöglichkeiten geschaffen, indem beispielsweise

Räumlichkeiten für Treffpunkte (Ziel 3) zur Verfügung gestellt werden. Durch QuartiersmanagerInnen

bzw. GemeinwesenarbeiterInnen wird die Mieterschaft betreut, um an den

Sozialbeziehungen (Ziel 2) oder den Werten (Ziel 1) im eigenen Wohnkomplex zu arbeiten.

Das sozialraumorientierte Versorgungskonzept für stationäre Anbieter könnte lauten: „Ich

gehe ins Quartier, das Quartier kommt zu mir.“ Auf Basis einer systematischen Analyse

werden insbesondere Angebote im eigenen Haus oder im Quartier etabliert bzw. im Quartier

unterstützt. Diese Angebote werden von den Bewohnern des Quartiers benötigt und können

von diesen genutzt werden.

Ein ambulanter Pflegedienst kann den kompletten Hilfemix für einen längeren Verbleib zu

Hause organisieren bzw. steuern (auch bekannt als „Betreutes Wohnen zu Hause“). Ziel

sollte es sein den eigenen Kunden möglichst ein Angebot zu allen Zielen zu unterbreiten.

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Definition des relevanten Marktes bzw. Sozialraums

Im Projektantrag muss das Gebiet, in dem ein sozialräumlicher Versorgungsansatz

implementiert werden soll, klar benannt und erläutert werden, so dass es sich um eine

sinnvolle Quartiersabgrenzung handelt, die eine Identifikation der Bewohner mit dem

sozialen Nahraum ermöglicht.

Ist-Analysen des Quartiers zu einer Weiterentwicklung vorhandener Strukturen

Projekte, die gefördert werden sollen, müssen in die lokalspezifischen Rahmenbedingungen

eingebettet sein. Das setzt voraus, dass sie Kenntnisse über die Strukturen des

Gemeinwesens haben, in denen sie tätig werden wollen. Durch Ist-Analyse müssen die

bestehenden Angebotsstrukturen zu den Projektzielen deutlich werden, um Doppelstrukturen

zu vermeiden und eine Weiterentwicklung darzustellen.

Definition der Zielgruppen und Analyse der Bedürfnisse

Es muss beschrieben werden, welche Zielgruppen erreicht werden sollen, auch um mögliche

Doppelförderungen vermeiden zu können. Ebenso müssen zu Beginn des Projektes die

Bedürfnisse der Zielgruppen analysiert werden.

Maßnahmenbezogene Kooperationen

Dort wo für die Erbringung von Leistungen Kooperationen sinnvoll sind – auch um

Doppelstrukturen zu vermeiden - (maßnahmenbezogene Kooperationen) sind diese

verpflichtend und sollen dazu führen, dass sich Träger an den relevanten Strukturen zur

Erbringung der Leistungen (Care Managementstrukturen/Hilfestrukturen) beteiligen.

Bürgerbeteiligung sichern

Erfolgreiche Projekte erfordern eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger.

Fördervoraussetzung sollte die aktive Nutzung bürgerschaftlicher Ressourcen sein, sowohl

bei der Planung als auch bei der Umsetzung im Rahmen von Hilfemixkonzepten.

Nachhaltigkeit

Die Projektträger muss darlegen, wie die Nachhaltigkeit der Projektwirkung sicherstellt

werden soll.

Ergebnisbericht

Die Zuschussempfänger sind nach Abschluss der Förderlaufzeit verpflichtet einen

Projektbericht innerhalb des Verwendungsnachweises abzugeben, in dem das Erreichte

systematisch dargestellt und die Einhaltung der Förderbedingungen nachgewiesen wird. Hier

sollen auch Wirkungserfolge sichtbar gemacht werden.

Fördervolumen

Das Fördervolumen wird auf der Grundlage von einzureichenden Projekt- und Kostenplänen

sowie erzielten Einnahmen bestimmt.

Im Übrigen gelten die allg. Richtlinien des Deutschen Hilfswerks in der aktuellen Fassung.

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