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Tischvorlage Metapher

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Prof. Dr. Monika Fick: Einführung in die Literaturwissenschaft: <strong>Tischvorlage</strong> Nr. 8:<br />

<strong>Metapher</strong>, Allegorie, Symbol<br />

1. DIE METAPHER<br />

1.1. attributive <strong>Metapher</strong>: Schwarze Milch der Frühe (Celan)<br />

Kompositionsmetaphern: Wahllokomotive, Waldsterben; Ergänzung: Kummerdisteln<br />

Appositionsmetapher: Und dein Schweigen, ein Stein (Bobrowski)<br />

Genitivmetapher: Zahn der Zeit (Gerhard Kurz: <strong>Metapher</strong>, Allegorie, Symbol. 2. verb.<br />

Aufl. Göttingen 1988. S. 22).<br />

1.2. Definition des Aristoteles: <strong>Metapher</strong> als ein abgekürztes Gleichnis: „Es ist aber auch das<br />

Gleichnis eine <strong>Metapher</strong>; denn der Unterschied zwischen beiden ist nur gering. Wenn man<br />

nämlich [hinsichtlich des Achilleus] sagt: „Wie ein Löwe stürzte er auf ihn“, so ist es ein<br />

Gleichnis; sagt man aber: „Ein Löwe stürzte auf ihn“, dann ist es eine <strong>Metapher</strong>, weil beide<br />

nämlich tapfer sind, nannte man den Achilleus in übertragenem Sinne einen Löwen.“<br />

(Aristoteles: Rhetorik. Buch III, 4. Kapitel l. [1406 b ]. Übersetzt, mit einer Bibliographie,<br />

Erläuterungen und einem Nachwort von Franz G. Sieveke. 3. Aufl. München 1989 [UTB<br />

159]. S. 176).<br />

1.3. Harald Weinrich: Semantik der kühnen <strong>Metapher</strong> (1963). In: Anselm Haverkamp<br />

(Hrsg.): Theorie der <strong>Metapher</strong>. Darmstadt 1981. (Wege der Forschung 389). S. 316-339.<br />

- „Bildempfänger“ und „Bildspender“<br />

- „Die alte Metaphorik war davon überzeugt, daß die <strong>Metapher</strong>n der Sprache Analogien,<br />

Korrespondenzen und Ähnlichkeiten abbilden, die in der Seinsordnung oder in unserem<br />

Denken vorgegeben sind.“ (S. 331) „Wenn das aber so ist, dann drängt sich uns die<br />

Gewißheit auf, daß unsere <strong>Metapher</strong>n gar nicht [...] reale oder vorgedachte<br />

Gemeinsamkeiten abbilden, sondern daß sie ihre Analogien erst stiften, ihre<br />

Korrespondenzen erst schaffen und somit demiurgische Werkzeuge sind.“ (S. 331)<br />

- „absolute“ und „kühne“ <strong>Metapher</strong><br />

1.4. Paul Celan: Eine Hand<br />

Der Tisch, aus Stundenholz, mit<br />

dem Reisgericht und dem Wein.<br />

Es wird<br />

geschwiegen, gegessen, getrunken.<br />

Eine Hand, die ich küßte,<br />

leuchtet den Mündern. (Paul Celan: Gesammelte Werke in 5 Bänden. Hg. v. Beda<br />

Allemann und Stefan Reichert unter Mitwirkung v. Rolf Bücher. Frankfurt M. 1986. [st<br />

1331]. Bd. 1: Gedichte I. S. 181).<br />

1.4. Metonymie, Synekdoche<br />

2. DIE ALLEGORIE<br />

2.1. Quintilian: Institutio oratoria (Buch VIII, Kap. 6, Abschnitt 44): „Die Allegorie, die man<br />

im Lateinischen als inversio [Umkehrung] bezeichnet, stellt einen Wortlaut dar, der entweder<br />

einen anderen oder gar zuweilen den entgegengesetzten Sinn hat. Die erstere Art erfolgt meist<br />

in durchgeführten <strong>Metapher</strong>n, so etwa „Schiff, dich treibt die Flut wieder ins Meer zurück!


Weh, was tust du mir jetzt! Tapfer dem Hafen zu“ und die ganze Stelle bei Horaz, an der er<br />

Schiff für das Gemeinwesen, Fluten und Stürme für Bürgerkriege, Hafen für Frieden und<br />

Eintracht sagt.“ (Übersetzung: H. Rahn; zit. nach Kurz S. 34f.)<br />

2.2. Der Allegoriebegriff von Aurelius Augustinus. Allegorie und Allegorese.<br />

Bedeutung der Tradition: Viele Beispiele in Metzlers Literaturlexikon!<br />

2.3. Personifikation<br />

2.4. Andreas Gryphius: Andenken eines auf der See ausgestandenen gefährlichen Sturms<br />

O Gott! was rauhe Not! Wie schaumt die schwarze See<br />

Und sprützt ihr grünes Salz! Wie reißt der Zorn die Wellen<br />

Durch nebelvolle Luft! Wie heult das wüste Bellen<br />

Der tollen Stürm uns an! Die Klippe kracht von Weh.<br />

Wir fliegen durch die Nacht und stürzen von der Höh<br />

In den getrennten Grund. Die often Stöße fällen<br />

Den halbzuknickten Mast; die schwachen Seiten prellen<br />

Auf die gespitzte Klipp. O Himmel, ich vergeh!<br />

Der dicke Querbaum bricht und schlägt den Umgang ein;<br />

Das Segel flattert fort; der Schiffer steht allein<br />

Und kann noch Bootsmann mehr, noch Seil, noch Ruder zwingen.<br />

Wir missen Glas, Kompaß und Tag und Stern und Nacht;<br />

Tot war ich vor dem Tod. Doch Herr! Du hasts gemacht,<br />

Daß ich dir lebend und errettet Lob kann singen.<br />

(Karl Pörnbacher [Hrsg.]: Deutsche Dichtung des Barock. 6. Aufl. München 1979. S. 102).<br />

3. DAS SYMBOL<br />

3.1. Goethes Symbolbegriff: „Es ist ein großer Unterschied, ob der Dichter zum Allgemeinen<br />

das Besondere sucht oder im Besondern das Allgemeine schaut. Aus jener Art entsteht<br />

Allegorie, wo das Besondere nur als Beispiel, als Exempel des Allgemeinen gilt; die letztere<br />

aber ist eigentlich die Natur der Poesie, sie spricht ein Besonderes aus, ohne ans Allgemeine<br />

zu denken oder darauf hinzuweisen. Wer nun dieses Besondere lebendig faßt, erhält zugleich<br />

das Allgemeine mit, ohne es gewahr zu werden, oder erst spät.“ (Johann Wolfgang von<br />

Goethe: Maximen und Reflexionen. Nr. 751. Hamburger Ausgabe Bd. XII. Textkrit.<br />

durchges. v. Erich Trunz u. Hans Joachim Schrimpf. 8. Aufl. München 1978. S. 471).<br />

„Das ist die wahre Symbolik, wo das Besondere das Allgemeinere repräsentiert, nicht als<br />

Traum und Schatten, sondern als lebendig-augenblickliche Offenbarung des<br />

Unerforschlichen.“ (Johann Wolfgang von Goethe: Maximen und Reflexionen. Nr. 752)<br />

3.2. Hochbild<br />

Die Sonne, Helios der Griechen,<br />

Fährt prächtig auf der Himmelsbahn,<br />

Gewiß, das Weltall zu besiegen,<br />

Blickt er umher, hinab, hinan.<br />

Er sieht die schönste Göttin weinen,<br />

Die Wolkentochter, Himmelskind,


Ihr scheint er nur allein zu scheinen;<br />

Für alle heitre Räume blind<br />

Versenkt er sich in Schmerz und Schauer,<br />

Und häufiger quillt ihr Tränenguß;<br />

Er sendet Lust in ihre Trauer<br />

Und jeder Perle Kuß auf Kuß.<br />

Nun fühlt sie tief des Blicks Gewalten,<br />

Und unverwandt schaut sie hinauf;<br />

Die Perlen wollen sich gestalten:<br />

Denn jede nahm sein Bildnis auf.<br />

Und so, umkränzt von Farb‘ und Bogen,<br />

Erheitert leuchtet ihr Gesicht,<br />

Entgegen kommt er ihr gezogen;<br />

Doch er, doch ach! erreicht sie nicht.<br />

So, nach des Schicksals hartem Lose,<br />

Weichst du mir, Lieblichste, davon;<br />

Und wär‘ ich Helios der Große,<br />

Was nützte mir der Wagenthron?<br />

(Westöstlicher Divan, Buch Suleika. Goethes Werke. Hamburger Ausgabe in 14 Bden. Hrsg.<br />

v. Erich Trunz. Bd. II: Gedichte und Epen. Textkrit. durchges. u. komm. v. Erich Trunz. 11.<br />

überarb. Aufl. München 1978. S. 81).<br />

3.3. Symbol vs. Allegorie<br />

3.4. Ausblick auf die weitere historische Entwicklung<br />

- „Symbol“ und „Allegorie“ in der Romantik<br />

- Kurzens Vorschlag für eine Aktualisierung des Symbolbegriffs (S. 73)<br />

- Der Allegoriebegriff in der modernen Literatur: Walter Benjamin

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