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Die Kraft

Wenn die niederländische Autorin Marion Bloem den Alltag schwänzen will,

fährt sie nach BALI. Eine Insel voller Magie. Hier findet sie Ruhe, Inspiration –

und einen guten Freund, den Priester Pak Tjakra


Reise

der Stille

happinez | 27


Die Balinesen leben mit ihren Göttern,

Geistern und Dämonen im Einklang – die Insel

hat mehr als 10 000 Tempel und Schreine


Reise

Die kleine, grüne Schale steht vor einer Haustür in Kuta, Mopeds

knattern vorbei. Sie ist aus einem Palmwedel geflochten.

Ein Keks, ein Stückchen Mango und ein Räucherstäbchen

liegen darin, neben roséfarbenen Frangipani-

Blü ten, die betörend süß duften. Eine Gabe für die Götter:

So liebevoll werden sie mehrmals am Tag beschenkt – und

sollen dafür Unglück vom Haus fernhalten. Für mich liegt

in dieser Schale Balis ganze Magie. Diese Düfte, dieser Rausch an tropi schen

Blüten und Früchten. Diese Farbenpracht. Und dieses alltägliche Zusammenleben

mit Göttern, Geistern und Dämonen. Es fasziniert mich jedes Mal

aufs Neue. Bali gibt mir Leichtigkeit. Ja, da sind die endlosen Palmenstrände,

wunderbare Wellen, der weiche Sand. Die fliegenden Händler, die Satay-Spieße

brutzeln, Sarongs und Sonnenbrillen verkaufen. Da sind die vielen

Bars und Clubs im quirligen Kuta. Ich dagegen kann stundenlang allein

auf einer Bank sitzen und die Reisterrassen anschauen. Himmelstreppen

werden sie hier genannt, ein immergrünes Wunder. Wasserfälle

glucksen, Farne, Bambus und Lilien wuchern. Reis ist für die Balinesen

nicht einfach nur eine Pflanze – Reis ist vor allem das Symbol für die

Fruchtbarkeitsgöttin Dewi Sri. Sie beschützt die Felder und die Ernte. Immer

wieder ragt ein Schrein aus dem Feld, um sie zu ehren – mit bunt gefüllten

Opferschalen. Der Glaube ist auf Bali allgegenwärtig.

Eine Begegnung, die mich berührt

Ich komme regelmäßig nach Bali, um mich vor der Welt zu verstecken –

und um zu schreiben. Eines Tages fragte mich ein Bekannter, ob ich einen

balinesischen Priester kennenlernen möchte. Natürlich! Pak Tjakra

ist so alt wie mein Vater und versprüht ebenso viel Energie. Beim Reden

leuchten seine Augen. Im Hausschrein stehen verschiedene Hindu-

Statuen, Fotos seiner ersten Frau, Steine und Andenken von dankbaren

Be suchern. Pak Tjakra spricht gerade mit drei Brüdern, deren Mutter

vor Kurzem gestorben ist. Der Priester hat die Gabe, Kontakt zu den Toten

aufzunehmen. Ich höre, wie er den Brüdern erzählt, wo und wann ihre Mutter

beigesetzt werden will und wie sie sich ihre Beerdigung vorstellt. Seine

Sätze klingen wie ein wunderschönes Gedicht, Verse in Sanskrit. „Ich bin

eine Art Telefon“, erklärt er, „in direktem Kontakt mit den Gipfeln des Himalaja.

Ich trage nur weiter, was mir dort gesagt wird.“

Die Balinesen haben ihren eigenen Glauben, den Hindu-Dharma-Glauben.

Ihre Götter wohnen in den Bergen, in Wäldern und Häusern – im Meer dagegen

hausen die Dämonen. Mir gefällt ihre Toleranz: Wenn mehr als 15

Famili en einer anderen Religion angehören, haben sie das Recht, sich ein

Gotteshaus zu bauen – sofern sie das Geld aufbringen können.

„Bewege Dich wie ein Fluss, sei so klar wie Glas und fließe wie Wasser“, rät

der Priester meinem Bekannten. Er hat ihn um Hilfe gebeten, weil seine Marketingagentur

nicht mehr so gut läuft. Als wir uns verabschieden, sagt Pak

Tjakra zu mir: „Ich wünsche Dir viel Glück. Du hast eine Aufgabe zu bewältigen.

Doch Du bist von Deinen Vorfahren umgeben, sie werden Dir helfen.“

Zurück in Holland erzählte ich meinen Freunden von diesem Besuch. Zugege

ben: Alle reagierten mit Argwohn – bis auf meinen Vater. Geister gehörten

schon immer zu seinem Leben, und er hat mich gelehrt, allem Spirituellen

mit größtem Respekt zu begegnen. >

Ein strahlendes Lächeln: Der balinesische Priester Pak Tjakra

begrüßt die Autorin Marion Bloem (Foto M. und darunter links).

Danach schlüpfte er für die gemeinsamen Gebete in sein Gewand.

Unten: ein Seerosenteich in Ubud – und einer ihrer zwölf Tempel


Ein grünes Wunder: die Reisterrassen. Reis ist das

Symbol der Fruchtbarkeitsgöttin Dewi Sri. Sie wacht über

die Felder und ihr zu Ehren werden Schreine errichtet


Reise

Der Glaube ist auf Bali allgegenwärtig. Keine mühselige Pflicht, sondern Motor und Straße – schon für

die Kinder (Foto: ein Tempel-Ritual). Er ist Rückhalt in der sich wandelnden Welt. Die Götter, sagt man hier,

leben in den Bergen, den Wäldern und in den Häusern – die Dämonen dagegen hausen im Meer


Frische Blüten für die Heiligen (oben und kl. Foto unten rechts) .

Die Kraft der Stille: eine Yoga-Stunde im „Uma Ubud“, einem

Fünf-Sterne-Boutique-Hotel mit 29 Zimmern (ganz unten)

Ein Gespräch mit meinem Onkel

Wenn ich Balis Tempel besuche, mischt sich immer ein wenig Ehrfurcht in meine

Gefühle. Der Besakih-Tempel zum Beispiel ist der wichtigste und größte.

Allein seine Lage! Ein Kranz aus Vulkanen umrahmt ihn. Der höchste, der Ganung

Agung, misst 3142 Meter. An dessen Südosthang thront der Besakih, ein

gewaltiger Komplex aus insgesamt 30 verschiedenen Höfen und Schreinen,

die durch Treppen miteinander verbunden sind. Jeder Tempel ist nach oben

offen – mit dem blauen Himmel als Dach. Männer wiegen sich im Gebet. Frauen

balancieren Türme aus Mango, Papaya und Ananas auf ihren Köpfen – Opfergaben.

Sie tragen sie mit einer Eleganz und Anmut, dabei wiegt so ein Turm

um die 15 Kilogramm. Und: Sie müssen tausend Meter zum Tempel hinauf.

Mantras werden gemurmelt. Ein Priester steckt den Frauen eine Blüte ins Haar

und drückt ihnen mit dem Daumen ein paar Reiskörner auf die Stirn. Dann

besprüht er sie mit Kokosnusssaft. Eine Zeremonie, die reinigen soll. Der Besakih

ist die wichtigste Wallfahrtsstätte der Balinesen.

Auf der Rückfahrt zeigt Bali seine so herrlich abwechslungsreiche Landschaft:

mal spektakuläre, tiefe Schluchten, Dschungel, dann wieder liebliche Palmenund

Bananengärten, stille Dörfer. Blaue, gelbe, rote und orangefarbene Sarongs

flattern in der leichten Nachmittagsbrise. Hühner und Enten dösen am

Wegesrand. Ich will nach Lovina, Priester Pak Tjakra besuchen, den ich schon

viele Monate nicht gesehen habe. Dieses Mal mit einem Anliegen: Inzwischen

ist mein Lieblingsonkel verstorben, und ich habe keine Gelegenheit gehabt,

mich von ihm zu verabschieden.

Lovina liegt im Norden von Bali mit lavageschwärzten Stränden und

glasklaren Riffen. Pak umarmt mich zur Begrüßung wie eine gute Bekannte.

Ich erzähle ihm von meinem Onkel. Pak konzentriert sich.

Plötzlich springt er auf und fragt: „Ging Dein Onkel so wie ich jetzt?“

Ehrlich gesagt, ist mir das nie aufgefallen; doch als ich Pak Tjakra herumlaufen

sehe, denke ich, mein Onkel steht vor mir. „Du brauchst mich

gar nicht, um mit ihm zu reden“, sagt Pak Tjakra. „Du kannst jederzeit

allein mit ihm sprechen.“ Aber wie? „Könntest Du ihn fragen, wie es ihm

geht?“, bitte ich Pak Tjakra. Er konzentriert sich wieder. „Es geht ihm gut.

Er fragt, ob Du ein bisschen auf seine älteste Tochter achtgeben kannst.

Er ist hier und möchte mit Dir reden. Du musst nicht laut sprechen, Du

erreichst ihn auch in Gedanken. Dafür brauchst Du mich nicht.“ Ein Rat,

den ich als sehr wertvoll empfinde. Ich will es versuchen.

Alles fließt zusammen

Ein Jahr später bin ich wieder auf Bali, in Ubud, einer ehemaligen Königsstadt.

Sie liegt im Herzen der Insel, in den einstigen Palästen befinden sich

heute Hotels. Traumschön. Prinz Sukawati begründete im späten 19. Jahrhundert

Ubuds Ruhm als Künstlerstadt: Er gewährte Malern und Musikern

von anderen Königshöfen Zuflucht, sie schufen Skulpturen und Gemälde. In

den 1920er-Jahren gründete der Musiker Walter Spies hier eine Malerschule.

Die Schriftstelle rin Vicki Baum kam und schrieb ihren Roman „Liebe und Tod

auf Bali“. Charlie Chaplin reiste her. Elizabeth Gilbert, Autorin von „Eat, Pray,

Love“ – im Kinofilm von der bezaubernden Julia Roberts gespielt – fand hier

ihre Liebe und sich selbst. Überall Galerien und Cafés, Maler und Holzschnitzer.

Einer fertigt sogar Elche für Kanada, eine Auftragsarbeit. Misstrauisch >

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Reise

Priester Pak Tjakra lebt in einer traditionellen

Gemeinde. Er hat einen Schrein sowie

überall Statuen und Masken, die ihn behüten


Jedes Jahr im August ehren die Balinesen den „König von Ubud“ mit einer farbenfrohen Prozession.

Die Frauen tragen Opfergaben herbei. Von 1931 bis 1987 lebte Cokorda Sukawati in Ubud,

gewährte vielen Künstlern von anderen Königshöfen Zuflucht. So wurde der Ort , was er heute ist:

eine Oase für Sinnsucher, Maler, Holzschnitzer, Schriftsteller, Tänzer und Lebenskünstler


schaut er auf sein Biologielexikon. Ubud ist längst nicht mehr der kleine, verträumte

Künstlerort – doch mit seinen zwölf Tempeln, den Reisterrassen rings

umher, all den Yoga-, Rückführungs- und Qi-Gong-Kursen immer noch eine

Reise wert. In einem Spa genieße ich „Mandi Lulur“, ein Ritual, mit dem die

Prinzessinnen am Vorabend ihrer Hochzeit verwöhnt wurden. Es beginnt mit

einer sanften Massage. Dann folgt ein Peeling aus Kurkuma, Sandelholz und

Jasmin. Anschließend bekommt mein ganzer Körper eine kühlende Joghurtmaske.

Und dann sitze ich in einem Blütenbad. Bougainvillea, Frangipani, Hibiskus,

Gardenien, Ylang-Ylang und Magnolien schweben wie duftende Schiffchen

über das Wasser. Noch nie habe ich so etwas Sinnliches erlebt. Zwei

Stunden dauert das Ritual. Zum Schluss gibt’s ein Glas „Jamu“. Seit Jahrhunderten

wird das Rezept dafür von der Mutter an die Tochter weitergegeben.

Das Getränk besteht aus Honig, Kräutern, Zitronensaft und Ingwer – auf Bali

gilt es als der Zaubertrank für ewige Gesundheit.

Am nächsten Tag besuche ich Pak Tjakra, den Priester. Wärme liegt in seinem

Lächeln. Er zeigt mir eine Wurzel. Ihr Öl besitzt heilende Kräfte. Doch die Blätter

des dazugehörigen Baums sind giftig. „Siehst Du, alles hat zwei Seiten“,

sagt er. „Es gibt nicht nur Gutes oder Böses. Alles fließt immer zusammen.“

Glücksgefühle am Strand

Er zeigt mir den Strand von Sanur. Hier landete im 16. Jahrhundert das erste

hol ländische Segelschiff – die gesamte Mannschaft desertierte. Ich kann sie

verstehen: Vorgelagerte Riffe schützen vor den mächtigen Brechern des Indischen

Ozeans. Sanft rollen die Wellen über den weißen Sand, der hier mit den

Kokospalmen ganz allein ist. „Die Männer haben in Sanur ihren Himmel

auf Erden entdeckt“, erzählt Pak Tjakra. „Der Job war ihnen plötzlich nicht

mehr so wichtig. Wer will sie schon dafür verurteilen?“ Sie haben auf Bali

ihr Glück gefunden – und auch ich werde immer wiederkommen. Auf diese

Insel voller Weisheit, voller Stille und Magie.

Informationen

Sechs Tage Rundreise ab/bis Südküste zu Tempeln, Palästen,

Ökobauern und dem ältesten Hindu-Dorf Balis inkl. Halbpension,

Übernachtung ab 595 Euro pro Person im Doppelzimmer. Sieben

Nächte im „Bali Mandala Resort“ an der Nordküste, elf wunderschöne

Bungalows in einem üppigen Garten, inkl. Flug ab/bis

Deutschland, Vollpension ab 1311 Euro p. P. im DZ, Wellnesswoche

160 Euro (zehn Behandlungen). Angebote: Lotus Travel Service, seit

25 Jahren Asienspezialist für bewusstes Reisen; www.lotus-travel.com.

Unvergesslich: das luxuriöse „COMO Shambala Estate“, ein Health- und

Retreat-Resort bei Ubud. Vier Tage Detox-Programm inkl. Behandlung,

Vollpension ab/bis Denpasar ab 1049 Euro p. P. im DZ. In Ubud gibt es

noch ein weiteres Fünf-Sterne-Haus der mondänen Hotelgruppe.

Dieses und andere Bali-Hotels auch unter: www.gernreisen.de,

www.trauminselreisen.de, www.transorient.de. Flüge ab/bis

Frankfurt, München, Berlin: ab 790 Euro (Qatar Airways).

Mehr Infos: www.tourismus-indonesien.de

Die fliegenden Händler tragen ihr Angebot in

geflochtenen Körben. Foto unten: Autorin Marion Bloem

ist auch gern einmal mit dem Fahrrad unterwegs

Text Marion Bloem, sYlvia Nause-Meier Foto mike bloem und corbis

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