SOZIAL for you - Planet Beruf.de

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SOZIAL for you - Planet Beruf.de

HEFT 2010 I Sozial FOR YOU I jungs

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MEIN START IN DIE AUSBILDUNG

jungs

Jungs in sozialen Berufen

Kooperationspartner

Ein SErvice-Magazin der


SOZIAL for you

Die Berufswahl ist ein Meilenstein in deinem

Leben. Sie ist die Grundlage für deinen späteren

(Arbeits-)Weg. Deshalb solltest du gut

überlegt entscheiden.

Berufe im sozialen Bereich sind interessant

und vielfältig. Die Arbeit mit Menschen bietet

anspruchsvolle Aufgaben, die dich vor spannende

Herausforderungen stellen.

In diesem Magazin lernst du einige Berufe in

Erziehung, Pflege, Betreuung und medizinischer

Rehabilitation kennen. Jungen, die

diese Berufe ausüben, erzählen, was sie genau

machen. Lass dich von den Reportagen und

Interviews begeistern – ganz ohne Vorurteile.

Vielleicht stellst du dann fest, dass ein sozialer

Beruf genau das Richtige für dich ist. Treffe

deine Berufswahl unabhängig davon, was

andere sagen. Denn du bist du und deine Berufswahl

ist allein deine Sache.

Ich wünsche dir dabei alles Gute.

Dr. Kristina Schröder

Bundesministerin für Familie,

Senioren, Frauen und Jugend

Junge Menschen werden in sozialen Berufen

gebraucht! Das gilt vor allem auch für junge

Männer. „SOZIAL for you“ stellt dir die Berufe

vor, um die es hierbei geht, zum Beispiel Erzieher

oder Gesundheits- und Krankenpfleger.

Du wirst sehen: Die Arbeit mit Menschen

ist spannend und bereichernd. Und auch in

Berufen der Erziehung, Pflege oder Betreuung

kannst du Karriere machen.

Wenn du eine zukunftssichere Ausbildung

suchst, dann solltest du soziale Berufe

in deine nähere Auswahl einbeziehen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im

Berufs-Informations-Zentrum (BiZ) oder der

Berufsberatung deiner Agentur für Arbeit

beraten und informieren dich gerne.

Ich wünsche dir eine erfolgreiche

Berufswahl.

Raimund Becker

Mitglied des Vorstands der

Bundesagentur für ArbeitArbeit

2


Inhalt

Vorworte

Dr. Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

2

Raimund Becker, Mitglied des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit

Hier dreht sich alles um den Menschen

Berufsfelder, in denen du beruflich sozial sein kannst

3

Soziale Berufe haben’s in sich

Freuden und Herausforderungen in sozialen Berufen

4

Jungs, geht neue Wege!

Soziale Berufe zum Kennenlernen für Jungs

6

Sozialer Einstieg

Felix kam über den Zivildienst zu seinem sozialen Beruf.

7

„Menschen, Medizin und Anatomie – das interessiert mich“

Johannes macht eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger.

8

„In der Altenpflege ist kein Tag wie der andere“

Matthias lernt Altenpflegehelfer.

10

„Mit Menschen zu arbeiten ist für mich das Höchste“

Toni macht Karriere im sozialen Bereich und studiert nach seiner

12

Ausbildung ein soziales Fach.

„Ich gebe den Kindern Halt“

Olaf macht eine Ausbildung als Erzieher.

14

„Mein Beruf erfüllt mich“

Florian hat seine Ausbildung zum Physiotherapeuten abgeschlossen.

16

Gewinnspiel

Mach mit und gewinne einen iPod touch.

18

Impressum

Herausgeber

Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg

Herausgeberbeirat

Dr. Margareta Brauer-Schröder, Dr. Barbara Dorn, Heidi Geserich,

Rudi Groh, Gisela Grüneisen, Ulrich Gschwender, Ulrike Hertz,

Werner Klaus, Sybille Kubitzki, Hans Ulrich Nordhaus, Wolfgang

Schierl, Markus Schinner, Christian Strijewski, Alexandra Wierer

Redaktion/Verlag

Redaktion planet-beruf.de

BW Bildung und Wissen Verlag und Software GmbH

Postfach 82 01 50

90252 Nürnberg

Tel.: 0911/9676-310

Fax: 0911/9676-701

Mail: redaktion@planet-beruf.de

Grafische Gestaltung

LATERNA Design GbR

Fotos

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (S. 2, oben); Peter

Dörfel (S. 4, unten); Stadt Regensburg, Peter Ferstl (S. 6, oben und Mitte); Privat

(S. 5, rechts; S. 7, rechts oben, rechts unten, links oben, links unten; S. 8, rechts;

S. 10, links; S. 12 links; S. 14 links); BW Bildung und Wissen Verlag und Archiv

der Bundesagentur für Arbeit

Redaktionsschluss

Januar 2010

Druck

Willmy PrintMedia GmbH, Nürnberg

Gesamtauflage

350.000

Copyright 2010 für alle Beiträge

planet-beruf.de

Mein Start in die Ausbildung

SOZIAL for you

Nachdruck nur mit vorheriger Zustimmung des Verlags und nur mit

Quellenangabe sowie Einsendung eines Belegexemplars gestattet.

Mit Namen gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die

Meinung der Redaktion und des Herausgebers wieder.

Einzelexemplare sind bei den Berufs-Informations-Zentren (BiZ)

der Agenturen für Arbeit erhältlich.

ISSN 1437-1251

SOZIAL for you

Mit Kindern arbeiten, sich um Senioren

kümmern, Menschen mit Behinderung

betreuen – du hast viele Möglichkeiten,

einen sozialen Beruf auszuüben. Mit der

folgenden Übersicht kannst du entscheiden,

wo du beruflich arbeiten willst.

Ältere Menschen

begleiten, ist z.B. eine

Aufgabe im Bereich

Pflege.

Du willst kranke Menschen bei ihrer Genesung unterstützen?

Dann kannst du im Bereich Gesundheit z.B. eine Ausbildung

als Physiotherapeut, Ergotherapeut, Logopäde oder

Masseur und medizinischer Bademeister anfangen.

Du möchtest dich um das körperliche Wohl von Patienten,

Heimbewohnern oder pflegebedürftigen Menschen kümmern?

Dann steig z.B. als Altenpflegehelfer, Gesundheitsund

Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger,

Heilerziehungspfleger oder Sozialbetreuer in die

Pflege ein.

Dein Wunsch ist, Kinder und Jugendliche zu betreuen und

ihre Entwicklung zu fördern? Dann kannst du im Bereich

Erziehung z.B. als Kinderpfleger oder Erzieher arbeiten.

Du möchtest Menschen in Notsituationen zur Seite stehen?

Im Bereich Betreuung kannst du z.B. als Haus- und Familienpfleger

einsteigen.

Du möchtest verwaltende Tätigkeiten im sozialen Bereich

ausüben? Dann bewirb dich z.B. als Assistent im Gesundheits-

und Sozialwesen, Sozialversicherungsfachangestellter,

Kaufmann im Gesundheitswesen oder

Bürokaufmann bei sozialen Organisationen.

Soziale Berufe finden

Im Bereich Gesundheit hilfst du

Menschen, gesund zu werden.

Infos über soziale Berufsfelder findest du

in den planet-beruf.de BiZ-Infomappen Ausbildung

5.1 Pflege, Therapie, medizinische

Assistenz und 13 Soziales, Pädagogik. Die

Mappen kannst du im Berufs-Informations-

Zentrum (BiZ) in deiner Nähe einsehen.

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SOZIAL for you

Konrad, Ausbildung zum

Orthopädiemechaniker

„Orthopädiemechaniker wollte ich zum

einen wegen der handwerklichen Tätigkeit

und zum anderen wegen der Arbeit

mit Menschen werden. Zum Beispiel

Menschen mit Behinderung, die eine

Lähmung haben oder eine Prothese

brauchen, weil sie ein Bein verloren haben.

Ich freue mich, wenn ich jemandem

helfen kann und die Person mit einer

orthopädischen Hilfe wieder gehen

kann. Es gibt mir ein gutes Gefühl,

wenn alles passt und die Leute

zufrieden sind. Außerdem ist

es eine Branche, die gut

läuft, auch in Zeiten der

Wirtschaftskrise.“

Sven, Holger und Konrad machen alle eine Ausbildung

in sozialen Berufen. Für sie gibt es nichts Schöneres,

als mit Menschen zu arbeiten und täglich Dankbarkeit

zurückzubekommen.

Sven, Ausbildung zum

Rettungsassistenten

„Während meines Zivildienstes bin

ich häufig bei Krankentransporten

mitgefahren und habe mich mit den

Rettungsassistenten über ihre Ausbildung

unterhalten. Das hat mir so

gut gefallen, dass ich diesen Beruf

unbedingt lernen wollte.

Jeder Tag in der Arbeit mit Menschen

ist anders. Ich bin ständig unterwegs,

treffe die unterschiedlichsten

Personen und darf ihnen helfen. Die

Patienten befinden sich meist in einer

Extremsituation, wenn wir gerufen

werden.

Die Dankbarkeit, die ich zurückbekomme,

ist daher enorm groß.

Das finde ich toll. Für männliche

Patienten ist es oft angenehmer,

wenn sie von einem Mann

behandelt werden. Bei Frauen

ist es genau umgekehrt.

Es braucht einfach beide

Geschlechter. “

Körperkraft ist in sozialen Berufen

bei vielen Aufgaben gefragt.

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SOZIAL for you

Soziale Berufe haben Zukunft

Weil die Bevölkerung immer älter

wird, werden Pflegekräfte gebraucht.

Und Kindergärten zum Beispiel

brauchen auch männliche Erzieher.

In sozialen Berufen wie Altenpfleger

oder Erzieher hast du deshalb gute

Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Mehr zu den Berufen Heilerziehungspfleger/in,

Orthopädiemechaniker/in

und Rettungsassistent/in findest du auf

www.planet-beruf.de » Berufe finden »

Berufe von A bis Z.

Holger lernt Heilerziehungspfleger.

Holger, Ausbildung zum

Heilerziehungspfleger

„Vor meiner jetzigen Ausbildung habe ich

ehrenamtlich im Behindertenwohnheim

gearbeitet. Im Wohnheim haben sie mir

angeboten, eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger

zu machen, und ich

habe sofort zugesagt.

Neben meinen neun Kolleginnen bin ich

der einzige Mann. Sie sind sehr froh, dass

ich da bin. Denn für diesen Beruf braucht

man viel Körperkraft. Zum Beispiel wenn

wir einen Bewohner aus dem Bett in

den Rollstuhl heben müssen. Wir haben

auch viele junge, männliche Bewohner

im Wohnheim. Manche Themen besprechen

sie lieber mit mir. Sie fühlen sich

wohler, wenn sie mit einem männlichen

Ansprechpartner reden können.

Ich finde es toll, für andere da zu sein, und

mache diesen Beruf sehr gerne. Es ist ein

schönes Gefühl, dass sich die Bewohner

freuen, wenn ich komme.“

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SOZIAL for you

© Stadt Regensburg, Peter Ferstl

Du findest es cool sozial zu sein? Dann

mach das doch zu deinem Beruf! Finde

heraus, ob du das Zeug zum Altenpfleger

oder Erzieher hast! Die Initiative

NEUE WEGE FÜR JUNGS bringt dich

auf den Weg dorthin! – mit Infos, Tipps

und Unterstützung.

Boys’Day?

Du kennst den Girls’Day? Und du hast dich immer

schon gefragt, warum es so etwas nicht auch für Jungs

gibt? Gibt es doch! Nämlich die Initiative NEUE WEGE

FÜR JUNGS! Diese existiert schon seit fünf Jahren und

möchte dich für Berufe interessieren, an die du von

selbst vielleicht nicht gedacht hättest. Manchmal

heißen die Aktionen vor Ort Boys’Day,

manchmal Jungszukunftstag oder einfach

„Was für Jungs“. Besonders geht es dabei

um Berufe im sozialen Bereich wie

z.B. Erzieher. Denn gerade da sind

starke Jungs gefragt! Aber auch die

anderen Frauendomänen – die sogenannten

Dienstleistungsberufe -

bieten Zukunftsperspektiven auch

für Jungs.

Linktipps:

Informier dich! Alles, was du über soziale Berufe wissen

musst, findest du auf www.neue-wege-fuer-jungs.de und

www.respekt-jungs.de!

Und schau dir die Ergebnisse des Medienwettbewerbs „Typ

2020 – was morgen zählt“ auf www.typ2020.de an – Filme,

Songs, Geschichten von Jungs übers Mannsein.

Informationen, Broschüren und Medien gibt es kostenfrei

per Online-Bestellung auf www.neue-wege-für-jungs.de.

Das Projekt NEUE WEGE FÜR JUNGS wird gefördert vom Bundesministerium für

Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie aus Mitteln des Europäischen

Sozialfonds.

Mach dir nicht ins Hemd!

NEUE WEGE FÜR JUNGS bietet dir noch viel mehr.

Teste doch mal dein Können im „Haushaltsparcours“!

Beweise, dass du fit im Bügeln bist! Gleich am nächsten

Projekttag kannst du dich in verschiedenen

Kategorien, wie „Wäschepflege“, mit deinen

Freunden messen – wer von euch näht

einen Knopf am schnellsten an? Oder sei

Reporter und erfahre etwas über coole

Typen in sozialen Berufen oder aktive

Väter – im Online-Spiel „YOU CHOOSE“!

Sprich die Lehrkräfte deiner Schule an

und weise sie auf die Angebote von NEUE

WEGE FÜR JUNGS hin. Ob DVD, Haushalts-

Echt sozial! Genial!

Mach doch einfach mal ein Praktikum und schau

dir aus nächster Nähe an, was ein Krankenpfleger alles

drauf hat. Erlebe das gute Gefühl, anderen Menschen

zu helfen hautnah! Auf www.neue-wege-fuer-jungs.de

findest du über die Datenbank „Jungs Willkommen!“

ganz leicht dein soziales Schnupperpraktikum! – ob

für einen Tag wie bei den Boys’Days oder für länger

als Schülerpraktikum. Auf der DVD „Eigentlich wollte

ich Fußballprofi werden...“ erzählen fünf junge Männer,

wie sie ihren Traumberuf gefunden haben, z.B.

als Erzieher.

© Stadt Regensburg, Peter Ferstl

parcours oder Spiel – alles gibt es kostenfrei.

Respekt Jungs!

Auf www.respekt-jungs.de lernst du Jungen kennen,

vor denen du wirklich Respekt haben kannst! Denn

sie setzen sich mit voller Kraft für andere ein, z.B. als

Jugendgruppenleiter oder als Vorleser. Vielleicht bist

du ja selbst ehrenamtlich tätig? Dann bewirb dich und

mach mit bei der Kampagne „Was geht? Jungs engagieren

sich sozial“! Soziales Ehrenamt ist übrigens eine

tolle Gelegenheit zu testen, ob ein sozialer Beruf für

dich in Frage kommt.

GEFÖRDERT VON:

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SOZIAL for you

Felix tauscht regelmäßig die

Bettwäsche aus, damit das

Wohnen im Heim hygienisch

bleibt.

Nach seinem Mittleren Bildungsabschluss

hat Felix eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker

gemacht. Im Anschluss

leistete er seinen Zivildienst im Seniorenheim.

Nach zwei Wochen stand für ihn fest:

Ich absolviere eine zweite Ausbildung – als

Altenpfleger.

Ältere Menschen brauchen

oft Medikamente. Felix

verteilt sie nach Plan.

Probier’s aus

Zivildienst oder ein Freiwilliges Soziales

Jahr bieten dir einen Einblick in den sozialen

Bereich. Vielleicht findest auch

du so deinen Wunschberuf. Erkundige

dich bei deiner Berufsberatung!

planet-beruf.de: Warum hast du nach dem

Zivildienst die Ausbildung zum Altenpfleger

angefangen?

Felix: Weil mir die Arbeit so gefallen hat.

Du gehst lächelnd in die Arbeit und

kommst mit einem noch größeren Lächeln

wieder raus. Das war in meinem

Beruf vorher sehr selten der Fall. Ich

bin ein lustiger Typ und mache gerne

Späßchen. So bringe ich die Leute zum

Lachen und kriege viel zurück. Vor

allem in Form von Dankbarkeit.

planet-beruf.de: Wie läuft dein Tag

ab?

Felix ist glücklich in der Altenpflege.

Sein Tipp: Schnupper auch du rein!

Felix: Wenn ich Frühschicht habe, fange ich um 6:15 Uhr an. Erst

bekommen die Senioren ihre Körperpflege und danach Frühstück.

Zwischendurch lege ich Verbände an. Morgens, mittags und abends

vor dem Essen mache ich die „Vormedizin“, da messe ich z.B. den

Blutzuckerspiegel von Diabetikern. Nach dem Mittagessen muss ich

dokumentieren, was ich gemacht habe. Um 13:45 Uhr habe ich Feierabend.

planet-beruf.de: Was macht deinen Beruf besonders?

Felix: Die schönen Erlebnisse, die man jeden Tag hat. Neulich hatten

wir zum Beispiel einen 100. Geburtstag. Diese Seniorin mag mich

besonders. Sie strahlt jedes Mal, wenn sie mich sieht. So was gibt mir

wahnsinnig viel Energie für die Arbeit.

planet-beruf.de: Was ist deine Meinung zu Jungs in sozialen Berufen?

Felix: Es könnten mehr sein. Denn man braucht männliche Mitarbeiter

für die Behandlung und Betreuung. Männliche Patienten fühlen sich

oft wohler, wenn sie von einem Mann gepflegt werden. Ich glaube,

manche machen sich falsche Vorstellungen von einem sozialen Beruf.

Ich kann jedem nur empfehlen: Schnuppert einfach mal rein. Es ist

anders, als ihr denkt.

Mehr Infos

Die getane Arbeit dokumentiert

Felix jeden Tag im Computer.

Was ein Freiwilliges Soziales Jahr ist und wie du daran teilnehmen kannst,

erfährst du auch auf www.planet-beruf.de » Sinnvoll überbrücken

» Einsatz lohnt sich und auf www.pro-fsj.de.

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SOZIAL for you

Für die Gesundheit vorsorgen

Je früher Ärzte und Ärztinnen Krankheiten bei einem

Patienten entdecken, desto besser können sie diese

behandeln und desto größer sind die Heilungschancen.

Darum sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sehr

wichtig. Gesundheits- und Krankenpfleger und -pflegerinnen

unterstützen die Ärzte und Ärztinnen bei den

Gesundheits-Checks.

Wer etwas für seinen Körper tun möchte, sollte sich

auch gesund ernähren und Sport treiben. Gesundheitsund

Krankenpfleger und -pflegerinnen kennen sich mit

der Gesundheitsvorsorge gut aus. Sie informieren ihre

Patienten und deren Angehörige zum Beispiel über

gesundheitsfördernde Verhaltensweisen.

Im Krankenhaus gibt es für

den 24-jährigen Johannes

viel zu tun. Hier lernt der

Auszubildende zum Gesundheits-

und Krankenpfleger

Patienten zu betreuen und

ihren Gesundheitszustand

zu überwachen.

Johannes ist mit Leidenschaft

in der Krankenpflege tätig.

planet-beruf.de: Johannes, welche Aufgaben erledigst

du als angehender Gesundheits- und Krankenpfleger

im dritten Ausbildungsjahr?

Johannes: Momentan bin ich im Bereich Innere

Medizin und kümmere mich unter anderem um

Schlaganfallpatienten oder um Menschen mit Herzund

Nierenleiden. Unter Aufsicht betreue ich ungefähr

20 Patienten. Ich helfe ihnen z.B. aus dem Bett und

unterstütze sie beim Waschen und Anziehen. Dafür

braucht man manchmal viel Kraft. Als Mann bin ich

da im Vorteil, auch wenn Frauen das mit der richtigen

Technik natürlich genauso gut können. Ich verabreiche

auch Medikamente und Spritzen, z.B. für Diabetiker,

oder versorge offene Wunden. Meine Aufgaben

spreche ich vorher mit einer ausgelernten Gesundheits-

und Krankenpflegerin ab. Sie kontrolliert alles,

was ich tue.

planet-beruf.de: Muss man in der Krankenpflege jeden

Schritt schriftlich festhalten, damit Patienten optimal

versorgt werden?

Wie der Körper aufgebaut ist,

müssen Gesundheits- und

Krankenpfleger/innen wissen.

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SOZIAL for you

Gesundheits- und

Krankenpfleger/innen

müssen ihre Arbeit

dokumentieren.

Gesundheits- und Krankenpfleger/innen

teilen ihren Patienten Medikamente nach

dem Pflegeplan zu.

Johannes: Ja. Bei neuen Patienten wird ein Pflegeplan

erstellt. Darin ist auch festgelegt, wie sie zu behandeln

sind. Alle Maßnahmen dokumentieren wir in den

sogenannten Kurven. Darin steht auch, welche Medikamente

jeder Patient bekommt.

planet-beruf.de: Arbeitest du im Schichtdienst?

Johannes: Ja. Der Frühdienst dauert von 6 Uhr bis

13:30 Uhr. Im Spätdienst arbeite ich von 13 Uhr bis

20:30 Uhr. Außerdem habe ich jedes zweite Wochenende

Dienst. Während der Ausbildung muss ich zudem

mehrere Nachtschichten übernehmen.

Als Gesundheits- und Krankenpfleger in der Ausbildung

unterstützt mich nachts jemand. Die ausgelernten

Fachkräfte hingegen tragen große Verantwortung, weil

sie alleine etwa 40 Patienten betreuen müssen.

planet-beruf.de: Wenn du nicht im Krankenhaus

arbeitest, lernst du an einer Berufsfachschule für

Gesundheits- und Krankenpfleger die Theorie zu deinem

Beruf?

Johannes: Ich arbeite abwechselnd mehrere Wochen

praktisch und habe dann Blockunterricht an einer

Krankenpflegeschule. Dort unterrichten uns Ärzte

und Ärztinnen zum Beispiel in Anatomie oder Innerer

Medizin. Alles, was mit Pflege zu tun hat, bringen uns

die Pflegepädagogen bei. Weiteren Dozentenunterricht

haben wir in den Fächern Psychologie, Ernährungslehre

und Qualitätsmanagement.

planet-beruf.de: Was gab den Ausschlag für deine Berufswahl?

Johannes: Meine Eltern arbeiten beide im medizinischen

Bereich. So habe ich das Berufsfeld von klein

auf kennengelernt. Bei einem Praktikum in einer

Sozialstation habe ich gemerkt, dass es das Richtige

für mich ist.

planet-beruf.de: Was begeistert dich an deinem Beruf?

Johannes: In erster Linie der enge Kontakt zu Menschen.

Auch für Medizin und Anatomie habe ich mich

schon immer interessiert. Mir ist es wichtig zu wissen,

wie der menschliche Körper funktioniert.

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SOZIAL for you

Pflegepersonal ist gefragt

Frauen und Männer leben immer länger: Die

Lebenserwartung von Frauen liegt heute bei 82

Jahren, von Männern bei 77 Jahren und sie steigt bis

zum Jahr 2050 auf 88 bzw. 83 Jahre an. In der Folge

wird auch die Gesellschaft immer älter: Heute sind

etwa 20 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre und älter.

2050 werden voraussichtlich über 30 Prozent der Menschen

in Deutschland im Seniorenalter sein.

Gerade ältere Menschen brauchen medizinische Betreuung

und Pflege. Schon heute ist gut ausgebildetes

Pflegepersonal wie Altenpflegehelfer/innen und Altenpfleger/innen

gefragt.

Während der Ausbildung zum Zimmerer

stellte Matthias fest, dass die Tätigkeit doch

nicht zu ihm passte. Welches Berufsfeld

aber war das Richtige? Matthias fand

die Antwort während eines Praktikums

in einer Einrichtung für Senioren.

Matthias hat mit der Ausbildung

zum Altenpflegehelfer das Richtige

für sich gefunden.

„Das Praktikum hat mir von Anfang

an gefallen“, sagt Matthias.

„Es macht Spaß, den Leuten zu

helfen und Zeit mit ihnen zu

verbringen.“ Als Einstieg in die

Altenpflege bot sich für Matthias

die Ausbildung zum Altenpflegehelfer

an. Den dafür

nötigen Hauptschulabschluss

brachte er mit. Da die Berufsfachschule

außerdem eine

zwölfmonatige Berufspraxis

voraussetzte, verlängerte

Matthias sein Praktikum um

die erforderliche Zeit.

Der Ausbildungsstart liegt inzwischen schon einige

Monate zurück. Mit seiner Entscheidung ist Matthias

zufrieden: „Der Unterricht an der Berufsfachschule gefällt

mir gut“, erklärt er. Zwei Tage pro Woche sammelt

er an der Schule theoretisches Wissen und lernt, ältere

Menschen zu betreuen.

Abschlussbezeichnung

Je nach Bundesland kann die Abschlussbezeichnung

im Beruf Altenpflegehelfer/in auch Pflegefachhelfer/in

(Altenpflege), Gesundheits- und Pflegeassistent/in

oder Kranken- und Altenpflegehelfer/in lauten.

Unterstützung beim Waschen ist eine

tägliche Aufgabe in Seniorenheimen.

Ältere Menschen durch den Tag begleiten

Die Praxis lernt Matthias in einer Einrichtung für ältere

Menschen mit Behinderung der Diakonie Kork. Dort

versorgt er gemeinsam mit einer ausgebildeten Fachkraft

zehn Bewohner zwischen 60 und 85 Jahren.

„Gegen 7:00 Uhr wecken wir die Bewohner und helfen

ihnen bei der Körperpflege und beim Anziehen“, schildert

der Auszubildende. Als Mann fällt es ihm etwas

leichter als seinen Kolleginnen, die Menschen dabei zu

heben oder zu stützen. „Am Anfang fiel es mir nicht

leicht, den Bewohnern beim Waschen zu helfen oder

sie beim Essen zu unterstützen“, erinnert sich Matthias.

Inzwischen hat er sich an den engen Körperkontakt

gewöhnt.

Dein Beruf als Film

Auf www.berufe.tv findest du Filme zum Beruf Altenpfleger/in,

Gesundheits- und Krankenpfleger/in und

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in.

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SOZIAL for you

Gesellschaft leisten

und helfen – auch beim

Essen. Das gehört zur

Altenpflege.

Astrid Müller, Geschäftsführung,

Paritätische Berufsfachschule für

Sozial- und Pflegeberufe gGmbH

„Der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften

in der Altenpflege ist groß. Wir nehmen

hauptsächlich Jungendliche mit Hauptschulabschluss

für die Ausbildung im Beruf Altenpflegehelfer/in

auf.

Dieser Beruf ist ein wichtiges Sprungbrett.

Wer ihn erfolgreich abschließt, kann die Ausbildung

zum/zur Altenpfleger/in beginnen und

unter bestimmten Voraussetzungen sogar im

zweiten Ausbildungsjahr einsteigen.“

Aufräumen, organisieren und Auskunft

geben

Tagsüber arbeiten die Bewohner in den angeschlossenen

Hanauerland Werkstätten oder werden heilpädagogisch

gefördert. Sind sie aus dem Haus, räumt

Matthias auf, macht die Betten und spült ab. „Am

späten Nachmittag gehen wir mit den Senioren einkaufen

oder erledigen Arztbesuche“, erzählt Matthias.

„Meistens spreche ich mit den Ärzten, weil die Bewohner

sich nicht so gut ausdrücken können.“ Wenn gerade

Zeit ist, telefoniert Matthias mit Angehörigen der

Bewohner oder organisiert Wochenendausflüge und

Geburtstagsfeiern. Nach einem gemeinsamen Abendessen

bringt er die Menschen zu Bett und macht sich

selbst auf den Heimweg.

Hier ist Flexibilität gefragt

Die Arbeit mit Menschen ist nie eintönig. Der Pflegeplan

gibt den beruflichen Tagesablauf vor. „Aber die Heimbewohner

sind nicht jeden Tag gleich. Man weiß nie,

was einen erwartet“, sagt Matthias. Flexibel muss der

22-Jährige auch bei seinen Arbeitszeiten sein. Schließlich

arbeitet er oft am Wochenende und hat dafür unter der

Woche freie Tage.

Die Ausbildung zum Altenpflegehelfer dauert ein Jahr.

Doch Matthias will weiter lernen und eine Ausbildung

zum Altenpfleger anschließen. Um seine berufliche Zukunft

macht er sich keine Sorgen: „Aus meiner Sicht hat

man sehr gute Chancen, in der Altenpflege unterzukommen“,

sagt er zuversichtlich. „Es gibt immer mehr alte

Leute in Deutschland und darum braucht man in Zukunft

auch mehr Pflegepersonal.“

Einstieg in soziale Berufe

In einigen Pflegeberufen werden zum Berufseinstieg abhängig

vom Bundesland ein- oder zweijährige Helferausbildungen

angeboten. Die Voraussetzung zur Teilnahme ist ein Hauptschulabschluss

oder ein vergleichbarer Bildungsabschluss.

Absolventen dieser Ausbildungen können im Anschluss eine

Ausbildung im dreijährigen Ausbildungsberuf desselben Fachgebiets

aufnehmen.

Mögliche Ausbildungswege sind z.B. Altenpflegehelfer/in -

Altenpfleger/in, Heilerziehungpflegehelfer/in - Heilerziehungspfleger/in

oder Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/in -

Gesundheits- und Krankenpfleger/in.

Altenpflegehelfer/innen kümmern sich darum, dass die

Heimbewohner immer frische Wäsche im Schrank haben.

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SOZIAL for you

Im Oktober beginnt Toni sein Studium

im Fach „Soziale Arbeit“. Nach einer

Ausbildung als Sozialassistent und

einem Fachhochschulabschluss kommt

der 19-Jährige damit ans Ziel seiner

Wünsche: Er erschließt sich neue

Aufgabengebiete in der Arbeit mit

Menschen.

Erste Station: ein Beruf mit Kindern

In welche Richtung er beruflich wollte, stand für Toni

schon lange fest. Seit einem Praktikum in der 9. Klasse:

„Ich habe damals im Kindergarten gearbeitet und

sofort gemerkt: Das ist es. Ich hatte Talent, die Kinder

zu unterhalten und ihnen etwas beizubringen. Und es

hat mir Spaß gemacht“, erzählt Toni.

Nach dem Mittleren Bildungsabschluss bewarb er

sich um einen schulischen Ausbildungsplatz als

Sozialassistent. An der Schule, die ihn annahm,

war es möglich, gleichzeitig die Fachhochschulreife

zu erwerben.

Sein Interesse für den

sozialen Bereich entdeckte

Toni bei einem Praktikum

im Kindergarten.

Doppelqualifikation

Du kannst in manchen Berufen eine duale oder

schulische Berufsausbildung machen und erwirbst

gleichzeitig deine Fachhochschulreife. Das nennt

man Doppelqualifikation. Voraussetzung dafür ist

der Mittlere Bildungsabschluss.

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SOZIAL for you

Ein Studium eröffnet auch

im sozialen Bereich größere

berufliche Möglichkeiten.

Mehr Chancen dank Studium

Die Möglichkeit, einen höheren Schulabschluss zu

erwerben, wollte sich Toni nicht entgehen lassen.

Schließlich berechtigt die Fachhochschulreife zum

Studium. „Und mit einem Studienabschluss stehen mir

mehr Einsatzmöglichkeiten im sozialen Bereich offen“,

sagt Toni. „Außerdem kann ich mehr verdienen.“

So hat er sich für die Doppelqualifikation entschieden

und neben der Berufsausbildung für die Fachhochschulreife

gelernt. „Meine Noten waren viel besser als

früher in der Schule“, erzählt der 19-Jährige. „Damit

stand für mich fest: Ich ziehe das durch und gehe dann

studieren.“

Wer beruflich weiterkommen

möchte, muss bereit sein zu

lernen.

Die Arbeit mit Kindern ist auch nach dem

Studium wichtig

Inzwischen hat Toni Berufs- und Schulabschluss

in der Tasche. Auch sein halbjähriger Einsatz in einer

Kindertagesstätte, den er zur Anerkennung der

Fachhochschulreife brauchte, liegt hinter ihm.

Momentan absolviert er ein Vorpraktikum zum Studium

- in einem Familienwohnheim. Dort betreut er

Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren. Er lebt mit

ihnen zusammen, hilft ihnen bei Hausaufgaben und

Problemen und ist damit voll in seinem Element.

Auch nach dem Studium würde er hier gerne weiterarbeiten.

„Eine Stelle in der Verwaltung reizt mich

nicht“, sagt der 19-Jährige. „Ich möchte direkt mit

Kindern arbeiten. Sie zu erziehen, zu fördern und

ihnen zu helfen, erwachsen zu werden, ist eine wichtige

und schöne Aufgabe“, sagt er strahlend. „Man

bekommt so viel dafür zurück.“

Abschlussbezeichnung

Den Berufsabschluss als Sozialassistent/in

erwirbt man durch eine schulische Ausbildung,

die nach landesrechtlichen

Regelungen durchgeführt wird. In manchen

Bundesländern heißt die Abschlussbezeichnung

auch Sozialhelfer/in.

Weitere Infos zum Beruf Sozialhelfer/in /

Sozialassistent/in findest du unter

www. planet-beruf.de » Berufe finden »

Berufe von A bis Z.

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SOZIAL for you

Kinder brauchen männliche und weibliche Vorbilder

Til Schweiger hat es in seinen Filmen „Keinohrhasen“

und „Zweiohrküken“ vorgemacht: Als „Ludo Decker“

arbeitete er in einem Kinderhort und kam dabei

super an. Schließlich brauchen Kinder auch männliche

Vorbilder. Jungs werden also als Erzieher dringend

gebraucht. Einstiegsmöglichkeiten gibt es genügend:

Zwischen 2007 und 2008 wurden in ganz Deutschland

mehr als 1.000 neue Betreuungseinrichtungen für

Kinder eröffnet und weitere sollen folgen.*

* Quelle: Deutsches Jugendinstitut

Olaf lernt in Hessen den

Beruf des Erziehers.

Im Herbst macht er seine

Abschlussprüfung. Dann

liegen fünf Jahre Ausbildung

hinter dem 23-Jährigen:

zuerst die Ausbildung zum

Sozialassistenten, dann die

zum Erzieher. Der harte

Weg hat sich für Olaf gelohnt.

Er liebt seinen Beruf.

Im Hort helfen Erzieher/innen

ihren Schützlingen auch bei

den Hausaufgaben.

Olaf arbeitet als Erzieher im Hort.

Nach der Realschule wollte Olaf unbedingt

Erzieher werden. Dafür musste er jedoch erst eine

Ausbildung zum Sozialassistenten absolvieren.

So bekam er die Zulassung zur Ausbildung zum

Erzieher. In ihr ist Olaf mittlerweile im Anerkennungsjahr

und das heißt, er sammelt Berufspraxis.

Das tut er in einer Kindertagesstätte in Frankfurt

am Main. Dort betreut er Kinder zwischen sechs und

zwölf Jahren.

Tagesablauf im Hort

Vormittags besprechen die Erzieherinnen und Erzieher

die Ereignisse vom Vortag und bereiten den

Ablauf des Nachmittags vor. Gegen 12 Uhr treffen die

Hortkinder von den angrenzenden Schulen ein. Nach

einem gemeinsamen Mittagessen hilft Olaf ihnen

bei den Hausaufgaben. Ab 15 Uhr bietet die Kindertagesstätte

verschiedene Projekte an. Olaf leitet eine

Musik AG: „Wir tanzen, singen oder bauen Trommeln

und Rasseln“, erklärt er.

Pädagogik, Psychologie und Co.

Während des Anerkennungsjahrs besucht der 23-

Jährige einmal pro Woche die Fachschule für Sozialpädagogik.

„In kleinen Gruppen sprechen wir auch

darüber, was wir in den Betreuungseinrichtungen

erleben“, erklärt Olaf. In den ersten Jahren der

schulischen Ausbildung standen Fächer wie Pädagogik

und Psychologie, Bewegung und Musik oder

Kinder- und Jugendrecht auf seinem Stundenplan.

Zusätzlich belegte Olaf die Wahlfächer Jugendarbeit

und Arbeit mit Menschen mit Migrationshintergrund.

Das Wissen aus diesem Unterricht hilft ihm im Hort

weiter. „Sehr viele unserer Hortkinder haben Migrationshintergrund“,

sagt der Auszubildende. Er beteiligt

sich an einem Sprachprojekt der Kindertagesstätte:

„Wir machen gemeinsam Ausflüge und sprechen

anschließend darüber“, erklärt Olaf. „Dabei lernen die

Kinder frei zu reden und verbessern ihre Aussprache.“

14


SOZIAL for you

Wer mit Kindern gut auskommt, bringt schon eine

Voraussetzung für den Beruf Erzieher/in mit.

Kindern ein Vorbild sein

In Hort und Kindergarten

spielt die musikalische

Erziehung eine große Rolle.

Die Arbeit im Hort ist nicht einfach. „Viele Kinder

haben ein großes Gewaltpotenzial“, erzählt er. „Sie

streiten sich oft oder gehen aufeinander los.“ Olaf

beobachtet die verhaltensauffälligen Kinder. Mit seinen

Kolleginnen und Kollegen berät er sich, wie man ihnen

helfen kann.

Gerade Kindern, die ohne Vater aufwachsen, ist

Olaf ein Vorbild. „Mein Kollege und ich sind wichtige

Bezugspersonen“, erklärt er. „Jungen und Mädchen

kommen häufiger zu uns und schütten uns ihr Herz

aus.“ Die Jugendarbeit in sozialen Brennpunkten liegt

ihm. „Ich bin hier, um den Kindern Halt zu geben“,

bekräftigt Olaf. „Und das Vertrauen, das sie mir schenken,

ist super.“

Im Kindergarten werden

Kinder spielerisch gefördert.

15


SOZIAL for you

Sportlern bei Bestleistungen helfen

Ob Fußball, Basketball oder Leichtathletik – Leistungssportler

und -sportlerinnen holen alles aus ihrem

Körper heraus und geraten dabei oft an ihre körperlichen

Belastungsgrenzen. Wer sich so einsetzt,

riskiert schnell eine Zerrung, eine Muskelverhärtung

oder im schlimmeren Fall Muskelfaser- und Bänder-

risse oder Verstauchungen. Physiotherapeuten und

-therapeutinnen halten die Muskeln durch Massagen

elastisch, nehmen ihnen den Druck und machen sie fit

für Höchstleistungen. Nach Verletzungen machen sie

Sportler/innen wieder fit für den Sport.

Florian ist Physiotherapeut. Der

22-Jährige hat im Herbst 2009 seine

Ausbildung beendet. Jetzt arbeitet er

in der Physiotherapiepraxis Physio

Point. Dort hilft er vielen Patienten:

Er lindert ihre Schmerzen oder verbessert

ihre Bewegungsmöglichkeiten.

planet-beruf.de: Florian, warum wurdest du Physiotherapeut?

Florian: Meinen Zivildienst habe ich im Krankenhaus

geleistet. Dort lernte ich Physiotherapeuten kennen

und sah mir an, wie sie arbeiten. Das hat mir so gut

gefallen, dass ich mich für den Beruf entschied.

planet-beruf.de: Wie verlief deine Ausbildung?

Florian: Ich habe drei Jahre lang an der Berufsfachschule

gelernt. Dort gab es praktische Fächer wie

Krankengymnastik und Massage. Dabei haben

wir alle Therapieformen aneinander ausprobiert.

Zusätzlich hatte ich Anatomie, Physiologie und andere

theoretische Fächer. Wir hatten auch Unterricht in

Krankheitslehre wie Innere Medizin oder Neurologie.

planet-beruf.de: Hast du während deiner Ausbildung

auch Berufspraxis gesammelt?

Physiotherapeuten und -therapeutinnen

leiten Patienten in Krankengymnastik an.

Florian: Ab dem zweiten Ausbildungsjahr war ich abwechselnd

jeweils sechs Wochen an der Schule und

sechs Wochen im Praktikum in Krankenhäusern oder

Reha-Kliniken.

planet-beruf.de: Welche Beschwerden haben deine

Patienten?

Florian: Sie haben Rückenschmerzen oder Verletzungen

an Schulter, Hüfte und Knie. Viele jüngere Patienten

haben Sportverletzungen.

planet-beruf.de: Wie behandelst du deine Patienten?

Florian: Ich biete Krankengymnastik und Massagen an

oder ich übe mit den Patienten an Trainingsgeräten.

Bei Menschen mit verstauchtem Knöchel wende ich oft

eine Lymphdrainage an. Das ist eine leichte Massage,

die den Heilungsprozess anregt.

16


SOZIAL for you

Profifußballer brauchen

Physiotherapeuten.

Weitere Informationen zu den Berufen Gesundheitsund

Krankenpfleger/in, Altenpflegehelfer/in,

Erzieher/in und Physiotherapeut/in findest du unter

www.planet-beruf.de » Berufe finden » Berufe von A bis Z.

planet-beruf.de: Dokumentierst du die Fortschritte

deiner Patienten?

Florian: Im Therapiebericht schreibe ich auf,

welche Maßnahmen ich angewendet habe und

was sie bewirkt haben.

planet-beruf.de: Welche Stärken brauchst du in

deinem Beruf?

Florian: Man sollte gut mit Menschen umgehen

können und kontaktfreudig sein. Genauso sollte

man sich für Medizin interessieren und genug

Kraft mitbringen, um die Übungen mit den

Patienten durchzuführen. Als Mann ist man da

manchmal im Vorteil.

planet-beruf.de: Hast du für dich die richtige

Berufswahl getroffen?

Florian: Ja, der Beruf interessiert mich sehr und

erfüllt mich. Wenn ich abends von der Arbeit

nach Hause komme, habe ich ein gutes Gefühl.

Denn ich weiß, dass ich heute wieder Menschen

helfen konnte.

Physiotherapeuten und -therapeutinnen arbeiten

häufig mit Patienten, die Gelenkprobleme haben.

Physiotherapeuten und -therapeutinnen

wenden in der Therapie auch Geräte an.

17


Gewinnspiel

Hast du das Magazin fleißig gelesen und dich schon über

die vorgestellten Berufe informiert? Dann mach mit. Wir

verlosen zwei iPod touch und zwei iTunes-Geschenkkarten

im Wert von 25 Euro.

Maile die richtigen Antworten

mit deinem Vor- und Nachnamen

und deiner Postanschrift an:

redaktion@planet-beruf.de

Stichwort „Gewinnspiel MINT &

SOZIAL for you

oder schicke eine Postkarte an:

Was lernt Anne in

ihrer Ausbildung zur

IT-System-Kauffrau

nicht?

Womit arbeitet Vanessa als

Vermessungstechnikerin?

1.

2.

a) Mit CAD-Programmen

b) Mit CAT-Programmen

c) Mit CUT-Programmen

a) Kunden beraten

b) Programmieren

c) Philosophieren

Was macht Tanja in ihrem Ausbildungsberuf

Elektronikerin für Geräte In welchem Ausbildungsjahr

ist Olaf

3. 4.


Redaktion planet-beruf.de

„Gewinnspiel MINT & SOZIAL

for you

BW Bildung und Wissen Verlag

und Software GmbH

Postfach 82 01 50

90252 Nürnberg

Einsendeschluss ist der

28.04.2010

Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.

Eine Barauszahlung ist nicht möglich.

Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit,

des Verlags Bildung und Wissen in Nürnberg

sowie deren Angehörige dürfen an dem Gewinnspiel

nicht teilnehmen. Der Rechtsweg

ist ausgeschlossen.

in seiner Ausbildung

zum Erzieher?

und Systeme, wenn ein Gerät nicht

mehr läuft?

a) Im dritten Jahr

b) Im vierten Jahr

c) Im fünften Jahr

a) Sie bestellt ein neues Gerät.

b) Sie tauscht die fehlerhaften Teile aus.

c) Sie bringt es in die Werkstatt zur Reparatur.

Welcher Plan gibt Matthias in der Ausbildung zum

Altenpflegehelfer seinen Tagesablauf vor?

5.

a) Ablaufplan

b) Pflegeplan

c) Tagesplan

Welche Aufgaben hat Johannes als

Gesundheits- und Krankenpfleger?

6.

a) Allergietests durchführen

b) Gesichtsmasken auflegen

c) Medikamente verabreichen

18

Mehr über die genannten Berufe findest du auf

www.planet-beruf.de » Berufe finden » Berufe von A bis Z.


MINT for you

Strom aus Solaranlagen

Wenn du mit offenen Augen durch deine Stadt läufst,

ist dir bestimmt schon aufgefallen, dass immer mehr

Häuser Sonnenkollektoren auf ihren Dächern haben.

Sie sammeln die Kraft der Sonne und erzeugen daraus

Strom.

Für die Steuerung der Solaranlagen werden Mikrochips

und Halbleiter verwendet. Diese müssen vor Auslieferung

vom Hersteller getestet werden. Elektroniker

und Elektronikerinnen für Geräte und Systeme stellen

beispielsweise Testsysteme und Steuerungen her.

Tanja macht nach ihrem Mittleren Bildungsabschluss

eine Ausbildung zur Elektronikerin

für Geräte und Systeme bei der Firma Multitest.

Zu ihren Aufgaben gehört es, elektronische

Baugruppen zusammenzusetzen und Fehler

in Systemen zu finden. Die 17-Jährige tut das

mit Begeisterung.

Technik und Teamarbeit

„An meinem Beruf haben mich die Aufgaben überzeugt“,

sagt Tanja. Die 17-Jährige absolvierte während

ihrer Schulzeit ein Praktikum bei ihrem heutigen Ausbildungsbetrieb.

Dort stellte sie begeistert fest, wie

viele Tätigkeiten eine Elektronikerin für Geräte und

Systeme ausführt.

„Wir lernen, elektronische, mechanische und elektrische

Bauteile zu montieren und zu verdrahten, sie

zu Systemen zusammenzubauen und in Betrieb zu

nehmen. Wir prüfen Geräte auf Fehler. Mein Ausbildungsbetrieb

stellt Maschinen her, mit denen man

Mikrochips testen kann. Auch am Aufbau der kompletten

Systeme sind wir während der Ausbildungszeit

beteiligt“, erzählt die Auszubildende. Neben den

technischen Aufgaben kommt bei der Arbeit im Team

auch die menschliche Seite nicht zu kurz. „Ich habe

tolle Kollegen und Kolleginnen“, schwärmt Tanja.

Das Innenleben von elektronischen

Geräten ergründen

Tanja testet in ihrem Beruf auch,

ob und wie viel Strom fließt.

Die Fehlersuche macht Tanja besonderen Spaß. „Es

ist schön, wenn man herausfindet, warum ein Gerät

nicht mehr läuft“, sagt sie. „Oftmals liegt es nur an

einem kleinen Bauteil, das kaputtgegangen ist. Das

kann ein Kabel mit Wackelkontakt sein oder eine

durchgeschmorte Platine“, sagt sie. Die fehlerhaften

Teile tauscht sie aus. Dann läuft das Gerät wieder.

„Es ist unglaublich, dass so kleine Bauteile ganze Maschinen

lahmlegen oder funktionieren lassen“, sagt

Tanja. Die Fehlersuche ist aber nicht nur spannend.

Sie ist für Elektroniker und Elektronikerinnen auch eine

der wichtigsten Aufgabenbereiche. „Es gibt kaum mehr

ein Gerät, das ohne Mikrochips oder elektronische

Bauteile läuft“, sagt die 17-Jährige. „Sie stecken fast

überall drin, in Handys, Computern oder Multimediageräten.“

16

Oszilloskope machen für

Elektroniker/innen – Geräte

und Systeme Spannungen

sichtbar.


MINT for you

Elektroniker/innen – Geräte und Systeme

testen Bauteile für Sonnenkollektoren.

Mikrochips

Nicht ohne Fingerfertigkeit und Mathe

Das Wissen um elektronische Vorgänge ist nur die eine

Seite des Berufs. Für die täglichen Aufgaben braucht

Tanja zudem viel Fingerfertigkeit und handwerkliches

Geschick. „Auch Mathematik ist wichtig“, berichtet

Tanja. „Schließlich muss ich bei meiner Arbeit oft

Schaltungen berechnen“, erklärt sie.

Für den Aufbau von Baugruppen nach einem Plan kann

sie auch ihre Kenntnisse im Technischen Zeichnen

und ihr räumliches Vorstellungsvermögen gut gebrauchen.

Mikrochips heißen auch integrierte Schaltungen (ICs). Sie

sind sehr kleine, verdrahtete elektronische Bauelemente,

die auf Halbleitern untergebracht werden. Halbleiter sind

Festkörper, die aus einem oder mehreren chemischen Elementen

bestehen.

Ein Mikrochip entsteht in etwa 350 Produktionsschritten. Es

ist besonders wichtig, sämtliche Funktionen vor dem Einbau

in das Endgerät zu überprüfen. Die Chips werden deshalb

verschiedenen Extrembedingungen (z.B. Hitze, Kälte) ausgesetzt

und nach erfolgtem Test, wenn nötig, aussortiert.

Auch Frauen können Elektronik

Dass ihr Beruf besser zu Männern passen würde, hält

sie für ein Vorurteil. „Ich bekomme die Elektronik von

Anfang an erklärt“, sagt sie. „Ich kann es genauso lernen,

wie jeder andere.“ Bestes Beispiel ist eine ihrer

nächsten Ansprechpartnerinnen in der Firma. Diese

hat vor Jahren schon eine Ausbildung als Elektronikerin

bei Multitest absolviert.

Kleiden kann sich Tanja im Beruf auch wie sie will. Sie

muss sich weder besonders schick zurechtmachen

noch muss sie Arbeitskleidung tragen. „Nur Sicherheitsschuhe

sind Pflicht. Aber die sieht eh niemand“,

lächelt sie.

Weitere Informationen zu den Berufen Vermessungstechniker/in,

IT-System-Kaufmann/-frau, Produktionsfachkraft

Chemie und Elektroniker/in – Geräte

und Systeme findest du unter www.planet-beruf.de »

Berufe finden » Berufe von A bis Z.

Einen Film zum Beruf Elektroniker/in – Geräte und

Systeme kannst du auf www.berufe.tv ansehen.

Auch handwerklich müssen

Elektroniker/innen – Geräte

und Systeme fit sein.

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MINT for you

Heißprägefolien für Zahnpasta

Was unterscheidet eine Zahnpasta der einen Marke

von der einer anderen? Ohne die Inhaltsstoffe zu

kennen, ist das vor allem das Aussehen der Tube.

Oder besser: der Aufdruck der Folie, den jede Tube vor

dem Verkauf bekommt. Diesen Aufdruck stellen zum

Beispiel Produktionsfachkräfte für Chemie her.

Sie bedrucken dazu durchsichtige Kunststofffolien,

sogenannte Polyesterträger. Mit verschiedenen Lacken

bilden sie unterschiedliche Farben und Schriftzüge ab.

Wenn du etwas Bestimmtes kaufen willst, weißt du

dank dieser Arbeit, zu welchem Produkt du greifen

musst.

Svenja lernt Produktionsfachkraft

Chemie. Die 18-Jährige stellt bei

ihrem Ausbildungsbetrieb, der

KURZ-Gruppe, Prägefolien her.

Damit werden Laptops, Lippenstifte,

Shampoos oder Zahnbürsten mit

ihrem Marken- und Produktnamen

ausgezeichnet.

Ihr Ausbilder erklärt

Svenja die Eigenschaften

einer Heißprägefolie.

Produktionsfachkräfte

Chemie arbeiten meist in

großen Produktionshallen.

planet-beruf.de: Warum hast du den Beruf Produktionsfachkraft

Chemie gewählt?

Svenja: Ich wollte unbedingt einen Beruf, der mit

Chemie zu tun hat und in dem ich handwerklich

arbeiten kann. Im Beruf Produktionsfachkraft Chemie

habe ich beides.

planet-beruf.de: Warst du schon immer handwerklich

interessiert?

Svenja: Ja, ich habe schon als Kind gern gebastelt und

mit Opa oder Papa kleinere handwerkliche Projekte,

z.B. den Bau eines Hasenstalls, verwirklicht.

planet-beruf.de: Was tust du als Produktionsfachkraft

Chemie?

Svenja: Mein Ausbildungsbetrieb stellt Folien her, die

später auf Kunststoffteile wie Radiogehäuse oder Verpackungen

von Kosmetikartikeln geprägt werden. Ich

„füttere“ die Produktionsmaschine mit den Lacken,

14


MINT for you

Auch Schilder können mit

Heißprägefolie beklebt

werden.

Lösungs- und Bindungsmitteln, die zum Beschichten

der jeweiligen Folie gebraucht werden. Dabei passe

ich auf, dass die Maschine richtig läuft und dass keine

Fehler oder Kleckser auf der Folie entstehen.

In der Ausbildung lerne ich außerdem die anderen

Abteilungen kennen: die Entwicklungsabteilung, das

Lackmischzentrum, wo Lacke hergestellt und gemischt

werden, und die Kontrolle, wo die Endprodukte überprüft

werden.

planet-beruf.de: Welche Fähigkeiten brauchst du, um

in deinem Beruf gut zu sein?

Svenja: Vor allem brauche ich handwerkliches

Geschick und technisches Verständnis. Denn ich muss

die Druckmaschine bedienen und reparieren, wenn sie

nicht funktioniert.

Für das Mischen der Lacke ist Chemie wichtig. Und zum

Messen, Steuern und Regeln der Maschinen brauche

ich Mathe- und Physikkenntnisse.

planet-beruf.de: Hast du in deinem Beruf auch mit

Menschen zu tun?

Svenja: Ja, es besuchen uns sehr oft Kunden, um zu

überprüfen, wie ihr Produkt hergestellt wird und ob es

so aussieht, wie sie es sich vorstellen. Und natürlich

komme ich täglich mit Arbeitskollegen und Vorgesetzten

zusammen.

planet-beruf.de: Du bist jetzt im ersten Ausbildungsjahr.

Hast du schon Pläne für deine berufliche Zukunft?

Svenja: Geplant habe ich noch nichts. Aber ich weiß

schon, dass ich einen Abschluss als Meisterin oder

Technikerin erreichen könnte. Die Möglichkeit, mich

weiterzubilden und dabei im Beruf zu bleiben, gefällt

mir ganz gut.

planet-beruf.de: Würdest du deinen Beruf anderen

Mädchen weiterempfehlen?

Svenja: Ja. Es sagt zwar jeder, dass das ein typischer

Männerberuf ist, aber wenn man Lust drauf hat und

das will, dann schafft man das auch. Der Beruf bietet

außerdem viel Abwechslung und vielleicht gefällt es

auch anderen Mädchen, dass man viel mit den Händen

machen kann.

Die Heißprägefolien

werden in großen

Maschinen bedruckt.

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MINT for you

Du willst MINT-Berufe

kennenlernen und dich

näher mit Mathematik,

Informatik, Naturwissenschaften

und Technik

befassen? Dann besuch

doch z.B. mal eine Messe

oder einen Schülerkongress

zu diesem Thema! Der

Terminplaner zeigt dir, wo

du in diesem Jahr MINT

entdecken kannst!

Richtung MINT

abheben: Bei

diesen Terminen

geht’s.

14. April 2010: Hightech 3D in Oberhausen

Schnuppere einen Tag lang in den Bereich Optik bei

der Firma NanoFocus AG hinein. Anmelden kannst du

dich unter www.lightupyourlife.de. Auf der Homepage

findest du auch noch weitere Termine für MINT-Veranstaltungen.

15. April 2010: Mit Volldampf MINT-wärts

bei MAN SE in München

Lerne erfolgreiche MINT-Initiativen für Schülerinnen

und Studierende kennen. Mehr Infos zu der Veranstaltung

erhältst Du unter www.mintzukunftschaffen.de.

Termine für Ausbildungsmessen

findest du auf

www.planet-beruf.de » Jetzt starten » Hol dir Infos.

19. - 23. April 2010: TectoYou auf der

HANNOVER MESSE

Erlebe spannende Experimente und entdecke Berufe

in der Technologiebranche mit TectoYou. Die Initiative

ist auf der HANNOVER MESSE, der weltgrößten

Technikschau, vor Ort. Mehr Infos gibt’s unter

www.tectoyou.de.

18./19. Juni 2010: Tag der Technik

Unternehmen in ganz Deutschland laden dich ein,

die Welt der Technik hautnah zu erleben, und wollen

dich für technische Berufe begeistern. Was

2010 in deiner Nähe geboten ist, erfährst du unter

www.tag-der-technik.de.

25. - 26. Juni 2010: Schülerkongress

Wirf einen Blick auf neueste MINT-Forschung beim

Schülerkongress des Physikclubs Nordhessen. Der Veranstaltungsort

wird noch bekannt gegeben. Näheres

erfährst du ab April 2010 unter www.physikclub.de.

4. November 2010: MINT-Botschafter-

Konferenz in Berlin

Lerne spannende Menschen mit Erfahrung im MINT-

Bereich kennen, z.B. Preisträger von "Jugend forscht“,

Astronauten oder Professoren. Sie können dir auch

als Mentor zur Verfügung stehen. Nähere Hinweise zu

der Veranstaltung findest Du ab Oktober 2010 unter

www.mintzukunftschaffen.de.

12

Merk dir die MINT-Termine gleich vor.

So vergisst du nichts.


MINT for you

Um die Fachhochschulreife

zu erwerben,

muss man viel lernen.

Anja schlägt gleich zwei Fliegen mit einer

Klappe: Sie macht bei der Siemens AG eine

Ausbildung und erwirbt gleichzeitig ihre

Fachhochschulreife. Das nennt man in Bayern

DBFH (Duale Berufsausbildung und Fachhochschulreife)

und hat viele Vorteile.

Mittlerer Bildungsabschluss –

und was dann?

Eigentlich wollte Anja nach dem Mittleren Bildungsabschluss

mit der Schule weitermachen, aber ihr Mathelehrer

hat sie auf eine bessere Idee gebracht: eine

Doppelqualifikation bei Siemens. Dort kann sie eine

Ausbildung zur Elektronikerin für Geräte und Systeme

absolvieren und gleichzeitig die Fachhochschulreife

erwerben. Da Anja am Girls’Day schon in die Welt

der Technik hineingeschnuppert hat und den elektronischen

Beruf richtig spitze fand, sagte sie sofort zu.

Viele Vorteile

Anja hat durch die Verbindung von Berufsausbildung

und Fachoberschule (FOS) viele Vorteile. „Ich kann

einen weiteren Abschluss machen und dabei Geld

verdienen. Das spart Zeit! Außerdem sammle ich

durch meine Ausbildung Praxiserfahrung“, meint sie.

Der 17-Jährigen wird außerdem bei einem späteren

Studium vom Betrieb ein Mentor zugeteilt. „So verliere

ich nicht die Verbindung zu meinem Ausbildungsbetrieb!“

Stromstärke

und Spannungen

bestimmen,

gehört zu Anjas

Aufgaben.

Doppelqualifikation:

Doppelqualifikation im dualen System bedeutet, du

machst eine duale Berufsausbildung und erwirbst

gleichzeitig deine Fachhochschulreife. Voraussetzung

ist der Mittlere Bildungsabschluss. Der Unterricht zur

Fachhochschulreife erfolgt in der im Bundesland dafür

üblichen Schulform.

Mit dem Oszilloskop hat Anja in

ihrem Beruf oft zu tun: Es zeigt

Spannungsverläufe.

Oft kein Zuckerschlecken

„Ausbildung und Schule unter einen Hut zu bringen,

ist manchmal schon sehr schwierig“, sagt Anja. Sie

hat neben der Berufsschule zusätzlich Unterricht in

der Fachoberschule. „Deshalb muss ich am Tag ein

bis zwei Stunden lernen. Viel Freizeit bleibt da nicht.

Trotzdem würde ich mich jederzeit wieder für die DBFH

entscheiden!“ erklärt sie. Schließlich ist das ihre Eintrittskarte

für das Bachelorstudium der Elektrotechnik!

„Und wenn’s klappt, hänge ich auch noch den Master

dran“, sagt Anja.

Studieren nach der FOS

Weitere Infos

Über Doppelqualifikationen

informiert auch

www.ausbildungplus.de.

In den meisten Bundesländern erwirbt man die Fachhochschulreife

an Fachoberschulen (FOS). Mit der Fachhochschulreife

erwirbst du die Berechtigung, an einer Fachhochschule

jedes beliebige Studienfach zu studieren.

Ob du weitere Zugangsvoraussetzungen erfüllen musst,

erfährst du bei der Fachhochschule.

13


MINT for you

Homepage für die Schule

Dinge kaufen und verkaufen, Freunde suchen und

finden – all das spielt sich heute auch über das Internet

ab. Firmen und Unternehmen sind deshalb längst mit

Webseiten im Netz vertreten.

Und auch immer mehr Schulen nutzen das Internet,

um sich und ihr Schulprogramm vorzustellen.

Hat deine Schule schon eine Homepage? Wenn nicht,

könntet ihr im Informatikunterricht eine schuleigene

Internetseite erstellen.

Kunden beraten und im Umgang mit neuer Software

schulen, Systemlösungen erstellen und IT-Angebote

ausarbeiten – für Anne ist das beruflicher Alltag. Sie ist

bei STRATO in der Ausbildung zur IT-System-Kauffrau

und fühlt sich in der Computer-Welt äußerst wohl.

Berufswahl in zwei Anläufen

Eigentlich wollte Anne Versicherungskauffrau werden.

Doch nach einem halben Jahr Bewerbungsmarathon,

vielen Vorstellungsgesprächen und Auswahlverfahren

hatte sie noch immer keine Stelle. „Also habe ich mich

neu orientiert“, sagt Anne.

„Ich wollte keinen Beruf im Einzelhandel“, sagt die

22-Jährige. „Und bei der IT dachte ich: Programmieren,

das lern ich nie.“

Doch ihr Freund, ein Fachinformatiker, zerstreute die

Bedenken. „Er zeigte mir, dass es auch IT-Berufe gibt,

wo Programmieren nicht die Hauptsache ist“, erzählt

Anne. So kam sie zum Beruf IT-System-Kauffrau.

Programmieren wird zur Leidenschaft

IT-System-Kaufleute

müssen sich mit Computern

auskennen.

Ihre Scheu vor dem Programmieren kann Anne heute

gar nicht mehr verstehen. Sie programmiert eigene

kleine Projekte inzwischen sogar in ihrer Freizeit.

„Mich fasziniert es, etwas zu schaffen, das funktioniert

und anderen die Arbeit erleichtert“, erklärt sie

voller Begeisterung.

Auch der Rest der Ausbildung macht ihr großen Spaß.

„Der Beruf ist sehr vielseitig. Ich löse in der Telefon-

Hotline die Computer-Probleme von Kunden. Ich

betreue im Back-Office Kundenverträge. Ich plane und

erarbeite IT-Angebote. Und ich schule Kunden in der

Anwendung neuer Software,“ sagt Anne.

10


MINT for you

Lernbereitschaft und Kommunikationsfähigkeit

zahlen sich aus

IT-System-Kaufleute

schulen Kunden im

Umgang mit neuen

Computer-Programmen.

In den eineinhalb Jahren ihrer Ausbildung ist Anne nicht

nur in der Computer-Welt, sondern auch im Team voll

angekommen. Sie gilt als besonders gut vernetzt im

Unternehmen und wurde sogar in die Auszubildendenvertretung

gewählt.

Diese Entwicklungen hätte sich Anne nicht träumen

lassen. Die Anforderungen für den Beruf sind nämlich

hoch: mindestens Mittlerer Bildungsabschluss, gute

schulische Leistungen und erste Erfahrungen mit

Computern. „Ich hatte Interesse zu lernen und mich

in die Richtung weiterzubilden“, sagt Anne. Das hilft

zusätzlich.

Der Sprung ins kalte Wasser kann es

bringen

Nach allem, was sie von ihrem Beruf inzwischen

kennt, steht für Anne fest: „Ich kann die Ausbildung

zur IT-System-Kauffrau nur weiterempfehlen.“ Sie hat

gelernt, dass man keine Angst vor der Technik zu

haben braucht. „Mit Interesse und Lernbereitschaft

gibt es auch hier keine unlösbaren Probleme“, lächelt

sie.

Und schließlich bietet der Beruf ja auch ganz viel

Kontakt zu Menschen: „Ich helfe ständig jemandem.

Am Telefon oder ganz persönlich, wenn ich z.B. den

Computer eines Kollegen wieder zum Laufen bringe.“

Im nächsten Jahr tut Anne das sogar in Spanien – bei

einem Auslandspraktikum.

Als IT-System-Kauffrau/-mann

löst du Computer-Probleme

von Kunden auch am Telefon.

Mehr Infos zum Beruf erhältst du auf www.berufe.tv

und www.planet-beruf.de » Berufe finden » Berufe

von A bis Z oder auf www.it-berufe.de.

11


MINT for you

Das öffentliche Verkehrsnetz – ein Fall für die Vermessungstechnik

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, ist eine prima

Sache. Man steigt in die richtige Linie ein und wird

genau an seine Zielhaltestelle, z.B. vor der Schule oder

vor dem Kino, gebracht. Wo Bus oder Bahn entlangfahren,

weißt du dank der Arbeit von Vermessungstechnikern

und Vermessungstechnikerinnen.

Sie stecken vor dem Bau der neuen Straßen und Schienen

die Umrisse der geplanten Strecken ab. Wenn die

Strecke gebaut ist, vermessen sie diese zusammen mit

Ingenieuren und Ingenieurinnen und übertragen die

Ergebnisse in ihre Computer. Aus den Daten entstehen

dann Stadtpläne, auf denen du lesen kannst, wo dein

Bus oder deine Bahn fährt.

Vanessa lernt Vermessungstechnikerin beim Amt für Bodenmanagement

Heppenheim. Die 18-Jährige trägt Informationen über Gebäude, Straßen und

Flurstücke in eine Datenbank ein. Ganze Städte speichert sie so im Computer

und liefert damit einen Beitrag für die Entstehung von Landkarten.

Vanessa lernt

Vermessungstechnikerin.

planet-beruf.de: Was tust du

genau als Vermessungstechnikerin?

Vanessa: Der Außendienst

vermisst draußen Flächen, Grundstücke,

Straßen und Gebäude. Diese Messergebnisse

trage ich am Computer in das

Amtliche Liegenschaftskataster-Informationssystem

(ALKIS) ein.

Als Vermessungstechnikerin ermittle ich Koordinaten

von Grenzpunkten, berechne Grundstücksflächen

und halte die Daten in ALKIS auf

dem neuesten Stand.

planet-beruf.de: Bist du selbst auch mal im Außendienst?

Vanessa: Im Außendienst arbeiten meist Ingenieure

und Ingenieurinnen. In meiner Ausbildung darf ich

das Aufgabengebiet aber auch kennenlernen und z.B.

Vermessungen mit GPS, Nivellier und elektronischen

Messgeräten wie dem Tachymeter durchführen.

planet-beruf.de: Wie bist du denn auf deinen Beruf

gekommen?

Vermessungstechniker/innen lesen auch

Pläne und berechnen Grundstücksflächen.

GPS ist ein System, mit dem anhand von Satelliten

im Weltall Lage und Ort von Grenzen u.Ä.

genau bestimmt werden können.

Das Nivellier ist ein Messinstrument, mit dem

Höhenunterschiede gemessen werden.

Das Tachymeter ist ein Gerät, mit dem man

Horizontalrichtungen, Vertikalwinkel und

Schrägstrecken zum Zielpunkt ermitteln kann.

Neu vermessen

Die Ausbildung in der Geoinformationstechnologie

ändert sich. Ab 2010 wird der Beruf Vermessungstechniker/in

in den Fachrichtungen Vermessung und

Bergvermessung ausgebildet. Zusätzlich entsteht der

Beruf Geomatiker/in. Die Ausbildungen passen sich

dem veränderten Berufsalltag an, der immer stärker

vom Computer bestimmt ist.

8


MINT for you

Vanessa: Ich wollte unbedingt einen Beruf mit Mathematik

machen. Eine Bekannte hat mir die Ausbildung zur Vermessungstechnikerin

vorgeschlagen. Ich habe mich über

den Beruf informiert und mich dafür entschieden.

planet-beruf.de: Dreht sich der Beruf wirklich so sehr um

Mathematik?

Vanessa: In der Berufsschule schon. Da haben wir viel

Geometrie, Algebra und Trigonometrie. Im Betrieb spielt

Mathe aber kaum eine Rolle. Dort ist es wichtiger, dass

ich mit Programmen am Computer umgehen kann. Früher

wurde ja noch von Hand kartiert. Aber inzwischen pflegen

wir alle Vermessungsdaten mithilfe von CAD-Programmen

(Computer-Programme, in denen Modelle und Räume

dargestellt werden können) ein.

planet-beruf.de: Wie kommst du damit zurecht?

Vanessa: Sehr gut. Mit den CAD-Programmen kann man

ganze Landschaften im Computer entwerfen. Mit den

neuesten Programmen sieht man sogar schon alles in 3-D

und kann am Rechner auch dreidimensional messen. Das

ist klasse.

planet-beruf.de: Hast du auch mit Menschen zu tun?

Vanessa: Eher weniger. Nur im Kundenservice beraten

wir Menschen, wenn sie Auskunft über ihr Flurstück haben

möchten oder Fragen zum Grundstückswert haben. Auf

der Grundlage unserer Datenerfassung entstehen aber

auch Wanderkarten oder Stadtpläne. Die helfen dann

Wanderern oder Städtereisenden.

planet-beruf.de: Würdest du deinen Beruf weiterempfehlen?

Vanessa: Ja. Denn er macht einfach Spaß. Aber man

muss Lust haben, mit Computern und Programmen zu

arbeiten. In Zukunft dreht sich alles um Geoinformationssysteme

und CAD. Die Luftaufnahmen von Orten, die wir mit

unseren Daten vergleichen, kommen auch schon digital

bei uns an.

planet-beruf.de: Wie stellst du dir deine berufliche Zukunft

vor?

Vanessa: Erstmal ist mir wichtig, dass ich übernommen

werde. Später werde ich vielleicht die Hochschulreife

nachholen. Mir macht der Außendienst besonders Spaß.

Mit einem Studium der Vermessungstechnik könnte ich

dort arbeiten.

In der Ausbildung

lernt Vanessa auch

den Außendienst

kennen.

9


MINT for you

An der Düsseldorfer Realschule „In der Lohe“

stehen Naturwissenschaften und Technik ganz

oben auf dem Stundenplan. Denn die Einrichtung

ist seit 2007 „MINT-Realschule“. Lisa fühlt

sich hier gut aufgehoben. Sie kann sich hier

optimal auf den Start in einen MINT-Beruf vorbereiten.

Lisas Lieblingsfach ist Chemie. Sie mag besonders die Experimente.

Mit Chemikalien und Gasbrennern zu experimentieren

gehört an der Realschule „In der Lohe“ zum Schulalltag.

Die Schule bietet Kurse und Wahlfächer in Chemie,

Informatik und Technik an. In Technik wird mit Werkstoffen

wie Holz, Metall oder Kunststoff gearbeitet. In

Informatik lernen die Schüler/innen die Grundlagen

der EDV. Und in Chemie wird zum Beispiel unterrichtet,

wie Solaranlagen Strom erzeugen.

Das Richtige für MINT-Begeisterte

Lisa ist 16 Jahre alt und besucht die „MINT-Realschule“

schon seit 6 Jahren. Die neue Ausrichtung der Schule

auf MINT gefällt ihr gut. „Mein Lieblingsfach ist Mathematik.

Ich bin darin sehr gut“, erklärt sie. „Chemie und

Bio machen mir genauso Spaß. Besonders wenn wir

Experimente durchführen.“

Lisa möchte später

beruflich in der

Apotheke arbeiten.

Berufswunsch: MINT

Beruflich möchte Lisa später in einer Apotheke arbeiten.

Das hat sie nach einem Praktikum entschieden,

das sie in der neunten Klasse gemacht hat. „Ich habe

geholfen, Medikamente herzustellen und durfte

gemeinsam mit den Angestellten Kunden beraten“,

erzählt sie.

Noch offen ist für Lisa, welchen Ausbildungsweg sie

nehmen wird. Mit dem Mittleren Bildungsabschluss

könnte sie eine Ausbildung als Pharmazeutisch-technische

Assistentin beginnen oder eine Fachoberschule

besuchen. Dort könnte sie die Fachhochschulreife

erwerben und später studieren.

„An meiner Schule bereite ich mich auf

meine Zukunft vor“

Egal, welchen Weg sie einschlagen wird: Die „MINT-

Realschule“ bereitet die 16-Jährige auf beide Laufbahnen

vor. „Wir bekommen naturwissenschaftliches und

technisches Wissen vermittelt, das ich für einen höheren

Schulabschluss und für eine Ausbildung brauchen

kann“, sagt Lisa.

Unterricht in Technik gehört in vielen

MINT-Schulen zum Stundenplan.

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MINT for you

Hast du schon mal beim Girls’Day mitgemacht?

Nein? Dann wird es aber höchste

Zeit! Der nächste Girls’Day findet im April

statt - 2010 am 22. April, 2011 am 14. April.

An diesem Tag hast du wieder Gelegenheit,

Berufe und Unternehmen in den Bereichen

Technik, Naturwissenschaften, Handwerk

und IT kennenzulernen!

In einigen MINT-

Bereichen ist

Fingerfertigkeit

gefragt.

Das Girls’Day-Team –

deine Ansprechpartnerinnen

© www.girls-day.de

Girls’Day –

was ist das?

Der Girls’Day ist dein Tag. Jedes

Jahr im April können Mädchen ab

der 5. Klasse in zahlreiche Unternehmen, Hochschulen,

Forschungszentren und Labore hineinschnuppern.

Ausbildungsmöglichkeiten entdecken

Wenn du dich bisher noch nicht für Technik interessierst:

Dieser Tag ist deine Chance, den MINT-Bereich zu entdecken

und dich über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren! Erlebe,

wie spannend Lernen und Arbeiten in den Bereichen Technik,

IT, Handwerk und Naturwissenschaften sein kann. Schnuppere

in einen Studiengang hinein oder teste einen Ausbildungsberuf

im Labor oder in der Werkstatt. Vielleicht stellst du fest, dass

so ein Beruf genau dein Ding ist!

So meldest du dich an:

Suche einfach im Internet auf www.girls-day.de unter „Aktion

suchen“ nach Veranstaltungen in deiner Nähe. Oder sieh dir

die „Aktionslandkarte“ an. Anmelden kannst du dich entweder

telefonisch oder online ab Januar und spätestens bis zum Tag

vor dem Girls’Day um 12 Uhr mittags.

Aber denk daran, dass du von der Schule befreit werden musst.

Sprich dazu mit deinen Eltern und mit deiner Lehrerin oder

deinem Lehrer und frage, ob du am Girls’Day – Mädchen-

Zukunftstag teilnehmen kannst. Wenn du einen Antrag auf

Freistellung vom Unterricht benötigst, findest du dafür ein

vorbereitetes Formular auf www.girls-day.de.

Du kannst dich jederzeit an das Girls’Day-

Team wenden. Ab Anfang März direkt vor dem

Girls’Day wird eine Hotline mit der Nummer

05 21/1 06 - 73 54 eingerichtet.

Die Adresse ist:

Bundesweite Koordinierungsstelle

Projekt Girls’Day –Mädchen-Zukunftstag

Wilhelm-Bertelsmann-Strasse 10

33602 Bielefeld

E-Mail: maedchen@girls-day.de

In MINT-Berufen kannst

du auch kreativ sein.

Linktipp:

Weitere Infos zum Girls’Day findest du unter

www.girls-day.de.

Die Bundesweite Koordinierungsstelle des Girls’Day – Mädchen-

Zukunftstags wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung

und Forschung (BMBF), dem Bundesministerium für Familie,

Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie aus Mitteln des

Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union. Girls’Day –

Mädchen-Zukunftstag ist ein Projekt des Kompetenzzentrums

Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. und eine Gemeinschaftsaktion

des BMBF und des BMFSFJ, der Initiative D21, der

Bundesagentur für Arbeit, des Deutschen Gewerkschaftsbundes,

der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des

Deutschen Industrie- und Handelskammertages, des Zentralverbandes

des Deutschen Handwerks und des Bundesverbandes der

Deutschen Industrie.

© www.girls-day.de

GEFÖRDERT VON:

7


MINT for you

Leben retten, die Erde schützen oder einfach nur

kleine Probleme des Alltags lösen. Die Forschung

in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften

und Technik macht es möglich.

Wer einen MINT-Beruf ergreift, kann manche technische

Lösung selbst mit auf den Weg bringen.

Straßen über die Internetoder

GPS-Funktion im Handy

suchen, ist die Zukunft.

Technik, die Leben retten hilft

Knochenbrüche, Tumore, innere Blutungen nach

schweren Unfällen – bei solchen Krankheitsbildern

helfen oft nur noch Operationen. Damit Ärzte dann

Leben retten können, sind Werkzeuge wie Skalpelle,

Zangen, Schrauben oder Endoskope und Operationsroboter

nötig.

Solches Operationsbesteck fertigen z.B. Chirurgiemechaniker/innen.

Tragbare Navigationsgeräte

Den Weg zum Vorstellungsgespräch kannst du auch

auf deinem Mobiltelefon abrufen. Die MINT-Forschung

entwickelt in Handys eingebaute, tragbare Navigationsgeräte.

Die Bedienung läuft so: Du gibst dein

gewünschtes Ziel ein. Das eingebaute GPS ortet deine

Position über Satellit und das Navi führt dich von deinem

Standort aus durch die Stadt.

An der Entwicklung von Zusatzfunktionen für Handys

sind z.B. Systeminformatiker/innen beteiligt.

Energiegewinnung, die die Umwelt schont

Egal ob Wasserkocher, Radiowecker oder Föhn: Vieles,

was wir täglich benutzen, läuft mit Strom. Der soll unserer

Umwelt zuliebe nicht nur aus Kernkraftwerken

kommen. MINT-Wissenschaftler/innen haben Systeme

entwickelt, um mit Wind, Sonne und Wasser umweltfreundliche

Energie zu gewinnen.

Die neuen Wege zur Energiegewinnung setzen z.B.

Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-, Heizungs- und

Klimatechnik um.

Energie aus Wind oder

Sonne gewinnen – daran

arbeiten MINT-Berufe.

Karriere in MINT

Stadtpläne sind dank

MINT bald out.

Viele Branchen im MINT-Bereich suchen trotz Wirtschaftskrise nach

Fachkräften. Du hast also gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu

finden. Nach dem Berufsabschluss kannst du in MINT-Berufen durch

Weiterbildungen oder ein Studium meist eine Position mit mehr

Verantwortung und besserer Bezahlung erreichen.

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MINT for you

Du hast Interesse an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften

oder Technik? Prima, damit erfüllst du bereits die

erste Voraussetzung für eine Ausbildung in einem MINT-

Beruf. Was in einigen MINT-Branchen sonst noch erwartet

wird, erfährst du hier.

Christian Wolber, Ausbilder im

Bereich Mechatronik bei der

SCHWEIZER ELECTRONIC AG:

„Wer im gewerblich-technischen Bereich

bei uns eine Ausbildung beginnen

möchte, braucht einen guten Hauptschulabschluss

und gute Noten in

Mathe und Physik. Interesse für Technik ist wichtig.

Denn nur wer Begeisterung für die Tätigkeit

mitbringt, kann in der Ausbildung gute Leistungen

erbringen.

In technischen Berufen erledigt man viele Aufgaben

im Team. Die Bewerber und Bewerberinnen sollten

darum kommunikativ und teamfähig sein. Unsere

Auszubildenden müssen zudem verantwortungsbewusst

und zuverlässig sein. Denn sie sind vor

allem im Service tätig und müssen Anlagen von

Kunden termingerecht und sorgfältig reparieren.“

Wenn du im Team

arbeiten kannst,

bist du in MINT-

Berufen gern gesehen.

Dr. Katrin Böhme, Ausbilderin bei der

Siemens AG am Standort Leipzig:

„Für die Ausbildung in den MINT-Berufen bei uns

sollte man einen Mittleren Bildungsabschluss

und sichere Kenntnisse in Mathe und Physik vorweisen.

Die Bewerber/innen sollten sich gut ausdrücken können und mit

Englisch zurechtkommen. Denn deutsch- und englischsprachige

Kollegen und Kunden arbeiten eng zusammen.

Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein sind wichtig, da

unsere Auszubildenden auch Verantwortung für elektrische Anlagen

tragen. Junge Frauen sind für MINT-Berufe gut geeignet,

wenn sie sich für Technik interessieren. Ohne Interesse fällt

es schwer, sich die umfangreichen beruflichen Kenntnisse anzueignen.

Ob es der richtige Beruf ist, können Bewerberinnen

entscheiden, indem sie sich gründlich informieren und z.B. an

einem betrieblichen Praktikum teilnehmen.“

Sabrina, Auszubildende zur Fachinformatikerin der Fachrichtung

Anwendungsentwicklung bei FIZ Karlsruhe:

„Ich habe mich schon immer für Technik interessiert und am eigenen

Computer viel ausprobiert. Ohne dieses Interesse könnte ich

mir das Fachwissen nur schwer einprägen. In der Ausbildung lerne

ich, wie man Software programmiert. Das klappt gut, denn ich bin

in Englisch und Algebra fit. Zudem darf ich kleinere Projekte leiten.

Dafür brauche ich Teamfähigkeit und Flexibilität. Und es hilft, dass

ich mich gut ausdrücken kann.“

Stärken checken

Auf www.planet-beruf.de »

BERUFE-Universum kannst du

überprüfen, ob du Stärken für

MINT-Berufe mitbringst.

Handwerkliches Geschick und

sorgfältiges Arbeiten werden

in MINT-Berufen gefordert.

Du willst MINT-Berufsfelder kennen lernen? Dann schau in die

planet-beruf.de BiZ-Infomappen Ausbildung. Du findest sie im

Berufs-Informations-Zentrum, kurz BiZ, in deiner Nähe.

Mappe 3: Elektro

Mappe 6: Computer und Informatik

Mappe 11: Naturwissenschaften (Mathe, Physik, Biologie, Chemie)

Mappe 14: Technik, Technologiefelder

Mappe 15.1: Rund um Auto, Schiff und Flugzeug

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MINT for you

Du möchtest einen Beruf, in dem sich alles um

Menschen dreht, und hast Lust auf spannende

Aufgaben? Dann ist ein Beruf im Bereich MINT

(Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften

und Technik) vielleicht genau dein Fall.

Mädchen sind in MINT gefragt. MINT-Berufe

werden an vielfältigen Arbeitsplätzen ausgeübt,

z.B. im Labor, in Rechenzentren oder in

der freien Natur. Und Menschen stehen dabei

im Mittelpunkt - egal ob du z.B. Internetseiten

für Unternehmen entwickelst, den Transport

mit öffentlichen Verkehrsmitteln planst oder

bei der Arzneimittelherstellung mitwirkst.

Die Auszubildenden in diesem Magazin

geben dir einen ersten Einblick in die Welt der

MINT-Berufe. Lass dich von ihren Erfahrungen

begeistern und entdecke selbst die Lust auf

einen Beruf im Bereich MINT.

Ich wünsche dir alles Gute für deine Berufswahl!

Dr. Kristina Schröder

Bundesministerin für Familie,

Senioren, Frauen und Jugend

Du stehst jetzt vor deiner Berufswahl. Sie

ist wichtig für deine Zukunft. „MINT for you

unterstützt dich dabei. Es stellt dir interessante

Berufe in den Bereichen Mathematik,

Informatik, Naturwissenschaften und Technik

(MINT) vor.

Mädchen, die den Schritt in MINT gewagt haben,

erzählen dir von ihren guten Erfahrungen.

Sie zeigen dir ihre vielfältigen Aufgaben und

Arbeitsplätze. Dabei wirst du sehen: Auch

MINT-Berufe haben den Menschen im Blick.

Sie bieten zudem gute Einstiegs- und Aufstiegschancen.

Informiere dich über weitere MINT-Berufe im

Berufs-Informations-Zentrum (BiZ) oder bei

der Berufsberatung in der Agentur für Arbeit in

deiner Nähe. Und natürlich auf planet-beruf.de.

Viel Erfolg bei deiner Berufswahl wünscht dir

Raimund Becker

Mitglied des Vorstands der

Bundesagentur für Arbeit

2


Inhalt

Vorworte

Dr. Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

2

Raimund Becker, Mitglied des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit

MINT in meinem Alltag

Was Handy und Kosmetik mit MINT zu tun haben.

3

Warum MINT wichtig ist

MINT kann die Umwelt schützen und Leben retten.

4

Dein Start in MINT

Stärken, die du für einen MINT-Beruf brauchst

5

MINT – von der Schule an

Die richtige Vorbereitung für einen MINT-Beruf

6

Girls’Day – dein Zukunftstag!

MINT zum Ausprobieren für Mädchen

7

„Ich übertrage Orte und Landschaften in den Computer“

Vanessa macht eine Ausbildung zur Vermessungstechnikerin.

8

„Man muss sich neuen Herausforderungen stellen“

Anne lernt IT-System-Kauffrau und fühlt sich wohl in der Computerwelt.

10

Dein MINT-Planer

MINT kennenlernen im Jahr 2010

12

Qualifizier dich doppelt!

Anja erwirbt gleichzeitig Berufs- und Schulabschluss.

13

Produkte unverwechselbar machen

Svenja absolviert eine Ausbildung zur Produktionsfachkraft Chemie.

14

„Zu wissen, wie Maschinen funktionieren, ist faszinierend“

Tanja lernt Elektronikerin für Geräte und Systeme.

16

Gewinnspiel

Mach mit und gewinne einen iPod touch.

18

Impressum

Herausgeber

Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg

Herausgeberbeirat

Dr. Margareta Brauer-Schröder, Dr. Barbara Dorn, Heidi Geserich,

Rudi Groh, Gisela Grüneisen, Ulrich Gschwender, Ulrike Hertz,

Werner Klaus, Sybille Kubitzki, Hans Ulrich Nordhaus, Wolfgang

Schierl, Markus Schinner, Christian Strijewski, Alexandra Wierer

Redaktion/Verlag

Redaktion planet-beruf.de

BW Bildung und Wissen Verlag und Software GmbH

Postfach 82 01 50

90252 Nürnberg

Tel.: 0911/9676-310

Fax: 0911/9676-701

Mail: redaktion@planet-beruf.de

Grafische Gestaltung

LATERNA Design GbR

Fotos

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (S. 2, oben); Peter

Dörfel (S. 8, rechts); www.girls-day.de (S. 7, oben und unten); Thilo Jaeckel

(S.17, oben); Annette Kradisch (S. 6, links unten); Michael Latz (S. 14, links;

S. 15, unten); Ines Männl (S. 12, unten); Achim Tribillian (S. 10, links; S. 11,

oben); Privat (S. 5; Statement rechts oben, Statement links unten, Statement

links oben; S. 6, links oben; S. 8, links; S. 9, rechts; S. 13 rechts Mitte, rechts

unten; S. 14, rechts; S. 16, oben, unten); BW Bildung und Wissen Verlag und

Archiv der Bundesagentur für Arbeit

Redaktionsschluss

Januar 2010

Druck

Willmy PrintMedia GmbH, Nürnberg

Gesamtauflage

350.000

Copyright 2010 für alle Beiträge

planet-beruf.de

Mein Start in die Ausbildung

MINT for you

Nachdruck nur mit vorheriger Zustimmung des Verlags und nur mit

Quellenangabe sowie Einsendung eines Belegexemplars gestattet.

Mit Namen gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die

Meinung der Redaktion und des Herausgebers wieder.

Einzelexemplare sind bei den Berufs-Informations-Zentren (BiZ)

der Agenturen für Arbeit erhältlich.

ISSN 1868-3037

mint for you

MINT hat nichts mit dir zu tun? Das denkst auch

nur du! MINT steht für Mathematik, Informatik,

Naturwissenschaften und Technik. Und ohne

MINT würden wir heute noch leben wie vor 100

Jahren. Denn viele Dinge, die für dich selbstverständlich

sind, gäbe es ohne MINT gar nicht.

Dank MINT können wir

Termine heute mit dem

Handy verabreden und

bestätigen.

Beispiel 1: Das Telefon / Handy

Kannst du dir vorstellen, deine Freundin per Brief zu dir einzuladen?

So machten es Menschen über Generationen hinweg. Erst

Entwicklungen in Informatik und Elektronik machten es möglich,

dass du nur einige Tasten deines Telefons oder Handys zu drücken

brauchst, um mit Menschen zu sprechen, selbst wenn sie

kilometerweit entfernt sind, oder ihnen per SMS eine Nachricht

zukommen zu lassen.

Beispiel 2: Die Körperpflege

Sich morgens ohne Creme, Zahnpasta und Shampoo für den Tag

frisch machen? Das war jahrhundertelang normal. Die Vielfalt an

Pflegeprodukten, wie wir sie kennen und nutzen, wurde erst durch

Entdeckungen in den Naturwissenschaften möglich.

Seitdem entsteht keine Creme und kein Haarfärbemittel ohne

MINT-Beteiligung.

Pflegeprodukte für die Haare werden in

MINT-Berufen entwickelt.

3


HEFT 2010 I MINT FOR YOU I Girls

planet-beruf.de

MEIN START IN DIE AUSBILDUNG

Girls

Mädchen in MINT-Berufen

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