professionalisierung hochschullehrender - ZHW - Universität Hamburg

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professionalisierung hochschullehrender - ZHW - Universität Hamburg

09.10.2012

PROFESSIONALISIERUNG

HOCHSCHULLEHRENDER

Caroline Trautwein, Dipl.-Psych.

Zentrum für Hochschul- und Weiterbildung

Universität Hamburg

41. Jahrestagung dghd, Mainz, September 2012

AGENDA

Forschungskontext

Theoretischer Hintergrund

Forschungsperspektiven

Forschungsdesign

Datenanalyse

Ergebnisse

Strukturmodell akademischer Lehrkompetenz

Veränderungen bezogen auf die drei Ebenen

Implikationen für hochschuldidaktische

Weiterbildung

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09.10.2012

FORSCHUNGSKONTEXT

ProfiLe Hamburg

Studie zur Struktur und Entwicklung

akademischer Lehrkompetenz innerhalb

formeller, strukturierter hochschuldidaktischer

Weiterbildung (Master of Higher Education)

Laufzeit: März 2009 bis Dezember 2011

Teil von ProfiLe (Professionalisierung

in der Lehre)

Gefördert durch das BMBF „Zukunftswerkstatt

Hochschullehre“

Kooperation mit ZHB (ehemals HDZ)

Dortmund und Uni Freiburg

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THEORETISCHER HINTERGRUND

Hochschuldidaktische & schulische Lehrkompetenzmodelle

Strukturmodelle (z.B. Brendel et al. 2006, Baumert & Kunter 2006)

Phasen –und Prozessmodelle der Entwicklung (z.B. Clark &

Hollingsworth 2002, Kugel 1993)

Lehr-Lern-Überzeugungen

Conceptions of/ Approaches to Teaching, Teaching/ educational

Beliefs.... (z.B. Pajares 1992, Kember 1997, Kane et. al. 2002)

Vorstellungen und Annahmen Lehrender in Bezug auf

Rolle als Lehrende, die Rolle der Studierenden, Lehre, Lernen,

Hochschule: Funktion & Rahmen Kontext

Entscheidenden Einfluss auf Lehrhandeln

Explizit (bewusst, espoused) vs. implizit (theorie-in-use, unbewusst, enacted)

Professionalisierungs- bzw. Expertiseentwicklungsprozesse

(Sikes 2006; Akkermann & Bakker, 2011; Beck&Young, 2005; Beijaard et. al. 2004, Bromme

1992)

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09.10.2012

FORSCHUNGSPERSPEKTIVEN

Entwicklung eines Strukturmodells

akademischer Lehrkompetenz

Untersuchung Lehrebezogener Veränderungen

und deren Anlässe aus Sicht der Lehrenden

sowie der Zusammenhänge zwischen

Veränderungsarten und –anlässe

Entwicklung der Lehr-Lern-Überzeugungen in

hochschuldidaktischer Weiterbildung

Rekonstruktion individueller Entwicklungspfade,

fallbezogen

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FORSCHUNGSDESIGN

Explorativ, längsschnittlich

8 Teilnehmende (Variantes Sample: Fachdisziplin, Lehrerfahrung,

Status, Alter)

Kontext: Master of Higher Education (MoHE)

2 Jahre, berufsbegleitend, fakultativ

Module: Planung, Leitung, Methoden, Medien,

studienbegleitendes Modul und Abschlussmodul

Kennzeichen: Interdisziplinär, praxisbegleitend, Reflexion,

theoretische Fundierung

3 Datenquellen, zwei Untersuchungsphasen

1. Phase

2. Phase

1. Semester 2. Semester 3. Semester 4. Semester

Microteaching

Workshops

Episodische

Interviews

Dokumentation Fortschritt

Lehrportfolio

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09.10.2012

DATEN-ANALYSE

Strukturmodell

Heuristischer Forschungsansatz

(Kleining & Witt, 2001)

Ziel: Entdecken

Vorgehen: Iterativer

Prozess

Literaturanalyse

Integration von Theorien

Datenanalyse

Erklärung von

Phänomenen in Daten

mit theoretischen

Konzepten

Diskussion Modellvorformen

zur Einbindung

verschiedenster

Perspektiven

Entwicklung

Daten

15 episodische Interviews & 4

Lehr-Portfolios (aus bd. Phasen)

Focus

Wo berichten Lehrende

lehrebezogene Veränderungen

(Selbstsicht)

Analyse von 377 Textstellen

Thematisches Kodieren (Flick,

1997), abduktiv

Bereiche & Anlässe

Veränderungen

Analyse des gemeinsamen

Auftretens für Identifikation

Zusammenhänge

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STRUKTUR AKADEMISCHER LEHRKOMPETENZ

Realisation in Interaktion 5 Komponenten

Formales Lehr-

Lern-Wissen

Ressourcen

Lehr-Lern-

Philosophie

Fachspezifisch

Lehr-Lern-

Überzeugungen

Fachwissen

& -überzeugungen

Metakognitive

Strategien

Prozesse

Handlungsstrategien

Lehren, Beraten,

Evaluieren, Prüfen, innovatives

Entwickeln,

Kontextwissen

aus

Felderfahrung

Im Handeln wirksam

In der Vor- und Nachbereitung des Handelns wirksam

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09.10.2012

EBENE 1: Veränderungen in Wissen und

Überzeugungen

Veränderungen in Konzepten

Codes des

Clusters

häufigster

Veränderungsanlass

Beispielzitat

• Sicht auf Lehre: Lernendenorientiert

• Sicht auf Lehrendenrolle: Nicht Verkündiger

der Wahrheit

• Sicht auf Lernen: Individuelle Verarbeitung/

Erkenntnis

• Sicht auf Lernende: aktivere Rolle

Metakognition

B3_1: „So, das habe ich jetzt auch gemerkt in der

Reflexion bei diesem Methodenseminar. Ich will

ein bisschen mehr die [Studierenden, CT]

auch fordern, die Sachen machen lassen.“

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EBENE 2: Veränderungen der

Handlungsstrategien

Veränderungen der Lehrperson

Codes des

Clusters

häufigster

Veränderungsanlass

Beispielzitat

• Lehrperson: Abgrenzung

• Lehrperson: souveräner, gelassener

• Lehrperson: Zunahme an Autorität,

Durchsetzungsfähigkeit

Lehrpraxis

B2_1: „..dann war da die Zeit der ersten Handys.

[...] Also das war, glaube ich das einzige Mal,

dass ich tatsächlich mal autoritär aufgetreten

bin und gesagt habe, das wird jetzt abgeschaltet

oder ihr verlasst den Raum.“

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09.10.2012

EBENE 2: Veränderungen der

Handlungsstrategien

Veränderungen der Lehrmethode

Codes des

Clusters

häufigste

Veränderungsanlässe

Beispielzitat

• Mehr Selbstbestimmung/-steuerung

Studierender

• Neue Lehrmethode: Lernkontrolle/

Zwischenevaluation

• Neue Lehrmethode: Experten einladen

• Lehrpraxis

• Seminarbesuch

B6_2: „...also es gelingt mir immer öfter, mal zu

sagen, jetzt erarbeitet euch das mal, es ist mir

gleich, ob ihr das alleine macht oder zu zweit

oder zu dritt, ich gebe euch keine Zeit vor.“

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EBENE 2: Veränderungen der

Handlungsstrategien

Veränderungen im Umgang mit Studierenden

Codes des

Clusters

häufigster

Veränderungsanlaß

Beispielzitat

• Verantwortung an Studierende abgeben

• Umgang mit Studierenden: Klare Ansagen

• Umgang mit Studierenden: Weniger distanziert

• Lehrpraxis

B4_2:“...ich gebe ... Zwischen-Feedback, wo ich

sehe, wo aus meiner Sicht da noch Möglichkeiten

wären, aber wenn sie es nicht umsetzen, dann ist

das so. Und dann denke ich, ist deren

Entscheidung.“

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09.10.2012

EBENE 2: Veränderungen der

Handlungsstrategien

Veränderungen bei der Lehrplanung

Codes des

Clusters

häufigste

Veränderungsanlässe

Beispielzitat

• Abstimmung Ziele - Methoden( - Prüfung)

• Seminarbesuch

• persönliche Motive

LP3_2: „Die Wechselwirkung von Inhalten,

Zielen und Methoden berücksichtige ich nun bei

meiner Seminarplanung...“

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EBENE 2: Veränderungen

Handlungsstrategien

Veränderungen der Metakognition

Codes des

Clusters

Häufigster

Veränderungsanlaß

Beispielzitat

• Zunahme Reflexion: Suche nach Weg im

Dilemma

• Zunahme Reflexion: Kontextsensibilität

• Zunahme Reflexion: Multiperspektivität

• Seminarbesuch

B6_2: „...dass ich auf dieser Suche bin, nach dem

rechten Weg zwischen Input und Lernerfreiheit.“

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09.10.2012

EBENE 3: Veränderungen Kontextwissen

Veränderungen bei der Kontextgestaltung

Codes des

Clusters

Veränderungsanlässe

Beispielzitat

• Einflussnahme auf Rahmen/System

• Seminarbesuch

• Persönliche Motive

• Metakognition

• Kollegiales Lernen

B5_1: „Dass ich jetzt einfach verstehe, was die

im Schlüsselkompetenzzentrum da

machen... [...] einfach zu wissen, wer ist

verantwortlich und vielleicht ... noch mehr ins

Gespräch zu gehen...“

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IMPLIKATIONEN FÜR DIE

HOCHSCHULDIDAKTISCHE PRAXIS

Struktur

akademischer

Lehrkompetenz

Als Orientierung für Curricula hochschuldidaktischer

Weiterbildung

Alle Bereiche des Strukturmodells abgedeckt?

In der Lehrportfolioarbeit

Gebrauch des Strukturmodells,...

um Leitfragen zur Qualitätseinschätzung von LPs abzuleiten

Einsatz in Berufungskommissionen (z.B. Transferprojekt

„Lehrqualität berufen und fördern“)

als Diagnoseinstrument für Entwicklungsfeedback

als Anregung für Entwicklungsaufgaben

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09.10.2012

IMPLIKATIONEN FÜR DIE

HOCHSCHULDIDAKTISCHE PRAXIS

Entwicklung

akademischer

Lehrkompetenz

Um Veränderungen effektiv zu initiieren...

Verknüpfung verschiedener, statt Konzentration auf

einen Veränderungsanlass

Im Seminar, z.B. Bezug zu Lehrpraxis (vergangener

+ zukünftiger) und Lehr-Lern-Überzeugungen

Unterstützung durch studienbegleitende curriculare

Strukturen, z.B. studienbegleitende Lehrportfolios

Für nachhaltige Weiterbildungseffekte...

Bearbeitung Lehr-Lern-Überzeugungen

Um Lehrende „entwicklungskompetent“ zu

machen...

Metakognitive Strategien vermitteln und

unterstützen

Zugang zu formalem Lehr-Lern-Wissen

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