Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

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Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

Abbildung 4:

Ausbreitungsvektoren

im Zeitraum vom 24.4–

31.8.2012. Die Länge

der Achsen beträgt

10 m/s. a: Gesamt;

MMGC-Verhältnis über

Durchschnitt bei b:

Messstation 1 (Sondengarten

OA-SE), c:

Messstation 2 (Dach

Neutronenleiterhalle)

und d: Messstation 3

(Parkplatz WGHA)

a

b

c

d

lichen modifizierten MMGC-Verhältnisse vermehrt

bei nord-nordöstlichen Ausbreitungsrichtungen

auftreten.

(12/3) Dokumentation zur Bestimmung

von Aerosolverlusten in komplexen

Leitungssystemen

Wie bereits im vergangenen Jahresbericht beschrieben,

wurden in 2011 durch zwei Spezialfirmen

Messungen der Aerosolpenetration an einem

Testaufbau für ein neues Probenahmesystem für

den Hochkamin PSI-Ost durchgeführt. In einer weiteren

Analyse wurden die für verschiedene Prüfaerosole

gemessenen Penetrationen mit den Ergebnissen

aus verschiedenen Penetrationsmodellen

verglichen. Figur 5 zeigt den bereits im vergangenen

Jahr berichteten Vergleich der Messwerte mit

Modellrechnungen eines von der A&M-Universität

Texas zur Verfügung gestellten Programms DE-

PO2001a (Figur 6).

Das im Programm DEPO2001a enthaltene Modell

berücksichtigt keine etwaige Resuspension von

Partikeln, was in der Vorhersage einer verschwindenden

Penetration für Partikel mit Durchmessern

grösser als 30 Mikrometer mündet. Diese Vorhersage

steht im klaren Widerspruch zu den gemessenen

Penetrationen der Prüfaerosole S3, L3, S4

und L4. Diese Prüfaerosole weisen praktisch identische

Messwerte der Penetration mit einem Mittelwert

von 0.83 ± 0.02 auf.

Die einfachste Möglichkeit, die Resuspension in

das Modell zu integrieren liegt in der Annahme einer

konstanten Penetration oberhalb eines Grenzdurchmessers

(Figur 7). Wird dieser Grenzdurchmesser

zu 33 Mikrometer gewählt, ist die Summe

der quadratischen Abweichungen zwischen Modell

und Messwerten über alle Prüfaerosole am

niedrigsten. Dieses Modell kann die gemessenen

Penetrationen für alle Prüfaerosole mit Ausnahme

der Polystyren-Partikel LP und SP zufriedenstellend

reproduzieren (Figur 8). Eine mögliche Erklärung

für die unerwartet geringen Penetrationen könnte

in einem zusätzlichen Abscheidemechanismus

durch elektrostatische Kräfte (Elektrodeposition)

liegen.

Die Frage, ob eine zusätzliche Abscheidung durch

Elektrodeposition zwingend für die Erklärung der

Abweichung zwischen Modellrechung und Messwerten

der Penetration der Polystyren-Prüfpartikel

erforderlich ist, wird mit einem vereinfachten Penetrationsmodell

weiter untersucht. Hierzu wird

anstelle der Modelldeposition aus dem Programm

DEPO2001a analog zum Einbezug der Resuspension

ein konstanter Wert von 100% unterhalb

eines Grenzdurchmessers gesetzt. Dieser Grenzdurchmesser,

wie auch der Grenzdurchmesser für

die Resuspension, wird durch die Minimierung der

Summe der quadratischen Abweichungen zwischen

Modellpenetration und Messwerten festgelegt.

Ohne Einbezug der Messwerte für die mono-

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