Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

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Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

Ermittlung der sog. HCLPF-Werte (High Confidence

of Low Probability of Failure). Für die Gesamtstandsicherheit

des Reaktorgebäudes ergab

sich ein HCLPF-Wert von 2,2 g bezogen auf die

Erregung am Fels bei –155 m entsprechend etwa

der 3-fachen NCOE-Erregung.

Bedeutung des Projekts,

Beitrag zur nuklearen Sicherheit

Das ENSI sieht vor allem den folgenden Nutzen des

Projekts für die nukleare Sicherheit:

Überblick zum Stand der Wissenschaft und Technik

für die Erdbebenberechnungen von Kernanlagen

mit tiefer Einbettung im Baugrund, inklusive

der Validierung der Berechnungsmodelle auf

der Basis umfangreicher Aufzeichnungsdaten

realer Starkbeben.

Aufbau von Kenntnissen bezüglich neuer nichtlinearer

Berechnungsmethoden auf dem Gebiet

der Boden-Bauwerks-Interaktion; dies ist insbesondere

wichtig im Hinblick auf die Untersuchungen

an bestehenden Bauwerken infolge der

aktualisierten Erdbebengefährdung (Projekt PE-

GASOS bzw. PEGASOS Refinement).

Möglichkeit einer besseren Abschätzung von

Versagensgrenzen bzw. vorhandenen Tragreserven,

da die Anlage Kashiwazaki-Kariwa teilweise

bis zum Niveau der Bemessungsgrenzen beansprucht

wurde. Eine verfeinerte Analyse von Verletzbarkeitsfunktionen

wird ermöglicht.

Teilnahme an einer internationalen Plattform für

den Erfahrungsaustausch bei Fragen zur Erdbebenbemessung.

Ausblick

Das Projekt KARISMA wurde 2012 mit Abgabe der

Schlussberichte der Teilnehmer beendet. Es wird

seitens der IAEA noch ein Gesamtbericht erstellt,

der voraussichtlich 2013 vorgelegt werden wird.

Eine Weiterführung bzw. ein Folgevorhaben des

Projektes KARISMA ist nicht zu erwarten. Es ist

noch offen, ob die IAEA ein abschliessendes Meeting

mit den Teilnehmern veranstalten wird. Das

Team ENSI/B&H/SPI wird seine Arbeiten zum Projekt

KARISMA auf der 22. SMiRT-Konferenz im August

2013 in San Francisco vorstellen.

1.3.5 PLATEX – Plattform Extremereignisse:

Studie zur Hochwassergefährdung

ENSI-Projektbegleiter: Ralph Schulz

Einleitung

Mit dem Ziel, kohärente Grundlagen im Bereich der

Naturgefahren zur Beurteilung der Risiken für Bauten,

Anlagen und kritische Infrastrukturen bereitzustellen,

wurde im Jahr 2012 ein Koordinationsgremium

für Naturgefahren initiiert. Mitglieder

dieser «Plattform Extremereignisse» (PLATEX) sind

zurzeit das Bundesamt für Umwelt (BAFU), das

Bundesamt für Energie (BFE), die MeteoSchweiz

sowie das ENSI.

Es wurde entschieden, dass sich PLATEX zunächst

mit Fragen der Hochwassergefährdung befassen

wird. Geplant ist insbesondere die Erstellung einer

umfassenden Studie zur Festlegung der relevanten

Gefährdungsannahmen für Extremhochwasser

entlang der Aare unterhalb des Thunersees. Für das

ENSI sind dabei mögliche neue Erkenntnisse im Zusammenhang

mit der Überflutungsgefährdung an

den Standorten der Schweizer Kernkraftwerke von

besonderem Interesse. Zur Erstellung der Studie ist

ein breiter Einbezug der Fachwelt vorgesehen.

Projektziele des Berichtjahres und

deren Umsetzung

Im Berichtjahr stand die Koordination bzw. Organisation

und Abstimmung der Inhalte der geplanten

Studie im Vordergrund. Durchgeführte Arbeiten

waren:

Erstellung des PLATEX-Pflichtenhefts

Entwurf der Projektorganisation und der genauen

Inhalte der Hochwasserstudie

Entwurf der detaillierten Ausschreibungsunterlagen

Diskussion eventuell erforderlicher Vorstudien

Derzeit ist geplant, die Studien zur Hochwassergefährdung

in mehreren Teilprojekten durchzuführen,

wobei für jedes dieser Teilprojekte ein Expertenteam

tätig sein soll. Untersucht werden

voraussichtlich Hochwasserstatistiken inklusive historische

Hochwasser sowie Fragen der Hydrologie,

der Grossraumhydraulik und des Feststofftransports.

Verklausungen und das Versagen wasserbaulicher

Einrichtungen sollen ebenfalls betrachtet

werden. Die Resultate der verschiedenen Untersuchungen

sollen anschliessend zur Ermittlung der

Gefährdung eines Standorts aggregiert werden.

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