Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

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Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

DECO: Anwendung von Simulationsprogrammen

für die Entwicklung vorläufiger Entscheidungshilfen

für die ROAAM;

SEIM: Quantifizierung der Belastungen durch

Dampfexplosionen ausserhalb des RDBs und der

Festigkeiten der relevanten Containmentstrukturen.

1.6 Strahlenschutz

Die Arbeiten im Bereich Strahlenschutz umfassen

ein breites Spektrum anwendungsbezogener Themen.

Sie reichen von der Überprüfung und Kalibrierung

von Messsystemen für ionisierende Strahlung

und der von Helikoptern aus durchgeführten

Messung der Ortsdosisleistung in der Umgebung

von Kernanlagen (Aeroradiometrie) bis hin zur Entwicklung

neuer Analysemethoden für Radionuklide.

Zudem trägt die Mitarbeit an internationalen

Normen zur länderübergreifenden Harmonisierung

im Strahlenschutz bei. Mit diesen Aktivitäten wird

der Strahlenschutz in der Schweiz auf dem Stand

der Technik gehalten und die Ausbildung von Nachwuchskräften

gefördert.

1.6.1 Strahlenschutzforschung

Auftragnehmer: Paul Scherrer Institut PSI

ENSI-Projektbegleiter: Franz Cartier

Bericht der Forscher in Anhang A

Einleitung

Die Sektion Messwesen der Abteilung für Strahlenschutz

und Sicherheit des PSI ist von der Schweizerischen

Akkreditierungsstelle SAS als akkreditierte

Stelle zugelassen. Unter anderem gehören zum

Aufgabengebiet der Sektion:

das Betreiben einer anerkannten Dosimetrieund

Inkorporationsmessstelle,

die Kalibrierung und Eichung von Strahlenmessgeräten,

das Betreiben eines Radioanalytiklabors.

Die Personendosimetrie, also die Messung der äusseren

und inneren Strahlenexposition von Menschen,

ist eine wichtige Aufgabe des Strahlenschutzes.

Die Dosimetrieverordnung stellt hohe

technische Anforderungen an die Dosimetriestellen.

Die Kalibrierung und Eichung von Strahlenmessgeräten

ist eine wichtige Voraussetzung zum Nachweis

der Einhaltung von gesetzlichen Grenzwerten.

Grosse Bedeutung haben auch die Messungen zur

Freigabe von Materialien aus kontrollierten Zonen

und zur Überwachung der Abgaben radioaktiver

Stoffe an die Umgebung.

In der Radioanalytik werden chemische und physikalisch-chemische

Untersuchungen in Verbindung

mit Kernstrahlungsmessungen an verschiedensten

radionuklidhaltigen Proben durchgeführt. Die

Radio analytik hat im Strahlenschutz einen hohen

Stand erreicht. Dennoch ergeben sich immer neue

Anforderungen aus der Praxis, denen mit Neuentwicklungen

von Messmethoden und mit neuen Lösungsansätzen

begegnet werden muss. Beispiele

sind Freimessungen von Schlämmen sowie Messungen

von Umweltproben im Rahmen der Immissionsüberwachung

oder von Proben zur Überwachung

der Inkorporation.

Für das ENSI führt die Sektion Messwesen Expertisen

sowie Entwicklungs- und Forschungsarbeiten

auf dem Gebiet der Dosimetrie, Strahlenmesstechnik

und der Radioanalytik durch.

Projektziele des Berichtjahres

und deren Umsetzung

Generische Strahlenschutzforschung

Im Berichtjahr wurde die Doktorarbeit zur Entwicklung

eines Modells zur atmosphärischen Ausbreitung

von Radionukliden weitergeführt. Es wurden

verstärkt die turbulenten Einströmbedingungen für

die Simulation von grossen Wirbeln untersucht. Zur

Überprüfung des Modells wurden drei gammaspektrometrische

Messstationen an verschiedenen

Orten auf dem PSI-Gelände in Betrieb genommen.

Diese Messstationen sollen die von den Beschleunigeranlagen

kontinuierlich im Rahmen der zulässigen

Grenzwerte an die Umgebung abgegeben

Positronenstrahler messen.

Im Rahmen der Erneuerung des Probenahmesystems

des Hochkamins Ost wurden die Gesamtübertragungsraten

von Aerosolpartikeln durch

zwei auf diese Prüfung spezialisierte Firmen gemessen.

Die Messergebnisse der beiden Firmen zeigten

eine gute Übereinstimmung. Zusätzlich analysierte

das PSI die Messdaten, indem es die gemessenen

Penetrationen mit den Ergebnissen verschiedener

Penetrationsmodelle verglich.

In der Schweiz existieren zwei Messnetze zur laufenden

Überwachung der Dosisleistung, nämlich

NADAM (Netz für automatische Dosisalarmierung

und -messung) der Nationalen Alarmzentrale und

MADUK (Messnetz zur automatischen Dosisleistungsüberwachung

in der Umgebung der Kernkraftwerke)

des ENSI. Im Rahmen eines Praktikums

wurden die Messwerte der NADAM- und MADUK-

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