Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

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Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

Sonden sowie die Rohdaten der Aeroradiometrie

aus den Jahren 1994 bis 2012 im geographischen

Informationssystem ARCGIS und in einer Karte integriert.

Zusätzlich wurden die Messdaten der

Ortsdosisleistung hinsichtlich jahreszeitlicher und

standortspezifischer Schwankungen untersucht.

Dabei zeigte sich, dass diese im Gebirge einen anderen

Jahresverlauf als im Flachland haben.

Im Gebiet der internationalen Strahlenschutznormung

arbeitet je ein Vertreter des PSI in den Arbeitsgruppen

WG14 und WG17 der International

Organization for Standardization ISO aktiv mit. Die

WG14 hat mit der Neuerstellung von zwei ISO-Normen

begonnen. Die eine behandelt die Raumluftüberwachung

am Arbeitsplatz und die andere die

Raum- und Fortluftüberwachung von Beschleunigern

zur Herstellung von Radionukliden für die Positronen-Emissionstomographie

(PET). Die WG 17

hat eine Revision der ISO 7503, einer Norm über

die Messung und Beurteilung von Oberflächenkontaminationen,

beim ISO-Sekretariat als Entwurf

eingereicht. Die drei Monate dauernde Länderabstimmung

begann am 23. September 2012. Die

Sektion Messwesen ist in mehreren Arbeitsgruppen

von EURADOS (European Radiation Dosimetry

Group) vertreten, die die Zusammenarbeit auf dem

Gebiet der ionisierender Strahlung im europäischen

Raum fördert.

Im Jahr 2012 nahm die Sektion Messwesen an Vergleichsmessungen

im Bereich der Radioanalytik auf

nationaler und internationaler Ebene teil. Bei allen

Vergleichsmessungen liess sich eine gute Übereinstimmung

der PSI-Resultate mit den Referenzwerten

feststellen.

Beim Projekt «Anwendung der validierten ISOCS/

LABSOCS-Software für Dichte-, Summations- und

Geometrie-Korrekturen in der Gamma-Spektrometrie»

nahm die Gruppe Radioanalytik an Schulungen

seitens der Firma Canberra teil. Zudem kalibrierte

sie ein charakterisiertes Gamma-Spek -

trometer mit zertifizierten Referenzstandards.

In der Gruppe Radioanalytik wurde mit dem Flüssig-Szintillationsspektrometer

mit Dreifach/Doppel-

Koinzidenz-Messtechnik eine Vorstudie zur genaueren

Bestimmung der Halbwertszeit von

langlebigen Nukliden ( 10 Be, 32 Si, 63 Ni, 93 Zr, 129 I) erfolgreich

durchgeführt.

Zur Verbesserung der Neutronen-Dosimetrie wurde

eine Studie zur Vergleichbarkeit und Reproduzierbarkeit

von CR-39-Auswertungen durchgeführt.

Sämtliche Ergebnisse lagen in einem Unsicherheitsband

von ±15%. CR-39 ist ein Polymer, das als Detektor

verwendet wird. Ein auftreffendes Teilchen

ionisierender Strahlung bildet dabei eine Spur, die

später mikroskopisch ausgewertet wird.

Praktische Strahlenschutzforschung

Die Gebiete um die Kernkraftwerke Beznau (KKB)

und Leibstadt (KKL), das Paul Scherrer Institut (PSI)

und das Zwischenlager Würenlingen wurden auch

in diesem Jahr aeroradiometrisch ausgemessen.

Zusätzlich wurden das Stadtgebiet Zürich, der Rangierbahnhof

Spreitenbach und Gebiete am Lac

Emosson, am Limmersee und Muttsee überflogen

und ausgemessen. Auch wurde eine Transversale

von Bischofszell (TG) zum Grand St. Bernard (VS)

aeroradiometrisch erfasst. Es konnten mit Ausnahme

der Betriebsareale der Kernanlagen keine

erhöhten Messwerte registriert werden. Auf den

Betriebsarealen wurden die gesetzlichen Grenzwerte

eingehalten.

Im Jahr 2012 wurde die Charakterisierung der Neutronen-Bestrahlungseinrichtungen

der PSI-Kalibrierstelle

fortgeführt und abgeschlossen. Das PSI

hat mit Labortests und einem Feldtest ein neues aktives

Personen-Photonendosimeter für die Abteilung

Strahlenschutz und Sicherheit evaluiert. Zudem

hat es mit dem Institut de Radiophysique (IRA)

unter der Leitung des Bundesamts für Metrologie

(METAS) aktiv bei der Überführung der METAS-

Weisungen zur Eichung von Strahlenmessmitteln in

die am 1. Januar 2013 in Kraft tretende neue Verordnung

für Strahlenmessmittel (StMmV) mitgearbeitet.

Es wurden Messungen und Überlegungen zur

möglichen Übernahme der Clearance-Werte aus

dem zukünftigen europäischen Regelwerk als neue

Freigrenzen in die schweizerische Strahlenschutzverordnung

durchgeführt. Stoffe, Gegenstände

und Abfälle, deren Aktivitätskonzentrationen unter

den Freigrenzen gemäss Strahlenschutzverordnung

(Anhang 3, Spalte 9) liegen, fallen nicht in den Geltungsbereich

der Strahlenschutzgesetzgebung. Die

Messungen und Überlegungen zeigten, dass sich

sowohl bei der manuellen wie auch bei der maschinellen

Freimessung von Materialien deutlich längere

Messzeiten ergeben werden.

Im KKM wurde die Freimessanlage für Kleinteile am

Zonenübergang erfolgreich überprüft und neu kalibriert.

Im Weiteren wurde die Thorax-Triagemonitoren

im Kernkraftwerk Beznau (KKB) und im Zwischenlager

Würenlingen (ZWILAG) kalibriert.

In der Radioanalytik wurden vier Messmethoden

entwickelt und erfolgreich getestet:

Bestimmung von Aktiniden in Sedimentproben

des «EAWAG-Klingnau-Projekts»

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