Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

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Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

Richtlinien entwickelt haben. Für ausgewählte Themen

wurden die internationalen mit den nationalen

Sicherheitsanforderungen verglichen, um

Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu identifizieren.

Ein Übersichtsbericht zu diesen Arbeiten liegt

als erster Entwurf vor und wurde beim zweiten

Treffen im Januar 2013 besprochen.

Das ENSI ist im Bericht federführend für das Kapitel

Monitoring für geologische Tiefenlager (zu diesem

Thema siehe auch Kap. 1.7.5). Sowohl der Entwurf

des Dokuments der WENRA als auch ein Entwurf

der IAEA (DS-357) enthalten bereits detaillierte Sicherheitsanforderungen

zum Thema Monitoring.

Insbesondere der aktuelle Entwurf des Safety

Guides (DS-357) der IAEA enthält Ziele und Anforderungen

für die verschiedenen Realisierungsschritte

und Phasen eines Tiefenlagers. Beim Vergleich

der schwedischen, kanadischen, deutschen,

französischen und schweizerischen Richtlinien ist

vor allem der unterschiedliche Detaillierungsgrad in

den Richtlinien auffällig.

Es ist geplant, einen ähnlichen Fragebogen an die

entsorgungspflichtigen Organisationen zu schicken,

um diese bezüglich Lücken und weiteren

Reglungsbedarf zu befragen.

Bedeutung des Projekts,

Beitrag zur nuklearen Sicherheit

Für das ENSI ist die Mitarbeit in SITEX eine gute Gelegenheit,

die Verbindungen zu anderen Aufsichtsbehörden

und deren Experten weiter auszubauen

und von den Erfahrungen der Länder mit fortgeschrittenen

Tiefenlagerprogrammen (z. B. Schweden,

Frankreich) zu profitieren. Die Diskussion über

verschiedene Fachthemen, bzw. wie andere Aufsichtsbehörden

bestimmte Aspekte beurteilen und

überprüfen, kann für das ENSI bei den Beurteilungen

der Arbeiten der Nagra im Sachplanverfahren

geologische Tiefenlager wertvolle Impulse liefern.

Das ENSI gewinnt ausserdem vertiefte

Einblicke darüber, in welchen Ländern welche Expertise

vorhanden ist: Bei Bedarf können seitens

ENSI internationale Experten im Beurteilungsprozess

des Sachplans beigezogen werden. Zusätzlich

erhält das ENSI Hinweise dazu, ob weitere Regelungen

für die geologische Tiefenlagerung in der

Schweiz notwendig sind.

Ausblick

Bis Ende des Jahres 2013 sollen zum Projekt SITEX

alle Arbeitspakete abgeschlossen werden. Auf der

Basis der Resultate soll ein Vorschlag erarbeitet

werden, wie in Zukunft die Arbeitsweise und der

Austausch der Aufsichtsbehörden und ihrer Experten

über diese Plattform verbessert werden kann.

1.7.3 Forschungsprojekt Felslabor

Mont Terri

Auftragnehmer: Forschungsgruppe Ingenieurgeologie

der ETH Zürich

ENSI-Projektbegleiter: Erik Frank

Bericht der Forscher in Anhang A (RC Experiment)

Einleitung

Das Felslabor Mont Terri in St.Ursanne ist ein internationales

Forschungsprojekt, mit welchem Grundlagedaten

zu den hydrogeologischen, geochemischen,

mineralogischen und felsmechanischen

Eigenschaften des Opalinustons erhoben werden.

Diese Eigenschaften sind für die Beurteilung der Sicherheit

und bautechnischen Machbarkeit geologischer

Tiefenlager in Tongesteinen massgebend.

Am Forschungsprojekt beteiligen sich aktuell 15

Organisationen aus 8 Ländern (Schweiz, Frankreich,

Deutschland, Spanien, Belgien, Japan, Kanada

und USA). Das ENSI beteiligt sich seit 2003

am Mont-Terri-Projekt mit eigenen Arbeiten im

Rahmen seiner regulatorischen Forschung. Der gegenwärtige

Forschungsschwerpunkt des ENSI liegt

auf der Charakterisierung der felsmechanischen Eigenschaften

des Opalinustons. Die entsprechenden

Untersuchungen erfolgten im Rahmen einer Dissertationsarbeit,

welche von der Ingenieurgeologie

der ETH Zürich, einem Allianzpartner des ENSI, betreut

werden.

Projektziele des Berichtjahres

und deren Umsetzung

Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten standen

2012 die Auswertung des RC-Experimentes (Rock

Mass Characterisation Experiment), umfangreiche

felsmechanische Laboruntersuchungen an Opalinuston-Proben

sowie Rechensimulationen zur Abbildung

und zum Verständnis des felsmechanischen

Verhaltens des Opalinustons. Zielsetzung

dieses vierjährigen Experimentes ist einerseits die

Untersuchung der durch den Bau der Galerie-08

(Ausbruchquerschnitt von 22 m 2 ) infolge von Spannungsumlagerungen

hervorgerufenen Deformationen

im Opalinuston; bei solchen Ausbrucharbeiten

entsteht eine sogenannte Auflockerungszone

(Excavation Disturbed Zone EDZ) in unmittelbarer

Umgebung des Stollens. Andererseits geht es um

die Erfassung von langfristigen Verformungen im

Gebirge (Konsolidierung, Kriech- und Quellpro-

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ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012

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