Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

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Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

parallel zur Galerie-08 verlaufenden Beobachtungsbohrung

BRC-2 verglichen werden. In die

Rechnungen eingeflossen sind die in den Labortests

ermittelten elastischen Kennwerte und

Festigkeitswerte für intakte senkrechte und parallele

Proben sowie für tektonisierten Opalinuston

(Scher- und Störungszonen). Die Rechensimulationen

zeigen für den intakten Opalinuston

eine heterogene Ausdehnung der EDZ um die

Galerie-08 (Durchmesser 5.2 m) von 0.5 bis 3 m

(Abbildung 14). Im Bereich von stark tektonisiertem

Opalinuston (Störungszone) reicht die EDZ

bis zu 12 m von der Stollenwand in das Gestein

hinein. Diese asymmetrische Ausdehnung der

EDZ ist einerseits das Ergebnis der heterogenen

In-situ Spannungsverteilung (geneigt zur Stollenachse)

und widerspiegelt andererseits den Einfluss

unterschiedlicher Gesteinsfestigkeiten (intakt

versus tektonisierter Opalinuston) und der

dadurch induzierten lokalen Spannungskonzentrationen.

Das mit FLAC 3D simulierte Bruchverhalten

des Opalinustons beim Ausbruch der Galerie-08

(EDZ-Bildung) ist konsistent zu den in der

Beobachtungsbohrung BRC-2 festgestellten Verformungen

sowie zu den Ergebnissen der seismischen

Tomographie-Messungen in den Seitenwänden

der Galerie-08.

Dokumentation der Ergebnisse: Alle bisherigen

Analysen und Untersuchungsergebnisse wurden

themenspezifisch zusammengestellt und dokumentiert.

Die gesamten Resultate werden bis im

Sommer 2013 zu einer Dissertationsarbeit zusammengeführt.

Es ist vorgesehen, Teile daraus in

wissenschaftlichen Zeitschriften zu publizieren.

Bedeutung des Projekts,

Beitrag zur nuklearen Sicherheit

Das Mont-Terri-Forschungsprojekt liefert dem ENSI

wichtige Grundlagendaten, die für die Beurteilung

der Sicherheit und bautechnischen Machbarkeit

eines geologischen Tiefenlagers im Opalinuston

von grosser Bedeutung sind. Das RC-Experiment

ermöglicht, Rückschlüsse über das mechanische

Gebirgsverhalten und die Mechanismen der Verformungen

zu ziehen. Mit dem Rechensimulator

FLAC 3D verfügt das ENSI zusammen mit der Inge-

Abbildung 14:

Numerische Modellierungsergebnisse

zur

Auflockerungszone

(EDZ) im RC-Testabschnitt

der Galerie-08

(Stollendurchmesser

5.2 m). Deutlich erkennbar

ist der Einfluss

präexistierender

Störungszonen (Fault

Zones I-IV) auf die

Ausdehnung und Geometrie

der EDZ. Quelle:

ETH Zürich

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