Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

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Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

der beiden Kurven ist ähnlich, obwohl die Werte

der Gasdurchflusse unterschiedlich sind. Die beiden

Ingenieurbüros Quintessa und Geofirma haben

unterschiedliche Rechenprogramme (QPAC

bzw. TOUGH2) für die Berechnungen verwendet.

Bedeutung des Projekts,

Beitrag zur nuklearen Sicherheit

Die in einem geologischen Tiefenlager eingelagerten

Metalle und organischen Stoffe produzieren

durch Korrosionsprozesse oder aufgrund des Stoffwechsels

von vorhandenen Mikroorganismen Gase

wie Wasserstoff und Methan in den Einlagerungsstollen.

In dichten Wirtgesteinen kann dieses Gas

nur langsam abgeführt werden, und es kommt zu

einem Druckaufbau in den Lagerstollen. Die für die

Langzeitsicherheit eines Tiefenlagers wichtige

Frage ist, ob durch diesen Druckaufbau die Rückhaltefähigkeit

des Wirtgesteins durch die Bildung

von Rissen gefährdet wird.

Das Projekt FORGE bietet dem ENSI Gelegenheit,

sich bezüglich aller relevanten Fragestellungen im

Bereich von Gasbildung und Gastransport in Tiefenlagern

auf dem neusten Stand von Wissenschaft

und Technik zu halten (Arbeitspaket WP1.1).

Mit den Kenntnissen aus dem Arbeitspaket WP1.2

erwartet das ENSI einerseits, neue Modelle zu erstellen,

die für Berechnungen zum Gastransport in

den nächsten Etappen des Sachplans eingesetzt

werden können. Andererseits ermöglicht dieses

Projekt, Rechenprogramme kennenzulernen, die

andere Projektteilnehmer benutzen. Die Erkenntnisse

dieser Arbeiten werden somit in die Überprüfung

der Dokumente der Nagra im Rahmen des

Sachplans Geologische Tiefenlager einfliessen.

Weitere Informationen über das EU-Projekt FORGE

sind unter http://www.bgs.ac.uk/forge/home.html

erhältlich.

Ausblick

Aus Sicht des ENSI bedeutet FORGE einen grossen

Schritt in der Erforschung der Gasbildung und des

Gastransports in einem geologischen Tiefenlager.

Die Ergebnisse der Experimente haben die Resultate

von Berechnungen nur teilweise bestätigt. Das

zeigt, dass noch weitere Forschung nötig ist, um

die Gasproblematik besser zu verstehen. Es laufen

zurzeit andere EU-Projekte wie PEBS (Long-term

Performance of the Engineered Barrier System),

und Felslaborexperimente wie GAST (Gas Permeable

Seal Test) in Grimsel, die sich mit diesen Themen

beschäftigen. In unterirdischen Felslabors in

Euro pa, wie in der Schweiz (Mont Terri, Grimsel),

Frankreich, Schweden, Belgien, Finnland, werden

zurzeit verschiedene Experimente zum Thema Gasbildung

und Gastransport durchgeführt.

Im Laufe des Jahres 2013 sollen die Schlussfolgerungen

des FORGE-Projekts zusammengestellt

werden. Auf der Basis dieser Resultate und denen

anderer Forschungsprojekte kann identifiziert werden,

ob es noch weitere Aspekte zur Gasproblematik

gibt, die detaillierter erforscht werden müssen.

1.7.7 DECOVALEX-2015 Project

Auftragnehmer: Königlich-Technische Hochschule

(KTH), Stockholm

ENSI-Projektbegleiter: Bastian Graupner

Einleitung

Das Projekt DECOVALEX ist eine internationale Forschungskooperation,

die von der KTH in Stockholm

koordiniert wird. Sie soll das Verständnis für gekoppelte

thermische, hydraulische, mechanische und

chemische Prozesse (THMC) in geologischen Systemen

vertiefen und die Fähigkeit zur numerischen

Modellierung dieser Prozesse verbessern. DECO-

Tabelle 2:

Am Projekt DECOVALEX

teilnehmende

Organisationen.

Abkürzung Organisation Land Funktion

BGR & UFZ Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Deutschland Geowissenschaftlicher Dienst

zusammen mit dem Helmholtzzentrum

für Umweltforschung

CAS Chinese Academy of Sciences China Forschungseinrichtung

DOE

U.S. Department of Energy & Lawrence Berkeley USA

Betreiber

National Laboratory

IRSN Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire Frankreich Forschungseinrichtung

der Aufsichtsbehörde

JAEA Japan Atomic Energy Agency Japan Betreiber

KAEA Korea Atomic Energy Research Institute Korea Forschungseinrichtung

NDA Nuclear Decommissioning Authority Grossbritannien Betreiber

U.S.NRC U.S. Nuclear Regulatory Commission USA Aufsichtsbehörde

RAWRA Radioactive Waste Repository Authority Tschechien Betreiber

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