Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

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Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

Abbildung 1:

ENSI-Direktor Hans

Wanner referiert an der

Fukushima-Konferenz.

Quelle: ENSI

3.1 Internationale Übereinkommen

3.1.1 Übereinkommen über

nukleare Sicherheit

Das internationale Übereinkommen über nukleare

Sicherheit (Convention on Nuclear Safety CNS) hat

das Ziel, weltweit einen hohen Stand der nuklearen

Sicherheit zu erreichen und aufrecht zu erhalten.

Es sollen wirksame Abwehrvorkehrungen in

Kernanlagen gegen mögliche strahlungsbedingte

Gefahren geschaffen werden, um Menschen und

Umwelt vor schädlichen Auswirkungen der Radioaktivität

zu schützen. Die Schweiz hat das Übereinkommen

im Oktober 1995 unterzeichnet und im

September 1996 ratifiziert. Die Vertragsparteien

haben sich verpflichtet, die Grundsätze des Übereinkommens

anzuwenden, und erstellen hierzu

alle drei Jahre einen Länderbericht. Die Berichte

werden im Rahmen einer Konferenz bei der IAEA

in Wien überprüft.

Seit der Inkraftsetzung der CNS fanden 5 reguläre

1

In dem von 2001 bis 2004 laufenden Projekt PEGASOS

(Probabilistische Erdbebengefährdungsanalyse für die KKW-

Standorte in der Schweiz) die Erdbebengefährdung unter

möglichst umfassender Berücksichtigung des Kenntnisstandes

der international massgebenden Fachwelt ermittelt. Mit dem

Projekt wurde international ein neuer Standard gesetzt. Eine

Herausforderung für die Umsetzung bereitete die grosse

Bandbreite der Ergebnisse, die nicht zuletzt darauf zurückzuführen

war, dass für starke Erdbeben in unseren Regionen kaum

Erfahrungswerte vorliegen. Deshalb wurde 2007 ein Projekt zur

Verfeinerung der PEGASOS-Studie, das PEGASOS Refinement

Project (PRP) gestartet, das voraussichtlich im Mai 2013 abgeschlossen

werden wird.

Überprüfungskonferenzen statt, die letzte vom 4.

bis 14. April 2011. Die Schweiz erhielt dabei gute

Noten. Unter anderem würdigten die anderen

Staaten die im Schweizer Kernenergiegesetz verankerte

Nachrüstpflicht der Kernkraftwerke im

Sinne der ständigen Verbesserung sowie die Aktualisierung

der Erdbebengefährdungsannahmen

aufgrund des PEGASOS-Projekts 1 .

An der 5. Überprüfungskonferenz wurde beschlossen,

Ende August 2012 eine ausserordentliche

Konferenz durchzuführen, die die Lehren aus dem

nuklearen Unfall im japanischen Fukushima sowie

allfällige Anpassungen der CNS zum Thema haben

soll. Das ENSI hat die Schweiz an der Konferenz

vertreten. An der Konferenz wurden die Aktivitäten

der Vertragsstaaten nach dem Fukushima-

Unfall und die Lehren daraus in sechs Themensitzungen

diskutiert. Diese waren folgenden Themen

zugeordnet:

Externe Ereignisse

Auslegung

Management von schweren Unfällen (Kernkraftwerk

selbst)

Nationale Organisationen

Notfall-Management (ausserhalb der Kernkraftwerke)

Internationale Kooperation

Als Grundlage für die Diskussionen bei der Konferenz

hatte das ENSI im Mai 2012 den Schweizer

Länderbericht bei der IAEA eingereicht. Dieser beschreibt

die Aktivitäten der Schweiz, die darauf abzielen,

Lehren aus dem Unfall von Fukushima zu

ziehen. Er wurde auf der Website des ENSI veröf-

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ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012

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