Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

static.ensi.ch

Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

Radio aktivität bis zum Jahr 2020 so weit wie möglich

zu reduzieren. Im Rahmen der jährlichen Berichterstattung

hat die Schweiz im Jahr 2012 die in

Aare und Rhein abgeleiteten radioaktiven Stoffe

aus den Kernanlagen, der Industrie und den Spitälern

gemeldet.

3.2 Multilaterale Zusammenarbeit

3.2.1 Internationale Atomenergieagentur

IAEA

Die IAEA mit Hauptsitz in Wien unterstützt die sichere

und friedliche Nutzung der Kerntechnik. Sie

wurde 1957 als «Atoms for Peace»-Organisation

der Vereinten Nationen gegründet und hat heute

158 Mitgliedsstaaten. Sie richtet ihre Arbeit auf die

nukleare Sicherheit sowie die Sicherung und Überwachung

spaltbarer Kernmaterialien aus. Weiter

fördert die IAEA die Forschung und Technik für die

Anwendung ionisierender Strahlung in der Medizin,

Nahrungsmittelsicherheit, Landwirtschaft und

Umweltüberwachung. Das höchste Gremium der

IAEA ist die Generalkonferenz der Mitgliedsstaaten,

die normalerweise einmal jährlich tagt.

Das ENSI ist in zahlreichen Kommissionen und Arbeitsgruppen

der IAEA vertreten (siehe Anhang B).

3.2.2 IAEA Safety Standards

Das Sicherheitsniveau von Kernanlagen soll weltweit

einen vergleichbar hohen Stand haben. Das

international geforderte Niveau wird von der

IAEA erarbeitet und in den Safety Standards definiert

(siehe unter www-ns.iaea.org/standards/). Sie

reflektieren den Stand von Wissenschaft und Technik

und werden aktualisiert, wenn sich neue Erkenntnisse

aus Betriebserfahrung oder Forschung

ergeben. Die Safety Standards umfassen alle Themenbereiche

der Reaktorsicherheit, des Strahlenschutzes,

des Transports nuklearer Güter und der

Entsorgung radioaktiver Abfälle. Sie gliedern sich

in drei hierarchische Stufen:

In den 2006 publizierten Fundamental Safety

Principles werden 10 Grundprinzipien für die

nukleare Sicherheit als Voraussetzung für das

übergeordnete Ziel «Schutz von Menschen und

Umwelt vor schädlichen Wirkungen ionisierender

Strahlung» ausgeführt.

Die Safety Requirements konkretisieren diese

Grundprinzipien und legen themenspezifische

Anforderungen zur Gewährleistung der Sicherheit

fest. Diese Anforderungen sind als «Soll-Bestimmungen»

formuliert.

Die Safety Guides führen ihrerseits die Safety

Requirements weiter aus und schlagen Massnahmen

und Verfahren zur Einhaltung der Safety

Requirements vor. Die Empfehlungen in den

Safety Guides sind als «Sollten-Bestimmungen»

formuliert und zeigen Wege auf, wie die Umsetzung

der Safety Requirements erfolgen kann. Sie

sind nicht bindend. Eine Nichtanwendung der

Massnahmen sollte aber begründet oder es

sollte eine gleichwertige andere Massnahme ergriffen

werden.

Die Safety Principles und Requirements werden

vom Board of Governors, einem Ausschuss von 35

Mitgliedsstaaten der IAEA, verabschiedet, die Safety

Guides vom Generaldirektor der IAEA. Die

Commission on Safety Standards (CSS) leitet die

ständige Weiterentwicklung der Safety Standards.

Der CSS sind vier Fachkomitees zugeordnet, bestehend

aus Experten der Mitgliedsstaaten, die mit

Unterstützung des IAEA-Sekretariats die Safety Requirements

und Guides erarbeiten: Nuclear Safety

Standards Committee (NUSSC, Reaktorsicherheit),

Radiation Safety Standards Committee (RASSC,

Strahlenschutz), Waste Safety Standards Committee

(WASSC, Umgang mit radioaktiven Abfällen)

und Transport Safety Standards Committee

(TRANSSC, Transporte nuklearer Güter). Die Experten

beraten das IAEA-Sekretariat im betreffenden

Fachgebiet und sind bei der Entwicklung und Revision

der Safety Standards federführend. Das ENSI

ist in allen vier Fachkomitees vertreten.

Die erarbeiteten Safety Standards werden vor ihrer

Veröffentlichung einer Vernehmlassung in den

Mitgliedsländern unterzogen. Hier hat das ENSI

nochmals die Möglichkeit, Änderungswünsche

einzubringen. Im Jahr 2012 wurden folgende Safety

Standards veröffentlicht:

SSG 15:

Storage of Spent Nuclear Fuel

SSG 16:

Establishing the Safety Infrastructure for a Nuclear

Power Programme Specific Safety Guide

SSG 17:

Control of Orphan Sources and Other Radioactive

Material in the Metal Recycling and Production

Industries Specific Safety Guide

SSG 20:

Safety Assessment for Research Reactors and

Preparation of the Safety Analysis Report

88

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine