Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

static.ensi.ch

Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

Personal:

Die Massnahmen für ausreichend qualifiziertes

Personal und das Personalentwicklungskonzept

werden im Rahmen des Projekts Human Capital

Management bearbeitet. Das Konzept wurde im

Berichtsjahr erstellt. Die Umsetzung der ersten

Schwerpunkte im Bereich Ressourcenplanung und

Weiterbildung wird im 2013 gestartet.

Änderungen im Gesetzeswerk:

Massnahmen, die nicht oder nicht allein in den

Aufgabenbereich des ENSI fallen, wurden im Berichtsjahr

bei den zuständigen Instanzen eingespeist.

Insbesondere in den Bereichen Gesetzeswerk

und Strahlenschutzgesetzgebung kann

jedoch nicht mit kurzfristigen Änderungen gerechnet

werden. Die Experten der IAEA haben eine

Stärkung der Aufsicht empfohlen. Eine weitere

hergeleitete Massnahme betrifft die Verankerung

im Regelwerk einer unabhängigen Überprüfung

von sicherheitsrelevanten Unterlagen durch den

Betreiber. Diesbezüglich enthält die Kernenergieverordnung

verschiedene Ansatzpunkte für eine

entsprechende Pflicht der Betreiber. Die Anforderung

wird im Rahmen der Revision der Richtlinie

G07 genauer spezifiziert.

Der detaillierte Umsetzungsplan der IRRS Empfehlungen

ist auf der Homepage des ENSI ersichtlich:

(www.ensi.ch ▶ Suchbegriff: IRRS Massnahmenplan).

Die Follow-Up Mission wird voraussichtlich

2015 stattfinden.

Das ENSI beteiligt sich selbst aktiv am IRRS-Programm

der IAEA und stellte bisher Experten für 17

Überprüfungsmissionen in andere Staaten zur Verfügung.

Drei dieser Missionen wurden vom ENSI

geleitet. Die Erfahrungen zeigen, dass durch Teilnahme

an solchen internationalen Expertenüberprüfungen

auch wertvolle Erkenntnisse für die

Aufsicht in der Schweiz gewonnen werden. Den

Anstoss für die Einführung von Werksinspektoren

gab beispielsweise die Teilnahme an einer IRRS-

Mission nach Grossbritannien.

3.2.4 IAEA-Datenbanken

Im Bereich Kernenergie betreibt die IAEA über 20

Datenbanken zu den Themen Kernkraftwerke,

Brennstoffkreislauf, Behandlung von radioaktiven

Abfällen etc. Die meisten davon sind öffentlich. An

zwei für die Schweiz wichtigen Datenbanken arbeitet

das ENSI mit. Diese sind das Power Reactor

Information System (PRIS) und das International

Nuclear Information System (INIS).

PRIS gibt es schon seit 40 Jahren und ist als Informationsquelle

für die Kernkraftwerke einzigartig.

Die Grunddaten über die Kernkraftwerke der Welt

werden beispielsweise von folgenden Organisationen

genutzt: IAEA, OECD, Europäische Kommission,

World Energy Council, International Centre

for Theoretical Physics ICTP, Europäischer Verband

für Strom- und Wärmeerzeugung, World Nuclear

Association und die World Association of Nuclear

Operators. Aus den Datensätzen in PRIS erstellt die

IAEA jährlich die Publikationen Nuclear Power Reactors

in the World, Country Nuclear Power Profiles

und Operating Experience with Nuclear Power

Stations in Member States. Die wichtigsten Daten

sind im Internet unter www.iaea.org/pris abrufbar.

Die Datenbank für Kernenergieliteratur (International

Nuclear Information System INIS) wurde 1970

gestartet, indem bereits existierende Literatursammlungen

(Nuclear Science Abstracts) einzelner

Staaten, vor allem der USA, der ehemaligen Sowjetunion

und Grossbritanniens zusammengeführt

wurden. Seither wurde die Datenbank kontinuierlich

vergrössert und ihre Funktionen wurden

verbessert, z.B. durch Schlagwörter, Mikrofilm-Version,

dann elektronische Verfügbarkeit zunächst

über CD-Versand ab 1992, später über Internet.

Seit April 2009 ist INIS nicht nur für die Mitgliedsländer,

sondern frei im Internet unter http://www.

iaea.org/inis/ zugänglich. Derzeit enthält die Datenbank

über 3,5 Mio. Einträge.

3.3 Kernenergieagentur

NEA der OECD

Die Kernenergieagentur (Nuclear Energy Agency

NEA) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit

und Entwicklung (OECD) fördert die sichere

und friedliche Nutzung der Kernenergie. 30

der 34 OECD-Staaten waren 2012 Mitglied der

NEA, 2013 tritt zudem Russland als Vollmitglied

bei. Zusammen verfügen sie dann über rund 90%

der weltweiten nuklearen Stromerzeugungskapazität.

Die NEA mit Sitz bei Paris unterstützt ihre Mitgliedsländer

bei der Weiterentwicklung der technischen,

wissenschaftlichen und rechtlichen

Grundlagen. Sie fördert das gemeinsame Verständnis

für Schlüsselfragen der nuklearen Sicherheit

und erarbeitet Stellungnahmen, die den Mitgliedsstaaten

als Entscheidungsbasis dienen

können. Die Kernkompetenzen der NEA sind die

Reaktorsicherheit, Aufsicht über Kernanlagen, Entsorgung

radioaktiver Abfälle, Strahlenschutz, wirt-

90

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine