Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

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Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

schaftliche und technische Analysen des Brennstoffkreislaufs,

Kernenergierecht und -haftpflicht

sowie die Information der Öffentlichkeit. Die NEA

unterstützt eine Vielzahl von Forschungsvorhaben

auf diesen Gebieten. Die meisten der NEA-Berichte

sind frei auf dem Internet erhältlich unter

http://www.oecd-nea.org/pub.

Im Bereich der nuklearen Sicherheit arbeiten zwei

Kommissionen. Das Committee on Nuclear Regulatory

Activities (CNRA) beschäftigt sich schwerpunktmässig

mit Fragen der nuklearen Aufsicht,

das Committee on the Safety of Nuclear Installations

(CSNI) mit Forschungsthemen im Bereich der

Sicherheit von Kernanlagen. Beide Kommissionen

haben eine Reihe von permanenten Arbeitsgruppen

und speziellen Gruppen, die ad hoc zur Bearbeitung

aktueller Themen eingesetzt werden. Im

Bereich Strahlenschutz ist das Committee on Radiation

Protection and Public Health (CRPPH) aktiv

und im Bereich Entsorgung das Radioactive Waste

Management Committee (RWMC). Weitere Arbeitsbereiche

der NEA sind wissenschaftliche Datenbanken,

Kernenergierecht, Entwicklung der

Kernenergie, Kernenergie und Nachhaltigkeit sowie

Kernenergie und Gesellschaft. Geleitet und

überwacht wird die ganze Organisation vom Steering

Committee for Nuclear Energy.

3.3.1 Steering Committee for

Nuclear Energy

Das ENSI vertritt die Schweiz zusammen mit dem

Bundesamt für Energie im Steering Committee.

Dieses überwacht die Arbeit der Kommissionen,

erstellt die Strategie und genehmigt die Zweijahres-Arbeitspläne

sowie das Budget der NEA.

Letzteres war auch im Berichtsjahr ein zentrales

Diskussionsthema. Die NEA ist seit 2008 gezwungen,

ohne Budgetwachstum auszukommen. Die

Beiträge der neuen Mitglieder Polen und Slowenien

wurden dazu verwendet, diejenigen der

übrigen Mitglieder zu senken. Die NEA Budget Advisory

Group schlug daher eine neue Berechnungsmethode

für die Beiträge der Mitgliedsländer vor,

welche die Grösse des Nuklearsektors in jedem

Land berücksichtigt. Ziel wäre, nach weiteren zwei

Jahren des Nullwachstums (Zero Nominal Growth)

in den darauffolgenden vier Jahren zu einem nominalen

Wachstum entsprechend der Inflation zu

kommen (Zero Real Growth), um die NEA nicht

weiter faktisch schrumpfen zu lassen. Jedoch fand

dieser Vorschlag keinen Konsens innerhalb des

Steering Committees, und die neu ausgearbeitete

Methode wurde an den OECD Council weitergeleitet.

Zudem hat das Steering Committee im Berichtsjahr

beschlossen, Russland ab 2013 als neues

Mitgliedsland der NEA aufzunehmen. Somit wird

Russland das erste Nicht-OECD-Mitglied der NEA

sein.

3.3.2 Committee on Nuclear Regulatory

Activities (CNRA)

Das CNRA ist ein Forum für Vertreter der nuklearen

Aufsichtsbehörden. Es tagt zweimal pro Jahr und

diskutiert Fragen, welche für die Sicherheit von

Kernanlagen relevant und aktuell sind. Aus dieser

Arbeit leitet das Komitee Themen ab, die in Arbeitsgruppen

vertiefter untersucht werden. Das

CNRA hat vier ständige Arbeitsgruppen:

Working Group on Operating Experience

(WGOE);

Working Group on Inspection Practices (WGIP);

Working Group on Public Communication of

Nuclear Regulatory Organisations (WGPC);

Working Group on the Regulation of New Reactors

(WGRNR).

An den CNRA-Tagungen erstatten die Arbeitsgruppen

jeweils Bericht. Die CNRA koordiniert – wie die

anderen Kommissionen – die Tätigkeiten der Arbeitsgruppen

und genehmigt die Publikation von

Berichten.

Die WGOE hat das Ziel, die nukleare Sicherheit

durch den Austausch betrieblicher Erfahrungen

insbesondere im Zusammenhang mit Vorkommnissen

in Kernanlagen zu verbessern. Dazu betreibt

die NEA zusammen mit der IAEA eine Vorkommnis-Datenbank,

das International Reporting System

for Operating Experience (IRS). Für das ENSI ist die

WGOE eine wichtige Quelle für Informationen zu

Vorkommnissen und daraus abgeleiteten Lehren.

In der Folge von Fukushima wurden die Vorteile

und Nachteile klassischer konservativ ausgelegter

Kernkraftwerke mit überschaubarer Technik gegenüber

komplexen Kernkraftwerk-Designs erörtert.

Zum Thema Fukushima haben im Berichtsjahr

zudem mehrere Staaten über die jeweiligen Verbesserungsmassnahmen

in ihren Anlagen berichtet.

Eine Task Group beschäftigt sich mit Vorläuferereignissen

von Fukushima (precursor events) und

will im 2013 Jahr dazu einen Bericht fertigstellen.

Ferner gewinnt ein neues Thema im Rahmen der

WGOE zunehmend an Bedeutung, und zwar Nonconforming,

Counterfeit Fraudulent and Suspect

Items (NCFSI). Es handelt sich dabei vorwiegend

um Klein- und Ersatzteile, die den Spezifikationen

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