Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

static.ensi.ch

Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

nicht entsprechen, gefälscht sind oder gefälschte

Zertifikate aufweisen. Die Qualität der Teile wird

bewusst so niedrig gehalten, dass anfängliche

Funktionstests zwar bestanden werden, dass aber

ein längerer Einsatz in z. B. klassierten Komponenten

zum Ausfall der Komponente führen kann. Es

sind schon zahlreiche diesbezügliche Vorkommnisse

festgestellt worden. Die CNRA hat deshalb

eine Task Force (TGNCFSI) eingesetzt und ein entsprechendes

Papier erarbeitet.

Die WGIP befasst sich mit Inspektionstätigkeiten in

den Mitgliedsstaaten. Sie bewertet die Wirksamkeit

von Inspektionen und analysiert Inspektionsmethoden

und -techniken im Zusammenhang mit

aktuellen und zukünftigen Herausforderungen bei

der Aufsicht über die Kernanlagen. Neben den

halbjährlichen Treffen führt sie alle zwei Jahre einen

Workshop zu ausgewählten Themen mit

einem erweiterten Teilnehmerkreis durch. Im Berichtsjahr

wurde ein Workshop in der Schweiz organisiert

zu inspektionsrelevanten Themen, darunter

zur Alterung, zum Thema Materialqualifikation,

sowie zu den Kompetenzen der Betreiber. Im Jahre

2012 standen weiterhin neben der gegenseitigen

Berichterstattung über inspektionsrelevante Neuerungen

in den Mitgliedsstaaten die Themen Inspektion

von Instandhaltungs-Programm und -Aktivitäten

sowie Inspektion der Notfallorganisation

im Zentrum der Arbeiten. Für ersteres wurde im

Dezember vom CNRA ein Bericht verabschiedet.

Für die Inspektion der Notfallorganisation wurde

ein Fragebogen erstellt, der von den Mitgliedsländern

im Berichtsjahr beantwortet wurde. Ziel ist es,

dazu einen Überblicksbericht zu erstellen. Schliesslich

hat die WGIP im Berichtsjahr ein Pilotprojekt

für multinationale Inspektionen gestartet. Mit zwei

sogenannten «Witnessed Inspections» in den Vereinigten

Staaten und Spanien sollen erste Erfahrungen

mit dieser Inspektionsform gewonnen werden.

Die Grundidee lehnt sich an die bereits in

verschiedenen Staaten praktizierten Kreuzinspektionen

an. Neu sollen aber grössere Teams aus mehreren

Ländern bei solchen Inspektionen teilnehmen.

Die Kommunikation mit der Öffentlichkeit ist eine

wichtige Aufgabe der Aufsichtsbehörden. Die

WGPC befasst sich mit den Themen Transparenz

der Tätigkeit von Aufsichtsbehörden, Information

der lokalen Bevölkerung um Kernanlagen, Wahrnehmung

der Behörde in der Öffentlichkeit sowie

Krisenkommunikation. Am Jahrestreffen 2012 der

WGPC wurde betont, dass bei Ereignissen von internationalem

Interesse die offiziellen Mitteilungen

nicht nur in der eigenen Landessprache, sondern

auch - wenigstens als Kurzfassung – in englischer

Sprache verfasst werden sollten. Einerseits soll ein

englischer Kurztext zu einem Ereignis und zur behördlichen

Einstufung sobald als möglich ins Internet

gestellt werden. Andererseits sollte ein erläuternder

englischer Kurztext über das von der

WGPC speziell für schnelle internationale Kurzinformationen

eingerichtete Flash-Newsnetz der

NEA als E-Mail abgesetzt werden. Am Jahrestreffen

wurde auch die Anwendung von «Social Media»

(wie Twitter, Facebook) besprochen. Diese

sind bei den meisten Behörden (NRO) derzeit in

Planung oder im Aufbau begriffen. In einem weiteren

Schritt führt eine Arbeitsgruppe der WGPC

eine diesbezügliche Erhebung innerhalb der WGPC

durch.

3.3.3 Committee on the Safety of Nuclear

Installations (CSNI)

Das CSNI beschäftigt sich mit sicherheitstechnischen

Aspekten der Auslegung, des Baus, des

Betriebs und der Stilllegung von Kernanlagen. Ziel

ist es, die Mitgliedsstaaten darin zu unterstützen,

die nötigen technischen und wissenschaftlichen

Kompetenzen für die Beurteilung der Sicherheit

von Kernanlagen zu erhalten und auszubauen. Das

CSNI verfolgt den Stand von Wissenschaft und

Technik und erstellt darüber Berichte. Es fördert die

Koordination von Forschungs- und Entwicklungsprojekten

in den Mitgliedsstaaten und veranlasst

eigene Programme in Bereichen mit gemeinsamen

Interessen. Das CSNI tagt zweimal jährlich, diskutiert

dabei aktuelle Themen der nuklearen Sicherheit

und der Forschung, bespricht laufende und

beschliesst neue Projekte. Das umfangreiche Arbeitsprogramm

bestreiten folgende permanente

Arbeitsgruppen:

Working Group on Integrity and Ageing of Components

and Structures (WGIAGE);

Working Group on Analysis and Management of

Accidents (WGAMA);

Working Group on Risk Assessment (WGRISK);

Working Group on Human and Organisational

Factors (WGHOF);

Working Group on Fuel Safety (WGFS);

Working Group on Fuel Cycle Safety (WGFCS).

Daneben gibt es mehrere themenspezifische Gruppen

und Forschungsprojekte (Details siehe die Internetseite

des CSNI: www.oecd-nea.org/nsd/csni). Das

ENSI ist im Komitee selbst und in allen erwähnten

Arbeitsgruppen ausser der WGFCS vertreten.

92

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine