Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

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Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

Tests an Hüllrohren im Hinblick auf RIA-Anwendungen

ab. Darüber hinaus beschäftigte sich die

WGFS mit Siliziumcarbid als möglichem zukünftigen

Hüllrohr-Material. Siliziumcarbid hält höhere

Temperaturen aus, was bei Unfällen mehr Zeit für

Massnahmen lässt. Auch dieses Material kann aber

bei sehr hohen Temperaturen brennen und setzt

dann Wasserstoff und zudem Kohlenmonoxid frei.

3.3.4 Committee on Radiation Protection

and Public Health (CRPPH)

Das CRPPH hat den Auftrag, aktuelle Themen und

Problemstellungen im Strahlenschutz zu bearbeiten,

deren Auswirkungen auf die Sicherheit abzuschätzen

und allenfalls geeignete Massnahmen zu

empfehlen. Es fördert die Umsetzung wissenschaftlicher

Erkenntnisse in Vorgaben für den

Strahlenschutz und verfolgt die Ausbildung. Es ist

auch ein Forum für den Austausch von Information

und Erfahrungen zwischen den Aufsichtsbehörden

und international im Strahlenschutz tätigen Gremien

wie ICRP (International Commission on

Radio logical Protection), IAEA, WHO (World Health

Organization), ILO (International Labour Organisation),

UNSCEAR (United Nations Scientific Committee

on the Effects of Atomic Radiation) und

IRPA (International Radiation Protection Association).

Das CRPPH hat mehrere Ad-hoc-Expertenund

-Arbeitsgruppen zu den Themen berufliche

Strahlenexposition, Umsetzung von Empfehlungen

der ICRP, Strahlenschutz und öffentliche Gesundheit,

Einbezug von Betroffenen, neuester Stand

der Technik sowie Notfallschutz. Das ENSI ist im

Komitee selbst sowie in dessen Working Party on

Nuclear Emergency Matters (WPNEM) vertreten.

Zudem stellt das ENSI den schweizerischen Verantwortlichen

für das Informationssystem für berufliche

Strahlenexposition (Information System on

Occupational Exposure ISOE), der im Rahmen seines

Mandats auch die schweizerischen Zahlenwerte

für die weltweit benutzte ISOE-Datenbank

bereit stellt. Der Schwerpunkt der WPNEM-Arbeiten

ist die Verbesserung der Notfallschutzplanung

und der Notfallorganisation auf internationaler

Ebene. Im Berichtsjahr wurde die Auswertung einer

Umfrage zu den durchgeführten internationalen

Notfallübungen INEX-4 (International Nuclear

Emergency Exercises) vorgestellt.

3.3.5 Radioactive Waste Management

Committee (RWMC)

Das RWMC unterstützt die Mitgliedsstaaten bei

Fragen zur Entsorgung radioaktiver Abfälle. Im

Zentrum steht dabei die Entwicklung von Strategien

für die sichere Entsorgung hochaktiver langlebiger

Abfälle. Das ENSI hat im Hauptkomitee, in

der RWMC-Arbeitsgruppe Integration Group for

the Safety Case of Radioactive Waste Repositories

(IGSC) sowie im RWMC Regulators’ Forum Einsitz.

Im Berichtsjahr hat sich das ENSI dazu entschlossen,

aus dem Forum on Stakeholder Confidence

(FSC) auszusteigen. Das FSC befasst sich mit den

sozialen Aspekten der Entsorgung von radioaktiven

Abfällen.

Die IGSC beschäftigt sich mit dem Sicherheitsnachweis

für ein geologisches Tiefenlager. Sie soll die

Mitgliedsländer darin unterstützen, wirksame Sicherheitsnachweise

auf solider wissenschaftlichtechnischer

Grundlage zu entwickeln. Zugleich ist

die IGSC eine Plattform für den Austausch der internationalen

Experten. Das Schwerpunktthema

der IGSC im Berichtsjahr war die Analyse und Behandlung

der Ungewissheiten und deren Berücksichtigung

im Sicherheitsnachweis.

3.3.6 Komitee-übergreifende Aktivitäten

als Reaktion auf den Unfall von

Fukushima

Das CNRA und das CSNI veranstalteten gemeinsam

am 8. Juni 2011 ein Forum, auf dem die Erkenntnisse

aus dem Unfall von Fukushima, die Aktivitäten

in einzelnen Ländern und das weitere

Vorgehen im Rahmen der NEA diskutiert wurden.

Das CNRA hat daraufhin eine spezielle Arbeitsgruppe

(Senior-Level Task Group STG) eingerichtet,

welche Informationen zusammenführt und die Aktivitäten

der NEA mit Bezug auf den Unfall von

Fukushima koordiniert. Sie arbeitet mit den übrigen

Komitees eng zusammen, insbesondere mit

dem CSNI und dem CRPPH. Die STG strebt an, das

Konzept der gestaffelten Sicherheitsvorsorge genauer

zu betrachten, insbesondere hinsichtlich der

Robustheit der Sicherheitsebenen und deren Unabhängigkeit,

der elektrischen Systeme, der letzten

Wärmesenke sowie sogenannten Cliff-Edge-

Effekten. Ein Cliff-Edge-Effekt liegt vor, wenn eine

geringe Änderungen eines Parameters, wie zum

Beispiel die Überflutungshöhe am Standort, eine

sprunghafte Verschlechterung des Anlagenzu-

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