Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

static.ensi.ch

Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

practices for components and structures of nuclear

facilities», siehe unter www.wenra.org ▶ publications).

Das Ziel dieser Arbeitsgruppe wurde im Berichtsjahr

erreicht, somit wird diese Arbeitsgruppe

aufgelöst.

Die Umsetzung der SRL im Bereich Reaktorsicherheit

ist in den Mitgliedsstaaten sowohl auf Richtlinienebene

wie auch beim Vollzug in den Kernkraftwerken

bereits weit fortgeschritten. Die in der

WENRA vertretenen Behördenorganisationen erstatten

darüber periodisch Bericht, so auch im Jahr

2012. Im Berichtsjahr veröffentlichte die RHWG im

Weiteren eine Broschüre zur Sicherheit der Auslegung

neuer Kernanalagen sowie die Resultate

eines Ländervergleichs der WGWD über die Umsetzung

der SRL für die Lagerung radioaktiver Abfälle

und abgebrannter Brennelemente.

Im Zentrum stand jedoch die Mitwirkung in den

Folgeaktivitäten des EU-Stresstests, sowie die Lehren

aus dem Unfall von Fukushima (Abbildung 2).

Dazu hat die WENRA sechs Gruppen innerhalb der

RHWG neu geschaffen. Das Ziel dabei ist, dass die

WENRA die wichtigsten Erkenntnisse aus dem EU-

Stresstest übernimmt und in die SRL einarbeitet.

Die Arbeit der fünf technischen Arbeitsgruppen

«Mutual Assistance», «Natural Hazards», «Containment

in Severe Accidents», «Accident Management»

und «Periodic Safety Review» wird von

der sechsten, der so genannten Koordinationsgruppe,

gesteuert. Es ist vorgesehen, dass die Arbeitsgruppen

im Jahre 2013 Vorschläge erstellen,

wie die neuen Erkenntnisse in die SRL eingebaut

werden sollen.

Seit Ende 2011 ist Hans Wanner, Direktor des ENSI,

Vorsitzender der WENRA. Das ENSI stellt mit Stefan

Theis zudem den Vorsitzenden der WGWD.

3.4.2 European Nuclear Safety Regulators

Group (ENSREG)

Die ENSREG wurde 2007 von der EU eingesetzt.

Die Aufgaben umfassen ähnliche Themen wie diejenigen

der WENRA, nämlich die Harmonisierung

der Anforderungen an die nukleare Sicherheit, der

Anforderungen an die Lagerung abgebrannter

Brennelemente und an die Entsorgung radioaktiver

Abfälle sowie der Vorgaben für die Finanzierung

von Stilllegung und Entsorgung. In beiden

Gremien nehmen zumeist die gleichen Behördenvertreter

Einsitz. Die Schweiz hat als Nicht-EU-Mitglied

in der ENSREG im Gegensatz zur WENRA kein

Mitspracherecht, sondern lediglich Beobachterstatus.

Die Hauptaktivitäten der ENSREG im Berichtsjahr

bezogen sich auf den EU-Stresstest und dessen Follow-Up

Aktivitäten. Die Betreiber der Schweizer

Kernkraftwerke waren vom ENSI im Jahr 2011 aufgefordert

worden, sich am EU-Stresstest zu beteiligen.

Dieser wurde in Schweiz in derselben Weise

durchgeführt wie in den EU-Ländern mit Kernkraftwerken.

Er fokussierte auf die Sicherheitsreserven

der Kernkraftwerke bei auslegungsüberschreitenden

Störfällen, die durch extreme externe

Ereignisse wie Erdbeben und Überflutung ausgelöst

werden. Weiter untersucht wurde die Reaktion

der Kernkraftwerke auf den Verlust der Strom- und

Kühlwasserversorgung. Schliesslich wurde die

Wirksamkeit der Notfallschutzmassnahmen unter

die Lupe genommen, die nach dem Ausfall der Sicherheitssysteme

und Barrieren zur Anwendung

kommen. Das ENSI beteiligte sich auch an dem bis

April 2012 durchgeführten Peer-Review-Prozess,

bei dem internationale Teams sowohl die Länderberichte

als Ganzes («vertical review») als auch

themenweise (Vergleich der Kapitel aller Länderberichte

als «horizontal review») nach einheitlichen

Kriterien bewerteten. Im Mai 2012 veröffentlichte

die Europäische Kommission einen Abschlussbericht,

in dem die Resultate der Überprüfung der

Kernkraftwerke der EU, sowie der Schweiz und der

Ukraine, in der Folge von Fukushima nach einem

international abgestimmten Vorgehen präsentiert

wurden. In der Folge publizierte die ENSREG einen

Aktionsplan, in dem alle am EU-Stresstest beteiligten

Staaten aufgefordert wurden, eigene nationale

Aktionspläne zu entwickeln, die die Umsetzung

der Empfehlungen aus den EU-Stresstests darlegen

sollen. Das ENSI hat den eigenen nationalen Aktionsplan

ebenfalls der EU übermittelt und wird sich

auch im Jahre 2013 weiter an den Follow-Up Aktivitäten

aus dem EU Stresstest beteiligen. Im Jahr

2013 wird die ENSREG die Umsetzungsmassnahmen

der teilnehmenden Länder voraussichtlich im

Rahmen einer Arbeitsgruppe überprüfen und vergleichen.

Derzeit plant die ENSREG, dass die jeweiligen

nationalen Aktionspläne jedes Jahr aktualisiert

werden sollen und über die bereits

umgesetzten Massnahmen berichtet werden soll.

3.4.3 European Nuclear Security Regulators

Association ENSRA

Die European Nuclear Security Regulators Association

ENSRA ist eine europäische Plattform für den

vertraulichen Informationsaustausch im sensitiven

Bereich der Sicherung kerntechnischer Anlagen

96

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine