Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

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Erfahrungs- und Forschungsbericht 2012 - Ensi

und Einrichtungen sowie von Kernbrennstoff-

Transporten. Mitglieder der ENSRA sind Behörden

und assoziierte öffentlich-rechtliche Körperschaften

mit Zuständigkeiten für Fragen der nuklearen

Sicherung in europäischen Staaten mit zivilen Nuklearprogrammen.

Der Schutz von Kernanlagen und Kernmaterialien

vor Sabotage, gewaltsamen Einwirkungen oder

Entwendung ist seit langem eine Frage der nationalen

und internationalen Gemeinschaft. Seit

Mitte der 1990er-Jahre hat eine informelle Gruppe

Europäischer Behörden einen gemeinsamen Informationsaustausch

im Bereich der Sicherung ins Leben

gerufen. Veranlassung war der Wille, die Ansichten

und Erfahrungen einzelner Länder im

sensitiven Bereich des Sabotageschutzes zu teilen

und in Bezug auf die eigenen Strukturen zu reflektieren.

Nach den Anschlägen in den USA im September

2001 hatte die Gruppe beschlossen, sich

am 28. Oktober 2004 zur ENSRA zu vereinigen.

Die Mitgliedsländer treffen sich regelmässig mindestens

jährlich unter wechselndem Vorsitz. Die

wesentlichen Ziele der ENSRA sind:

der Austausch über regulatorische Sachverhalte

der nuklearen Sicherung,

der Austausch zu aktuellen Sicherungsproblemen

oder Ereignissen,

die Entwicklung eines umfassenden Verständnisses

der fundamentalen Prinzipien des physischen

Schutzes und

die Förderung einer gemeinsamen Basis der nuklearen

Sicherung innerhalb Europas.

Im Berichtsjahr stand die ENSRA unter Vorsitz von

Hans Mattli, Leiter der Sektion Sicherung des ENSI.

Das Jahrestreffen fand vom 4.–5. Oktober 2012 in

der Schweiz statt und beinhaltete auch den Besuch

der Kernkraftwerke Beznau und Leibstadt. Am

Treffen nahmen insgesamt 14 Länder teil, darunter

Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Grossbritannien,

Litauen, Niederlande, Polen, Slowakei,

Spanien, die Schweiz, Schweden, Tschechien und

Ungarn (Abbildung 3). Inhalt der Fachgespräche

beim ENSI waren vor allem die Aufnahme weiterer

Mitgliedsländer (Polen, Litauen, Rumänien und

Bulgarien) sowie die zukünftige Strategiefestlegung

der ENSRA selbst. Weitere Themenbereiche

waren die Zusammenarbeit mit der Internationalen

Atomenergie-Organisation IAEA für ein europäisches

Ausbildungszentrums im Bereich der Sicherung,

zukünftige Arbeiten von Arbeitsgruppen der

ENSRA und das weitere Vorgehen betreffend des

Stresstests zum Thema Sicherung.

Abbildung 3:

Die ENSRA an ihrem

Jahrestreffen 2012 in

Brugg. Quelle: ENSI

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