Street Art: Streit um Kunst im - colourclean Berlin

colourclean

Street Art: Streit um Kunst im - colourclean Berlin

Rundfunk Berlin-Brandenburg | Stilbruch - Street Art: Streit um Kunst im öffentlichen Ra...

HOME _FERNSEHEN RADIO NACHRICHTEN UNTERNEHMEN

Letzte Sendung

Nächste Sendung

Archiv

Moderation

Redaktion

Stilbruch

Suche

Fr, 05.01.2007 | 11:05 Uhr Alle Sendungen

Alle Moderatoren

Programmübersicht

Kontakt Beitrag empfehlen Druckversion

Stilbruch vom 4.1.2007

Street Art: Streit um Kunst im öffentlichen Raum

Street Art gehört seit einigen Jahren zum Leben in

Großstädten: von einigen geschätzt, aber auch erbittert

bekämpft - sind Graffitis Kunst oder nur Vandalismus?

Eine Ausstellung in der Alten Feuerwache setzt sich nun mit

dem Phänomen "Street Art" auseinander.

Nachts in Berlin. Illegale Kunstausübung bei Mondschein.

Xoooox - "Straßenkünstler:

"Ich mag gerne weiße Wände, wo nichts drunter ist, sonst kommt

die Schablone ganz schlecht raus. Die besten Stellen sind

natürlich, wo Leute vorbeigehen, sonst wird’s ja auch nicht

gesehen, das ist ja auch nicht der Sinn der Sache."

Er versteckt sich hinter dem Pseudonym "Xoooox" und will nicht

erkannt werden. Denn seine Kunst findet nicht in Galerien oder auf

Leinwänden statt, sondern auf Hauswänden. Xoooox macht "Street

Art", arbeitet mit Pappschablonen. So braucht er nur wenige

Minuten für eine lebensgroße Figur. Und ist weg, bevor er entdeckt

werden kann. Andere anonyme Straßenkünstler benutzen

Zeitungspapier, Fotokopien oder bemalen die Flächen direkt. So

entstehen an manchen Wänden richtige "Street-Art-Galerien". Vor

allem in Berlin-Mitte, Kreuzberg und Friedrichshain.

Christian Heinicke beschäftigt sich seit seiner Diplomarbeit mit

dieser Kunstform. Er hat das kompetenteste Buch dazu

geschrieben: "Street Art. Die Stadt als Spielplatz".

Christian Heinicke - Designer und Autor

"Street Art unterscheidet sich von den traditionellen Grafittis

insoweit, als die Grafittis leere Codes darstellen und auch nichts

weiter wollen, also wirklich nur diesen leeren Code repräsentieren

und Street Art eher bildlich arbeitet und immer eine bestimmte

Message dahinter ist."

Trotzdem: "Jetzt kleben sie uns die Stadt zu" titelte die größte

Zeitung Deutschlands. Auch den professionellen Graffiti-Entfernern

ist es einerlei, ob sie echte Kunst tilgen oder

Fassadenschmierereien übermalen. Unbestritten entstehen

Millionenschäden durch illegale Graffiti und Tags. Immerhin: Die

Malerzunft macht gute Umsätze mit der Beseitigung der Spuren.

Erbitterte Gegner von Street Art und Grafitti sind die Mitglieder des

Vereins "Nofitti e.V.". Durch Ihre Lobbyarbeit haben sie kürzlich

sogar eine Verschärfung des Sachbeschädigungsparagraphen im

Strafgesetzbuch erreicht.

http://www.rbb-online.de/_/stilbruch/beitrag_jsp/key=5267539.html

Seite 1 von 3

A-Z HILFE

Infos im WWW

Informationen

die Ausstellung

www.kulturamt

friedrichshain

kreuzberg.de/

Institut für Grafitt

Forschung

www.graffitieuropa.o

05.01.2007


Rundfunk Berlin-Brandenburg | Stilbruch - Street Art: Streit um Kunst im öffentlichen Ra...

Dieter Hüsgen - Nofitti e.V.:

"Unseres Erachtens nach wird die Architektur durch solche - in

unseren Augen - Schmierereien verschandelt. Und wir können das

nicht als Kunst ansehen. Und diese Täter lassen ja nicht mit sich

sprechen, das ist das Problem. Die meinen, ihre eigene Stadt nach

ihren Wünschen gestalten zu können auf diese Weise. Ich finde

das sehr anmaßend, das so zu behaupten, denn die Mehrheit der

Bevölkerung möchte das nicht."

Andere dagegen interessieren sich umso mehr für die Kunst an der

Fassade.

Jeanett Kipka und Peter Brunnett:

"Ja, das ist eindeutig Swoon. Man erkennt's ganz deutlich an der

Technik. Linolschnitt oder Hozschnitt, nochmal gedruckt auf

dünnes Papier, weil: dünnes Papier kann man gut kleben."

Seit fünf Jahren dokumentieren, fotografieren und untersuchen

Peter Brunnett und Jeanett Kipka Street Art in Berlin. Die Fotos in

ihrer Ausstellung konservieren die Werke, die draußen auf der

Straße nur eine kurze Halbwertzeit haben.

Jeanett Kipka - Malerin:

"Die wollen nicht warten, bis sie mal in eine Galerie kommen und

einen Geschmack bedienen, sondern die haben was zu sagen. Und

das ist auch der Anlass gewesen, die zu dokumentieren und das zu

würdigen."

Auch seine Werke könnten schon längst in Galerien hängen.

Roland ist erfolgreicher Illustrator und Grafiker, aber immer noch

zieht es ihn auf die Straße. Ihn reizt die Interaktion und das

schnelle Arbeiten. Angst vor Entdeckung hat er nicht.

Roland B. - "Straßenkünstler":

"Street Art ist einfach die uneingeschränkte Möglichkeit zur

Partizipation, das heißt, das, was das Internet heute ist, dass jeder

sich beteiligen kann, jeder kann Kommentare zu allem schreiben,

das haben auf der Straße einfach mit Kunst. Es ist nicht möglich,

in eine Galerie zu gehen, und wenn man eine Leinwand toll findet,

einfach mit Edding hinzuschreiben: 'find ich toll, super gemacht';

auf der Straße ist das dann eben möglich."

Flugs entstehen aus der Handskizze DinA3-Poster. Und mit frisch

angerührtem Kleister setzt Roland seine Zeichen im Stadtraum.

Bewusst möglichst tief, da schauen nämlich die Passanten wegen

der Hundekothäufchen aufmerksamer hin.

Ein Beitrag von Felix Oehler

Daniela Krause, Christian Heinicke

"Street Art"

Die Stadt als Spielplatz

Gebunden, 208 Seiten

28 Euro

Tilsner Verlag

"WILDES DENKEN"

Street Art – Fotografien

ein Projekt von Jeanett Kipka / Peter Brunnett

Ausstellungseröffnung: Freitag, 8.12.06, 20 Uhr

Bis 19.1.2007

Alte Feuerwache > Projektraum

Marchlewskistraße 6

10243 Berlin

Tel. 030 - 293479426

http://www.rbb-online.de/_/stilbruch/beitrag_jsp/key=5267539.html

Seite 2 von 3

05.01.2007


Rundfunk Berlin-Brandenburg | Stilbruch - Street Art: Streit um Kunst im öffentlichen Ra...

Öffnungszeiten:

Di bis Do 14-19 Uhr

Fr bis Sa 14-20 Uhr

Seite 3 von 3

Impressum | Kontakt | Rechtliche Hinweise © 2007 Rundfunk Berlin-

http://www.rbb-online.de/_/stilbruch/beitrag_jsp/key=5267539.html

05.01.2007

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine