Business privat - Logwin Logistics

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Business privat - Logwin Logistics

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dnv 12/2013

Logistik · Technik · Service

30.5.2013

Social Media

Business privat

© MK Photo – Fotolia

Fast die Hälfte der Unternehmen in Deutschland nutzt einer BITKOM-Studie zufolge

bereits Soziale Netzwerke, v.a. um mit Kunden und potenziellen Mitarbeitern in Kontakt

zu treten. Weitere 15 Prozent planen eine Präsenz auf Facebook, Twitter und Co. Was es

zu beachten gilt, erklärt Mara Hancker, Director Corporate Communication bei Logwin.

Vor kurzem fand ich mich unversehens auf dem Tritt

meiner Autotür stehend auf einem Rastplatz der A3 wieder.

Ich hatte mich dort mit meinem Smartphone in Position

gebracht, um spontan einen neuen, schneeweißen Logwin

Truck im Vorbeifahren zu fotografieren und dieses Foto direkt

zu posten. Mit Erfolg: Über 30 Daumen zeigten innerhalb

kurzer Zeit nach oben, fast 1.000 Menschen haben das Bild

bisher gesehen. So funktioniert Facebook. Auch für ein B2B-

Unternehmen wie den Logistikdienstleister Logwin.

Die kommunikativen Machtverhältnisse verändern sich:

Unternehmen bewegen sich heraus aus der Komfortzone der

Einbahnstraßen-Kommunikation. Aus dem Monolog wird ein

Dialog. Kunden und Mitarbeiter tauschen sich auf Social Media

Plattformen direkt und schnell untereinander aus. Produkte und

Dienstleistungen werden bewertet, Werbung bekommt eine

andere Bedeutung. Zum ersten Mal wird es möglich, direkt mit

Marken zu kommunizieren – und Unternehmen von einer

anderen, persönlicheren Seite kennenzulernen.

B2C oder

B2B macht hier kaum einen Unterschied – letztendlich sind es

immer Menschen, die miteinander interagieren und deren Wege

sich auf vielfältige Weise kreuzen können, online wie offline.

Unsere Kunden suchen uns im täglichen Geschäft nicht unbedingt

im Social Web, aber im besten Fall begegnen sie uns in

ihrer Freizeit. In Deutschland nutzen schließlich mittlerweile

alleine 25 Millionen Menschen Facebook.

Strategische Fragen VOR der Teilnahme

Aber auch wenn die Kanäle noch verhältnismäßig neu

sind, so gelten für sie doch die Grundsätze integrierter Kommunikation

und Markenführung. Unternehmen, die heute vor

dem Einstieg in die Social Web-Kommunikation stehen,

sollten sich vor dem ersten Posting oder Tweet mit folgenden

strategischen Fragen beschäftigen:

n Wird über mich und meine Themen im Social Web

gesprochen?

n Haben wir ausreichend Content für den Dialog?

n Welche Unternehmensziele unterstützt Social Media?

n Welche Zielgruppe wollen/können wir erreichen?

n Welche Chancen und Risiken sind mit Social Media

verbunden?

n Welche Ressourcen werden benötigt?

n Steht das Management dahinter?

n Wer übernimmt die Verantwortung für die Social Media

Präsenz?


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Wir haben festgestellt: Ja, Logwin ist Thema in Sozialen

Netzwerken, über uns wird geredet. Wenn wir mitreden

wollen, müssen wir selbst aktiv werden. Und so haben wir

alle weiteren Fragen in einer Social Media Strategie beantwortet.

Oberste Priorität: Glaubwürdigkeit und Kommunikation

auf Augenhöhe.

Sehr zu empfehlen ist der gezielte Aufbau von Social

Media-Know how auch über Weiterbildung und nicht zuletzt

die rechtliche Absicherung, zum Beispiel in punkto Impressum

oder Fotorechte. Bei der Auswahl der Netzwerke spielen

Aufwand, Popularität, Image, Funktionen und Angebote

eine Rolle – und die Zielgruppe, also die Nutzer.

Bei Logwin posten und tweeten zwei Mitarbeiterinnen

aus dem Bereich Public Relations. Das ist zusätzliche Arbeit,

auch nach Feierabend. Da wir uns auf die Präsenz in vier

Portalen beschränkt haben, behalten wir den Überblick. Und

der Aufwand bleibt ebenfalls überschaubar.

Mitreden – aber wo?

Die Online-Kommunikation findet auf diversen Plattformen

statt. Die Auswahl hängt davon ab, mit wem man in einen

Dialog treten will. Weniger ist hier mehr: Lieber einige Kanäle

gezielt und regelmäßig bespielen, als in vielen Portalen nur

pro forma anwesend zu sein. Wir haben uns für Twitter, Facebook,

Xing und LinkedIn entschieden.

Über Twitter erreichen wir die breite Öffentlichkeit

schnell und unkompliziert – mit 140 Zeichen sind wir dabei.

Jede neue Pressemitteilung, ein aktuelles Interview oder das

Erscheinen unseres Kundenmagazins sind einen Tweet wert.

Die Tweets zu den Auswirkungen der Aschewolke haben beispielsweise

auch ihren Weg in die Presse gefunden.

Facebook nutzen wir für den Dialog von Mensch zu

Mensch. Hier grüßen Mitarbeiter aus Indien und Südamerika,

Kunden stellen Fragen und bekommen Antworten. Die Nähe

macht die Attraktivität aus, wofür auch die Häufigkeit der

„Gefällt mir“-Klicks spricht: Die größte Reichweite und Viralität

erreichen spontan aufgenommene Bilder wie der Logwin

Truck, Live-Fotos von Veranstaltungen oder Feiertagsgrüße

– eben alle Posts mit persönlicher Note. Über Facebook

erreicht der Nutzer außerdem unseren wöchentlichen Azubi-

Blog.

Xing ist nach wie vor das meist genutzte Business-

Netzwerk in der DACH-Region. Wir nutzen Xing für die

Unternehmensvorstellung, die Darstellung unserer Leistungen,

als Verzeichnis der Kontakte unserer Ansprechpartner

aus den Fachabteilungen und stellen hier auch Bildmaterial

bereit. Auf Xing berichten wir zudem über News aus der

Logwin Gruppe und schreiben Stellen aus.

Das internationale Business-

Netzwerk LinkedIn ist unsere

jüngste Präsenz im Social Web, sie

ist noch nicht fertig und wird

ständig erweitert Als weltweit

aktives Unternehmen wollen und

Autorin

Mara Hancker, Director Corporate

Communication bei Logwin

Der Logistikdienstleister Logwin ist in vier Sozialen Netzwerken

präsent: Zwei Mitarbeiterinnen aus dem Bereich Public Relations

posten und tweeten auf Facebook, Twitter, LinkedIn und Xing

müssen wir auch in diesem Netzwerk ansprechbar sein,

wenngleich die Gestaltungsmöglichkeiten hier bisher recht

eingeschränkt sind.

Die erste Begegnung findet online statt

Doch egal, für welche Plattform man sich als Unternehmen

entscheidet, es zählen hier vor allem Aktualität und

Kontinuität. Und: Dialog bedeutet nicht nur Sprechen sondern

auch Zuhören. Welche Themen beschäftigen meine Kunden?

Wie ticken bestimmte Branchen? Welche Erwartungen haben

die Fach- und Führungskräfte von morgen? Auch in diese

Aspekte lohnt es sich Zeit zu investieren. Da macht es auch

nichts aus, wenn ein Unternehmen zwei Tage mal nichts

postet. Schließlich sollte man nur dann etwas veröffentlichen,

wenn man etwas zu sagen hat. Und der Grat zur reinen

Werbung und gar zum SPAM kann mitunter sehr schmal sein.

Das erste Kennenlernen eines Unternehmens findet

heute online statt. Die digitale Reputation wird damit immer

wichtiger. Unsere ersten Social Media Aktivitäten gingen

deshalb von den Bereichen Public Relations, Marketing und

Human Resources aus. Journalisten, Mitarbeiter, Kunden

oder Geschäftspartner informieren sich ebenso im Web wie

Schüler, Studenten und Fachkräfte. Gerade die Digitial

Natives, wie die nach 1985 Geborenen genannt werden, integrieren

digitale Medien selbstverständlich in ihr Leben. Sie

vernetzen sich flexibel und erwarten dies auch von ihren

zukünftigen Arbeitgebern.

Technik und Ethik

Mobile Website, RSS Feed, QR Code…Wer A sagt muss

auch B sagen. Das heißt in diesem Fall: wer beim Dialog im Web

2.0 mitmacht, der muss auch technisch up to date bleiben. Damit

Besucher schnell mit uns kommunizieren können, verlinken wir

von der Website auf unsere Social Media-Präsenzen. Bei der

Darstellung unserer Homepage achten wir darauf, dass sie auch

für die meisten Smartphones und Tablets geeignet ist und Inhalte


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direkt teilbar sind. Crossmediale Verknüpfungen sind auch unter

Effizienzaspekten sinnvoll. Neben der Technik gibt es ethische

und inhaltliche Vorgaben. So haben wir eine Leitlinie zur

Nutzung unserer Social Media-Portale erarbeitet, auf deren

Basis die offiziellen Vertreter im Social Web kommunizieren.

Das Wichtigste betrifft die Präsenz selbst: Unser Social Media-

Team ist quasi rund um die Uhr online. Denn da wir uns auf den

Dialog eingelassen haben, müssen wir ihn pflegen. Schnelle

Antworten sind insbesondere dann Pflicht, wenn es Kritik gibt.

Oder wenn die Netiquette verletzt wird.

In guten und in schlechten Zeiten

Gerade im Umgang mit Kritik lässt sich ein positives

Image aufbauen – wenn wir schnell reagieren. Sollte es Grund

zu Beanstandungen geben, müssen wir das wissen. Wir wollen

dann nicht abseits stehen, sondern den Dialog aktiv führen.

Auf Facebook haben wir damit schon gute Erfahrungen

gemacht. Bei inhaltlicher Kritik geben wir umgehend Rückmeldung

und versuchen, den weiteren Dialog in ein bilaterales

Medium zu überführen: „Können wir Sie telefonisch oder per

Email erreichen?“ Bei unsachlicher Kritik verweisen wir auf

unsere Netiquette, das hat sich als hilfreich erwiesen. Social

Media-Kommunikation erfordert Fingerspitzengefühl.

Worte und Botschaften werden nicht nur in eine Richtung

transportiert. Die Zielgruppe muss nicht mehr ausschließlich

rezipieren, sie kann unmittelbar antworten. Und

nicht nur das – sie kann selbst definieren, worüber sie reden

will. Social Media ist also mehr als die Präsenz bei Facebook,

Twitter und Co. Social Media ist eine neue Form der Kommunikation,

die auch eine Veränderung der Unternehmensstrukturen

und Arbeitsweisen zur Folge haben wird. (jf)

Mehr Sendungen, weniger

Umsatz für Wettbewerb der

Deutschen Post

In ihrem aktuellen Jahresbericht hat die Bundesnetzagentur

kürzlich Marktdaten für den Brief- und Paketmarkt

in Deutschland veröffentlicht. Für den Untersuchungszeitraum

2011 geht die Regulierungsbehörde demnach von

einem Branchenumsatz in Höhe von 26,4 Mrd. Euro aus,

davon entfielen auf den Briefmarkt 8,9 Mrd. Euro. Die Sendungsmenge

stieg im Briefbereich um 1,2 Prozent auf 16,6

Mrd. Briefe. Im Paketmarkt verzeichnet die Bundesnetzagentur

ein Sendungsvolumen von 2,4 Mrd. Stück. Ein Vorjahresvergleich

sei in diesem Bereich aufgrund einer veränderten

Methodik nicht möglich, heißt es im Jahresbericht.

Die Marktanteile im lizenzpflichtigen Briefbereich (bis

1.000 Gramm) haben sich gegenüber den Vorjahren kaum

verändert. Laut Angaben der Bundesnetzagentur beförderte

die Deutsche Post 89,4 Prozent der Briefsendungen

und erzielte 90 Prozent der Umsätze im Briefbereich. Die

rund 600 Wettbewerber, zumeist regional tätige kleine und

mittlere Unternehmen, kamen folglich auf ein Sendungsvolumen

von 10,6 Prozent und einen Umsatz von 10,0

Prozent. Gemessen am Umsatz ist ihr Marktanteil damit um

0,4 Prozentpunkte gesunken, gemessen am Sendungsvolumen

um 0,4 Prozentpunkte gestiegen.

Logwin steigert EBIT bei

rückläufigem Umsatz

Der Logistikdienstleister Logwin AG hat seine Geschäftszahlen

für das erste Quartal 2013 veröffentlicht. Der Konzernumsatz

ist im Vorjahresvergleich um 2,8 Prozent auf 320,7 Mio. Euro

gesunken. Im Geschäftsbereich Air + Ocean lag der Umsatz mit

148,9 Mio. Euro auf Vorjahresniveau. Im Bereich Solutions wurden

171,5 Mio. Euro und damit 5,5 Prozent weniger als im Vorjahr

erlöst – Logwin zufolge machten sich hier vor allem Standortschließungen

in der Funktionseinheit Logistics and Warehousing sowie

teilweise gesunkene Produktionsmengen in der Einheit Transport

and Retail Networks bemerkbar. Unter dem Strich stand für die

ersten drei Monate ein operatives Ergebnis von rund acht Mio.

Euro – eine Steigerung um 1,9 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr.

Onlinehandel stabilisiert Quartalsbilanz

der Deutschen Post DHL

Die Deutsche Post DHL hat im ersten Quartal 2013

vom anhaltenden Boom im Online-Handel profitiert. Die

Konzernbilanz für die ersten drei Monate des laufenden

Jahres beinhaltet ein Umsatzplus von 0,6 Prozent auf 13,4

Mrd. Euro. Mit 711 Mio. Euro lag das EBIT 20 Mio. Euro

über dem Vorjahr. Der Konzerngewinn konnte auf fast 500

Mio. Euro gesteigert werden.

Obwohl die ersten drei Monate des Jahres zweieinhalb

Arbeitstage weniger umfassten und sich die Volumenrückgänge

im klassischen Briefgeschäft fortsetzten, lag der

Umsatz des Briefbereichs in den ersten drei Monaten mit

3,6 Mrd. Euro sogar um 1,5 Prozent über dem Vorjahr.

Neben den zu Jahresbeginn in Kraft getretenen Portoerhöhungen

im Briefbereich habe sich der wachsende Onlinehandel

positiv ausgewirkt, heißt es in einer Mitteilung. Das

EBIT im Briefbereich ging im 1. Quartal um 2,6 Prozent auf

382 Mio. Euro zurück (2012: 392 Mio. Euro).

Pakete und internationales

Geschäft stützen PostNL

Umsatzzuwächse im Paketgeschäft sowie in Deutschland,

Großbritannien und Italien haben PostNL im ersten

Quartal 2013 einen leichten Umsatzzuwachs beschert.

Trotz eines anhaltend starken Rückgangs der Briefvolumina

im niederländischen Heimatmarkt (- 9,5 Prozent), erzielte

PostNL einen Konzernumsatz von rund 1,08 Mrd. Euro und

damit 0,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dasgrößte

prozentuale Umsatwachstum gelang im Paketgeschäft

mit 23 Prozent auf 198 Mio. Euro. Die auf Geschäftskunden

spezialisierten Tochtergesellschaften außerhalb der

Niederlande erzielten einen konsolidierten Umsatz von 419

Mio. Euro und damit 5,5 Prozent mehr als 2012.

Das Konzern-EBIT lag mit 82 Mio. Euro rund 27

Prozent unter Vorjahr. Zwar erzielten Paketsparte und Brieftöchter

ein deutlich besseres Ergebnis als im Vorjahr. In den

Niederlanden ging das EBIT jedoch um ein Drittel zurück.

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