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Change Agents und ihre Überzeugungsstrategien

Jörg Eisfeld-Reschke

Wer soziale Medien bereits für die eigene Arbeit nutzt, versteht oft nicht, wenn

es die eigene Organisation nicht tut. Gerade diesen Zweiflern kann aber eine

Schlüsselrolle bei der Modernisierung von Organisationen zukommen, wenn sie

mit den richtigen Argumenten vorgehen.

Zahlreiche Hindernisse können der

Nutzung sozialer Medien entgegenstehen.

Neugier und Skepsis gegenüber

Neuem, das sind Instinkte, die uns in

unserem Leben begleiten. Bei jedem einzelnen

Menschen, in jeder Gruppe und

in jeder Organisation treffen diese in unterschiedlichsten

Ausprägungen aufeinander.

Sie äußern sich beispielsweise am

Festhalten an bestehenden Strukturen, in

der Angst vor Kontrollverlust und dem Infrage

stellen des Mehrwertes. Sind konkrete

Hindernisse, wie beispielsweise rechtliche

Fragestellungen, greifbar, so fällt es

schwerer auf persönliche Vorbehalte und

Ängste einzuwirken.

Die Einführung sozialer Medien in den

Kommunikationsmix von Organisationen

braucht interne Change Agents. Sie nehmen

die Rolle interner Berater wahr und

befördern die Organisationsentwicklung.

Ihnen kommt eine Schlüsselrolle innerhalb

der Organisationen zu, wenn es um die

Einführung sozialer Medien in die Kommunikationskultur

geht. Sie sind Initiator von

Veränderungen, geben Anstöße zur Kommunikation,

begleiten Personen und Strukturen

beim Wandel und halten die Dynamik

der Organisationsentwicklung im Griff. Zu

diesem Zweck gehen sie strategisch vor

und setzen Impulse bei den Kolleginnen

und Kollegen:

1. Aufzeigen, was bereits vorhanden

ist

Auch ohne eigenes Zutun befindet sich nahezu

jede Organisation bereits in sozialen

Medien. Seien es Einträge in der Wikipedia,

Beiträge in Blogs oder Videos und Fotos,

die Teilnehmende auf Veranstaltungen gemacht

und anschließend ins Internet (z.B.

YouTube und Flickr) gestellt haben.

2. Gute Argumente streuen

Ob das Streuen von Argumenten und Erfolgen

im gelegentlichen Weiterleiten von

interessanten Funden an eine Mailingliste,

dem regelmäßigen Präsentieren in Teamrunden

oder auf andere Art stattfindet,

hängt jeweils von den traditionellen Informationsflüssen

ab.

3. Unterschiedliche Perspektiven

einnehmen

Wenn einzelne Instrumente eingeführt und

dargestellt werden sollen, ist es ratsam, lieber

mehrere Präsentationen vor eingrenzbarem

Publikum durchzuführen als eine

Präsentation, bei der die Abteilungen und

Hintergründe der Zuhörenden sehr unterschiedlich

sind. Die Aufteilung in mehrere

Präsentationen ermöglicht es, die Argumente

und Beispiele jeweils anzupassen.

4. Mit-Veränderer finden

Einzelkämpfer haben es schwer. Ist es möglich,

Gleichgesinnte in mehreren Abteilungen

und auf mehreren Ebene zu finden, so

können diese miteinander vernetzt werden.

Mit gemeinsamer Mikropolitik („Du redest

mit ihm, und ich mit ihr…”) können Argumentationen

erprobt und auf Diskussionen

Einfluss genommen werden.

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